«». Jahrgang.
a tint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis:
den Verlag s« Pfg. monatlich, durch die Post » Mk. ««» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Verlag: Langgasse 27.
Abonnenten.
Anzeige,,-PreiS r
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Azeigen 25 Pfa. — Reklame« die Pelitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
für die Abend-Ausgabe bis 11 llhr Vormittags, für die Morgen-Ansgabe bi« » Uhr Nachmittags, „ächsterfcheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, ,edoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
— Für die Aufnahme später eingcreichter Anzeigen zur
Uo. 327.
Fernsprecher No. 52.
Dienstag, den 17. Juli.
Fernsprecher No. 52.
1800.
Abend-Ausgabe.
Das Klrrtbad in Peking.
Auf bange Wochen der entsetzlichen Ungewißheit über das Schicksal der in Peking Eingeschlossenen ist die entsetzliche Gewißheit gefolgt, daß sie sämmtlich einem furchtbaren Schicksal zum Opfer gefallen sind. Nach den neuesten Meldungen muß jeder Zweifel daran verstummen, daß die fanatisirten, blutdürstigen Horden der Chinesen unter den Fremden in Peking ein entsetzliches Gemetzel angerichtel haben, und daß diese sämmtlich, die Gesandten der Mächte eingcschlossen, unter den Mörderstrcichen der Chinesen gefallen sind. Noch fehlen uns die näheren Mittheilungcn über diese entsetzliche Tragödie, die in der Geschichte kaum ihres Gleichen findet, und es wird noch längere Zelt vergehen, bis wir genauere Nachrichten über das tragische Ende Derjenigen erhalten werden, die in Peking lange, schwere Wochen hindurch einen heroischen Kampf gegen die erdrückende Uebermacht der zu Bestien gewordenen Chinesen geführt haben. Die Mittheilungen, welche wir erhalten haben und die wir in den nächsten Tagen erhalten werden, entbehren der unbedingten Zuverlässigkeit, denn sie stammen sämmtlich aus chinesischen Quellen, und noch auf längere Zeit hinaus werden vielfach Gerüchte an Stelle der Nachrichten treten. Ja, es ist fraglich, ob wir jemals eine vollkommen zuverlässige Darstellung dieses tragischen Heldenkampfcs erhalten werden, denn von Denen, die ihn milgekämpft haben, wird Keiner als Blutzeuge wider die thierische Grausamkeit und Bestialität der chinesischen Banden auftrcten können.
Aber sind auch die Einzelheiten über die Tragödie in Peking mit Vorsicht aufzunehmen, wird auch die Bestätigung der Thatsache abzuwartrn bleiben, ob Prinz Tsching und Wangwenßtschao wirklich mit Einsetzung aller ihrer Kräfte das schreckliche Ende der Fremden in Peking zu verhindern bemüht waren, die Thalsache selbst, daß es der „letzte Kampf* war, den sie in Peking gekämpft haben, kann keinem Zweifel mehr unterliegen. Diese entsetzliche Thalsache aber bedeutet eine furchtbar blutige Mahnung an alle Mächte und zugleich eine schwere Anklage gegen diejenigen Mächte, welche, wie England und Rußland, durch ihre persönlichen Differenzen und ihre egoistischen Sonder- befirebungen es verhindert haben, daß schon vor geraumer Zeit alle Mittel versucht wurden, die Fremden in China dem drohenden Verderben zu entreißen.
