*8. Jahrgang.
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Abend-Ausgabe.
Deutsches Deich.
Zur Kanalfrage.
Ob die Kanalvorlage in einer besonderen Herbstsession oder schon jetzt eingebracht werden soll, jedoch mit der Maßgabe, daß der Landtag zu ihrer Dnrchberathung erst im Herbst oder Winter kommen und bis dahin durch königliche Verordnung verlagt werden wird, hierüber wird bald Dieses und bald Jenes erzählt, und die Negierung selbst scheint sich noch nicht schlüssig darüber zu sei«, welchen Weg sie wühlen soll. Nun giebt es aber nicht viele Dinge, die so wenig be- lmigreich sind als diese Frage. Das Entscheidende ist dvch^ daß die Kanalvorlage nicht schon jetzt im Laufe der Session erledigt werden kann; hierüber zum Mindesten sind Freunde und Gegner- einig. Die Vertagung der Session nach vorhergegangener Einbringung des Kanalgesetzcnlwurfs würde indessen immerhin eine Art Abschluß peinvollsten Hangens und Bangens dar- stellen, zum Wenigsten die äußerliche Reputation märe gerettet, und so mag es schon sein, daß sich die Regierung zu diesem Auswege entschließt, mit dem natürlich für die Sache selbst nichts gethan ist. Es wird auch nicht viel für die Sache zu thun sein, so lange die Negierung sich vor einem Bruch mit den Konservativen scheut, und sie wird sich vor diesem Bruch scheuen, so lange diese Negierung ans ostelbischer Grundlage beruht!
Der Fall Brinkmann.
Es hat nicht den geringsten Sinn, darüber zu grübeln, ol» der an Stelle Kirschners zum zweiten Bürgermeister von Berlin gewählte jetzige zweite Bürgermeister von Königsberg, Herr Brinkmann, die Bestätigung der Regierung erhalten wird oder, wie es der „Vorwärts" behauptet hatte, bestimmt nicht bestätigt werden wird. Ohne Zweifel ist es formell durchaus zntreffend, wenn dieser Nachricht gegenüber betont wird, daß der Minister des Innern sich noch garnicht zur Sache geäußert haben kann, weil ihm der Bericht des Oberpräsidenten über die vollzogene Wahl erst an demselben Tage zugegangen war, an dem der „Vorwärts" seine Mittheilung veröffentlicht hatte. Ferner ist es ganz selbstverständlich, daß sich die auf den Oberprüsidenten Graf Wilhelm Bismarck persönlich zurückzuführende Bestreitung der Behauptung, daß er Herrn Brinkmann ein übles FLhigkeitszeugniß ansgestellt habe, mit der formalen Wahret deckt, Graf Bismarck hat denn also solches Zeugniß nicht ausgestellt. Trotz alledem aber behält die Befürchtung, daß sich in dieser Bürgermeisterfrage ein neuer Konffiktsstoff anhäufen könnte, ihre allzu guten inneren Gründe, und man darf weit mehr noch als im Fall Kirschner darauf gespannt sein, wie die Schwierigkeit beseitigt werden soll, eine Schwierigkeit, die ja nicht durch die sachlichen Bedingungen des Wahlvorganges geschaffen worden ist. Indessen eine Neibungsfläche ist nun einmal da, und es fragt sich
' nur, ob irgendwo der Wille besteht, die Maschinerie wieder einmal einrosten zu lassen, oder sie mit dem Oele des Vertrauens und der Friedlichkeit zu bestreichen. Der Berliner Magistrat, klug und taktischer Künste beflissen, wie er ist, thut augenscheinlich Alles und noch Einiges darüber, um das Aufkommen von Gegensätzen rechtzeitig zu verhindern. Mau muß wünschen, daß es ihm gelingen möge, aber die Sicherheit fehlt, daß es wirklich gelingen kann.
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• ^ und Nevsonal-Uachrichten. Die Kaiserin wird, wie der Münchener Allg. Ztg." neuerdings gemeldet wird, diesen Sommer im schlosse des Bnrons Wendland in Neubeuern bei Rosenhenn am Inn Aufenthalt nehmen.
