Wiesbadener Tsgblstt.
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Der Anfstand in China.
Gerade die Mittheilung des britischen Gesandten Macdonald vom 4. Juli erscheint nach unserer Auffassung als geeignet, die Zweifel an den chinesischen Versicherungen zu verstärken. Nach allen früheren Meldungen, bereu traurige Wahrscheinlichkeit durch keine spätere Nachricht erschüttert worden ist, hat der Entscheidungskmnpf gegen die britische Gesandtschaft am 7. oder 8. Juli stattgefunden und mit der Nieder- metzelung aller Fremden geendigt. Der Nothschrei der in jenem, nachträglich von den chinesischen Beamten durch- gelaffenon Briefe von Macdonald ansgestoßen wird, die verzweifelte Loge, in der sich nach seiner Schilderung die Fremden befinden, die furchtbar große Verlustliste, dies Alles macht es wenig wahrscheinlich, daß sich die
eingeschlossenen Fremden bis zum 18. Juli oder gar noch darüber hinaus gehalten haben sollen.
Das 'Mißtrauen in die chinesischen Angaben muß wachsen, wenn die letzten Nachrichten zutresfen, die jener Läufer überbracht hat, der Peking am 14. Juli verließ. In dieser Meldung wird schon wieder beinahe Alles zurückgenommen, was bis dahin chiuesischerseits zur geschickten und vielleicht nicht ganz - erfolglosen Herbeiführung von Gegensätzen unter den Mächten verbreitet worden war. Atterdnigö wäre die Kühnheit, die ganze.civiiisirte Welt anzulügen, so maßlos, daß man dies psychologische Moment immerhin als Unterstützung der Hoffnungen gelten lassen möchte. Aber die Thatsachen an sich enthalten keine Beweise für die chinesischen Behauptungen.. Man hat ferner nicht d-e geringste Sicherheit, daß die angeblichen .Noien und Telegramme des Kaisers von China wirklich von dem legitimen Herrscher herrühren. Seine Unterschrift kann gefälscht sein, irgend wer, vielleicht Prinz Tuan, kann, diese Kundgebungen in die Welt ergehen lassen, und unbedingter Ziveifel bleibt somit auch nach dieser Richtung hin Pflichr, so lange nicht einer der eingeschlossenen Europäer direkte Nachrichten nach der Heimach hat senden können. Die Antwort dcö Präsidenten Mac Kinlcy auf das Vermiltlungsgesnch aus Peking ist nicht so entgegenkommend ausgefallen, wie nach der Voranzeige befürchtet werden nmßie. Allerdings läßt diese Antwort die Forderung d»r Sühne für das begangene Verbrechen des Gesandtcnmords vermissen und ihr Ton ist wesentlich freundlicher, als die Antworten des Kaisers von Japan und des Ministers Delcasss waren, von der Note des Grafen Bülow garnichk erst zu reden. Indessen stellt 'doch auch Mac Kinley die Vorbedingung, daß die Negierung in Peking zunächst den Gesandten gestatten nintz,
in Verbindung mit den Mächten zu treten. Wenn
sich der Präsident der Vereinigten Staaten sodann bereit erklärt, die Vermittlung mit Zustimmung der übrigen Mächte -zu übernehmen, so konnten die chinesischen Machthaber aus dieser Wendung immerhin entnehmen, daß eine Sprengung der Solidarität der Mächte nickt schon heute oder morgen eintreten wird. Aber wer weiß, ob das Manöver übermorgen nicht doch gelingt! Man kann sich nicht verhehlen: Es gehört Wohlwollen dazu, um in der Note des amerikanischen Präsidenten nicht das zu finden, was Schwarzseher in ihr zu finden behaupten, nämlich den Versuch, eine amerikanisch-chincsischeJnteresscngemeinschaft hcr- zustellen; es würde das nicht übel in die Politik der freienHand passen, die Herr v. Brandt