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No. »77. 48. Jahrgang.

Wiesbadener Lagblatt (Abend-Änsgabe). Verlag: Langgaffe »7.

18. Jnni 1900. Seite 3.

Wir schließen unseren Bericht mit den beiden letzten Versen des

Wegweisers, indem wir glauben, ein jeder Besucher des schönen Festes wird mit einkimmen in das Hoch, welches der Königin des­selben darin gezollt wird. Nicht zum wenigsten die Wohlfahrts- Einrichtungen unserer Stadt, welchen der Ertrag zugedacht ist, denn inch in diesem Punkte ist, wie wir hören, der Erfolg nicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Ja, jetzt wird Dir das Scheiden schwer, nicht wahr?

Du ahntest nicht, wie schön und wunderbar Hier unten» weiten blauen Hinnnclszclt Sich dehnt und streckt ein Fleckchen Zauberwelt.

Das könnt' auch nur ein .Weber" fein ersinnen Zu Ehren unsrer Blumenköniginnen.

Doch weißt Du was? Ich glaub', jetzt war' es nett.

Wir eilten schnell hinunter zum Büffctt!

Ein Gläschen Sekt, ich »ehm es dankbar hin:

Hoch lebe dieses Festes Königin!

Schaust nach der Uhr? Glaubst gar. seist lang geblieben.

Nun denn: Adien, mein Freund! Grüß Deine Lieben!

Persons-Nachrichten. Der GesangvereinLiederkranz" in Schwanheim ernannte Herrn Lehrer W. Geis Hierselbst zum Ehrenmitglied.

Königliche Schauspiele. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Freitag, den 22. d. M stattCarmen" die Oper Die lustigen Weiber von Windsor" und am Samstag, den 23. Juni,Cavalleria rueticana undDer Bajazzo" zur Auf­führung kommen.

Don der Saalbnrg. Die eigentliche Grundstein­legung zum Reichslimesmuseum der Saalburg soll, dem Ver­nehmen desTaunusb." nach, auf Wunsch Sr. Majestät des Kaisers in seiner Gegenwart in der Mitte des Monats August in besonders feierlicher Weise stattstndcn. Herr Intendant Kammer­herr v. Hülsen, welcher vom Kaiser mit den Vorbereitungen zu diesem Fest betraut worden ist, war am Samstag in Homburg und fuhr in Begleitung des Herrn Bauraths Jacobi zur Saalburg.

v. Gartenfest. Wenn das am Samstag von der Kur­verwaltung veranstaltete Gartenfest sich auch nur auf die Abend­stunden beschränkte, also ein sog.halbes Gartenfest" war, so wies dasselbe doch ein Programm auf, welches seine Anziehungskraft nicht verfehlte. Der Besuch war ein recht zahlreicher. Das zu diesen, Abeiidfcst heraugezogene, hier bereits vortheilhaft bekannte S ü d d e u t s ch e M ä n n e r - D o p p e l - Q u a r t e t t" ersch ien diesmal in fast ganz neuer Besetzung. Die Herren, lauter Mitglieder größerer Theater, verfügen ohne Ausnahme über kräftige, uangvolle Stimmen, welche ihre gut gewählten Vorträge, was sonst so kleinen Sängervereimgungcn im Freien nur selten gelingt, auch zur vollen Geltung kommen ließen. Freilich, auch ein Doppelquartett, und wenn es noch so gut besetzt ist, klingt auf größere Entfernungen hin dünn; den großen Konzert­platz im Kurgarten vermag nur ein voller, kräftiger Männerchor auszufüllen. Dazu bieten, wie die Erfahrung gelehrt hat, die hiesigen größeren Gesangvereine eine recht günstige Gelegenheit, und die Kurverwaltung würde fich gewiß Einheimische wie Fremde zu Dank verpstichten, wenn sie von derselben häufiger Gebrauch macke. Neben den beifällig aufgenommenen Gesangsvorträgen bot der Abend noch ein Doppel-Konzert der Knrkapelle niit Herrn Musik­direktor Lüstirer an der Spitze und der Regimentsmusik des Füsilier-Regiments v. Gersdorff unter Leitung des Corpsführers Herrn Höcht, sowie ein von Herrn A. Becker hier ausacführtcs Feuerwerk, das neben anderen Effektstücken, wieSiegfrieds Kampf mit dem Drachen", ein Blumenkorb, der sich öffnete und Kerne Sträußchen auswarf, ztvei über den Weiher marschircnde Soldaten rc., ein großes C mit Krone, eine Aufmerksamkeit der Kurverwaltung gegen den langjährigen erlauchten Kurgast Wiesbadens, den gege^ärtig wieder hier weilenden König Christian von Dänemark, zeigte. Wahrend der Namenszug des Königs in Buntfeuer erstrahlte, sprelte drc Krrrkapelle die dänische Hymne.