W. April. Die „Nationallib. Korresp." schreibt: Mit Bestimmtheit tritt das Gerücht auf, daß das Abgeordnctenhniis sich vor Pfingsten nicht mehr mit der Kanalfrage befassen, sondern ,in Herbst zu einer besonderen Sitzung über diese Angelegenheit elnberufcn werden soll. Ob die laufende Session mit königlicher Genehmigung um mehrere Monate vertagt wird, steht noch nicht fest.
* Im bayrischen Landtage protestirt Abg. Lerno (Centr.) als Richter auf das schärfste gegen die Aeußernng des Professors Llpps, welche schwere Beleidigungen des Richterstandcs enthalte. Redner bekanipft tn längeren Ausführungen die Agitation gegen die lex Hemze und erwähnt dabei. Bocklins „Spiel der Wellen' muffe (unglaublich, aber wabr. D. R.) aus den Schaufenstern entfernt werden. Es wäre vielleicht nicht schade, wenn
der Pinakothek verschwände, da diese auch von jugendlichen Personen besucht werde. Der Justizininister erwidern die Entfernung dieses Bildes aus den Schaufenstern und aus der Pinakothek wurde nicht der Auffassung der Regierung entsprechen. Die bayrische Regierung stimme nicht für ssl84b. Bezüglich des Professors Lipps bebält sich der Minister alle Schritte vor. Es liege zweifellos eine Beleidigung des deutschen Richterstandes vor.
* Prediger vr. Kripio i» Ktellin, den vor zwei Jahren die preugilchen Kirchcnbehördcn wegeii seines Liberalismus maßregelten. als er sich um die zweite Predigerstelle an der Berliner Dorotheenstadtischen Kirche bewarb, veröffentlicht soeben im "^^jitschen Protestantenblatt" eine Erklärung, die geeignet erscheint, als Ausgangspunkt für ebenso zeitgemäße, wie für gewisse Kreise unangenehme, Betrachtungen-zu dienen. Scipio schreibt: „Ein schweres kirchliches Aergerniß. Von der „Weser-Ztg." zuerst gebracht, ist zur Weiugart'schen Angelegenheit eine schier unglaubliche Notiz durch die Blatter gegangen. Ihr zufolge hat ein nicht mit Namen genannter hannoverscher Konfistorialrath, ein Mitglied der Behörde, zu einem, Pastor Dr. Pfanukuche, der sich des persönlich verunglimpften Weingart angenommen hatte und sein Vorgehen unter Hinweis auf das achte Gebot rechtfertigte, wörtlich gesagt: „In diesem Augenblick hätte es Ihnen der 'liebe Gott gewiß nicht übel genommen, wenn Sie sich des achten Gebotes nicht erinnert hätten." Es ist mir widerwärtig, diese Lästerung auch nur nachzndrucken, aber es ist noth- spkudig. Es sind mir zwei Fälle möglich. Entweder ist die ganze Geschichte gelogen. Für diesen Fall fordere ich die Mitglieder sämmt- licherhamiovcrscher Kirchenbehörden aus, eine gemeinsame Erklärung zu veröffentlichen, in der sie einstimmig sine Luge voll Entrüstung ab- weisen, und sodann den Urheber der Lüge strafrechtlich zu verfolgen. Oder die berichtete Thatsache ist wahr. Dann fordere ich die hannoverschen Kirchcnbehördeii hiermit öffentlich ans, sofort gegen lenes Mitglied, das die Lästerung gesagt hat. disziplinarisch chü der Tendenz auf Dienstentlassung vorzugehen. Es würde heißen, eine Kirche des Evangeliums vor Gott dem Untergang weihen, wen» man ehrliche evangelische Pfarrer wegen ihrer dogmatischen Ueberzcugungen absetzt und zugleich zulätzt, daß deren Richter
ungestraft frivole Lästerungen der göttlichen Heiligkeit ausstoßen
wmü'Hw ’ auCl) r n berechtigte Ehrgefühl' von uns allen dogmatisch gemaßregelten Predigern muß sich mit Recht gegen die Duldung dieses Zustandes auflehneu. Denn wir kommen uns vor, wir heterodoxen Prediger, als,in eine zweite Klasse des kirchlichen Bürgerrechts nach sklavenwcise herabgedrückt, wenn wir wegen unserer dogmntlsch-theoretischen Ueberzeugungen bestraft werden, wahrend Derjenige unserer Richter bleibe» darf, der sich an der religiösen realen Substanz unseres Glanbensinhaltes thatsächlich und gröblich versündigt. Stettin. Kourad Scipio." Diese ernsten ll !, ' re! c-.^ or * e reden eilte so beredte Sprache, daß wir ihnen
nichts hn.zufugen wollen, um ihre Wirkung nicht abzuschwächen.
