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Wiesbadener Tagblatt.

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klbend-Ausgabe.

Nr. 176. ♦ 63. Jahrgang.

Der Urieg.

Der Tagesbericht vom 16. Kpril.

Ein Erfolg gegen die Engländer. — Wieder feindliche Flieger über Freiburg. — Lei Kalwarija 164V Ruffen gefangen genommen und 7 Maschinengewehre erbeutet.

WT-B. Großes Hauptquartier, 16. April. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Bor Ostende-Nieuport beteiligten sich gestern am Artilleriekampf einige feindliche Torpedoboote, deren Feuer schnell zum Schweigen gebracht wurde.

Am südlichen Rande von St. Eloi besetzten wrr »ach Sprengungen zweiHäuser.

Am Südrande der Lorettohöhe wird sert heute nach. Wiedergekämpft.

Zwischen M a a s und M o s e l fanden nurArtillcrie-

kämpfe statt. . , .

Die Verwendung von Bomben mit erstickend wirkender Gasentwicklung und von Infanterie-Explosivgeschossen seitens der Franzosen nimmt zu. „ „ , ,

Bei dem klaren, sichtigen Wetter war dre Flieg e r - tätigkeit wieder sehr rege. Feindliche Flieger bewanen die Ortschaften hinter unserer Stellung mrt Bomben. Auch Freibnrg wurde wieder heimgesucht, wo mehrere Zivrl- personru, hauptsächlich Kinder, getötet und verletzt wurden.

festlicher Uriegsschauplatz.

Im Osten ist die Lage unverändert.

In den kleinen Gefechten bei K a l w a r i j a wurden in den letzten Tagen von uns 1V4V Ruffen gefangen genommen und 7 Maschinengewehre erbeutet.

Oberste Heeresleitung.

Der Handelskrieg gegen England.

Ein Marineluftschiff über der Tyne- Mündung.

W. T.-B. Berlin, 15. April. (Amtlich.) Am 14. April abends hat ein Marineluftschiff einen Angriff gegen die Thne-Mündung unternommen. Hierbei wurden eine Anzahl Bomben abgeworfen. Das Luft- schiff ist unversehrt zurückgekehrl. .

Der stellvertretende Chef des Admrralstabes: gez. Behncke.

Berlin, 16. April. (Ktr. Bln.) Zu dem Angriff eines deutschen Marineluftschiffes gegen die Tyne- Mündnng sagt der „B c r l i n e r L o k a l a n z e r g e r : Die Reise, die der Zeppetin über englischem Gebiet zurücklegte, war nicht von großer Länge, ste bedrohte aber im äußersten Norden Englands und un­fern Schottland in der Grafschaft Sdorthumberland ein durch Kohlenbergbau, Eisenhämmer, Glashütten usw. reiches Gebiet und machte vor allen Dmgen auch darauf aufmerksam, daß der'für den englischen Handel so außerordentlich wichtige Tyne-Fluß mit So uth- shields und Newcastle mit seinen Eisenwerken, Fabriken und Schiffswerften, dessen Hafen einer der bedeutendsten Englands ist, vor deutschen Bomben nicht sicher ist. Dieser Zeppelinslug hat bewiesen, daß die großen S ch i f f s b a u w e r k st ä t t e n am Tyne jederzeit von unseren Luftschiffen bedroht wer­den können. Für die englische Flotte dürste dies eine höchst unangenehme Entdeckung sein.

Lin Bericht aus Holland.

W.T.-B. Amsterdam, 15. April. (Nichtamtlich.) Ein hiesiges Blatt meldet ans London: Ein deutsches Luftschiff erschien gestern abend unter dem Schutze der Dunkelheit über der Nordostküste Englands. An­scheinend sollten Bomben über Newcastle abgewor­fen werden. Aber das Luftschiff erschien nicht über diesem Ort und wurde zuerst zwischen 8 und 9 Uhr über Blhth bemerkt, das etwa 20 Meilen von Newcastle liegt. Hier wurden einige Bomben abgeworfen. So­dann wurde es über Wallsend, Lentonburn und Cramlington gesehen. Bei seiner Rückkehr erschien das Lnstschiff wieder über Wallsend, sehr nahe bei Newcastle. Als es signalisiert wurde, löschte man a l l e L i ch t e r und ergriff zugleich hier- wie an anderen Küstenplätzen Maßregeln, um es zu verjagen. Nach den bisherigen Berichten scheinen Brandbomben geworfen worden zu sein. Der Schaden ist unbedeutend (?). Das Lufffchiss ver­schwand spater.

weitere Linzelffeiten.

Der BeriÄk des Reuter-Bureaus.

