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Verlag: Langgasse 27.

A>»rci««r-Prci-r Die einspaltige Petitzrile für locale Nnäeigr» 15 Ps«., für oufwärtige Anzeigen 25 '-Uffl- — Airelamei, die Petit>eilc für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Psg.

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Abend -Aufgabe.

Zur Berliner Kaiserbesegnuus.

Wie selbstverständlich. bekomm! man jetzt, zum Emvfange des Kaiser? von Oesterreich, die herkömmlichen konventionellen Wendungen zu hören, mit denen solche Ereignisse regel­mäßig durch die offiziösen Mundstücke der Regierungen be­sprochen zu werden pflegen. Solche Konimentare gleichen einander derartig, daß es kaum gemerkt werden würde, wenn sie einmal aus Versehen vertauscht würden. Indessen pflegen die Feinschmecker der Diplomatie sich gern einen besonders erlesenen Genuß in der Weise zu bereiten, daß sie versuchen, derartige Preßäußerungen gleichsam in­dividuell zu beleben. Manchmal gelingt es, meistens nicht. Wir hätten nicht allzu viel dagegen, wenn man an den beeinflußten Artikeln zum Empfang des österreichischen Herrschers entdecken sollte, daß sie in der That eine kleine Nuance von Besonderheit aufweisen. Sowohl der „Reichs-Anzeiger" wie die »N. A. Z." heben den Antheil des Königreichs Italien an der mittel­europäischen Friedensgemeinschaft hervor. In dem amtlichen Blatte wird von der „werthvollen Mitwirkung des ritter­lichen Königs von Italien" gesprochen, in der „N. A. Z" einfach vom „Beitritt des Königreichs Italien zum Drei­bund". Gewiß erforderte eö die Rücksichtnahme auf den dritten Bundesgenossen, seiner bei Gelegenheit der bevor­stehenden Zwei-Kaiser-Begegnung zu gedenken, aber die Betonung der Zugehörigkeit Italiens zum Dreibunde mag doch auch ihre ganz unmittelbare, in den Vorgängen deö Tages beruhende Bedeutung haben. Wie man weiß, haben es sich die französischen Organe in der letzten Zeit sehr eifrig angelegen sein lassen, Mißtrauen zwischen Rom und Berlin zu säen. Mit der Reise des Kronprinzen von Italien nach Berlin wurde ein wahrer Unfug insofern getrieben, als die Pariser Blätter darin wetteiferten, Italien in die Rolle eines demüthigcn, nur geduldeten Dritten hineinzulügen. und diese Machenschaften waren von solcher Hartnäckigkeit, wurden namentlich mit solcher Ueber- einstimmung durchgesetzt, daß der Verdacht laut werden konnte, es gebe eine höhere Stelle in Paris, die an diesem Treiben mitschuldig sei. Somit dürfte es schon seinen Werth haben, daß des Königs Humbert und seiner Politik in den Auslassungen der Berliner Offiziösen so warmherzig gedacht wird. Von der „Pflege guter Beziehungen zu allen anderen Mächten" wird in den offiziösen Begleitworten beinahe wörtlich übereinstimmend gesprochen. Das Gegentheil wäre natürlich unmöglich, und so mag es dem Temperanient des Publikums überlassen bleiben, hierin nur etwas Redensartliches oder aber einen Kern von Thatsüchlichem, also die Vorbereitung irgend eines Ereignisses, zu finden. Man darf darauf aufmerksam machen, daß neben dem Grafen Philipp Eulenburg, dessen Erscheinen in Berlin anläßlich der Reise des Kaisers Franz Josef selbstverständlich ist. als einziger deutscher Botschafter nur noch Fürst Radolin aus

