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«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — BezngS-Preis; durch den Verlag SO Pfg. monatlich, durch die

Verlag: Langgasse 27.

Slnzeigcn-PrciS!

Die einspaltige Petitzcile für locale Anzeigen

Post 1 Mk. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

L^GOO Adouneulrn.

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Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 für Auswärts 75 Pfg.

» * . für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

uächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernonmieu, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

|!o. 119.

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe.

Die Hungersnoth in Indien.

Unser Londoner n.-Korrespondent schreibt uns: Der erste dringende Nothschrei aus Britisch-Jndien, dem Märchen­reiche, dessen Kaiserkrone das Haupt der englischen Monarchin schmückt, dem Lande der grausigen Pest und Hungersnoth, wurde im Oktober vorigen Jahres vernommen. Damals hieß es, das indische Reich würde von einer Hungersnoth bedroht, die hinter derjenigen Don 1877 nicht zurückslehen dürfte. In jenem Jahre starben fünf Millionen Inder des Hungertodes. Unglücklicher Weise war man damals in England so sehr von kriegerischen Gedanken und der aber­maligen Vergrößerung des britischen Reiches in Anspruch genommen, daß man für Indien weder Zeit noch Geld übrig halte. Inzwischen wurden ja ungeheure Summen für Witlwen und Waisen der im Krieg Gefallenen oder noch zu Fallenden, für die Ausrüstung von Freiwilligen u. dergl. mehr gesammelt, und so müssen die arnien Verhungernden eben leer ausgehen. Hervorragende in England lebende Inder machten die größten Anstrengungen, um die öffent­liche Meinung im Interesse ihres unglücklichen Landes zu beeinflussen, aber vergeblich.. Sie begingen freilich auch den ungeheueren Fehler, der englischen Regierung die Schuld an dem fürchterlichen Elend, bern Verhungern von Millionen, zuzuschreiben, und das englische Publikum läßt auf dieselbe, da sie ihm doch den glorreichen Krieg bescbeerte, nichts kommen. Die bisherigen und erst in neuerer Zeit begonnenen indischen Sammlungen ergaben ganz unwesent­liche Beträge, und das Wenige, was der Staat zur Milde­rung des Jammers zu lhun bereit ist, erscheint kaum der Rede merth. Die Herren an der Spitze sind indeß äußerst freigebig mit ihren Sympathiebezeugungen, von denen aber natürlich Niemand leben kann. Der Vicekönig von Indien ist machtlos und wartet offenbar auf irgend ein himmlisches Wunder in Gestalt einer Manna­sendung, oder auf die Almosen der Reichen, die bisher nicht kommen mochten. Eine jüngst über Pest und Hungersnoth gehaltene Rede schloß er mit den Worten: „Wenn irgend ein reicher Mann Zweifel hegt, ob es angebracht ist, etwas zu den Sammlungen beizusteuern, so will ich ihm eine Eisenbahnfahrkarte nach den Hungersnothgegenden geben und bei seiner Rückkehr in Empfang nehinen, was er mir aus­händigen mag. Er würde die Reise vielleicht mit einem harten Herzen antreken, aber mit einem gebrochenen wieder heimkehren."

In der vorigen Woche kam die Nothlage Indiens im ^esigen Unterhause zur Erörterung und lehnte es Lord seorge Hamilton bei dieser Gelegenheit aufs Entschiedenste jtö, irgend welches Verschulden der Regierung an den herrschenden traurigen Zuständen znzugeben. Er wies unter Anderem die Angriffe zurück, die ein ehemaliger hoher Vcr- waltungsbeamter unlängst machte, der langjährige Er­fahrungen in Indien gesammelt hatte. Dabei nahm er Mne Zuflucht zur Entstellung der Aeußerungen des Be- aeffenden und zur Vorschützung von Unkenntniß, was so­nn ™ ne sehr scharfe Entgegnung des bewußten Beamten, -Lir. Romesh Dutt, in der Presse zur Folge hatte, in der

