Wiesbadener Sagblatt
48. Jahrgang.
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Mittwoch, den 11. April.
Fernsprecher No. 52.
ISOO.
Margen-Ausgabe.
Aus Stadt nnd Land.
Wiesbaden. 11. Ilpril.
— Geschick,tolittlendor. 11. April. 1896: t Charilaos Trikupis zu Cannes, griechischer Staatsmann. 182o: ^Ferdinand Lassalle zu Breslan, socialistischer Agitator. 1821: * Johanna Fürstin Bismarck, geb. v. Puttkamer. 1816: * Rudolf v. Kummer mi Szelcjewo in Posen, hervorragender Heerführer im deutsch- französischen Kriege. 1814: Napoleon I. entsagt der Krone in Fontainebleau. Erhält die Insel Elba als Fürstenthurn. 1809: Neareiche Gefechte der Tyroler gegen die Bayern am Berge Jsel >11 bis 13. April). 1809: Seeschlacht zwischen Engländern und Franzosen bei Ile d'Aix. 1806: * Anton Graf v. Auersperg Math. Grün) zu Laibach, hervorragender deutscher Dichter. 1713: Friede zu Utrecht zwischen Frankreich und den Wcstmachten. Ende des spanischen Erbfolgekriegcs. 1512: Schlacht bei Ravenna. 13/8: t Konrad v. Megenberg zu Regensburg, der fruchtbarste deutsche Schriftsteller des 14. Jahrhunderts.
o. Die Evangelische Gesainmlkirchengrmeindr-Ner- tretrmg hielt gestern Nachmittag in dem Wahlsaal des Rathhanscs eine Sitzung ab, zu weicher 87 Mitglieder von 150 erschienen waren. Räch Eröffnung der Verhandlungen durch Herrn Dekan Bickel berichtet Herr W. Gäbet Namens der dazu bestellten Kommission über die Vorprüfung des Rechnungs-Voranschlags für die evang. Gesammt-Kirchengemeiude Wiesbaden für 1900 1901. Zu Vorschlägen über wesentliche Veränderungen hat der Entwurf keine Veranlassung gegeben. Während die Rechnung für 1898/1899 mit einer Mehreinnahme von 5989 Pik.
85 Pf. abschloß, wird diejenige für 1899 1900 voraussichtlich eine Mehrausgabe von 1473 Mk. 68 Pf. ergeben. Der Etat für 1900/1901 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 253,655 Mk. 21 Pf. Derselbe wird genehmigt und damit die Erhebung einer Kirchensteuer von 16 pCt. der Einkommensteuer gegen 16'/.-, pCt. im Vorjahre. Die Steuer ergiebt eine Einnahme von 195,518 Mk.
5 Pf. In den Etat sind u. A. aufgenommen 360 Mk. für Reparaturen an de» Glocken der Marktkirche. Dieser Betrag ist dazu bestimmt, die zweitgrößte Glocke ebenfalls mit Kugellager zu versehen. Da dieselbe nicht mehr entsprechend der größten Glocke geläutet werden konnte, war eine gewisse Disharmonie entstanden. Zur Beschaffung eines Harmoniums für den Gemeindesaal an der Ringkirche sind 600 Mk. und für einen Utcnsilienschrank 100 Mk. eingestellt. Herr vr. Schneider beklagt es anläßlich eines speziellen Falles, daß bei Versäumnisse» in der Entrichtung der Kirchensteuer gleich mit dem Gerichtsvollzieher gedroht werde. Herr Pfarrer Ziemen- worff schlägt unter Zustimmung der Versammlung vor, eine mildere Form zu wählen.
