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~ Tiy* Kür die Audulhme von Anzerzen LN vorg-ichrrÄeae»

Berliner Schriftteitung des Wiesbadeuer T«sbl»tts: BerüwWilmersd-rf Gimtzelstr. 8«. Ken»s»r.: Amt «hta»d 450 u. 451. L-gr- u°»Nid«- wird'«« sn-«-r Kern,-««».

Montag, 12. KprN 1918. Nr. 168. 63. Jahrgang.

Kbend-klusgabe.

Der Rrieg.

Die Rümpfe zwischen Maas und Mosel.

W.T.-B. Berlin, 11. April. (Nichtamllich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben:

Über die Kämpfe bis zum Nachmittag des 7. April wurde früher berichtet. Die folgenden Tage bis zum 10. brachten ihre Fortsetzung. Während bis zum 7. die französischen Angriffe sich ausschließlich gegen beide deutschen glügel gerichtet hatten, setzte der Geg­ner nunmehr auch zum Angriff gegen die Mitte an, nachdem er in der Gegend St. Mihiel neue starke Kräfte versammell hatte.

Am Spätnachmittag des 7. erfolgte der erste Angriff aus dem Walde von La Selouse, neun KUometer nördlich von St. Mchiel, gegen unsere Stellungen in der ungefähren Linie Seuzey-La Morville. Es kam zu schweren Kämpfen, in denen der zurückflutende Angreifer zahlreiche Tote und Verwundete auf dem Kampfplatz ließ; zwei Offiziere und 80 Mann blieben gefangen in unseren Händen.

In der Nacht vom 7. zum 8. April dauerten die Ar­tilleriekämpfe an verschiedenen Stellen der Front, 'be­sonders an der Combres-Höhe und zwischen Regniäville-Fey en Haye, mit kurzen Unter- brecchrngen an. Stellenweise folgten Jnfanterieangriffe. Südöstlich von Verdun bei Marcheville brachen zwei Angriffe bereits hundert Meter vor unseren Stellungen zusammen. Im Bois d'Ailly gelang es den Franzosen, in einen Teil der von ihnen am Tage vorher verlorenen Gräben wieder einzudrmgen. Die im Bois B r u l ä bei Tagesanbruch begonnenen Angriffe wurden ebenso wie drei nächtliche Vorstöße im westlichen Teil des Priesterwaldes abgswiesen.

Am Nachmittag und Abend des 8. entfaltete der Gegner zugleich an verschiedenen Teilen 'der Front eine rege Tätigkeit. Ein am Walde von La Selouse mtter- nommener Vorstoß scheiterte, ebenso wie ein Angriff an derselben Stelle vom Tage vorher. Gleichzeitig ent­wickelten sich stundenlange schwere .Kämpfe am Bois de Mort-More, in denen der Gegner schließlich mit der blanken Waffe zurückgeworfen wurde. In derselben Weise endeten die Angriffe in der Gegend von Regniäville, am Priestenwalde und südlich der Orne.

Der 8. April wie die Nacht zum 9. standen unter dein Zeichen erbitterter Kämpfe um die C o m b r e s- H ö y e. An diesem Punkt scheinen die Franzosen Ver­stärkungen aus den oben erwähnten neuen Kräften ein­gesetzt zu haben. Am 8. April vormittags besetzten sie die von uns in Anbetracht des schwersten Artillerie­feuers geräumten Grabenstücke, um die dann den gan­zen Tag über heiß gekämpft wurde. In der Nacht zum 9. April gelang es unseren Truppen, den Gegner aus dem Teil der Gräben wieder hinauszuwerfen. Die ganze Haupt st ellung wurde von uns g e h a I- t e n. Ein neuer bei Tagesanbruch mit überlegenen Kräften angesetzter französischer Angriff zwang uns in­des wieder zur Räumung einiger Grabenstücke.

Gegenüber diesen Ereignissen an der Combres- Höhe treten die Vorgänge auf der übrigen Front in den Hintergrund. Von einigen Feuerüberfällen abge- sehen, verlief die Nacht vom 8. zum 9. im allgemeinen ruhig. Nur am Bois de Mort-Mare, an dem nachmittags die Franzosen in stundenlangem Ringen unter schwersten Verlusten zurückgaworfen wur­den, griffen sie in den Wendstunden von neuem an, ohne ein besseres Ergebnis zu erzielen. Dagegen ge­lang es unseren in die französische Stellung nach- dräugenden Truppen zwei Maschinengewehre zu nehmen. Trotz dieser Mißerfolge entschloß sich der Feind am frühesten Morgen des 9. April zur Er­neuerung des Angriffs, der aber wiederum unter außer- ordentlichen Verlusten für ihn zusammenbrach.