r" Regierung schießlich zurnft: „Nebernehmt Euren linu . ungeheueren Last, die Indien für die Unter- einer gewaltigen europäischen Streitkraft aufgeladcu nrt'*' und die doch nur das britische Reich in Asien - ? .Afrika zu vertheidigcn bestimmt ist. Schränkt die sn j . -Eionalschuld ein und erleichtert dem Land die n„J!' , 6 derselben, die, weil in Gold zu leisten, Indien ist -?". 9 'schließlich aber ermäßigt die Landstcuer, die so hoch unms i'J c e ’ net Pacht gleichkommt, und es der Bevölkerung "acht, in guten Zeiten etwas für solche der Roth notb ^en." ~ Gegenwärtig erstreckt sich die Hungers

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62 sm;ru!L ein Millionen Einwohner zählendes Gebiet.

62 Miss' wuuiuuui vS'imuuijuci fluijiciiuts? wcum.

bnrfi n cm^su haben mehr oder weniger schwer zu leiden,

7 * 0 »Art« Sa*. Wvfw»«t

nnh £T17 ,ien derselben erhalten von der Negierung Arbeit lieben " c f e Unterstützung. Viele Millionen aber hungern Tel iQtöfcn und Kastenrücksichteu vor, zu Ver­di» Gemcindearbeiter zu werden, und so sterben

en denn allenthalben in Massen, und überall

und^K^) Landesi'nnern in den Straßen der Dörfer - . v!c die Leichen, die dort schon längst nicht mehr

bearabc» 1 Elchen, die dort schon langst nickst mehr 8 w werde«. Und all das in 1900 im britischen Reiche!

nicht die lllachrichten ans Indien geben noch immer

der dortigen ie herrschende schon auf be-

>», au« b.„'KV^ r J??i ter brauchen, aber die Arbeiter ziehen es vor, hun. Es tni^umchen Fonds ernähren zu lassen und nicht« zu M Arbeit *»!,;; her befürwortet, daß Männer, die körperlich sollten. lmd, zur Uebernahme solcher gezwungen werden

and 268aoi s^Präsidentschaft Bombay werden jetzt 932,52-1 Arbeiter "" " - ' i Mitteln Unter­

aus dem Lande

Mittwoch, de» 18. April.

and 269681 m.^Msbentschast Bombay werden jetzt stützt, solcher aus öffentlichen

^ lehen von 92,303 Leute», die umsonst

und in den Armenhäusern verpflegt werden. Die Ausgaben ind ins Ungeheure gewachsen, und einigen der einge­borenen Fiirsteüthümer haben Anleihen bis zu 4 Millionen Mark

baldige A wohnlich,

_ itfli .. ....

hnttch, ist die Präsidentschaft Bengalen von dem Verhängnis; verschont geblieben und hat reichliche Ernten hervorgebracht. Die Pest hat wiederum eine große Zunahme aufzuwersen. In der letzten Märzwoche starben in ganz Indien an dieser Krankheit allein 4725 Mensche». Das Ausfälligste ist gegenwärtig die Zu­nahme der Epidemie in Kalkutta, wo die Sterblichkeit bereits die außerordentliche Höhe von 104,6 ans 1000 erreicht hat, obgleich Cholera und Pocken weniger als gewöhnlich vorhanden sind. Aus Bombay werden 2000 Todesfälle in der Woche gemeldet, jedoch ind diese Ziffern erfahrungsmäßig derart unzuverlässig, daß die Sterblichkeit in Wahrheit noch erheblich größer angenommen werden muß. In Bombay sind bisher 18,000, in Kalkutta 2720 Menschen an der Pest gestorben.

