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Mo. 321.

Fernsprecher No. 52.

Freilag, den 13. Juli.

Fernsprecher No. 52

1800.

Abend-Ausgabe.

Kor dreißig Jahren.

Drei Jahrzehnte sind dahingegcingen, seit die lang geplante'' und frivole Kriegserklärung unseres welschen Nachbars die deutschen Stämme zu einem Krieg zwang, dessen Folgen von unermeblicker, weltumwälzender Be­deutung geworden sind. Denn jener Krieg, den Frankreich in frevelhafter Ruhm- und Ländcrgier herbcigeführl halte, brachte uns Deutschen nicht nur das kostbare Gut, welches wir einst in trüber Zeit verloren hatten, Elsaß-Lothringen, zurück, sondern der Siegespreis war ein noch weit höherer. Jener blutige und glückliche Krieg brachte uns das, wonach sich seit fast einem Jahrhundert mit bald wachsender, bald schwindender Hoffnung Alle gesehnt hatten, die deutsch fiihlten und deutsch dachten: den Zusammenschluß aller deutschen Stämme und Völker, die Einigung des großen deutschen Vaterlandes.

Heute, wo die Ereignisse, die vor dreißig Jahren die Welt erschütterten, der Geschichte angchören, wissen wir, daß jene Ereignisse unter dem Zwang einer weltgeschicht­lichen Entwicklung standen, dle gleichsam durch elementare Kräfte getragen wurde, die aber auf den richtigen Weg, zu dem erstrebten Ziel geleitet zu haben, das Verdienst eines Staatsmannes ist, wie ihn das neunzeh»te Jahrhundert in gleicher Größe nicht hervorgcbracht hat, des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck. Die wahren Ursachen des deutsch­französischen Krieges liegen heute trotz der französischen Legendenbildungen klar vor uns. Der deutsch-französische Gegensatz und die sich hieraus langsam, aber unaufhaltsam entwickelnde Spannung datirt Jahrhunderte zurück. Nach einander hatten uns die Franzosen, siegreich durch die un­selige Zersplitterung der deutschen Stämme, Metz, Ton! und Verdun, das Elsaß und Straßburg, Lothringen und das linke Nheinnfcr mit List und Verrath, mit Gewalt und Krieg abgenommen. Mit den Freiheitskriegen begann der Wendepunkt in unserer Entwickelung. Von dem erstarkenden Preußen ging jene großdeutsche Politik aus, die nach dem Bruderkriege von 1866 und nach dem Abwehrkriege von 1870/71 das deutsche Kaiserreich gebar.

Heute wissen wir, daß seit den Ereignissen des Jahres 1866 in Frankreich der Gedanke, „Rache fmSadowa", im Vorder­gründe der politischen Interessen stand. Dazu kam, daß sich die inneren Schwierigkeiten der Regierung Napoleons ständig mehrten und daß er thöricht genug war, den schlechten Nathschlägeu Jener Gehör zu geben, welche ihm einen siegreichen Krieg als das beste Mittel zur Befestigung seiner Herrschaft empfahlen. Der Krieg von 1870 war, diese Thatsache wird selbst in Frankreich kaum noch von irgend einer Seite in Abrede gestellt, ein Angriffskrieg, dessen Zweck die Gewinnung des linken Rheinufers für Frankreich war. „Prenons le Rhin!“ Diese Parole wurde in der französischen Kammer offen ausgegeben. Der frivole Angriff schlug fehl, und das siegreiche deutsche Volk war maßvoll genug, sich mit der Zurückforderung eines deutschen Gebietes zu begnügen, welches Deutschland in der Zeit trübseliger Zerrissenheit und politischer Ohnmacht verloren hatte, und das im Grunde kerndeutsch geblicbeu tvar.

