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«8. Jahro«».».

Erscheint in zwei »»S.«»ru. - »«rugö-Prri«: durch den Verla« *» fff- **“ rt *5» durch die Post » Mk. «• Pf«, viertel,«tzrlich für bilde Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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229.

Fer«s»re»,r 52.

D-«nerst«s, den 17. Mai.

Fernsprecher R». 52.

1800.

Abend»*u»B«be.

Konisches Kelch.

Der Kampf beginnt!

L. Kerttn. 16. Mai.

Die Feststellung der Tagesordnung des Reichstags für die Donncrstagsitzung erfolgte ohne weiteren Zwischenfall. Da die Mehrheit für die lex Heinz- augenscheinlich am Platze war, dank der energischen Mahnung der Fraktions- Vorstände der Rechten und des Centrums an ihre Mit­glieder, so verzichtete die Minderheit auf eine Kraftprobe, die ihr ja nichts hätte nützen können. Von den Anträgen, die die Socialdcmokralie zur Verschleppung der Be- rathung vorbereitet, ist bisher nichts in die Oeffent- lichkeit gedrungen. Diese Anträge sollen erst während der Berathung selbst eingebracht werden. Wiederholt mag daran erinnert werden, daß keine noch so rücksichtslose Mehr­heit die Minderheit daran verhindern kann, immer neue Anträge zu stellen, auch wenn ihre Zahl sich in die Hunderte belaufen sollte. Die Durchberathung dieser Anträge aber ist durch die Geschäftsordnnng gesichert, wofern nur stets 50 Mitglieder der Minderheitsparteien anwesend sind, welche Ziffer zur Unterstützung von Anträgen erforderlich ist. Diese Zahl stellt die Socialdemokratie allein, die Freisinnigen beider Fraktisnen aber gehen in diesem Fall mit ihnen. Die Nationalliberalen, die sich an der Obstruktion nicht betheiligen werden, haben andererseits nicht das Geringste dazu gethan, um die Beschlußfähigkeit des Hauses durch ein Hcrbetholen der Mitglieder ihrer Fraktion zu sichern. Es bleibt also jedem nationalliberalen Reichstags- abgeordneten überlaffen, zu kommen oder fortzubleiben, wie es ihm beliebt. Selbstverständlich aber wird die Fraktion gegen alle Anträge stimmen, die geeignet sind, der Vorlage den Charakter eines Ausnahmegesetzes zu Ungunsten des freien Kunstschaffens zu geben. In de« Wandelgängen wurde heute erzählt, das Centrum wolle nach der ersten namentlichen Abstimmung, mit der die morgige Sitzung beginnen wird, beantragen, es solle nunmehr zunächst über den Titel des Gesetzentwurfs be- rathen und dieser Titel dahin abgeändert werden, daß die Vorlage sich nur beziehe auf die eigentlichen Sittlichkeits-Paragraphen. Ob die Erzählung zutrifft, können wir nicht verbürgen. Sie entspringt vielleicht dem Bestreben, wenigstens einigermaßen Sinn und Verstand in das sonst so räthselhaft thörichte Vorgehen des Centrums zu bringen. Denn es ist und bleibt unwiderleglich, daß die lex Heinze in der bisher betriebenen Art und Weise nicht durchgesetzt werden kann, wenn die Minderheit bei ihrer Obstruktion verharrt. Anders könnte es stehen, wenn die Vorlage einen andern Titel hätte, wenn also die jetzt gegebene Möglichkeit fortfiele, Anträge ohne Maß und Ende zu stellen; indessen wäre die Aenderung auch nur scheinbar von Nutzen für das Centrum. In dem Augenblick, wo das angebliche Vorhaben ernstlich versucht werden sollte, würde

der Kampf um diesen Gewaltakt und seine Abwehr umso schärfer einsetzen. Gelänge aber trotz Allem und Allem der Plan doch, so könnte wiederum nichts die Minderheit daran hindern, auch im Nahmen der Beschränkung der Materie so viele Anträge und Untcranlräge einzu­bringen, wie ihr beliebt. Die Drohung des Centrums, daß im Falle des Fehlschlsgens der lex Heinze die Flotten­vorlage abgelehnt werden solle, wird nirgends ernst ge­nommen; die Regierung vor Allem kann den bevorstehenden Kämpfen um so ruhiger zusehen, je weniger sie am Zu­standekommen des Prüderiegesetzes in der Fassung zweiter Lesung iuteressirt ist, am Zustandekommen eines Gesetzes, gegen das auch der Kaiser persönlich in einer Bemerkung zum Reichskanzler über die „thörichten" Beschlüsse Stellung genommen hat.

