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*8. Jahrgang.
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Samstag, den 28. April.
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1900.
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Deutsches Deich.
Zur F l o t t e n f r a g e.
L. Srrlin, 27. April. Das Kompromiß zwischen Negierung und Centrnm in der Flottenfrage ist denn also heute perfekt geworden. Die Regierung läßt sich die Streichung der Sluslcindsschiffe für jetzt gefallen, und sie kann auf die Bcivilliguiig dieses Theiles der Vorlage oerzichten, umso leichter verzichten, als der Ban der Auslandsflolte erst im Jahre 1906 beginnen sollte. Mit einer Entschiedenheit, die sich großartiger ausnimmt, als sie ist, erklärte der Marinechef Tirpitz, daß die verbündeten Negierungen einig in der Ueberzengung seien, der Bau der Auslandsschiffe dürfe nicht bis 1916 verschoben bleiben. Da das Centrum dieselbe Ueberzengung zwar nicht schon ausspricht, zweifellos aber (jnt, so bedeutet die Unterstreichung jener einstimmigen Ansicht des Bnndesraths praktisch garnichts; sie ist nur ein Ornament zur Ausschmückung des Entschlusses der Negierung, sich in den unvermeidlichen vorläufigen Av- strich zu fügen, und dieser Entschluß wieder konnte, wie gesagt, leicht fallen, weil mit der kurzen Verzögerung der Bewilligung nichts von den Plänen der Marineverwaltung preisgegebcn wird. Andererseits steht das Ccntrnm in der Gloriole der ausschlaggebenden Partei da. Das Centrum lhit die Genugthuung, seinen Wählern erklären zu können, daß die Regierung sich den Abstrich habe gefallen lassen müssen, weil diese Partei eö so verlangte. Das Ccntrnm hat sich überhaupt als „Manager" anfgespiclt, und wenn die Nolle auch nicht überall klapple, so ging es wenigstens einigermaßen. Am übelsten freilich ging ^ und _ geht es mit der Decknngsfrage. Was ist das für eine Ersatzsteuer, ans deren Ertrag derjenige Theil der Flotienkosten kommen soll, der nicht durch die andern vorgeschlagenen kleinen Steuern gedeckt werden kann? Ist es eine Reichserbschaftssteuer? Ist cs eine Vermögenssteuer? Das Centrum selber weiß cs nicht, es überläßt der Regierung vertrauensvoll, oder besser gesagt mit skeptischer Leichtfertigkeit, die Sorge, nach dieser Seile hin Vorschläge zu machen. Schließlich wird es wohl darauf hinaus- kommen, daß Herr v. Kardorff Recht behalt, der im Ein- verständniß mit dem Schatzsekretär Herrn v. Thiel»,ann meinte, man solle nicht so kleinmülhig in Bezug auf die natürliche Steigerung der Reichseinnahmen ans den vorhandeneil Stenern und Zöllen sein. Mil andern Worten: Was die neuen kleinen Stenern nicht bringen werden, das wird die künftige Erhöhung der Gc- treidezölle bringen, und das Centrum wird diesen Ausgang segnen. War doch die ganze neuliche Kommissionsberalhung über die landwirthschaftlichen Zölle nichts Anderes als die Formulirung einer Polilik, die daS Flottengesctz zum Hebel agrarischer Bestrebungen machen will. Und man kann sicher sein, daß diese Absichten nicht fehlschlagen werden, insoweit cs auf die Regierung hier und die agrarisch gerichteten Parteien dort ankonimt.
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* Äof- und Rerfonnl-Unchrichkrn. Der Kaiser traf gestern Abend 6 Uhr 12 Min., mittels Sonderzugs von Karlsruhe wmmend, in Donau-Eschingen ein. Als der Zug in de» Bahnhof »r ullonirte die Kapelle des 111. Regiments aus Constanz die Sii 1 ! 11111 !;.. 3 U seiner Begrüßung waren auf dem Bahnhof der Fürst von Fürstenverg, sowie die Prinzen Heinrich IX.