W. T.-B- London, 15. April. (Nichtamtlich.) Das Reutcr- sche Bureau meldet aus Newcastle über den Angriff des

vernahm man Explosionen und sah Feuergarben. Im ganzen Bezirk wurden über Chappington, Be o - linghten und Seaton Dclaoal acht Bomben geworfen. Der einzige Schaden war, daß ein Heuschober rn Brand geriet. In Seaton Burn geriet eine Scheune rn Brand, aber das Feuer wurde schnell gelöscht. Darauf fubr das Luftschiff nach dem T Y n e. Zwei Bomben wurden^über Leuten abgeworsen. Sie sielen in ein Feld, wo ein Fahr­rad und der Fahrer leicht verletzt wurde. Es setzte seinen Flug nach Wallsend fort, wo sechs Bomben abgeworsen wurden, die vier kleine Brände verursachten. Eine Bomve durchschlug das Dach eines Hauses, eine andere verursachte ein Feuer an der Eisenbahn, wodurch derBerkehr aus einige Minuten (?) gestört wurde. Das Luftschiff flog dann über dem Tyne hin, warf Bomben ab und kehrte in der Richtung nach der Lee wieder um.

W. T.-B. London, 16. April. (Nichtamtlich.) Wie dre Blätter melden, sind zwei Häuser in den von dem deut scheu Luftschiff heimgesuchten Orten durch Bomben beschädigt worden. In Wallsend ging eine Bombe durch das Dach eines Hauses und durchbrach die Decke und brachte der Be­wohnerin, einer alten Frau, leichte Verletzungen bei. Im ganzen Thne-Distrikt herrscht keine (?) Aufregung.

rer

deutschen Suffschiffes nach folgende Einzelheiten: Zeppelin wurde rrm 3 Uhr gesichtet Als er ruhig über Blyth daherflog, glaubte jeder, es wäre ein englisches Luft­schiff. Wer als er einige Weilen landeinwärts gefahren war.

Line neue Beute unserer ff-Boote.

W. T--B. London, 15. April. (Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß der englische Dampfer „A r m i g a n" bei dem Leuchtschiff Noordhindcr torpediert worden ist. Elf Mann von der 22 Mann starken Besatzung sind gerettet worden.

Versenkung eines holländischen Dampfers.

Rotterdam, 15. April. Der mit 3060 Tonnen Getreide für Rechnung der amerikanischen Regierung über Baltimore nach Rotterdam fahrende Handelsdampfer „K a t w i j t" ist in der vergangenen Nacht beim Noordhinder Feuer­schiff torpediert worden. Die Besatzung wurde gerettet und befindet sich an Bord des Leuchtschiffes. Sie wird von Marineschaluppen abgeholt. (Notiz des W. T.-B»: Die von der deutschen Regierung cingcleitete Untersuchung wird bald Klarheit über den Fall schaffen.)

Sr. Amsterdam, 16. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die „K a t w i j k" wurde, wie das „Allg. Handelsblad meldet, ohne vorherige Warnung torpediert. Eine wasserdichte Schotte verhinderte aber, daß das Schiff sofort unterging. Zwei Rettungsboote konnten bemannt und die Besatzung gerettet werden. Die Leute ruderten sechs Stunden bis zum Leuchtschiff, ein Boot stieß gegen das II- Boot, deffcn National i rät trotz aller Versuche nicht f e st g e st e l l t werden konnte. Das Schiff geriet sofort nach Torpedierung in Brand. Die Schiffspapiere konnten gerettet werden. Die Ladung ist nicht versichert, da man dies bei Ladungen für die niederländische Regierung für überflüssig hielt. Die Bemannung der „Kaiwijk" ist an Bord des Dampfers „Mssingen" gestern nachmittag in Vlis­st n g e n angekommen. Der Untergang des Dampfers bil­det in Amsterdam das allgemeine Gesprächsthema. Die deutsch-feindlichen Blätter, allen voran das bekailnte Hetz­blatt „T e l c g r a a f", benutzen natürlich die Gelegenheit, die Volksstimmung gegen Deutschland aufzustacheln, obwohl bisher nicht einmal sicher bekannt, daß das Schiff von einem deutschen ll-Boot angegriffen wurde.

Bier holländische Dampfbarken von v-Booten siekaperl.

Sr. Amsterdam, 16. April. (Erg. Drahtberrcht. Ktr. Bin.) Aus Dmuiden wird gemeldet, daß deutsche Unterseeboote v t er in Dmuiden beheimatete Dampftrawler aufgebracht haben, nämlich „Nikolaus", „Rheinland", „En" und „Twec .

Von Unterseebooten verfolgte Dampfer?

W- T--B- London, 16. Steril. ^Nichtamtlich.) Der Dampfer „City of Tamprice" von der Allarman-Liine von Alexandria nach Liverpool unterwegs, wurde anr 28. März bei Bishop rock auf 250 Dards Entfernung von eineui deutschen Unterseeboot angehalten. Das Unterseeboot, das auf der Steuerbordseite auftauchte, feuerte. Der Dampfei.- veränderte seinen Kurs, gab Volldampf und v e r m o ch t e, obwohl er nur 13 Knoteii fubr, bis zum Eintritt der Dunkel­heit der Torpedierung auSzuwcichen. 8 Schüsse rrasen und richteten erheblichen Schaden an. Sie beein­trächtigten nicht die Seetüchtigkeit des Schiffes, und als du. Dunkelheit eintrat, gab das Unterseeboot die Berfolgung auf.

