«8. Jahrgang.
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K«. 328.
Fernsprecher Ro. 52.
Mittwoch, den 18. Inli
Für die Aufnahme später eingercichter Anzeigen zur
Fernsprecher No. 52. 1900.
Morgen -Ausgabe.
(Nachdruck verboten.)
Ferienpolitik.
Unser Pariser v.-Korrespondent schreibt uns unterm 15. ds.: Das Nationalfest und die dazugehörige Truppenschau auf dem Rennplätze von Longchamp sind glücklich ohne oie in Aussicht gestellt gewesenen Straßcnkämpfe verlaufen. Es ist wohl da und dort zu vereinzelten Reibungen zwischen Nationalisten und Socialdcmokraten gekommen, bei welchen bald die einen, bald die anderen mit blutigen Köpfen heimgeschickt wurden. Eines der Opfer der überhitzten Kampfesstimmung war der Pariser Gemeinderath Dubuc, der seine Berühnitheit und sein Mandat dem Umstailde verdankt, daß er in das Komplott Doroulöde, Buffet und Konsorten verwickelt war. Er wurde zwar freigesprochen, aber ein vor dem Staalsgericht verlesener Brief von ihm enthielt die Weisung, am Tage der Entscheidung „in aller Stille so vielen Republikanern als nur möglich das Gehirn auszuleeren". Diese Gesinnung machte Dubuc in den Augen gewisser Pariser Republikaner zum Muster eines Stadtvaters. Gestern aber war der schneidige Politiker nahe daran, die unangenehme Schallcnseite der von ihm empfohlenen Taktik zu erfahren und sein eigenes bischen Centralnervensubstanz zu verlieren. Er begegnete nämlich nach brr Truppenparade im Gehölz von Boulogne einem seiner Kollegen von der Linken des Gemcinderalhs, der zu ihm sagte: „Nun, Sie haben uns heute alle massakriren wollen?" Dubuc gab eine etwas schroffe Antwort, und sofort flog ihm ein Promenadenstuhl aus Eisenblech an den Kopf. Zum Glück sind diese Stühle von so leichtem Material und so schlechter Arbeit, dast das Geschoß zerbrach, das Ziel aber ganz blieb und die Blutung in einer nahen Apotheke gestillt werden konnte. Eine seltsame Ironie der Geschichte wäre es immerhin gewesen, wenn das nationalistische Rezept gerade am Arzte zuerst angewandt worden wäre. Bon diesen und anderen kleinen Raufhändeln abgesehen, ist aber der Tag in voller Fröhlichkeit und Friedfertigkeit verlaufen. Bor die Wahl gestellt, entweder „Vivo l’Annee!“ oder „Vive la Republique!; 1 zu rufen und in dem einen wie dem anderen Falle Prügel zu bekommen, verfielen die Pariser Burger auf die sinnreiche Idee, sich beide Ausrufe möglichst oft nach Herzenslust zu leisten und so beiden kämpfenden Parteien gerecht zu werden. Das haben sic jenem biederen Darmstüdtcr Achtundvierziger nachgemacht, der, aufgefordcrt, zwischen dem Großhcrzog und der Republik zu wählen, erklärte, er wolle beide haben. Der Geschäftssinn und die Lebensfreude haben gestern über den Parteihadcr gesiegt. Die „Politik der Wurstigkeit" hat sich stärker erwiesen, als Socialismus und Nationalismus zusammengenommen, und diese Politik wird wohl für die nächsten Monate de» regierenden Staatsmännern maßgebend sein. Wenn diese nicht durch ihre allerdings unermüdlichen, unternehmungslustigen Gegner mit neuen
(Nachdruck verdoten.)
Die Geschichte van Ki-Hnng-Tschang.
Von C. Loqnitz.
Wer Li-Huug-Tschang ist, weiß heutzutage Jedermann. ES hat den Anschein, als ob er auch in der gegenwärtigen KrisiS zum Netter seines Vaterlandes berufen wäre, und wenn einmal eine auch die gelbe Rasse umfassende Weltgeschichte zu Stande kommt, weil dieser Staatsmann, dessen Wirkungskreis größer gewesen ist als der jedes anderen, zu den imponirendsten Persönlichkeiten gerechnet wird, die je existirt haben. Weniger bekannt sind seine Anfänge, die wir hier erzählen.