Aus dem Abgeordnetenhaus.

Herr v. Hammerstein hat es wieder einmal mit den Konservativen verdorben. Merkwürdig, daß gerade der Minister, dem die Bündler am meisten zu danken haben, der den Bündlern am meisten entgcgenkommt, so oft und beinahe mehr noch als seine Kollegen (Herrn v. Miguel natürlich ausgenommen) gerade bei den Bündlern anstößt. Die Konser­vativen verlangen im Abgeordnetenhause strenge Bestrafung des Kontraktbrnchs ländlicher Arbeiter, der Minister sagt die größt­mögliche Berücksichtigung aller nur irgend erfüllbaren Wünsche zu, aber weil er nicht gleich eine Vorlage fix und fertig auf den Tisch des Hauses niederlegen kann, und weil er einige schüchterne Bedenken gegen ein Zuviel an Forde­rungen von jener Seite äußert, heizen ihm die Agrarier ein, daß es eine Art hat. Kann selbst Herr v. Hammer­stein es ihnen nicht recht niachen, wer soll es dann können? * * *

* Krrlii«, 17. Mai. Zur dritten Lesung der Münznovelle wird im Reichstag eine Resolution vorbereitet, welche besagt, daß mit der Zustimmung dieser Novelle der Einführung der Doppel­währung nicht präjudizirt werden soll.

* Di« Krh«tz««g der KörsenKcuer ist eine Maßregel, deren wirrhschaftlichc Tragweite noch vielfach unterschätzt wird. Zn der juristischen Rundschau der „Deutschen Junsten-Zcitung" schreibt Jnstizrath Staub: Die Börscnsteuer soll erhöht werden, und zwar Mir Deckung der durch die Flottenvcrmehrnng entstebendeu Mehr­kosten. Ob das wirthfchaftlich gerechtfertigt ist, soll hier nicht er­örtert werden. Aber für den Juristen ist diese Erhöhung höchst interessant. Aus der einen Seite wird die Möglichkeit der Schließung von Börsengeschäften über Anschaffung von Werthpapieren ein­geschränkt und ein großer Theil von ihnen, nämlich die Termin­geschäfte, an die Erfüllung von Bedingungen geknüpft, die den Interessenten als unerfüllbar erscheinen. 'Es werden fortgesetzt Anschaffnngsgeschäfte geschlossen, welche von der Rechtsprechung als Umgehungsgeschäfte und daher als rechtsungültig betrachtet werden. Und auf der anderen Seite hofft man, daß recht viel solche Ge­schäfte geschlossen werden, damit der Stcucrbetrag aus diesen Geschäften möglichst groß und im Stande sei, die Kosten der Flottenvermehrung zu decken. Ein gewisser Widerspruch ist hier unverkennbar.

bäLKöl», 16. Mai. Eine vom Verein gegen das Unwesen in Handel und Gewerbe, sowie von der Ortsgruppe Köln des deutschen nationalen Handlungsgehiilfen-Verbandes einberufene, in verflossener Nacht stattgehabte Versammlung zwecks Veranstaltung einer Kundgebung für die Waarcnhausstcucr gestaltete sich zu einer Radau-Versammluug, wieKöln noch keine erlebthat.