* Rundschau im Reiche. Bei der Stadtverordnetenersatzwahl rn Bremerhaven wurden fünf Social- d,emokraten gewählt. Die Zahl der socialdemokratischen Stadtverordneten ist nunmehr auf acht gestiegen.
Ausland.
* Grsterrrich-Ungaru. In Wiener diplomatischen Kreisen wird dem turklsch-nmerikanischen Konflikt keine große Bedeutung b-,gelegt. Falls Mac Kinley versuchen sollte, mit einer Flottcn-Demonstration vorzugehen. würden die europäischen Mächte sich gezwungen sehen, demselben die Unverletzbarkeit der Meerenge- Bertrage in Erinnerung ä u bringen. - In der „Reichswehr" erklärt erne hochgestellte politische Persönlichkeit: Die jungtschechische Politik welche alle Verständigungsversuche der Regierung zu vereiteln suche sei eine falsche, und ebenso falsch sei es. wenn die Tschechen glauben, daß der zukünftige Kurs sich nach rechts wende. Die Tschechen konnte» sich höchstens den Ruhm erwerben, die Todtengraber des Parlaments zu sein. An maßgebender Stelle ist die Parole ausgegeben, eher das Parlament aufzulösen, als die Regierung preis zu geben. — Ein Vertrauensnianu des russischen Generals Komarow ist m Prag eingelroffen, um mit den Mitgliedern des böhmischen Landtags wegen Einführung der russischen Sprache an den tschechischen Mittelschulen zu unterhandeln.
Türkei. Nachdem die Pforte trotz des Protestes der Mackste die Zollerhohung durchgeführt hat. hielten die Botschafter eine Konferenz ab wegen eines gemeinsame» Börnchens der Großmächte.
Der Krieg in Südafrika.
hd. Kerli». 21.April. Wie der „Volkszeitung" aus London mitgetheilt wird, schwebt man im Kriegsamte in großer Sorge um die nächste Zukunft. Die Dinge stehen auf dem Kriegsschauplätze viel schlechter, als bisher bekannt war und man auch nur geahnt hatte. Es heißt in London, Lord Roberts habe in einem eingehenden Bericht die Sachlage klargelegt und Thatsachen enthüllt, die seinen ganzen Feldzugsplan überhaupt gefährden, mindestens aber denselben in seinem nächsten Stadium hemmen und nun den Abschluß des Krieges von Ncucui in weite Ferne gerückt erscheinen lassen. Aus alledem geht hervor, daß der ganze Feldzugsplan auf der ganzcu Linie als ge- cheitcrt zu betrachten ist.
Irck. Krrli«, 21. April. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus London: Be: Karee Siding-Station, nördlich von Blocinfontcin, wird weiter gefochten, jedoch pat sich der Kampf bis gestern Abend nicht über Geplänkel hinaus erstreckt. — Infolge der Wolkenbrüche der letzten Zeit sind sowohl der Caledon-, wie der Modder- und Rletfluß durch Hochwasser völlig unpassirbar. Bloenifontein liegt ru der Mitte eines Dreiecks, welches die genannten Ströme bilden, ist also gleichsani durch elementare Gewalt abgeschnitten. Aus Orlagspruit wird demselben Blatte tele-
Kongreß für innere Medizin.