Wie Li emporkam.
Es lebte einmal in einem kleinen Dorf der chinesischen Provinz Anhui ein ganz armer Arbeiter, der den ganz gewöhnlichen Namen Chang oder Chen hatte, etwa so viel wie Müller oder Schnitze bei uns. Der Mann hatte zwei Söhne, Han und Hung, und als diese 6 bis 8 Jahre alt waren, sta-b er.
Nachdem die Trauerzeil vorüber mar, verheirathete sich die Mutter wieder mit einem Lilteraten, der in besseren Verhältnissen lebte. Dieser erzog seine Stiefsöhne auf die beste Weise, und als sie 20 Jahre alt waren, bestanden sie beide ihr erstes Examen mit Glanz. Sie nahmen darauf ihres Stiefvaters Li Namen an, dem sie keine Schande gemacht.
Der ältere der Beiden, Li Hang-chang, nahm im Jahre 1894 nach einer mehr als 50-jährigen, verdienstvollen Thälig- keit als Vicekönig von Kanton seinen Absckied, und der jüngere, Li-Hung-Tschang — er könnte heute auf dem Drächenthron sitzen, wenn er es gewollt hätte.
Li-Hung-Tschangs Laufbahn bis zum Vicekönig der Provinz Pechilhi war in Kurzem folgende:
Als der junge Aspirant seine Studien im Jahre 1849 abgeschlossen hatte, begann gerade der große Taipinger-
Herausforderuiigen gereizt und zu Vertheidigungsmaßregcln geradezu gezwungen werden, so dürften die Ferien, soweit die innere Politik in Betracht kommt, 'sehr ruhig verlaufen. Die republikanische Partei ist im Vortheil des 8tatn8 guo; so lange man sie nicht anö ihrem Besitzstände zu verdrängen sucht, zeigt sie sicü gerne bvn seixnour und kennt keine Kampflust. Die massenhaften Begnadigungen von Vcr- urtheilten der bürgerlichen und Militärgerichte, die der Präsident Loubet auf Vorschlag seiner Minister znm Nationalfeste gewährt hat, sind in dieser Beziehung sehr bezeichnend. Wir stehen also im Zeichen der „Ferienpolitik". Sowohl die Kammern sind geschlossen, als die Gerichtshöfe, alle Untersuchungen sind vertagt, alle drohenden Gesetzentwürfe aus die lange Bank geschoben. Wenn jetzt die Oppositionsparteien klug sind und sich recht still und ruhig verhalten, wird der streitbare Theil der Repnblikaner, der im Hiebe die beste Deckung erblickt, bald große Unzufriedenheit über die Lauheit derRegierung kundgeben, und eine Spaltung der Regierungspartei wird unvermeidlich. Allein zum Glück für die letztere sind eben ihre Gegner nicht klug. _
Aus Kindt litiD £nn&.
Wiesbaden. 18. Juli.
Di« Witterungökunde in Wiesbaden.