Alle Redner wurden mit anhaltendem Gebrüll, Pfeifen, Hinaus- nnd Schluß-Rusen unterbrochen. Mit drohend erhobenen Stöcken rückte man einzelnen Rednern zu Leibe, weshalb Polizei requirirt wurde. Vier Schutzleute wurden an verschiedenen Stellen im Saal postirt. Ein Polizeikommiffar nahm neben dem Vorsitzenden Platz, ein anderer postirtc sich im Saal. Jndcß auch diese Maßnahmen nutzten wenig. Als schließlich nach Annahme einer die Einführung der Waarenhaussteucr empfehlenden Resolution die Versammlung auSeinanderging, stinnute ein Theil derselben das Lied „Deutschland, Deutschland über Alles" an, während der übrige Theil die Arbeiter- Marseillaise sang.

* P»n»sch«» im U«iche. Der Großherzog von Hessen hat sämmtlichcn Offizieren der Torpedoflottille den Philipps,rrden 1. Klasse verliehen.

Krutjcher Keich»t«K.

© Oerlin, 16. Mai.

Der Gesetzentwurf über die militärische Strafrechtspflege im Kiautschou-Geoiet wird in dritter Lesung debattelos in der gestern beschloffencn Fassung angenommen. Sodann wird die zweite Be­rathuna der Ueberstcht der ReichS-Einnahinen und -Ausgaben pro 1886 fortgesetzt. Die Kommission beantragt Gcnehuiiguug auch der an« Anl«ß der Kaiserreife nach Jerusalem entstandenen EtatS-Ueberschreitung«», da der Staatssekretär v. Bnlow den Kaiser in offizieller Eigenschaft begleitet habe und der Kaiser nothwendiger Weise in ständiger Verbindung mindestens mit einem Verträer des Auswärtigen Amte» habe bleiben müffcn. — Abg. Singer (Soc.) bleibt dabei, daß es fich hier um eine private Reise ge­handelt habe, deren Kosten also aus der Schatulle des Kaisers zu decken seien. — Staatssekretär Posa d owsky erwidert, der Kaiser raste und ruhe nicht und erledige auch aus der Reise die wichtigsten Geschäfte, und er bedürfe dazu auch der civflen und militärischen Begleitung. Deshalb handle es sich hier um unzweifelhafte Reichs­ausgaben. Es gelte dies auch für ein vom Vorredner zur Sprache gebrachte« Geschenk (die dem türkischen Minister des Aeußern ge- Ichenkte Brillantdose im Werthe von 5575 Mk.). Der König von Preußen betrachte die Repräsentation auch für das Reich als Ehren­pflicht, und schon deshalb sollte man an solche Ausgaben, die nur für da« Reich geschehen seien, nicht so sehr die Sonde anlegen. (Beifall.) — Abg.Schw a r ze lCentr.) bemerkt, seitl870 seien jederzeit solche noth- wendigen Repräsentations-Ausgaben auf das "'eich übernommen worden (Ruf: Sehr richtig.) — Abg.Sinaer(Soc.)oleibtdabei,dab die Uebernahme solcher Ausgaben auf das Reich unberechtigt sei. — Abg. Schwarze (Centr.) replicirt an die analogen Ausgaben bei den nordischen und Enalandreisen des Kaisers. Früher habe der Abgeordnete Singer die« Alles nie bemängelt. — Abg. Gröber (Centr.) hält dein Abgeordneten Sitiger die Versassunas- bestimmungen vor, wonach dem Präsidium (also dem Kaiser) die volksrechtliche Vertretung des Reichstags zusteht. Daraus er­gebe sich auch, daß das Reich die daraus erwachsenden Kosten zu tragen habe. — Abg. v. Levetzow (kons.) bemerkt, die etatsrcchtliche Frage sei durch den Reichstag längst entschiede». Alle solche Ausgaben seien stets vom Reichs­tage genehmigt worden. Die diesbezüglichen Ausgaben werden aus dem Dispositionsfonds genehmigt, und zwar gegen die Stimmen der Socialdemokratcn. Es folgt die zweite Berathung des Nach- tragS-EtatS. Es handelt sich vornehmlich um die Ausgaben für die Vermehrung der Schntztruppe in Kamerun; ferner für strategische Bahnen. Bei der Forderung für Kamerun (865,000 Mark) weist Abg. Bebel (Soc.) darauf hin, daß diese Forderung von der Kommission nur niit sehr knapper Mehrheit bewilligt worden sei, und das sei nicht verwunderlich, denn die Verwaltung in Kamerun hätte sich in den letzten Jahren erheblich verschlechtert. Die Aufstände der Eingeborenen hätten zugeiwmmen, die Arbeiter­frage habe sich immer schwieriger gestaltet. Redner meint noch, daß bei den Strafexpeditiouen zu rücksichtslos vorgegangcn werde. — Kolonialdirektor v. Bnchka bestreitet zunächst, daß die Kolonial- verwaltnng immer nur die günstigen Mittheilungen in den Kolonnen bekannt gebe, aber nicht die ungünstigen. Die Verwaltung ver-