Karl, Egon und Gottfried Hohenlohe-Lanaenbnrg. der m e 1 sie 1°, sowie die obersten Militär- und fiirstenbetgischen
— Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt offiziös: Presse wird der Versuch gemacht, die Anwesenheit des ?.» «aujlcrs m Paris mit einer angeblich beabsichtigten Nci e zum Besuch der PariscrWeltansstcllnng bringen. Wir stellen fest, daß cs sich hierbei hi. , i m '""Mge Erfuidnitg handelt. — Der Kaiser wil! sich. Ln.."^?/"sp°udcnz Me>i,ie in Hamburg aus Hofkrcisen erfahicn mben will, am 18. Oktober in der Schloßkirchc Königsberg als n.ig von Preußen krönen lassen. Anläßlich der den/k^^-v^Ä 1 / 1 . llrobe Festlichkeiten veranstaltet, wozu zahlreiche iJ™il* C Fürstlichkeiten emgcladcn werden. Die Hofchnraen feien «icitä von der Abhaltung der Festlichkeiten in Kenntniß gesetzt. BN der vorstehenden Form klingt die Nachricht nicht wahrscheinlich.
-labe- «'» 7000 Wann koinmt im
1803. In den Aeußernngen über die künftige Steigerung „^„^ichsausgaben, die von den bctheiligtcn Perwaltiingen gutachtlich fnr die Budgetkommissio» ans Anlaß der Flottennovelle zutammcngestellt worden sind, schreibt das Kriegsministeiinnu „Die Mtaltnng des Militärwcseiis ist von so vielen wechsclnden Ein- sUllien, z. B. unseren Bcziehniigen zn den anderen Großmächten, den HecreSorganisationcii der Nachbarstaaten, den Fortschritte» der Technik abhängig, daß jeder auch nur einigerniaßen ztwerlüssigc
Iüv Mar twö Air irr
auf das
„Wiesbadener Tagblatt"
u abonnireii, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgafle 27, bei deti Ausgabestellen, den Zweig-Expeditionen in den Nachbar- orte» und säinmtlichen deutschen Reichspostanstalten.
Maßstab für die Zuknnft fehlt. Itnr darauf sei hingewiescn, daß die durch Gesetz vom 25. März 1899 bewilligten Mannschnften voraussichtlich durch die in den Jahren 1901 und 1902 auf- ziistellcnden Forniationen anfgebraucht werden. Im Jahre 1903 wurde demnach die Anforderung der 7006 Köpfe, deren Bewilligung der Reichstag durch die Resolution 4 vom 16. März 1899 in Aussicht gejlcttt hat, bcginucn müssen."
.7 Fall Lipps. Nach der Nachricht eines Berliner Blattes hat die bahrischc Regierung beschlossen, gegen Professor r-ippS von jeglichem gerichtlichen wie discipliuaren Vorgehen ab- zusehen Das ist ein sehr erfreulicher Beschluß. Professor Lipps wurde bet der Eröffnung seiner Vorlesniigen im Auditorinm deinonstratw begrüßt. Er hielt eine Anrede, in der er das -Strcbcrthuui und den BtzzantinismiiS geißelte und die Hörer zur Wahrheitsliebe ermahnte.
, * Rnndschan im Reiche. Der Gemeinderath in Eisenach
beschloß, die Oberbnrgermeisterstelle mit 9000 Mark aus- zn schreibe».
Deutscher Keichstng.
Krrlin, 22. April.
Auf der Tagesordnung steht die Interpellation Dcinhard: Bis
Worten. — Abg. De in ha rd (nat.-lib.) begründet die Interpellation, »wem er einen Nothfland der Wcinbanerii konstatirt. Während die ProoiiktiüiiSkosten gestiegen seien, seien die Weinpreisc gefältelt. Die furcht vor der Keiler-Kontrolle sei übertrieben, denn um eine minutiöse Sloitfvolle, wie man sic besorge, könne cs sich überhaupt nicht handeln. Ebenso sei die Besorgniß, daß aus der Kontrolle ^eiue Weiusteuer erwachsen könne, unbegründet, denn zu einer Diener gehörten zwei. Eine gewisse Kontrolle zum schütz gegen Verfälschungen sei jedenfalls unerläßlich grade >m Interesse des dcntschen Kleinhandels, der jetzt vielfach Mißtrauen, namentlich im AuSiaude, begegne. — Staatssekretär v. Posadowsktz: Der frühere Entwurf ist bei einem Thcilc der verbündeten Regierungen nicht »nerhcblichcn und auch nicht nn- bcrcchtlgteu Bedenke» begegnet. Es ist deshalb ein neuer Enlwnrf, der gleichsam den Charakter eines Nothgesetzes trägt, ausgearbcitct worden. Derselbe ist zunächst dem preußischen Staatsmiilisteriniii vorgetegt ivordeu, dort niitcrticgt er noch der Bcraihung. Schon jetzt ist aber bei der preußische», >vic bei den anderen