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49. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlaq so Pf«, monatlich, durch Me Post 1 D!k. «o Pf«, merteliährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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U«. 183.

52. Kreit«,, den 20. April.

Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

Fernsprecher R». 58.

1900.

flbend«ftMsgabe.

Deutsches Deich.

Deutschland und Oesterreich-Ungarn.

I-. Kerlin, 19. April.

Ob der Kaiser von Oesterreich seinen Besuch in Berlin aus völlig eigener Initiative angekündigt hat, oder ob, wie ein Wiener Blatt behauptet, die Ankündigung gleichsam als Dank für die vom Kaiser Wilhelm zugesagle Anwesenheit bei der Feier des 70. Geburtstages des österrelckischen Herrschers erfolgt ist, darüber liegen sich die Offiziösen hier und an der Donau ein bischen in den Haaren. Es scheint iedoch als ob man hier besser als in Wien unterrichtet ist oder vielmehr die Thatsachen richtiger darstellt, wenn gesagt wird, der Besuch entspringe in der Thal dem allereigensten Entschluß des Kaisers Franz Josef und habe gerade durch seine Unmittelbarkeit den deutschen Kaiser auf das Freudigste überrascht. An und für sich kann es wohl als wenig belangreich bezeichnet werden, wie sim die Vorgeschichte dieser kommenden Begegnung ab­gespielt hat. Dagegen ist es am Platze, einmal e,n kurzes Wort darüber auszusprechen, wer die größere Genugthuung über den Besuch zu empfinden befugt sein mag. Es rtt gewiß eine Pflicht nicht bloß der Höflichkeit, sondern auch des Herzens, wenn hier die aufrichtigste Befriedigung über das Ereigniß herrscht; nur sollte denn doch die angemessene Distanz zu den Dingen beobachtet werden, und man mutz demgemäß darauf Hinweisen, daß der wesentlich erheblichere Bortheil drüben und nicht hier zu suchen ist. Wir haben allen Grund, uns der Befestigung des BundesverhaltnisseS zu freuen, aber in Wien lagen und liegen zehnmal triftigere Gründe vor, dafür zu sorgen, daß die Merkmale erner be­denklichen Lockerung dieses Verhältnisses nicht an Umfang und Inhalt noch weiter zunahmen. Die Reise bedeutet, daß Kaiser Franz Josef ein hohes Maß von Einsicht m die Lebensbedürfnisse seines Reiches bekundet, und hierin vor Allem liegt die Bedeutung des Besuchs. Wurde das deutsch- österreichisch-ungarische Bundesverhällniß stärkeren Erschütte­rungen ausgesetzt worden sein, so hätte das hier gewiß be­klagt werden müssen, und die üblen Folgen wären auch uns nicht erspart geblieben. Indessen, wir hätten sie zu er­tragen gewußt, während es nicht so sicher ist, ob sich von Oesterreich dasselbe sagen läßt. Mit diesen Feststellungen, Rückblicken und Ausblicken wird keinem Kundigen etwas Renes mitgetheilt. Sich die Thatsachen und das Kräfte

Verhältnis; gegenwärtig zu halten, empfiehlt noch * bekanntst.» tom.

