Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgaffc 21

geSSnei wm 8 lltzr morgen* bis 7‘Ulir abends.

wöchentlich

BesKüS-Srei* »r beide Ausgaben: 70 Mg monatlich, M L- vierteljährlich durch den Berlaa Lauagaiie *1 ohne Briiizerlovn. M. 3.— viertel jährlich durch alle deuljchen Postanstalten. avSichließlich BeAmäold. — SezvaS - Äesirllunaen nehmen außerdem enlgeaen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marcketna tg. ivwie die Auöaabeftellen in allen Teilen der stabt | in Biebrich: die dortigen Aus- gabeitellei- und in den beaachbarte» Landorten und im Rheingau die betressenden Tagdlatt-Träger,

12 £tasga&en.

Fernruf:

„Tagblatt-H«,«" «r. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens btt 8 Uhr abend», außer Evnuiag»,

rftenamen. «sanze, oatoc. oiwn uuu wtu» ----- —

Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Angeigen in kurzen Zwischenräumen en.lp'echender Rach.aß,

»' —Siit die Ausnahme von Anzeigen an oorgeichoiebenea

Wirfag^ f^r'h^i^rVen s.^Ms n 3 ubr^adiminflg^ Berliner Schriftleitu«, des Wiesbadkver Tagblatts: Berlm-Wilmersdorf Güutzelstr. K«. Feruspr. : A«t Uhlaud 450 u. 451. ^,gen und Plätzen wird reine Gewähr Kern.mmen.

Dienstag, 2V. April 1915.

Abend-Ausgabe.

Nr. 182. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Der Krieg gegen England.

England in Erwartung einer energischen deutschen Lufloffensive.

Br. London, 20. April. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Marinesachleute der Londoner Presse beschäftigen sich mit den letzten Zeppelinangriffen aus englische Küstenpunkte. Fast einstimmig kommen sie zu dem Ergebnis, daß das plötzliche Auftauchen deutscher Luftschiffe nach mehrmonatiger Unter» b r e ch u n g aller Luftoperationen nur als Vor­läufer einer größeren deutschen Luft­offensive gegen England aufgefaßt werden könne. Der „Standard" erklärt, daß das Erscheinenvon Zeppüinen über London selbst durchaus n r ch t als unmöglich von der Hand gewiesen werden dürfe. Ähnlich urteilen „Daily Telegraph" und „Daily News", wenngleich die Blätter, um Beunruhigungen zu vermeiden, betonen, daß mehr als genügende Ab- w e h r m a ß r e g e l n getroffen sind. Überhaupt neigt die englische Presse zu der Ansicht, daß Deutschland jetzt nach Beginn der besseren Jahreszeit eine energi­schere Offensive gegen Großbritannien , zu er- greifen versuchen werde als bisher. Man schließt dies besonders aus dem Umstand, daß die Sperrung einer weiteren größeren Zahl englischer Hände l s- häsen durch die Admiralität unmittelbar bevorsteht, und man glaubt, daß diese Maßregel getroffen wird, um eine bessere Konzentration der engli­schen Kriegsflotte zu ermöglichen.

Die Bombenschäden in England.

Haag, 19. April. (R. W. Z.) In den jetzt angelangten englischen Zeitungen sind Photographien veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß der Zeppelinangrrff auf England keineswegs so geringe Folgen hatte, wre Reuter glau­ben machen will und der englische Zensor ins Ausland durch- läßt. Aus einem der Bilder ist zu ersehen, daß in M a l d o n durch eine Bombe das Dach und das gesamte innere Mauer- werk eines Hauses derartig zertrümmert wurden, daß nur noch die Grundmauern stehen geblieben sind. In Loves- toft ist eine Gruppe von drei Häusern zusammengestürzt, die umliegenden Häuser wurden gleichfalls stark beschädigt „Daily News" veröffentlicht die Einschlagstelle einer in Lovestoft auf ein Haus niedergefallenen Bombe. Das Loch ist % Meter tief und hat einen Durchmesser von 8 Meter. Durch den Luftdruck wurde das Dach und die Borderwant eines dahinterliegenden Hauses eingedrückt Nach Feststel­lungen der „Daily Mail" hatte der Zeppelin über Essex und bei den Flügen zwischen den einzelnen Städten eine solche Geschwindigkeit, daß er 10 englische Meilen in fünf Minuten flog.

Oie Lahmlegung des englisch-französischen Banaldienstes.