Petersburg hier eingetroffen ist. (Der deutsche Botschafter beim Quirinal ist in Rom geblieben.) Es könnte sein, daß Verhandlungen stattfindcn, in deren Verfolg es den beiden Kaisern wie ihren Staatsmännern werthvoll erscheinen mag, auf die Erfahrungen deö Fürsten Radolin zurückzugreifeu und seine Meinung zu hören. Man wird in den nächsten Tugen Mancherlei über Ansichten, Absichten und Aussichten im Zu­sammenhang mit der Kaiserwoche vernehmen. Man wird das Meiste davon mit der gelassene» Erwartung, daß zutreffende Auf­schlüsse erst nach einiger Zeit kommen werden, an sieh vor­überrauschen lassen, aber man wird vielleicht der Wirklichkeit der Dinge nahekommen, wenn mau davon ausgeht, daß die Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg vortrefflich sind, daß die Beziehungen zwischen Wien und Petersburg die Bedingungen einer wesentlichen Verbesserung in sich tragen, und daß eö keine der geringsten Folgen der bevor­stehenden Begegnung sein würde, wenn bei diesem Anlaß eine stärkere Uebereinstimmung der leitenden Gesichtspunkte zwischen den drei Kaisermächten erzielt werden sollte. Jedenfalls hat man nicht entfernt den Eindruck, als werde in Petersburg mit Gefühlen der Unruhe auf die Berliner Zusammenkunft geblickt. Wenn dagegen die öffentliche Bieinung in Frankreich nervös wird, so geschieht es vielleicht nicht ohne Grund. Die Werbungen um russische Gunst werden neuerdings in dem Aiaße verstärkt, in dem sic an sichtbaren Erfolgen einbüßen. Sollte es der fran­zösischen Diplomatie nicht gelingen (und es sieht nicht so aus, als ob es ihr gelingen werde), den Czaren zum Besuch der Pariser Ausstellung zu bewegen, so könnte der Miß­erfolg unter Umstünden das Signal dafür sein, daß sich noch Anderes in der europäischen Gesammtlage geändert hat, und zwar gewiß nicht zu unseren Uilgunsten, auch nicht zu Ungunsten unserer Freunde im Dreibünde.

Deutscher Reichstag.

Krrlin, 3. Mai.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beralhung der Novelle zur Uusallversicherung. 8 5« bestimint, datz nach Ab­lauf einer 14-lägigeu Karenzzeit Schadenersatz zu gewahren ist erstens an ärztlicher Behandlung und zweitens cm Renten für die Dauer der Erwerbsunfähigkeit. Ein von der Kommisiion neu em- gefügter Zusatz besagt, dag bei völliger Hülflosigkeit des Verletzten und für deren Dauer die Rente mit 100 pCt. des Jahres-BrbertS- vcrdienftes (statt 66V» pCt.) zu erhöben ist. — Abg. Freiherr v. Stumm (Reichsp.) beantragt,- den Zusatz dahin »u ändern, daß die Rente bei völliger Hülflosigkeit auf 100 p erhöht weiden „kann", also nicht „mutz'. Außerdem liegt ein socialistischcr Antra« Albrecht vor. welcher vor Allem dre 14-wöchige Karenzzeit beseitigen, eventuell sie auf 4 Wochen reduziren will. Ferner soll die Rente nicht nur nn Falle der Er­werbsunfähigkeit gezahlt werden, sondern bei jedem Unfallschaden, und zwar soll die Höhe der Rente nach den Schadenersay-Bor- schristen de« bürgerlichen Gesetzbuches beiueffen werden. Die Abgg. Opfer gelt (Ceutr.) und Lehr (nat.-lib.) empfehlen unveränderte Aufrechlerhaltung der Kommisstonsbeschlüsfe. — Abg. Molke »buh r (Soc.) tritt für den Antrag Albrecht ein. — Abg. Rosicke- Desiau (wild-lib.) wendet sich gegen den Antrag v. Stumm. Gerade die fakultative Renten-Erhöhung habe nur Aergerniß und Vorwurfe im Gefolge. Eine bindende Vorschrift seivorzuziehen. — Al>g. Hltze (Centr) erklärt sich mit dem Verlangen der Socialdcmokraten ein