Form nach zulrifft, und daß der Staatssekretär zwar nicht mit den Abgesandten selbst in Mailand, wohl aber mit vr. Leyds in Lugano zusammeugelroffen ist. Wenigstens macht ein Mailänder Berichterstatter der „Volksztg." einige merkwürdige Angaben, nach denen man den Eindruck be­kommt, daß es da unten an den italienischen Seen etwas zu verschleiern gegeben habe. Es wird denn also behauptet, daß Graf Bülow die Osterferien keineswegs bei seinem erkrankten Bruder in Pallanza ver­bracht habe, daß dagegen schon vor drei Wochen für einen angeblichen „Vetter" des Staatssekretärs Zimmer im Hotel Pfister in Lugano bestellt worden seien, und daß Gras Bülow in Lugano auch gesehen worden sei. Endlich soll vr. Leyds von Mailand aus einen geheimnißvollen drel- sündigen Abstecher gemacht haben. Wenn sich dies Alles so verhält, und wenn daraus geschlossen werden könnte, daß Graf Bülow mit Leyds in aller Stille zusammengetroffen sei, um sich durch ihn nnt der Morduuilg der Buren in Verbindung zu setzen, so begreift man nicht reckt, warum diese Vorgänge mit so dichten Schleiern umgeben worden sind, mit Schleiern, die doch nicht dicht genug gewesen sind, voraussichilich wird die Mittheilung der „Volksztg." jetzt wieder, bestritten werden, aber es wird trotzdem auch weiterhin Leute geben, die nicht werden glauben wollen, daß mit dem Dementi die ganze Wahrheit ausgedrückt ist.

Durchlaucht ersuchen, den Leitern der Neichsbank und ihren An­gestellten Allerhöchst Ihre Anerkeuuung für die bewiesene Umsicht und Pflichttreue auszusprechen. gez. v. Lucauus.

* Die Flaaarnfraae Bayern». Aus Miinchen, 19.April, wird aemeldet: Am Schlüsse der heutigen Kammcrsitzung gab der Ministerpräsident Freiherr v. Greilshcim mit Bezugnahme auf den

.eine Erklärung ab. in welcher er die Darstellung der

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Presse als eine böswillige Erfindung bczeichncte, die er mit aller Entschiedenheit zuriickmeisen müsse. Die bayrische Regierung habe jeder Reit die nationale Fahne hochgehalten und gedenke dies auch in Zukunft zu thun. Die Negierung sei jeder Zeit für Deutsch­lands Größe und Macht eingetreteu und habe nie ein Hebt aus ihrer Freude gemacht. Bayern als em Glied des deutschen Reiches zu sehen, von dessen Glanz auch ein Schimmer aus unser engeres Baterland falle. Die Stellung der bayrischen Regierung zum Reiche sei so offensichtig' daß er es nicht für nothwendig halte, diese erst durch eine Flagge zu doku- mentiren In der Presse seien aber Anschauungen zu Tage ge­treten welche vom nationalen Standpnnkte aus lies bedauert werven müssen. Um nun aller Welt zu beweisen, daß die bayrische Re- aieruna damit nichts zu thun habe Mid UNI allen Mißdeutungen zu begegne", habe sic eS sür nothwendig erachtet, sich die allerhöchste Genehmigung dafür zu erbitten, daß fortan d,e Staatsgebaude am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers beflaggt werden, und diese Kenebmiauna sei bereits ertheilt worden. Die Erllarung des Ministers wurde von den Liberalen mit lebhaftem Beifall aus­genommen.

* Samoa. Rach dem „Deutschen Kolonialblatt" haben^An­siedler ans Samoa nur dann Aussichten, wenn sie 10.000 bis 11,000 Mark Kapital besitzen wovon «000 bt« 7000 gleich im An­fang flüssig sein müssen. Arbeiter für Pflanzungen der Weißen ind nicht zu haben. Samoanische Eingeborene betrachten Arbeit ür Weiße als eine Schande. Nur Der dürfe auf Samoa sich an

* Hof- und Personat-Uachrichten. In Rathenow ist General der Kavallerie v. Rotenberg gestorben.

siedeln, der auf die Energie der eigenen Gliedmaßen » |u » aewohnt ist. Großkapitalisten haben daher voraussichtlich

Ob das Klima für tveiße Frauen zuträglich ist, sei noch wem als wissenschaftlich erforscht worden. Daß weiße Frauen nicht im Freien arbeiten, sei selbstverständlich. Als ipezisisch samoamsche Krankheit tritt bei Europäern und Eingeborenen die ElephantrastS auf. Vorsichtiges Leben soll allerdings Schutz gegen diese Krank­heit gewähren.__