W. 1.-8. Paris, 19. April. (Nichtamtlich) Das „Jour­nal" meldet aus D i e p p e : Der Schiftahrtsdienst zwischen Dieppe und Folkestone als direkter Verbindungsweg Paris- London findet bis auf weiteres nur noch dreimal wöchent­lich statt, nämlich Montags. Mittwochs und Freitags ab Paris, Dienstags, Donnerstags und Samstags ab London.

Die Lohnsteigerungen in der englischen Metallindustrie.

W. T.-B. London, 20. April. (Nichtamtlich.) Dem „Labour Lader" zufolge gehen die Arbeitslöhne immer noch be- »rächtlich in die Höhe, besonders in den Maschinen- und Schiffsbauanstalten. In diesen Betrieben hatten 446 267 Arbeiter mit 48 297 Pfund von den Lohnerhöhungen Nutzen. Im ganzen stiegen die Wochenlöhne um 72 713 Pfund. Im ersten Quartal des laufenden Jahres befief sich die Lohn­steigerung auf 108 809 Pfund wöchentlich, daran waren 272 003 Arbeiter beteiligt.

Englands Sorge wegen der Baumwollversorgung Deutschlands.

W T.-B. London, 20. April. Der Generalstab ließ in ' dem Antwortschreiben auf die Anftage der Chemiker und Ingenieure, die nie Frage aufwarf, ob die Regierung aus- reichend dafür gesorgt habe, daß keine Baumwolle Deutsch­land und Österreich erreiche, erwidern, baß die Erklärung der Baumwolle zur absoluten Konterbande keine wesentlich ver­schieden« Mahregel sei als die britische Kabinettsorder, da die Blockade die Einführung aller Artikel verhindert, und dah die Artikel der bedingten Konterbande die Blockade nicht brechen würden.

England beschlagnahmt nun auch griechische Kriegsschiffe.

Konstantinopel, 19. April. (Frkft. Ztg.) Nach amt» lichen Meldungen aus Athen legte die Londoner Regre- rung ihre Hand auf zwei für Rechnung Griechen­lands in England im Bau begriffene Kreuzer von je 5000 Tonnen und vier Torpedoboote.

Zur Versenkung des „Ellespontos".

Deutsch-feindliche Prcßhetze in Griechenland.

Athen, 19. April. (Ä. Z.) Die Versenkung des griechischen Dampfers „Ellesvoutos" durch ein deutsches Unterseeboot hat hier große Mißstimmung erweckt. Einige Blätter

raten, die griechische Regierung möge Schadenersatz von DeutschUrnÄ verlangen, und- wenn dieser nicht geleistet werLe, die in griechischen Häfen liegenden deutschen Dampfer beschlagnahmen. Es syi jetzt passende Gelegenheit, um zurückzuzahlen, was Griechenland von den Verbündeten und Schützern der Türkei erlitten habe.

was will Ereq in Kopenhagen?

Berlin, 20. April. (Ktr. Bln.) Dah der englische Minister des Äußern Greh sich zurzeit in Kopenhagen befindet, wohin er aus Holland gereist sei, hat der Hamburger Bericht­erstatter der ..Voss. Ztg." von einer gut unterrichteten Ham­burger Bank gehört. Greh treffe in Kopenhagen mit Ver­tretern der russischen Regierung zusammen.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Die russische Niederlage in der Uarpathenschlacht

Englische Verdrehungen.

Berlin, 20. April. (Ktr. Bln.) Dem „Darly Telegraph' wird verschiedenen Morgenblättecn zufolge ans Petersburg berichtet, man. dürfe wegen des Ausbleibens von Nachrichten von der russischen Front in den Karpathen nicht auf einen Stillstand der Operationen schließen. Diese hätte rm Gegen­teil das Maximum der Wichtigkeit erreicht. In Krei­sen der Sachverständigen hält man das Ende der Schlacht in den Karpathen für nahe bevorstehend. — In der „Kreuz- zeitnng" wird die Abweisung des Angriffs der Russen auf die Karpathen als eine der schwersten Niedsrlagen der Russen bezeichnet. Die Verluste der Russen, etwa eint halbe Million Toter und Verwundeter, seien eine Zahl, die bisher in der Kriegsgeschichte nicht verzeichnet stand.

Der „Daily Telegraph" meldet weiter laut „Tägl. Rundschau" aus Petersburg: Ein heftiger Regen

strömt in den Karpathen vou, Himmel herab und spült den Schnee von den Bergen hinab. Me Gebirgsbäche sind in reihende Ströme verwandelt.

Auch der „Eemps" gibt die Einstellung der Operationen in den ttarpathsn zu!

