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Deutsches Deich.

Preußischer Partikularismus.

In Süddeutschland hat man schon ein Recht dazu, sich gegen norddeutschen Import und norddeutsche Hemmungen zu wehren, so in Sachen der Eisenbahmarifreform. Es ist be­schämend für Preußen und die preußische Eisenbahnoerwaltung, daß auf diesem Gebiete völliger Stillstand herrscht, während man jenseits des Mains immer wieder bemüht ist, neue Formen zu finden, die den gründlich veränderten Verhält­nissen des Verkehrswesens besser angepaßt sind, als die alten. Die Einführung von Kilometerheften und die tastenden Ver­suche mit einem Lokalzonentarif mögen verfehlt gewesen sein, obwohl hierüber das Urtheil keineswegs schon abgeschlossen sein kann; aber selbst gelegentliche Jrrthümer sind immer noch besser, als völliger Stillstand. Jetzt will die süddeutsche Eisenbahngemeinschaft, die außer Bayern, Württemberg und Baden auch Elsaß-Lothringen umfaßt, einen neuen Personen­tarif einführen auf der Grundlage eines Normalsatzes für das Kilometer dritter Klasse mit 2,3 Pfennig. Bayern und Baden sind, wie Herr v. Mittnacht unter dem Beifall der württembergischen Kammer jüngst mittheilte, bereit zu dieser Reform, aber die Direktion der Reichseisenbahncn in Elsaß- Lothringen hat sich bis heute noch nicht geäußert. Es kann ja sein, daß dies Schweigen, das jedenfalls auf gründliche Prüfung hindeutet, demnächst durch ein Ja abgelöst wird, aber einstweilen darf man mißtrauisch sein. Die elsaß- lothringische Eisenbahn-Verwaltung will immer so, wie man in Berlin will, und dies muß denn wohl bedenklich stimmen. Jedenfalls steht man vor einer wichtigen Probe auf die Geneigtheit des Herrn Thielen, die Tarisreformfrage endlich einmal praktisch zu bewältigen. Wir fürchten, er wird nicht geneigt sein. Man denke doch, um wst viel leichter die Landarbeiter aus dem Osten abströmen könnten, wenn das Eisenbahnfähren billiger würde. Schon dieser eine Gesichtspunkt kann entscheidend für die Fortdauer von Zuständen sein, die nur darum erträglich sind, weil die Gewohnheit sie allenfalls ertragen macht.

* * *

* Kaiserliche Ansprache an den Kr-nprinzrn. Laut „Militar-Wochenblatt" richtete der Kaiser an den Kronprinzen am 6. Mai Morgens folgende Ansprache: Du thust heute einen

wichtigen Schritt ins Leben. Der Rang des Kronprinzen ist durch Deinen hochseligen Großvater, der die längste und wichtigste Zeit seines Lebens rn dieser Stellung gewesen ist, so emporgehobcn worden, daß es der Arbeit eines Lebens und Deiner ganzen Mannes- I

kraft bedürfen wird, um diese Stellung so zu erhalten, wie sie seit

Deinem Großvater im Herzen des deutschen Volks und der Armee fort­lebt. Zuerst als Kronprinz von Preußen, dann als Kronprinz des Deutschen Reiches, als dieses 1870/71 znsammengeschweißt war, ragt die herrliche Gestalt, die zuletzt so unsagbar gelitten hat, in der Geschichte hervor, lebt sie im Herzen des Volkes als Kronprinz par excellence. Das Ansehen, das Dein Großvater der Stellung des deutschen Kronprinzen in der Welt und bei seinem Volk ver­schafft hat, ist für Dich eine Erbschaft, welche Du ungeschwächt zu erhalten und zu mehren hast. Mache es Dir klar, daß Du Deiner ganzen Manncskraft bedarfst, um dieser hohen Aufgabe gerecht zu werden. Das ist der Gedanke, der mich bewegt, wenn ich Dich heute in persönliche Beziehungen zum Regiment Kronprinz bringe.