* Kerlin. 20. April. Zur Theilnahme an der gemeinsamen Flotten-Demonstration der Großmächte in den chinesischen Gewässern hat der Chef des deutsch-ostaslatischen Kreuzer­aeschwaders als erstes Schiff das Kanonenboot „^ltis nach Taku entsandt. Rußland hat ein kleines Geschwader im Golf von Petschili vereinigt, Großbritannien ist durch zwei Kreuzer vertreten. Ein italienischer Kreuzer ist von Tientsin, den P-'ho-Fluß nuf- wärts gefahren. Außerdem besindet sich auf der Fahrt nach — akn ein amerikanisches Kanonenboot.

Die Sladtverordneten-Verlammlung beschäftigte sich in ihrer aestriaen Sitzniiq mit dem Anträge des Magistrats, anlaßUch des besuch« de« Kaisers Franz Josef zur Ausschmückung der «tränen 50,000 Mk. zu beiBiUiflen. ®ev ©talruerorbnete ©moer roiberfma^ diesem Antraae mit der Begründung, daß der Besuch des öster­reichischen Kaisers privater Natur sei und daher aus öffentlichen Mitteln Gelder nicht zu bewilligen seien. Obcrbnrgermcister SUr <t)ner und einige andere Herren traten für die Bewilligung dwserSumme ein. Schließlich wurde der Antrag des Magistrats mit 94 gegen

'0 ^Zie'die "Post"°yöich'beruht die Meidling des „Vorwärts" von der angeblichen Nichtbestätiguna des zweiten Bürgermeisters von Berlin Brinkmann, l diatich aus einer Vermuthung, da nach der Frist die seit der Wahl verstrichen ist. über eine Ent-

Der Krieg in Südafrika.

darum, weil auf solche Welse manche an Geschmacklosigkeit streifende Uebertreibung in den Auslegungen vermieden werden könnte, mit denen zahlreiche deutsche Blätter, auch solche von vermeintlich radikaler Färbung, die Kaiserbegeg­nung vom Mai begleiten zu müssen glauben.

Graf Bülow in Oberitalien.

An hiesigen maßgebenden Stellen wird fortgesetzt be­stritten, daß Graf Bülow mit der Burendeputation in Mai­land zusammengetroffen sei. Ohne Zweifel trifft die Be­streitung das Richtige, aber es könnte sein, daß sie nur der

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rv meldet: Anläßlich des über ote

Verwaltung der Neichsbank für dav ene ^zayr vvn

dem Reichskanzler erstatteten Berichtes ging dem Reichskanzler nach­stehendes Schreiben zu: Berlin, 2. April 1900. Durchlaucht beehre ich mich im Allerhöchsten Auftrag aus den Bericht vom 19 Marz ganz ergebenst mitzutheilen, daß Se. Majestät der Kaiser und Konia mit lebhaftem Interesse von dem Verwaltniigsbericht der Retchsbank für das Jahr 1899 Keimlniß zu nehmen geruht haben. Allcrhöchst- dieselben ersahen aus dem Bericht mit Befriedigung, daß die Reimsbank es verstanden hat, dm im verflossenen Jahre außer­ordentlich gesteigerten Ansorderungeu des Geldverkchrs unter zum Thnl schwierigen Pcrhältuisscn in vollem Umfang gerecht zu werden, daneben ein günstiges stiiauziclles Ergebniß zu erzielen, und lassen

bä Kerlin, 19. April. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus London: Die wahre Lage im Freistaat wird verschwiegen doch liegt jedenfalls noch keine authentische Meldung über das «chlchal von Wepeuer vor. Aus Pretoria wird telegraphirt. daß die Buren die Bethulie-Bahnbrücke in die Luft sprengten - In volitischen und militärischen Kreisen erblickt mau den Grund zu der Veröffentlichung Lord Roberts' Dcpe,che darin, daß d,e Regierung die Entfernung von Bnller wünschte, die selbe aber wegen der notorisch großen Beliebtheit des Generals in hohm Kreisen nicht durchsetzet, konnte. Durch Veröffentlichung der Depetche glaubt man Buller unmöglich gemacht zu haben. Verstärkt wird> dich Annahme dadurch, daß das Organ der Regierung, der „Standard , nachdem er gestern das Gerücht von Warrens Abberufung ver­brettete, heute energisch zur Abberufung von Buller und Warrens auff ordert _