— Westlicher Kezirks-Uerein. Am Montag Abend fand eine Generalversammlung des genannten Vereins statt. Der Vorsitzende, Herr Thon, eröffnete die Sitzung und ließ durch Herrn Lehrer Capito das Protokoll der letzten Generalversammlung verlesen, wogegen Einwendungen nicht erhoben wurden. Hierauf wurde Herrn Büreauvorstcher H e ss e mer das Wort ertheitt, der über die Straßenbahn Ring-Walkmühlstraße das Referat übernommen hatte. Here Hessemer führt ungefähr aus: daß früher der Verein durch Eingaben gegen Legung eines zweiten Gleises in der Walkmühlstraße protestirt habe, da man der Meinung war, daß auch ein Gleis mit verlängerten Weichen genüge. Nunmehr habe sich die Sachlage aber Mndert. Stadt und Eisenbahngcsellschaft bestehen auf zwei Gleisen. Die Verhandlungen seien darüber geschlossen. Einzelne Herren des Vorstandes haben sich vieler Mühe unterzogen und sest- Mellt, daß. wenn die Anlage der Bahn, d. h. die Einführung in die Emserstraße, nicht gefährdet werden solle, zwei Gleise angelegt werden müßten, auch sei es möglich, zwei Gleise anzulegen. Man woge an einem Theil der Walkmühlstraße das Trottoir erbreitern. ^sgleichen die Schützcnstraße erbreitern und dann könnten zwei Gieise ohne Gefahr für den Verkehr angelegt werden, auch könne la^dre Polizei Beschränkungen anordnen, damit der übrige Verkehr
- (Nachdruck verboten.)
Geistesblitze
aus Francis Kacons Mosa-Schrifter».
Uebersetzt von Edwin Born»am».
hier veröffentlichten Aphorismen entstammen folgenden b-v äwI^ucis Bacons (1561 bis 1626): „lieber die Vermehrungen Ei Wissenschaften. Neues Organon, Geschichte der Winde, Ge,Wichte «S? 8 und Todes. Naturgeschichte, Ucbcr die Weisheit der des ai ^ssuhch Apophthegmen. Die große Geburt der Zeit, Masken Z^7Uwn und Bösen. Formeln und Redewendungen, Heinrich der 8°°ENte, Lob der Wissenschaft. Esscx-MaSkeuspiel, Briefe". Der Sff' hat. sie so treu und wahr als möglich ins Deutsche uber- iphia n T ln i ) bietet sie in bunter Reihenfolge. Er enthält sich dabet xi,,,s„„^u>atzcs, jeder Vergleichung, jeder Erläuterung. Denn der f-rL^Weck der Veröffentlichung dieser knappen, inhaltsvollen, ?’ on iS u»d krystallklarcn Sätze soll der sei», die Menschheit bi»-n^^dchatzkammcru von Gedanken und Worten nachdrücklich v zuwegen, nu i) tnen ^ i )eu t e meist unachtsam vorüberzugehcn pflegt.
* * *
d»m UV u ’ e ^ iw Weltall keine engere Freundschaft als die zwischen JÄ" ""d dem Guten.
huschen Herrschaft liegt versteckt im Wissen. s«ht reden Icl) selbst sollte man nur selten und mit großer Vor-
^0 Natur wird nur durch Gehorchen besiegt, tiebt als mill ®' nem böse sein, wenn er sich selbst mehr
Hustle ist Art wilder Gerechtigkeit.
)st auch eine Kunst.
^maisch sollte sich lieber vor einer Bildsäule oder einem uÄ aussprechen, als daß er seine Gedanken ersticken laßt, ^i^ufchafteii sind Krankheiten der Seele.
^sauintische Poesie ist wie sichtbare Gefchichte. , . , .
alis Kebt kein besseres Heilmittel gegen die Selbstschmctchelei "'uth eines Freundes.
Leben der einen treuen Freund hat. hat gleichsam zwei
^i> ist der Widerschein der Tugend.
muthen, es doch auch die wenigen Bewohner ein ganzer Stadttheil nicht durchfahren könne.
