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Wiesbadner Tanblatt.

Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag S« Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. BO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

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Wo. 178. b%. Mittwoch, drn 18. April. «>-'«%. 1900.

Morgen «Ausgabe.

Der Krieg in Südafrika.

Das Transvaal-Problem.

Unser Londoner u-Korrespondent schreibt uns: Nächst Rhodes und Chamberlain ist es entschieden Sir Alfred Milner, der Gouverneur der Kapkolonie, der für den gegen­wärtigen Transvaalkrieg verantwortlich gehalten werden mutz. Voraussichtlich werden ihm jene beiden Herren in Anbetracht des Verständnisses, das er bisher für die südafrikanische Politik an den Tag legte, auch fernerhin aktive Antheil- nahme an derselben gestalten, und so sind denn auch seine Auslassungen über die Transvaalfrage entschieden der Beachtung werth. Er sprach soeben vor einer Ver­sammlung von Geistlichen der Nonkonformisten in Kapstadt, und wenn er seinen Zuhörern auch nichts über die Zukunftspläne der Regierung zu eröffnen hatte, so war es doch im höchsten Grade interessant, datz er sich in Bezug auf die Buren und das revolutionäre holländische Element in der Kapkolonie einer äutzerst versöhnlichen Sprache bediente. Er sang das Lob der Feinoe in der Tonart, die modern geworden ist, seitdem Lord Roberts die Leitung des Krieges übernahm, und sprach sogar von Grotzmuth, die den Aufständischen aus der Kapkolonie und Natal bewiesen werden sollte. Die Rechte und Privilegien, die _ jeder Brite für sich beansprucht, will er auch auf die künftigen Buren - Mitbürger ausgedehnt wissen. Das klingt schön und großmüthig, aber derartige ideale Zustände haben bisher bereits in den südafrikanischen Kolonieen Englands geherrscht, und dennoch machten die holländischen Unterlhanen der Königin seit Beginn des Krieges theils mit den Buren gemeinschaftliche Sache, und theils, wie z. B. in Kapstadt, bewiesen sie denselben ihre größten Sympathieen. Milner erklärte natürlich in Ueber- einstimmung mit der allgemeinen englischen Meinung, daß den Buren in erster Linie ein für alle Mal die Möglich­keit benommen werden müsse,Freiheitsmncken" an den Tag zu legen wie die, welche den gegenwärtigen Krieg veranlatzten. Auf welche Weise das zu be­werkstelligen wäre, darüber gab der Gouverneur leider keine Auskunft, aber zahllose Jingopolitiker, die unermüdlich der einfachen Annexion der beiden Republiken das Wort sprechen, verriethen längst den Plan. Danach wird England das neue Gebiet mit kräftiger Hand regieren, bis es thunlich ist, den Bewohnern desselben die selbständige Ver­waltung ihrer Angelegenheiten nach dem Muster der Kap­kolonie, Natals und anderer selbständiger Kolonieen Eng­lands zu gestatten. Kenner von Land und Leuten, wie Z.B. Mr. Cronwright-Schreiner, sind indetz der Ansicht, datzder Friedennursolangegefichertbleibenwürde,alsEnglanddasLand mit einer bedeutenden Truppenmacht besetzt hält. Sie »lauben aber, Annexion würde das holländische Element in ganz Südafrika dauernd erbittern und Massenauswanderung nach Deutsch-Südafrika zur Folge haben. Aber selbst in letzterem Fall erscheint die numerische Ueberlegenhcit der Holländer in den britischen Besitzungen für alle Zukunft gewiß, weil ihr zahlreicher Nachwuchs groß ist und die englische Einwanderung in dem Maß abnehmen wird, in

dem die Kapitalisten im Land an Uebergewicht gewinnen. Deren ganzes Streben ist darauf gerichtet, den Betrieb der 1 Minen immer billiger zu gestalten, was nur dadurch thunlich wird, daß sie sich so weit als möglich mit eingeborenen Arbeitern behelfen. In Johannesburg werden daher in Bälde dieselben Zustände wie in Kimberley herrschen, wo es von Schwarzen wimmelt. Binnen zwanzig Jahren dürften die Goldminen aber auch ihrer Erschöpfung entgegen gehen, und dann muß eher Aus- als Einwanderung von Eng­ländern beginnen. Es wäre merkwürdig, wenn die Buren, die sich über hundert Jahre der Absorbirung durch die Engländer widersetzten, nun auf einmal zahm würden. Viel wahrscheinlicher ist es dagegen, daß Bismarcks Prophe­zeiung bezüglich Südafrikas und des britischen Reiches schließlich doch noch in Erfüllung geht.

