*8. Jahrgang.
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U». 429.
Fernsprecher No. 52.
Freilag» den 14. September.
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1900.
Abend «Aiasggafee.
Der socialdemokratische Parteitag.
Am Sonntag tritt in Mainz der Parteitag der Socialdemokratie zusammen, der diesmal einen besonders lebhaften Verlauf zu nehmen verspricht. Denn platzten die Geister schon auf dem letzten Parteitag in Hannover mit aller Wucht aufeinander, so hat sich der innerhalb der Partei angesammelte Konfliktsstoff seitdem eher vermehrt als vermindert. In den Anträgen zum Parteitag freilich, welche diesmal ganz besonders spärlich ausgefallen sind, tritt diese Koufliktsstinimung nicht sonderlich hervor. Aber die beiden Hauptfragen, die auf dem Parteitag zur Verhandlung gelangen werden, bergen so viel des Konfliktsstoffes, daß man sich auf eine vieltägige, heiße und opferreiche Redeschlacht gefaßt machen kann.
Diese beiden Hauptfragen sind die Betheiligung an den Landtagswahlen und das neue Organisationsstatut. Mit der ersteren Frage hat sich schon der Hannover'sche Parteitag beschäftigt, aber die Debatten waren damals ansgcgangen wie das Hornberger Schießen. Kein Geringerer als der Genosse Bebel war e§, der am Schluß des Hannovcr'schen Parteitages diese erwähnte Behauptung aufstellte. Noch weit drastischer hat sich damals mit echt bayrischer Offenherzigkeit der Genosse v. Vollmar ausgedrückt, indem er über die Debatten über die Frage der Bethciligung an den Landtagswahlcn das »»liebenswürdige Urtheil fällte: „Um ein solches Windei zu lege», hätte es eines solchen Gegackers nicht bedurft." Und den Gipfel der Aufrichtigkeit erstieg endlich als Dritter im Bunde der Genosse Schippe!, indem er das vernichtende Urtheil fällte, daß ihm die socialdemokratische Partei bisweilen wie ein „Kaffeczirkel von zahnlosen alten Weibern" vorkäme.
So absprcchend urtheilten socialdemokratische Häuptlinge über die Behandlung der Landtagswahlfragc auf dem vorigen Parteitag, welcher der heiklen Frage dadurch aus dem Wege ging, daß er die Beschlußfassung vertrauensvoll dem nächsten, also dem jetzigen Parteitage anheimstelltc. Man wird mithin auf die Verhandlungen des diesmaligen Parteitags gespannt sein müssen. Die Mehrheit der Partei ist zweifellos für die Bethciligung au den Landtagswahlcn, und die zu dieser Frage eiugelaufenen Anträge sprechen sich durchweg in mehr oder minder verklausulirter Form für die Betheiligung aus. Der weitestgehende Antrag lautet, daß die Betheiligung zur Pflicht gemacht werden solle, der zurückhaltendste Antrag geht dahin, daß die Entscheidung den einzelnen Wahlkreisen überlassen werden solle. GruudsätzlicheOpposition gegen die Bctheiliguug hatten von jeher die „Alten" und „Unentwegten" gemacht, die sich um den Vertreter des starren Ncgationsprinzips, um Liebknecht, gesammelt halten. Uutcrdeß hat freilich der alte Liebknecht den politischen Kampfplatz für immer verlassen, und damit hat die Opposition gegen die Betheiligung an den Landtagswahlcn ihre stärkste Stütze verloren. Zwischen der entschiedenen Opposition gegen jede Betheiligung an den Landtagswahlcn, die im Wesentlichen nur unter den preußischen Socialdemokraten vertreten ist, und der entschiedenen Befürwortung dieser Betheiligung giebt es aber noch viele Etappen, und um diese Etappen wird auf dem Parteitage manche heiße Schlacht geschlagen werden, bis man sich auf das übliche Kompromiß einigt.
