Wiesbadener Tsgblaü.
«t*. Jayr»««,.
Erscheint in^ zwei «uS,i>»en. — BezngS PreiS:
“ df
Verlag: Langgasse 27.
durch den Verlag S» Pf«. «,»u«tlich, durch dre Post 1 Mk. «« Pf», tiiertcljthrlich für beide Ausladen zusammen.
«nzei-»»i-Pr«iSr Die einspdltige Petitzrile für l»c,le Anzeige» 15 Psg., für «»«wärtige Anzeige» 25 Psg. — viccl««eu die Petitzeile für Wie«b«dcn 50 Psg-, für AuswirtS 7b Pfg.
17,000 Avsnnrnlen.
- . ^ c* . ..für bie Nbeud-Nnraabe bis 11 m,r Vormittags, für die Morgen- Au»a«be dir 3 Uhr Nachmittag«. - Für die Aufnahme später eingercichter Anzeigen Kr
„ächsterschriukuden Ausgabe ioird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge »etragen.
My. 426. Fernsprecher !»,. 52.
Zur Kohlenlhenernng und -Math.
Aus Kohlenhändlerkreisen wird uns geschrieben: Zu den in Ihrem Blatt wiederholt gebrachten Artikeln über diese wichtige Tagcsfrage gestatten Sie uns zur Ansklärung des verbrauchenden Publikums einige Worte.. An hoher Stelle glaubt man, dem Zwischen-, also dem Kleinhandel die Schuld der theuren Kohlen zuschicben zu können, was durchaus unrichtig ist. In früheren Jahren gab ein Großhändler dem anderen die Thür in die Hand, um auch nur einige Wagen Kohlen zn verkaufen, int vergangenen Herbst and Winter wurde der Markt und die Nachfrage fast plötzlich rndcrs. Bei fortgesetzt steigendem Bedarf und Preisen wurden lie von April zu April von den Großhändlern bei dem Rheinisch - Westfälischen Kohlenshndikai gekauften und ihren Abnehmern vertragsmäßig zugesagten Kohlen gar nicht oder nur in sehr beschränktem Maß unter Drohung mit Prozessen geliefert. Die Großhändler, das sind die Glücklichen, welche direkt mit dem Syndikat arbeiten, erzielten schon vor dem 1. April d. I. viel höhere Preise. Bei den Abschlüssen pro 1900/1901, die stets vor dem 1. April gethätigt werden, waren die Großhändler vorerst sehr zurückhaltend, wie verabredet, wurden den Kleinhändlern Offerten gar nicht gemacht, sie lieben diese an sich herankommen. Die Verkaufspreise stiegen immer mehr, trotzdem die Jahrespreise de§ Syndikats gegen das Jahr 1899/1900 nur unwesentlich, je nach der Qualität, um 5 bis 10 Mk. für den Waggon von 200 Ccntnern theurer wurden, forderten die Großhändler, denen daS Monopol ohne irgend eine Beschränkung beim Verkauf in die Hand gegeben war, ganz übertriebene Preise. Anfangs begnügten sie sich mit einem Nutzen von 20 bis 30 Mk., aber sehr bald mußten 40 dis 50 und mehr bezahlt werden, noch vor wenigen Tagen verlangte einer von Frankfurt für Nußkohlen 225 Mk. ab Zeche, für die er dem Syndikat 130 Mk. vergütet. Wie muß der Detailhändler solche Kohlen verkaufen, um Etwas zu verdienen? Die von allen Seiten eingclaufenen Klagen veranlaßte das Syndikat zu einem Cirkular au die Großhändler, worin diese vor Preisübertrcibungcn gewarnt wurden und bei fortgesetztem Unfug gedroht wird, den ferneren Bezug zu weigern. Leider blieb dieses im Interesse der Verbraucher wohlgemeinte Cirkular ohne sichtlichen Erfolg, die Großhändler behaupteten, nach den Verträgen mit dem Syndikat die Kohlen zu jedem Preis verkaufen zu kön»en. Die Verdienste der Großhändler sind nach Lage des Bedarfs und des Marktes ganz enorm. Bei Bezügen von 10- bis 30,000 Waggons jährlich und einem Nutzen von mindestens 25 bis 30 und mehr Mark kommen recht stattliche Zahlen heraus. Wir könnten Namen nennen, die sich mit Hunderttauscnden nicht begnügen. Die große Frage ist nun, wie soll es künftig anders und besser gemacht werden. Den Verbrauchern von Ruhrkühlen kann einzig und allein nur das Syndikat helfen, und daß es die Absicht hat, dies zu thun, geht aus folgender Einrichtung hervor:
Um es auch dem kleineren Verbraucher zu erniöglichen, seinen Kohlenbedarf unmittelbar beim Syndikat zu decken, wird das letztere zunächst im Verkaufsrevier 11 (umfassend
Donnerstag, den 13. September.