* * *

wb. §t. Helena. 16. April. (Meldung desReuter'schen Biireau".) Heute ist der erste Trupp Kriegsgefangener ge­landet und nach dem für sie bei Deadwood errichteten Lager ge­bracht worden, wo er mit Militärmusik empfangen wurde. Die Gefanqeueu sind guter Dinge und freuen sich, wieder an Land zu sein. Sie sind von der gesunden Lage des ihnen zugewiesenen Aufenthalts befriedigt. Sechs von den Gefangenen, die an Typhus und neun, die an Masern leidend eintrafen, kamen ins .Hospital. Oberst Schiel wurde wieder aus der Citadclle entlassen und zu den übrigen Gefangenen nach dem Lager bei Deadwood gebracht.

Chicago, 6. April. Für die Buren giebt sich in den Vereinigten Staaten fortgesetzt die größte Sympathie kund. Die verwittwete Gemahlin des Prinzen Felix zu Salm-Salni, die, ebenso wie ihr Gatte, s. Z. im Secessionskrieg und bei der mexika­nischen Tragödie des Kaisers Maximilian eine große Rolle spielte, ist, eine geborene Amerikanerin, hier eingetroffeu, um eine Hulfs- aktion für die Buren zu fördern. Nachdem das Absendeu einer Ambulanz nicht mehr nöthig, werden größere Fonds für die Burcn-Wittwen und -Waisen der von den Söldnern des gold­gierigen England getödteten Freiheitskämpfer aufgebracht. Zu Gunsten dieser Sammlung findet unter dem Protektorat der ge­nannten Dame, die hier überall sehr gefeiert wird, demnächst in Ncw-York ein großes Moustre-Konzert statt das wahrschernlich einen großen ileberschuß zu gedachtem Zweck bringen wird. Es sind überhaupt schon große Summen gezeichnet, v>ie denn die Be­wegung für die Buren rapid wächst.

Ans Stadt und Land.

Wiesbaden, 18. April.

Gcfchichtskalendrr. 18. April. 1897: Bombardement von Prevcsa durch die griechische Flotte. 1892: ch Friedrich v. Badenstedt zu Wiesbaden. 1873: ch Justus Freiherr v. Lieb,g in München, berühmter Chemiker. 1884: Erstürmung der Duppeler Schanzen durch die Preußen. 1822: * Aug. Petermaun zu Bleicherode, ber. Geograph und Kartograph. 1812: * Ferd. v. Arlt zu Obergraupen bei Teplitz, ber. Augenarzt. 1812: * Aug. Baldamus zu Giersleben, herv. Ornitholog. 1797: Präliminarfrieden zu Leoben zwischen Oesterreich und Frankreich. 1690: ff Karl V., Herzog von Lothringen zu Wels, herv. österr. Heerführer rm Krieg gegen die Türken. 1417: Belehnung Friedrichs IV., Burggrafen von Nürnberg, mit der Mark Brandenburg zu Konstanz.

Die Stadtverordnete» sind auf Freitag, beu 20. April l. Js., Nachmittags 4 Uhr, in den Biirgersaal des Nathhauses zur Sitzung eingeladen. Tagesordnung: 1. Eine Beschwerde von An­wohnern der Taunusstraße, betreffend die Ausführung der Glers- und Pslasterungsarbeiten in der genannten Straße. 2. Ausgabe des Restes von 2,000,000 Mk. der letzten Stadtanleihe. 3. Ver­rechnung von Grunderwerbskosteu für die Kurverwaltung. 4. An­kauf von Grundstücken: a) an der Schützenstrabe, b) im Distrikt Vor Heiligenborn", c) an der Mainzerstraße. 5. Erweiterung der Bureauräume im Rathhaus. 6. Erhebung einer Gebühr für Benutzung des Anschlußgleises und der Laderampe der Schlachthaus-Anlage. 7. Umbau der Accumulatorcn-

(Nachdruck verboten.)

