Einzelbild herunterladen
 

«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — BezugS-PreiS: durch den Verlag r>o Pfg. monatlich, bittet) die Post L Mk. ««» Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

Abonnenten.

Slnzcigen-PreiSr

Die einspaltige Pctitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Pctitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 7b Pfg.

Anzeige»-Annahme

für die Abend-AnSgavc bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — nächstcrschcincndcn Ausgabe wird keine Gewähr übernoniüien, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

Dk), 2? 6. Fernsprecher N». 52.

Worgen-flusgabe.

UoUts- und Kinder-Uersicheenng.

Von Wilhelm Hartenfels, Wiesbaden.

In der Reihe der segensreichen Jilstitntioncn unseres hcuiigen Volkswirthschaftslebens nimmt das Versicherungs­wesen eine der ersten Stellen ein. Darf dasselbe nun auch schon als in schönster Biülhe stehend bezeichnet werden, so steht doch zweifellos fest, daß mit der fortschreitenden Kultur und den stetig wachsenden Ansprüchen an die Leistungs­fähigkeit des Einzelnen zur Bestreitung der Erfordernisse des Lebens ein im gleichen Verhältniß sich ausdchncndes Ver­sicherungswesen Hand in Hand gehen muß. So gewaltig auch schon das weitverzweigte Netz desselben, welches sich über ganz Deutschland erstreckt, erscheinen mag, so bleiben wir auf diesem Gebiete doch noch sehr weit hinter den Eng­ländern zurück, bei welchen im Durchschnitt jede dritte Person bei einer einzigen Versicherungs-'Gesellschaft, der „Prudential" in London, versichert ist. Diese Gesellschaft hat den Nachweis erbracht, daß mit ihr in 1898 nahezu 13 Millionen Menschen mit dem Riesenkapital von über 2500 Millionen Mark im Vertragsverhältniß standen, eine „Volksversich erung" allerersten Ranges. Diesem Beispiel ist man in Deutschland mit Riesenschritten nachgecilt, wobei sich die „Victoria zu Berlin" ganz besonders ausgezeichnet hat.

Der Zweck der seit 1892 bestehenden Volksversichcrung ist der, ein bestimmtes Kapital anzusammeln, uni dasselbe nach einer Reihe von Jahren selbst zu empfangen, oder den Angehörigen der zu Versichernden bei eventuellem Tode vor dem Ende der Verficherungsdauer sicher zu stellen und den Versicherten einen gewissen heilsamen Zwang zuni Sparen aufzuerlegen, sowie in dieser Weise volkserzieherisch zu wirken. Der mit der Volksversicherung verbundene Zahlungs­zwang der Wochenbeiträge ist insofern von einer segens­reichen Bedeutung, selbst für gut sttuirte Menschen, als im anderen Falle wohl wenige dieser regelmäßig abzuführenden Nothgroschen den Weg zur Sparkasse antrcten würden. Es darf daher als eine Pflicht jeden Familienvaters, der es als sittlich ausgereifter Mensch ernst nimmt mit dem Wohle der Seinigen, bezeichnet werden, nach Maßgabe seines Ein­kommens diesem Institute beizutrcten.

Durch die Einrichtung der wöchentlichen Beitragszahlung und den Wegfall der ärztlichen Untersuchung gegenüber den Bedingungen der allgemeinen Lebensversicherung ist auch dem sogenannten „kleinen Mann" willkommene Gelegenheit ge­boten, die Segnungen der LebenSverstchernng, welche bisher nur den Zahlungskräftigeren zu Gute kamen, zu genießen. Es handelt sich hier um Wochenbeiträge von 10 Pf. steigend bis zu 2 Mk. 50 Pf. und höher, wobei das Versichcrungs- kapital, 1500 Mk., entsprechend überschritten werden darf.

