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«s. Jahrgang

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag L«» Pfg. monatlich, durch die Post L Mk. ßu Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

AT'^OOG Abomrenlrn.

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Anzelzen-Am,ahme ~ m

|b. Z96.

Fernsprecher 91 o. 52.

Freitag, den 29 . Inrir.

Fernsprecher «». 52.

1900.

ftüorgen-Ausgabe.

England und China.

Unser Londoner u.-Korrespondent schreibt uns unterm 26. Juni: Seitdem die Unruhen in China einen so be­drohlichen Charakter annahmen, erfreut man sich in England nicht mehr so recht des glorreichen Krieges in Transvaal. Der „Manchester Guardian", die einzige größere Zeitung, die bisher noch immer den Muth hatte, denselben als das Ver­brechen zu kennzeichnen, das er in den Augen der ganzen civilisirten Welt bildet, scheint darüber nun. etwas wie Schadenfreude zu empfinden und sagte soeben: „Als der südafrikanische Krieg ausbrach, behaupteten viele Leute, die nach einer Entschuldigung für denselben suchten, die Regierung habe in dem Bewußtsein seiner Un­abwendbarkeit die Krisis in denijenigen Augenblick herbcizuführcn für gm befunden, in dem von keiner anderen Seite Gefahr drohte. Dem aufmerksamen Beobachter konnte die gänzliche Haltlosigkeit dieses Einwandes indeß nicht ent­gehen, denn er wußte wohl, daß in anderen Tüeilen der Welt, so z. B. in der Türkei, Marokko und dem fernen Osten, Gefahren schlummerten, die jeden Augenblick hervor- brechcn konnten. Ein Wunder ist es nur, daß wir so lange ungestört blieben, doch nun, wo es zum Klappen kommt, sind wir natürlich unvorbereitet, und die Regierung scheint cath- und thallos zu sein. Indien können wir unmöglich noch viel länger von Truppen entblößen, und was uns unsere neue Politik in Südafrika in Wirklichkeit kostet, werden wir erst sehen, wenn man uns eines Tages die Erledigung der chinesischen Frage aus der Hand nimmt." — Die übrige Presse giebt sich indeß den Anschein, als glaubte sie, John Bull spielte noch immer die erste Geige im Reiche der Mitte. Alle, welche das bezweifeln, sollen böswillige Gesellen sein, die, um im Trüben fischen zu können, Unheil zwischen Eng­land und Rußland stiften möchten. Die „Daily News" z. B. bezichtigen heute die deutschen Zeitungen derartiger Absichten, was natürlich heißt, Deutschland würde ein Zu­sammenstoß dieser beiden Mächte willkommen sein, weil er ihm Gelegenheit liefern könnte, die eigenen Inter­essen zu fördern. Seit der nunmehr historischen Depesche an den Präsidenten Krüger und der Vorfälle im Zusanimeuhange mit Kreta sieht man hier in dem deutschen Michel nur noch einen gefährlichen Intriganten. In politischen Kreisen Englands verkennt indeß Niemand den Ernst der Situation, und Jedermann sagt sich, daß, wenn auch die Niederwerfung des chinesischen Aufstandes den vereinten Mächten auf die Dauer keine Schwierigkeiten machen dürfte, die eigentliche Gefahr in den Mitteln und Wegen zur Verhütung der Wiederholung derartiger Vor­kommnisse liegen würde. Ein selbständiges China, das eigene Arsenale besitzt und sein Heer mehr und mehr zu vervollkommnen vermag, während sein Volk im Barbarenthum verharrt, wäre ein ständige Gefahr. Da es aber nicht getheilt werden soll, so wird cs den Mächten wohl sehr schwer fallen, einen Plan M entwerfen, der die Zustimmung Aller findet und die Chinesen zwingt, geduldig die Segnungen der Civilisation zu empfangen, gegen die sie sich mit Händen und Füßen strauben. Lord Salisbury wird jedenfalls Alles aufbieten, um eine Entscheidung so lange als möglich zu verzögern,

Leben.