Mit der Entscheidung von 1871 war das Conto mit Frankreich für uns erledigt. Auf französischer Seite war dies nicht der Fall, und mir dürfen uns trotz der unverkenn­baren und erfreulichen Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen darüber keiner Täuschung hingcben, daß das Conto mit uns für Frankreich auch heute noch nicht erledigt ist. Seil 1871 sind die deutsch-französischen Beziehungen ein ständiges Auf und Nieder, aber im Laufe der letzten Jahre ist die Besserung dieser Beziehungen immerhin derart gestiegen, daß sie zwar noch nicht einen Anlaß zur Aenderung unserer Gesammtpolitik bieten, aber doch immerhin als ein politischer Faktor betrachtet werden können, mit dem man bei einiger Vorsicht und Zurückhaltung rechnen kann. Die zwingende Nothwendigkeit der Ereignisse selbst hat die Fran­zosen veranlaßt, das hypnotische Hinstarren nach dem „Loch in den Vogesen" wenn nicht aufzugeben, so doch weniger eifrig zu betreiben. Allmählich hat sich in Frankreich doch die Erkennlniß Bahn gebrochen, daß die unabläßliche R(h)ein- kultur der Revanche Frankreich nicht nur in die Abhängigkeit von Rußland gebracht, sondern es auch England gegenüber zur Ohnmacht verurtheilt hat.

In der That, wer wollte verkennen, daß, abgesehen von dem Schmerz Frankreichs über den Verlust von Elsaß- Lothringen, zwischen den beiden Ländern kaum irgend welche entgegengesetzten Interessen, aber manche gemeinsamen Interessen bestehen. Zweifellos sind zwischen Deutschland und England einerseits und zwischen Frankreich und England andererseits stärkere Gegensätze vorhanden, als zwischen Deutschland und Frankreich, wenn mir von der Trauer Frankreichs über den Verlust Elsaß-Lothringens absehen. Aber die französischen Politiker haben erkannt, daß die gesammte Politik nicht von dem Standpunkt dieser

Trauer aus geleitet werden kann. Die chinesische Politik der letzten Jahre und die jetzigen Ereignisse in China haben gezeigt, daß Deutschland und Frankreich in manchen Fragen zusammengehcn können. Wie die officicllen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sich geändert haben, ist soeben erst deutlich aus dem aus Anlaß der Ermordung des Freiherrn v. Ketteler erfolgten Depeschenwechsel hervor- gcgangen, weshalb sollte man es nicht für möglich halten, daß der Gegensatz, welcher seit dreißig Jahren die europäische Politik bestimmt hat, sich im Lauf von weiteren drei Jahr­zehnten, wenn er auch nicht verschwindet, doch so abschwächt, um ganz neue politische Konstellationen in Europa zu er­möglichen, die heute noch Vielen als unmöglich erscheinen werden.

Deutsches Reich.

Deutschland und Amerika.

Der nach langen Verhandlungen glücklich abgeschlossene deutsch-amerikanische Handelsvertrag ist für die deutschen Interessen umso vortheilhafter, als er ein nicht unbeträcht­liches Entgegenkommen der Unionsregierung bedeutet. Denn diese hat sich mit der deutscherseits gewährten Meist­begünstigung begnügt und keine darüber hinausgehenden Zu­geständnisse in Berlin gefordert. Der Vertragsabschluß be­deutet somit einen schönen Erfolg verdeutschen Unterhändler. Die deutschen Handels- und Industrie-Interessen haben fortan die Sicherheit, in Nordamerika nicht ungünstiger be­handelt zu werden als diejenigen anderer Staaten. ES wäre nahezu unnatürlich, wenn der erzielte Vertragsabschluß den Bündlcrn nicht Beklemmungen verursachte. In groß­artigem Tone wird von dieser Seite verlangt, daß die NeichSregierung zunächst über die Bedingungen Aufklärung geben müsse, unter denen das neue Abkommen geschlossen worden ist, damit das deutsche Volk klar sehe, ob seine un­anfechtbaren Ansprüche in richtiger Weise gewahrt worden seien. Von „Bedingungen" ist aber, im Grunde genommen, gar keine Rede, und so wird voraussichtlich nicht einmal eine amtliche Bekanntmachung stattfinden, weil sich in der Stellung Deutschlands zu den Vereinigten Staaten nichts geändert hat. Immerhin ist den agrarischen Beurtheilern zuzngeben, daß das Interesse Amerikas an möglichster Sicherung der Wirthschaflöbeziehungen zu Deutschland unserem eigenen Interesse insofern überlegen ist, als die amerikanische Ausfuhr nach Deutschland die deutsche nach der Union um mehr als das Doppelte übcrtrifft Aber ein Unterschied ist doch da. Wir können die amerikanischen Rohprodukte nicht entbehren, wir sind bei steigender Bevölkerungszahl immer mehr auf ihren Bezug angewiesen. Die Amerikaner dagegen haben durch die bisherigen Erfolge ihrer Abschließungspolitik leider gezeigt, daß sie auf die deutschen Maaren nicht in gleichem Maße angewiesen sind. Auf alle Fälle ist der Zustand wirthschaftSpolitischen Friedens, zu dem wir der Union gegenüber jetzt endlich gelangt sind, für beide Theile dermaßen günstig, daß das Markten und Rechten, wo wohl der größere Vortheil liegen mag, als ziemlich überflüssige Beschäftigung erscheinen muß.