Gin Dyln-es Chnmiffos.

Zum 100. Geburtstage Franz v. GaudyS (geboren am 19. April 1800).

Von vr. L. Roste«.

Fi« schblcs, frisches Dichtertalent war Franz Freiherr Gaudy. tzr verdient es sehr wohl, daß wir ihn heute » 'einem hundertsten Geburtstage auf einen Augenblick der Vergessenheit entreißen, der er unabänderlich verfallen zu uu scheint.

Als Sohn des Majors Friedrich v. Gaudy in Frank- iu an der Oder und dessen Frau, einer geborenen Gräfin - Schmettow, genoß der talentvolle Knabe eine sehr sorg- u»gc Erziehung. Den ersten Unterricht, der bleibende n bei ihm zurückgelassen hat, übernahmen seine Eltern -'Ost- Als dann der Krieg von 1806 seinen Vater- zum «ußischen Heere abrief, wurde Gaudy einer Pensionsanstalt °em Lande in der Nähe von Frankfurt, später aber lnem ähnlichen Institute in Breslau übergeben.

Von da kam er 1810 nach Berlin, wo er das College n?ais besuchte. In diese Zeit schon fällt die Entwicklung eines poetischen Talents. Seine ersten Gedichte waren Kompositionen und Kompilationen aus dem Reimlexikon. Wichtig für seine geistige Ausbildung war der Umstand, daß n Vater bei Friedrich Wilhelm III. die Stelle eines ouverneurs bekleidete. Gaudy kam dadurch in Berührung Ar 11 ausgezeichneten Männern. Als Zögling der -andesschule Pforta übte er sich seit 1815 neben den fort- » -n.i^^^'lchen Versuchen in deutscher Sprache auch in «lenuichen und griechischen Versen. In diese Zeit fällt

seine Elegie:Der Winterbesuch", die er später in einer unter dem TitelErato" 1829 herausgegebenen Gedicht­sammlung drucken ließ. Erholung fand er auf Ausflügen nach Weimar, dem Thüringer Wald und andern roman­tischen Gegenden. Auch in Dresden, wo sein Vater als Generalgouverneur von Sachsen lebte, hielt er sich einige Zeit auf. Seine poetischen Studien setzte er ununter­brochen fort. Unter den römischen Klassikern war Tibull sein Liebling.

Das Zcugniß, mit welchem er 1818 Schulpforta verließ, erklärte ihn für völlig reif zur Universität. Er trat um diese Zeit in das erste Garde-Regiment zu Potsdam. Im Oktober 1819 schon wurde er znm Offizier befördert. Der Beschäftigung mit den Wissenschaften und Künsten blieb er auch auf seiner militärischen Laufbahn treu. Ohne darüber seinen Dienst zu vernachlässigen, widmete er seine Mnße- stunden der Erlernung des Spanische», dem Zeichnen, der. Dichtkunst und der Musik. Der Umgang mit Carl von Reinhard, dem Sohne des bekannten Herausgebers von Bürgers Schriften, veranlaßte ihn, öffentlich als Dichter aufzulrcten. Seine ersten gedruckten poetischen Versuche enthält das in Schleswig erschienene TaschenbuchEudora" auf das Jahr 1823. In Breslau, wohin er kurz zuvor auf sein Ersuchen versetzt worden war, knüpfte ihn ein inniges Verhältniß an seinen Jugendfreund Carl von Holtei, den er dort wiederfand. Zu den von Holte! heransgegcbenenDeutschen Blättern" und zurBrest. Modezeitung" lieferte er Beiträge. Aber erst, nachdem er 1825 nach Glogau versetzt worden war, konnte er sich mit größerer Ruhe seinen Lieblings­studien widmen. Hier lieferte er für denSchlesischen Musen-Almanach" außer mehreren Gedichten auch schon

