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8 Horflen«AiHfcaabe
(Nachdruck verboten.)
Das neue K»chgrmerl»ehir»rs in Leipzig.
Dieser Tage ist in Leipzig, wie schon gemeldet, in Gegcn- war! vieler hoher Staatsbeamten das auf unserer Abbildung dargestellte neue deutsche BuchgewerbehauL eiugeweiht morden. Das nach den Plänen und unter Leitung des Architekten Emil Hagveig in Berlin erbaute Haus ähnelt in den Formen dem deutschen Buchhändlerhause in Leipzig und gewährt mit
I c M en Kasbkausendjahrigen Geburtstages Gutenbergs. Bei dieser
Vorfeier hielt der Staatssekretär Graf Posadowski eine Rede in der er aussuhrte. die Schriftzeichcn Gutenberqs stellten ein mächtiges H er von Kämpfern dar, die schließlich di- Welt eroberten Nr- ^u' ll Gutciibergs sei eine wahrhaft gcistesbefreicnde That Es sei nicht zufällig daß gerade m Leipzig, wo auf jedem Fuß breit Erde nü geschichtlicher Erinnerung liege, das deutsche Buchgewerbe sich zu so hoherBluthe entwickelte. DieHochschule weise glänzende Greift bcruljmter Gelehrter auf mustergültige Schulen förderten d e chthetische Erziehung der Jugend, d,c Kunst habe hier ihre Heimat^ So sei Leipzig eine der hervorragendsten Stätten für Litteratur und Kunst geworden. Wenn der Kaiser ihn beauftragte, hier zu erscheinen, um dem Buchgewerbevcrein seine Glückivunsche aus- zusprechen, so wollte er damit bekunden, welche hohe Achtuna der Kaiser für die Thatigkeit des Buchgewerbevereins empfinde
dekorirten Hauptfassade einen recht stattlichen Anblick Die unteren Geschosse sind zum größten Theil zur Bermiethung an buchhändlerische Geschäfte bestimmt, die oberen sollen den Zwecken des Buchgewerbevereins dienen.
eine Begrüßungsansprache, in welcher er in knappen Ingen die Macht der Buchdruckerkunst für die deutsche ^ultur- t beschrieb um dann auf die Hauptabschnitte der Geschichte ber s. §tadt Leipzig als eines treuen Hortes für Litteratur ü 1 }* ^2’* u 2Pf en - Sodann übergab er die vom Kaiser
protze Marmorbüste des Monarchen. Der Reichstag ließ sich durch seinen Viceprasidenten Frcqc vertreten. Die Erve Has7^MK .Buchaewerbevereins
äußeres bleibendes Zeichen habe der Kaiser demselben seine Marmor- vuste verehrt. Mögen die gegenwärtigen und kommenden Geschlechter wen-kutfj bes Kaisers stets das Sinnbild des in den Fürsten und Völkern geeinten Reiches erblicken.
Handwerkskammer Wiesbaden.
0 . Wirsbaden, 15. Mai.
a-, Wiesbaden, welcheden ganzen Regierungs-
beznk Wiesbaden umfaßt, war auf heute Vormittag >/-11 Uhr in Saal der. Königlichen Regierung zu ihrer ersten Ä L t,n berufen. Die 36 Mitglieder der
Kammer waren vollzählig erschienen, ebenso der aus 7 Mit- glicdern bestehende Gesellenausschuß. Herr Regierungspräsident vr. Wcntzel eroffuete die Sitzung mit einer Ansprache, worin er .fl ®~ re , n "''t herzlichen Worten begrüßte und des Weiteren etwa Folgendes ausfuhrte: Aus den Druckanlagen handele es sich heute im Wesentlichen darum, die Wahlen vorzunehmen bezw. r!aa-»^E^)ten und den Etat aufzustellen. Die Unterlagen zu demselben seien gegeben, doch bleibe es dem freien Ermessen der Ver-
Aus KnnA und Leben.
* Ik. Sauger (Luiscnstraße 9).