Einen gepfefferten Beigeschmack werden diese Debatten auch dadurch erhalten, daß bei ihnen ein Aufeinanderplatzen von Norddeutsch und Süddeutsch mit einiger Sicherheit zu erwarten steht. Die norddeutschen Genossen sind von Zorn gegen die Bayern erfüllt, weil sie bei den letzten Landlagswahlen in etlichen Wahlkreisen mit dem Centrum zusammengingen. Die Bayern haben aber schon öfters gezeigt, daß sie nicht die Leute sind, welche sich von den „schneidigen Berlinern", wie Herr v. Vollmar sich auszudrücken pflegt, die Butter vom Brode nehmen lassen.
Ein nicht minder scharfes Aufeinauderplatzen von Norddeutsch und Süddeutsch ist bei der Frage des neuen Organisationsstatuts zu erwarten. Dieses Statut will einerseits die Mitgliedschaft der Partei von der Zahlung eines Beitrags abhängig machen und andererseits dem Berliner Parteivorstande die Befugniß zum Ausschluß aus der Partei übertragen. Gegen beide Anträge, besonders aber gegen den letzteren, wird von den Süddeutschen eine heftige Opposition gemacht werden, deren Führung Herr v. Vollmar übernehmen dürfte. Dieser hat schon auf einem früheren Parteitage erklärt, die Bayern wollten nicht, daß immer von einem Punkt aus regiert werde, mit welchem Punkt er Berlin meinte. Die „schneidigen Berliner" haben erst unlängst erklärt, daß sie den bayrischen Genossen auf dem jetzigen Parteitage „gehörig einheizen" wollten. Aber das Einheizen ist bei den jetzigen Kohlenpreisen keine leichte Sache, und da die Süddeutschen in Mainz über den Vortheil des Terrains verfügen, so wird vielleicht Herr v. Vollmar seine auf dem vorigen Parteitag angekündigte Absicht erfüllen, „den schneidigen und ultraradikalen Norddeutschen ein Nordlicht aufzustecken." x.
Deutsches Deich.
Der Traum von der Zollunion.
Seitdem die schutzzöllnerische Bewegung die meisten Staaten ergriffen hat, ist der Gedanke, die Wirkungen der Absperrungspolitik durch eine Zollunion aufzuheben, in gemessenen Zwischenräumen wieder und wieder aufgetaucht. Namentlich von einer mitteleuropäischen Zollunion wird seit einigen zwanzig Jahren gesprochen, bald von wohlmeinenden, aber von der Last irgendwelcher Verantwortung verschonten Projektenmachern, bald sogar von Staatsmännern, die sich mit derartigen Vorschlägen freilich auch in eine Reihe mit den Projektenmachern stellen. Wie man weiß, hat erst ini vorigen Jahre Graf Goluchomski in einer Delegationsrede den Gedanken einer mitteleuropäischen Zollunion als des vermeintlich einzigen Mittels angeregt, sich der wachsenden amerikanischen Konkurrcuzzu erwehren. Ueberhaupt ist man besonders in Oesterreich-llngarn in die Idee dieser Zollunion verliebt. Soeben erst hat ein Beamter der Handelskammer zu Budapest in der Wiener Zeitschrift „Handelsmuseum" abermals eine Lanze für die Zollunion gebrochen, und er appellirt mit lebhaften Worten an Deutschland, das „ohne Zweifel der Kern und Vorkämpfer der Union sein müßte". Aber der Verfasser ist besonnen genug, um die Momente zu würdigen, die seinem Vorschlag nur geringe Aussicht auf Verwirklichung eröffnen. Es würde zum Wesen einer mitteleuropäischen Zollunion gehören, daß sie sich kampflustig gegen die anderen großen Wirthschaftsgebiete abschlösse, namentlich gegen England und Amerika. Die Folge also würde die Etablirung einer rücksichtslosen Politik der Hochschutz- zölle sein, und zwar aus der Berechnung heraus, daß die Verluste auf dem Weltmarkt eingeholt werden müßten und könnten durch intensivere Pflege des Marktes innerhalb der Grenzen der in