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vro. 2SS. 48. Jahrgang.

Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ausgabe). Verlag: Langgasse 27.

21. Juni 1900. Leite st.

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and. Das Ansuchen wurde bewilligt unter der Bedingung daß der

chrgermeister die Kosten trage. Er sagte zu, um seine Mitbürger »u retten, hoffte aber, man werde schließlich doch keine Zahlung Aon ihm verlangen. Arge Täuschung! Dem braven Mann, der schon den größten Theil seines Vermögens verloren hat, wurde eine Rechnung über mehrere Tausend Pfund Sterling für gekaufte Lebensmittel präsentirt.

* Uo» englischen Goldkiiste. DasReuter'sche Bureau" meldet aus Prahsu vom 19. d. M.: Ein Theil der westafrikanischen Truppen unter Führung des Hauptmanns Wilson wurde auf dem Marsch von Bekwai nach Kwessa am 16. d. M. bei Essenkwante angegriffen. Der Feind wurde völlig geschlagen, aber Wilson und 10 Mann wurden gctödtet, 27 Mann verwundet.

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 21. Juni.

Die Kreissynode Wiesbaden-Stadt

war zu ihrer diesjährigen Tagung gestern in dem Gemeindehause m der Steingasse zusammengetreten. Als Vertreter des Konsistoriums war Herr Konsistorialprästdent vr. Ernst erschienen. Rach Er­öffnung der Verhandlungen durch Gesang und Gebet wurden zu­nächst die Bescheide des Konsistoriums bezüglich der vorig- jährigen Verhandlungen mitgetheilt. Danach erblickt das Konsistorium insbesondere in dem Schüler-Gottesdienst immer noch Schwierigkeiten, zu deren Beseitigung es sich ver­pflichtet erachte. Der Bericht über die kirchlichen und sittlichen Zustände bezeichnet den Kirchen- und Abend­mahlsbesuch in den drei Gemeinden als befriedigend. In der Ringkirchengcmeinde wird eine Zunahme konstatirt. Am Char- freitag betheiliglen sich 1085 Gemeindcglicder am Abendmahl und viele andere mußten wegen des zu großen Andranges auf die Theilnahme verzichten. Einen größeren Aufschwung verspricht sich der Bericht davon, daß die berufenen Vertreter der Gemeinden mehr als bisher sich um die Mängel und Schäden der Kirche bekümmerten und im Kirchenbesnch den Gemeindegliedern mit gutem Beispiel vorangingcn. Herr Landgerichtsdirektor de Niem wendet dagegen ein, daß seinen Erfahrungen nach gerade in Wiesbaden die Männerwelt in der Kirche stark vertreten sei. Herr Oberst­leutnant W i l h e l m i bezeichnet es als durchaus noth- wendig, daß die Morgen-Andacht in der G e- werben schule durch einen Geistlichen abgchalten werde. Herr Pfarrer Veesenmeyer hält das bei dem absoluten Mangel an hülfskräfte» für unmöglich. Die z. Z. hier wirkenden Geistlichen dürften nicht weiter belastet werden. Die Anstellung von einem oder zwei neuen Geistlichen sei dringend nothwendig. Sie wird auch mit Bezugnahme aufdie Seelsorge in den Krankenhäusern von der Synode als ein unabwersbares Bedürfniß bezeichnet. Die letztere Seelsorge wird gegenwärtig tm städtischen Krankenhause von den Herren Pfarrern Grein, Diehl und Risch, imRothen Kreuz" von Herrn Pfarrer Vecsen- meyer und in den beiden katholischen Krankenhäusern von Herrn Pfarrer Schüßler versehen. Die mit der K i r ch e n t a u f e gemachten Erfahrungen bezeichnet Herr Pfarrer Veesenmeyer als günstige. Er tritt dem Vorurtheil entgegen, daß die Haustaufevornehmer" sei und bezeichnet die sehr verbreitete Ansicht, daß die neue Ein­richtung aus Rücksicht auf die Pfarrer getroffen sei, als durchaus