-.Sechs Studien, an der Riviörä"?H Frankenbach-' Abend- scen° ' „„Andreasmarkt in Alt-Wiesbaden", „Drei kolorirte Zeich- nungen . Leopold Günther: „Wenn die Schnepfe streicht" (Ende März nach Sonnenuntergang), „Schloß Weilbura a d Labn" „Zur Zeit der Apselblüthe". I. La uff: DreRahmenmit/mu'
rirten Zeichnungen",, d Nestler-Laux: ".Schwalben". Finken"' 8e:d. Nitzschc. „Frnhmorgen auf Walchcren" Transvaal-Bur" „Volendamer. Fischer" „Holländische Baueni". v Sanken
"1» U h?" 3 9 ir tn \r^ er ^J ' „Sommer-Abend". C. Watzclhahn: -In der Abendstunde", „Portrait". . Studienkovf" Monb- schein „Landschaft", „Große Wäsche"" Schulte vom Brühl- zwei kolorirte Federzeichnungen. A. Weinbcrqer: Paravant für «" 3agd,immer: „Deutscher Vorstehhund. Schnepfe apportirend" LMmdendcr Rothhirsch , „»lesender Rehbock", „Rothwild auf dem Wechsel (rat Rabcngrund bei Wiesbaden) Rotbbirsch ans be», Schwarzathal" (im Besitze Sr. Dinchlalicht des Fürste , um Schwarzburg - Rudolstadt) A. Wiedcler! „Portrmt -Studie" "Portrait, „Die besorgte Mutter", „Die Musen" (Komposition) °Landschaft".°s-d"h", „Portrait" (Fr. M.), Portrait „Schäfer Ast",
liiinstliche Machskhmnsbefördernna beim
liegen neue wichtige Untersuchungen vor, die der Pariser Phhstologe Maurice Springer der dortigen Akademie der Medicin
sanuulung anheimgestellt, „Aeuderungen vorzunehmcn. Es handle s'ckl um eine wichtige Thatigkeit der Kammer, durch die Wahlen und die Festsetzung des Etats der Kammer für die nächste Feit die Marschroute oorzuschretben, ihr die Möglichkeit zu geben wirklich zu marsch,rcn Er Redner, hege die,, Zuversicht, daß die Ver- sammlung Mit Sachkeiintniß, Obiektivität und Umsicht ihre Arbeiten erledigen werde Die Kammer habe zunächst die gesetzliche Form zu vervollständigen, ihr eine Materie zu geben. Sie habe sich mit den gesammten Verhältnissen des Handwerks zu besckä stimm mit dem Gesellen- und, Lehrlingswescn, len Jnuungen de,, Ach^ ^ulen 2C. Zur Erledigung dieser wichtigen Aufgaben sei es noth- wcndig Kräfte heranzuziehcn. die vollständig diese Gebiete be- ^rrschten, dann theoretisch und praktisch ausgebildct wären und Zothlgen Ueberblick hatten. Daun werde cs auch gelingen, das Handwerk wieder auf den Stand zu bringen, von dein das Sprichwort sage, daß es einen goldenen Boden habe. Er. Redner wünsche von Herze», daß dies gelingen und die Thatigkeit der Kammer nach allen Seiten eine ersprießliche sein möge. Die Staatsregieruna persönlich, brächten der Kammer das lebhafteste Interesse entgegen und seien immer bereit, derselben mit ihrem Ratb M Seite zu Üehen. Schließlich rief der Herr Regier,, ngs- prasident der Kammer zu ihrer Thatigkeit ein frohes Gluck auf zu, imt dem Wunsche, daß dieselbe eine gesegnete" sein möge. Damit ubertrug der Herr Präsident die Leitung der Verhandlungen seinem Koniniissar. Herrn Regicrungsrath vr. Seydel, welcher zunächst eine viertelstündige Pause zu - ra s ^osprechung der Vorstandswahl veraiilaßte und darauf Wahl des Vorsitzenden uberg.ng. Dieselbe zeigte als-
bald, daß der Gegensatz: freie Verenugung (Gewerbeverein) _