dieStrccken: 1. Düsscldorf-Elberfetd-Barmen, 2.Gerresheim- Elberfeld, 3. Vohwinkel - Steele, 4. Aprath - Velbert, 5. Haan-Opladen-Kalk, 6. Hilden-Solingen-Vohwinkel, 7. Düsseldorf-Köln, 8. Düsseldorf-Urbach, 9. Opladen- Born, 10. Lennep-Wipperfürth, 11. Barmen - Ritters- Hausen - Remscheid - Hasten, 12. Lennep - Krebsocge- Langcrfeld-Barmen, 13. Krebsocge-Nadcvormwald, 14. Elbcr- feld-Kronenberg, 15. Remscheid-Menninghausen, 16. Wcrmels- kirchen-Burg a. d. W., 17. Ronsdorf-Müngste») eineVerkaufs- stelle unter der Leitung des langjährigen Direktors einer größeren Bergwerks-Gesellschaft errichten.
Was im 11. Bezirk gemacht werden kann, sollte ähnlich auch im 21. möglich sein, damit der kleinere Verbraucher, sei es ein Händler oder Fabrikant, vor dem Wucher geschützt werde. Zu diesem Zweck sollte aber unausgesetzt das Syndikat von den Interessenten um Abhülfe gebeten werden.
Ncrarmung and Trunksucht.
Der enge Zusammenhang zwischen Trunksucht und Verarmung kann nicht oft genug betont werden. Der Chef des Bremischen Armenwescns, Senator Hildebrand, hat erst kürzlich Mitte Juli d. I. auf der in Bremen abgehaltenen Hauptversammlung der deutschen Guttempler, zu der ° er eingcladen worden war, n. A. geäußert: „In seiner amtlichen Stellung habe er sehr viel Gelegenheit, in tiefes, körperliches, geistiges und wirihschaftliches Elend zn blicken, und sehr häufig müsse er sagen, daß die Wurzel dieses Elends in den Trinkunsitten liege, deshalb könne er nur jede Bundes- gcnosscuschaft gcgen diesen Krebsschaden am Körper deS Volks auf das Wärmste begrüßen. Hoch rechne er den Guttemplern an, daß sie in ihrem Kampf gegen die Trinknnsitten so verfahren, daß sie die Hülfe von Mensch zn Mensch zu Ehren bringen, indem sie sich persönlich um ihre Mitmenschen bemühen. In Betreff der gemeinsamen Aufgaben der Mäßigkeits- und der Enthaltsamkeitssrcnnde äußerte der Bremische Senator Hildebrand: Wer, wie er, nicht selbst innerhalb der Bewegung stehe, der werde sich gegenüber den verschiedenen Richtungen in der Bekämpfung des Alkohols von dem Satze leiten lassen: „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkenneni" Gefreut habe es ihn, baß auch der Vertreter der Guttempler den Grundsatz vertreten habe: „Getrennt marschircn und vereint schlagen!"