* Berlin, 26. Mai. Im besonderen Auftrag des Kaisers hat sich, der „Post" zufolge, Lcgationsrath v. Etzdorf-Elbing nach London begeben. Derselbe wird sich zunächst bei der deutsches, Botschaft melden und dann nach Windsor weiter reisen, um dort von der Königin Victoria empfangen zu werden. Die Reise stellt sich als eine vertrauliche Mission dar, zu welcher Herr v. Etzdorf persönlich in Urville vom Kaiser Auftrag erhalten hat.

Die Straubinger Rede des Prinzen Ludwig von Bayern und die Erörterungen über dieselbe werden in der französischen Presse mit sichtlicher Genugthnung verzeichnet. In deutschen Blättern ist die Ansicht ausgesprochen worden, daß die prinzliche Rede wohl durch Verstimmung, über welche sonst nichts bekannt geworden, veranlaßt sein dürfte. Wie die „National-Zeitung" zuverlässig erfährt, ist weder zwischen den Höfen noch zwischen den Regierungen in Berlin und München das Mindeste vorgckommen, was zu Aeußernngcn, wie die des Prinzen Ludwig, hätte Anlaß geben können. ^ ^ „ .

In der Wohnung des Stadtverordneten-Borstehers ve.Langer- hans sind vorgestern Morgen anläßlich seines gestrigen 80. Geburts­tags zahlreiche Glückwunsch-Telegramme und Blumenspendcn ein- qetroffen. Eine Reihe von Deputationen brachten dem Jubilar ihre Glückwünsche dar. Unter Anderen erschienen im Namen der Freisinnigen Vereinigung die Reichstagsabgcordneten Rickert, Pach- nicke und Schräder, die eine Bronce-Figur im Namen der Fraktion überreichten; ferner Vertreter der socialistischen Fraktion unter Führung des Abgeordneten Singer. Eine Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung überbrachte den Ehren­bürgerbrief der Stadt Berlin. Oberbürgermeister Kirschner erwähnte in seiner Ansprache, daß Magistrat und Stadt- vcrordneten-Versammlung einstimmig beschlossen hätten, vr. Langer- hans zum Ehrenbürger der Stadt Berlin zu ernennen. Reichstags- Abgeordneter Max Hirsch brachte die Glückwünsche der deutschen Gewerkvcreine. Gegen 12 Uhr erschien der Viccprästdent des Reichs- tags Schmidt-Elberfeld mit einigen Herren der Freisinnigen Volks­partei, um im Namen derselben zu gratulircn und eine Palme zu widmen. Namens des Vereins Berliner Künstler überreichte Anton v. Werner eine Adresse. Auch Fürst Hohenlohe gedachte des Tages. Der Reichskanzler hatte beu längsten Ehrenbürger Berlins „im Kreise der Achtziger" willkommen geheißen.

* Eine englische Expedition nach Drutsch-Sndmcst- Afeikn. Dem „Daily Expreß" zufolge sind, wie der „Franks. Ztg." ans London gemeldet wird, in Deutsch-Südwest-Afrika Gold, Silber, Kupfer und Bleierze in großer Menge ungefähr 400 eng­lische Meilen landeinwärts von Watfischbai gefunden worden. Die englisch-deutsche Westafrika-Gescllschaft, zu welcher Rhodes, Wernher Beit und andere Notabilitäten gehören, will 100,000 Pfund Sterling ausgeben, um festznstellen, ob die Erze in genügender Menge vorhanden sind, sodaß sich die völlige Ausbeutung lohnt. Sollte dies der Fall sein, so würde für zwei Millionen Pfund Sterling eine Eisenbahn von Walstschbai dorthin gebaut werden und eine gleiche Sunime würde für Minen daselbst ver­ausgabt werden. Mitte Juni wird aus England eine Expedition nach dem betreffenden Gebiete in Deutsch- Südwest-Afrika abgehen. An der Spitze der Expedition steht Christopher James ans Swansea, ein Minen-Jngcnienr. der in Kalifornien und Mexiko Erfahrungen gcsaminelt hat. Ein Arzt, einige Mechaniker und eine Abtheilung Bergarbeiter ans Cornwall werden sich der Expedition anschließcn.

