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«8. Jahrgang.

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An. 363.

Fernsprecher No. 52.

Dienstag, den 7 * August.

Fernsprecher N». 52.

I960.

Abend - Ausgabe.

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Der Kampf der Diplomaten.

Von unserem Berliner E. ^.-Korrespondenten wird uns geschrieben:

Daß England schwer verärgert ist wegen Ostasien, wußte jeder Kundige auch so; es brauchte das nicht erst, wie mir gegenüber eben geschehen, von hochdiplomatischer Seite bestätigt zu werden. Neu aber ist, was mir von eben dieser Stelle als absolut sicher hingestellt wird: daß nämlich England an Japan Hülfsgelder zu zahlen ver­sprochen hat und trotz der japanischen Ableugnungen solche Gelder bereits gezahlt hat resp. zahlen wird, wenn auch zunächst nur in Form einer Anleihe. Die hiesige japanische Gesandtschaft macht auch gar kein Hehl daraus, daß Japan sich in sehr arge» finanziellen Nöthen befindet; die Staatskassen sind leer, und es fehlt ganz an der Möglichkeit, eine Anleihe noch im eigenen Laude unterzubringen. Der jetzige japanische Finanzminister hat vor Kurzem noch unterlebhaften Worten des Bedauerns darauf hingewiesen, daß die gesammten Spar-Einlagen in Japan bei den Post­sparkassen und den Banken zusammen sich nur auf 70 Millionen Jen etwa belaufen, während England bei einer gleichen Bevölkerungszahl 3600 Millionen Jen Spareinlagen aufweise, die Vereinigten Staaten 4000 Millionen, selbst die kleine Schweiz verfüge über 150 Millionen Jen Spar­einlagen. Die kritische Finanzlage des Landes hat denn auch zu neuen Unternehmungen nach außen nicht ermuthigcn können, und deshalb ging Japan sehr zaghaft an die chinesische Angelegenheit heran; nicht aus Furcht vor Ruß­land, das in Ostasien noch sehr schwach ist, sondern eben wegen seinen finanziellenNöthen. Dieselben verboten dem Lande die Absendung einer größeren Heeresmacht nach China, wo Japan vorläufig nichts weiter wünscht als einen Hafen, jedenfa lls im Iangtsekiang-Gebiet in der englischen Ein­flußsphäre, im Einverständniß mit England, und nur gegen finanzielle ausreichende Entschädigung wollte Japan allein den Zug nach Peking zur Befreiung der Gesandten unternehmen. Die europäischen Mächte hätten zu jener Zeit Japan nicht anders befriedigen, können, als durch das Ver­sprechen der Ueberweisung von chinesischen Zolleinnahmen oder der Verwaltung von Bahnen und Kanälen rc., und obschon England eingewilligt hätte, mußten die anderen Mächte ablehnen, hauptsächlich Rußland, weil Grund zu der Annahme vorlag, daß Japan dann nur Englands Stroh­mann sein würde. In Wahrheit nämlich wären jene Ver­waltungen nicht in japanische, sondern in englische Hände übergegangen, weil damals schon Englandgroßmüthig" Japan seine Börse zur Verfügung gestellt hatte. Aus dem Generalmandat Europas an Japan wurde also nichts. England aber mußte doch der russischen Macht am Pciho ein Gegengewicht geben, und so hat es anscheinend schrittweise Japan zu immer weiteren Truppensendungcn gedrängt gegen Zahlung von Subsidiengeldern und das Ver­sprechen einer Anleihe, welche Japan nöthiger ist als je. Trotzdem aber hat das Alles nicht den gewünschten Erfolg gehabt, weil namentlich Amerika nicht ins englische Horn mit stieß und Deutschland infolge der Ermordung des Freiherrn v. Kettcler sich genöthigt sah, stärker einzngreifcn: England ist deshalb schwer verärgert. Dasselbe gilt aber auch von Japan! Wenn schon weiter nichts, so hatte diese Macht doch darauf gerechnet, mit England hinter

sich eine größere Rolle spielen zu können; Japan

aber ist überall in den Hintergrund gedrängt worden.