NachmittagSsitzung. Vorsitzender: Naunyn-Straßburg. Bickel-Berlin macht eine Demonstration von Kaninchen, bei denen durch direkte Auftragung geringer Mengen gallensaurer Salze auf die Hirnrinde ein eigenthümliches Krankheitsbild experimentell erzeugt wird, das durch mannigfaltige Symptome, wie Krämpfe, Zwangsbewegungen, Wuthanfälle, charakterisirt ist. Diese Versuche beweisen, daß man den gallensauren Salzen, wenn sie in die Blutbahn gelangen, eine Wirkung zusprechen muß. Starcke- Berka macht Mittheilung über seine Blutkörperchenzählung, in der sich zwei Richtuiigen gegcuüberstchcn. Die jüngere Theorie läßt die Anzahl der Blutkörperchen vom äußeren Luftdruck abhängig jeüi und bestreitet eine Vermehrung derselben ini Höhenklima, die ältere Richtung hält an den bisherigen Theoriecn fest. Praktisch ist die Frage wichtig, ob man Blutarme zur Erholung ins Hochgebirge schicken soll. Bornstein-Laiideck spricht über Eiweiß- ernährung. Ein abgemagerter Körper bedarf zur besseren Ernähr,ing eine Hebung des Eiweißbestandes. Das ist zu erreichen dmch die sogenannte Mastkur, indeß steht die Eiweißvermehrniig üi keinem Verhältniß zu der Menge der eingeführten Fette, Kohlehydrate und Eiweiß. Bornstein giebt daher seinen Patienten täglich Rl bis 60 Gramm Reineiwciß in Form irgend eines Milch- cklveißpräparats und erreicht damit eine Eiwcißmast. Michaelis- Brrkin hat in den letzten beiden Jahren in der Lehden'schcn Klinik an ca. 150 Kranken die Sauerstoffcherapie ausgeübt. Diese Therapie tft schon ziemlich alt, sie wurde 1774 zuerst in Deutschland aus- geübt und beispielsweise von Alexander v. Huiiiboldt zu Bergwerksarbeiten benutzt. Später wurde sic verlassen, da sich Bergiftungs- "fcheinungen einstellten. Jetzt, wo es gelringen ist, reinen Sauer-
herzustelle», sind keine Nebenerscheinungen mehr beobachtet Worden. Michaelis'pumpt mittels einer Celluloidmaske Sauerstoff durch die Nase. Bei behinderter Attzmuug infolge Lunge»- oder ^ai.ktz.lt, bet Vergiftung, Brechreiz zeigte sich danach ein sub- Eves Wohlbefinden, welches dadurch zu Staude kommt, daß der "^gunismus mehr Sauerstoff erhält, als ihin die Atmosphäre zu Men vermag. Bei einer Rorphiumvrrgiftung erzielte der Bor
tragende durch Einpressen von Sauerstoff eine lebhaftere Athmung, bei einer hochgradigen Cyanose, bei der eine intensive Blaufärbung des Gesichts und der Nägel bestand, erreichte er sogar Heilung. Bei Kohlenoxyd- und Morphiumvcrgiftungcn sei die Sancrstoff- zufuhr als ein spccifischcs Heilmittel zu betrachten. J aks ch-Prag bestätigt diese Erfolge und erwähnt den guten Erfolg der Therapie in einem Fall von Betäubungszustand bei Zuckerharnruhr. Merket-Nürnberg berichtet über eine parallele Heilung zwcier Dienstmädchen, die zu gleicher Zeit eine Kohlenoxydvergiftnng hatten. Die Eine, die schlimmere Anzeichen einer Vergiftung hatte, wurde mit Sauerstoffzusuhr behandelt und erholte sich weit lcichter als die Andere, bei der nur die künstliche Athmung angewendet wurde.