« . Herr Landgerichtsdirektor de Niem bringt die Bcthciligung eistlichen an den Feuerbestattungen zur Sprache und tritt der Bestimmung entgegen, daß dies ohne Ornat geschehen müsse. Dieselbe seihet der starkcnZunahme der Kremationen, besonders hier in Wies­baden, unhaltbar. Wenn der Geistliche überhaupt als solcher auftrete, dann müsse er auch durch sein Ornat kenntlich sein. Nach sehr eingehender Besprechung dieses Gegenstandes wird beschloffen, auf der im Herbst stattfindenden Bezirkssynode die Aufhebung der Ver­fügung des Konsistoriums von 1894, welche die Mitwirkung der Geistlichen im Ornat verbietet, zu beantragen. Die kirchliche Armenpflege hat wieder sehr segensreich gewirkt. Der Armen­fond» der Bergkirchcngemeinde konnte dank der reichen freiwilligen Gaben der Gemeindeglieder auf 8000 Mk. gebracht werden. Den evangelischen Lehrern wird für ihre thatkräftige Unterstützung der Sammlungen desGustav Adolf - Vereins" besonders «dankt. Das Verhältniß zur katholischen Kirche wird als ein im allgemeinen sch ied lich-fried liches b^eichnet. Ucber die von dem Konsistorium vorgclcgte Frage: .Welcher Art sind die Ursachen des stetig zu beobachtenden Ruck-

B der Pfarrbesoldungsgefälle und mit welchen Mitteln kann > Uebelstande nach Möglichkeit abgeholfen werden", refcrirt err Oberstleutnant Wilhelmi. Dessen Anträge: 1. Herbei- ihrung der Genehmigung zur Beleihung der Liegenschaften mit 60% der ortsüblichen Taxe und 2. Ablösung der Frucht- besoldung, werden abgelchnt. Herr Wilhelm, berichtet so­dann über denVerein für weibliche Diakonie", owie dessen letzte Hauptversammlung und beantragt ich, diesem Verein einen Jahresbeitrag von 150 bis ... st. zu gewähren, was jedoch mit Rücksicht auf die Hauskollekte für diesen Zweck abgelchnt wird. - Nach dem Bericht des Herrn Direktors Strasburaer schließt die Rechnung in Einnahme und Ausgabe mit 24,000 Mk. ab. Nach Prüfung und Nichtigbefund der Rechnung wird dem Kasstrcr Dechargc crtheilt. Das noch auf der Tagesordnung stehende Referat über die Frage:Wie ist der sortmdungsunterricht nach den kirchlichen und socialen Forderungen der Gegenwart zu gestalten?" mußte wegen Unpäßlichkeit des Menten, Herrn Pfarrer Veesenmeyer, bis zu einer demnächst I'Efindenden außerordentlichen Kreissynode vertagt werden. Wegen WV°"MMtrctener Beschlußunfähigkeit der Versammlung mußte .die Wahl von 4Abgeordneten ndStellvertretern zurBezirks- sbj. o,, r Zu dieser außerordentlichen Kreissynode vertagt werden, ätsthlosseustundiger Dauer wird die Synode gegen 1 Uhr mit Gebet

Ke. Majestät der König non Dänemark empfing heute Nachmittag den Besuch Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Land- grafin von Hessen, welche um 3 Uhr 11 Min. von Frankfurt Mr eintraf. König Christian wird seine diesmalige Badekur auf «rt' a ® e . n ®* r ä* n und daher am nächsten Sonntag bereits unsere ii im lieber verlassen. Die Abreise erfolgt mit dem Schnellzug um Uhr 5 Min. Vormittags über München nach Gmunden.