soeben erst als das Kennzeichen der amerikanischen Chinapolitik angegeben hat. Die Einigkeit der Mächte magnoch bestehen, aberwarumwillesdannnicht gelingen, eine Verständigung Über die Frage des Oberbefehls herbci- zuführen? Mindestens in diesem Punkte trauen die Kabinette einander nicht über den Weg, und man muß wohl sagen: die Verhältnisse liegen so, daß der künftige Oberbefehlshaber die Wahl hat, entweder ein Operettcn- general oder eine tragische Figur zn werden. Dieser unglückliche Militär, der sich noch nicht gefunden hat, würde Untergebene haben, die ihm nur gehorchen dürften, wenn ihre Negierungen cs ihnen erlauben. Und sie werden cs nicht erlauben, wenn ihre Interessen andere sind als diejenigen der Macht, die den Oberkommandeur gestellt hat. Dabei sind noch nicht einmal die Eifersüchteleien berücksichtigt, die unter Generalen verschiedener Nationalität mit derselben Selbstverständlichkeit, wie sie unter Primadonnen herkömmlich ist, obwalten werden. Die Chinesen ziehen ihre größte Stärke aus der Einheitlichkeit ihrer Nationalität und ihrer Führung. Wie unendlich schwer die Einheitlichkeit auf Seiten der „Verbündeten" herzustellen sein wird, das lassen die unerfreulichen jüngsten Meldungen über die Zänkereien zwischen Russen, Engländern und Franzosen in Tientsin erkennen. Es fehlt nicht viel daran, daß der russische und der englische Admiral der Welt das Schauspiel eines vielleicht ganz reellen Kampfes um die Herrschaft über die Eisenbahn nach Peking geben. Dafür ist natürlich gesorgt, daß die Chinesen das erfahren, und man kann sich denken, wie ihr Respekt vor den Mächten sinken muß. Diese unerquicklichen Reibungen gestatten einigen Zweifel an der wie eine dekorative Zuthat sich ausnehmenden Hinzusügung, daß der Vormarsch nach Peking vielleicht schon Ende dieses Monats angetreten werden wird.
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Das Schicksal der 2k,Slii«dcr.
t>S. Berlin. 25. Juli. Der „Lokal-Anzeiger" meldet ans Paris: Die Lazaristen nnd Trappistcn, welche m der suduchen Mandschurei Niederlassungen besitzen, erhielten die offizielle Anzeige, das; daselbst hundert Missionare maffacrirt wurden, offenbar von jenen Banden des Prinzen Tnan, welche nach der Niederlage von Tientsin gegen Norde» zogen und den flüchtenden Missionaren begegneten.
Die Eifersucht der Mächte.
hd. Krrli», 20. Juli. Nach einem Telcgrannn aus London wird ans Tientsin genieldct: Die Russen beabsichtige», die ganze Eisenbahnlinie von Ta'ku bis Peking unter ihre Kontrolle zu nehmen, und zwar bis gitr Einstellung der Feindseligkeiten. Die Engländer sind entschieden dagegen und haben alle Hebel in Bewegung gelebt, zusammen mit den Amerikanern die Kontrolle der Eisenbahn sich
selbst zu sichern. Die Franzosen bemühen sich, im Einvernehmen mit den Russen die ganze Flußschiffahrt an sich zu bringen. Die Engländer, an ihrer Spitze Admiral Sehmour, sehen ihre Interessen ernstlich bedroht.
Vermittlungsversuche.
bä. London, 26. Jirli. Ein Telegramm des amerikanischen Konsuls in Shanghai berichtet, L,-Hung-Tschang habe Shanghai nicht verlassen und werde es auch nicht thun. sondern er wird di« Unterhandlungen zwischen den Großmächten nnd der chinesischen Regierung in Shanghai führen. Der amerikanische Konsul ist der Ansicht, daß Li-Hung-Tschang, eingeschuchtcrt durch die Haltung der Großmächte, von einer Weiterreise nach Peking abskeht.