W. T.-B. Paris, 10. April. (Nichtamtlich.) Der Peters- burger Berichterstatter des „T-emps" meldet, dah die Schnee­schmelze große Operafionen auf den: östlichen Kriegsschau­platz öerbinderc. Auch ohne diese wäre ein Stillftaud ein­getreten. da man die Truppen hätte ansrnhen lassen und eine n e u c V e r t e i l u n g der Truppen hätte vornehmen müssen.

Die furchtbaren russischen Offizicrsverluste in den Karpathen.

Bon der schweizerischen Grenze, 18. April. (K. Z.) Die „Basler Nachrichten" melden aus, Petersburg: Die e r st e n zehn Verlustlisten für Offiziere aus -den Kar­pathenkämpfen umfassen laut amtlichen Angaben 2722 Namen, darunter 31 Regimentskomman­deure.

Ein russischer Angriff im Gebiet der vuklasenke blutig abgewiesen.

W. T.-B. Budapest, 19. Avril. (Nichtamtlich.) Der Sonderberichterstatter des „Pester Lloyd" meldet aus Eper- jes: Ans der Saroser Front fand gestern au der Dukla- senke Artilleriekampf zwischen Zboro und Kiskurina statt. Ein Vorstoßversuch der Russen wurde von den österreichisch- ungarischen Tuuppen unter bedeutenden Verlusten für den Gegner vereitelt.

Vas Soldatenmaterial der russischen «arpathen- armee.

Br. Budapest, 20. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Kriegsberichterstatter des „Az Est" drahtet aus dem Kriegspressequartier einen Bericht über die Karpcrthenschlacht. Darin wird sestgestellt, daß in den Karpathen die 8. russische Armee und die ihr zugeteilten Hilfskräfte auf der ganzen Linie - ine große Niederlage erlitten haben. Täglich w-rden mehrere hundert russische Eisenbahnzüge mit Verwundeten in das Innere Rußlands befördert. Die geschlagene Armee hatte das beste Soldatenmatcrial der Russen. Sie bestand größtenteils aus sibirischen Regimentern. Mit diesen ausgezeichneten Liniensoldateu sind die besonders an der Ostfront schonungslos kämpfenden Kosaken ver- :nischt, die zur Hälfte zu Fuß kämpfen und. wie unsere Husaren Jnfanteriestürme mit Kavallerieangriffen konibl- nieren Am östlichsten Teile der Front wurden ganz frisch ausgcbildete Rekruten in den Kanrps gestellt, deren Uniformen noch nicht eingetroffen ivaren und deshalb in Zivilklei- d e r n kämpfen mußten.

Ernüchterung in Petersburg.

Die Wiener Korrespondenz Rundschau meldet aus Stockholm: Dem Siegesräusche, in den Rußland am

Tage des Falles von P r z e m y s l geraten war und der durch kurze Zeit anhielt, ist nun eine d o p p e l t a u f f a l l e n d e Ernüchterung gefolgt. Mau täuscht sich in den lcucn= den russischen Militärtreisen nicht mehr darüber, daß die hochfliegenden Hoffnungen, die man an die Übergabe Przemysls knüpfte, nicht nur nicht erfüllt sind, sondern tmfo bet erfte gewaltige 0to)5, ben bic Siuffen rn.it Qnnß flutet* ordentlich starken Kräften unter vollständiger Ver­achtung des Menschen- und Muuitionsmate- rials sowie mit bisher noch nicht bekundeter Erbitterung unternommen haben, gänzlich fehlgeschrägen ist.

Mit welchen Aussichten er wiederholt werden soll, darubAc

wagt man sich in St. Petersburg noch gar keine Rechenschaft zu geben, ist vielmehr eifrig darauf bedacht, Ausreden zu erfinden, die den erlittenen Mißerfolg und die nun bekannr werdenden enormen Verluste verschleiern oder doch beschö­nigen sollen.

Ein russischer Zlieger über Insterburg.

Berlin,. 20. April. (Ktr. Bln.) Über einen russischen Fliegerangriff auf Insterburg wird dem „Berliner Tage­blatt" telegraphiert: Am 19. April nach 9 Uhr früh erschien über Insterburg ein russischer Flieger, angeblich mit dem Eisernen Kreuz, und warf vier Bomben an verschiedenen Stellen der Stadt ab. Der meiste Schaden wurde in der Gartenstratze und Ecke der Deutschen Straße angerichtet. Hier wurde im Seifengeschäft von Lemke der 14jährige Sohn des Inhabers mitten im Laden schwer verwundet. Auf der Straße wurde der 10 Jahre alle Sohn des Lokomotivführer Schirr getroffen und die Frau des Töpfergesellen Schenk ge­tötet. Nur geringen Schaden verursachte eine andere Bombe, die gegenüber dem Postamt und den Bankinstituten nieder» fiel. Eine dritte Bombe fiel auf einen Jugendspielplatz in der Nähe der Kaserne. Der Flieger entkam bei mäßige» Winde und klarem Himmel. j

vie künstlich genährte russische Industrie.