T RHkiufahrt. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Dkruiin für die Lösrurg der Theilnehmerkartcn zu der am Donnerstag dieser Woche stattfindenden Rheinfahrt der Kurverwaltung morgen, Dienstag, Nachmittag abläuft, da, wie dies stets bei diesen Ver­anstaltungen der Fall ist, die feste Bestellung des Schiffes, der Mtraznge, des gemeinschaftlichen Mittagsmahles re. bis Dienstag Mittag erfolgen muß.

Fe«rrn»rhr-Ibi1irn>n. Die ersten Vorbereitungen zu 5 V . u ,P b 0- August d. I. stattfindenden 50-jährigen Zubelfeste der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr sind getroffen, die «uslchusse mit allen Arbeiten emsig beschäftigt, die Einladungen ^.^"auswärtigen Wehren ergangen, das Programm endgültig estgesetzt. Es unterliegt im Hinblick auf die gemeinnützige Wirksam- aüL.frt und bei der Bereitwilligkeit des Magistrats, der

fix ?! 1 r ltn 9 ftt»« weitestgehende Unterstützung angedeihen zu Zweifel, daß die Feier sich zu einem wahren Volksfest Einwohnerschaft gestalten wird. Außer den Fcuer- äwi?^M^°zl^Wiesbadenund denbefreundeteuWehren letlioen ausnahmslos alle hiesigen Vereine be-

«®2* ^Mrift Die Geschichte der freiwilligen Feuer- ifreahr w re 1s "an dem Preßausschuß in Druck gegeben, und zur Künstlern auch von unseren heimischen

setz sichaus,mrhL^ ,d)t l fnrten Nicht fehlen. Der Ehrenansschuß Oberb,rÄc? ben Arren zusammen: Dr. jur. C. v. Jbcll, Seb 6 iT'T' isS® ll#0 %! ubtr ' Dr - Bergas, Jnstizrath, Mit- Feu"-webr-!>rr-i^i°^Fa"»nlsston des Magistrats. ^ vr. Cuntz, Fe datticktHM- 'rn Knrdirektor. Chr. Gaab, Rentier,

iüraeSf Stadt Wiesbaden. I. Heß,

Kgl 8 ©dinnfhtri? 0, cn * % Kammcrherr, Intendant der H Rcuscl^Ä,m^aa^^>?an Ratibor, Kgl. Polizeipräsident, Versalnmlilila""^bLnkdwektor) Vorsitzender der Stadtverordneten- Kql Kann, Sartorius, Landcsdirektor, Graf v. Schlieffen, V.0 Wachwi ^ .^"ndrath, Tamm. Kaiser!. Postdircktor,

v. Gersdorff (fr/rn m'"^n^^'N"ndant des Füsilier-Regiments

»MM 8 Scheuwr BrLdkrekto^' ^

llärtner Eack A® Crrn ^»st- und Handels- haiidlun» nn! ® * J? blct ' beai Inhaber der bekannten Blunien- für die am ber ^ rcnB ° ae Ruf als Preisrichter

Frankfurt n snj *" ® re !. tafl ' den 22. Juni, im Palmengarten zu Ausstelluna aia,«/ 1 "öffnende Allgenieinc Deutsche Biiidekunst-

o Hu m 8 n . nflen ', ^ en Becker wird demselben entsprechen.

der Ecke des Römc/bera«'stisten, wieder, und zwar diesmal an Ein in bet etdÄB Roderstraße, eine gefährliche Rolle. '.Uhr Nachmittags von einem Bur?ck^!°'u" wurde darbst gegen 't. überfallen und in b ,, Ä"' der angeblich Fuhrknecht

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ist. , ... diese Rohheit an große Aufregung

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enge» derselben e noch größer,

