Jahrgang.
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Arbeilerirrrhiiltniste in Australien.
(Eigener Belicht.)
ES giebt wohl kein Land, in welchem die Arbeiter cs zu einer sülchen Machtstellung gebracht haben wie in Australien, und ganz besonders in drei Kolonieen dieses Erdthcils, Neu-Secland. Süd-Australien und Viktoria. Trotzdem würde man dort nach einem socialistischen Blatt oder einer socialistischen Gruppe in unserem Sinne vergeblich suchen, und dies ist vielleicht das Geheimnis; der Erfolge der Arbeiter. Statt sich um wissenschaftliche Prinzipien zu kümmern, utopistische Zwecke zu verfolgen, haben dieselben dort nur das eine Ziel im Auge, ihr Loos zu verbessern. und treiben Politik nicht um ihrer selbst Willen, sondern immer in .Hinsicht auf dieses.
In Melbourne, der Hauptstadt von Victoria und neben Sidney der größten Stadt Australiens, sind sie demselben wohl bereits am nächsten gekommen und gerade dort haben sie lange Zeit vom Staate am wenigsten verlangt. Da der Ort seine Entwicklung vor Allem den Goldmineu verdankt, so waren die Arbeiter dort von Anfang an sehr zahlreich vertreien, aber sie benutzten die ihnen daraus erwachsende Macht nicht, um den Staat zu ihnen günstigen Maßregeln zu zwingen, sondern um sie durch ihr eigenes Vorgehen zu erlangen. Fast Alle englischen Ursprungs, folgten sie beut Beispiele des Mutterlandes, d. h. sie bildeten Vereinigungen, die sie mit allen Verhandlungen mit den Brodgcbern
beauftragten. t . ...
Das Erste, was diese forderten, war die Einführung des Achtstundentags, aber das Verlangen wurde nicht gemeinsam gestellt, jeder Verein und jede Profession formnlirte dieses für sich und führte auch getrennt von den Anderen seine Unterhandlungen mit den Fabrikhcrrcn. So ist die Sache denn auch nicht als eine Errungenschaft des ganzen Arbciicr- standes durchgesctzt morden, sondern nach und nach erst durch die ein-, dann durch die andere der Kategoriee». Jetzt genießt nicht nur Melbourne, sondern die ganze Kolonie diesen Vortheil, aber, wie gesagt, ausschließlich durch private Abmachungen und ohne, daß jemals der Achtstundentag durch das Gesetz bestimmt morden ist. Der Tag, an welchem in 1856 die Maurer.denselben als Erste durchsetzten, wird als ein großer Festtag begangen. Umzüge, Bankette, Bälle finden statt, in einzelnen Städten schließen die Schulen und öffentlichen Gebäude, und m Melbourne wohnt einer der Minister dem von den gesammten Vereinen veranstalteten Festmahl bei.
Die Macht und der Reichthum der Arbeitcrvere»tigungeil in Melbourne wird auch durch die Trades-liall dokumentirt, »in monumentales, ans Stein errichtetes Gebäude, in welchem stch Vortragsräume, Büreans. Lesezimmer, Bibliothekräume für die verschiedenen Unions, ein großer Festsaal re. befinden. Vollständig aus eigenen Mitteln haben die Vereine diesen Bau errichtet, und es ist ihr besonderer Stolz, daß sie dies gekonnt, sowie auch einzig durch ihre Kraft und ohne Mitwirkung des Staates so viele ihnen günstige Vorschriften oder vielmehr Abmachungen durchgesetzt haben.
Sie glaubten seiner Zeit, daß dies ferner so gehen und
sie stets ohne jede Hülfe der Regierung fertig werden würden, aber wie in den anderen Kolonieen, änderten sich auch in Victoria die Verhältnisse zu ihren Ungnnsten. Durch ihre Erfolge ermnthigt, stellten sie immer größere Forderungen, sodaß die Vrodgebcr sich veranlaßt sahen, eine Gegen- vercinigung zu bilden. Der Versuch eines allgemeinen Ausstandes in ganz Australien in 1889—90 scheiterte an dem energischen Widerstand der letzteren. Die verschiedenen Unions leerten ihre Kassen und sahen sich schließlich genöthigt, bedingungslos zu kapituliren.