"VV. T.-B. Petersburg, 20. April. (Nichtamtlich.) „Rjetsch* gibt einen Artikel der radikalen Zeitung „Dens" über da§ Unvermögen der ruffischen Industrie, ohne Staatszu- schutz selbständig etwas zu leisten, wieder. „Rjetsch" führt dazu aus: Kaum brach der Krieg «üis, kaum erstanden die wichttgen Ausgaben für die russische Industrie, af§ von der Industrie und den verschiedenen Industriezweigen ^ di« Parole der Zuwendung von Staatszuschüsseni ausging. Dadurch konnte die Industrie nur unter Vor­mundschaft des Staates wirken. Die Gesuche um solche Zuschüsse mehren sich jetzt. Ohne Staatsguthccken tut keine« mehr einen Schritt. Diese Lasten lassen ernste Befürchtuu-» gen über die Zukunft der Industrie aufkommen.

W. T.-B. Petersburg, 20. April. (Nichtamtlich.) Russisch« Jndustriefteise beschweren sich, dah an Stelle des uuninchv ausgeschalteten deutschen Einslusies den Angehörige« anderer Nationen der Einfluß aus die Industrie einge­räumt werde. Wenn schon die russische Industrie gegen! fremde Einflüffe geschützt werden soll, so könne dies nur durchs eine Stärkung der einheimischen Industrie ge« schehen.

Schlechte Behandlung der Gefangenen in Sibirien

Br. Rotterdam, 20. April. (Erg. Drcchtbericht. Ktr. Dkn.s Wie aus Wien gemeldet wird, erhielt das „Wiener Journal" eine Zuschrift eines in russische Gefangenschaft geratenen Offiziers, der sich in Sibirien befindet. Die Karte ist ist Chiffreschrift geschrieben und lautet richtig zusammen­gesetzt: Wir werden wie Verbrecher behandelt. Es geht uns sehr schlecht. Gebt Nachrichten über den Krieg, der, stärtdigt die Regierung."

Tiszas verwundeter Bruder.

Budapest, 19. April. (K. Z.) In dem Befinden des bei den Kämpfen um den Uzsokcr Paß schwer verletzten B r u d e r « des Ministerpräsidenten Grafen Stefan Tis za-, Oberleut­nants Grafen Ludwig Tis za. ist eine B ersch l immerun« emgetreten, welche das Äußerste befürchten läßt.

Italien und Österreich-Ungarn.

Zürich, 18. Llpril. (K. Z.) Die rönrffche „Concovdia" gibt eine Unterredung mft einer politischen Persönlich­keit wieder, die die Meinung äußerte, die rtalienisch- östcrreichtschen Verhandlungen seien auf gutem Wege. Italien habe auch bereits seine Vorschlags unterbreitet. Wenn aber die berechtigten nationalen Ansprüche Italiens auf diplomatischem Wege verwirklicht werden könnten, wäre es, erklärte dieser Diplomat, eine verbrecherisch« Torheft, das Land in einen Krieg zu stürzen.

Ter Denk der ungarischen Ersten Kammer an das Heer.

W. T.-B. Budapest, 19. April. (Nichtamtlich.) Das Magnatenhaus beschloß, in «inan Telegramm an den Ober­kommandanten Erzherzog Friedrich seiner dankbaren Bewunderung für die Schulter an Schulter mit den treue« Bundesgenossen tapfer kämpfende Armee Ausdruck zu geben,

Wir und das Oonaureich.

O Berlin, 19. April.

Gleichgültig, wie der Friedensvertrag aussehen wirb, der den Weltkrieg beendigen soll, so wird er über eine der wichtigsten Fragen, die durch diesen Krieg in den Vordergrund gerückt worden sind, nichts aussagen, nicht einmal andeutungsweise, weil diese Frage die feindlichen Staaten nichts angcht. Wir menrsx das Problem des zukünftigen Verhältnisses zwffchen uns und Österreich-Ungarn. Wäre es nicht aus selbst­verständlichen Gründen der Zweckmäßigkeit geboten, die Neuordnung der deutsch-österreichisch-ungarrscheft Beziehungen bis zum Friedensschluß zu vertagen, sp stände kein äußeres Hindernis der alsbaldigen Inan­griffnahme dieser Ausgabe entgegen. Denn sie gehö.rtz.