ii. London, 10. April. Wenn die Nachrichten vom Kricgs- chauplotz. wie augenblicklich, spärlich einlaufen, dann hat man Zeit, eine Aufmerksamkeit den Mittheilungen auch den indischen Hunger- listrikten zuzuwenden. Nach den letzten Telcgraminen ans Bombay macht die Hungersnoth geradezu erschreckende Fortschritte. Auf einer Strecke von mehreren Hundert Meilen wächst kein Grashalm mehr. Alles ist verdorrt. Nur die großen Flüsse haben noch Wasser; alle Brunnen und Cisternen dagegen sind ausgetrocknet. Das Land bietet den Anblick einer großen Wüste. Hier und da sieht man zu Skeletten abgcmagerte Hausthicre, die sich vergebens vor der Sonne zu schützen suchend Das Vieh fällt jede Woche zu Tausenden im

lorden der Provinz Bombay, im Pendschnb und in einzelnen Gegenden des Kathiawar aus Mangel an Futter und Wasser. In vielen Theilen

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des Landes hat sich die Bevölkerung noch nicht einmal von den Folgen der großen Hungersnoth im Jahre 1897 erholt. Namentlich die Kinder erdulden schreckliche Qualen und werden von den Eltern, die ihnen keine Nahrung geben können, häufig im Stich gelassen. Kurzum, die Leiden der Bevölkerung nehmen ständig zu, und die englischen Behörden stehen einer uiidnrchfiihrbaren Aufgabe gegen­

über, denn, wenn sie auch genügende Mittel besitzen, um das Hin- »pn hntt Fi STfltflimum CSinhitS rn tierhtnhfTtt. fr> ziehen es bodh

sterben von 5 Millionen Hindus zu verhindern, so ziehen cs doch Tausende von diesen vor, in den verlassenen Ortschaften Hungers zu sterben, als sich in den ihnen aus „Barmherzigkeit" geöffneten Mailichen „Tretmühlen" ihren Unterhalt zu verdienen, um dann doch zu Grunde zu gehen!

Deutsches Keich.

Socialdemokratie und Polenthnm.

L. Berlin, 17. April.

Der Parteitag polnischer Socialistcn, der hier in den Ostertagen stattgefnnden hat, wird ganz zu Unrecht vielfach ironisch behandelt, und es wird als eine verhällnißmüßig gleichgültige Sache betrachtet, ob die polnischen „Genossen" in ihrem Aktionsprogramm das nationale Moment oder das socialistische voranstellen wollen. Das erstere hatten sie bis dahin geihan, zu dem zweiten entschließen sie sich jetzt. Diese Wandlung ist so wenig gleichgültig, daß sie vielmehr die ernsteste Beachtung verdient. Sie bedeutet eine Er­starkung des socialdemokratischen Geistes in den Massen polnischer Zunge, auf die diese Partei bisher Einfluß zu üben versucht Hai. Nachdein einmal die Erziehung zur Socialdemokratie unter schonend kluger Ueberznckerung des Socialismus mit Nationalpolonismns zu einem gewissen Abschluß gediehen ist, darf die Führerschaft es jetzt wagen, das Nationale mehr bei Seile _ zu lasse«. Die Führer würden sich hierzu nicht entschließen, wenn sie es eben nicht wagen könnten. Nichts außer ihrem eigenen Willen veranlaßt sie zu der Programm­änderung. Denn die deuische Socialdemokrntie ist zwar gründlichst international, verbindet hiermit aber die zarteste Nücksichlnahme auf die Gefühle anderer Nationen und hat so der polnischen Sociaidemokralie noch nie verwehrt, so polnisch zu sein, wie sie nur irgend Lust hat. Also liegt, wie gesagt, der Antrieb zu der jüngsten Bewegung im polnischen Socialismus ausschließlich in jenem Lager, und darum bleibt der Vorgang wichtig. Seine praktische Be­deutung könnte sich gegebenen Falls in, westfälischen Kohleu- grubenbezirk zeigen, wo die deutsche Socialdemokratie an die polnischen Bergleute bisher nur schwer herankonnte.