Z. B.: Gärtner Hartmann, welcher 25 Jahre alt und verheirathet ist, versichert sich auf die Zeitdauer von vierzig Jahren mit wöchentlichen Beiträgen von 10 Pf. Er wählt die lange Versicherungszeit, weil er kerngesund ist und äußerst solide lebt, weshalb er feste Hoffnung darauf hat.

Donnerstag, den 10. Mai.

dieses Alter zu überschreiten. Die Versicherungssumme, welche ihm am Ende seines 65. Lebensjahres ansgezahlt wird, falls er seinen Verpflichtungen bis dahin nachgekommen ist, betrügt 142 Mk. Der bis dahin mit 3'/spCt. verzinste Gewinnantheil beträgt ungefähr 105 Mk. und gelangt gleich­zeitig mit der Versicherungssumme zur Auszahlung. Beide Beträge zusammen machen 247 Mk. Erfolgt der Tod Hartmanns im zweiten Jahre, so wird das halbe Kapital bezahlt; im dritten Jahre seit Bestehen der Versicherung wird nicht allein die Versicherungssumme, sondern auch der bereits augcsammelte Gewinnantheil an die Wittwe des Versicherten voll ausgezahlt.

Was nun die 2. Abtheilung der Volks-Versicherung, die sogenannte „Kinder-Versichernng", anlangt, so sei dies au nachstehendem Exempel erläutert: Kutscher Balzer ist gewillt, sein neugeborenes Töchlerchen mit einem Wochenbeilrag von 50 Pf. bei der „Victoria" auf 20 Jahre zu versichern. Würde seine Tochter das 20. Lebensjahr erreichen, so würde ihr alsdann nicht nur die Versicherungssumme von 400 Mk., sondern nebenbei auch noch der Betrag von wahrscheinlich 171 Mk. als Gewinnantheil, zuzüglich der angesammelten Z'/s-procentigcn Zinses-Zinsen, ausbezahlt werden. Bereits nach 3-jährigem Bestehen der Versicherung würde im Todes­fall des Kindes der volle Versicherungsbetrag von 400 B!k. zur Auszahlung gelangen. Im Falle Balzer nach 3-jähriger Beitragslcistung die fernere Einzahlung der Wochenbeiträge unterlassen würde, so stellte man ihm trotzdem auf vor­herigen Antrag eine am Ende der Versicherungszeit dem Kind selbst oder nach vorherigem Ableben des­selben dem Vater zu entrichtende Summe von 60 Mk. fest. Bei späterer Aufgabe der Versicherung würden diese AbfindungSsunimeu entsprechend erhöht. Bei Ver- zichlleistung auf Gcwinnbetheiligung würde die Ver­sicherungssumme von vornherein um 20 pCt. erhöht werden. Es steht nun ganz im Belieben der Eltern, ihre Kinder von 10 Pf. an aufwärts bis zu dem Maximal-Wochenbcitrag von 2,50 Mk. zu versichern, da Jeder seine Verhältnisse am besten kennt. Ebenso ist Jedem die Wahl der Versicherungs­dauer frcigcgebcn, bei welcher 10 Jahre die unterste Grenze bilden. Es sei nur noch kurz erwähnt, daß bei einem Wochenbeitrag von 2,50 Mk. auf die Dauer von 15 Jahren dieAuszahlung einer Total-Versicherungssumme von 2075 Mk., welche von 1500 Mk. ab die Gewinnantheile darstellt, er­möglicht ist. In einzelnen Fällen kann diese Maximal- Versicherungssumme noch bedeutend erhöht werden. In den besser sitnirten Kreisen zu Wiesbaden, in welchen der Werth der Kinder-Versichernng (wie diese bei der „Victoria" er­möglicht ist), derzeit klar erkannt worden ist, hat diese Ver- sicherungSart, gegen welche alle Militär- und Aussteuer- Versicherungen nicht Stand halten können, gerade in jüngster Zeit ganz bedeutende Fortschritte gemacht.