Diese Macht sieht sich wieder dem Dreibund Ruß­

land, Deutschland und Frankreich gegenüber, dessen Ein­greifen beim Friedensschlüsse von Shimonoseki noch nicht in Japan vergessen ist, und dieser Bund ist umso stärker, als auch Oesterreich-Ungarn ganz und Italien zum großen Theil auf seiner Seite steht. Die japanische Presse beginnt auch bereits nervös zu werden. Die Negierung wird sehr richtig gefragt, wozu man denn 20,000 Mann und mehr nach China gesandt habe, wenn man in allen Fragen eine nebensächliche Rolle spielen will, und sehr mißtrauisch ist man gegenüber den starken RnstungenDeutschlands, welchem kein Mensch in Japan eine solche Macht zugetraut hat. Diese Verstimmung Englands und Japans ist es, welche die Unter­nehmung im fernen Osten lähmt und keine Einigkeit aufkommen läßt; deshalb kann man an einen baldigen Entsatz von Peking durch die vereinigten Truppen der Mächte garnicht mehr glauben, wenn nicht bald der stille Kampf zwischen englischer und festenropäischer Diplomatie ausgefochtcn ist, der sich um die Theilnahme Japans dreht. Je länger aber dieser Kampf der Diplomaten dauert, desto größer wächst die Gefahr, daß die bestehende Uneinigkeit unter den Mächten in offene Feindschaft übergeht; deshalb ist nichts sehnlicher zu wünschen, als daß von irgend einer Seite durch einen frischen Vorstoß diesem Zaudern ein Ende gemacht werde.

Italien und Frankreich.

Unser Pariser «-Korrespondent schreibt uns unterm 4. August: Es versteht sich von selbst, daß der Abscheu vor dem ungeheueren Verbrechen von Monza hier in allen Kreisen der Bevölkerung nicht minder tief empfunden wird und nicht minder lebhaften Ansdruck findet, als in allen Thcilen der civilisirten Welt. Daneben aber ruft das tragische Ereigniß naturgemäß die Erinnerung an die geschichtlichen Beziehungen wach, welche das französische Volk mit dem stamm- und sprachverwandten der Halbinsel verknüpfen, an den Antheil, welchen Frankreich an der Wiedergeburt Italiens gehabt hat, an die wasfenbrüderliche Freundschaft zu den Zeiten Karl Alberts und Viktor Emanuels, die eine Ver­schwägerung der beiderseitigen Dynastiecn von damals herbeiführte, und an die Entfremdung, vorübergehend sogar Spannung, die nach 1870, als Italien sich mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn verbündete, zwischen den beiden führenden Mächten der romanischen Rasse eintrat. Man läßt der im Inneren verfassungstreuen, nach außen friedliebenden Gesinnung des so tragisch dahingeschiedencn Königs Hnmbert, seiner persönlichen Liebenswürdigkeit und seinen hohen Regenlentugenden Anerkennung widerfahren, aber zwischen allen Kundgebungen des Bedauerns und der Entrüstung über die schändliche That, der er zum Opfer ge­fallen, dringt doch unwillkürlich auch die Feststellung mit durch, daß er kein dankbarer Freund Frankreichs war, das doch Italien geschaffen habe, daß er imGegentheil für noth- wendig gehalten habe, sich gegen Frankreichs Hegemonie- Ansprüche einen Schutz bei anderen Mächten zu suchen. Und an das Beklagen dieses Verhältnisses schließt sich von selbst die Erörterung der Frage an, ob dasselbe auch unter dem neuen Regenten fortdauern werde oder ob nicht vielleicht Viktor Emanuel III. sich vom Dreibunde zurückziehen und die Hand zu einer Wiederannäherung an Frankreich bieten werde.

Alle unbefangenen französischen Politiker erkennen an, daß die auswärtige Politik Italiens, wie sie von Crispi in die Wege geleitet und von seinen Nachfolgern fortgesetzt wurde, nicht einem dynastischen, sondern dem nationalen Willen entsprang, daß Fürst und Negierung nur thaten, was das Volk wollte. Die Italiener müssen aber am besten wissen, was ihnen frommt, das werden die, welche ihnen das allgemeine Stimmrecht als Staatsgrnndlage ge­geben haben, zu allerletzt bestreiten können. Und an den internationalen Beziehungen Italiens wird durch den Thron­wechsel nichts geändert. Mögen also auch immerhin einige phantasievolle Boulevardblätter große Hoffnungen auf die junge Königin setzen, die als Montenegrinerin im russischen Einfluß stehe und ans dem franko-russtschen Zwei­bund einen Dreibund machen helfen werde, die maßgebenden und ernsthaften Staatsmänner, die mit gegebenen Thatsachen rechnen, geben sich mit derlei Hirngespinnsten nicht ab. Sie verhehlen sich nicht, daß der Interessengegensatz Italiens und Frankreichs im Mittelmeere unverändert fortdauert und durch den diesseits beschlossenen Umbau Bizertas zu einem Kriegs- Hafen, sowie durch die auf Corsika errichleten Befestigungen nur noch akutere Gestalt annehmen wird. Ihr einziges Bestreben kann dahin gerichtet sein, durch handelspolitische Maßnahmen Italien einige Befriedigung zu gewähren und so einen leidlichen moäns vivendi hcrznstellcn. Am Drei­bund, das wissen sie, ist nicht zu rütteln: wenn er nicht bestünde, so würde Italien ihn heute Vorschlägen, denn er verbürgt ihm seine Unabhängigkeit, seinen Bestand als Großmacht und seine Zukunft, während eine Allianz mit Frankreich ihm nur Lasten auferlegen, es binden und in Schmierigkeiten verwickeln würde. Man begreift also hier, daß zwischen Franzosen und Jialicnern Alles beim Alten bleiben muß.