Zwangs-Innungen, der schon bei den ersten Berathungen des Ent- 'v.urfs dew, Handwerkergesctz hervorgetreten ist.' an Schärfe nichts verloren hat. Die Parteien stehen sich noch ebenso schroff lege,ruber wie früher. Die Abstimmung ergab 19 Stimmen für ^crrn scdreinermeister H. Schneider von hier, der von den Innungen, und» 17 für Herrn Stcinhaner»,elfter F. C Roth von hier der von dem Gewerbeverein gewählt ist. Herr Schneider ist s°nntzum Vorsitzenden gewählt. Da eine Einigung über die Wahl r st a n d e s nicht erzielt werden konnte, so erfolgte durch Zettel. Gewählt wurden die Herren Tüncher,ncister Hch.Hartmann-Wresbaden.VuchdruckerSaiierborn-Montabaur Schneider Spengl er-Dlllcnburg und Spengler Hees-Frankfurt n! 'V tber r taflt de.r Regieruiigskommissar die Leitung der D"D"dlunaen den, Herrn Schneid er. Derselbe übernimmt den dem Bemerken, daß fern Amt etit sehr verantwortungs- Bolkä fn, um so mehr, als die Gegensätze iiuierhalb der Kammer l'.?d.»«, werde er thuii, was in seinen straften stehe. Die Orgaiilsatlon sei neu und von der Kauraier -E werde es abhangen, ob sie den Vortheil bringe, der von ihr EnMimÄ 9 < m d/steu werde das Ziel erreicht durch sachliche Behandlung aller Angelegenheiten, dann werde auch etwas Ersprießliches erreicht werden^ »u Interesse des Handwerks. Zu diesem sinne begrüßt Herr Schneider die Versammlung als Vorsitzender. »i-m^mI^Edrlrngsnusschuß werden per Acclamation ge- m 5!L b w®' ! S C1 « ^°"tzVenkopf, Hartmann-Camberg. Bleyer- M Berber,ch-Wiesbaden, A. Stamm-Fra ukfurt und
Weber-Frankfurt, m den Rechnu ugsausschuß die Herren- Carstens-Wiesbaden,. Almenroth-Erbach und Heyter-Frankfurt — Die Ausarbeiluiig einer Geschäftsordnung wird dem Vorstand übertragen und derselbe beauftragt, den Entwurf in der nächsten Sitzung vorzulegeu. — Der von der König!. Regierung aufgestellte Ent- w?rf eines Rechnu,igsvoraufchlags, der in Einnahmen wie Ausgabe» mit 10,000 Mk. balancirt, wird mit geringen Aende- riingen acceprirt - Die Stelle ci.^es Sekretärs der Kammer die einstweilen mit 30M Mk. dotirt ist, soll ausgeschrieben werden.
TT ?' e ^.^.biues Publikations-Organs wurde nach etwas chalfer Debatte bis zur nächsten Sitzung vertagt. — M, aX r\ b,e Verhandlungen erschöpft und der Vorsitzende chloß die Sitzung um 1 Uhr mit einem Hoch auf Se. Maiestät den Kaiser. —- Der G e sellen-Aus schuß, welcher in einem stebensaal tagte, wählte Herrn M. Groll-Wiesbaden zum Vor- sitzendeu, Herrn W. Weidner-Frankfurt zu dessen Stellvertreter, ^eer" Ph. Fink-Wiesbadcn zum Schriftführer und Herrn Lorenz >osch-Hochst zu dessen Stellvertreter. 4
»Wleflt dat. "W ifrnl’flrarinVefaTOrbÄrffiacöKS
verschiedene Ursache» beeinflußt werden kann, so durch K aukheiten, durch Ueberaustrengirag, iingenügende Ernähruna Mangel an guter Luft und Anderes. Es ist ein allgemeiner Satz' daß ,n Landern mit dürftigen wirthschaftlichen Verhältnissen der Korperwuchs der Bewohner oftmals auffallend klein ist. Man will anderersei s sogar beobachtet haben, daß sich die körperliche Be Naffenheit einer Gebirgsbevölkcrung gehoben hat. wenn durch Schaffung einer Eisenbahn die Verhältnisse der Nahrungsmittel- wi Ä^^^'^^^'vorden waren. Daß die Berufsthätigkcit einen Enisiuß auf die körperliche Entwicklung ausübt, ist ebenso erwiesen, man braucht nur einerseits an Sie Jockeys
ÄÄ nn r „. die Athleten zu denken, um nur die
uarksten Gegensätze hervorzuhcbc». Endlich ist aber die
SSÄ Körpergröße eine Rassen-Eigenthümlichkeit, und im i«rf)en ©cX)mebeu z B. sieht mau den Lappen von kleiner - ii wit langgewachsenen Schweden uebencinander wohnen m'LsÄ'Ü, fuhren nur, im Allgemeinen zu der Erkennt,-iß.