Truppentager bei Bloemfontem überschwemmt. Eme größere toure* Abtheilung ist nach Rhodesia abgegangen, um die Kolonue des Obersten Carrington aufzuhalten.

bä. London, 19. Ap>il. Ans Bloemfontein wird dem Standard" gemeldet: Der schwere Regen während der letzten drei Tage habe den Transport sehr behindert. Im Feldlazareth liegen 2000 Kranke meist an Typhus und Darmkrankheiten.

bä. München, 19. April. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" aus London melden, sollWepener am 15. d. gefallen und die gesaumiten Entsatztruppen Brabants von den Buren um- zingett sein.

(Nachdruck verboten.)

Das Ualurleben im Frühling.

Wir nennen den Frühling die Zeit des Werdens und Keimens und vergessen oft genug dabei, daß er gleichzeitig auch eine Zeit großen Sterbens ist, denn das aufkcimende Leben will sich von anderem Leben nähren, und da niemals die reiche Tafel der Natur für Alle gedeckt ist, so gehen phllose Lebenekcime ans Mangel an Nahrung zu Grunde.

ist lehrreich, im Frühjahr eine Fischbrulanstait zu be­suchen, wo Millionen von Eiern in den Brutkästen zu sehen U»d, von denen aber nur eine höchst geringe Zahl das Dasein eines erwachsenen Fisches erreicht. Man muß zu- Ttieben sein, aus 10,000 Eiern einen einzigen Fisch groß öu ziehen. Eine Million von Austernkeimcn muß hervor- ökbracht werden, damit eine einzige ausgewachsene und ge- sunde Auster entwickelt wird, und die Erkenntniß dieser Aalsache mag dem Feinschmecker den Genuß des Lecker- Nens noch erhöhen. Jeder Frosch legt viele Tausende von ^crn, und doch bleibt die Zahl der Frösche in ein und derselben

unv doch bleibt die Zayt oer F-rojcye m ein uuu uuieiucu

^cgend imLliufederJahre gemöhniich dieselbe. Darwin stellte fest,

, “ in seinem Versuchsgarten nur 8 v. H. der Pflanzen- lawen sich wirklich zu Pflanzen entwickelten und jeder Land-

V ... Ss I lat,1 SÄ

imi rüirtitct) zu Pstcmzcn eiurouiaicu uuu jtuti «uuw- "'Uh weiß, daß er unter den'Rübenstccklingen seines Feldes "Ubarmherzig Auslese halten muß, um das Gedeihen der ' Uiel,le» Pflanzen zu sichern und eine gute Eritte zu er- Mn. Der Frühling ist also die Zeit des Sterbens gerade weil er die Zeit deö Keimens ist, denn die Sterblich- .! isi nicht nur beim Menschen für das Kindesalter am Es ist die allgemeine Regel, daß eine große Zahl bim. ^burien erfolgen muß, um eine Art nur aus ihrer Origen Höhe zu erhalten, und bei den niederen Thteren EUsjen Tausende und Millionen zu Grunde gehen, damit