Diese Niederlage gab ihnen zu denken, und noch andere Umstände zeigten ihnen, daß sie sich für mächtiger gehalten, als sie es waren. Die Industrie des Landes hatte eine derartige Entwicklung genommen, der Ankauf von Ländereien und die Errichtung von Gebändelt einen solcheit Umfang gewonnen, weil die Engländer den Neichlhum der Kolonieen für unerschöpflich hielten. Aber in 1893 kam der Krach, viele Häuser blieben unvollendet, Fabriken und Werkstätten mußten schließen, sodaß das Arbeitsangebot größer wurde, als die Nachfrage. Dies erschütterte natürlich die Stellung, die die Arbeiter sich errungen hatten, und um dieselbe zurückzngewinnen, beschlossen sie, am parlamentarischen Leben theilzunehnwn. Ihre Macht war immer noch groß genug, um dies leicht durchzusetzen, und wenn ihre Partei auch nickt dnrch sehr viele Mitglieder repräsentirt ist, so erweist sie sich doch, da die Negierung und die Opposition ungefähr- gleich stark, häufig als ausschlaggebend.
Socialistische Ideen im eigentlichen Sinne vertritt sie aber fast nie. Die Führer dieser Lehre sind aus der alten Welt nie nach Australicn gegangen und ihre Werke dort kaum bekannt; man liest weder Lasalle noch Marx. Der australische Arbeiter ist vor Allcru praktisch, er verlangt Reformen, die sich sofort realisiren lassen, er stellt keine Thcoriccn auf und erläßt keine Principienerklarungen. So haben sie es durchgesetzt, daß für Frauen und Kinder dürch das Gesetz die Tageszeit auf 8 Stunden herabgesetzt und die Nachtarbeit verboten ist. Sonnabend Mittags muß alle Arbeit aufhören, um erst am Montag wieder zu beginnen. Das sogenannte „Sweatmg System“, d. h. lange Arbeitszeit bei niedrigem Lohn, das besonders bei der Hausarbeit zur Anwendung kommt, sucht man zu beseitigen, indem man auch letztere unter die Kontrolle von Staatsinspektoren gestellt, und noch eine ganze Anzahl anderer Ideen ist es gelungen, zu verwirklichen. Aber nur eben mit solchen, bei denen dies möglich, beschäftigt man sich, wie gesagt, und in den Blättern und Reden der australischen Arbeiter wird man nach den Umsturzprcdigtcn unserer Socialisten, dem Haß gegen das Kapital, den Lehren von einer gleichmäßigen Ver- lheilung desselben re. vergeblich suchen. _
vsssa
Aus Stadt rrud Zand.
Wiesbaden. 7. Juli.
— Geschick,tost-ile,»der. 7.Juli.1855:*vr.L»dw!gGanghofer in München, hervorragender Romaiischriftlteller derGegenwart ("-zn Kaufbeuren). 1815 : Blüchers Einzug in Paris. 1706: *Nikolansl., Kaiser von Rußland. 1705: * Kart Theodor Herzog von Bayern, der Anführer der Bayern un Jahre 1866. 17^:
* Josephe Marie Jacquard zu Lyon, Erfinder des nach ihm benannten Wcbstnhls. 1455: Der sächsische Priuzenranb. Entführung der Söhne des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigcn durch Kunz von Kaufnngen aus dem Schlosse zu Altenburg.
ütadtausschnß. Die Ferien des Stadtausschusses beginnen, wie schon erwähnt, am 21. Juli und endigen am 1 September d. Js. Während der Ferien dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel »ach nur in schleunigen Sachen abgehaltcn werde». Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.