Vom „unpopulären" neuen Recht.

Ob unser neues Recht populär werden wird, besonders das bürgerliche Gesetzbuch, diese wohl aufzumerfende Frage behandelt ei» bemerkenSmeriher Aufsatz in der „Deutschen Juristen-Zcitung", um sie leider im Wesentlichen zu ver­neinen. Der Verfasser, Amtsrichter Schellhas in Rixdorf, erkennt unumwunden an, daß Recht und Rechtspflege in Deutschland unpopulär sind: „Sie sind weder volksthümlich noch beliebt." Freilich, wenn man sehe, welche Fülle von „allgemeinverständlichen" Darstellungen des _ neuen Rechts gegenwärtig erschienen ist, so könnte man auf den Gedanken kommen, das; unser Recht im Begriff sei, volksthümlich zu werden. Indessen handle eö sich offenbar um eine Erschei­nung derUebergangSzeit, einebnchhändlerische „Konjunktur". Schellhas erzählt: „Im Jahr 1898, als schon das neue Recht seine Schatten vorauöwarf, versuchte ich einmal bei einem kleinen Gericht, eine Statistik dahin cmsznstelle», wie viele von den vor Gericht erscheinenden Personen wußten, daß uns die Einführung des bürgerlichen Gesetzbuchs bevor- ftand. Die Mehrzahl der Befragten waren freilich einfache Laudleute und Bewohner kleiner Landstädte, aber größten-

Ferusprecher No. 52.

1900.

theils Leute, die mit der Rechtspflege häufige Berührungen hatten, Gemeindevorsteher, Waisenräthe, Vormünder rc. Ach, das Resultat war cntmnthigend! Es mar geradezu eine Seltenheit, wenn eine dieser Personen ans dem Volk etwas von demneuenRechtgehörthatte.trotzallerZeitungen.diejaschließlich auch auf dem Dorfe gelesen werden." Was der Verfasser weiterhin vorschlägt, um eine größere Volksthümlichkeit unseres neuen Rechts zu ermöglichen, mag immerhin der Erwägung werth erscheinen. In der Thai darf man ver­langen, daß jeder angehende Staatsbürger, der eine höhere Schule besucht hat, wenigstens ganz im Allgemeinen die Entwicklungsgeschichte und die Bedeutung der Rechtseinheit Deutschlands kennt, und diese Kenntniß läßt sich mit Leichtig­keit erwerben, wenn z. Z. einmal im Geschichtsunterricht nur eine halbe Stunde auf den Gegenstand verwendet wird. Daß der Gegenstand an Wichtigkeit der politischen Geschichte nur wenig nachsteht und im Anschluß an diese am besten er­örtert werden kann, dürfte einleuchten. Es darf nicht Vor­kommen, daß ein Abiturient eines Gymnasiums, wie das jetzt die Regel ist, über die Solon'sche Verfassung im alten Athen Bescheid weiß, aber die Frage nicht beantworten kann, welches Recht in Deutschland gilt — das mag bei den früheren Zuständen entschuldbar gewesen sein, jetzt nicht mehr.

Die badische Regierung und die ausländischen Arbeiter.