Der Dampfer „K a r a n i a", von Glasgow nach Le Havre unterwegs, wurde von einem Unterseeboot angehalten. Der Dampfer schützte sich gegen die Abfeuerung eines Torpe­dos, indem er dem Unterseeboot immer den Stern zu- wandte.

Die „T i r a n i a", die sich in der Nahe von Längs hipp befand, als sie angetroffen wurde, flüch­tete nach der Küste, wo sich mehrere Fischdampfer befanden, die das Unterseeboot offenbar für englische Patrouillenboote hielt, weil es die Verfolgung aufgab.

Die überfälligen englischen Fischerkutter.

Amsterdam, 15. April. (K. V. Z.) Die stark überfälligen Fischkutter „Rapio", „Resto", „Rio", „Mercra", „Rerret". „Sperling", „Horatio" und „Argentina" fischten in der Nordsee und hatten zusammen etwa 80 Mann Besatzung. Die Dampfer stellten laut „Daily Telegraph" einen Wert von 60 000 Pfund Sterling dar. Seitdem sie Ende März den Hafen verlassen, wurde nichts mehr von ihnen gesehen und gehört.

Englische Waren ans dentschrn Schiffe«.

Sr. Stockholm, 16. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.l Die Verhandlungen der Londoner Handelskammer, die vor einiger Zeit mit den deutschen Reedereien geführt wurden, deren in neutralen Häfen liegende Schiffe englische Waren an Bord haben, sind nunmehr teilweise zum Abschluß ge­langt. Die deutschen Schiffe, die in Häfen von Nieder- ländisch - Indicn das Ende des Krieges abwarten, haben sich bereit erklärt, gegen sofortige Befriedigung ihrer An­sprüche die englischen Ladungen herauszugeben. Die Be­zahlung soll bei Ablieferung der Güter in bar erfolgen.

Englands Belästigung des norwegischen Handels. Ehristiania, 15 April. (K. Z.) Zufolge „Sjöfartstitende" werden jetzt irorwegischs Schiffe massenweise von den Engländern aufgebracht. So letzthin der Dampfer „Lapland", von New Dork nach Dänemark unterwegs, ferner wurde der Bark „Sigurd", mit Kokslndung aus Hamburg für West- amerita, besohle«, in Manchester zu löschen,

Beschlagleguns der Kühlräume der Auftraliendampfer durch die englische Regierung.

IV. T.-B. London. 16. April. (Nichtamtlich.) Durch eine königliche Verordnung ist der Kühlraum der Schiffe, die zwischen Australien, Neuseeland und Großbritannien ver­kehren, für die Regierung mit Beschlag belegt worden.

Die Explosion von Lerwick.

Sr. London, 15. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Explosion rn Lerwick hat eine große Niederlage für Schiffs Munition vernichtet. 5 Personen wurden dabei getötet, 20 verletzt. Die Gewalt der Explosion war furchtbar. Die Uferbesestiguugen und viele Häuser wurden aufs schwerste beschädigt.

Eine Erkundigung wegen der deutschen Vergeltung.

Von der holländischen Grenze, 15. April. lK. Z.) Aus Washington wird bestätigt, Latz der amerikanische Botschafter in Berlin Auftrag habe, sich bei der deutsche« Regierung über die Vergeltungsmatzregcln zu erkundigen, welche gegen englische Kriegsgefangene wegen der Behandlung der kriegsgefangenen Besatzungen deutscher Tauchboots in England ergriffen ivordcn sind.

Wilson und die Friedensnote des Papstes.

Berlin, 16. April. (Ktr. Bln.) über eine Friedens not- des Papstes an den Präsidenten Wilson lätzt sich das „Berl. Tagebl." aus Genf melden: Präsident Wilson gab zu, da« er aus dem Vatikan eine Note empfangen habe, in welche- der Papst erklärte. Latz er bereit sei, mit ihm für die Wieder­herstellung des Friedens zu arbeiten. Wilson habe sich ober geweigert, dem Nusfrager seine Stallungnahme zu dieser Note bekannt zu geben.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe zwischen Maas und Mosel.

W. T--B. Berlin, 15. April. (Nichtamtlich.) Aus de« Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Die Lage vom 10. bis 14. April kennzeichnen sich durch besonders lebbaste Tätigkeit der Franzosen auf beiden deutschen Flügeln. Rach dem verhältnismäßig ruhigen Verlauf des 16. April nahm der Gegner bereits gegen Abend wieder eine lebhafte ääöe»