Das deutsche ExpeditionScorps.
bä. Kerlin, LS. Juli. Zn dem morgen stattfindenden Ausmarsch der ersten und zweiten Eskadron des ostastatischen Reiter- Regiments erließen der Oberbürgermeister und der Stadtverordneten- Vorstcher von Potsdam einen Aufruf an die dortige Bürgerschaft, in welchem zur Ausschmückung der Häuser und zu zahlreichem Geleit zum Bahnhof aufgefordert wird. Der Ausmarsch dürfte Abends zwischen 7 und 8 Uhr erfolgen. Die erst am 3. August auö Potsdam au«rückcnde dritte Eskadron wird die scheidenden Kameraden zum Bahnhofe begleiten. Dienstag Vormittag besichtigte Prinz Fnedrich Leopold als General-Inspekteur der 4. Kavallerie-Inspektion auf dem Bornstedter Felde die ostasiatischcn Reiter. — Der Eisenbahn- Transport des in Spandau znsammcngestellten Feld-Lazarcths für die Chinatruppen hat begonnen und ist mit morgen Abend beendet. Das Sanitäts- und Mannschafts-Personal rückt morgen Nach- mittaq 5 Uhr ab. Die Verladung findet in Bremerhaven auf dem Transportdampscr „Batavia" statt. — Die in Spandau zu formircnde Proviant-Kolonne mit den Feldbäckereien tritt bte Fahrt erst Anfang August an.
bä. Berlin, 26. Juli. Der Kaiser trifft heute Abend in Bremerl>avcn ein und gedenkt bis zum 4. August daselbst zu verweilen, um sämmtliche nach China gehenden Truppen zu entlassen und den neu gebildeten Bataillonen Fahnen zu verleihen. — Die Besichtigung der Kieler Freiwilligen durch den Brigade-Kommandeur General-Major v. Groß fand nach einem Bericht des „Lokal- Anzeigers" gestern auf dem Döberitzer Truppen-Ucbungsplatz statt. Unmittelbar hieran reihte sich die Verladung der Sachen und Gepäckstücke fiir den sofortigen Gebrauch. Heute Nachmittag i'i? Uhr erfolgt die Abfahrt nach Bremerhaven. — In Gegenwart des General-Inspekteurs der Fuß-Artillerie, General der Artillerie Edler von der Planitz, fand auf dem Schießplätze bei Jüterbog ein Scharfschießen der ersten schwere» ostasiatischen Haubitzen- Fuß-Batteric statt Nack der Ucbung hielt der General-Inspekteur eine Ansprache an die Mannschaften, in der er hervorhob. daß cs eine Ehre für sie sei, das Wort des Kaisers wahr zu niachen nnd den schnöden Völkerrechtsbruch im fernen Osten zu rächen. Am 27. d. M. >vird die Balteric in Wilhelmshaven cingeschifft.
Der telegraphische Verkehr mit dem deutschen ostasiatischen Expeditionskorps.
Berlin, 25. Juli. Der „Verl Korrcsp." zufolge traf da? Rcichspostamt im Einvernehmen mit dem Kricgsmimsteriuin und dem Reichsmarineamt eine Einrichtung, die den telegraphischen Verkehr vom ostasiatischen ExpeditionScorps nach der Heiiuath zu mäßigen Sätzen, in gewissen Fällen sogar unentgeltlich ermöglicht. ' Ein Verzeichnis; von etwa 100 Nachrichten, für die während des Kriegszustandes erfahrungsgemäß ein allgemeines Bcdürfmß vorlicgt, ' wurde aufgestellt. Jede dieser Nachrichten hat fortlaufende Nummern, außerdem erhielt jeder Soldat des Expedltwns- corps eine Nummer, worunter sein Name und eine von ihm bestimmte Adresse in der Heimath eingetragen ist. Das Feldtelegramm des Soldaten besteht' also aus zwei Zahlen, nämlich der Telegraphennmnmcr des Absenders und der Nummer der zu übermittelnden Nachricht. Diese Nachrichten werden täglich gesammelt und zn einem Telegramm zusammcngestcllt, das täglich an das Haupttelegruphenamt in Berlin übermittelt wird. Hier werden die Einzcltelegramme wieder übersetzt und den Adressaten zugestellt. Für solche Nachrichten nach der Heimath zahlen Offiziere sechs, Unteroffiziere und Mannschaften drei Mark. Bei Nachrichten, die sich auf Verwundungen nnd Aehnlichcs beziehen, will die Milttar- bezw. Marschverwaltung die Kosten tragen, sofern die Rothwendrg- I feit einer Nachricht von dem Vorgesetzten des Absenders anerkannt
Die Frauen im serbischen Königshaus^.