Sitzul,g vom 21.Ap riI. Vorsitzender: Präsident v. Jaksch- Prag. Die Alisführungen von Lennhoff-Berlin über die mit Wolf Becher angestellten Untersuchungen, das Verhältniß zwischen Körperform und Lage der Niere betreffend, interesfiren auch übcr den Kreis der Fachgenosseii hinaus. An Sanioanerinnen, deren Körperform durch keinerlei Kleidung beeinflußt war, wurden die ersten bcslinimten Feststelliiiigen geikracht und aus Körpcrmeffungen ivurde eine bestiimute Zahl gefunden, durch die das Eigenartige der Körperform ausgedrückt wird. Diese Zahl ist der Index. Die Autoren habeii sich auch ans das Gebiet der Kunst begeben lind im Berliner Museum die Aiitikcn gemessen, ebenso die Erzeugnisse moderner Künstler geprüft. Redner demonstrirt seine Ausführung durch Tafeln, Gypsabgüsse und Pholographieen bekannter Künstler- modelle. Bei Männern fühlt man die Nieren sehr viel seltener als bei Frauen infolge der^Geschlechtscigeiithümlichkcit, der Einziehung des Rumpfes in der Taille, die bei Frauen von Natur viel mehr ausgebildet wird, vom Korsett an sich unabhängig ist. Allerdings wird durch das Korsett die Ausbildung der Taille bedeutend verstärkt und wirkt damit unnatürlich und für ein ästhetisches Auge häßlich. Strauß-Berlin bringt fachwissenschaftliche, interessante Beiträge zur Funktion des Magens. Strubell-Breslau berichtet über eine neue Methode der Urin- und Blutilntersuchling mittels des Eintauchrefraktometers; er ist der erste, der diese Methode für medizinische Zwecke verwerthct hat. Nach einer Modifikation von ihm ist es möglich, mit einem einzige» Sermn-
tropfen die Untersuchung ausziiführm. Wassermann-Berlin spricht über neue Versiiche auf dem Gebiet der Scrumtherapic. Nach dem Behring'schcn Diphtherieheilserum war die Wissenschaft eifrig thätig, bei anderen Jufektionskraiikheiten mittels Serums Heilung zu erzielen. Vergeblich. Nun hatten Ehrlich und Bordet nachgewiesen, daß zum Heilserum zwei Substanzen nothwendig seien, die clue im Serum immmiisirter Thiere cnthaltciie und eine zweite im normalen Organismus vorkoiumeude. Wassermniiu gelang es mm, nachzuweisen, daß bei den bisherige» Heiloersucheu nur immer die eine in dem Jmmunserum enthaltene Substanz dem erkrankten Organismus zugeführt, während die zweite bisher vernachlässigt wurde. Wasscruiann ging daher so vor, daß er Thieren, die stark mit Typhiisbacillen insicirt waren, nicht allein, wie bisher, Jmmunserum, sondern auch gleichzeitig normales Bluiserum ein- spritztc. Und in der That waren die Heilerfolge bei der Typhus- infcktiou weit besser. Während die mit dem Jufektionsscriim behandelten Thiere rettungslos der Typhusiiifektiou erlagen, wurden die nach der neuen Methode von Wassermann behandelten alle gerettet. Diese jüngste Errungenschaft der Bakteriologie eröffnet für die Heilung verschiedener mörderischer Seuchen, wie Typhus, Pest, Clwlera, neue Aussichten! Ehrlich-Frankfurt theilt diese Ansicht vollkommen und macht insbesondere aus diese Versuche aufmerksam. Eine große Menge von Vorträgen stand auf der Tagesordnung, und es ist nur der umsichtigen Geschästslettmig des Präsidcuten zu danken, daß alle Herren zum Wort kamen. Dem Referenten wird man es ivohl nicht verdenken, wenn er aus der Fülle der Vorträge nur die allgemeinen, auch dem Laien verständlichen neuen Forschliiigeii auswähltc. Mit dem Kongreß für innere Medizin ist eine reichhaltige Ausstellung neuer Arzneimittel und neu konstruirtcr Instrumente und Apparate ausgestellt, die von Seiten der Herren Acrztc die weitestgehende Beachtung fand. Mit eine!» Rückblick auf die Erfolge dieses Kougresscs, die schon jetzt als neue Bausteine in der innereil Medizin auerkaniit werden müssen, schließt Herr v. Jaksch den 18. Kongreß in Wiesbaden. Gcheiiurath Senator bringt zum Schluß ein Hoch auf das Wohl des allverchrten Präsidenten au». Als nächste Zusammenkunft wird Berlin 1001 gewählt und zum Präsidenten Senator- Berlin ernannt, vr. Victor Cohn.