Socialdemokratie und Gewerkschaften.

In der socialdemokratischcn Presse wird ohne die sonst übliche Erregung, dafür aber mit umso größerer Zähigkeit die Erörterung darüber forlgeführt, ob die Gewerkschafts­bewegung „ncutralisirt" werden soll. Die Befürworter solcher Neutralisirung gehen, wi« man unschwer erkennt, darauf aus, den Gewerkschaften die bisher nicht socialdemokratischen Arbeitermaffen dadurch zuznführcn, daß die Parteifahne möglichst in die Tasche gesteckt wird. Sind aber erst die Gewerkschaften durch diesen Zuzug weiter erstarkt, so wird erwartet, daß eine natürliche wirthschaftlickc Interessen­gemeinschaft die aus verschiedenen Lagern kommenden Mit­glieder auch parteipolitisch verschmelzen, also um daS Banner der Socialdcmokiatie fchaaren wird. Im Grund genommen, kann kein Socialdemokrai,.der diese Taktik erst erfaßt hat, etwas Ernstliches gegen sie einwcnden. Dies ist auch der Grund, weshalb die Partei • in dieser so einschneidenden Frage, deren bloße Berührung vormals die heftigsten Zu­sammenstöße zur Folge haben konnte, neuerdings fo wenig Anlaß zu ernsteren Zwistigkeiten erblickt. Jeder ver­steht, wie es gemeint ist, und daß der frühere „Gewerkschaftsdusel" einer überzeugten Planmäßigkeit Platz gemacht hat. Indessen ist für die social- demokratischcn Betrachter hier sauer und süß un­angenehm gemischt. Der Deutsche Buchdrucker-Verband, der in der That eine unpolitische Gewerkschaft ist, macht den Socialdemokraten sehr wenig Freude; man hat in diesem Verbände an der kräftigen Fürsorge für die nächsten materiellen Anliegen so viel Geschmack gefunden, daß die Abneigung gegen eine parteipolitische Bethätigung zu Akten offener Feindseligkeiten gegen die Socialdemokratie geführt hat. Das Beispiel ist also nicht gerade verlockend für Die­jenigen, die auf dem Umwege über die „unpolitischen" Gewerkschaften die socialdemokratische Partei stärken möchten. Andererseits zeigt die Bewegung unter den Bergarbeitern, daß die Gewerkschaften die Ver­

breitung socialdcmokratischer Anschauungen mindestens nicht hindern. Am letzten Ende ist es nun aber verhältnißmäßig gleichgültig, was Kanisky hier und seine Gegner unter den Genossen dort für die zweckmäßigste „Taktik" Hallen; das Wichtigste ist vielmehr, was wirklich geschieht, und da muß man doch wohl sagen, daß die unzweifelhafte Erstarkung der Gewerkschaften die Rückkehr der Arbeiter zu einer mehr praktischen Behandlung ihrer Interessen bedeutet. Die Absicht mag auf die Befestigung der Partei gerichtet sein, in Wirklichkeit wird die Partei umso viel verkürzt werden, wie die nüchtern realen Anliegen der Arbeiter durch unpolitischen Zusammenschluß gewinnen.

