Amtliche Anzeigen des Wiesbadener Tagblatts
1». Angust 1900. Seite 3.
JRo. SV. 2. Jahrgang.
Bekanntmachung.
Die Abänderung des Fluchtlinicnplans für den Diftrict Wein- reb hat die Zustimmung der Ortspolizeibehörde erhalten und wird nunmehr im Rathdaus, 2. Obergeschoß, Zimmer No. 41. innerhalb
der Dienststunden zu Jedermanns Einsicht osten gelegt
Dies wird aemäß 8 7 des Gesetzes vom 2. *$ult 1875, betr. die Anlequna und Veränderung von Straßen pp., mit dem Bemerken hierdurch bekannt gemacht, daß Einwendungen gegen diesen Plan innerhalb einer präclusivischen, mit dem 3. August l. di. beginnenden Frist von 4 Wochen beim Magistrat schriftlich anzubringen stnd.
Wiesbaden, den 31. Juli 1900.
De r Magistrat, v. Jbell.
Bekanntmachung.
Zur Bekämpfung der Blutlaus werden die nachbezeichneten, von der Königlichen Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim als wirkiam empfohlene Mittel zur öffentlichen Kennt»,« gebracht:
1 Das Abbürsten befallener Stellen mit denalurirtem Spiritus oder mit reinem Petroleum im Winter sowohl als im Sommer. Man hüte sich dabei, im letzteren Falle die gesunde Rinde und d,c Blätter zu ben/ven. . ... ,
2. Das Bl Heben von Wundstellen mit reinem Schweine,chmalz. Bei gröberen und tieferen Wunden muß das Schmalz möglichst tief hineingedrückt werden, um auch die versteckteren Partleen in der Wunde zu treffen. Dieses Mittel lätzt sich auch im Sommer anwenden, nur hüte man sich ebenfalls vor einer Berührung des Fettes mit der gesunden Rinde und den Blättern.
8 Abbürsten bezw. Bespritzen der befallenen Stellen mit einer Abkochung von Quassiholz. Man läßt 2 Kilogramm fein geschnittenes Quassiholz und 3 Kilogramm Schmier,estc 24 Stunden lang mit 20 Liter Wasser stehen, um dann diese Mischung 7» Stunde zu kochen und mit den übrigen 80 Liter Wasser nach dem Abgießcu tüchtig auszuspülcn. Die Lösung schädigt weder die Rinde noch die Blätter. Will man einzelne Bäume beipritzen, so empfiehlt sich dafür die Spritzkannc von Karl Platz in Ludwigshasen bei Mannheim, weiche von dem Eisenhändler M. Strauß in Ge,,enheim bezogen werden kann. Zur Bespritzung von Hochstämmen bedarf es eines Avparates mit starkem Drucke, wie lolcker von Gebrüder Blersch in Ileberlingen am Bodenscc fahrbar h-rgestellt wird.
4 Vorzügliche Dienste thut im Winter gleich nach dem Blatt- abfallc eine Mischung von einem Theile Petroleum und vier Theilen Wasser. Um diese Zeit sind die Läuse an ihrer weißen Wolle lehr leicht zu erkennen; sie werden durch das Petroleum-Wasser fofort und sicher gctödtet. Vorbedingung ist cm Apparat, der belde Flüssiqkeiten 'im richtige» Verhälinisse unmittelbar vor dem Austreten aus dem Spritzkopfc innig vermischt. Die bis jetzt brauchbarsten Avparale dieser Art liefern die Firma Maysartb u. Cie in ora»i- furt a. M. und der Schlossermeister Edel in Geisenheim. Das Petroleum-Wasser sollte aber nur im Herbste nach dem Blatrabfalle anqcwendet werden, da es, im Frühjahr gebraucht, die Knospen anzugreisen scheint. Nebenbei bemerkt wistkt dieses Mittel auch vorzüglich im Kampfe gegen Schildläuse.
Wiesbaden, den 11. Juli 1900.
Der Oberbürgermeister. In Bertr.: Mangold.
Bekanntmachung,
betreffend die gewerbliche Fortbildungsschule zu Wiesbaden.
Da vielfach die irrige Ansicht verbreitet ist, die Arbeitgeber feien nur dann verpstichtet, die bei ihnen neu eiiilretendcu fchul- pflichtigen gewerblichen Arbeiter bei dem Magistrate anznmelden, wenn ' dieselben die gewerbliche Fortbildungsschule noch nicht besuchen, so sei hiermit nochmals darauf aufmerksam «emachß da« die Arbeitgeber jeden bei ihnen neu eiutrctenden ichulpflichtigen ' gewerblichen Arbeiter spätestens am sechsten Tage, nachdem sie ihn angenommen haben, zum Schulbc„,che ber dem Magistrate, Ratyhaus, Zimmer No. 14, anzumelden haben, ganz gleichgültig, ob derselbe die Schule bereits befuchr oder nicht. Wird ein schulpflichtiger gewerblicher Arbeiter aus der Arbeit entlassen, so hat der Arbeitgeber denselben spätestens am dritten Tage nach der Gntlaffung bei dem Magistrate wieder
abzumelden-d a6mcIbunflen finb ftets unter Benutzung der vor- gcschriebenen Formulare, welche im Botenzinimcr des RathhameS. sowie im Schulgebäude. Wellritzstraßc 34, erhältlich sind, zu bewirken.
Arbeitgeber, welche die vorgeschricbeuen An- und Abmeldungen überhaupt nicht oder nicht rechtzeitig machen, werden auf Grund der statutarischen Bestimmungen niit Gcldstraie bis zu 20 Mk. oder im Unvermögeusfalle mit Haft bis zu drei Tagen bestraft.