Die uns vorliegenden beiden Programme, im Musikdirektor Bocttge für die beiden, morgen Freitag,

Badit^-^u stattfindenden Konzerte der Kapelle des verdienen ^rb- Grenadier -Regiments aufgestellt hat, ihren besondere Beachtung, vornehmlich durch

Konzerte So kommt z. B. ,n dem Nachmittags-

acwidmeMn ^^^"itarmarsch in einem Seiner Majestät dem Kaiser Werk von den ältesten Formen, d. h. vom 13. Jahr- verre- öur Gegenwart, zur Darstellung. Das Abend-Konzert " » llet ». A. den 1830er Pariser Nationalmnrsch, '

hi. ucn iöducr Parijer ucnrionaiinnr,cy, oie st

bu Knike?"^n ly und Rameau (17. Jahrhundert) bis auf Wag 20 Wilhelm-Jagd auf Kaltenbronn, Phantasie-Stück

liedrm^n^-Horner, den Todtcntanz vo» S ~

V> nckennen"i'st'^ ° Klangwirkung jedes ei

die Kom- ner,

... für

Saint-Saöns, Volks- einzelilen Instrumentes

o. Ehrung Gntenbrrgo. Einem Ersuchen hiesiger Jnter- der m"' ""iäßlich der 500-jährigen Gutenbergfeier den Erfinder fiel Ut ^ rucfcr ^ un ft' wie dies bereits anderwärts so vielfach gc- «to»^"ch hier dadurch zu ehren, daß ein Platz oder eine Straße aeft- 111 ^ unn" werde, entsprechend, hat der Magistrat in seiner vrninv" Sitzung beschlossen, die an der verlängerten Oranicnstraße fA, r «*' als Südschule bezeichncte SchuleGutenberg- ^«neunoi, Unb ^ leieU diatz daselbstG utenbcrgp latz" zu

Die Zurilflungen zum Gutenbergfeste llendct. Eine reiche Zahl von Gästen Seine Kgl. Hoheit, Grobherzog Ernst

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toirb iVim nahezu vollendet. Eine reiche Zahl von Gasten

zum Feste eiiltreffen.

Ludwig von Hessen, Vertreter der verschiedenen Staaten und

Städte und zahlreiche Gelehrte des In- und Auslandes haben ihr Erscheinen zugesagt. Gleichzeitig tagen die Jahresversammlungen der Buchdrucker und Journalisten in Mainz. Zwei Festschriften, eine, an der Gelehrte aller Länder mitgearbeitet haben, und eine solche von Mainzer Herren, sind erschienen. Die überreich be­schickte typographische Ausstellung wird pünktlich am Samstag, den 23. Juni, eröffnest Am Sonntag ist große akademische Feier und darauf Huldigung am Denkmal. Ein Festessen am Nachmittag und ein Kommers am Abend füllen

den Rest des Tages aus. Montag, den 25.. findet der

große Festzug statt. Zahlreiche Fremde haben bereits Fenster ge- miethet oder ans den Tribünen Plätze belegt. Man hat bereits eine Erweiterung der Tribünen, die an bevorzugten Stellen er­richtet sind, voruehnien müssen. Karten zu denselben sind zu 5 Mk. zu haben. Am Abend vereinigen sich die Zugtheilnehmer zu einem Kostümfest in der Stadthalle, zu deren Garten noch der Brücken- platzhjnzugenommen wurde, um ein Lager der Zünfte zu arrangiren. Am Dienstag ist großes Volksfest in der Stadthalle und eine Rhein- fnhrt, die in der That großartig zu werden verspricht. In Bingen und Eltville hält die Flottille an. Ein vorzüglicher Trunk ist von den beiden Weinstädten für die Festgäste bereit gestellt. Abends I wird das Rheinufer illuminirt. Wir sehen, die Mainzer strengen sich an, ihren größten Mitbürger gebührend zu feiern. Am ^ontag, ben 25 er., wird das neue BootGutenberq" (Festschrff) bei Gelegenheit des großen Festzuges in Mainz tm Anschluß an die Wiesbnden-Bicbricher Straßenbahn folgende Extrafahrten ausführen: Vormittags 8, 9. 10 und 11 Uhr von Biebrich nach Mainz. Nachmittags 27-, 37» und 47- Uhr von Mainz nach Biebrich.