Deutsches Kelch.

Denkmal des Großen Kurfürsten.

In Anwesenheit des Kaiserpaares wurde gestern auf der Sparenburg bei Bielefeld ein Denkmal zu Ehren des Großen Kurfürsten feierlich enthüllt. Der Kaiser ritt vor das Denkmal und hielt folgende Ansprache:

Meiner treuen Stadt Bielefeld und meinen Ravensbergern habe ich beschlossen, zuin Dank für ihre Aufnahme und zur Er­innerung an die jahrhundcrtlangen Bande, die sie mit meinem Hause verbinden, und an dicTrcne, die sie demselben stets erwiese», das Denkmal des Großen Kurfürsten zu weihen, welches hier ausgestellt worden ist, des Fürsten, dem diese Lande, unser ganzes Vaterland und unser Haus so unendlich viel zu verdanken haben, dem seine Feinde den Namen des Großen gaben noch zu seinen Lebzeiten. Versetzen wir uns in die Zeit zurück, als der Kurfürst in ganz jungen Jahren zur Negierung kam. Was fand er vor? Zerstampfte Saaten, niedcrgcbrannte Dörfer, ein aus­gehungertes, heruntergekommenes Volk, verfolgt von allen Seiten, fei» Land war der Tummelplatz für die wilden Schaare», die feit 30 Jahren Deutschland nüt Krieg überzogen hatten, fürwahr eine Aufgabe, so ungeheuerlich und so gewaltig, daß man ihm c« hätte verzeihe» können, wenn er bei seiner Jugend davor zuriickgcschreckt wäre. Nun kam er mit seinem felsenfesten Vertrauen auf Gott und seinem eisernen festen Willen, er schweißte die Stücke seine« Landes zusammen und hob Handel und Wandel, Ackerbau und Laudwirthschaft ,»einer sürdamalsuuglaublichkurzenZeit. Er legtedie Grundlage für unseren Staat und für unsere Armee und war in der Lage, bald

quf große Erfolge zurückznblickcn. Er vermochte in Europa aus­schlaggebend aufzutretcn, sodaß von ihm der Dichter singen konnte, wen» er von einer Seite seines Reiches zur anderen eilte, um es zu schützen und zu bewachen:Das war ein schnelles Reiten, vom Rhein bis an den Rhin, das war ein heißes Streiten am Tag von Fehrbellin." Und alle diese Thaten schließen sich in einer Folge aneinander, hervorspringend aus seiner Hoffnung, ein großes ge­waltiges nordisches Reich zu gründen, welches dereinst dazu dienen sollte/ das deutsche Vaterland wieder zusanunen zu führen. So schnell bauen sich Weltreiche nicht auf; aber den Grund und Eck­stein hat er dazu gelegt und die gewichtigen Hammerschlägc, die er dazu gethan, haben für mich eine feste Basis geschaffen. Welche hohe Freude war es für ihn, wenn er inmitten seiner RavenSberger auf dieser von ihm so geliebten Burg den Blick auf das schöne Land hinausschweifen lassen konnte, für dessen Wohl und Wehe er an­gestrengt arbeitete und dessen fortschreitende Älüthe ihn beglückte. Welche' Freude war es für ihn, hier seine Dragoner zu sehen, auf seinen Reisen auf dem damals noch so fern liegenden westlichen Laude, welches er erworben und zu halten und zu schützen ge­schworen hatte. Wie anders ist es jetzt: Aus dem von ihm begründeten Staate hat sich das Königreich Preußen entwickelt und durch Preußen ist das Deutsche Reich zusammengeführl und -geschlveißt. Der große Kaiser, des großen Ahnen großer Nachfolger, hat das ausgeführt, was der Andere sich gedacht. Woher ist cs wohl möglich gewesen, daß bei dem kurzen Rückblick ans die Geschichte unseres Landes und Hauses diese wunderbaren Erfolge unseres Hauses zu verzeichnen sind? Nur daher, weil ein jeglicher Hohenzollernfürst sich von Anfang an bewußt war. daß er nur Statthalter auf Erden ist, und daß er Rechenschaft abzulegen hat von seiner Arbeit vor einem höheren König und Meister, daß er ein getreuer Arbcitsführer sein muß im Allerhöchsten Auftrag. Daher auch die felsenfeste Ucberzeuguug von der Mission, die jeden einzelnen meiner Vorfahren erfüllte. Daher die unbeugsame Willenskraft, das durchzuführen, was mau sich einmal zum Ziel gefetzt hat. (Bravo.) So möge es denn auch mir vergönnt sein, zum Wähle nicht nur des gesammten Reiches, sondern auch gerade dieses schönen Ländchens denselben Fußtapfe« zu folgen, die dieser große Ahn uns vorgezeichnet hat. (Bravo). Mir ist es vielleicht vergönnt, den Theil seines Traumes ans- znfülleu, der durch die späteren Kämpfe in unserer Entwickelung znrücktrcten mußte, den Weg über die Seel Was damals der Große Kurfürst nur angedentet und begonnen, das vermögen wir jetzt im Großen aufznnehmcn, weil wir ein geeintes großes deutsches Vaterland haben. (Lautes Bravo.) Wir haben es jüngst erlebt; deutsche Heere unter dem Schutze deutscher Fahnen ziehen hinaus, bestehend au« Gliedern und Söhnen unseres Vaterlandes, aus allen Gauen von den Schären des Belt bis zum Wasgau, gemeinsam für die schwarz-weiß-rothe Fahne zu kämpfen, die Größe und den Ruhm unseres Vaterlandes im Ausland zu besiegeln, zu zeigen, daß der Arm des deutschen Kaisers auch bis in die entferntestenTheile derWelt reicht (Bravo!). Alles dieses wäre unmöglich gewesen ohne den Großen Kurfürsten und sein Werk, und deswegen hoffe ich, daß auch ein jeder meiner Unterlhanc» von demselben Geist beseelt, in dem­selben Sinn an seiner Ausgabe fortarbeiten wird, mir zu helfen. Einem Jede» ist seine Aufgabe und sein Ziel gesetzt, und wenn Jeder es so auffaßt, wie der Große Kurfürst und wie alle aus meinem Hause, in der Ueberzeugung, daß er verantwort­lich ist und dereinst oben Rechnung ablcgen muß von dem, was er gethan, dann bin ich fest davon überzeugt, daß unserem deutschen Vaterlnudc noch große Zeiten bevorstehen! (Anhaltendes Bravo!) Daun werde ich unbekmumert um die dunklen Wolken, die über uns dahin ziehen, wie einst Eberhard der Greincr von nieinen Ravensbergeru sagen, daß ich unbekümmert einem Jeden von ihnen mein Haupt in seinen Schooß -egen kann." (Lang an­haltende stürmische Bravo- und Hochrufe!)