Es ist merkwürdig, welche bedeutende Rolle die Frauen in allen politischen Wandlungen Serbiens gespielt haben, seitdem dieses Land von der Familie Obrenowitsch regiert wird. Auch das Schicksal des Königs Alexander, der trotz seiner vicrundzwauzig Jahre bereits eine politische Vergangenheit hat, scheint sich jetzt durch eine Frau erfüllen zu wollen.
Der Begründer dieser Dynastie war, wie man weiß, der Bauer Milosch Obrenowitsch. Milosch war nach unseren Begriffen ein ungebildeter Mensch, da er weder lesen noch schreiben konnte. Die Rcgierungsdekrete pflegte er nach Analphabetenart mit drei Kreuzen zn zeichnen. Nichtsdestoweniger war er ein Mann von großer Tapferkeit und vieler Begabung, ein geborener Staatsmann und Organisator.
Seine Frau, die Knjäsin Militza, war ihm durchaus ebenbürtig. Ebenfalls einer Bauernfamilie entstammend, war sie voller Thatkraft und überaus muthig, dabei politisch sehr rege; sie unterhielt sogar oft hinter dem Rücken des fürstlichen Gemahls Beziehungen zur Opposition. Sie wußte, daß der Fürst cs mit verehelichen Treue nicht allzu genau nahm. Darüber setzte sie steh aber in der Regel hinweg; nur durfte es zu keinem Skandal kommen. Eines Tages brachte sich Fürst Milosch ein hübsches „Stubenmädchen" von Auswärts mit, mit dem er vor Aller Augen 'eine Liebelei anfing. Fürstin Militza verbot dies der Schönen, und als diese trotzdem dem Fürsten ihre Gunst zuwandtc und damit noch prahlte, schoß die beleidigte Militza das Mädchen nieder und verließ das Haus. Milosch gerieth in Wuth, als er von dieser schrecklichen That erfuhr; er eilte der Fürstin nach und schwor hoch ilind thcuer, er werde sie Niederschlagen, wann und wo er sie treffe. Jndeffen floh die Frau nicht weit. Kaltblütig wartete sie den erzürnten Gatten ab und deutete ihm läckelnd an, daß er höchst wahrscheinlich den sehnsuchtsvoll erwarteten Stammhalter mit erschlagen werde. Milosch war besänftigt; er küßte der muthigen Gattin die Hand und brachte sie in fein Haus zurück.
Als kluge Frau hörte aber Frau Militza nicht auf, mit den Gegnern ihres Mannes, denen sein strenges und eigennütziges Regiment verhaßt war, zu iutriguircu. Sie hätte es — so schreibt der „Berl. Börs.-Cour.", dem wir diese interessanten Erinnerungen entnehmen — gern gesehen, wenn Milosch zur Abdankung . gezwungen worden wäre und sie die Regentschaft für den ninnündigcn Erben hätte führen dürfen. Endlich war die Sache so weit gediehen, daß die Skupschtina den Fürsten Milosch absetzte. Seine Erklärung vom 12. Juni 1839, daß er zu Gunsten seines nachher jung verstorbenen Sohnes Milan abdanke, wurde mit dem Bescheids angenommen, daß er und die Fürstin das Land zu verlassen hätten.
Bekanntlich wurde der alte Milosch Obrenowitsch, nachdem mittlerweile die verlotterten Karagcorgewitsch völlig abgewirthschaftct hatten, am 23. Dezember 1858 wieder auf den Thron Serbiens berufen. Er starb am 26. September 1860.