verstanden, daß auch bei der Rentenberechnung für verletzte lugend. liehe Arbcücr von vornherein mindestens der ortsübliche Tageloh» rir erwachsene Arbeiter zu Grunde gelegt werde. Dementsprechend wird ein von der Kommission dem Absatz 4 hinzugcfügter Zusatz gestrichen, die weite,gehenden socialtftischen Anträge werden ab- gelchni. Paragraph 5o handelt von der Befuguiß der Beruf«, genoffcnschaften, den Krankenkassen die Fürsorge für einen Verletzte« auch noch Über die Karenzzeit (13 Wochen) hinau« durch KoNen. ersah zu übertragen. Paragraph 5° wird unverändert angenvmmea. Bei den §§ 53 und e werden weitere auf die Renteiicrhöhona bezügliche socialistische Anträge abgelehnt. Paragraph 5k wird debaltetoS genehmigt, worauf das Hau« die Weiterberathung auf morgen 2 Uhr vertagt. Schluß 5'/« Uhr.

* * *

Kortin. 3. Mai. Die B u d g e t - Ko m m i s si o n des Reich«, tags beschäftigte sich heute mit dem Antrag Müller-Fulda, betreffend die Beschaffung der Deckungsmittcl für die Flotteuvorlage, und beschloß, den EmisstonSstempel auf inländische Aktien, besten Er» Höhung um IV- PEt. Müller-Fulda beantragt hatte, um 2 pCt. und de» Emissionsstempel auf ausländische Aktien statt der be­antragten 2 pCt. um 2V« pEl. heraufzusetzen. Dagegen wurde der Umsatzstcnipel. für welchen Müller-Fulda eine Erhöhung von 5 pro Mille beantragt hatte, auf 4 pro Mille festgesetzt. Die Budget-Konunission wählte eine Subkommisfion. die darüber M. rathen soll, ob und wie die Kompensationsgeschäfte der Banken mit einem Stempel zu belegen seien.

Preußischer Landtag.

. ge ordnetenhaus.

Krrli«, 3. Mai.

Im Abgeordnetenhaus bildete heute den ersten Gegenstand der Berathung die zweite Lesung des Antrag« des Abg. Dr. Werh« (kons.) und Gcnoffen, betreffend die Anwendung des Rentenguts, gesetzeS auf kleine Besitzungen, die nur aus eineiutzause mitGarten« (and bestehen. Der Antragsteller forderte Ueberweisung seines Vor. schtagS an cineKommiffion von 14 Mitgliedern. Abg. v. Riepen» hausen (kons.) schilderte die keineswegs entgegenkommende Haltung der Regierung und des Finanzministers in dieser Frag und trat dem Antrag auf Kommissionsverweisung bei. ' - Gehennraltz Schröder erklärte, der Finanzminister könne aus praktischen wie grundsätzlichen Gründen den Antrag nicht annehmen. Der Antrag sei auch nicht so dringlich. BiszumSchluß18»8seicnschon52Millwne« für Beschaffung von Arbeiterwohnnngen ausg geben worden. — Abg Nr. Hitze (Centr.) gab seiner Verwunderung über die Stellungnahme der Regierung Ausdruck; die angeführten Grunde könnten nicht als stichhaltig angesehen werden. Die Haltung der Negierung könne auch nicht einmal klug genannt werden, da es sich für stc hierbei nur darum handele, den guten Willen zu zeigen. Der Antrag biete ein Mittel zur Milderung der WohnungSnoth. — Der Antrag ging an eine Kommission von 14 Mitgliedern. — Hieran schloß sich die Berathung des Antrags des Aba Schmidt (Marburg, Centr.) den Eisenbahnbauinspekrorcn, Maschinenbau- inspcktoren und Betriebsinspektoren eine 5 Jahre überschreitend« diatarische Beschäftigung bei Feststellung des BesoldungSd enstalter« anzurcchnen." EinA»kragAreiiberg(Centr.)verlanatdieErhohung des Gehaltes der Eisenbahnberriebssekrekäre.— Abg.v. Pappen her m