, »-Todesfälle. Gestern ist der im Ruhestand hier lebende Geh. Bergrath und Oberbergrath a. D. Adalbert Noeggerath un beinahe vollendeten 68. Lebensjahr gestorben. Herr Peter Baldes, welcher seit der Eröffnung des städtischen Brausebads auf dem alten Friedhof an der Kirchhofsgnsse den Dienst als Bad- Ester zu allgemeiner Zufriedenheit versah, ist gestern nach längerem schweren Leiden im Alter von 63 Jahren gestorben.

o. Schwurgericht. Als neunter Fall gelangt am Dienstag, den 26. d. M., die Anklage gegen den Schlossergescllen Karl Untze von Sindlingen wegen Münzverbrechens zur Verhandlung. Ver- theidiger ist Herr Rechtsanwalt Kullmann hier.

Zum KootsungUick bei Rüdesheim. Bei St. Goars­hausen wurde nun auch die Leiche der bei dem Bootsunfall ums Leben gekommenen Frau Badior aus Frairkfurt a. M. geländet. Es fehlen dis jetzt noch drei Leichen der bei dem schauerlichen Vor­fall Verunglückten.

_ Postorrkestr. Bei dem hiesigen Postamt besteht schon seit vielen Jahren die Einrichtung, daß die Briefträger zur Empfangnahme der Zeitungsgelder von den Beziehern auf Grund der diesen übersandten Rechnungen und zur Vermittelung der Erneuerung des Abonnements ermächtigt sind. Nachdem in den letzten Tagen wieder die Ausgabe der Rechnungen für das dritte Vierteljahr stattgefunden hat, wird auf diese sowohl im Interesse der Bezieher als auch zur Entlastung der Postfchalter getroffene Einrichtung von Neuem hingewiesen.

Spurlos verschwunden ist seit dem 9. Mai ein junger, 17-jähriger Koch, Sohn hiesiger achtbarer Eltern. Derselbe war in einem Badhaus am Kranzplatz in Stellung. Am Morgen des 9. Mai zwischen 78 Uhr entfernte er sich nach unbedeutenden Differenzen, angeblich durch die Spicgelgasse. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Da der Vermißte ohne weitere Kleidung, ohne Geld und ohne Papiere war, so ist ein Unfall nicht ausgeschlossen.

Strnrr. Die Steuerpflichtige» der Straßen mit den Anfangsbuchstaben 8, '1, 17, V find zur Entrichtung der I.Steuer- ratc auf Freitag, den 22., Samstag, den 23., und Montag, den 25. Juni, aufgefordert.

-Kleine Notizen. Die Vakanzenliste für Militär- Anwärter Nr. 25 ist in unserer Expedition unentgeltlich ein- zufehen. 1451 eiserne Kreuze sind nach derParole" zur Zeit noch im ganzen deutschen Heere vorhanden. Darunter ist die erste Klasse nur noch 62 Mal vertreten.

Cronberg, 21. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin tra heute Nachmittag %5 Uhr mit ihrer Schwester, der Frau Herzogin von Glücksburg, zum Besuche Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichshof ein und fuhr nach dem Thee um 6 Uhr nach Honiburg zurück.

* Kimigstein, 20. Juni. Die Ankunft Ihrer Kgl. Hoheit der Frau Großherzogin von Luxemburg mit Gefolge wird, neuester Nachricht zufolge, morgen Abend erfolgen. Diener­schaft und Marstall trafen bereits hier ein.

Q Main?, 21. Juni. Rheinpegel: 1 m66 vm Vormittags gegen 1 m 64 cm am gestrigen Vormittag.

Gerichtslaat.