nicht gehindert werde. Eine Bahn bis zur Emserstraße und dann umznsteigcn in die vom Bahnhofe kommenden Wagen, fei nicht thunlich, da dadurch dem Verkehr keine Rechnung getragen würde, weil speziell an Sonntagen zweifellos in den Wagen, die vom Bahnhofe aus kommen, kein Platz mehr sei und das Publikum dann zu Fuß weiter wandern müßte. Aus allen diesen Gründen fchlug Herr Hessemer folgende Resolution vor: In Erwägung, daß es den Verkehrsbedürfnissen unserer Stadt nicht^cutspricht. wenn die Sedanplatzlinie der elektrischen Bahn am Sedanplatz endigt oder nur bis an die Ecke der Weißenburgstraße und Emserstraße weiter geführt wird und daß eine andere Führung vom Sedan- Platz aus vorerst unmöglich ist; in der ferneren Erwägung, daß ein eingleisiger Betrieb ver beiden Linien durch Emser-, Walkmühl- und Schützenstraße mit verlängerten Weichen von Seiten der technischen Behörde als unthnnlich erklärt wird, daß aber ein Um- steigen an der Weißenburgstraße ebenfalls dem Verkehr nicht genügt, erklärt die heutige Hauptversammlung des Westlichen Bczirksvercins, ihren früheren Einspruch gegen die Legung eines zweiten Gleises auf der Emser- und Walkmühlstraße fallen lassen zu wollen, wünscht aber auch, daß für den Bau nnd Betrieb der zweigleisigen Linie alle Maßregeln getroffen werden, die den sonstigen Fuhrverkehr ermöglichen und dem Verkehr der Fußgänger die nöthige Sicherheit bieten, und daß alsbald die Erbreiterung der Schützcnstraße Seitens derVerwaltung in Angriff genommen wird. Herr Postsekretär a. D. Walther protestirte gegen die Resolution, weil die Walkmühlstraße zu schmal sei, aüßerdem der Verein nicht verlangen könne, daß die Walkmühl- straße fo geschädigt werde. Es entstand eine lebhafte Disknssion, an der sich die Herren Schröder, Hessemer, Hocpfner, Moos, Stamm, Kapp, Mai und Reitz betheiligten. Es wurde Herrn Walther insbesondere erwidert, daß, wenn er verlange, der Verein könne nicht die Schädigung der Walkmühlstraße zuein unbilliges Verlangen sei, wenn der Walkmühlstraße verlangen, daß geschädigt werde, wenn die Bahn Herr Tremus beantragte Schluß der Debatte, die beschlossen wurde. Der Vorsitzende. Herr Thon, theilt hierauf mit, daß die Debatte ziemlich zwecklos sei. Nach dem ihm vorliegenden Beschluß des Herrn Regierungspräsidenten vom 2. d. M. fei die Anlage des zweiten Gleises genehmigt. Herr Lehrer
t öfer erklärt darauf, man möge erwägen, ob dann der orstand nicht erst noch mal beratheu solle, ob jetzt über die Resolution des Herrn Hesseiner noch abgestimnit weichen solle. Herr Hessemer betont entschieden, daß er auf der Abstimmung über seine Resolurion bestehe, da möglicher Weise gegen den Beschluß des Herrn Regierungsprasidente» weitere Beschwerde an den Herrn Minister gehe und er daher festgestellt haben möchte, ob der Verein seinen Protest gegen das zweite Gleis aufrecht erhalte oder nicht. Es wurde zunächst dem Antrag des Herrn Hessemer ftattgegeben und beschlossen, es solle über die Resolution
t effemer abgesninmt werden. Hierauf wurde die Resolution des errn Hessemer angenommen und die gegnerische Resolution, die mit einigen Unterschriften versehen war, nbgelchnt. Die übrigen Vereinsaiigelegenhesten wurden darauf schnell erledigt und dieVer- sanunlung durch den Herrn Vorsitzenden geschlossen.
— Kandelsregister. In das Handelsregister A wurde die Firma: „Hotel-Restaurant Dahlheim, Weinhandlung, ^nh. Philipp Re nker, Wiesbaden" und als deren Inhaber der Hotelbesitzer Philipp Renker hier eingetragen.
— Für die Knreu sind ferner bei uns eingegangen: Vom Stamn,tisch bei Herrn L. Schewes mit dem Motto: All Heil, ^hr Bure! 5 Mk. 50 Pf., gesammelt von den Schülern des Herrn Lehrer Mies an der Mittelschule am Schulberg 2 Mk. 80 Pf., gesammelt am runden Tisch der Restauration „Zum deutschen Kaiser" in Schierstem von A. Löwenthal 3 Mk. 50 Pf. Weitere Zuwendungen werde» gern ciitgcgengcnoinmen.