£• «in n-u-r zlahrungsstoKsiir dir hungernden Indtrr. Gerade m den Gebieten Indiens, wo gegenwärtig die Hungersnoth am stärksten wüthet, nämlich in den sogenannten Ccntrnlprovlnzcn, wächst ohne Zuthun des Menschen ein Nabrunas- stoff besten Vorhanden,em der europäischen Wissenschaft beinahe gänzlich unbekannt ist. Dieser Umstand ist umso merkwürdiger, als des Alt-rthums von diesem Stoff bereits gewußt haben. Es handelt sich um eine zuckrige Ausscheidung, die sich an den Stengeln des in den indischen Ccntralprovinzcii wachsenden Bambus bildet und als Bambusmanna bezeichnet worden ist «« der alten Sanskritsprache finden sich Rainen für dieses eigenrlmmliche Erzeugiilß, die so viel bedeuten wie Rindcuinilch Vauinbnszuckcr oder auch Bambuskampher. Die indischen Aerztc haben noch einen besonderen Namen dafür gehabt, der jedoch für einen ganz anderen Stoff benutzt wird. Der alte gnechlsche Schriftsteller Dioskoridcs schrieb von einem Stoffe , . ■ i'v nI ® Sakcharon bezeichnetc, der aber nicht mit Mucker gleichbedeutend sein sollte Er sagt, es sei eine Art festen Honigs. ?er sich rin Schilf m Indien und in Arnbiafelix finde, eine satz- a!,»l,che Beschaffenheit habe und zwischen den Zähnen wie das salz zerbreche. Die spateren arabischen Reisenden belegten das Bambusmamia mit dem Namen Tabaschir und berichteten, daß der Hafen von Thann an der Westküste Indien« im 12. Jahrhundert wegen dieses Erzeugnisses berühmt gewesen wäre. Das Tabaschir wurde wegen ,einer kühlenden und anregenden Eigenschaft als

t ' Wenn es in rohem Zustande den Bnmbus- & t8 Nut Jnsekteiircsten vermischt

und hat cm schwärzliches Aussehen, aber durch mildes Calcinircn (eine alte Bezeichnung für Erhitzen) wird cs ganz weiß mit einem perlartigen Glanze. Die späteren Chemiker behaupteten, daß es zu etwa 80 li. fi. aus reinem Kiesel bestände, was selbstverständlich unrichtig ist, da es alsdann nicht eßbar wäre. In der neuen Wissenschaft findet sich der Bambuszucker nur in einem Werke erwähnt, wo es heißt: .Die jungen Sprosse» zweier Bambus- arten enlhaltcn ein zuckeriges Mart, das von den Indern sehr

und zwar nicht nur des südafrikanischen Krieges, sondern vornehmlich der amerikanischen Präsidentschaftswahlen wegen. Mac Kinley beobachtete bisher in der chinesischen Angelegen­heit eine auffallend reservirte Haltung, doch offenbar einzig und allein, weil er anläßlich der Nähe der Wahlen den Gefühlen derer Rechnung zu tragen für gut findet, die die imperialistische Bewegung, sowie die Liebäugelei mit England mißbilligen. Vermag er sich auf seinem Posten zu behaupten, so wird er jedenfalls bald andere Saiten auf- zichen. Man rechnet in England, wenn nöthig, nicht nur auf seinen, sondern auch auf Japans energischen Beistand gegen Rußland und glaubt, daß Frankreich sich dabei mit einer passiven Znschauerrolle begnügen, Deutschland cs aber für räthlich befinden würde, jenen drei Mächten gegenüber eine wohlwollende Neutralität zu beobachten.

Ans Stadl nnd Land.

Wiesbaden. 29. Juni.

Konferenz der Vorstände der preutz. Landwirthschafts- Kannnern.

Am gestrigen zweiten Sitzungstag verhandelten die Vorstände der preußischen Landwirthschafts-Kammern zunächst über den n e u e n Z o l l t a r i f u n d d i e F o r m d e r n e u e n H 6 n d e l s - vertrage. Auf Antrag des Referenten, Herrn Grafen v. Schwer in-Lv Witz, faßte die Konferenz folgenden Beschluß: Dem Interesse der deutschen Landwirthschaft wirrde am meisten eine Form der HandMverträgc und der Zolltarifgesetzgebung ent­sprechen, wie sie von Frankreich und den Bereinigten Staaten von Nordamerika eingeführt worden ist, bei tvelchcr eine längere Bindung an bestimmte Zollsätze in der Regel nicht stattsindet, viel­mehr die vollste Zollautononlic gewahrt bleibt. Wenn indessen, wie cs scheint, von der dentschen Industrie großer Wcrtb darauf gelegt wird, w>t einer Reihe von Staaten zn einer gegenseitigen Bindung einzelner Zollsätze auf tangere Zeit zu gelangen, so kann diesem Verlangen und damit dem Abschluß von Tarifverträgen aus längere Zeit nur unter der Voraussetzung zugestimmt werde», daß: 1. ein gleich­zeitiger Abschluß von Meistbegünstigungsverträgen keinesfalls non Ncucni erfolgt, ohne daß auch die gegenkontr-ahircndcn Staaten in entsprechendem Grade ihre Zollautonomie zn Gunsten Deutschlands aufgcben; 2. der Abschluß aller Handelsverträge nur an der Hand eines General-Tarifs und eines, bei allen Vertrags- konzessioiien unbedingt einzuhaltenden Minimal-Tarifs erfolgt:

3 in diesem Mimmak-Tarif die Zollsätze für alle Erzeugnisse der Landwirthschaft so hoch bemessen werden, daß während der Vertrags­dauer, auch bei veränderter Lage des Weltmarktes und noch weiter verschärfter Konkurrenz des Auslandes, die Existenzbedingungen der deutschen Landwirthschaft nicht gefährdet erscheinen. Bezüglich der Ausführung des Reichs-Fleischbeschau-GesetzeS und der Einführung einer Sch-lachtviehVersicherung m l t st a a t l i ch e r U n t e r st ü tz u ii g wurde Seitens der Konferenz dem folgende» Anträge des Herrn Grafen zu Rantzan-Rastorf zugestimmt: Die Konferenz erklärt, daß es als wünschcnswerth erscheint, wenn sammtliche Kammern an den maßgebenden Stellen für die nach­stehenden Forderungen eintreten: 1. Bezüglich der Beschau des a»s- landtschen Fleisches: Ueber die Untersuchung des Pökelfleisches sind bestimmte Vorschriften zu erlassen, welche anordnen: a) daß nicht Stich­proben genommen werden, sondern daß jedes einzelne Stück untersucht wird; b) daß die Untersuchung sich stets sowohl darauf zu erstrecken hat, ob ..das Fleisch genügend gepökelt, als auch darauf, ob es gcsundheits- gefahrlich ist. II. Bezüglich der Beschau des inländischen Fleisches: a) die erwachsenden Kosten dürfen nicht den Landwirthcn zur Last gelegt, sondern müssen auf breitere Schultern (Staat) übertragen werden; b) die Entschädigungsfrage ist durch Schaffung öffentlich rechtlicher Schlachtviehvcrsichcrungs-Einrichtnngcn unter Heranziehung von öffentlichen Mitteln zn regeln. ' c) Für bte Verwerthung des zwar minderwerthigen, aber für den Genuß noch zulässigen Fleisches ist Fürsorge zu treffen (Koch­anstalten, Frcrbanke). — Nach Schluß der Berathungen des j. Sitzungstagcs begeben sich die Herren Theilnehmer an der Konferenz nach Hochhcim zur Besichtigung der Schanmweinkellerci von Burgeff u. Co. Um 7 Uhr 19 Minuten erfolgt die Rückfahrt

nach Wiesbaden und alsdann Theilnahme an dem von der Kur« Verwaltung besonders veranstalteten Gartenfest mit Konzert, Be. lcuchtung und Feuerwerk. ä ’

-Grschichtskaleudrr. 29. Juni. 1866: Kapitulation bei n ^schin. 1864: Eroberung von Alfen. 1848: Erzherzog Johann wird Reichsverweser. 1831: f Heinrich Friedrich Karl Freiherr von und zun, Stein zu Kappen berä Mmter deutscher Staatsmann (* zu Nassau a. 5Lahch. 1/98. *Giacomo Graf Leopard, zu Rccanati, einer der gröffM neueren Dichter Italiens. 1679: Frieden von St. Germam; der große Kurfürst wird gezwungen, Vorpommern wieder hcrauszn- geben 1534: Frieden zu Kadan, Ulrich v. Württemberg crlM km Land zuruck. 1519: Schlacht auf der Soltauer HaW Eberlaa- Heinrich des Jüngeren v. Braunschweig-Wolsiilbnttck.'