<l. Wiesbaden, 20. Juni. (Schwurgericht.) Die Ver­handlung gegen den früheren Kreisvollziehungsbeamten S ch n> i d t ans Griesheim wegen Verbrechens im Amte wurde kurz vor 1 Uhr ver­tagt und um 3 Uhr mit der Vernelimung eines Thcils der Jeugcn, meistens Bürgermeister und Kaufleute vom Lande, wieder anf- genommen. Durch die Zeugen wurde das, was der Angeklagte zu­gestand und was der Sachverständige, Herr Krcisausschuß-Sckrctär Hauser in seinem umfangreichen Gutachten zu Tage förderte, bestätigt. Wenn der Angeklagte auch nicht geisteskrank oder geistig minder- werthig ist, so weiß doch ein Hcilgehülfc zu berichten, daß er sich bei ihm sehr häufig wegen immer wiedcrkchrenden Kopfwehs habe behandeln lasten. Dadurch, daß sich Schmidt zur Bewältigung seiner Geschäfte einen Schrcibgehülfen halten mußte, der fast jeden Abend zwei Stunden bei ihm arbeitete und dafür 40 Pf. pro Stunde vergütet bekam, haben sich seine Ausgaben ziemlich erhöht. Daß der Angeklagte oder die Frau des Angeklagten besonders verschwenderisch gelebt hätte», weiß kein Zeuge zu sagen. Schmidt hatte u. A. auch behauptet, er hätte so viel zu thun gehabt, daß sich daraus naturgeniäß eine gewisse unordentliche Führung seiner Bücher ergeben habe. Sein' Amtsnachfolger, der einen wesentlich höheren Betrag an Gebühren erzielt (etwa 300 Mk. monatlich) und demgemäß auch mehr Arbeit hat, erklärt, daß er sehr gut damit fertig werde, auch ohne Gehülfe. Die Herren Geschworenen sprachen den Angeklagten der Unterschlasinng im Amte, verbniiden niit Urkundenfälschung, schuldig und billigten ihm mildernde Umstände zu. Der Herr Vertreter der Kal. Staatsanwaltschaft beantragt eine Gcfängnißstrafe von 1 Jahr 6 Monaten und Verlust der vürger- lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren, soivie den An­geklagten in Hast zu nehmen. Das Urtheil, welches gestern Abend 6 Uhr verkündet wurde, lautete: Der Angeklagte wird zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahr verurtheilt, auf welche sechs Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angercchnct werden. Von Erlassung eines Haftbefehls wird in Rücksicht auf die erkannte niedrige Strafe und die Verhältnisse des Angeklagten, die ihn nicht fluchtverdächtig erscheinen lassen, abgesehen.

ä. Miesb»idrn, 21. Juni. (Schwurgericht). Der Ge­richtshof setzt sich zusammen aus den Herren: Landgcrichtsrath Lossen, Vorsitzender. Landgcrichtsrath Stammler und Assessor P r o p p i n g , Beisitzer. Die Anklagebchördc ist durch Herrn Assessor Nr. Weismann vertreten; der des Verbrechens der versuchten Nothßucht angeklagte Bergmann Jakob Klein aus Dahlheim wird von Herrn Rechtsanwalt vr. Hehncr vertheidigt. Protokollführer ist Herr Referendar Doffletn. Der Angeklagte ist 1880 in Dahlheim geboren, steht in keinem Militär- verhältiiiß, ist noch nicht vorbestraft und befindet sich seit dem 10. März d. I. in Untersuchungshaft im Amtsgerichtsgefängniß zu Braubach. Am 10. März d. I. ist der Angeklagte, angeblich in arg be­trunkenem Zustand, auf der Straße zwischen dem Dinkholdcrthal und

! Branbach der ledigen Elisabethe Schwarz von Braubach beg dre sich rn Gesell,chaft eines etwa 7 Jahre alten Kindes befand/Bei dieserGelegenheit soll sich der Angeklagte des ihm zur Last gelegten Ver­brechens, chuldig gemacht haben. Zur Aufklärung der Sachlage waren TZeugeil und ein Sachverständiger geladen. Die Herren Geschworenen sprachen den Angeklagten der versuchten Nothzucht schuldig unter Annahme mildernder Umstande. Das Urtheil lautete: Der An- geklngte wird zu einer Gefängnißstrafe von 9 Monaten verurtheilt. Dre Untersuchungshaft anzurechnen. lag kein Grund vor. da der Angeklagte von Anfang bis zuletzt hartnäckig geleugnet hat. Damit war die Verhandlung kurz nach 12 Uhr beendigt.

Spor».