Wiesbodener Maifeflspirle.

I. Oberon.

In einer neuen, unerhört glanzvollen Einrichtung und Aus­stattung ging gestern Webers „Oberon" als erstes Maifestspiel in Scene. Gleich nachdem Se. Maj. der Kaiser durch enthusiastischen Zuruf des Publikums begrüßt war, begann die Ouvertüre. Feier­liche Stille. Man weiß ja, wie dieser zarte, vom Grundton zur Terz aufsteigende Hornruf — das einzige „Leitmotiv" der Oper — den Hörer sofort mit dem ganzen Zauber der Wcber'schcn Märchen­welt umfängt I

lieber den Original-Oberon ist an dieser Stelle schon das Wissenswertheste berichtet. Die Schwächen des Librettos g a n z zu ver­hüllen, konnte auch dem neuen Wiesbadener Scenarium nicht gelingen: sie liegen zu tief in der ursprünglichen Anlage des Werkes begründet. Aber die Handlung ist jetzt doch so straff als möglich zusammen- gezogen und spielt sich auch möglichst folgerichtig ab. Das episodische Beiwerk wurde inniger mit der Haupthandlung verknüpft. Die Darsteller, namentlich auch die nur sprechenden Personen, finden in den wohllautenden Versen I. Lauffs, die nicht selten von blühendster Phantasie beschwingt sind, willkommenen Ersatz für den früheren oft einfältigen Prosa-Dialog. Die Eintheilung in 3 Akte ist beibehalten; innerhalb derselben schließen sich die wechselnden Scenen oft ohne Zwischenvorhang (durch sogenannte Uebergangs- Verwandlungen) enger aneinander. Di- Musik zu diesen scenischen Verwandlungen und zu deni Lauff'schen Dialog, der die einzelnen Weber'schen Gesangsnummern verbindet, stammt vom Kgl. Kapellmeister Josef Schlar. Es ist eine umfangreiche Arbeit, die zu den 20 Nummern des Originals an 20 neue Nummern hinzufügt. Die instrumentale Ausgestaltung sucht sich dem Weber'schen Kolorit geschickt anzupassen. Die Komposition verräth eine sehr geschickte Hand. Daß Herr Schlar als thematisches Material lediglich Weber'sche Motive, d. h. Weber'sche Melodiesplitterchen benutzte, ist gewiß zu rechtfertigen;

aber es war nicht zu vermeiden, daß diese zarten, duftigen Melodicen durch solches Verarbeiten, Vorwegnehmen und Wiederholen Manches von ihrer eigentlichen Frische und Ursprünglichkeit einbüßen. Die Integrität der Weber'schen Musikstücke selbst wurde möglichst pietätvoll gewahrt. Manche Anslnssiuigen oder kleinen Aendernngen waren eben durch s c e n i s ch e Rück­sichten bedingt. So erhielt z. B. das 2. Finale eine Umstellung seiner Einzelnummern, in die mitten hinein ein Schlar'sches Melodram verflochten wurde; und für das abschließende Mecrmädchenlied wurde eine neue orchestrale Uebermaluug nothwendig. Wenn der Hörer gegen den Schluß des Werkes durch das Zuviel solcher „Er­gänzungen" ein wenig ermüdete, so wirkten dieselben dagegen anfangs in sehr feiner und keineswegs aufdringlicher Weise. Könnte man sich zu kleinen Einschränkungen entschließen, so würde der Gesammt-Eiudruck an Frische und Abrundung gewiß gewinnen; und in der Frage, ob Wüllner'sche Gesangs-Recitative öder Schlar'sche Melodramen, dürfte alsdann manche gewichtige Stimine auf Seite Wiesbadens stehen. Auch die Schlar'schcn „Verwandlungs-Musiken" bezeugten, ebenso wie jene „Melodramen", ein entschiedenes, oft geradezu erstaunliches Anpassungsvermögen. Sie erfüllten, sofern auch hier einige Längen sich nicht allzu bemerkbar machten, vor­trefflich ihren Zweck: die Stimmung festzuhalten, aufzulösen und neue Stimmung vorzubereiten.