Aber der Hoffnung wird wenigstens Raum gegeben werden dürfen, daß das in Peking vergossene Blut den Bindekitt bildet, welcher sämmllicheMächte zum geschlossenen Vorgehen gegen den Staat einigt, der sich durch das in seiner Hauptstadt verübt« Verbrechen selbst in die Reihe der Barbarenstaaten degradirt hat. Wenn sich einzelne Mächte bisher mehr oder minder offen auf den Standpunkt stellten, daß ihre Aufgabe damit erschöpft sei, daß sie für die Sicherheit ihrer Staatsangehörigen in China zu sorgen hatten, daß aber der Sühnefeldzug gegen China in erster Reihe die Sache Deutschlands sei, welches durch die Ermordung des Gesandten Frhrn. v. Kettcler am schwersten getroffen worden sei, so ist eine solche Auffassung, die dem
Solidaritätsgefühl der Mächte wenig Ehre machte, jetzt hinfällig geworden. Durch das entsetzliche Blutbad in Peking sind alle Mächte in gleicher Weise getroffen worden. Alle Mächte haben jetzt das gleiche Interesse, für die gleichen Verbrechen wider die Menschlichkeit und das Völkerrecht Sühne zu fordern, das gleiche Interesse haben alle Mächte, Sicherheiten dafür zu schaffen, daß der Fremde in China ungefährdet seinen friedlichen Geschäften nachgehen kann, daß die Christen in China, ohne Gefahr zu laufen, ihren Glauben bekennen können, und daß die Vertreter der Mächte in Peking in Zukunft den Schutz genießen, den die Menschlichkeit und das Völkerrecht ihnen verbürgen sollten.
Die Aufgabe, vor die die Mächte sich gestellt sehe», ist eine schwere, eine sehr schwere. Angestrengter Rüstungen, rückhaltsloser Anstrengungen und vor Allem einer offenen und ehrlichen, jedes Hintergedankens baren Politik Seitens aller Mächte wird es bedürfen, um die Aufgabe, welche an die Mächte in China gestellt ist, zu lösen. Wie sehr es an dieser Einigkeit bisher gefehlt hat, das hat die Verschleppung der Hülfsaktion, das haben die Ereignisse in Tientsin gezeigt, wo die militärischen Operationen schwer unter den Meinungsverschiedenheiten der einzelnen Heerführer gelitten haben. Wenn nicht die gelbe über die weiße Rasse in Asien triumphircn soll, dann muß mit dem hochgefährlichen Luxus der persönlichen Streitigkeiten und der egoistischen Sonde,- bcstrebungen unnachsichtig aufgeräumt werden. Es wird aber auch mit der Fiktion aufgeräumt werden müssen, als ob die Aufgabe der Mächte darin bestehe, die angeblich ohnmächtige Regierung gegen die „Aufständischen" zu schützen, denn die Vorgänge in Peking lassen keinen Zweifel mehr daran, daß die verantwortlichen Personen in Peking ein heimtückisches, niederträchtiges Spiel gespielt habe».
EL steht zu hoffen, daß das Blutbad in Peking einen Wendepunkt in den chinesischen Wirren bilden wird. Mag auch die Nationen der Erde im Einzelnen Vielerlei trennen und scheiden, über allen Sondcrinteressen steht doch oder sollte doeb das große und allgemeine Interesse stehen, das sie alle verbindet: Die Förderung und der Schutz unserer in tausendjährigem heißen Ringen mühsam erworbenen Kultur. Diese Kultur aber ist in China bedroht, die Menschlichkeit geschändet worden, und deshalb gewinnt jetzt eine neue, ganz ungeahnte Bedeutung das Wort Kaiser Wilhelms II.: „Völker Europas, wahret Eure heiligsten Güter!"
* # *
Shanghai, 16. Juli. Der Kurier, welcher aus Peking die den Fremdcninord bestätigende Depesche nach Shanghai brachte, theitle noch Folgendes mit: Prinz Tuan wollte alle Ausländer lebend gefangen nehmen und foltern. Deshalb befahl er den Boxern und Tungfuhsiang« mohammedanischen Truppen, die Gesandtschaften anzngreisen. Tungsuhsiang wie« darauf hin, daß die Ausländer gut bewaffnet seien und viele Schnctlfeungeschiitze hätten, welche seine Leute fürchteten. Darum griff er sie von einer Stellung aus an, von welcher das Feuer der Ausländer bcrvorgclockt wurde, ohne daß die Chinesen dabei bedeutende Verluste hatten. Tungsuhsiang glaubte, daß er, wenn auf diese Weise die Munition der Ausländer verschaffen sei, leicht die Thore der Gesandtschaften zusnmmenschießcn und die Eingeschlossenrn gefangen nehmen könne. Die Angriffe auf die Gcsandtschaftcn hörten in den ersten sechs oder sieben Tagen immer Abends aus und die Ausländer, die Gewehrmnnition von Prinz Tsching erhielten, glaubten, sie könnten bei Nacht die chinesischen Soldaten an den Thoren überrumpeln und sich durchkämpfen. — Am frühen Morgen der 1. Juli nach unserem Kalender fand der Ausfall statt.