Sein zweitäktestcr Sohn Michael, der bereits nach der Thronentsagung seines Vaters im Jahre 1839 und nach dem Tode seines älteren Bruders Milan (dieser starb am 8. Juli desselben Jahres) kurze Zeit regiert hatte, übernahm die Regierung zum zweiten Male nach dem Ableben seines Vaters. Er war mit einer Gräfin Hunyadi vermählt. Die Ehe war aber nicht glücklich, sie blieb auch kinderlos. Indessen war doch der Fürst eine zu fein gebildete Natur, um öffentliches Aergerniß zu geben. Seme Gemahlin lebte getrennt von ihm in einem Badeort, und es ist eine Verleumdung, wenn ihm eine Liebelei mit seiner Cousine nachgesagt wird,' die mit ihm gleichzeitig im Park von Toptschidcr am i.0. Juni 1868 ermordet wurde. Eine zweite Dame, die gleichfalls von den Kugeln der Mörder getroffen worden war, kam mit dem Leben davon. Sie trug noch 25 Jahre später di- irgendwo rn ihrem Körper eiwgekapselte Kugel mit sich herum, „als ein abschreckendes Beispiel serbischer Grausamkeit in der Politik", wie sie sich auszildrücken pflegte. Wie wenig Wahrheit an dein Gerede von dem Licbesverhältniß des Fürsten mit seiner Cousine war, z-rgtc das Benehmen der Fürstin, als sie dieMchricht von der Schreckkns- that in Toptschidcr vernahm. Ihr Arzt hatte davon in der Zeitung
gelesen imd eilte zu der Fürstin, um zu erfahren, ob sie bereits von dem Morde gehört hatte. Diese, der ebenfalls die Mordthat mit- getheilt worden war, empfing de» Arzt mit Entsetzen: „Was sagen Sie zu dieser Belgrader Gemeinheit?" war das Einzige, was sie hervorbringcn konnte.
Unter der allgemeinen Entrüstung, die damals in Serbien herrschte, reiste Jowan Ristitsch, der die Ermordung Michaels während einer Reise im Auslände erfahren hatte, nach Paris, wo sich damals Milan, ein Großneffe des Fürsten Milosch, befand. Er nahm den vierzehnjährigen Schüler und brachte ihn nach Belgrad, wo er am 2. Juli 1868 zum Fürsten proklamirt wurde. Milans Vater, Milosch Obrenowitsch, war ein kranker Mann, während die Mutter, eine Cousine Miloschs, Maria Obrenowitsch. sich sehr lebenslustig gebärdete; sie trat offenkundig als die Geliebte des Fürsten Rusa von Rumänien auf, und böse Zungen behaupteten, Milan sei bloß eine Erfindung des alten Jowan Ristitsch, da seine Abkunft vom Hause Obrenowitsch sehr zweifelhaft wäre. Noch bösere Menschen pflegten bei diesbezüglichen Gesprächen die Achsel zu zucken und zu sagen: Von einem Zweifel könne in diesem Falle gar keine Rede sein.
Der junge Fürst erwies sich in sehr jungen Jahren als großer Verehrer des weiblichen Geschlechts. Der soeben von der Negierung zurückgetrcteue vr. Wladan G-orgewitsch war damals der Leibarzt des noch minderjährigen Fürsten, für den Jowan Ristitsch die Regentschaft führte. Ein junges Mädchen aus kleinbürgerlicher Familie in Belgrad trat bald als künftige Fürstin von Serbier auf und rühmte sich überall ihres Verhältnisses zu Milan. Abo Ristitsch verstand keinen Spaß, mit rauhem Eingriff zerstörte e den Liebesroman. Erst als Milan volljährig wurde, durfte ev; einundzwanzig Jahre alt, am 17.Ottober 1875 Fräulein Natalie K e s ch k o heimführcn. Es war dies eine Liebesheirath. da Fräulein Keschko blendend schön war und eine sehr gute Erziehung genossen hatte. Mütterlicherseits gehörte sie zu einer vornehmen Bojarenfamllie aus Rumänien, die den Titel Fürst führen durfte. Auch bekam sie eine sehr hübsche Mitgift, die man auf Millionen schätzen durste.