Sodann siel unter den Klängen der Nationalhymne die Hülle. Der Oberbürgermeister sprach hierauf den Dank der Stadt Bielefeld ans und reichte dem Kaiser den Ehrenirunk dar. Der Kaiser trank unter den jubelnden Zurufen der Menge mit den Worten:Der Graf von Ravensberg den Ravensbergern", und pflanzte nunmehr an der Ostseite des Denkmals eine Eiche, die er vor Jahren im Garten des Geh. Raihs Hinrpeter als Reis gesetzt hatte.

Negierung, Anarchismus und Socialdemokratie.

Es ist selbstverständlich, daß die obersten Polizeibehörden in der ganzen civilisirten Welt gegenwärtig, nach der Er­mordung König Humberts und nach der Ankündigung weiterer Schreckcnsthaten aus Amerika, ihren Sicherheits­dienst verschärfen, ihre Vorkehrungen zur zweckmäßigsten Ueberlvachung der politischen Verbrecher einer sorgfältigen Prüfung und Ergänzung unterziehen und den gewiß schon engen Zusammenhang zwischen den Centralstellen der ein­zelnen Länder noch intimer, noch gelenkiger und leistungs­fähiger gestalten. Von dieser Thätigkeit dringt ebenso selbstverständlich nichts in die Ocffenllichkeit, aber es wird keinen Verständigen geben, der das bedauern möchte. Wie vcrhältnißmäßig geschickt die Polizei sich diesmal (nur leider zu spät) in die Hände gearbeitet hat, ersieht man ans der Schnelligkeit, mit der die Aufdeckung der anarchistischen Organisation gleichzeitig in Italien, .in London, in Nordamerika, in Argentinien und in Triest gelingen konnte. Der Nachrichtendienst und die ganze Form des fortlaufenden Austausches gegenseitiger Informationen scheinen hiernach ordnungsmäßig eingerichtet zu sein, und was noch etwa fehlen mag, wird jetzt nach Möglichkeit nach­geholt werden. Nun hat man aber nicht den Eindruck, als ob es den Negierungen viel darauf ankomme, in welcher Form sie von der Gesetzgebung zur Bekämpfung der anarchistischen Gefahr ausgerüstet werden. Nirgends bisher sind durch die offiziöse Presse Kundgebungen erfolgt, die darauf schließen lassen dürften, daß die betreffende Negierung die Ge­setzgebung ihres Landes oder eine internationale Gesetzgebung in Bewegung bringen möchte, W besondere Vollmachten

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