Wie in Bremen, so haben auch in Dresden schon zahlreiche Vertreter der amtlichen und nichtamtlichen Armenpflege ein lebhaftes Interesse für die Bekämpfung des Alkoholismus bekundet. Schon bald nach der Begründung des Dresdner Bezirksvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke waren diesem Verein fast sämmtliche Armenpflcgcr des 33. Pflcger- vereins als persönliche Mitglieder beigetreten. Für die von dem Dresdner Bczirksverein geplante Einrichtung einer Heilstätte für Trunksüchtige hat der 38. Dresdner Pfleger- Verein im Jahre 1899 einen größeren Beitrag überwiesen. Neuerdings sind auch der 37., 30. und 32. Pflcgervcrcin dem Bczirksverein mit einem Jahresbeitrag beigcireten. Gelegentlich der letzten Sitzungen des 30. und 32. Pfleger- Vereins kam es zu lebhafter Aussprache über das entsetzliche Trinkerclend und seine einschneidende Bedeutung auf dem Gebiete unseres Armenwesens. Man verschloß sich der Nothwendigkeit der Errichtung einer Heilstätte für Trunksüchtige keineswegs, betonte aber, daß es mit Bedauern cr-
FernsPrechcr No. 52. 1900.
füllen müsse, wie Staat und Gemeinwesen noch immer nicht zu der Einsicht sich hätten dnrchringcn können, daß eine ihrer vornehmsten Pflichten die Verhütung der Trunksucht sei, und daß man der Heilstätte für ihre unglücklichen Opfer auch erst bedürfe, weil die Zahl der Trink- und Schankgclcgenhciten in erschreckender Weise — nicht zum Wenigsten auch in Dresden — zunehme. Man brauche ja nur zn verfolgen, wie bei Erbauung neuer Straßen uiNmtcrbrochen weitere Konzessionen crtheilt würden, anstatt daß man endlich dazu komme, einmal eine Straße ohne Schankstätten herzustellen. In einer der nächsten Obmänner-Versammlungen soll einmal Stellung zu der überaus wichtigen Frage des Schankstätteiuoesens genommen, und der Rath gebeten werden, endlich thatkräftig mit Verminderung ihrer Zahl vorzugehen, da ohne eine solche und ohne eine wirklich energische Handhabung der schon bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über Branntweinverkauf und -Kleinhandel alles Mühen der die Trunksucht bekämpfenden Vereine und alle Armenfürsorge Seitens der Pflegervereinc einen wesentlichen Erfolg auf die Dauer nicht zu erzielen vermögen. — Am 26. und 27. September wird der „Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" in Dresden tagen. Möchten recht viele deutsche Armenpflegcrvercinc an dieser Versammlung sich rege betheiligen!
Au» Studi und Knud.
Wiesbaden, 18. September.
— Gkschichtokalen-er. 13. September. 1865: Preußens Besitzergreifung von Laueuburg. 1839: ff James Graf v. Laudcrdale, hervorragender englischer Staatsmann und Schriftsteller. 1830: * Marie v. Ebner-Eschenbach in Wien, hervorragende Schriftstellerin. 1806: ff Charles James Fox, hervorragender britischer Staatsmann. 1803: * Arnold Rüge zu Bergen auf Rügen, Philosoph und politischer Schriftsteller (ff zn Brighton),. 1598: ch Philipp II. von Spanien. 81: ch Titus, römischer Karser, der Zerstörer Jerusalems.