* Kid Kr-euznach. DerNah cth al - Renn - Verein« eröffnet nächsten Tamstag, den 23. Juni, die Reihe der für diese Saison geplamen größeren Festlichkeiten. Wie wir schon mittheilten, 'JLA'* BethelligiiNsi von Seiten der Pferdebesitzer, speziell aus Offizierskreoen, die,cs ^ahr eine außerordentliche und werden ver- chiedene hervorragende Pferde, welche sich bereits auf großen Renn­plätzen einen Namen erworben, auch iliimnehr in Kreuznach versuchen, den Sieg ft-r sich zu behaupten. Für die mit dem Rennen ver- buiidenen Festlichkeite» sowohl auf dem Reimplatz wie im Kurpark ist wieder ein vorzügliches Programm ausgestellt unb außer der gurfapelle lütter ipcvrn&apellnteiftev Sauers Geltung das renommirtö Trompeter-Corps des 2. Großherzoglich 5,ess. Dragoner-Regiments (Lelb-Dragoner-Neglment) Nr. 24 gewonnen worden. Auch Herr Direktor Graßl wird mit seiner hier gut eingeführtcn Künstlerschaar durch eine besondere Festvorstellung allen Tbcatcrfrcnnden einen vergnügten Abend bieten. Während Samstag, den 23. Juni, Abends, das Großherzogl Trompeter-Corps mit der Kurkapellc ein Doppel- Konzert m dem festlich beleuchteten Kurpark veranstaltet, konzertirt dieselbe Sonntag, den 24. Juni, Abends nach dem Rennen auf der Kaiterau . die Kurkapellc wie üblich im Kurpark. Sonntag Vor- mittag.11 Uhr findet Frühschoppen-Konzert im Kurpark statt und Nach»"".:«« werden die Rennen fortgesetzt. Totalisatorbetrieb für die Mitglieder desNahethal-Renn-Vereins" ist eingerichtet und der Restauratioiisbetrccb auf dem Rennplatz wieder in den bewährten Händen des Herrn Restaurateurs Sondng.

Der Krieg in Südafrika.

M'"«l«es. 21. Juni. (Meldung desReuter, scher, Bureaus ) Der amerikanische Hauptmann Loosberg, welcher Buren-Art,llcrle d,ent. ist hier eingctrosfe» und theilte mit, daß die Mumtloiisfabrik von Transvaal jetzt sich in Lydenbura befinde. Dewet habe 6000 Mann im Oranjeriver-Staat und Botha WOO Mami rn Transvaal. Außerdem seien 1500Mann in tleme Abtheilungcn getheilt.

Letzte Nachrichten.

tloniiiieuial-Tciegravvett-Somvogiile.

Pari», 21. Juni. Die Vereinigung der Civilingcnieure Frankreichs gab den zur Weltaiisstelliina entsandten Ingenieuren Deuttchlands, Englands und Ocstekreich-Uiigarns ein Bankett. Der Präsident der französischen Ingenieure brachte einen Trink. spruch auf den Präsidenten Lonbet und die Herrscher Deutschlands, Englands und Oesterreichs aus. Ingenieur Diesel antwortete im Namen der dentschen Ingenieure.

Madrid, 21. Juni. Die Zwangsvollstreckungen gegen die Kaufleute, welche die Steuern nicht zahlten, begannen. Die Ordnung wurde nicht gestört. Die Agitation besteht fort.