Am 9. April legten die Franzosen wieder den Schwerpunkt ihrer Angriffe auf den N o r d f l ü g e I zwischen der Orne und der Combres-Höhe. So griffen sie in der Woevre-Ebene Zwischen Parsondrupt Marcheville von Mittag bis Mitternacht vier­mal, jedesmal in einer Breite von etwa sechs Kilo­meter an. Sie wurden stets verlustreich zurück- geschlagen. Während der Nacht entfalteten darauf ihre Minemverfer, zeitweise von Artillerie unterstützt, lÄhafte Tätigkett. Am Nachmittag sttetz der Gegner auf der g a n z e n Linie der Combres-Höhe aus seinen Gräben hervor, nachdem er seit Vormittag unsere Stellungen unter schwerstem Arttlleriefeuer gehalten hatte. Es gelang ihm, an einer Stelle bis zur Mulde auf der Südseite der Höhe .durchzustoßen, ehe sich der Angriff im Feuer unserer zweiten rückwärtigen Stel­lung verblutete. Unsere Truppen behaupteten nicht nur die Höhe, sondern ein Regimentskommandeur er- griff die Jnitiattve zum Gegenangriff, der uns wieder m den Besitz von Teilen unserer Vorstellung

brachte. Ein zweiter Angriff scheint geplant gewesen zu sein, seine Ausführung hinderte indessen das wirk- ame Feuer unserer Artillerie. Der Gegner beschränkte ich in der Nacht auf die Beschießung der Höhe und des dähinterliegenden Dorfes Combres.

Auf der übrigen Front brachte der Tag in .der Mitte der Kampffront, in der Linie Snzey-Spada, einen ernsten, aber erfolglosen Angriff des Gegners. Wir machten einundsiobzig Gefangene. Ein Angriff schwächerer Kräfte im Walde von Ailly wurde leicht abgewiefen, und auch ein Vorstoß über die Linie Regniäville-Fey en Haye endete unter außerordentlich starken Verlusten bereits in unserem Artilleriefeuer; nördlich von Regnickiille blieben an einer Stelle

fünfhundert Leichen liegen.

Der Abend des 9. April brachte am Croix des C a r m e s im P r i e st e r w a l d e einen deutschen An­griff, dem es gelang, drei Blockhäuser und zwei Ver­bindungsgräben dem Gegner zu entreißen, wobei zwei Maschinengewehre und 58 Gefangene in die Hände unserer Truppen fielen.

Am 10. April fanden Artilleriekänrpfe auf der gan­zen Front statt. Es konnte beobachtet werden, daß die Franzosen eifrig schanzten und ihre stark gelichteten vorderen Reihen durch neue Truppen ergänzten, ins­besondere auf dem Nordflügel südlich der Orne, in der Mitte gegenüber der Linie Seuzey-Spada, sowie am Südflügel in der Gegend von Regniäville. Die Trup- penanscunmlungen wurden mit starkem Feuer belegt und die dadurch hervorgerufenen Verluste mögen der Grund gewesen sein, daß der Gegner den Entschluß zum Angriff nicht finden konnte, Auch bei Les Eparges am Fuß der Combres-Höhe, stellten die Franzosen starke Kräfte bereit, die » unser Arttlleriefeuer fassen konnte.

Nur im Priesterwald kam es an diesem Tage zu einem französischen Angriff, der ohne Mühe.abgewiesen wurde.

So endete auch der 10. April wie alle vorherge- gangenen Tage mit einem vollen deutschen Er­folg auf sämtlichen angegriffenen Fronten. -An die­sem Tage dankte der französische Oberbefehlshaber General I o f f r e der ersten Armee dafür, daß sie die Stellung bei Des Eparges das ist die Combres- Höhe den Deutschen entrissen habe. Um diese Stellung wird seit Wochen mit kurzen Unterbrechungen gekäinpft. Die Franzosen haben mehrere Male gemel­det, daß sie die Stellungen genommen und fest in der Hand hätten. Die letzten Kämpfe um die vielumstrit- tene Stellung sind oben geschildert worden. Tatsächlich haben die Franzosen vorübergehend einzelne Gräben der Stellung besetzt gehabt, bis auf einen kleinen un­wesentlichen Teil sind sie aber allewiederzurück- erobert worden.

Tin englisches Urteil.

DieEröffnung des Sommerfeldzuges".