Unter obiger Uebcrschrift erschien im „Rh. Kurier" No. 193 (15. Juli) ein von vr. F. B. verfnßtcr Artikel, der u. A. enthält: „Seit Mai d. I. ist Wiesbaden als Bcobochtungso: t aus der Reihe derjenigen Stationen ansgeschieden, deren Aufzeichnungen täglich in den Berichte» der Dentschen Seewarte zu Hamburg veröffentlicht werden. Es ist da« im Interesse unserer Stadt umso mehr zu bedauern, da sie, abgesehen von einigen Stationen der Küste, den einzigen Kurort darstellte, der sich in jener Reihe befand. Möge diese Thätsachc denn die Anregung geben, uns ein wenig mit dem zu beschäftigen, was bisher zur Erkundung der Witterungsfaktoren in Wiesbaden geschieht. An mehreren Stellen der Stadt sind Apparate anfgestellt, deren Zweck es ist, das Publikum über Lustwärme re. zu orientiren. So sebr dieselben zuin Theil die Kritik heransfordern, sieht man von einer solchen doch leider ab, zumal da einige der Stadt geschenkt sind, und daher sich der Kritik entziehen. Wertiger sind die beiden Stationen, deren sich Wiesbaden erfreut und in denen Daten ausgezeichnet und Ansichten zu Grunde gelegt werden, welche Anspruch ans wissenschaftliche Verarbeitung und praktische Venverthnng machen. Die Meteorologie, die Kunde von, Wetter, ist im Allgcineinen ein Stiefkind dessen, was man mit dem stolzen Namen und dem schwankenden Begriff der allgemeinen Bildung nmfatzt. Der Kaiser hat erst jüngst sein hervorragendes Interesse an den zu wissenschaftlichen Zwecken »nternonnncueu Luftschiff-Fahrten bewiese» durch die Entgegennahnie des Bericht« über dieselben ans der Hand der Professoren v. Bczold, Aßnian» und Berson. Jnnnerbin giebt cs eine Reihe von Aufgaben, welche nicht durch staatliche Mittel gelöst werden können. Vielmehr mutz cs als eine vornehme Pflicht größerer Gemeinwesen angesehen werden, das Ihrige beizntrageu. Ganz besonders aber ist es für eine Stadt wie Wiesbaden von der größten Wichtigkeit, ein einwandfreies, ossizielles Zahlcnniaterial zu besitzen, auf Grund dessen eine exakte Darstellung des Klima« möglich ist. Es ist ein nicht genug auzucrkenncndes Verdienst des langjährigen Leiters des vom Kurvcrcin nntcrstiitzlcn meteorologischen Instituts, Herrn I. I. Maier, trotz sehr vieler Schwierigkeiten Beobachtungsreichcs gesammelt und zweckentsprechend verarbeitet z» haben. Wenn wir trotzdem eine Vereinigung der beiden jetzt bestehenden Institute z» einen, städtische» für dringend wünschenswerth
ausstand. Li schloß sich sogleich der Armee des kaiscrlichcn Grneralissinins Tseng-Knosa» an und wurde z» dessen Sekretär ernannt, da der General schon bei einer früheren Gelegenheit entdeckt hatte, was in dem jungen Mann steckte. Diesen mächtigen Beschützer verdankte es Li dann auch, daß er schon 1861 zum Gonvernenr der Provinz Kiangsu ernannt wurde. Hier kam er in nähere Berührung mit den „Barbaren", denn Kiangsus Hauptstadt, Soochow, war zu der Zeit in den Händen der Aufständischen und Li selbst gcnöthigt, sein Hauptquartier nach der nächst wichtigsten Stadt der Provinz, Shanghai, zu verlegen. Hier operirte er mit Glück, gegen die Empörer oft persönlich ins F-eld ziehend; doch erst nachdem er „The evervictorious arrny“ unter Oberst Gordon in seinen Dienst bekam, gelang cs, die Taipinger ganz aus Kiangsu zu vertreiben. Soochow wurde von Li und Gordon im Jahre 1863 gestürmt und damit dem Aufstand der Todesstoß versetzt. Daß Li damals 5 von den Generalen der Taipinger hinrichten ließ, trotzdem er Gordon gelobt hatte, ihnen das Leben zu schenken, wurde überall in den stärksten Ausdrücken verurtheilt und kostete Li Kordons Freundschaft. Der ritterliche Engländer wäre beinahe zu de» Aufständischen übcrgegangen, versöhnte firn aber später wieder mit Li, indem er die Nothivendigkeit von dessen Verfahren eivränmte, während die Regierung in Peking dem jungen Gouverneur kurz nach der