* * *

* Hof- «ud Veisoiinl-Vnchrichten. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Port, ist an Stelle des unch Cpina gebenden Gesandten Mumm v. Schwarzenstein der bisherige erste Botschafts­sekretär in Petersburg, v. Tschirschkh, zum Gesandten in Luxem, bürg bestimmt. — Die erste Sekretärstelle in Petersburg wird durch den jetzigen zweiten Sekretär bei der Botschaft in Wien, Freiherrn v. Romberg, besetzt werden. — Der neue diplomatische Vertreter Deutschlands in Ostasien, Munmi v. S chwa rz enstein, wird, wie zuverlässig verlautet, seinen Wohnsitz einstweilen in Taku nehmen.

* Kerl»,», 13. Juli. Unsere Handelsbeziehungen zu A m erika haben sich iiisosern gebessert, als die Vcreiicigten Staaten die bisher nur an Frankreich, Italien und Portugal gewährten Meistbegünstigungs-Verträge auch auf Deutschland aus­gedehnt haben.

* Der Kteischrrverbaudotag. Der 23. Verbandstaa des „Deutschen Flcischervcrbandes", der am 11. und 12. d. M. in Nürnberg abgehaltcn wurde, feiert, wie die „Allgemeine Fleischer- Zeitung" schreibt, mit dieser Tagung das Jnbclfest seines 25-jährigen Bestehens. Aus sehr kleinen Anfängen hervorgegangen, umfirßt der Verband gegenwärtig 31,225 Mitglieder, und gerade in den letzten Jahren ist er stetig und stark gewachsen. Um zu den sachlichen Ver­handlungen zu kommen, so bereitet dem Fleischergewerbc große Unruhe die strengere Praxis, die vielfach Polizei und Gerichte in den letzten Jabren hinsichtlich der Anwendung von KonservirungS- mitteln beim Fleisch und von Färbemitteln bei der Dauerwurst üben und die zahlreiche Verurtheilungcn von Fleischern ivcgen Vergehen gegen das Nahrungsmittelgejetz zur Folge gehabt hat. Die' Ungleichheit der Rechtsprechung durch die verschiedenen Gerichte und die Ungewißheit über das, was erlaubt und was verboten ist, bringen die Fleischer in beständige Gefahr. Anderer­seits wird der Gebrauch von KonservirungSinitteln als unumgäng­lich Nothwendig von den Fleischern hingestellt und das Färben der Wurst als ein Verschönerungsmittel bezeichnet, das in anderen Gewerben, wie z. B. in der Konditorei, der Bäckerei, der Lckör- fabrikation, ohne Anfechtung benutzt wird. In dem letzteren Sinne fatzte der Verband Resolutionen. Eine neueSorge ist dem Flciscl>cr- gewerbe erwachsen aus der am 1. Januar 1900 mit dem bürgerlichen Gesetzbuch in Kraft getretenen Verordnung, betr. die Hauptincurgel und Gcwähifriste» beim Viehhandcl. Für den größten Thcil der beim Schlachten festgestcllte» Krankheiten der Threre ist damit die Haftung den Landwirthen abgenommen und dicFleischer haben die aus den Beanstandungen der Schlachtthiere sich ergebenden Ver­luste zu tragen. Der Vcrbandstag beschloß, dahin zu wirken, daß der Umfang der, wie cs in dem bürgerlichen Gesetzbuch heißt, „Hauptmängel", für die der Verkäufer, also der Landwirth, ein- zilstehcn hat, wenigstens in einigen wichtigen Punkten erweitert werde. Mit der Gestalt, die das Fleischbeschaugesetz endgültig er­halten hat, erklärte sich der Verbandstag nicht zufrieden. Man beklagte es als eine Durchbrechung des sanitären Charakters des Gesetzes, daß die Hansschlachtungen von dem Beschauzwang be­freit worden sind und daß die Einfuhr des ausländischen Pökel­fleisches gestattet tvorden ist. Es wurde aber anerkannt, daß die Zustände, die durch das Gesetz geschaffen werden, einen sehr erheblichen Fortschritt gegenüber den bisherigen Verhältnissen bedeuten. Eine Untersragc zum Fleischbeschau­ge ctz bildet die Einfuhr von Schweinelebern und Schweine­zungen. Die Wurstindustriellen sind der Meinung, daß Deutschland der' Einfuhr ausländischer Schwcinclebern nicht entbehren könne und die blühende Leberwurstindustrie durch ein solches Einfuhr­verbot untergraben werde. Der Verbandstag erklärte sich gegen eine kleine Minderheit fiir das Einfuhrverbot, das übrigens durch das Fleischbeschaugesctz selbst bereits ausgesprochen ist. Eine große Reihe anderer Angelegenheiten, die zur Verhandlung kamen, hat nur für den Bcrufsmann ein Interesse. Als Ort für den nächsten Fleischerverbandstag wurde Rostock bestimmt. Mit dem VerbandS- tag war eine sehr reich beschickte und höchst lehrreiche Fachausstellung verbunden. Dem VerbandStag voraus ging die Jahresversammlung der Fleischcreiberufsgeuossenschaft, die der Präsident des Reichs- vcrsicherungsamts, Geheimer Obcrregierungsrath Gäbe!, durch seinen Besuch anszeichnete.

