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Wiesbadener Tagblatt.

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Lrrliu-WilmersborfGümtzelftr. 66. Fcrnspr.: Amt Uhland 450 a. 4o1..Tagen und Plätzen wird knne «ew-dr nbernvmmem

Montag» 26. April» morgens.

Sonder-Ausgabe.

19!5.

weitere Erfolge im Westen.

Der Tagesbericht vom 2S. April.

Mehrere Orte bei ppern genommen!

000 Engländer gefangen» mehrere Maschinsn- >ewehre erbeutet. Tine schwere Niederlage der »ranzosen auf den Maashöhen. 24 Offiziere md lbOO Mann gefangen, 17 Geschütze erbeutet.

Im Osten keine Veränderung.

YV. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. April. Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Ypern errangen wir weitere Erfolge. Das m 28. April eroberte Gelände nördlich von Ypern jurbe auch gestern gegen feindliche Angriffe behau», et. Weiter östlich festen w,r unsere Angriffe fort, türmten Ferme Solaert, südwestlich von St. f u I i e n, sowie die Orte St. I u l r e n und C erref - el a rr e und drangen siegreich gegen Grafen s- afel vor. Bei diesen Kämpfen wurden etwa 108 8 Engländer gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Em englischer G e g e n-

1 n q r i f f gegen unsere Stellung westlich von St. Julien onrde heute früh unter schwersten Verlusten ür den Feind z u ck g e s ch l a g e n

Westlich von Lille wurde cm Angriffsversuch der Engländer durch unser Feuer im Kermc er-

^Jn den Argonnrn schlugen wir nördlich von l c ft or t de Paris einen Angriff zweier französischer

^Auf°"den Maashöhen, südwestlich Combres, erlitten die Franzosen eine schwere Niederlage Wir gingen hier zum Angriff über und durchbrachen n e i n c m Ansturm tu ehre re h.nt e r ein au der ieaende französische Lmien. Nächtliche Versuche der Franzosen, uns das eroberte Gelände wieder zu ent­reißen, scheiterten unter schweren Verlusten für len Feind. 24 französische O ffrzrere, 4608 Mann lind 17 Geschütze blieben bei diesen Kämpfen tu un-

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f, e ; 9fiilh noch nicht abgeschlossen stuo. Im Lriesterwalde mißglückte ein französischer Nacht- mariff - In den Vogesen behinderte auch gestern starker Nebel die Gefechtstatigkert.

Dektlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage im Osten ist «.«verändert.

Zwei schwächliche Angriffe der Rusien, westlich Cicchanow, wurden abgewiesen..

Als Antwort für die Bombenwürfe der Rusien auf die friedliche Stadt Neidend» r g wurde der E l s e n, bahnknotenpuukt B,alystok von uns noch- mals mit Bomben belegt.

Oberste Heeresleitung.

Vas Eingeständnis der Niederlage bei Ppern.

Der französische und der englische Bericht.

W. T.-B* Paris, 24. April. (Nichtamtlich.) Amtlicher Rachmittagsbericht. Ergänzende Berichte stellen fest, unter welchen Bedingungen es den Deutschen vorgestern abend ge­lang, unsere Linie nördlich von Dp er n zwischen dem Dser- Kanal und der Straße von Poel Chapelle P® 3 rückgehen zu zwingen. Schwerer gelber Rauch ging von den deutschen Schützengräben aus. wurde vom Nord- wind getrieben und übte auf unsere Truppen e,ne völlig erstickende Wirkung aus, welche bis in die Stellungen der zweiten Linie verspürt wurde. Ein gestern unternom- mener Gegenangriff gestattete uns bereits, einen Teil des verlorenen Geländes w,ederzugewinnen. Unsere Stellung yi vollkommen befestigt. Die Kampfhandlung dauert unter guten Bedingungen mit Unterstützung der englischen und der b e l g i s ch e n Kräfte an. Der Feind unternahm Angriffe in E p a r g e s, an der Töle de V a ch e und im Walde von Apremont. Er wurde überall zurückgeworfen. Die beut scheu Angriffe südlich vom Walde von Parroy am Reichsackerkopf wurden durch unser Feuer aufgehalten, ^er Feind erlitt ernste Verluste.

W- T.-B- London, 24. April. (Nichtamtlich.) Das Kriegs amt teilt mit: Der Kampf um das Gelände zwischen

Steenstraate und Langemarck. wo die Deutschen durch, drangen, dauert noch an. Der Verlust dieses Teiles der Linie entblößte den linken Flügel der kana- bischen Division, der zum Rückzug gezwungen wurde, um mit dem rechten Flügel der benachbarten Trup. pen Fühlung zu bebalten. Im Rücken der letzteren befanden sich vier kanadische 4,7-Zoll-Kanonen. die in die Hände des Feindes ftelen. Aber einige Stunden später machten die

Kanadier einen brillanten erfolgreichen Vorstoß und erober­ten die Kanonen zurück. Sie nahmen eine beträchtliche An- zahl Deutsche gefangen, darunter einen Obersten. ^ Die Kanadier hatten große Verluste, aber ihre Tapferkeit und Entschlossenheit retteten die Lage. (Die Absicht, die eng­lische Niederlage zu bemänteln, spricht so deutlich aus dieser Nieldung, daß selbst die Landsleute Kitcheners trotz der Umhüllung nur eine bittere Pille schmecken werden.)