Regiernngen das Bedenken entstanden, ob es möglich sei, dem Reichstag noch i» dieser Tagung eilte neue Aufgabe zu unterbreiten, denn was soeben erst geschehen in Bezug auf das Senchcngcsetz und die Ostafrlkanische Linie, so nölhigten dazu dringende Verhältnisse. Auch ans der Mitte dieses Hanfes sind Einwendungen erhoben worden, den Reichstag noch mit neuen Aufgabe» zu belasten. da es sehr zweifelhaft ist, ob es richtig wäre, in einer »och dazu so viel umstrittenen Frage jetzt noch eine Vorlage zu »lachen. Ich enthalte mich jeder sachlichen Ausführung, muß aber doch noch bemerken, das Rahrnngsinitteiacsctz und das bcstchcnde Weingefetz würden schon manche Handhabe bieten gegen Verfälschungen, wenn eine Vorbedingung erfüllt wäre: wenn cs eine ausreichende Anzahl unabhängiger, technisch gebildeter Nahrnnqsmittcl - Chemiker gebe Diese Frage liege auf dem Gebiete der cinzcl- laatlichen G-setzgebnng. An einer ausreichende» Anzahl solcher Chemiker fehle eS aber leider in den Einzelstaate». Das Richtigste wäre deshalb die Verschiebung dieser Frage bis zur nächsten -vagung. Bis dahin dürften die Herren aut tyun, ihrer Zunge und ihrer Kehle zn vertrauen. Aus Antrag des Abg. Bassermann erfolgt die Besprechung der Interpellation. — Abg. Fitz (nat.-lib.) wünscht Verbot der Knnstiveine, Festsetzung eines Maximums für, den Znckcrznsatz und tritt den gegen die Kellcr- konlcollc so vielfach erhobene» Bedenken entgegen. Dieselbe würde nicht so schlimm sei», als man sie sich vorstclle. Für Etic,nctten- jwang sei man in der Pfalz nicht, denn die Pfälzer Weine seien nicht inmer unvermischt mit anderen »nindgerecht. Der Produzent verkaufe ie zwar als Pfälzer Weine, aber im Weinhandel gehe es nicht immer ohne MischnnainitanderenWemen ab. Man dürfe auch mit dem zweifelhaften Wcinhanbel nicht gar so streng inL Gericht gehcii. — Aba. S ch in i d t - Elberfeld erklärt, er gehöre nicht zn den »»bedingten Kellerpnristen. -Zusatz von Wasser und Zucker müsse in begrenztem Maße gestattet ein, um den Wein zu verbessern. Recht gebe er de», Staatssekretär in dem, was derselbe über den Mangel an NahrungSmitkcl- Chennkcru gesagt habe. Zu empfehlen wäre vielleicht, daß die Verbesserung un Keller mit Wasser und Zucker nur statthaft sei unter einer gewissen Aufsicht, einer Aussicht Seitens eines staatlichen Beamte».— Abg. Wallenborn (Ccntr.) verlangt Verbot der gewerbsmäßigen Herstellung der Knnstmeinc und beklagt, daß die Revision des Wcingcsctzcs gar so lange ans sich warten lasse. — Abg. R onckc-Kaiserslautern betont die unbedingte Nothwendig- kcit einer Kcllcrkontrolle. Ohne dieselbe fehle jede Garantie gegen die Weinfälschung. Ans der Tagesordnung sei die Frage seit acht Jnlire», und cs wäre doch schon Zeit genug gewesen/einen Ent- whrf fertig zu steilen. Auch hier zeige sich 'wieder übertriebene Rücksicht auf den Handel bci niangelnder Rücksichtnahme ans den Produzenten. — Abg. Pnasche (nat.-lib.) halt dem Staatssekretär entgegen, wenn das Ccntrnm bei dem Fiottcngcsctz ans Lösung der Decknngsfrage bestehe, werde die Session sich noch so in die Länge ziehen, daß es wohl möglich sei, inzwischen noch ein Wemgesetz zn bcratbcn. Damit schließt die Besprechung.— Es folgen Petitionen, zunächst eine solche, hctresfend Einführniig der adititiinbigeu Arbeitszeit auf Berg- und Hüttenwerken, sowie obligatorische Einsetznng von Arbeiter-Ausschüsse». Die Kouiniissioii beantragt, die Petition in Bezug ans diese beiden Punkte der Regierung als Material zn überweisen. lieber zivci andere minder ivcsentliche Punkte der Petition beantragt die Koniniissioil Ueiicr- gring zur Tagcsordniing. — Abg. Sachse (Soc.) empfiehlt die Fordcnina der Petition unter Himveis darauf, daß auch die zweite bahrische Kammer dem achtstiindigen Arbeitstag in Bergiverken zn- gestimmt habe. Redner verbreitet sich ausführlich über die maßlose Jnaiispruchnahiiie der Arbeiter in Gruben und Hütten. - Sächsischer Bevollmächtigter Fischer iiinnnt gegenüber ^dem Vorredner die sächsischen Bergbehörden in Schutz. Er bemerkt dabei, es sei berichtet worden, der Vorredner habe den Zwicknner Streik hcivor- gerufcii. (Widerspruch links.) Wenn ferner behauptet worden sei, die sächsische Regicrung sei dieserhaib gegen die Streikendcii vor- gegnngen, weil sie Zwickancr Kohlenakticir habe, deren Ent- ivcrtining sie befürchtet habe, so habe er dafür nur die tiefste Ver- nchtnng. — Abgeordneter Hilbeck (nat.