4. Eine hngieinischr Kiiiigrsch»ll»,nik mit verstellbarer Tischplatte hatte der als Schulhygieiniker auch in Deutschland nicht unbekannte Rektor S. Akbroit aus Odessa in Rußland hierher transportirt und unseren Stadtvätern zur Ansicht vorgefiihrt, natürlich in der Hoffnung, dieselbe würde eventuell in der neuen Töchterschule am Markt zur Einführung gelangen. Unsere Herren Stadtväter haben sich die Akbroit'schc Schulbank besehen und die Einführung derselben abgclehnt. Welche Gründe für die ablehnende Haltung der Herren maßgebend waren, ist uns nicht bekannt, Wir haben keine Ursache, die getroffene Entscheidung von irgend einer Seite aus kritisch zn betrachten, trotzdem aber möchten wir bedauern, daß die Akbroit'schc Schulbank, die wir ebenfalls besichtigt haben, vollständig erfolglos weiter wandern nnißte. Unseres Erachtens hat Herr Akbroit mit seiner hvgieinischen Schulbank mit verstellbarer Tischplatte eine, vom hygieinischen und wohl auch vom praktische» Gesichtspunkt aus betrachtet, nicht zn unterschätzende Erfindung gemacht. Schon durch den Umstand, daß seine Schulbank eine Längcbank ist (diese Eigenschaft thcilcn mit ihr allerdings auch hier bereits im Gebrauch befindliche Schulbänke), zeichnet sie sich sehr vortheilhaft von den gewöhnlichen Ouerschulbänken aus. Jedes Kind erhält dadurch seine» Platz für sich. Die Gefahr, daß ansteckende Krankheiten von einem aus das andere übertragen werden, ist eine geringere, die gegenseitige Zu- flüstcrung während des Unterrichts ist unmöglich gemacht und der Lehrer kann leicht zu jedem einzelnen Kind gelangen. Der größte Vortheil der Akbroit'schen Längeschulbauk aber ist der, daß der Lehrer sowohl den Unter- wie beit Oberkörper der Schüler auf seine Haltung hi» beobachten kann, und daß durch eine sinnvolle Konstruktion der Bänke den Schüler» eine verkehrte Körperhaltung fast unmöglich gemacht wird. Die Tischplatte ist verschiebbar. sie läßt sich sowohl in passende Schreibrichtung, wie Zeichenrichtung bringen. Die Bänke des russischen Schulmanns, die übrigens schon an einer ziemlichen Anzahl Schulen zur Einführung gelangten, zeigen außerdem noch verschiedene kleine, hier
Ans guter alter Zeit.
Wie ein Märchen muthct die Erzählung an, die ein Leser der „Augsb. Abdztg." aus seinen persönlichen Erinnerungen veröffentlicht. Er spricht von konfessioneller Verträglichkeit und berichtet dabei:
Wie duldsam in meiner eigenen Jugendzeit der Verkehr zwischen den Vertretern der beiden Kulte war, dafür dürfte nacherwähnter Vorfall als nachahmungswerthes Beispiel zu erachten sein. In dem fränkischen Dörfchen M. befindet sich eine kleine protestantische Gemeinde, die in das wohl drei Stunden entfernte protestantische Dorf F. eingepfarrt war. Da ereignete es sich, daß zur Winterszeit in einer der protestantischen Familien M.s ein Mädchen im Alter von 12 Jahren starb, dessen Beerdigung also dem Pfarrer von F. oblag. Da dieser leidend war und er bei der rauhen Winterszeit durch die unwegsamen, ^ verschneiten Wälder nur mit großer Gefährdung seiner Gesundheit nach M. hätte gelangen können, so gab er dem sein Kommen heischenden Boten an den katholischen Pfarrer in M. einen Brief mit etwa folgenden Inhalts:
„Lieber Freund und Konfrater! Mit tiefer Betrübuiß er- ' halte ich soeben die Nachricht von dem Ableben des zwölfjährigen T'öchterchens des zu meiner kleinen Gemeinde in M. gehörigen WagnerincisterS R. Meine Amtspflicht ruft mich also in Dein stilles Dörfchen. Nun bin ich aber leider schon seit Wochen so leidend, daß ich gar nicht daran denken kann, den beschwerlichen Weg von hier nach M. zurückzulegcn, zumal überall tiefer Schnee liegt und auch mit Fuhrwerk schwer durchzukommen ist. Ich wende mich daher an Dich, alter
S reund, mit der Bitte, an meiner Stelle das arme Kind zum rabe zu geleiten und zu der trauernde« Familie und den
übrigen Leidtragenden bei der Beerdigung ein paar liebe, tröstende Worte zu sprechen. Ich kenne ja Dein braves Herz und weiß, daß ich als Christ feilte Fehlbitte bei Dir thue. Unserm Herrgott wird es wohl gleich lei», ob Du die Seele eines armen/ unschuldigen Kindes seiner Barmherzigkeit empfiehlst, oder ob ich es thue. Mit herzlichem Gruß Dein X."