Der französische Kbendbericht.

W.T.-B. Paris, 25. April. (Nichtamtlich.) Amt- licher Bericht von gestern abend: Nördlich von Ypern machten dte Deutschen in der Nacht von Freitag auf Samstag und <un Samstag heftige Anstren­gung e n, um die vorgestern durch ihre erstickend wir­kenden Gase hervorgerufene Überrumpelung auszunutzen. Ihre Bemühungeri hatten keinen Erfolg. (Dazu vergleiche man die letzten deutschen Tagesberichte! Schriftl.) Bei Morgengrauen am Samstag gelang es ihnen, auf dem linken Ufer das Dorf Lizerne einzunehmen. Ein heftiger Angriff der Z u a v c n brachte uns wieder in den Besitz des Dorfes, das wir bald hinter uns ließen. Auf unserem linken Flügel schritten wir merklich vor. Im Verein mit der belgischen Armee auf unserem rechten Flügel geht es langsam vorwärts. Inzwischen waren die englischen Truppen der Gegenstand ernes heftigen Angriffs, sie erwiderten ihn mit sofortigem Gegenangriff, wovon das Ergebnis noch nicht bekannt ist. In der Chanipagne brachten die Deutschen fünf starke Minen in der Nähe unserer Schützengräben zur Ex­plosion. Trotz der Heftigkeit der Sprengwirkung wur­den die Trichter, die einen Durchmesser von 25 Meter besitzen, von unserenTruppen besetzt, die dort dem Feind zuvorkamen. Sehr heiße Kämpfe wurden im Walde von A i l l y geliefert, wo die Deutschen ihre ver­zweifelten Bemühungen verdoppelten, um 700 Meter Schützengräben, die wir ihnen entrissen hatten, wieder- zugewinnen. Nachdem wir am Morgen des 22. einen Teil dieser Gräben hatten räumen müssen, nahmen wir sie im Laufe des Tages wieder ein und behaupteten uns an dieser Stelle. Im Walde von Apremont beschoß uns der Feind heftig, griff aber nicht mehr an.

Der Jahrgang 1917 und die Kriegsflotte.

YV. T.-B. Lyon, 24. April. (Nichtamtlich,) DerNouvel- liste" meldet aus Paris: Der Marilveminister hat beschlossen, daß keine Mannschaften der Jahresklasse 1617 der Kriegs­flotte einverleibt werden sollen.

Oer Urieg gegen England.

Ein schwedischer Dampfer torpediert.

Br. Rotterdam, 25. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) AuS London wird gemeldet, daß der schwedische Dampfer Ruth" am Mittwoch auf der Reife nach Gotheburg, 100 Meilen Ruth" am Mittwoch auf der Reise nach Gotheburg, 100 Meilen vom Firth of Forth, durch ein deutsches Unterseeboot torpediert Ein brennendes und ein sinkendes norwegisches Schiff in der Nordsee.

Br. Kopenhagen, 25. April. (Eig. Drabtberichl. Ktr. Bln.) Der Dampfer .Helmer Mörch" von der dänisch-rus­sischen Dampffchiffgesellschaft, der auf dem Thne eintraf, be­richtet, er habe in der Nordsee die norwegische BarkEva brennend angetroffell. Das Schiff sei ohne Be­satzung und Boote gewesen. Ferner traf der Daulpfer die norwegische BarkOskar" in sinkendem Zustand und von der Mannschaft verlassen.

Das Eingeständnis der Vernichtung eines englischen V-Bootes.

W.T.-B. Paris, 24. April. (Nichtamtlich.) Das Journal" meldet aus London: Die Nachricht des deut­schen Admiralstabes, die besagt, daß ein englisches Unterseeboot versenkt worden sei, hat sich noch nicht bestätigt, doch glaubt nran, daß die Nachricht richtig ist.

Englische Truppen-» Geschütz- und Munitions- Transporte.

Br. Hamburg, 25. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Dln.) Die Unterdrückung des Schiffsverkehrs mit England hält an, wie denHamb. Nachr" aus dem Haag gemeldet wird. Verschiedenen Blättermeldungcn zufolge ist die eng­lische Regierung gegenwärtig mit größeren Truppen­transporten, namentlich aber mit bedeutenden Ge­schütz- und MunitionStranSporten, beschäftigt. Anscheinend sind die Oftküste Englands und der Kanal augen­blicklich von Torpedobooten ziemlich entblößt, die ver- mutlich zur Deckung von Truppenbeförderungen Verwen­dung finden.

Die Kriegsmaterialherstellung in England.