Deutscher Reichstag.

O Berlin, 25. Mai.

Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Präsident Graf Vallcstrem dem der Sitzung nicht beiwohnenden Abgeordneten D>°. Langerhans anläßlich seines heutigen 80. Geburtstages die Glückwünsche des Hauses dar und theilt unter lebhaftem Beifall des Hauses mit, daß er als äußeres Zeichen der Glückwünsche dem Jubilar eine Blumcnspende auf seinen Platz habe nicderlegen lassen. — Ans der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lesung des Nachtragsetats wegen des neuen Kabels nach England. Die Annahme erfolgt ohne bemerkenswerthe Debatte. Es folgt die dritte Lesung der Unfallversichernngsgksetze. In der Generaldebatte führt Abg. Molkenbnhr (Soc.) ans, die Frage, ob diese Reformgesetze so, wie sie in zweiter Lesung beschlossen seien, genügten, sei er geneigt, zu verneinen. Es sei zu bedauern, daß die mannigfachen, von seinen Freunden vorgeschlagenen Verbesserungen vom Hause abgelehnt worden seien. Seit 1884 sei ein nngchenrcr wirthschafk- licher Aufschwung unverkennbar, und da frage es sich, ob nicht in diesem neuen Gesetze mit Rücksicht auf diesen wirthschaftlichen Auf­schwung den Arbeitern ganz andere Äortheile, als die seiner Zeit in den '1884er Gesetzen hätten zugewicsen werden müssen. Es wäre seinen Freunden möglich, für diese Gesetze zu stimme», wenn nicht noch eine ganze Reihe von Veränderungen des bestehenden Gesetzes voracnommen worden feien. So sei in 8 5 einer Anzahl von Leuten, die bisher einen Rechtsanspruch hatten, dieser wieder genommen wordeff; ferner sei gewissermaßen ein besonderes Eberccht für Arbeiter ge­schaffen worden, indeni schon bei einer bloßen Trennung die Be« rufsgcnossenschaften die Ehe nicht mehr anerkennen, sondern die Reliktenrente verweigern wollen. Ungünstiger gestaltet seien auch die Vorschriften über das Ruhen des Rechts auf Rente. Besonders bedenklich fei, daß dieses Gesetz sogar Personen, welche einetl Rechtsanspruch auf Rente nicht haben und auch in diesem Gesetz nicht erhalten, die ihnen nach heutigem Recht Anstehenden Ansprüche ans Grund des Haftpflichtgesetzes nimmt. -■ Abg. Röficke-Deffau (wildl.) glaubt dem Versuch des Vorredners, die sociale Versicherungsgcsetzgebung herabzusctzen, mit dem statistischen Hinweis entgegentreten zu wollen, daß von 1884 bis 1899 für die versicherten Arbeiter nicht weniger als l 1 /« Milliarden in der Krankenversicherung, 500 Millionen in der Unfall- und 402 Millionen in der Invalidenversicherung auf­gewendet worden seien. Trotz aller Bemängelungen des VorkednerS sei dieses Unfallgesetz immer noch von mehr Werth für die Arbeiter als ein noch so gutes Haftpflichtgesetz. Zweifellos überwögen bei diesem Gesetz die Verbesserungen. — Abg. Ocrtel (kons.) hält dem Abgeordneten Molkenbnhr entgegen, daß aus dem wirthschaftlichen Aufschwung von 1884 bis 1899 auch die Arbeiter Nutzen gezogen hätten. Dre Löhne seien seit damals überall erheblich gestiegen,