.ZZL -P tv Vaulstng, an vielen Orten kleine

Kirchweih genannt, gehört zu den ältesten und allgemeinsten Fest­tagen der alten Kirche Die Feier des 29. Juni nimmt vorzugs- wesie auf Petrus Rücksicht. Papst Gregor setzte den Petrustag auf den 29. und den Paulitag auf den 30. Juni fest. Nach der in einigen Gegenden herrschenden Ansicht verlangt dieser Tag drei Menschenleben, nämlich eines durch Blitz, eines durch Wasser und -mc-durch Selbstmord. Um sich vor Unglück zu schützen, wird er feierlich begangen. In Siebenbürgen wird an diesem Tage hie und da von der weiblichen Jugend eine schöne Krone gebunden, mit allerlei Blumen gcichmuckt und auf einen langen Henbaum, der stsikrecht in der Erde steht, anfgesteckt. In die Krone hängen sie einen K-se em Maß Wem und eine hölzerne Flasche. Erbietet sich einer der Knechte, zur Krone hinauf zu Ucttern und führt es nuch,wtrklich aus, so ist sein Eigcnthuin, was er findet. Die Salzficderssohne von Schlväbisch-Hall retteten einmal die Dürf- muhle vor Brand, wofür ihnen von den, herrschaftlichen Amte 11 Scheffel Dmkel zu einem Kuchen alljährlich bewilligt wurden, welcher an Peter und Paul unter Musik von den schwarMkleideten Liedern hcrumgctragcii wird. Bei dem Ortsbrnnnen hielt der Zug und veranstaltete man um sie Tänze. Dieser 1803 zum letzten Mal auftzkfuhrte Siederstanz wurde 1862 erneuert. Petersfener finden wir m Oberschwaben Flämisch-Belgien rc. rc. In Ostflandcrn sammeln sich die Nachbarn um ein Feuer und bringen die Nacht imt Essen, Trmken rc. zu. Sobald in Brabant das Feuer ange- mndet ist, wird ein Kegelspiel gemacht, woran Männer und Frauen Thal nehliien. Der Sieger wählt eine Königin und bewirthet die Mitspielenden. Als Preis erhalt er einen Rosenkranz, welcher bis zum nächsten Jahr aufgehängt wird. In Gent zünden Kinder Kerzen an, m Brügge bieten sie Vorübergehenden kleine Mosaik ans bunten stemen an In Apern kleiden sie eine,» Kameraden als Petrus und tragen ihn unter Gesang auf den Schultern herum.

.. . o. Der- Magistrat hält morgen Samstag eine außerordent­liche Sitzung ab, um über die Wiederbcsetzung der Stelle des Direktors der-. berrealschulc und andere Vorlagen, insbesondere das Proiekt für die neue Klaranlage, zu berathen. Wegen der Schau- !ro straßenwärts gelegenen Häuserfronten hat der

Magistrat beichlossen, daß von allen zu Ausstcllungs-, Reklamc- "j'd .svnllchsi'.Zwecken dienenden Kästen, welche über die Straßenfluchl hinausgehen, eine Anerkcnnnngsgebühr erhoben wird. Ausgenommen davon sind die Kästen für Theater- Anzeigen. Die Gebühr beträgt bis auf Weiteres für <n e Jr Quadratmeter Fläche bei einem Vortrcten bis zn 10 Centlmeter 5 Mk.. bis zu 15 Zentimeter 10 Mk. und bis zu ^0 Centmieter 15 Mk jährlich. Die Kästen dürfen nur bis zu 2 50 Dieter Hohe angebracht werden. Ferner soll an die Königliche Polizeidirektion das Ersuchen gerichtet werden, in Straßen mit Trottoirs von 1,50 Meter oder weniger Breite das Anbringcn neuer Schaukasten nicht mehr zu gestatten.

v „-So* Fibrolcnm. Im Auftrag der Soeists ä'Lnsoianemsnt ä 1 Industrie nationale hat der französische Chemiker de Livachc einen lntcrcssanten Bericht über das Fibroleum benannte neueste Produkt der Ledenndustne herausgegebcn. Das Fibroleum wird aus Ledcrabfallen bereitet und ist Erfindung eines Herrn Brigalant. Dwser ging von dein Gedanken aus. daß nian Lcderabfälle in gleicher Weise verarbeiten können müsse, wie man aus Maknlatur- papier wiederum neues Papier oder Pappe erzeugt. Betrachtet man^eder unter dem Mikroskop, so siebt man, daß es aus ziemlich langen Fasern besteht, welche durch eine andere Substanz zusammen-