einer ihrer Brüder am Leben bleibt. Die Natur, die große Schöpferin, ist also auch die erbarmungsloseste Mörderin. Glücklicher Weise merkt das gewöhnliche Meiischenauge im Frühling nicht so viel von dem Sterben und vermag sich an dem viel mächtigeren Eindruck des Werdens ohne Mißklang zu erfreuen. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn man mit dem durch das Mikroskop geschärften Blick in die Geheimnisse der winzigen Lebewelt schaut. Da sehen wir die winzigen Algen des Wassers in einer Woche bis zum Sechsfachen vermehrt, während sich die Infusorien in der gleichen Zeit gar bis in das Millionen­fache vervielfältigen. Da sehen wir die Mückeueicr in kleinen Päckchen auf der Oberfläche deS Wassers schwimmen, etwa 300 in jedem Packet, aus ihnen enlwickelt sich die gefräßige Larve, aus ihr nach dreimaliger Häutung die Puppe mit ihrem großen muudlosen Kopf und aus dieser endlich die Biücke selbst, die uns in den Biaitagen niit Riillionen ihrer Schwestern um den Kopf zu wirbeln be­ginnt. In der Nähe des Wassers lenkt die Eintagsfliege unsere Aufmerksamkeit auf sich, die wirklich meist nur einen oder höchstens zwei Tage in der Luft lebt, während ihrer Larve im Wasser eine Lebensdauer von 2 bis 3 Jahren beschieden sein kann, wenn sie vor den allezeit aus der Lauer liegenden Fischmäulern und vor epidemischen Krankheiten bewahrt bleibt. Die fertige Eintagsfliege ist trotz ihrer kurzen Lebenszeit ein interessantes Wesen, vielleicht das arbeiisamste Geschöpf, das es zu dieser Jahreszeit auf der Erde giebt. Sie muß den Tag aus- nutzen, wie kein anderes Wesen, nicht einmal zum Fressen darf sie sich Zeit nehmen, sondern muß ausschließlich um die Fortpflanzung ihrer Art besorgt sein. Um von den Insekten zu einer höheren Thierklasse aufzusteigen, finden wir bei den Fischen ein wichtiges Frühlingsleben. Am be-

rühmtesten ist die große Wanderung der Aale zur Frühlings- zeil. Etwa im März oder April, zuweilen auch noch früher, erscheinen die jungen Aale, und zwar mir solche des weib­lichen Geschlechles, im Mündungsgebiet der Flüsse, um immer weiter die Gewässer hinauf zu wandern und Jahre lang, bis die Geschlechtsreife erlangt ist, im süßen Wasser zu bleiben, worauf die große Rückwanderung ins Rieer er­folgt. Die Entwickelungsgeschichte des Aales war bis auf unsere Zeit von Dunkel umgeben, und es dauerte lange, bis man einen männlichen Aal, und noch länger, bis man das Ei eines Aales zu sehen bekam. Jetzt weiß man, daß die männlichen Aale imnicr im Meere bleiben, und mit den Weibchen, nachdem diese allein im Süßwasser gewandert waren, am Meeresgründe zur Erledigung des Brittgeschäftes wieder zusammeittresfen. Während des Anfsteigens im Frühjahr sind die jungen Aale 1 bis 2 Jahre alt und haben etwa die Größe einer Stecknadel. Noch von einem anderen allbekannten Thier und seinem Frühlingsleben wollen wir sprechen, vom Frosch. Die Frösche verbringen den ganzen Wimer in einem starren Schlafe, aus dem sie erst durch die Strahlen der Frühlingssoune erweckt werden. Im März legt jeder Frosch unzählige Eier ins Wasser ab, die von einer gallertartigen Masse umhüllt sind. Diese Umhüllung ist eine höchst weise Mitgift der Natur, und ohne sie wäre das Froschgcschlecht vielleicht schon ans unseren Teichen ver­schwunden. Jene Gallerte verhindert das Zerdrücken der Froscheier beim Hin- und Hertreiben an der Oberfläche des Wassers, durch ihre Schlüpfrigkeit und Unschmackhaftigkeit verleidet sie den zahlreichen Wasserlhieren den Genuß der in ihr enthaltenen Eier, ihre Zwischenräume gewähren grünen Algen Platz zur Ansiedelung, die den jungen Eiern während des Tageö beständig frischen Sauer­stoff znführen. Auch zum Sammeln der Sonnen-