Philadelphia, 20. Juni. Die Platform der republikanischen Partei erklärt, daß der Schutzzoll und der Mono­metallismus die Wohlfahrt des Landes zur Folge hatten. Die republikanische Partei sprach sich stets für den Mono- metalllsmus ans und werde sich energisch der freien, unbeschränkten Silberpragiing widersetzc» und keine Maßregeln in dieser Richtung zulassen, wofern sie nicht von den hauptsächlichsten handeltreibenden Nationen der Welt unterstützt würden. Die Platform verurtheilt die Syndikate für wucherischen Waarenauskauf, welche den Handel beschrankten, die Produktion begrenzen und die Preise beherrschen. Man müsse Gesetze schaffen, um diese Mißbrauche zu verhiiidern. Die Platform spricht sich so­dann für die Reziprozität aus und tritt für eine Gesetz­gebung ein, die noch mehr die Einwanderung der Fremden be­schrankt, die nach Amerika kämen, um den amerikanischen Arbeitern Konkurrenz zu machen. Transoceanische Kanäle müßten erbaut und unter den Schutz der Vereinigten Staaten gestellt werden, welche über dieselben das Eigenthumsrecht und die ausschließliche Verwaltung haben sollten. - Die Platform der republikanischen Partei hebt weiter hervor, daß Mac Kinlcy die Vereinigten Staaten zu keinen Vundmsscn mit europäischen Staaten veranlaßt habe, daß dre Interessen Amerikas auf Samoa dadurch gewahrt wurde», daß dasselbe die wichtigste Insel mit dem besten Hafen erhalten habe, daß ferner Hawaii Amerika angegliedert worden sei, und daß Amerika in dem Kampf Englands mit den südafrikanischen Republiken seine guten Dienste angeboten habe. Die Platform bekräftigt die Monroedoktrin und erklärt, die Regierung müsse die Politik der Nichteinmischnng bei Streitigkeiten in Europa fortsetzen. Nichtsdestoweniger hege das amerikänische Volk den heißen Wunsch, daß sich bald für England und für die sudafrlkanlschen Republiken ein ehrenvoller Weg finde, den gegen- wiirtigen 51ampf zu beendigen. Die Platform billigt die Haltung Mac Kinleys in der Philippinenfrage und die Versprechungen be- ziiglich der Nnabhängigkcit und der Autonomie Cubas.' Die Platform wurde von den Vertretern der republikanischen Partei durch Acclamation angenommen.

Deveicvendüreau Lerold

Ro»», 21. Juni. Die Bemühungen Saraccos, ein Kabinett ju bilden, sind bisher erfolglos geblieben. Visconti Vcnosta iveigcrte ich entschieden, an die Spitze des Auswärtigen Amts zu treten. Eine andere Persönlichkeit findet sich für diesen wichtigen Posten 'ehr schwer. __

vb. Kerlli,, 21. Juni. Gestern Abend fanden auf der Thcil- strcckc der hiesigen elektrischen Hochbahn die ersten Probe- ahrtcn statt, welche allgemein bcfnedigend ausficlcn.

rA d - München. 21. Juni. Aus Berchtesgaden wird ge­meldet, daß die beiden seit dem 5. d. M. vermißten Münchener Studenten Georg Klette und Otto Schcer aus München gestern Nachmittag von mehreren Bergführern am Watzmanu todt aufgefundcn wurde».

Volkswirrkschaftttchss.

L''uMu,a,'llt ;u Wiesbaden vom 21. Juni. 100 Mo- gramni Weizen - Mk. - Pf. bis - Mk. - Pf 100 Kiloaramm W'iZ df- bis Mk. Pf. 100 Kilogramm Gerste Pf-^ls Mk. Pf. 100 Kilogramm Hafir 15 Mk. 77 dsi lnS 15 Mk. 80 Pf. 100 Kiloaranlm Nichtstroh 3 Mk. 40 Pf. b)s 4 Mx 100 Kilogramm Heu 8 Mk. Pf. bis 8 Mk. <>0 Pf. Angefahrcn waren: 8 Wagen mit Frucht und 15 Wagen mit Heu und Stroh.

Frucht, narbt » Limburg voin 20. Juni. Die Preise

stellen sich: Rother Weizen (neuer) pro Malter 13 Mk. 76 Pf^ pro 100 Kilo 17 Mk. 18 Pf.. Weißer Weizen pro Malter - Mk

Pf., pro lOO Kilo-Mk.Pf., Korn (neues) pro Malter 12 Mk.

Pf., pro 100 Kilo 16 Mk. Pf., Gerste pro Malter Mk

- Pf., pro 100 Kilo - Mk. - Pf., Hafer (neuer) pro Ma er 7 SM 70 Pf., pro 100 Kilo 15 Mk. 40 Pf., Erbsen pro lOO Kilo -Mk

- Pf., Kartoffeln pro 50 Kilo Mk. Pf.

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