Anlage des Königlichen Theaters. 8. Unterstützung eines bedürftigen Verwandten der verstorbenen Frau Thunes aus der Thunes'schen Erbsckaft. 9. Bewilligung eines an den Verein für Förderung des Blindenunterrichts zu zahlenden jährlichen Bei­trags. 10. Veräußerung einer städtischen Feldwegkläche Ecke Secrobcn- und Lahnstraße durch Tausch. 11. Aenderung der Fluchtlinien der Augustastraße an deren Einmündung in die Frankfurterstraße. 12. Zwei Baudispensgesuche, und zwar a) wegen Errichtung eines Fabrikgebäudes au der Dotzheimer Land­straße,' b) wegen Hcrrichtung von Wohnräumen in einer Scheune im DistriktKönigsstnhl". 13. Wahl von vier Mitgliedern der Mnsenmsdeputation. 14. Wahl zweier Vertreter zum diesjährigen Ra finnischen Städtetag. 15. NeuwahlderMitglieder der Einrommen- steuer-Voreinschätzungs- und Veranlagungs-Kommission für die nächsten 3 Jahre. 16. Feste Anstellung eines Bcainten der LekhhauS- Verwaltung und Festsetzung der Dienstkaution desselben. 17.Rcgelung der Gehaltsverhältnisse ä) des neuen Stadtbauraths, b) eines Beamten der Gaswerksverwaltung. Zu Nr. 2 bis incl. 9 berichtet der Finanz-Ausschuß, zu Nr. 12 der Bau-Ausschuß, zu Nr. 13 und 14 der Wahl-Ausschuß und zu Nr. 17 der Organisations-Ausschuß.

KLrgrrsaal. Das diesmalige Programm des Varietö- TheatersZuni Biirgersaal" ist wieder ein wirklich ausgezeichnetes. Was auf dem Gebiete der Kunst und auf dem Felde heiterer Unter­haltung Neues und Bemerkenstverlbcs sich bietet, wird von der rührigen Direktion herangezogcn. Und wahrlich, Herr Direktor Eller hat nichts gescheut, um dem Publikum immer Neues und Gutes zu bieten. Fräulein Erna Rolla, Kostüm-Soubrette, erntete nach ihrem gestrigen ersten Auftreten einen schönen Erfolg und ihre Couplets fanden reichen Beifall, Mr. Carlo gehört unstreitig zu den besten Salon-Jongleurs, er arbeitet mit fabelhafter Sicherhnt und Eleganz. Herr Zosö Garcia, Schatten-Silhouettist, von der Direktion prolongirt, ist wirklich ausgezeichnet und wurde mit großem Beifall belohnt. Fräulein Lucie Fernaudo ist eine aus­gezeichnete Konzertsängerin. Ihre Stimme ist weich und biegsam, tu der Höhe voll und rein. Zn allen Lagen ist ihre Tongabe eine völlig zwanglose. Herr Rennert Stange, ebenfalls prolongirt, hat nach wie vor die Lacher auf seiner Seite und wird er mit einem wahren Beifallssturm überschüttet. Scmior Don Carlos, Illusionist, ist ein Zauberkünstler erste» Ranges. Er arbeitet mit erstaun­licher Geschicklichkeit und Sicherheit. Von seinen vorzüglichen Sachen seien erwähnt n. A.: Das Verschwinden eines Herrn in einem verschlossenen Korbe und die Erscheinung einer Dame frei vor den Augen des Publikums. Die Arbeiten des Künstlers sind verblüffend.' Das Piiblikum zeichnete den trefflichen Künstler durch Hervorruf rc. aus. Zum Schluffe sei noch Mr. Rellach« mit seinem selbsterfnndeo.cn Glockeuapparate gedacht, dessen Leistungen ebenfalls lobend anerkannt werden müssen. Alles in Allein hat Herr Direktor Eller ein Programm zusammengesetzt, das jedem Kunstttebenden zur Freude gereicht.