Alle Europäer nahmen daran Theil. Die Truppen, welche von Offizieren und von mit Revolvern bewaffneten Civilisten geführt wurden, bildeten ein Carrs, in dessen Mitte sich die Frauen und Kinder befanden. Viele Boxer wurden getödtct, da sie den Angriff nicht erwartet hatten und die meisten von ihnen schliefen. Als die Boxer den Angriff der Ausländer gewahr wurden, gcricthcn sic in Wuth wie wilde Thiere, und sie erschossen in der Dunkelheit viele ihrer eigenen Kameraden. Tung- fuhsiang ließ niit schweren Geschützen auf die Ausländer feuern. Dies« wurden ebenfalls wild vor Erregung und schossen mit Revolvern auf ihre eigenen Frauen und Kinder. Die schweren Geschützt wurden alle gleichzeitig abgefeucrt und mähten die Ausländer wie Gras nieder. Die Boxer stürmten dann auf sie los und stachen und hackten auf Todte wie auf Lebende. Viele Ausländer stoben, als die Geschütze abgefeucrt wurden, in die Gebäude zurück. Die Boxer verfolgten sie und waren noch in den Gebäuden, als diese verbrannt und zerstört wurden. Die so in die Gebäude geflüchteten Ausländer und Boxer, welche sic verfolgten, wurden zusammen in der Gesandtichaft verbrannt. — Der Kurier sagte, die Boxer waren wie Wilde und Dämonen, und als kcuw Ausländer mehr zu tobten waren, fielen sie über die Leichen im Hose der Gesandtschaft her und verstümmelten sie. Einigen schnitten sic di« Kopfe ab und trugen sie unter wilden Rusen auf ihren Gewehren durch die Straßen. Dann griffen sie die Viertel der chinesischen Christen an und metzelten alle nieder, die sich ihnen nicht cmschließc» wollte»; sie schändeten Frauen und schlugen mit den Gewehrkolben Kindern das Gehirn aus den Köpfen. Die Straßen der Tatarenstadt strömten überall von Blut. Das Gemetzel dauerte noch an, als der Kurier Peking verließ. Viele Hunderte von MissiouSgcbäuden wurden verbrannt. Der Kurier konnte noch in der folgenden Mufft in weiter Entfernung von Peking die Flammen sehen.
hd. Davis, 16. Juli. Die „Libre Parole" meldet aus englischer Quelle, daß eine Anzahl Frauen und Mädchen europäischer Würdenträger von Peking nach dem Norden Chinas geschleppt wurden, wo sie der schändlichsten Behandlung ausgcsetzl seien.
hd. Ser'Iin, 16. Juli. Die traurige Nachricht von der Ermordung der Europäer in Peking hat sich, wie bereit« gemeldet, nun doch bestätigt. Nach anitlichcr Auskunft ist in Tientsin durch die dort jetzt cingetroffcnc-n Verstärkungen, an der auch Japaner betheiligt find, eine wesentliche Erleichterung eingetreten. Besonders bcmcrkenswerth ist. daß die Schiffahrt von Tientsin nach Taku vollständig frei ist, und daß nach amtlicher Angabe die Telegraphen- Verbindung zwischen Tschifu und Tientsin wieder hergestellt ist. Hoffentlich trägt besonders die letztgenannte Thatsache wesentlich dazu bti, zuverlässigere Nachrichten über die Lage in Ostasien gu erhalten. Da an dem traurigen Schicksal aller Europäer nicht mehr zu zweifeln ist, wird man wohl erwarten können, daß alle Mächte einig und fest Vorgehen und die verschiedenen in den Blättern angedenteten Zwistigkeiten bei Seite lassen werden. An dem ostasiatischen Unglück, welches drei Weltweite berührt, sind insbesondere die europäischen Staaten infolge der Niedcrmetzeiung aller Gesandten so gleichmäßig betheiligt, daß jede einzelne Macht ihr Möglichstes beitragen sollte, um den dortigen Knlturzustand zu erzwingen.