Sr. Kopenhagen, 12. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Oberst Repington schreibt in derTimes": Die Angriffe der Verbündeten zwischen Maas und Mosel und die gleichzeitige russische Karpathenoffensive bedeuteten den Beginn der großen allgemeinen Offensive und die Eröff­nung des Sommerfeldzuges. Der Pariser Bericht- erstatter derNational Tidende" meldet, der französische Offensivvorstotz im Woevre leide sehr unter dauerndem

Regen, der die Straßen völlig unpassierbar mache und die Explosivwirkung der französischen Artillerie beeinträchtige.

Auf keinen Fall ein zweiter Winterfeldzug. Die Belgier werden geopfert.

W. T.-B. Berlin, 11. April. (Nichtamtlich.) Eine bel­gische Persönlichkeit, welche mit der französischen und der englischen Regierung nahe Beziehungen unterhält, erklärte dem Berichterstatter desJournal de Geneve" in Rom: Französische und englische Kreise seien überzeugt, daß der Krieg im Oktober beendet sein werde. Me Kriegführen­den hätten nicht den Mut, den Truppen und der Bevölke­rung einen neuen Winterfeldzug aufzuerlegerr. Man werde Frieden machen, selbst wenn der Friede den Wünschen der Belgier nicht entspreche, welche mit der Zahlung einer großen Kriegsentschädigung

durch Deutschland rechneten. Es hänge von dem Erfolge den Offensive der Verbündeten ab, ob eine solche Entschä­digung gefordert werden könne. Der Belgier fährt fort: Er befürchte, daß Frankreich und England, um den Krieg nicht zu verlängern, sich mit einem relativen, Erfolge begnügen würden; es würde ihnen vielleicht ge­nügen, die Deutschen aus Frankreich und Belgien zu vertrei­ben. Vom belgischen Standpunkt aus könnte man mehr wünschen.

vie französischen Tagesbericht«.

W. T.-B. Paris» 12. April. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt von gestern nachmittag: In Belgien, an der Aisiw und in der Champagne fanden Artilleriekämpse statt. Man bestätigt die vorgestern abend gemeldeten Fortschritte zwischen Maas und Mosel. Im Mort-Mare» Walde dehnten wir die eroberte Front gegen Osten durch Einnahme neuer Schützengräben aus. Wir warfen mehrere Gegenangriffe zurück. Im Priesterwastie erzielten wir Fort­schritte am Westrande; wir erbeuteten ein Maschinengewehr, Schnee, Regen und Wind wüteten- den ganzen Tag über.

W T.-B. Paris, 12. April. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt von Sonntagabend: Nördlich von Albert unternahmei, die Deutschen vom 10. zum 11. April auf beiden Ancreufern einen Angriff gegen unsere Schützengräben von Hamel und im Walde von Thiepval. Der Angriff wurde nach eurem Nahkampf zurückgeworfen. In den Argonnen spielte sich) in der Nacht ein sehr lebhafter Kampf ab. Wir zerstörten ein Blockhaus dos Feindes, nahmen 300 Meter Schützengraben und behaupteten unseren Gewinn trotz zweier deutscher Gegen­angriffe. Zwischen Maas und Mosel, auf den Gebieten von Eparges und Combres, wurde seit nuferen Erfolgen vom 6. April keine Jnfanterieaktion gemeldet. Im Wakde von Ailly brachte uns ein am 10. April, abends, vorgetriebene« Angriff in den Besitz einer neuen Reihe von Schützengräben. Im Walde von Mort-Mare gelang es den Deutschen, in der Nacht die Schützengräben zurückzuerobern, welche sie im Laufs des Tages verloren hatten. Aber die Stellung, welche wir am 8. April eroberten, blieb vollkommen in unserem Besitz. Im Le-Pretre-Wald, am Oftrand, an dem Quard-en-Reservv genannten Ort, brachen zwei heftige feindliche Gegenangriffe -unter unserem Infanterie- und Artilleriefeuer znsaunwea- Unsere Flugzeuge warfen 155 Geschosse auf den Seebahw» Hof und die Gießerei 'von Brügge.

Die englischen Verluste in den ersten acht Kriegs» monaten.

W- T.-B. Haag, 11. April. (Nichtamtlich.) Der Lon­doner Berichterstatter desNieuwe Courant" meldet: Das

Pressebureau gibt btc Zahlen der englischen Verluste in den letzten acht Monaten bis zum 31. März bekannt. Die Listen: geben die Gesamtzahl an Toten. Verwundeten und Vermißte», mit 90 750 an, ohne die Verluste der 83 Regiment«^