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Der Wagen ging dem Kind Ihf? »? b ** V 8 Bierstadt überfahren, «neu Knocheubruch verursacht bC »>o*tf 11 8 1,1 unb hat vcrmurhlich Rrzt dem Berichten dieerste' l '/ bet Rähe wohnender rr S" seinen Eltern gebracht angedeihen lasse», wurde

Menschenansammlung zur kolac ' nil^ datte sofort eine große Mann, ein Verschulden trifft, stehtÄhin" ^^handler. einen alten

> Kleine Notizen. DerMänner-Turnverein" wird

heute Abend seine Sieger vom F-ldbergfest mit Musik am Bahnhof abholen. Die Turner werden mit dem Zuge 8 Uhr 36 Min. mit der Hess. Ludwigsbahn hier eintrcffen. Freitag, den 22. Juni, Abends 8 Uhr, beginnt in der Stenographieschnle (Lehr- straße 10) ein Ansängerkursus im Einigungssystem Stolze-Schrey. Anmeldiiiigen werden bei Beginn des Unterrichts eiltgegeiigenommen.

- Lrrittd-n-Drr-In-hr. Zugang in der verflossenen Woche nach der täglichen Lrste desBade-Blatt" 214-1 Personen.

A M»in?, 18. Juni. Rheinpegel: 1 m63Vormittags gegen 1 m 63 cm am gestrigen Vorinittag.

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Zport.

^ , * ®'*««*f* , 2Bi r verfehlen nicht, darauf aufmerksam zu machen, daß derEiskuib' drei weitere Plätze, nach seinem besonderen Ver­fahren fertlggestettt und mit allerbestem Zubehör ansgestattet, dem Piiblikiim bereits zur Verfügung gestellt bat. Der Zuspruch zu den fünf nunmehr fertigen Spielplätzen ist ein sehr reger.

GrrichlssüaL.

.. Wiesbaden. 18. Juni. (Schwurgericht.) Diezweite diesjährige schwiirgericktstagiiiig wurde heute Vormittag eröffnet. Der Gerichtshof bildete sich bei der ersten Sitzung aus den Herren Landgerichtsrath L o s s c n, Vorsitzeiider.Landqcrichtsrath W i l h e l m i und Landrichter Travers, Beisitzer. Die Kgl. Staatsanwaltschaft vertritt Herr Erster Staatsanwalt Meyer persönlich; Protokoll­führer ist Herr Referendar vr. Stumpf. Zur Verhandlung gelangen zwei Verbrechen, ein Kindesmord, welcher der ziemlich jngend- lichen Dienstniagd Katharine Selg e n aus S o nnenb er g zur Last gelegt wird und ein NotbziichtSversuch, dessen der Taglöhner Michael Meyer aus Ed dersheim beschuldigt ist. Beide Ber- haiidlungeii finden hinter verschlossenen Thüren statt, welche sofort nach der Bildiing der Geschworenenbank verschloffen wurden. Die Angeklagten werden beide von Herrn Rechtsanwalt vr. Hassel­bach vertreten. Zum Fall Selgen sind 12 Zeugen und 1 Sach­verständiger geladen. Um >/-1 Uhr wird in d'icsem Fall das Urthcil dahin verkündet: die Angeklagte Selgen wird zu einer Gefnllgnißstrafe von 2 Jahren verurtheilt. Aus diese Strafe werden 3 Monate für erlittene Untersuchungshaft angerechnet.

Uebrr dkr.Giuweihuug des Glde-TrnVe- Km?a!s

wird ans Lübeck von Samstag berichtet: Die Stadt ist überaus glanzend geschmückt. Die preußischen Minister trafen mittels Son.derzriges ei». Der offizielle Einpfang der Festgäste fand im Audienz,aale des Rathhauses statt. Um 11>/- Uhr erfolgte die Begrüßung durch den Bürgermeister vr. Klug. Wasserban-Dircktor Rehde gab an der Hand graphischer Tafeln eine" Darstellung der Anlage und Bedcutiing des iianalbaueS. Nachdem Vertreter ver­schiedener Städte ihre Glückwünsche dargcbracht hatten, fand ein Frühstück im Hause der G ffellschaft zur Förderung gemeinnütziger Thatlgkeit statt. Der Kaiser wurde um 4'/- Uhr erwartet/ Er beabsicht'gtc, um b a U Uhr wieder abzurciscii.