wi> Kriiffel, 17. Juli. Eine Depesche des belgischen Vertreters in Shanghai vom 16. Juli Abends bemerkt ferner, dem Taotai von Shanghai ging noch keine Bestätigung der allgemeinen Frcmden-Ermordnng in Peking zu.
Die er«r§rdrirn Deutschen in Peking. Unter den 1000 Opfer» der Pekinger Katastrophe befanden sich folgende Deutsche: Zur deutschen Gesandtschaft gehörten der erste Sekretär v.Bergen, Leutnantv. Loesch und Stabsarztve. Velde; ferner gehörten dazu der Dolmetscher C. Cordes, der als Hülfs- schreiber kommandirte Seesoldat K o ch vom Gouvernement Kiantschou, Kanzleischrciber Pifrcmcnt, Amtsdiener Hummelke und Dolmetscher-Eleve Or. Merklinghaus. Das zum Schutze der Gesandtschaft in Peking seit Anfang Juni statiomrte Detachement bestand ans einem Offizier (Oberleutnant Graf v. Soden) und 50 Mann von dem Scebataillon in Kiantschou. Außerdem befanden sich bon Deutschen in Peking: Die Professoren der
(Schluß.) (Nachdruck verboten.)
Streiszügt durch die Pariser Weltausstellung.
Bon Paul Lindcnberg.
XI.
Die Straße der fremden Nationen. — Italiens Palast. — Der Pavillon der Türkei. — Das Palais der Vereinigten Staaten. — Oesterreich. — Bosnien «nd Herzegowina. — Ungarn.
Der erwähnten Straße der fremden Nationen, welche, an der Seine entlang gehend, sich an die Jnvaliden- Efplanade anschließt, gilt heute unser Besuch. Schon früher, gelegentlich der Beschreibung des Deutschen Hauses, ist dieses eigenartigen Ausstellungslheiles gedacht worden und wurde hervorgehoben, daß diese in charakteristischen, heimaihlichen Formen oder auch in Zusammenfassung allerhand Stilarten aufgeführten Gebällde meist der Repräsentation und weniger eigentlichen Ausstellnngszweckcn, obwohl auch letztere vielfach in Betracht gezogen sind, dienen.
Den fesselnden baulichen Reigen eröffnet Italien mit einem in auffallend großen Formen anfgeführtcn Palast, der die reichen Stilblüthen der italienischen Baukunst des XV. Jahrhunderts zum Ausdruck bringt und mit seinen vergoldeten Kuppeln, seinen Mosaiken, seinen Glasmalereien und zierlichen Thürmchen wie Erkern und Rosen einen sehr wirksamen Eindruck macht. Daß Italien die Ehrenstclle erhalten und trotz seiner ungünstigen finanziellen Lage ein derartig kostspieliges und mächtiges Palais errichtet hat, liegt in den politischen Verhältnissen der beiden Länder zu einander und ihren wirthschafllichen Beziehungen: die Republik wollte der romanischen Schwester gern in jeder Weise entgegenkommen, und letztere wieder sucht dem Nachbarreiche zu imponiren. Aeußerlich ist dies
gelungen, innerlich, d. h. mit industriellen und kunstgewerblichen Leistungen, doch nur in sehr mäßigem Grade, denn was in dieser stolzen, domartigcn Halle zur Schau gestellt wird, sind die altbekannten Erinnerungssachcn an Venedig, Florenz, Rom, Neapel: Spiegel, Spitzen, Majolika, Marmor, Broncen, sehr hübsch, sehr billig und deshalb viel gekauft. Die obere Gallen« enthält die Ausstellungen der Fachschulen und höheren Lehranstalten mit mancherleiProbe» künstlerischen und kunstgewerblichen Könnens.