d väe Fa,»»borg. Im kleine» Kasinosaal veranstaltete vorgestern Abend der von seinem früheren Auftreten im Kurhaus hier wohlbekannte und beliebte musikalische Humorist O. Lamborg eine musikalisch - humoristische Soiree, die trotz dem ausgezeichneten Wetter, das einen stiuidenlangcii Aufenthalt in gefülltem und gerade nicht übermäßig gutventilirtem Saale ziemlich ungemuthllch machte, recht gut besucht war. Herr Lamborg selbst sagt zwar er Jet kem Komponist, kein Virtuose im Klavierspiel, er sei einfach cm Parodist, ein geübter Improvisator, seine Thateu bewiesen aber daß er doch etwas mehr als ein ulkiger Nachahmer, ein gcdachtmßstarker Alles- spicler ist. Wie hätte er sonst in einer Augeiiblickskouiposition den Programmzettel in gefällige Musik setzen und de» Inhalt des ' höchst prosaischen Dinges absinacn können, als fei S eine mit eingeübte Opern - Arie? Auch einem ihm vom Publikum aufgegebenen Texte eines Gcdichtlcins aus den »Fliegenden Blättern" gab er sofort eine gut sitzende Melodie. _ Es durfte kaum eine» zweite» Klavierspieler geben, der so im weiten Reiche der Musik daheim ist. wie Lamborg. Man nennt ihn, irgend eine Oper, ein Lied, einen Komponisten, und ohne sich auch nur einen Moment zu besinnen, weiß er ans der Oper etwas anfzutlschen, das Lied wiederzugcben und ein Werk des Komponisten kurz zu streifen Der Humorist Lamborg reicht dem Klavierspieler würdig die Hand, er wirkt so erheiternd, daß man oft thatsächlich minutenlang aus dem Lachen nicht herauskommt. Wir haben lange nicht so gelacht wie vorgestern Abend.
— FreiiniNigo Feuer,nel,r. Die Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr der Feuerhahnen-Abtheiliingen des zweiten, dritten und vierten Zuges sind aus Dienstag, den 10 Juli l. I., Abends? Uhr, und die Mannschaften der freiwilligen Fenerivehr der L e i t e r -A b t h c i l u n ge n des ziveiten, dritten und vierten Zuges find auf Montag, den 9. ^;ull l. j-, Abends 7 Uhr, zu einer Uebung in Uniform an die Remisen geladen.
uo Da« Kornfeld. Von allen Herrlichkeiten der Natur kommt vielleicht keine dem Achrensclde gleich, wenn es. wie m diesen Tag.» des Hochsommers, erntebereit unseren Blicken sich darbietet. Wie herrlich, wcnil an einem heißen Sommertag sich auf starkem Halm ein goldenes Aehrcnhaupt neben dem andern beim Kosen des Winde« wicat, erstrahlend in dem Gold, welches die heranreifende Frucht in ihrer schier unzähligen Körnerzahl weithin über bie F!>i>cn hinstreut I So ein Kornfeld birgt aber «och mehr Reize; wir erblicken in ihm auch die große Vorrathskammer für das ganze Jahr Deiiii woraus auch immer unsere Nahrung bestehen mag — die Hauptsache bleibt doch stets die Körnerfrucht, die uns zum Bereiten des täglichen Brodes dient. Das Herz des Landmanns aber hängt ganz besonders an den goldenen Aehren des Kornfeldes. Wenn diese Ernte nach Wunsch ansschlägt, ist der Wohlstand für ei» volles Jahr gesichert; mißräth sie, so war sein Hoffen eitel.
uo. Die Uhr >'.lv Kompaß. Das Verfahren, mit Hülfe der Taschenuhr die Nordrichtnug zu ermitteln, beruht darauf, daß einer schcinbareil Umdrehnnq der Sonne um die Erde zwei Um- drehniigen des kleinen Zeigers der Uhr entsprechen. Um also mit Hülfe der Uhr den Norden zu ermitteln, verfahrt man folgendermaßen: 1. man hält die Uhr horizontal; 2. man dreht die Uhr so, daß der kleine Zeiger lind der von diesem geworfene Scyatten übereinander liegen.' Die Linie nun. welche von der Mitte der Uhr aus gezogen wird und dnrch die Mitte des Zwischenraumes hindnrchqcht, der zwischen dem kleinen Zeiger und der Zahl 12 liegt (uiid zwar auf der Seite, auf welcher die,er Zwischenraum der kleinste ist), zeigt Norden an. Nehmen wir an. es ,« 7 Uhr 45 Minuten Morgens und wir wollen wissen, wo Norden liege, um uns dann auf unserer Karte richtig orientiren zu können. Wenn wir die Uhr horizontal halte» und sie so drehen, daß der kleine Zeiger genau seinen eigenen Schatten deckt, so wird der kleine Zeiger und die Zahl 12 einen stnmpfen Winkel bilden, dessen Mittellinie etwas vor der Zahl 10 hmdurchgeyt und Norden angiebt. Statt diese letztere M>tieliu»e zu ermitteln, kanii man auch einfach auf der Uhr bie Anzahl der Minulenstriche zählen, welche zwischen dem kleine» Zeiger und der Zahl 12 liegen; die Nordlinie geht dann genau durch die
Aus Kunst und Keben.