Liisrrckt, 16. Juni. Die Ankunft des Kaisers erfolgte bei herrlichstem Wetter um Uhr Nachmittags. Der Kaiser trug Admlrals-Uniforin. Der Kaiser bestieg mit Bürgermeister vr. Klug eine zweispännige Equipage und fuhr um die Nälle zum Kaiser­thor am Kanal. Hier bestieg der Kaiser den DampferLubeca", der alsbald die 5kaifersta,idarte hißte und sich nach dem Kanalhafen m Bewegung fetzte. Die kurze L-trecke vom Anlegeplatz bis zum Kaiserpavillon legte der Kaiser zn Wagen zurück. Nachdem der Kaiser die Front der Ehrencompagnie abqeschrittcn und die direkten Vorgesetzten derselben begrüßt hatte, betrat er den Pavillon. In diesem Augenblick stimmte ein Chor von 400 Personen die von Professor Stiehl komponirte Festkantate an. Der präsidirende Bürgermeister Dr. Klug nahm sodann das Wort und dankte Seiner Majestät für sein Erscheinen. Er betonte die Bedeutung der neuen Verbindung der Elde mit der Ostsee und die Nothwendigkcit, bei dem blühenden Wirthschaftsleben des Vaterlandes neben den L-chicnenwegen Wasserwege zu schaffen. Die alte Hauptstadt der Hansa sei berufen, dein neuen Verkehrsweg als Stützpunkt zu dienen. Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, welches doiinernden Widerhall fand. , Alsbald wurden die Nationalhymne an- gestniinit nnd drei Strophen von den Anwesenden gesungen. Der Kaiser, welcher dem prasidirenden Bürgermeister vr. Klug die Hand gereicht hatte, trat nun vor lind hieit folgende Rede:Ich spreche der Stadt Lübeck von ganzem Herzen Meinen Glückwunsch zu dem heutigen Tag aus. Voraii schicke Ich Meinen herzlichen Dank für den wundervollen Empfang, den Sie Rtir bereitet haben. Ich habe ans der Haltung und den Mienen der Lübecker gelesen, wie freudig bewegt Ihre Herzen heute sind; denn Sie wissen, daß auch Ich regen Antheil nehme an Dem, was Ihre Geinüther bewegt. Möge der Kanal, den Sie mit unverwüstlicher hanseatischer Thatkraft in Angriff genommen haben, in jeder Beziehung Ihren Erwartlliigen entsprechen! Ich hege die Ueberzeugung, das wird er thun. Sie sehen an dem fertiggestellte» Werke, was es für eine Bedeutung hat, daß ein einiges deutsches Reich besteht. Was Lübeck war, Berbauft cs den deutschen Kaisern, und was Lübeck jetzt ist, verdankt es dem Deutschen Reiche. So möge sich über­all in unserem Reiche und Volke die lleberzeiigung immer mehr Bahn brechen, daß durch das Wiedererstehen und Erstarken desDentschen Reiches jene alten Aufgaben von Ncueiii an uns herantretcn, die durch die Uneinigkeft unserer Vorfahren leider ver­loren giiigen und nicht gelöst werden konnten. Zuversichtlich hoffe Ich, daß unter Meinem Schutze Lübeck sich weiter entwickeln wird. Ich würde diese Hoffnung nicht mit der Freudigkeit anssprechcn können, wenn Ich nicht jetzt vor Ihnen stände, freudig gehoben dadurch, daß wir die Aussicht haben, einmal eine deutsche Flotte zu bekommen. (Lebhaftes Bravo.) Für eine Seestadt kann ein Kaiser nur dann den Schlitz übernehmen, wenn er ihre Flagge, sei es die lübische, sei es die hamburgische, sei es die bremische, sei cs die Preußische, bis in die entferntesten Fernen der Welt durch seine Kanonen schützen kann. (Erneutes Bravo.) Möge es »ns dcriu vergönnt sein, durch den Ausbau unserer Flotte nach außen den Frieden miterhalten zn könncn, mid möge es uns gelingen, durch den Ausbau nnserer Kanäle im Inneren die Erleichterung des Verkehrs zu erreichen, deren wir bedürfen! Der Segen wirb bei unseren Wasserstraßen niemals ausbleiben." (Lebhaftes Bravo und Hochrufe.) Der Kaiser uliterhielt fich sodann noch eine Zeit lang mit den Würdenträgern nnd fuhr darauf sofort znm Bahnhof durch das alte Burgthor, von der Spalier bildenden Rienge jubelnd begrüßt.