Mit Genugthuung empfing der würdige Seelsorger der katholischen Gemeinde zu M. das Schreiben seines protestantischen Amtskollegen und war sofort bereit, dessen Wunsch zu erfüllen. Gleichzeitig bedachte er sich aber auch, daß die kleine protestantische Gemeinde seines Ortes am Grabe des Kindes wohl gern die Gebete hören würde, die der protestantische Ritus bei Begräbnissen vorschreibt. Flugs sandte er darum den Boten nochmals nach F. mit einem Brieflein, in dem es hieß:
„Von Herzen gern erfülle ich Dein Anstichen, möchte Dich aber noch um Dein litnrgijchcs Buch bitten, damit die Angehörigen Deiner hiesigen Gemeinde bei der Beerdigung des Kindes auch die Gebete zu hören bekommen, die Deine Konfession vorschreibt."
So geschah es denn, daß der katholische Pfarrer zu M. in seiner bürgerlichen Amtstracht am Grabe eines protestantischen Kindes vor der ganzen Dorfbevölkerung beider Konfessionen eine zu Herzen gehende Leichenrede hielt und zum Schluß aus dem liturgischen Buch seines protestantischen Konfraters die üblichen Gebete und auch das Vaterunser sprach. Hierüber hatte unser Herrgott gewiß seine helle Freude!
Wie her'zerfreuend war es fernerhin auf der Kegelbahn der vielbesuchten Brauerei in G., wo sich regelmäßig Donnerstags die Honoratioren der Umgegerrd trafen.
Katholische und protestantische Geistliche, Förster und Oberförster, andere Beamten und Lehrer. fanden sich hier mit ihren Familien zusammen, um ein paar fröhliche Stunden miteinander zn verleben. Wenn dann vom Thurme des nahen altersgrauen, katholischen Kirchleins die Abendglocke herabklang, trat friedliche Stille ein, alle Anwesenden zogen die Kopfbedeckungen, die Katholiken bekreuzten sich, in achtungsvollem Schweigen verharrten die Protestanten, uni wenn der letzte Hauch des Aveläutens verschwommen, klang von den Lippen der Einen der fromme Gruß „Gelobt sei Jesus Christus", mährend die Anderen ein herzliches „Guten Abend" hören ließen und der Herr Kaplan mit ausgeruhten Armen die große lissnum sanetum-Kugel derart unter die Kegel weiterte, daß der aufsetzende Junge einen entsetzten Seiiensprung machte und mit wahrem Indianer- gcheul sein „Alle" herabbrüllte.
Manchen Tarock spielte ich auch zu dieser Zeit mit dem braven Kaplan, dem protestantischen Lehrer und dessen jüdischem Kollegen in W., ohne daß je ein konfessionAler Streit die Gemüthlichkeit gestört hätte. Jeder achtete damals die Ueberzengnng des Anderen; Keiner wollte die bessere Religion haben, und Alle strebten danach, das Gute zn thun um des Guten willen.
Wo sind sie hingekommen, diese schöne Zeiten, wo der katholische Pfarrer eines anderen Simnltandorfes es wagen durfte, bei der Taufe des Erstgeborenen des protestantischen Pfarrers zu Gevatter zu stehen und die Anrede „Herr Konfrater" zwischen den Geistlichen der verschiedenen Kulten die übliche war? Das Herz blutet Einem bei dem Gedanken, wie „herrlich weit" wir es gebracht!