-lib.) spricht sich gegen die Verurzung der Arbeitszeit ans. - Abg. Frhr. v. St,,»,», (Reichsp.) widerspricht der achtstündigen Arbeitszeit. — Abg. Hitze
(Ccntrum) bemerkt, bei den Verhandlungen über ein Reichsbergaesctz habe sich das Centn»» ausdrücklich für ein solches Gesetz wie für Regelung der Arbeitszeit in demselben erklärt. Nach weiterer
i m e m»^ e st,Itrn n der Kommission angenommen. Dienstag 1 Uhr: Watzlprufungcn. Schluß 6-/- Uhr.
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{?" s , er Budget-Ko mmission des Reichstags ist heute (wie schon kurz gemeldet) mit großer Mehrheit ein von der Ccntrnnispartei eingebrachtcr Gcsetzentivurf bis auf einen noch nicht dnrchbcralhenrn Paragraphen angenommcii worden, der von der Regierungsvorlage in wesentlichen'Pnnkten abweicht, «der nach den Erklarunaen des Staatssekretärs Tirpitz Aussicht zu haben scheint, vom BunbeSrath unter dem Vorbehalt späterer Er- weiterund acceptu't zu werden. Staatssekretär Tirpitz gab die Er- /"'"gab. daß er beute zudem vom Abg. Müller-Fuldaeingcgangencn und von den übrigen 7Centrninsinitgliedern, die der Koimnission an- aehoien, nnlerslntzten Antrag noch keine bestimmte Stellung nehmen sei in der gestrigen Sitzung des Bnndesraths gEst'eist worden und sei die cinstinnnlge Ansicht dahin gegangen, daß em Verzicht auf den Ban der Auslandskreuzer bis 1916 ganz ansgeschwsscn sei. Dagegen liege die Möglichkeit einer Erwägung vor, daß die Entscheidung über den Vau der Anslandskreuzer so lange hinaiisgeschoben werde, bis die Regierung den Bau derselben für ^ nothlg halte. Be, der Abstimmung wurde zunächst 8 1 der Regierungsvorlage gegen die 8 Stimmen der Konservativen, Nationallibclalen und des Abgeordneten Frese (freis. Ver.) ab- gesehnt. Alsdann wird Z 1 des Ccntrmnsantrags gegen dieselben Stlmnien angenommen, ebenso die 88 2, 3.'4 und 5 ^?^5?/"lmSantrags. Zu 8 6 des Ceiitrnmsantrags (Beschaff,ma erklärt Staatssekretär Thielmann, die St'euer auf Werthpapiere, Lotterreloose, Caimossenients und Schiffnhrtskarten m daß sie zugleich mit der Flottcnvorlage
m Kraft treten tonne. Sie werde etwa 40 Millioncil ergeben, schanmweinstener, Saccharinstener biete» noch bedeutende technische Schwlerigkeiten Eine Vorlage könne frühestens bis zum Herbst sertigaestellt werden. Die Genehmigung der verbündeten Regierungen sei aber fcstgcstellt. Die vorgeschlagene Erhöhung des Zolles für Importen von Cigarren und Cigaretten wurde kaum nennenswcrtbe Einnahmen ergeben, lieber die Ergänzungsstcner könne er sich henke noch nicht mit Bestimmtheit anssprechen. Nach weiterer Dlsknsston wurde die Debatte ans nächsten Dienstag vertagt. — E>geh»iß der heutigen Abstimmnng ist demnach kurz ziiiammcngcfcißt, folgendes: Die Kommission hat mit 20 gegen b «timinen den Centnimsantrag angenommen, nach welchem die gesammte Schlachtflotte voll beivilligt, die Verinehrnna der Aus- andflottc geilnchen und die Vermchrnng der Material-Reserven bcrnbgemindert wird. — Dem „Berliner Tageblatt" zufolge mmmt man in parlamentarischen Kreisen an, daß zwischen dem Centrnm und der Regicrung eine Verständig,mg auf dieser Basis bereits getroffen sei, obgleich ein solches Einverständniß von den Abgeordneten der Centrinnspartei noch entschieden in Abrede ge- itellt wird. Ferner nimmt man an, daß auch über die am Dienstag zu berathende Decknngsfrage eine Einigung erzielt werden wird.