der Zollunion vereinigten Länder. Solches Ziel mag der verhältnißmäßig schwachen österreichischen Industrie erstrebenswcrth erscheinen, und der Vortheil für dies Land wäre ja auch klar; denn was Oesterreich außerhalb des ersehnten Zollunivngcbietes verlieren würde, das könnte es, da es nur wenig wäre, überreichlich durch Ausdehnung seines Exports nach Deutschland ersetzen. Für Deutschland selbst kann eine Zollunion, die so beschränkte Bedingungen des Gedeihens in sich trägt, wirklich nichts Verlockendes haben; der ganze Gedanke ist überdies graue Theorie schon darum, weil zwar unsere Industrie die Niederlegung der Zollschranken nach Oesterreich-llngarn, der Schweiz, Belgienrc. hin nicht zu fürchten brauchte, weil dagegen die deutsche Landwirthschaft den äußersten Widerstand gegen eine Wirth- schaftspolilik leisten würde, die die Konkurrenz des Getreide- ausfuhrlandes Oesterreich-Ungarn, der Schweiz und der Niederlande mit ihrer überlegenen Viehzucht erleichtern würde. Es ist nützlich, sich die Folgen einer Zollunion und die dabei in Betracht kommenden schwerwiegenden Wirthschafts- interessen klar zu machen, weil sonst die Gefahr besteht, daß der bei oberflächlichem Zusehen bestechende Gedanke Anhänger findet, die allerdings auch nur oberflächlich an die Sache heran gehen würden.
Z u r Wohnungsfrage.
Der „Verein Reichswohnungsgesetz" hat bei der RcichS- rcgierung, will sagen: beim Bundesrath, beantragt, daß der vom Reichstag angenommene Antrag Schräder auf Erhebung einer Wohnungsenquvte mit größerer Beschleunigung behandelt werden möge, daß die beantragte EnguStc- Kommission in einer Weise zusammengesetzt werde, die Bürgschaften dafür gewähre, daß sowohl die WohnungS- mißstünde wie auch die Möglichkeit eines Eingreifens von Reichswcgen entsprechend geprüft werden. Gegen diesen Antrag wird nun wiederholt geltend gemacht, daß der Erlaß eines Reichs- Wohnungsgesetzes nicht zu den Aufgaben deS Reichs gehören könne, da die Reichsverfassung nichts von solcher Zuständigkeit enthalte. Wenn nian aber weiter nichts gegen die Inangriffnahme der Wohnungsreform durch das Reich geltend zu machen hat, so muß eS um die Gegnerschaft gegen diese Reform freilich schleckst stehen. Wäre es erst nur so weit, daß von Reichs wegen eine durchgreifende Verbesserung der Wohnungszustände erfolgen könnte, so stände nichts im Wege, durch eine Verfassungsänderung die Zuständigkeit dcr Reichs- gesetzgebung auszusprechen.
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* Jiof- und Personal - Nachrichten. Der Gouverneur o. Putt kam er hat sich nach Kamerun zurückbegcben.
* Kerlin, 14. September. Auf der Tagesordnung der vorgestrigen Sitzung des Stnatsministerimns hat, wie ein parlamentarischer Berichterstatter erfährt, die Herabsetzung der Ausfuhrtarife für Zucker gestanden. Eine Entscheidung ist aber noch nicht herbcigefllhrt worden. Den Verhandlungen wohnte auch der Staatssekretär Freiherr v. Thielmaun bei.
* Die Wirkung dev neuen Einfuhrtarife fiiv ausländische Kohlen beschränkt sich der Hauptsache nach auf eine Ermäßigung der Abfertigungsgebühr von 12 Mk. für 10,000 Kilogr. auf 7 Mk. für alle Sendungen, welche aus dem Auslande mittels der Bahn bei uns eiugcführt werden — soweit diese Sendungen auf keine größeren Entfernungen als 350 Kilometer von dem betreffenden Hafen oder der betreffenden Grenzstation ins Innere des preußischen Staates befördert werden. Legen sic eine größere Entfernung als 350 Kilometer auf der preußischen Strecke zurück.