Wiesbaden, de» 20. Juli 1900
Der Magistrat. In Vertr.: Mangold.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 14. d. M., Nachmittags 5 Uhr, soll an der oberen Frankfurterstraße aus dem Grundstücke der früheren Ercrementensammelgrube der Ertrag von ca. 50 Pflaumeubaumchen öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden.
Zusammenkunft 47* Uhr am LaugenbeSplatze.
Wiesbaden, den 8. August 1900.
Der Magistrat. In Vertr.: Korner.
Bekanntmachung.
Die Liste der stimmberechtigten Bürger hiesiger Stadt
liegt vom 15. bis 30. August d. I. im Ralhhaus, Zimmer No. 6, während der (gewöhnlichen Büreaustunden zur Ginficht offen.
Während' dieier Zeit kau» jeder Stimmberechngte gegen die Richtigkeit der Liste bei dem Magistrat Einspruch erbeben. Wiesbaden, den 11. August 1900. ^ m i . .
Der Magistrat. In Vertr.: Heh.
Bekanntmachung.
Weibliche Personen, welch- die Führung des Haushalt« bei armen Familie» während der Krankheit der Frau pp. übernehmen wollen, werden ersucht, sich unter Angabe ihrer Bedingungen nn Ratbhaus, Zimmer No. 14, alsbald zu melde».
Wiesbaden, 6. August 1900.
Der Magistrat. Armeu-Verwaltuna. Mangold.
Preise sür Naturalien und andere Lebensbedürfnisse zn Wiesbaden
vom 5. bis einschl. 11. August.
bödjit.
ßttiä.
I. Drnchtmarkt.
Hafer. .p. 100 K. Stroh. . „ 100 „ Heu . . . „ 100 „ II. Wiehmarkt. Ochsen:
I. Dual. p. 50 K.
II. „ „ 50 „
Kühe:
I. Dual. p. 50 „
II. .. .. 50 „
Schweine .. p. „ Kälber ...» „ Hammel . . ,. „
III. Victualien. Butter . . . . P. K. Eier ... p. 25 St. Handküse „ 100 „ Fabrikkäse „ 100 „ N. Eßkartoff.100 K. NeneKarroffelnp.K. Zwiebeln. . . „ „ Zwiebelii . p. 50 K. Bllinieukohl p. St. Kopfsalat . . „ „ Gurken. . . . „ „ Grüne Bohnenp.K. Grüne Erbsen „ „ Wirsing . . . „ „ Weißkraut. . „ „ Weißkraul p. 50 K. Rolbkraut. . p. K. Gelbe Iiüben „ „ Kohlrabi, obererd. Römisch-Kohl „ „ Petersilien . „ „ Zellerie . . p. St. Kirschen . . p. K. Saure Kirschen „ Himbeeren . „ „ Heidelbeeren „ „ Stachelbeeren „ „ Preißelbeeren „ „ Johannisbeeren „ Trauben. . . „ „
A-pfel.
Birnen....„„ Eine Ente ...
Wiesbaden,
Niedr.
Preis.
Al & 16- 4i—j 6150
69— 66
62 57- 1; S 1’50;
240,
in
Al -» 15 60 3 SO 6 —
68 — 64!-
60
50 8-1 — 10 —14 4 öOj
— 40
— 6 — 18
— 36
— 30 -20 —'14!
— 20;
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— 20 — 20 —{50
-50
—160
—170
-50
—HO, -50 —40 21— — 40 —150 3 50
] 54 |-
1 ll- 120
1 24
2 20 1 35 7
3 750
- 12
4
— 20 3 3
20 24 18 12
18 12 18 16 40 5 40 40 150
- 40
— 20
— 44
— 30 1-
— 16 — 16
3 —
Eine Taube Ein Habu.
Ein Huhn.
Ei» Feldhuhu Eiu Hase . .
Aal.p. K.
Hecht .»
Backfische . . . „ „ IV. Mroü «. Mehl. Schwarzbrod: Langbrod p. 0,s K.
Nuudbrod „ 0^, K.
2.
Weißbrod:
a. 1 Wafferwcck. . .
b. 1 Milchbrödchcu:
Weizeumeht:
No. 0 . p. 100 K.
» 1 • » 10g »
„ II . „ 100 „
Roggcnmebl:
No. 0 . p. 100 K.
.. l . „ 100 „
V. Ilkeilch.
Dchseufleisch: von der Keule p. K. Bauchfleisch. „ „ Kuh- o. Rind fl. „ „ Schweinefleisch „ „
Kalbfleisch .
Hammelfleisch. „ „ Schaffleisch ...» Dörrfleisch .... Solberfleffch . „ » Schinken. ..... Speck (geräuch.) „ „ Schweineschmalz . Nierensctt. .... Schwartcnuiageii: frisch ..... » geräuchert . „ „ Bratwurst ... ., Fleischwurst . „ .. eber- n. Blutwurst: frisch . . . . p. K. geräuchert
F
&
1 60i 1 60
1 401 140 2—j 1 84 l|84j 1 80 140 120 1—if— 80
l\- 1 80 1 : 60 ,
— ,96 2 —
1 60 180 1 60 140
-96
180
den 11. August 1900. Stävt. Accise-Amt.
Kirch weihe.
Das diesjährige Kirchweihfest findet am Sonntag, den ir»., Montag, den 2«., und Sonntag, den 28. August l. I., statt.
Die Vergebung der Plätze zur Aufstellung der Schau-, Würfel-, Glücks-, Kaufbuden aller Art erfolgt am Mittwoch, den 1». August I. I., Nachmittags 4 Uhr,
an Ort und Stelle. Sammelplatz: am Gasthaus .Zur Krone". ^290
Sonnenberg, den 30. Juli 1900.
Der Gemeindevorstand. Schmidt, Bürgermeister.