Die großen Vortheile, die eine solche Kinderversicherung den breiteren Schichten unseres Volkes darbietet, springen so klar ins Auge, daß es hierzu keines weiteren Kommentars bedarf. Ohne einem einseitigen „Eremitenihum" das Wort reden zu wollen, darf doch betont werden, daß viele Kinder dankbar sich der fürsorglichen Liebe der Eltern in späteren

Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

Fernsprecher No. 52. 1900 .

Jahren erinnern würden, wenn durch eine den Lebens- vcrhültnisscn der Eltern entsprechende zeitige Versicherung ihnen eine größere oder geringere Summe gewährleistet würde, die ihnen in der reiferen Jugend trefflich zu Statten käme, und manche sonst nutzlos vergeudete Mark würde so zu einer kräftigen Stütze der Unabhängigkeit gering be­mittelter junger Leute beitragen. Alles in Allem ist die „Volks-Versicherung" sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder die Sparbüchse unseres Volkes, und ihr neue Quellen zu erschließen und die Herzen für die Zukunft ihrer selbst wie ihrer Kinder ernstbesorgier Eltern zu öffnen, muß der Wunsch jedes Volksfreundes sein.

A«s Stadt und Kmrd.

Wiesbaden. 10. Mai.

— Ge>chicht»k»le»der. 1885: st Ferd. Hitler zu Köln, hervorragender deutscher Tondichter. 187t: Endgültige Festsetzung des Friedcnsvertrags mit Frankreich i» Frankfurt a. M. 18714 t Paul Konewka. bekannter Ausscheidekiinstler. 1859: ch Johann Erzherzog von Oesterreich zu Graz, deutscher Reichsoerweset. 1850: Wiedererstehen des Deutschen Bundestages. 1849: Nieder« brennuna der Stadt Abrudbauya in Ungarn durch Bergwalachou. 1796: Erstürmung der Brücke von Lodi durch Napoleon. 1778t ff Karoline von Dänemark, die Gönnerin Struensecs, zu Ccllk. 1714: * Sophie Charlotte Ackermann, berühmte Schauspielerin und Theaterdirektrice. 1688: Die Siebcnbüraischen Stände leisten aus dem Landtage zu Fogaras dem Hause Habsburg als Erbkönigen von Ungarn die Treue. 1631: Erstürmung Magdeburgs durch Tillh.

o. Militärisches, Die bereits erwähnte Besichtigung der drei hier garnisonirendcn Batlericcn des Nassauischen Feldartillcrie^ Regiments fand durch den Regiments-Kommandeur, Herrn Oberst Zunker aus Mainz, auf dem Exercirplatz statt. Derselben wohnte allster dem kommandirenden General der DivisiouS- Kommandeur,Generalleutnant Excellenz Perthes ans Frankfurt a. M., bei. Die Battcricen rückten gegen V«12Uhr, mit der Reginlentsniilstk aus Mainz an der Spitze, in die Kasernen ein. — Leider ereignete sich bei der Besichtigung ein Unfall, indem ein Sergeant auf dem durch das Regenwctter sehr schlüpfrig gewordenen Boden mit dem Pferd stürzte und unter dasselbe zu liegen kam. So ge­fährlich der Sturz auch aussah, ist glücklicher Weise der Reiter wke das Rost ohne uenncuswcrthe Beschädigungen davongckommen.