esucht ist; wenn die Stengel eine größere Festigkeit erlangt haben, lo entquillt ihnen an den Knoten von selbst cme Flüssigkeit, die durch die Sonne,iwärme zu Tropfen wahren Zuckers verwandelt wird Die Zwischenknoten des Stengels enthalten oft kieselige Ailsschcidungen, die Tabaschir genannt werden." Ganz merkwürdig ist die Thatsachc, daß in dem gewaltigen Sammelwerke über „Die ökonomischen Produkte Indiens" das Vorhandensein des Bambus- zuckcrs schlechthin bestritten wird. Im März dieses Jahres fiel die Erscheinung des sogenannten Manna auf den Bambusftenaeln einem Beaiiitcn der indischen Forstverwallung in den Centralprovinzen auf, und bald verbreitete sich die Kunde von dieser Entdeckung im Lande. Die Bambnswälder des Bezirks von Chanda bestehen aus der Art venärooalamns striotus, einer niännlichen Pflanze von 20—30 Fuß Höhe, die auf den kühleren nördlichen und westlichen Gehängen des mittlere» und südlichere» Indiens wächst. An­geblich ist in diesen Wäldern zum ersten Male die Ausschwitzung eiiies süßen Stoffes an« den Stämmen entdeckt worden. Die Flüssig­keit quillt zieiiilich reichlich, ist von den Eingeborenen als sehr schniackhaft befniidc» und alsbald als erwünschtes Nahrnngsinittcl anerkannt worden. Es könnte geradezu scheinen, als ob die Natur den vom schlimmsten Nahrungsiiiangel betroffenen Ländereien ein neues Brod hätte schenken wollen. Nach der bereits oorgeiionnnknen wissenschaftlichen Untersuchung besteht das Bambus- manna aus kurzen tropfsteinaitigcn Stäben von je 1 Zoll Länge, mehr oder weniger cylindrischcr Form, die an der Seite, wo sie am Stengel gesessen haben, etwas abgeplattet sind. Der Geschmack ist angenehm süß, ohne den eigenartig widerlichen Geschmack des stcliianischen Manna, da« von der rnndblätterigen Esche gewonnen wird. Das Bambusmanna ist in Wasser löslich, und ans der Losung setzen sich weiße durchsichtige Zuckerkrystalle ab. Außer dem Zucker, der zu de» Saccharoscstoffen zu rechnen ist, besteht das Bambusmanna zu 2’/* v. H. aus Wasser, etwa« stickstoffhaltiger Substanz, etwas Mineralstoff und »och einem nicht genauer bc- Der Zucker ist mit dem Rohrzucker nahezu identisch, und dieser Umstand kann nicht auffällig erscheinen, da der "»d da« Zuckerrohr zu dcrjclbcn natürliche» Ordnung der Graser gehören.

* Verschiedene Mittheilungen. Das Zeitungs-Archiv 8" G" a. das z. Z. über annähernd 36,000 meist geschichtlich wcrthvollc Blatter verfugt, richtet an die Herausgeber und Redaktionen allerZcitmigen und Zeitschriften, sowie an die Freunde und Förderer des Archivs die Bitte, sammtliche ans die Guten- berg-F-ler bezüglichen Zeitungen, Zeitschriften, iUustrirten und Festblatter an das Zeltnngs-Archiv zu Gera, Reuß, gelangen zu innen«

Der „Ostasiatischc Lloyd" berichtet: Ein Prachtstück japanischer Goldlackarbeit wurde kürzlich in Yokohama verkauft. Es handelte sich um etnen Schrank, der nur 50 Zoll hoch und 37 Zoll breit war, der aber einen Preis von 10,000 Yen (1 Yen --218M) ErKclte.. Die Schnitzereien und Malereien stammten von Künstler- hand, die Vergoldungen waren derartig massiv, daß cs schien, als selcii Goldplattcn aufgelegt. Derartige Prachtslücke japaiilschen Kunst^ewerbes sind uiigemem selten. Heute werden sie kaum noch

Aus Budapest berichtet der „Pester Lloyd": Die frühere tftnÄm*.PL!.'???'wird infolge der

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Chotek tn verwandtschaftliche Beziehunaen zunl Erzherzog ^ten. Der Gatte der Frau P-Umay, Graf Kinsky, war nämlich e,n Bruder der Grast» Wilhelmine Chotek, der verstorbenen Mutter der Komtesse Sophie.

.a ^"rstUch- Toleranz vor 150 Jahren. In wohl- thiieiidem Gegensatz zu dem kürzlich mitgetheilten Akt religiöser

' gegenüber dem Grafen Leo

Sol>tol jteht nachfolgende Anekdote, die das Badiscbc Museum" am de"'Markgrafen Karl Friedrich'von Baden peröffentlicht' Ms Z"^re 1751 eines Tages auf der Anerhahnen- jagd befand, erhielt er die Meldung, eme Schauspielerin sei aestorben und die Geistlichkeit weigere sich, sie kirchlich zu beerdigen. Einport über diese Uiidiildsamkeit, ließ er den Geistlichen bedenken, w">n man auf der Weigerung beharre, werde er selbst kommen und an der Spitze seines Geheimen Raths die Leiche zu Grabe geleiten.