a m die Getreidepreise trotz der inzwischen erfolgten Kornzoll- nng nicht höher geworden, sondern eher niedriger, wie ein Vergleich der amtlichen Notirungen von 1884 und jetzt erkennen lasse. Auch seine, Redners, Freunde hätten gegen die vorliegenden Gesetze einiges Bedenken, denn zweifellos erwüchse aus ihnen eine Mehrbelastung der Landwirthschaft. Er könne es deshalb ver­stehen, wenn unter seinen Freunden manche auch innerhalb dieses Hauses zuredeten, das Gesetz in Pansch und Bogen abzulehnen; dazu kämen noch einzelne besondere Schmerzen, so die Zulassung der Anlegung von Beständen der Berufsgenossenschaften in Hypo- thekenbank-Psandbriefen. Das sei eine doch nicht berechtigte Liebes­gabe an die Hypothekenbanken. Aber trotz aller solcher Bedenken würden seine Freunde, wie er glaube, fast ausnahmslos für dieses Gesetz stimmen im Interesse der Arbeiter, insbesondere der land- wirthschaftlichen Arbeiter und der kleinen landwirthschaftlichen Betriebsunternehmer. — Abg. Hitze (Centr.) hält den Social- dcmokratcn, welche das Gesetz abzulehnen gedächten, vor. daß nun einmal mit den Strömungen gerechnet werden müsse. Werde das Gesetz abgelchnt, dann würden die Arbeiter darunter zu leiden haben. — Abg. Lehr (nat.-lib.) erklärt, seine Freunde würden für die Vorlage stimmen, obwohl sie sich nicht verhehlten, daß durch die­selbe nicht nur der Landwirthschaft, sondern auch der Industrie neue erhebliche Opfer auferlegt würden, Nachdem Abg. Molkenbnhr

Die Sonnensinsterniß am 28 . Mai.

Für Mitteleuropa ist die am Montag Nachmittag ein­tretende Sonnensinsterniß nur eine theilmeise und gewährt daher kein außergewöhnliches Interesse für die Beobachter selbst. Andererseits ist die Wissenschaft an dem Ereigniß sehr bedeutend betheiligt, da die Verfinsterung in einigen Welttheilcn eine vollständige sein wird, und zwar in solchen Ländern, die verhältnißmüßig dicht bevölkert und leicht zu erreichen sind. Der günstigen Gelegenheit entsprechend, ist znr Beobachtung dieser Finsterniß eine so große Zahl von wissenschaftlichen Expeditionen ausgerüstet, wie wahrscheinlich noch niemals zuvor. In den Vereinigten Staaten, wo die Totalitätslinie die Gebiete von Virginia, Nord- und Süd-Carolina, Georgia, Alabama, Mississippi und Louisiana kreuzen wird, hat jede einzelne Universität und fast jedes College eine besondere Expedition nach einem der Gebiete veranstaltet, wo die Finsterniß in ihrer Vollständigkeit zu beobachten ist. Nach der Angabe einer amerikanifchen Zeitschrift sind es mindestens 100 von wissenschaftlichen Instituten ausgerüstete Expeditionen, zu denen zweifellos noch Tausende von Leuten kommen werden, die als Amateure durch Benutzung photographischer Apparate der Wissenschaft ebenfalls einen beträchtlichen Dienst zu leisten vermögen. Unter den amerikanischen Expeditionen sind die bedeutendsten die der Lick-Sternwarte, der Aerkes-Stern- warte, der Harvard-Sternwarte, ferner die der Smithsonian- Jnstitution unter Professor Langley, der Princeton-Universität unter Professor Dornig, die des Naval-Observatory. In Europa trifft der Streifen der vollständigen Verfinste­rung Portugal und Spanien, um dann nach Algier herüber zu gehen. In diesem Gebiete werden besonders die eng­lischen Astronomen eine lebhafte Thätigkeit entfalten. Der AstronMer Royal wird bei Ovar, etwas südlich von Oporto,