— T»r»fahrt. Der „Turn-Perein" unternahm am Sonntag seine diesjährige Frühjahrstnrnfnhrt. Präcis7 Uhr Früh marschirtz die 70 Mann starke Turnerschaar von dem Vereinsheini ab über den Bingert und Heßloch nach Auringen, wo das Frühstück ein­genommen wurde. Nach kurzer Rast ging die Tour über Äremtbal durch das romantische Lorsbachthal nach Eppstein, dann begann der Aufstieg auf den Rossert, welcher um 1 Uhr Mittags erreicht wurde. Hier fand eine längere Rast statt und man hatte bei dem klaren Wetter die schönste Aussicht auf den Taunus und die MairN- und Rheinaegend. Um 2 Uhr 10 Min. wurde wieder aufgebrochen und über Eppenhain nach Schlostborn, dem Ziel der Turnfahrt, marschirt, welches um 3 Uhr 15 Min. erreicht wurde. Hier verlebte man schöne Stunden, bis die Uhr zum Ausbruch mahnte. Unter Sang und Klang, welcher während der ganzen Tour die Ausflügler nicht verliest, ging'-über Ehlhalten, Oberjosbach nach Niedernhausen. Von hier brachte die Bahn die Turnfahrer wieder zurück. Auf der ganzen Tour beseelte die Turner ein echter frisch-fröhlicher Sinn und Jedem wird die Turnfahrt noch lange im Andenken bleiben.

— Die Toepedo-Divisto» soll, wie dem „Rh. K." aus Rüdesheim gemeldet wird, nächsten Samstag Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr dort eintreffen. Die Vereine Nüdcsheims, Krieger-

(Nachdruck verboten.)

Hettlmn-e bei den alten Germanen.

Man hat sich daran gewöhnt, den alten Germanen einen Grad körperlicher Gesundheit und Kraft zuzuschreibcn, wie er als Eigenschaft eines ganzen Volkes in der Geschichte seines Gleichen nicht hat. Man wird infolge dessen auch zu dem Glauben geneigt sein, daß unsere Vorfahren im Großen und Ganzen keine Krankheiten gekannt hätten, das wäre aber doch ein großer Jrrthum. Allerdings ist wenig Genaues in dieser Hinsicht bekannt, aber es lassen sich doch Elemente in einer altgcrmanischen Heilkunde ermitteln, und wo es eine Heilkunde gegeben hat, da müssen selbstverständ­lich auch Krankheilen gewesen sein. Der durch seine Studien über die Geschichte der Medizin bestens bekannte Mannheimer Arzt Dt. Markuse hat einen bemerkcnSlverthen Aufsatz über die Heilkunde bei den alten Germanen in den neuesten Heften der „AllgemeinenMedizinischen Centralzeitung" veröffentlicht und damit einen wichtigen Beitrag zu der Kultur­geschichte des alterthümlicben Deutschland geliefert. Er führt zunächst aus, daß die Annahme allen Naturgesetzen wider­spricht, ein Volk könne gänzlich vor den Unbilden des Lebens und vor den ungünstigen Einflüssen des Klimas geschützt sein. Bei den alten Germanen sei eine derartige Bevor­zugung umso weniger zu vermuthen, als ihre Sitten durch­aus nicht so einfach und von jeder Ausschweifung frei gewesen seien, um ihnen einen absoluten Schutz vor Krank­heiten zu gewährleisten. Die Heilkunde in ihrer ältesten Form war nicht das Privileg eines besonderen Standes, sondern eine Art von Volkswissenfchaft, soweit man über­haupt von einer Wissenschaft dabei reden kann. Die Rezepte, die aus gewissen Beobachtungen und einer überwiegenden Menge von Aberglauben hervorgegangen waren, erbten sich in den einzelnen Familien fort, und der Glaube an die Kraft