W. T.-B- London, 24. April. (Nichtamtlich.) DieTimes" erfahren, daß alle Fabriken in Lancashire, die in gewöhn­lichen Zeiten Textilniuschinen Herstellen, jetzt Kriegsmaterial fabrizieren, und zwar hauptsächlich Bestandteile von Ge­wehren.

Die fortgesetzten Kritiken derTimes" an den schaumschlägerischen Ministerreden.

W. T.-B. London, 24. April. (Nichtamtlich.) DieTimes" kritisieren in einem Leitartikel die Rede Lloyd Georges. Sie schreiben u. a.: Die Rede hatte eine gewisse Wirkung, aber nicht die richtige. Die Nation wird durch sie mehr beruhigt, als a n g e f e u e r t, die Rede verdeutlichte der Nation nicht, daß die Deutschen an den meisten Punkten im Westen eben dort stehen, wo sie vor sechs Monate» standen, und daß es ein k o st s p i e l i g e S und sch w i er i g eS Geschäft sein wird, sie zu vertreiben, sowie, daß wir von der gebieterischen Aufgabe, in Deutschland einzufallen, weit entfernt sind. Es herrscht viel mehr Freude und viel mehr irriges Kalkulieren über die britische Gesamfftärke an der Front als Nachdenken über die Hauptfrage des Verhältnisses dieser Legionen zu einer Front, die wenig über dreißig Meilen lang ist. Die Nation muß ihre Gedanken auf die gewaltigen bevorstehenden militärischen Unter­nehmungen richten. Wenn dre Minister diese Dinge betonten, würden sie mehr Erfolg haben. Der Artikel schließt: Wir

hören zuviel, auch auS halbamtlichen Quellen, über den Mangel der Deutschen an Zuversicht. Diese Theorien, wie die Berechnungen über den Mangel an Lebensmitteln in Deutschland, wirken ein­schläfernd. Zuerst haben wir daran zu denken und dar­nach zu streben, die Deutschen au§ Belgien und Frankreich zw vertreiben.

Die beiden in England geflüchteten deutschen

Dffiziere vor dem englischen Kriegsgericht.

Br. Amsterdam, 25. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die beiden deuffchen Offiziere, Leutnant Hans v. An dl er und Leutnant v. San-dersleben, die am 4. April auS einem Gefangenenlager in Wales entwichen und nach einer Woche wieder eingefangen worden waren, standen am Freitag vor dem Kriegsgericht in Chester-Castle. Andler erklärte un­schuldig zu sein und erkundigte sich, ob er gegen eine eben, tuelle Verurteilung Berufung einlegen könnte. Als dies ver­neint wurde, erklärte er, daß er gemäß deS Haager Ab­kommens nur einer DiSziplinarbestrafung unter­liege und bestritt die Zuständigkeit des Gerichts. Der Vor- sitzende erwiderte, daß der Urteilsspruch des Gerichts dem Generalkommando unterbreitet werden müsse. Schließ­lich wurde beiden Angeklagten mitgeteilt, daß ihnen das Urteil nach Begutachtung durch den DistriktSkommandanten bekannt- gegeben werde.

Die Gefahr des Bergarbeiterstreiks i« England.

YV. T.-B. London, 24. April. (Nichtamtlich.) Der cmS- führende Ausschuß des Bergarbeiterverbandes Großbritanniens hatte gestern eine Unterredung mit A s q u i t h und dem Präsidenten deS Handelsamtes. Der Ausschuß unterbreitete dem Minister ein Gesuch, die Regie, rung möge eine gemeinsame Konferenz einberufen, auf der die Grubenbesitzer und die Bergleute Großbritanniens ver­treten sein sollen. Asquith erwiderte, er werde am Montag imstande sein, eine endgültige Antwort zu geben. Die Berg- arbeiter-Konferenz vertagte sich bis dahin.

von den östlichen Rviegsschaupläh en. ver österreichisch-ungarische Tagesbericht» Ein neuer Erfolg an der Karpathenfront.

652 Gefangene.

YV. T.-B. Wien, 25. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 25. April: An der Karpathenfront wurde iin Orawa-Täle bei Koziowa ein neuer Erfolg er- zlklt. Nach tagelangen mit großer Zähigkeit durchgcführten Sappenangriffen erstürmten gestern unsere Truppen die Höhen O st r y, südlich Koziowa, gleichzeitig gelang cs den anschließenden deut­schen Truppen an und westlich der Straße Raum nach vorwärts zu gewinnen. In Summa wurden 652 Mann gefangen. Durch die Erstürmung der Höhe Ostrv und durch die Eroberung des Zwininrückeus An­fang April ist nunmehr der Feind von den verbündeten Truppen aus der ganzen, seit Monaten zu ver­teidigenden Stellung beiderseits des Orawa- Tales geworfen. In den übrigen Abschnitten der Karvathcnfront vereinzelter Geschützkampf.

In Galizien und Polen zumeist Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Grneralstabst v. Hofer, Frldmarschalleutnant.