Preußischer Kundtug.
Abgeordnctenhan s.
Serli», 27. April.
Das Abgeordnetenhaus erledigte heute eine Anzahl für die Allgemeinheit wenig mteressantcr Ncchnnngssachcn und kleinere Vor- lagen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Weichselregulinuig, wurde nach längerer Erörterung technischer Einzelheiten in zweiter Lesung unverändert nach den KommissionSbcschlüsscn angenonlnien. Zur Annahme gelangte ferner der bci der EtatSberalhn'ng zurückgestclite »"Eng Schmidt-Warburg, betreffend die Anrechnung der mehr als nnfjahrigen diätarischen Beschäftigung der Bau- und'Maschinenbau- inipektorcn ans das Vcsvldungsatter, gegen die Stimmen der Rechten und trotz dem Widerspruch v. Thiclens. Nächste Sitzung Dienstag.
Der Krieg in Zttdafrika.
bä. Derliir, 28. April. Wie dem „Lokal-Anzeiger" aus London lelcgraphirt wird, dcpcschirte Lord Roberts, daß General Nsrench mit seiner Kavallerie in Thnbanchn cingetroffcn ist und die olonncn der Generale Jan Hamilton und Smith-Dorricii dort postirt bat.
«b. London, 28. April, vie „Times" melden aus Bloem- ontei n von, 26. d. MtS.: Es bietet sich wahrscheinlich wenig Gclcgciihcit, den sich zuriickziehcndcn Bure» empfindüche Verluste bcuznbrnigen. Gencralleutnaiil LoniS Botha, der am Montag in DewctSdorp cintraf, machte sich rasch die Situation klar und ordnete die sofortige Zurnckzichnng der Bnreiitrnppcn an.
bä. London, 28. April, Der „Manchester Guardian" bc- nchtet, die Meinung m militärischen Kreisen über die Kriegs- Operationen Lord Roberts geht dahin, daß diese Operationen als geicheitert betrachtet werden und daß die Buren Roberts im Südosten eiitschlnpst sind. DasNcin'.tatderiechSwöchcntlicheiiOpeiatloiien Lord Roberts ist somit gleich Rull. Wenn Roberts seinen Vormarsch gegen Pretoria fottziisctzci, gedenkt, was wahrscheinlich ist, so iimß er mindestens 50,000 Mann zurücklassen, um seinen Rücken zu telegraphirt aus Vlo emfo n tein vom ■cJ i r ‘Nachmittags: General Fleuch ist heute Morgen - n ~ n i,/ c3 wit Kavallerie eingetroffen und hat sich mit den Brigaden Hamilton und Smith-Dorrien vereinigt. Die Buren lcisteteik noch ciiiigcn Widerstand im Osten der Stadt. Die Brigaden Frcnch und Hamilton vertreibe» sie jedoch ans ihren Siellniige». Die Division der Generals Rundie befand sich gestern Abend 8 Meilen südlich von der Stadt. Ans englischer Seile waren zwei Offiziere verwundet, darunter einer schwer. Eine Patrvnittc. welche aus Aethnlic kam sah den Feind ans den, Wege »ach Smithficld. Bon der Patronillc winde ein Mann gctadtet und zwei gefanaen genommen. — Das ?)co»ic»ir»-Neglmeiit ist heute aus DewctSdorp zuruckgekehrt.
bck. London, 28, April. Ans Bethulie wird gemeldet: ^-le Elsenbahnbrücke ist fertig gestellt und wird morgen bereits von den Zuge» passtrt werden.
Zürich, 26. April. Der bci der Explosion des Arsenals in Pretoria verunglückte Direktor ist der Ingenieur Brack, der Sohn des Züricher Direktors der Nordostbahn Brack, dem es vor vier Monatcn mit groben Opfcr» gelang, in der chcmaligcn Maschinen- fabrik Bcgbtz Gcschutzninnition in nroßem Umfange zu fabrizircn.
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