etl ii e >-?- vo l e Zvhl von äußeren Umständen ""'"Mt wird, die moderiie Wissenschaft aber hat gezeigt, daß es auch künstlich auf dem Wege der Ernährung beeinflußt werden Zucker, Phosphorsänre. Kalk haben die Neigung, das fras^rw 111 ! dklchleunigen, und auf Grund derartiger Erfahrungen llemacht worden, durch eine bestimnite Ernähruilgs- .dvd Av^/dum von Kindern förderlich einzuwirkcn. Prof. -mV b mvvd-rs mit derartigen Versucben beschäftigt
und empfiehlt die Benutzung eines ans verschiedenen Gctreide-
a,ra"Korn"^c?°o"^- t^ n i^' bain s°ltMde Getreidearten ™ at3 ' Kilne, und zwar zwei Eßlöffel » b i tel V^vsler. Man läßt das Geniisch drei Stunden ,vcheN' dann erkalten, worauf es filtrirt werden muß. Das i;,ra b ,f L et . ue Flusstgkeit, die man je nach dem Wunsch der
di rkm welchen Zusatz schmackhafter machcil kailn. Es
Pillen nur frisch zuberettete Loiunge» benutzt werden, da sich die Flüssigkeit rasch verändert. Ein Liter solcher Getreidesuppe enthält / 2 Gramm organische Stoffe (Stärke Cellulose Leimitnff k§al?'^5.^i^iß, Fettstoffe) und fast 1 Gramm Mineralstoffe (Kal» Kalk, Phosphor, Natron. Chlor und Schwefelsäure) Spnnger hat Ernahrungsversuche zunächst an jungen Hunden vorgenomn.cn, indem er einige der Thiere mit solchen Gc-
lü-ie'/n e .v^snh, während andere solche nicht cr-
ö.w wh, im Ilebrigen bekamen alle dieselbe Nahrung. Der Versuch dauerte vier, Monate. Während der ersten 60 Taae .d>k Hunde, die den Getreideabsud erhalten hatten im Wachsthum sogar etwas zurück, im Laufe der beiden weiteren ° begannen ste sehr schnell zu wachsen und übertrafen üll^eren thiere an Große, Brette und Gewicht um einen be- deutenden Betrag. Spater hat Springer dieselbe Behandlung bei Kindern versucht und sehr befriedigende Ergebnisse in solchen Fallen erzielt wo das Wachsthun, durch Kinderkrankheiten^ver chisdener Art gehemmt gewesen war. Neben der Behandlung mit jenen Mvsoblen b ^?"tz^werden Gymnastik in freier Luft und Sonncnkuren empfohlen, die beide einen günstigen Einfluß auf das Wachsthum
ausübeu. Ferner wird das Wachsthnm gefördert durch Salz- komprcssen, die um die Gelenke angelegt werden, besonders we>in gewandt"wi°rd Korpertheile »och ein elektrischer Strom an-
Urrschiedene Mittheilungen. Eine große Zahl von Schenkungen,zu wissenschaftlichen Zwecken ist wiederum w am". Vereinigten Staaten zu melden. Der frühere Präsident der Phfladelphia- und Rcadlng-Eisendahn-Gesellschaft hat der Akademie für Naturwissenschaften in Philadelphia 2 Millionen Mark und außerdem eine Sainiiilnnq von botanischen Büchern und ein Herbarium hinterlassen. Das Bowdoin-Collcge erhielt 600.000 Mk.
bu I >0 00 ? neuesBibliotheksgcbäude. Mr. Cudahy
hat 200 000 Mk. für die Sammlung gezeichnet, die Erzbischof Keene zwecks Errichtung einer katholischenllnivcrsität in Washington auf- zlibringen hofft und die eine Hohe von einer Million Dollars erreichen soll.
Hundertfünfunddreißigtausend Mark hat Agnes Sorma in stebenundzwaMgVorstellungen de», Lessing-Theater inBer! n «nge rächt. Da Frau Sorn.a für jedes Auftreten -in Honorar « erhielt, rat Ganzen al o 27,000 Mk., bleiben dem
Lessing-Theater noch 108 0M Mk. übrig. Ein nettes Sü.nmcheul Dnektot Ne^iinann-Hofer ließ der Künstlerin bei ihrem letzten Auftreten am sonntag eine prachtvolle, mit Rosen gefüllte Alajolika- vase überreichen, um die sich ein Band schlang, auf dem zu lesen stand: „Dem Glücksstern des Lessing-Theaters." 3
er „ ®| e „vvch ist Deutschland rühmlicbst bekannte Konzertsängerin ^et esa Tosti hat kürzlich den gewagten Versuch gemacht, in einem Pariser Konzert den Licdercyklus „Die schöne Müllerin" von Schubert in seiner Gesammtheit, und zwar dazu noch in deutscher spräche vorzutragen, und hat dabei einen solchen Erfolg gehabt, daß sie den Bersiich mit ebenso großem Glück erneuern konnte. Um den, französischen Publikum das Äerständniß zu erleichtern, übernahm einer der beliebtesten Conferenciers von Paris, Herr Vanor, in dem Konzert eine kleine erläuternde Eiiileituna vorzutragen. Während ' -^eresa Tosti diese Äufführiingen wiederholen.
Alls,Parts wird berichtet: Mlle. Le Poitevin de l'Egreville die vor einigen Tagen hier, gestorben ist, hat beni Pariser Thicr- schutzverem ihr ganzes Vermögen hinterlassen. damit ein K r a nkc n- L"us kur Thiere begründet wird. Der Staatsrath hat den ThierschutzverelN ermächtigt,,dieses Legat und ein zweites von Mlle. Chaussegros, das zwei Millionen Francs beträgt, anzunehme,^