In ftöhlich-rcizvollcr und anmuthigcr Gestaltung liegt benachbart der Pavillon der Türkei, weißlcnchtend mit Kuppeln, Thürmchen, Baikonen, Altanen, Alles in graziösen Formen und in jeder Linie das Auge erfreuend. Links, etwas vorspringend, ragt keck ein Thurm empor, von dem lustig die rolhe Flagge mit dem Halbmond flattert, zur Seine öffnet sich der Haupteingang, dessen Dnrchgangsbogen farbigen keramischen Schmuck erhalten, während sich von den hellen Fronten der Scitenwände Koransprüche, Mosaikverzierungen, Verse türkischer Dichter in silbernem Email lebhaft abheben und sich über die Veranden prächtige Baldachine von kostbaren Teppichen spannen, die auch an anderen Stellen zweckmäßige Verwendung fanden. Das Ganze ist als Villa eines vornehmen Türken an den rauschenden Fluthen des Marmara-Mecres gedacht und berührt uns poesicvoll gleich einer bestrickenden orientalischen Dichtung, wie ein liebliches Stück aus Tausend und eine Nacht. Bemerkenswerth ist, daß dieser malerische Pavillon den modernen türkischen Baustil vertritt, der ja Anklänge an den arabischen aufwcist, dabei jedoch auf die Anforderungen unserer Zeit an Luft, Licht und Behaglichkeit vollste Rücksicht nimmt.
Eine glückliche Idee war es, das Erdgeschoß des schmucken Gebäudes in einen Bazar umzuwandeln, dessen farbiges
Durcheinander nicht nur in umfangreichem Maße all' das vereint, wa§ den Wohlstand der Türkei verkörpert, sondern auch die durch die meist regelmäßig und langweilig auf- gebauten sonstigen Ansstcllungsg-geustände ermüdeten Augen der Besucher erfrischt und fesselt. Herrliche Stickereien, schöne Seidenwaarcn, kunstvolle Schmucksachen von sehr sorgfältiger Arbeit, hübsche Holzschnitzereien, natürlich auch Cigaretten und Rosenöl werden hier von Türken feilgehalten zu auffallend mäßigen Preise,,. Selbst an einem mit einem Cafe verbundenen Theater fehlt es nicht, wie man es in den winkligen Gassen des Konstantinoplcr Bazars antrifft, und zwar werden hier zu den schneller und schneller wirbelnden Mttsikklängen die aufregenden Schwerltänze dargesielll, von derselben Truppe, die unser Kaiser in Damaskus bewundert.
Eine andere Erinnerung an den Kaiserbcsuch finden wir im ersten Stockwerk, wo eine genaue Nachbildung jenes wundervollen, vom Sultan dem Monarchen geschenkten Teppichs aufgespanut ist, der in der kaiserlichen Teppichfabrik von Hereke gefertigt wurde und an welchem zehn Arbeiter vier Jahre hindurch gearbeitet haben; die Wiederholung ist übrigens für die Kleinigkeit von 25,000 Francs zu erstehen. Ein ganzer Saal ist mit den Teppichen derselben Manufaktur, die Mustergültiges leistet, ausgestattet, und wer nur ein wenig Sinn hat (und wer hätte das nicht I) für die Farben- schönheit, den Glanz, den weichen Schmelz orientalischer Teppiche, der kann sich hier uur schwer, sehr schwer trennen!
Daß bloß mit Teppichen, unter Zuhülfenahme einiger weniger werthvoller alter Waffen, von ein paar Tischen mit Perlmuttereinlagen und mehreren Bronceleuchtern die „höchste Molligkeit" über schönheitsvollster Gestaltung erzielt werden kann, beweist das benachbarte Empfangsgenlach des türkischen Botschafters iu Paris, Salih Munir Bey. Prunkhaft und von