Hinrichtung der Generale den schmeichelhaften Titel „des Kaisers jüngste Wehr" er- theilte. Nachdem er seine eigene Provinz von den Taipinger» gereinigt halte, schloß sich Li mit seinem Corps seinem alten Beschützer Tseng-Kuofau an, der die Belagerung von Nanking, der Hauptstadt der Aufständischen, begonnen hatte. Mit dem Tode des Taipinger Kaisers und der Einnahme Nankings am 19. Juli 1864 endigte endlich der traurige Bürgerkrieg, zu dem Englands Opium undAtissivuare die indirckteUr- sache gewesen waren. Nur ei» Talent wie Li konnte die Ordnung tvieder Herstellen, das Halle man auch in Peking eingesehcn, die Aufmerksamkeit war auf ihn gelenkt, und so wurde er im
halte», so gcschiebt da« au« folgendcu, rein sachlichen Gründen: Zunächst besteht zwischen den Daten der beide» bisher funktioiiireiiden Institute eine Ungleichheit der Bcobachtnngsrcsultate, welche das Vertrauen in jedes von beide» zu erschüttern geeignet ist. Es wäre jedoch falsch, diese Ungleichheit auf Fehler des einen oder des andern zu beziehen. Wenn in einer Stadt an verschiedenen Orte», an verschiedenartig aufgestellten Jnstruincntcn, von verschiedenen Beobachter» abgelcse» wird, so ist cs kein Wniider. wenn die Ergebnisse unilcich sind, vielmehr müßte das Gcgentheil überraschen. Ferner wird zweifellos bald das eine der beide» Institute eine Ortsverändcrnng erleben müssen; die Tage des Hauses inderLnisen- straße No. 1 dürften gezählt sein. Das meteorologische Institut de« Kurvercins andererseits befindet sich in einer Mieths- wohnnng; auch das stellt keinen hinreichend stabilen Zustand dar, denn ein Jeder, welcher einmal versucht hat, auf Grund langjähriger Zahlenreihen das Klima eines Ortes fcstznstellcn, iveiß, welch eine einschneidende Veränderung ein Ortswechsel der Apparate bedeutet. Derselbe schafft unter Umständen geradezu Werthe, welche untereinander nicht vergleichbar sind. Dieseui Uebelstande kann nur dadurch abgeholfcn werden, daß auf städtischem Boden, und zwar in möglichster Nähe des Kurhauses, als dem Centrum des Kur- lcben«, eine Station errichtet wird. Nur so ist eine gewisse Dauerhaftigkeit de« Zustandes garantirt. Endlich aber ist eine Erweiterung des meteorologischen Beobachtunqs - Apparates, modernen Anforderungen qcuiäß, erforderlich. Die Aufstellung selbstregistrircnder Apparate, die Mcffnng van Windgeschwindigkeit itnd Winddruck und manches Andere sind Postulate, denen ohne Aufwand großer Kosten genügt werden kan». Vor allen Dingen aber handelt cs sich um eine einwandsfreic Beobachtung von Luft, — Feuchtigkeit und Temperatur. Das dem Laien so einfach erscheinende, in Wirklichkeit aber außerordentlich schivierige Problem, die wahre Lilfttenipcratnr zu messen, ist durch das rastlose Streben eines deutschen Meteorologen Professor Aßmann soweit als möglich gelost worden. Seine Apparate begleiten den Aeronauten m die eisigen Höhen des Luftmeers, den Forscher in die Eiswüsten der Polarregioncn und die sengende Hitze der Tropen. Wir wollen unsere Wünsche zusamnienfasscn: Wiesbaden bedarf eines meteorologischen Institutes moderiicr Einrichtung, dessen Ausstellung in der Nähe de« Kurhauses, und am besten unter der Oberaufsicht der städtischen Kurdireklion alle» Anforderuugcit der Wissenschaft genügt. E« würde damit nicht allein einer Pflicht der Wissenschaft 'gegenüber, solider,, auch dem vitalen Interesse der Karstadt gedient. Die Koste» desselben würde» einige hundert Mark im Jahr nicht überschreiten. Wird es unterlasse», ein genügendes Bcobachtungsmatcrial zu sainmeln, so ist das ein in der Zukunft nicht gut zu machender Fehler, den folgende Gencrntionen mit Recht den vergangenen vorwerfcn werden. An einenr Fachniann, der geeignet ist, die Beobachtungen an- znstclleu und in geeigneter Weise zu verarbeiten, fehlt es, wie die Vergangenheit lehrt, in unserer Stadt nicht."