w6. Lübeck, 17. Juni. Der Kaiser verlieh dem banseatischen Gesaildtcii in Berlin, vr. Klügmann, den Kronenorden 1. Kl. Stnaisminister v. Miguel führte in seiner gestern Abend gehaltenen Rede ans, man wisse, welche Besorgnisse und Befürchtungen an alle Berbeflerniigen der Verkehrswege gekmipft werden. Man wisse aber auch, daß, wenn die Verkehrsmittel einmal da seien, die Sorgen verschwinden und unter den Wohlthaten nnd de», Segen, die'sie verbreiten, vergessen werden. In den Parlamenten halte cs oft schwer, diese Befürchtungen zn überwinden, wie dies auch bei dem Mittellandkanal sei. Er (der Minister) habe den Zuschuß Preußens znm Elbc-Trave-Kanal im Landtag verirete» und nie sei ihm eine Vorlage leichter geworden. VielWägen imd Wagen" habe für Lübeck dazu gehört, die Opfer auf sich zu nehmen, aber auch Preußen komme der Kanal in hohem Grade zn Gute; es gewinne das Vorderland und hoffe, mit den skandinavischen Staaten durch Lübeck erst recht in eine intime und freundliche Ver­bindung zu kommen. Die Znkiiiift der glorreichen Stadt Lübeck möge ihrer Vergangenheit gleichen. Minister Tbielcn trank auf das Wohl der ansfilhicndcn Techniker und gedachte besonders de« Obcrbandirektors Rehder. Senator O'Swald-Hanibnrg wies Meinung zurück, daß Hamburg Gegner der neuen Kanäle sei.

die

Drr Krieg in KiLdafrika.

wb. London. 17. Juni. DasReuter'sche Bureau' meldet aus Scheeperneck vom 14. ds.: Eine Burentruppe rückte heule gegen Ficksburg vor, wurde aber durch Artillerie znrückqetrieben Seitdem ist Alles ruhig. Aus dem Hauptquartier bei L a i'n q s n ek meldet dasNeuter'sche Bllreau" vom 17. ds.: Die Buren zoqen sich von den Volkrust behen-schcnden Hügeln zurück. Es heißt, ciniae Burcnlommniidos zeigen sich bei Wakkcrstroom. Bisher haben sich etwa 100 Buren in Volksrnst ergeben. Jetzt ist sehr kaltes Wetter eingctreten.

«d. London, 18. Juni. DieTimes" melden aus L ourenco Marques von gestern: Präsident Krüger verlegte sein Haupt­quartier nach Alkmaar bei Nclspruit.

§ehte Nachrichten.

Coniinkkiiol-Telrgr.vheu-ComDognsL

Krlgoland, 17. Juni. Der Kaiser ist heute Nachmittag hier eingctroffen.

Devescdenbürea« verold'

Krrlr». 18. Juni. DieBerliner Montags-Zeitung' melbet aus Wien: Die Mission des tschechischen Ministers vr. Rezck, die tschechischen Parteiführer theilweise für das Sprachengesetz des Mlnlstcrpräsidenten v. Korber umzustimmen, ist vollständig qc- scheitert. Ans die Mittheilung Rezeks, die EinfUhriing mit Hülfe des 8 14 stehe bevor, drohten die tschechischen Führer, daß ärgere Dinge und »och ärgere Ereignisse bevorstünden als im Dezember 1897. Thatsächlich wurde gestern in dem von allen Parteien beschickten Nationalrath die Organisation der Omladina in Böhmen und Mahren beschlossen, der von der Negierung die größte Aufmerksamkeit zngewendet wird. Zugleich hat die Negierung die Bezirks-Haupt- mannschafteil lind die Staatsanwaltschaften angewiesen, in der Konfiskation tschechischer Prooinzblätter eine strengere Praxis zn befolgen.