* Ans den Kunst - AnssteUnnge,». Die Gemälde von A. Gos, welche seit Kurzem in den „Wiesbadener Kuiist- sä l en" ausgestellt sind, behandeln meistens Hochgcbirgsmonve und sind mit wenigen Ausnahmen der Schnecrcg,on entnommen., Der Künstler erzielt viel Lichtwirkung und giebt die klaren Lufttone;ener Höhenregionen mit Verständnis; wieder, wie er auch m einigen Skizzen beweist, daß für ihn der Hauptreiz m den ^onen und Farben liegt. Recht klar wirkt „Excelsior", und räumlich tief sein „Effet d’orage“ betitelte« Bild. Die „Kiefer" ist bei aller guten Zeichnung ein wenig zu bunt und dadurch zu aufdringlich und vor allen Dingen zu glatt und weichlich gemalt Das durch die Zeichnung markirte Knorrige des Baumes wird durch die schlappe süßliche Malweise dieser Studie wieder aufgehoben Die skizzenhaft hingeworfene Schlucht mit ihren tiefen Schatten und glühenden Sonnenlichtern ist sehr gut in der Wirkung, dagegen glaubt man nicht, daß bas etwas öldrnckartrg anssehende Bud ,,-^ac de Geneve" von desselben Malers Pinsel stammt. Das beste der Gemälde ist sicher das „Breithorn" betitelte: Hinter den Gletlchern des Breithorns geht der Mond auf, die Schne^ und Eisflächen magisch beleuchtend, und spiegelt sich in dem «ee des Vordergrundes, welch letzterer, in tiefes bräunliches Dämmerlicht getaucht, nur große Massen, kein Detail mehr erkennen laßt. Das Bild ist sehr stimmungsvoll und fein ponttirt. An dieses schließt sich „Zermatt" an. .ein breit von der Sonne beschienenes, in röthliche, warme Tinten getauchtes Felscuthal, in welches die blauen Schatten der Bergspitzen hliieinfaUen und eine angenehme Abwechselung bringen. Außer diesen Zubern setzen wir noch eine Anzahl znin Theil weniger gu.cr Bilder von Agnes M e t, e r h o f,. Bilder, die um einen terminus teclmicus zu gebrauchen, „im braunen Topf stecken , mögen es nun Portraits, Figuren oder Landichasten fem. Ausgenommen hiervon sind die diversen, wirklich guten Stillleben, wohl das eigentliche Fach der Malerin, jedenfalls bringt sie hier Gutes fertig. Das „Portrait der Schriftstellerin Leo Htldeck zeigt so recht die unklaren, lehmigen Töne, ebenso die divcrfen anderen, zum Theil recht gut gezeichneten Studien. , Dw .Dame
mit Schleier" ist eine wirklich gute, auch klare Studie. Die landschaftlichen Versuche dürsten aber gerne nnausgestellt geblieben sein; ein so Perspektiv- und farbloses Etwas wenigstens wie das „Hildesheimer Motiv" und die „Ruine mit Hirschen". Der „Frühling wäre noch aiinehuibar. wenn die trüben, lehmigen Tone nicht jede Illusion störten, denn gerade der Frühling zeigt ungemein ferne, zarte Töne und Färbchen, welche ihn charakterisiren. L. G.
* Uerschiedene Wittl,e>lr>«se». Herr A. Reiß von der hiesigen Oper ist, wie wir fniher schon mittheilten, von 1902—1907 für die Münchener Hof-Oper unter vortheilhaften Bedingungen verpflichtet worden.
An der vorgestrigen Feier der Einiveihung des meteorologischen Observatoriums ans der Schneekoppe nahinen Theil der Kultusminister Stndt, der Oberpräsident der Provinz Schlesien. Herzog Hatzseldt und Trachenberg, Vertreter des Ministeriums der'öffentlichen Arbeiten und Trautenaner Behörden, die Vorstände der österreichischen und preußischen Ricsengebirgs- Vereine, Vertreter verschiedener Universitäten ec.