so ermäßigt sich auch der Streckcnsatz für diese Mehr-Entfernung, und zwar von 2,2 Pf. für das Kilometer auf 1,4 Pf. Die „Rhcin.-Westf. Ztg." erläutert die Wirkung an folgenden Beispielen: Nehmen wir für die Einfuhr der englischen und amerikanischen Kohle die Eingangshäfen Hamburg oder Bremen. Alle Frachtsätze für Kohlen von Hamburg und Bremen sind nach dem Spezialtarif 3 berechnet und genießen sonach künftig bei einer Trausportlänge bis 350 Kilometer einen Rabatt von 5 Mk. für 10,000 Kilogr. Die Entfernung von Hamburg nach Hannover beträgt beisptelsweise 183 Kilometer, die bisherige Fracht 52 Mk., die neue Fracht47 Mk.; von Bremen nach Münster 234 Kilometer, bisherige Fracht 63 Mk., neue Fracht 58 Mk.; von Hamburg nach Hildesheim 189Kilometer, bisherigeFracht54Mk.,neueFracht49Mk. re. Wo sind nun die Gebiete mit etwa 350 oder mehr Kilometern Entfernung von Hamburg bezw. Bremen, wo auch eine Ermäßigung des Strcckcnsatzes Platz zu greifen hätte? Sie liege» bereits im westfälischen Kohlenrevier selbst, wo sonach von einer Einfuhr englischer Kohlen von Hamburg auf dem Eiscnbahnweg kaum die Rede sein kann. Auch darf nicht übersehen werden, daß andere Verbranchsortc für englische Kohlen schon jetzt auf dem Wasserweg ab Hamburg und Stettin (Berlin ec.) trotz des deutschen Frachtaufschlages billiger bedient werden, als die Eisenbahn auch künftig , es zu thnn vermag. — Unter den „anderen fremdländischen Kohlen" können unseres Wissens nur die belgischen Kohlen verstanden sein. Für die Einfuhr nach Rheinland und Westfalen genießen letztere ab heute schon auf den preußischen Strecken billigere Sätze, als der Rohstofftarif sie gewähren würde. Auch leidet bekanntlich Belgien gegenwärtig an der nämlichen Kohlcnkuappheit, wie die deutschen Kohlen- erzcugungsgcbietc. Die größte Bedeutung der besprochenen Maßregel liegt daher in der Ermäßigung der Abfertigungsgebühr, welche nicht bloß den Kohlcnscndungcn von den Häfen ins Innere, sondern auch dem inneren Versandt von Lagern, ans den Flußhäfen re. zu Gut kommen wird.
* Grhöhnng der Kohlenpreife durch das vheinifch- »nrstfälischr Kyndiltat. Das Syndikat setzt im Herbst die Kohlenpreise für das nächstjährige, vom 1. April 1901 bis Ende März 1902 laufende Geschäftsjahr fest. Vorläufig geht die Absicht dahin, für diese Zeit zwar von einer Erhöhung des Preises der Jndustriekohle Abstand zu nehmen, indessen für die Gas- und Hausbrandkohle eine Preiserhöhung von 25 bis 50 Pf. für die Tonne eintreten lassen. Das wären bis zu 5 v. H. des Kohlen- preiscs ab Zeche. Den wirklichen Beschluß wird erst die Generalversammlung des Syndikats Mitte Oktober fassen. Der Vorstand der Breslauer Handelskammer hat beschlossen, die RcichSregierung zu ersuchen, ein Ausfuhrverbot für Kohlen so lange, zu erlassen, bis der inländische Kohlenbcdarf gedeckt ist. Wenn solche Preiserhöhungen wirklich beschlossen werden, wird die Regierung wohl an ein Ausfuhrverbot denken müssen.
* Rundschau im Reiche. Der 25. d eu ts che I u r ist en- tag in Bamberg wurde gestern geschlossen. — Die Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins beschloß, die diesjährige große Liebesgabe von 20,000 Mk. der Gemeinde Mundenheim in der bayrischen Nheiupfalz zuzuwenden. Zum Ort der nächsten Versammlung wurde Köln gewählt.