London, 18. Jnni. Ans Preaxsu an der Goldküste wird gemeldet, daß 200 Träger mit Munition und Lebensmitteln dort eingetroffen sind. 5000 Aschantis stehen in Jormenr bereit, um sich dem Vordringen der Kolonne zn widersetzen.

ftä. Krrlitt, 18. Juni. Wie dieBerliner Montags- Zeitung" von zuverlässiger Seite erfährt, wird in maßgebenden Kreisen das Projekt einer Berliner Welt­ausstellung ernsthaft ventilirt. Es sind bereits nach dieser Richtung hin Informationen bei den Oberbürgermeistern größerer Gemeinwesen eingeholt worden. Als Ausstellungs­terrain ist derzeit ein Thcil des Tempelhofer Feldes und als Termin das Jahr 1905, spätestens aber 1907, in Aussicht genommen.

hd. Berlin, 18. Juni. Professor vr. v. Menzel crbielt auf der Pariser Weltausstellung die große Ehren-Mcdaille Nach einer Meldung ans Könitz hat sich der Verdadft derThätcr- schaft an dem Lstorde in Könitz nenerdings auf den vor einiger Zeit nach Berlin übergcsiedeltcn Hefefabrikanten Sohrauer gelenkt. Das Militär wird am Dienstag abrücken. Mit der Renovirung der Synagoge soll heute begonnen werden.

wb. StraWurg j, G,, 17. Juni. Bei dem heutigen Rennen des Straßburger Reiter-Vereiiis stürzte Leutnant Zingler (11. Ulanen-Rcginient) so unglücklich, daß er auf dem Transport in die Stadt verstarb.

hd. Paris, 18. Juni. Von der Hnuptstation des Trocadero- Platzes rollte vorgestem ein gefüllter Straßenbahnwagen ohne Lenker bis zum Alniaplatz. Zwei Personen wurden gctödtet, zahl­reiche verletzt. Der Zustand mehrerer verletzter Personen ist hoffnungslos. Nach demSoft" beträgt die Zahl der Opfer im Ganzen 14 Verwundete, darunter der am schwersten verwundete vr. Mayenfisch aus Zürich, sowie seine Gattin und von weiteren Fremden noch 2 Amerikaner.

wb. Kondo». 18. Jnni. Bei dem Eisenbahnzusammen- st o ß bei Slough, unweit Windsor, sind, wie jetzt festgestellt ist,

4 Personen getödtct und etwa 60 verletzt worden.

bd. London, 18. Jnni. In der vergangenen Nacht fand in dem Lokale des neugcgründeten BlattesDaily Expreß" ein schwerer Unfall statt. Der Fußboden des Erdgeschosses stürzte auf die darunter befindlichen Maschinen nnd riß sämmtliche im Raum befindliche Setzer und Maschinisten mit sich.

4 Setzer wurden säjwer, eine große Anzahl leicht verletzt.

wb. Uour, 17. Juni. Der Papst, dessen Befinden vortrefflich ist, nahm heute im Konsistorium-Saale in An­wesenheit der Kardinäle und Prälaten, sowie zahlreicher Ein- gcladcnen die feierliche Segnung derAgm« Dei genannten -kirchlichen Gegenstände vor. Seit 1870 hatte die Ccremonie nicht mehr stattgcfunden.

wb. Kali», 18. Jnni. In den Naphtha-Werken von Terskopow, Mantaschew, Wichow und anderen brach am 14. d. M. Feuer ans, welckics KvBohrthürme und andere Gebäude zerstörte. Der Schaden ist sehr bcträäitlich.

UoUrsN-irrhfchaMiches.

Geldmarkt. Coursbericht der Frankfurter Börse vom 18. Juni, Mittags 12'/- Uhr. Credit-Aktien 218.90. Disconto-Commandit 179.40, Staatsbahn 143.80, Lombarden 28., Gotthardbahn-Aktien, CentralbahnNord­ostbahn. Union-Bahn., Laurahütte-Aktien 234.50, Gelsenkirchener Bergwerks - Aktien 196.50, Bochumer 223.20, Hcirpener 203.40,3-procentige Mexikaner, Italiener 94 50, Dres­dener Bank, Darinstüdter Bank, Berliner Handels- Gesellschaft . , Deutsche Bank 192.20, 4-proc. Spanier 71.10, 3-procentige Portugiesen. Tendenz: flau auf China.

Wien, 18. Juni. Oesterr. Credit - Aktien 704.50, Staats» bahn-Aktien 680.10, Lombarden 122., Marknoten 118.60.

Geschiiftttches.

JSs welss Jedermann, dass

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