K .) wendet sich gegen den Antrag wegen seiner pnanzlellen equenzoii. Redner tadelt insbesondere die Angriffe, die gegen ihn und gegen die Negierung wegen ihres Widerstandes gegen dir Petition der Eisenbahnbeamten erhoben worden seien. — Munster Thielen erklärt, daß die Frage der Aufbesserung der Beamten­besoldung für absehbare Zeit abgeschlossen sei. Für die Beamten sei in den letzten Jahren so viel geschehen, wie me zuvor und das zu einer Zeit, wo der Mittelstand in Stadt und Land, dem doch die meisten dieser Beamten zuzurechnen seien, lebhaft über de» Rückgang seiner wirthschaftlichen Lage Beschwerde führt. Demgegenüber sei die Lage der Beamten eine geradezu b^ vorzugte. (Sehr richtig I Rechts.) Trotzdem das Drangen nach

(Nachdruck verboten.)

Eine Kaule der Reformation.

Zum 375. Todestage Friedrichs des Weisen (f am 5. Mai 1525).

Bon Dr. L. I. Bronn.

Eine der Hauptstützen des Lntherthums im Zeitalter der Reformation war der Kurfürst von Sachsen Friedrich Hl., der Weise genannt.

Am 17. Januar 1463 zu Torgau geboren, regwrte er seine Länder gemeinschaftlich mtt seinem Bruder Johann in nie getrübter Eintracht, ein Fürst, der nicht bloß durch die damalige hohe Machtsteflung seines Hauses, sondern auch durch seine persönlichen Eigenschaften das höchste Ansehen im Reiche genoß und auf die Angelegenheiten desselben, wie auf den äußeren Gang der Reformation in den ersten Stadien ihrer Entwickelung einen bedeutenden Einfluß aus- üble. Friedrich 111. war die Seele der Reformbestrebnugeil, weiche auch die Verfassung des Reichs im Sinne der Fürstenaristokratie ausbauen und dasselbe davor schützen sollte, daß es seinen eigenen Interessen zuwider in die un- stäte Politik des Kaisers Maximilian hineingerissen wurde.

Wenn es nun dem Kaiser doch gelang, das Werk des Kurfürsten noch vor seiner Vollendung größtentheils wieder zu zerstören, so lag das nicht nur an dem unglücklichen Zusammentreffen verschiedener Umstände, sondern auch zu» gleich an Friedrich 111. selbst und seiner Neignug, den Aus­gang seines Thuns der Vorsehung anheim zu geben, weiches einen Grundzug seines Charakters bildete. So ließ er eö geschehen, daß der Kaiser die dem Hause Sachsen ertheilte Anwartschaft auf Jülich und Berg zu Gunsten Cleves wider­rief. daß die ihm in Aussicht gestellte Vormundschaft über den jungen Landgrafen Philipp von Hessen verloren ging; so ließ er auch die Gelegenheit, welche sich ihm in den in Erfurt ausgebrocheuen bürgerlichen Wirren bot, um die

schwankende sächsische Schutzoberhoheit über diese Siadt gegen Mainz zu befestigen, unbenützt.

Rur auf dem Reichstage zu Augsburg 1518 vergalt er die ihm zugefügten Kränkungen, indem er die von Maximilian dringend gewünschte Wahl seines Enkels Karl zum römischen König durch seinen Widerstand vereitelte. Infolge davon hatte er nach Maximilians Tode das Reichsvikariat zu führen, während dessen er die durch französische Jntriguen entzündete Hildesheimer Sliflsfehde durch sein Friedensgebot nieder­zuhalten suchte.