Der Aufstand irr China.
Angriff auf Kluntscho«.
hd. Berti», 14. September. Die Nachrichten-Expedition des deutschen Flotten-Vereins bringt folgende Meldung aus Shanghai: Die Abendblätter verbreiten die Nachricht, daß eine starke Boxer- Abtheiluug Kiantschott angegriffen hat und nach heftigem Kampf zurückgeschlagen worden ist. Die Boxer hatten 14 Todte.
Attö Tientsin.
rvb. Kerlin, 13. September. Die „Nordd.Allg.Ztg." schreibt: Hier vorliegende Nachrichten aus Tientsin vom Ende Juli bezeichnen cs im Interesse der dortigen deutschen und fremden Kauf- lcute erwünscht, die großen chinesischen Geschäftshäuser in Tientsin zu erhalten, denn cs sei zu hoffen, daß der Handel die schwere Krisis der Gegenwart ohne übermäßige Nachtheile überwinde. Ein nachdrücklicher Schutz der chinesischen Geschäftshäuser entspreche auch den Wünschen der deutschen Kaufmannschaft. Zur Aufrcchterhaltung der Ordnung in der Chinescnstadt war von den Militärbehörden ein besonderes Stadtkommando eingerichtet, wozu anfänglich die meisten in Tientsin vertretenen Mächte einen Offizier stellten, die Russen den Oberst Wogack, die Engländer den Major Bower und die Japaner den Oberst Aoki. Alle drei zeigten volles Verstäudniß und den besten Willen für den Schutz der kaufmännischen Interessen. Die deutschen Interessenten wurden vont deutschen Konsul ermächtigt, au den Häusern der chinesischen Geschäftsfreunde Plakate mit eingezeichneter deutscher Flagge und einer deutschen Schutz ankündigenden Inschrift anznbringen. Ächnlich gingen Japaner und Engländer vor. Endlich wurden 'von verschiedenen deutschen Firmen ihren chinesischen Geschäftsfreunden jüngere deutsche Kattfleute zum Schutz bctgegeben, da meistens die bloße Anwesenheit eines Europäers tn einem chinesischen Hause zu genüge» pflegt, um Plünderungen fernznhalten. Die Bevölkerung Tientsins verhielt sich hiernach ruhig und zeigte keine Abneigung gegen die Fremden.
Der Obcrkonnnandircnde unterwegs.
hd. Kerlin, 18. September. Feldmarschall Graf Waldersee ist gestern Nachmittag auf der „Sachsen" in Singapore ein- gctroffcu. Mau darf annehnicn, daß die Reise heute fortgesetzt wird und der Oberbefehlshaber demnach am 20. in Hongkong und am 24. oder am 25. d. M. in Shanghai eintrifft.
Friedensverhandlnuge«.
hd. Zhnnghni, 13. September. (Kabelmeldung des „Paris Nouoclles".) Li-Huug-Tfchaug erklärte gestern in einer Unterredung, er werde ani 14. September nach Tientsin abrcisen. Er sei bereit, die Unterhandlungen einznleiten. Der Prinz Tsching werde ihin allein zugetheilt werden. Befragt über die widersprechenden Edikte, welche die Kaiserin während der Belagerung der Gesandtschaften veröffentlicht hatte, antwortete er, daß die Kaiserin das Opfer böswilliger Rathgcber geworden sei. Man habe ihr eingeredct, daß die Boxer unbesiegbar seien und die Fremden in einer unerträglichen Lage wären. Als sie aber etnsah, daß die« falsch war, änderte sie sofort ihr Verhalten.
hd. Berlin, 13. September. Aus SH a ngH ai liegt folgendes Telegramm der ostasiatischen Nachrichten-Expedition des deutschen Flotten-Vereins vor: Li-Hunq-Tschang hat heute Morgen nachstehendes Telegramm der russischen Regierung erhalten: Die
russische Regierung stellt folgendes Ultimatum: Der Kaiser von China soll die Regierung wieder selbst übernehmen, soll seutersetts