* Deutscher Verbund kaufmännischer Vereine. Zu

der diesjährigen Hauptversammlung des Deut,chcn VerbaiSs kaufmännischer Vereine am 18. und 19. Juni in Würzburg, die von 45 Vereinen mit 65 Delegirten beschickt war. waren erschienen als Vertreter der Reichsregierung Herr Geheimer Obcrregierungsrath 0r. Wilhelnii, Vortragender Rath im Reichsamt des Innern,'ferner die Vertreter der königlich bayrischen Negierung, der Stadt Würz­burg, der Handels- und Gewerbekammer und des HandelsvcreiuS i» Würzburg. In den vom Verbandsvorsitzenden Herrn Karl Ludwig Schäfer-Frankfurt a. M. geleiteten Verhandlungen kam zunächst die Befriedigung über den von der Novelle zur Gewerbeordnung airgeord- netcn stwang zum Lndcuschliiß um 9 Uhr Abends zum Ausdruck unter Hinweis auf die außerdem gebotenen Handhaben zur Einführung des vom Verband seit mehr als 10Jahren angestrebten8Uhr-Ladcnschlusxes.

f ür die von der Reichsregierung in Aussicht gestellte Bundesraths- erordnung, betreffend die Sitzgelegenheit für die Ladenangestellten, wünschte der Verband Bestimmungen dahin, daß geeignete mtd ausreichende Sitzgelegenheiten einzurichten seien. Neuerdings betont wurde die Nothwendigkeit der Errichtung kaufmännischer Schieds­gerichte und einheitlicher, reichsgesetzlicher Regelung der Sonntags­ruhe im Handelsgewerbc, die nunmehr auch den Prinzipalen als die zweckmäßigste erscheine. Mit großer Mehrheit beschloß der Verband die Ausdehnung des Krankenversicherungszwangs auf alle bis zu 2000 Mk. jährlichen Gehalt beziehenden Handlungs- gchülfen und Lehrlinge, unabhängig von Ortsstatuten, zu vertreten. Nahezu einstimmige Annahme fand der Antrag, durch eine besondere Kasseneinrichtung die Invalidenversicherung im Handelsgewerbc im Sinne des § 10 des Jnvaliditätsversicherungs-Gcsetzes diese Ver­sicherung für die Handlungsgehülfenschaft zweckmäßig zu gestalten