Als der eiliflußreichste unter allen Kurfürsten sah sich Friedrich III. bei der Kaiserwahl von allen Seilen um­worben, blieb aber jeder Art von Bestechung unzugänglich. Was ihn bcstimmlc, die ihm selbst von seinen Milknrfürsten angetragcne deutsche Kaiserkrone abzulehnen, mar weniger sein Aller, als vielmehr die Lage des Reichs, weiches gcgcn die Türken im Osten und Franzose» im Westen gleichzeiiig Front zu halten hatte und eines doppelten kräftigen Schutzes bedurfte, wie ihn eben nur das Haus Habsburg gewähren tonnte — und so entschied er die Wahl Karls.

So sehr aber der junge König sich anfangs befliß, seine Dankbarkeit und Ehrerbielung gegen Friedrich III. an den Tag zu legen, so schnell erkaltete diese Gesinnung; das Verhältnis; zwischen beiden wurde dermaßen gespannt, daß Franz I. von Frankreich 1521, obgleich vergeblich, um Friedrichs Bündniß gegen Karl werben konnle.

Nicht ohne Einfluß auf diese Wendung war Luther gewesen.

Friedrich, der der alten Kirche mit aufrichtiger Frömmig­keit ergeben war, hatte 1493 eine Wallfahrt ins gelobte Land unternommen und für das Allerheiligenstift in Witten­berg einen Schatz von über 5000 Reliquien zusammen- gcbracht und war mit Luthers Auftreten gegen den Ablaß keineswegs aus theologischer Ueberzeugung, sondern nur aus rein finanziellen Gründen einverstanden. Wie er schon 1501 das für den Türkenkrieg in seinem Land gesammelte

Ablaßgeld bis zum wirklichen Zustaiidekommen desselben in Verwahrung genommen und schließlich für seine'Universität verwendet halte, so war er auch jetzt nicht gewillt, eine ähn. liche Besteuerung seiner Unterlhanen, noch dazu zu Gunsten des Kurfürsten von Mainz, mit dem er wegen Erfurt in Fehde lag, zuzulassen. Je heftiger daher Luthers Gegner ihn als den „Beschützer der ketzerischen Bosheit" dcnunzirten, desto ängstlicher mied er seitdem jede persönliche Annäherung an denselben, sodaß er ihn, außer einmal in Lochau, nur noch auf dem Reichstag zu Worms gesehen hat. Da er aber andrerseits recht wohl wußte, wieviel das Aufblühen seiner Universität der Wirksamkeit Luthers zu verdanken war, so war er weder durch die Forderungen deö päpstiichen Legalen, noch durch die ihm durch Miltitz überbrachle goldne Rose dazu zu bestimmen, Luther seinen Schutz zu versagen und zu entziehen, lehnte auch ebenso das Verlangen deS Bischofs von Merseburg ab, gegen die abgefallciien Geist, lichen einzuschrciten.

Außerdem überzeugt, daß bei dem fortgeschrittenen Stande der Bildung unler den Laien Gewaltmaßregeln das Uebel nur ärger machen würden, bestand Friedrich darauf, daß Luther ohne vorheriges Verhör und vor Erledigung der Beschwerden gegen den päpstiichen Stuhl nicht verdammt werden könne. So erfolgte Luthers Vorladung nach Worms.

Gegen eine Vollstreckung des Wormser Edikts schützte er denselben durch die bekannte Entführung auf die Wart­burg, aber die mährend dessen Abwesenheit in Wittenberg ausbrechenden Unruhen vermochte er nicht zu bemeistern und auch nach Luthers Rückkehr geschah die Einrichtung deö neuen Kirchenwesens im Ernestinischen Sachsen ohne sein unmittelbares Zuthun. Dennoch ließ Friedrichs Haltung gegenüber der zu Worms verurtheiiten Person und Sache Luthers auf katholischer Seite den Gedanken erstehen, ihn durch Entziehung der Kurwürde und Uebertragung derselben auf die Albertinische Linie unschädlich zu machen.