Station nehmen, um Photographieen von der Sonnencorona in großem Maßstabe zu erhalten, während einer seiner Begleiter das Spektrum jdes ersten und letzten Sonnen­blitzes, sowie der Corona photographiren wird. Der be­rühmte Astronom und Physiker Sir Norniann Lockyet, der seit Jahrzehnten keine vollständige Sonnensinsterniß ver­säumt hat, ist nach der Gegend von Alicante an der Ost­küste von Spanien gegangen, wo er außerordentlich starke Instrumente zur photographischen Aufnahme der Spektra anfstellen wird. In Algier wird sich ebenfalls eine größere Zahl von englischen Astronomen zusammenfinden, unter ihnen die Mitglieder der British Astronomical Association. Ein Beobachter wird sich sogar nach Tripolis begeben. Die Linie der vollständigen Verfinsterung beginnt auf dem Stillen Occan westlich von Mexiko, nimmt dann den bereits ge­schilderten Verlauf und endet in Egypten. In Amerika beginnt die Finsterniß bald nach Mittag, während man bei den Ruinen des hundertthorigen Theben am Nil, also bei dem heutigen Orte Luxor, nun gerade die untergehende Sonne vollständig verfinstert wird sehen können. Die Dauer der vollständigen Verfinsterung beträgt nirgends mehr als 2 Minuten mit Ausnahme des Gebietes im Atlantischen Ocean, wo eine wissenschaftliche Beobachtung jedoch selbstverständlich nicht möglich ist. In unseren Gegenden wird die Sonne in etwas mehr als der Hälfte ihres Durchmessers verfinstert erscheinen. Es fragt sich nun hauptsächlich, ob man von den vielen Beobachtungen, die am 28. Mai vorgenommen werden sollen, eine günstige Witterung vorausgesetzt, besondere Errungenschaften für die Himmelskunde erwarten kann. Das ist allerdings der Fall, und daher ist es nicht überflüssig, auf die Fragen hinzuweisen, deren Lösung sich die Astronomen bei der gegenwärtigen Sonnensinsterniß mit besonderem Interesse zugeivandt baben. Da ist einmal die Suche

nach einem Planeten zwischen Merkur und Sonne, die in großem Maßstabe von den Astronomen der Harvard- Sternwarte unternommen werden wird. Es wurde schon in den „Allg. Miss. Ber." darauf hingewicsen, daß noch niemals so große Anstalten gemacht worden sind, nm eines Himmels- körpers habhaft zu werden, der sich vielleicht noch zwischen Merkur und Sonne befindet und übrigens nach den Be­hauptungen einiger Beobachter bereits früher bei ver­einzelten Gelegenheiten gesehen sein soll. Die Mehrzahl der lebenden Astronomen bringt seiner Existenz begründete Zweifel entgegen, es ist aber garnicht gewiß, daß nicht die größten photographischen Aufnahmen der Sonuen-Umgcbung während der Finsterniß, wie sie von den Gelehrten der Harvard-Sternwarte beabsichtigt sind, der wissenschaftlichen Welt eine Ueberraschnng bringen. Außer den gewöhnlichen Arbeiten, wie den Beobachtungen und photographischen Aufnahmen der Sonnencorona und der Spektren der ver­schiedenen Sonnenthcile, sind noch zwei Punkte besonders in den Vordergrund gerückt worden. Einmal werden bei dieser Gelegenheit in größerem Maßstabe als früher meteorologische Beobachtungen vorgenommen werden, um dem sogenannten „Finsternißwind" nachzuspüren, d. h. den Ver­änderungen im Luftdruck, sowie in der Stärke und Richtung des Windes, die während der vollständigen Verfinsterung eintreten. Von früheren ähnlichen Natur­schauspielen liegen verschiedene Angaben über derartige Erscheinungen vor, aber es herrscht noch keine genügende Klarheit über ihr Wesen und ihre Entstehung. Noch ein­drucksvoller und übrigens noch weit schwieriger zu erklären, ist ein anderes Phänomen, das diesmal die amerikanischen Astronomen hervorragend beschäftigen wird. Es sind die eigenthümlichen Schatten, die vor dem Eintritt der voll­ständigen Verfinsterung über die Erde eilen. Wohlverstanden handelt es sich dabei nicht etwa um den Schatten des