Schulnachrichten. In Erbenheim ist eine evangelische Lehrerstelle zu besetzen. Grundgehalt 1200 Mk., Alterszulage 150 Mk., Wohnungsentschädignng 300 Mk. Aumeldetermin 1. Juni 1900.

Krönnngswagen? Ein Leser unseres Blattes, ein be­kannter alter Wiesbadener, schreibt uns:Durch Zufall kam mir die Notiz eines Blattes zu Gesicht, welche sich mit einem angeblichen Krönnngswagen des Herzogs von Nassau beschäftigt. EinKröumigs- wagen setzt aber eine Krönung voraus, und da eine solche Krönung bei einem Herzog nicht vorkommt, so fällt auch derKrönungs­wagen" weg. Dieser angebliche Kröiumgswagen war auch keine Stiftung 'der Stadt Wiesbaden, sondern ein Geschenk der nassauischen Landslände (1. und 2. Kammer) an den Herzog und dessen Gemahlin aus Anlaß der Vermählung des Herzogs Adolph mit der Großfürstin Helene von Rußland. Der Wagen war in der damaligen Höchster Wagenfabrik, nicht bei Gastell in Mainz gebaut. Er sollte bei den Einzugsfeierlichkeiten anno 1844 den hohen Herrschaften zur Verfügung gestellt werden. Man hatte hierbei vorausgesetzt, daß die Hoheiten an oder bei dem Triumph­bogen, der in der Wilhelmstraße, am Eiugang der Frankfurter- strnße, errichtet worden war, ihre Reisecquipage verlassen, den Einzugswagen besteigen und damit den Einzug in die Stadt und das Schloß halten würden, was aber Alles nicht stattfand. Die Hoheiten benutzten hierzu denselben Wagen, dieselbe Bespannung und denselben Leibkntscher, der sie von der Landesgrenze bezw. von Hattersheim abgeholt und hierher gebracht hatte. Der schöne EinzngS- wage» blieb unbenutzt. Man glaubte damals, daß das entsetzlich

einige Lustspicle in Versen. In dieSchlesischen Blätter" sandte er Parabeln und Erzählungen. Im Jahr 1829 trat er aber znm ersten Mal als selbständiger Schriftsteller auf in der bereits erwähnten Sammlung seiner Gedichte unti dem TitelErato".

In den Poesiccn, welche die erste Hälfte dieser Samw lung enthält, scheint Heine, den er übrigens geistreich kopirt halle, sein Vorbild gewesen zu sein. Eigenthümiicher ge­halten waren die meist aus einer früheren Zeit stammenden Parabeln und Elegicen, die den Inhalt des zweiten und dritten Theils derErato" bildeten.

Im Jahre 1830 war Gaüdy seinem Regiment nach dem Ausbruche des polnischen Jusurreklionskrieges au die Grenze gefolgt. Dort erkrankte er an der Cholera. Die Errettung von der Lebensgefahr, in der er geschwebt, feierte er durch die Herausgabe einer Sammlung zerstreuter humoristischer Aufsätze unter dem Titel:Gedankensprünge eines der Cholera Entronnenen." Die zweite Auflage dieses Werkes erschien zu Leipzig 1832. Seinen Ruhm als Dichter be­gründete er immer fester durch eine neue Gedichisammlung unter dem TitelKorallen" und durch seineSchildsageu". Aus dem fortgesetzten Studium der polnischen Sprache ging seine metrische Uebersctzung derGeschichtlichen Gesänge der Polen nach Niemcevicz" hervor. Er übertrug auch einige Gedichte von Adam Milicvicz. Der geringen litterarischen Hülfsmittcl ungeachtet, die ihm ein kleiner polnischer Grcnz- ort darbot, wohin er bald nachher versetzt worden war, be­freundete er sich mit der altfranzösischen, provenxalischen und romanischen Sprache.

Des Friedensdienstes überdrüssig, hatte er 1833 seinen Abschied erbeten und erhalten. Eine Aufforderung ChamissoS