gewisser Wurzeln oder besonderer Amulette, sowie an den Ein­fluß der Gestirne bildete die Hauptsache dabei. Daß die alten Germanen durchschnittlich eine hervorragende körperliche Konstitution besessen haben, wird von den Schriftstellern des Alterthums genugsam verbürgt, und Tacitus behauptet, es genüge, einen Germanen gesehen zu haben, um Alle er­kennen zu können. Der alte Galen, der berühmteste Arzt der klassischen Zeit, wußte aber auch zu berichte», daß die Germanen infolge ihres UeberflusseS an Säften verschiedenen Krankheiten des Blutes und der Schleimhäute ansgeseht waren, vor Allem litten sie auch an lästigem Augenfluß. Gegen Frost und Hunger waren sie außerordentlich ab­gehärtet, konnten dagegen Hitze und Durst schwer ertragen, und diesem Mangel an Widerstandsfähigkeit wird die Ent­stehung vieler unter ihnen herrschenden Krankheiten zu­geschrieben. Geradezu als Volkskrankheit herrschte unter den nördlichen Völkern der Scorbut, denn ohne Zweifel ist in der Beschreibung der Mundfäule und Knielähmung, die nach Plinius so häufig bei den Germanen zu finden sein sollten, jene Krankheit zu verstehen. Selbst­verständlich nahm die Zahl der Krankheiten zu, als

durch den Einfluß der Berührung mit anderen Völkern

die Ueppigkeit und Schwelgerei bei den Germanen wuchs. So wird es begreiflich, daß mit der Zeit auch die Heilkunde eine größere Bedeutung bei dem Volke gewann. Ihre Anfänge sind auf die Thätigkeit der Druiden zurückzuführen, die nicht nur als Priester, sondern auch als Aerzte thätig waren. Allerdings übten sie ihre Heilkunst mit möglichster Heimlichkeit aus, und aus diesem Grunde ist über deren Beschaffenheit leider auch wenig überliefert worden. Daß gerade sie für den ärztlichen Beruf am ehesten in Frage

kamen, hing mit der Thatsache zusammen, daß sie bei der

Darbringung von Opfern die inneren Theile des menschlichen Körpers am besten kennen lernten, da sie das BkUt der

Gefangenen als Opfergabe verbrennen und die menschlichen Eingeweide zur Weissage benutzen mußten. In der Anatomie mögen daher die alten Germanen neben den alten Egyptern, die aus der Sitte der Einbalsamirung ihre Erfahrungen zogen, damals die besten Kenner gewesen sein. Außerdem wurden sehr viele Kräuter als Heilmittel benutzt. Da ist zunächst die Eichenmistel zu nennen, die unter besonders feierlichen Gebräuchen gepflückt werden mußte, man bereitete daraus auch einen Trank, der gegen Unfruchtbarkeit, auch wohl als Gegengift verabreicht wurde. Ferner wird von den klassischen Schriftstellern eine Pflanze mit Name» Sclago erwähnt, die von den Druiden, vornehmlich als Räucher­werk, gegen alle möglichen Krankheiten und im Besonderen gegen Augenkrankheiten angewandt wurde. Man mußte sie ohne Hülfe eines Messers mit der rechten, im Kleide ver­steckten Hand pflücken, die linke Hand mußte dabei vor­gestreckt werden, als ob man etwas stehlen wollte, dazu war weiße Kleidung vorgeschrieben und nackte, sauber gewaschene Füße, auch nmßte zuvor ein Opfer an Brod und Wein dargebracht werden. Welche Pflanze darunter zu verstehen ist, hat man nie sicher ausfindig machen können. Dioskoridcs sagt von ihr, daß sie Flechten, Brandwunden, Podagra, Kopfiveh, Augenentzündung u. A. heile, daß auch der Blitz kein Haus treffe, unter dessen Dach das Kraut wüchse. Die sogenannte Gallische Narde wurde zur Herstellung von Salben benutzt, deren Heilkraft gegen Ge­schwüre, Entzündungen, Fluß re. gerühmt wird. Ebenfalls aus Gallien wurde die Kenntniß eines Krautes Namens Halus übernommen, deffen Wurzel bei Nasenkatarch, Hämorrhoiden und noch anderen Leiben benutzt wurde. Aus der Erdgalle, einer Art des Tausendgüldenkrautes, bereitete man einen Trank, der durch Abführung alle schädlichen Säfte aus dem Körper entfernen sollte. Eine Pflams Namens Vettonica wurde gegen Husten verschrieben, deie