Hierauf erwidert Präparator Ed. Lampe, Beobachter der städtischen Meteorologischen Station unter Oberaufsicht des Kgl. Preußischen Meteorologische» Instituts Berlin: Der Herr Einsender v,. F.B. des unter' obiger Ueberschrift verfaßte» Artikels im „Rheiniichen Kurier" Nr. 193, Morgen-Ausgabe, scheint mit den hiesige». Verhältnissen wenig bekannt zu sein, sonst wäre cs wohl unverständlich, daß derselbe die darin stehenden Behauptungen nufstcllte. Denn erstens möchte ich berichtigen, daß die hiesig: Station sich nicht Lnisenstraße 1, sondern Fricdrichstraße 1 befindet, zweitens wird c« wohl jeder Laie cinsehen, daß die Beobachtungen obiger Station mit denen des Kurvercins nie übercinstimmc» können, auch selbst dann nicht, wenn cs gleichartige Instrumente und ein und derselbe Beobachter wäre, da die Beobachtungen zu ganz verschiedene» Zeiten ausgeführt werden. Die BcobachtungSzcilen bei der Städtischen Station sind nämlich: 7 Uhr Morgens, 2 Uhr Mittags und 9 Uhr Abends, das ist nach unserer, seit mehreren Jahren eingesührten mitteleuropäischen Zeit 7,27 Uhr Morgens, 2,27 Uhr Mittags und 9 27 Uhr Abend«, hingegen beobachtet die Station des Kurvercins 8 Uhr Morgens, 1 Uhr Mittags und 10 Uhr Abends, mithin besteht eine Differenz von 33 Minute» Morgen«,
Jahre 1866 zum Vicekönig der beiden Provinzen Kiangst und Kiangsu ernannt. Dann folgte die traurige Niedermetzelung der französischen Nonnen in Tienlstu im Jahre 1870. Die kaiserliche Regierung fürchtete mit Recht einen neuen Besuch der Wcstmächtc in Peking, di- Situation war kritisch, als Li, der kräftigste und mit den Europäern am meisten bekannte Vicekönig, als Retter in der Roth nach der Hauptprovinz Pechilhi berufen wurde.
Von jetzt an beginnt Li-Hung-Tschang sich eine Stellung zu schaffen, die ohne Seitenstück in den tausendjährigen Annalen des himmlischen Reiches ist. denn einen Minister des Acußeren oder Reichskanzler, wie wir die von Liinne- gehabte Würde nach europäischen Begriffen etwa bezeichnen könnten, hatte die chinesische Staatsmafchinerie bis jetzt nicht gekannt. Li befriedigte die fremden Gesandten, die Pckingrcgierung kam mit dem bloßen Schrecken davon und hat Li - Hung - Tschang bis jetzt noch jedesmal, wenn Schwierigkeiten mit den Westmächten entstanden, in die Bresche gestellt. Seit 1870 Unterzeichnete er auch im Namen des Kaisers alle Verträge, als Vicekönig in Tientsin erhielt er Macht und Mittel, Reformen einzuführen, sobaß in den letzten 20 Jahren keine Neuerung im fort- schrittlichen Sinne zu verzeichnen ist, die nicht mit Lis Namen in Verbindung gebracht werden muß. Was der klarsehende Staatsmann für China gethan, dies hier; aufzuzählen, liegt nicht in unserer Absicht; erwähnt sei nur, daß er seine Pläne trotz des kräftigen Widerstandes seiner konservativen Landsleute und ohne sich viel um ihr Geschrei zu kümmern, energisch durchführte. Die Censoren und ihre neidischen Amtsbrüder versuchten ihn oft zu stürzen, aber Li konnte stets ans die kräftige Unterstützung der Kaiserin-Wittwe Tsi-Thst rechnen, die nie vergaß, daß er ihr in dem ernstesten Zeitpunkt ihres Lebens geholfen hat. Wer aber ist die Kaiserin-Wittwe?
Es giebt Leute, die -diese Frau der gelben Rasse an die