Der Kongreß des Welt-Po st verein» nahm den deutschen Antrag auf Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an das fünsundzwanzigjährige Bestehen des Welt-Postvereins an. Das Denkmal soll in Bern errichtet und der Bundesrath mit der Ausführung betraut werden.
Die „euerbaute El b e r f e l d e r S t a d th a ll e wurde in einer Vorprobe znm Bergische» Wusikfest von dem starken Festchor und dem gesammten Orchester zum ersten Mal in Gebrauch geiiommen. Bei vollgestopftem Saal und Gallerte siel die mit banger Sorge erwartete Entscheidung über die wichtige Frage der Akustik zur höchsten Befriedigung aller betheiligtcn Kreise aus. Auf allen Platzen
des Prunksaales erwiesen sich die akustischen Verhältnisse als vorzüglich.
In Leipzig soll ein Central-Theater mit einem Kostenaufwand von 1'/- Millionen gebaut werden. Es hat sich zu diesem Zweck eine Aktiengesellschaft gebildet. 750,000 Mk. sollen zur Zeichnung aufgelegt werden.
In der „Allgemeinen Zeitung" ist zu lesen: „Der Besuch des O b e r a m m e r g a n e r P a s s i o n s s p i e l s nimmt seit den letzten zwei Vorstellungen in auffälliger Weise ab. Es kommen zwar
Amerikaner und Engländer in großer Zahl, und es sind auch für Juli und August sehr viele Fremde angcnieldct. allein die bayerische und Württemberg! sche Landbevölkerung, die sonst inigeiiiein stark vertretcil war, bleibt ans. Es kommt dies einerseits davon, daß die Heuernte begonnen hat, andererseits aber auch von den hohen Fahr-, Wohnungs- und Vcrpflegnngspreisen. Ein Bauer, ber. aus der Gegend von Freising kam. erzählte, daß er trotz größter Sparsamkeit'i» anderthalb Tagen 25 Mk. gebraucht habe. Wer fetzt das Spiel besuchen will. th»t gut, am Abend vorher tu München oder inMnriiau, auch inWcilheim zu übernachten; er wird viel billiger wegkonnnen und doch noch ein Theaterbillet erhalten."
Zum Direktor des Dan zig e r Stadltheaters ist Oberregisseur Eduard Sowade-Schwerin gewählt worden.
Am Gcbnrtshause Hans v. B ül o wS in Dresden-Neustadt wurde eine von Hamburger Verehrern und Verehrerinnc» gestiftete Gedenktafel feierlich enthüllt. Professor F. Drafecke, Bnlows einstiger Freund, hielt die Weihercde.
Das erste b a y r i s ch e M u s i kfe st hat auch finanziell befriedigt: es ist bei 23,521 Alk. Ausgaben ein Ueberschuß noch verblieben. Im Herbst wird der bayrische Gesanimtausschnß des Mu,ikfest- VcreinS zusammentrete», um über das zweite bayrische Musikfest zu beschließen.
Einen düsteren Einblick in die Verhältnisse der Frauen, die auf den Brettern, die die Welt bedeuten uns holde Poesie. Würde, Hoheit, Glanz und Pracht vorgaukcln, tvährend sie i» Wirklichkeit mit dem bittersten Elend in allen leinen Gestalten zu kämpfen haben, giebt uns das 7. Heft der „Dokumente der Frauen", in welchem Herr Bolz-Fcigl die bestehenoen Bnhiien- verhaltnissc erschütternd darstellt. Wie viele Mädchen treibt ihre Phantasterei, die Schnsncht nach Glanz und Ruhm zur Buhne;sie ahnen nicht, welchen Gefahren sie entgegengeheli, ein so kleiner Theil nur von ihnen erreicht da« Ziel. Auch diese Nummer enthalt wieder viele interessante Aufsätze und Nachrichten aus der Frauen- bewegllng. (Administration, Wien VI, Magdaienenstraße 12.)
Der dreijährige Preis für das beste belgische dramatische Werk in französisdier Sprache wurde dem Drama „Das - Kloster" von Emile Verhaeren zuerkannt.