Während man sich in Baden an die italienischen Arbeiter bei Erd- und Bauarbeiten so gewöhnt hat, daß man sie nicht entbehren könnte und sicher nicht entbehren möchte, sich auch in allen größeren Städten und in manchen industriellen Orlen einzelne italienische Familien ansiedellen und sich an Sprache und Sitte der Mitbürger gewöhnen, ist man ganz allgemein gegen polnische Arbeiter. Trotzdem haben Land- wirthe und etliche indnstrielle Unternehmungen polnische Arbeiter eingeführt. Die Regierung hat zu diesen Ele­menten sofort Stellung genommen und namenllich auch in Bezug auf die gesundheitlichen Zustände, die man andern Orts bei polnischen Arbeitern beobachtete. Neuer­dings hat das Ministerium des Innern die Bezirksämter und Bezirksärzte mit eingehenden Instruktionen versehen, die darauf Hinweisen, daß man verhindern will, daß die russisch-polnischen Arbeiter etwa im Lande ansässig werden und in manchen Orten ein für sich abgeschlossenes und dauerndes Element bilden. In protestantischen Orlen würde man ja auch noch besonders für die kirchlichen Bedürfnisse der ausschließlich katholischen Polen zu sorgen haben, doch ist bis jetzt noch nichts an die Behörden in dieser Richtung herangetreten. Hingegen hat der Heidelberger Amtsgerichts- Vorstand durch Ausschreiben Dolmeischer gesucht, welche in Straf­sachen, bei denen Polen zu vernehmen sind, zur Verfügung des Gerichts wären. Das flinke Rufen nach polnischen Arbeitern, sobald einmal Arbeilermangel ist, oder wenn die ansässigen Arbeiter ihre Arbeitsbedingungen verbessern wollen, ist jedenfalls meist als ein übereiltes Verfahren erkannt worden, da thalsüchlich im Odenwald und in sonst etwas dem Verkehr und den Jndustrieccntren entlegenen Orlschaflen noch billige Arbeits­kräfte vorhanden sind, die man berufen und wenn nöthig anlernen könnte. Wenn man die Polen solchen Arbeitern vorzog, so lag das daran, daß man befürchtete, die ein­heimischen Neulinge würden auch bald höhere Forderungen stellen, während die Polen isolirt bleiben und den Arbeiter­führern nicht so leicht folgen. Im Kühlengebiet der Ruhr waren es aber bekanntlich voriges Jahr gerade Polen, die Unruhen veranlaßien, und die badische Negierung scheint darob umso vorsichtiger geworden zu sein.

* Hof- ,md perlanal-Uachrichten. Der Kaiser wird am nächsten Sonntag in Eisenach eintreffen und sich sofort zum Besuch des Großherzogs auf die Wartburg begeben. Inden darauf

folgenden beiden Nächten werden Jagdansfiüge nach Wasungen unternommen und am Samstag begiebt sich der Kaiser zur Gebntts-

UJUC l IIUIIIIUVU mit/ vim '•*»*»*'* I***/ 0»»« W- ~

tagsfcicr des Königs Albert von Sachsen nach Dresden. — Die Verlobung des Prinzen Rupprccht mit der Herzogin Marie Gabriele in Bayern, Tochter des Hemogs Karl Theodor, die wir kürzlich anzeiaten, wurde, wie aus München gemeldet >vird, am Sonntag amtlich bekannt gemacht.

* Rnndscha» im Reiche. Der Verkauf polnischer Zeitungen ist jetzt in Schlesien und Posen den Bahnhofsbuchhändlern verboten worden.

Ausland.

* Oesterreich-Ungarn. Die Stadtvcrtretung in Reichen­berg beschloß, bei dem Unterrichtsminister gegen die anbefohlencn

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geistlichen Exercitien an den Mittelschulen zu protestiren, weil es den Eltern frei stehen müsse, thre Kinder dergleichen geistliche Uebungcn besuchen zu lassen oder nicht.

* Italien. Blättermeldunge» zufolge wurde in Ancona ein Anarchisten-Komplott enldeckt, welches einen Aufstand bezweckte.

Die Polizei nahm zablreiche Verhaftungen vor und konfiszirte eine ansgebrcitcte Korrespondenz au« Paris nnd Amerika, welche stark

kompromittirenden Inhalts war.

* Belgien. Der König, welcher aus Wiesbaden zurück- gekehrt ist, wird diese Woche an Bord der königlichen Jacht „Alberta" eine Reise unternehmen. Man glaubt, der König werde incognlto die Pariser Weltausstellung besuchen.