Fünfzehn der herrlichsten scenischen Bilder zogen so an uns vorüber und eines schöner wie das andere. Neben dem im zartesten Farbenschmelz traumhaft emportauchenden Reich der Elfen — die buntschillernde Märchenpracht des Orients; Bagdad im Abendsonnenglanz; der üppige Palast des Chalifen; und nach dem gewaltigen Seesturm: das offene Meer mit schäumend sich über­stürzenden Wogen, die erst im Sonnenuntergang, nun im nächtlichen Dämmerschein und endlich im Silberlicht des Mondes und so in stetem Farbenwechsel erstrahlen: eine lebendig gewordene Salz- mann'sche „Marine"! Zauberisch wirkt daun die Mondnacht-Scene der Elfen, Feen- und Meermädchen; was Oberon hier kündet (es sind einige der reizvollsten Verse Jos. Lauffs):

„In stiller Nacht ein wundersames Ranke»,

Vom Himmel rieseln lichte Silberbäche;

Und eitel Perlen glitzern auf der Flutb;

Wie Hyazinthen blaut die weite Fläche,

Auf der die weiße Möve träumend ruht —

Hier wurde jedes Wort zur Wahrheit, und das Auge konnte fich kaum crsättigcn an all dem hinreißenden Schönheitszauber. Und doch überraschte auch darnach noch die exotische Pracht der Palmcngärten Afrikas, und endlich der ernst-feierliche Glanz des fränkischen Kaiserhofes. Einen wahren Ausbruch des Entzückens aber veranlagte die hier zwischen inneliegende „Waudeldekoration" des dritten Aktes: sie bedeutet in der That den Triumph der modernen Theaterkunjt, und die Herren Kautzky uudRottanara und unser erfinderischer Oberinspektor Schick haben sich da selbst übertrosfen: wir sehen die weite, unendliche Mceresfluth, begrüßen die sonnige italienische Küste, und über die schneebedeckten Gipfel der Alpen gcht's hin an den deutschen Rhein; heimelige Waldesnacht niinmt uns auf, und plötzlich in Aachen öffnet sich der Thronsaal Kaiser Karls. Hier in der Schlußsccne des Werkes war auch noch einmal zu einer ausgedehnteren musikalischen Ergänzung Anlaß genommen. Es handelt sich nämlich nicht mehr um den sonst gewohnten, allerdings etwas puppcnspielmäßigen Aufzug, zu welchem. Kaiser Karl gnädig, aber stumm mit dem Kopf nickte, sondern um eines jener hohen Kircheufeste, wie sie im Mittelalter mit großen: Gepränge gefeiert wurden. Da koiumcu sie Alle zusannnen, die Ritter und Vasallen, und neben des Reiches Heerbann auch die Geistlichkeit aus Kirchen und Klöstern. Der Kaiser begrüßt das Liebespaar mit schwungvollen Worten: _ ___________

„Von: inner'» Frieden wundersam durchdrungen,

Der reine Kelch der Liebe ist entflammt,

Schon klingt es nieder wie mit Engelszungen;

Zur Kirche denn, — es ruft das heil'ge Amt."

Die Orgel ertönt. Das Kyrie wird nngestimmt; und statt des Weber'schen Schlnßchors klingt Hüons Prcghiera als eine Art