— Einbrecher scheinen in unseren Nachbarorten Gastrollen zu geben. Nachdem am Montag ein Diebstahl aus Bierstadt gemeldet wurde, erhalten wir weiter die Mittheiiung, daß in der vorvorigen Nacht auch in Er den heim, und zwar bei dem Droguistcn Theodor Schilp, eingebrochen wurde. Die Diebe hoben den Roll-
Kleine Dinge brauchen der, Anregung, große bringen sich von selbst in Erinnerung.
Die kürzeste Thorheit ist die beste.
Zwei — eine große Zahl in wahrer Freundschaft. „ t Worte sind die Bilder der Gedanken, und Buchstaben sind dre Bilder der Worte.
Wer in Hast beschließt, bereut in Muße.
Bester ungeborcn als ungelehrt. ,
Das Auge ist die Pforte der Liebe, aber das Ohr die Pforte des Verständnisses. , ^ , ..
Wir brauchen eine wahre und handelnde Naturphilosophie, ans die die medizinische Wissenschaft sich anfbauen soll.
Jeder Mensch hat (außer den Jrrthümcrn, die der menschlichen Natur allgemein sind) eine Grotte oder Höhle, gleichsam individuell, die das Licht der Natur bricht nnd verdirbt.
Wir leben zwar unter dem Antlitz des Himmels, aber die Geister sind in den Höhlen nnserer Körper verborgen.
Kein Gefäugniß ist so stark wie das Gefäuguiß der Gedanken. Die Seelen der Lebenden sind die Wonne der Welt.
Nahrung muß von niederer Natur sein und von einfacherer Beschaffenheit als der Körper, der sich nährt; Pflanzen werden von Erde und Wasser genährt, Thierc von Pflanzen. Menschen
D^Mcnschcn fürchten den Tod, wie Kinder sich fürchten ins Dunkle zu gehen. , .
Alles Vergangene ist wie ein Traum; und wer hofft oder von der Zukunft abhängt, träumt im Wachen.
Worte sind nur die Bilder der Dinge.
Wissenschaft, die frisch und gleichsam vor uiiseren Augen aus de» Einzclthatfachen hervorgelockt wird, findet am besten den Weg zu Einzelthatsacbeii zurück.
Wärme ist Bewegung. r .
Wer da weiß, daß er mit Thaten nutzt, der ist mit sich selbst zufrieden und schweigt; wer sich aber bewußt ist, daß er nur leere Luft schnappt, der sagt und prahlt Ander» gegenüber Vieles
Pindar äußert sich ungefähr so: Bisweilen macht das Richt- gesagte mehr Eindruck als das, was gesagt wird. ... ..
Es ist nnglnublich, >vie eine unnütze Neugier auf Drnge, die uns betreffen, das Leben stört; nämlich, wenn wir uns bemühen, solche Geheimnisse zu erforschen, die, wenn entdeckt und aufgefuiiden, den Geist krankhaft stimme», betreffs unserer Pläne aber nichts ttiiben.
laden in die Höhe, zertrümmerten die Erkerscheibe und gelangten alsdann in den Laden. Die Kasse wurde erbrochen, war aber teer. Da die Einbrecher ein Lämpchen zurückließen, so ist auzunehmen, daß sie in ihrer Arbeit gestört worden find. Auch bietet dasselbe eine gute Handbabe, die Gauner ausfindig z» machen, damit ihnen das Handwerk gelegt wird.
6. Aus dem Gebirge, 9. April. Es scheint in diesem Jahr überhaupt nicht Frühling werden zu wollen. Schon steht Ostern dicht vor der Thür, und noch ist selbst auf den niederen Gipfeln der Schnee kaum verschwunden. Nirgends stndet man im Walde ein grünes Aestchen, wie man es um diese Zeit längst erwarten follte, und nur ganz vereinzelt schauen aus dem Grün der Wiesen ein paar Schlüsselblumen hervor. Und doch wird es schon wieder lebendig draußen. Die Ausflügler aus den nahen Städten be- giuucu ihre Frühjahrswandermigeu, wenn auch :m Wald der Lenz noch nicht eingekehrt ist. Der Touristen- und Freindeuverkehr hat in den letzten Jahren im Taunus ganz bedeutend zngenommen. Das sehen wir an den vielen Luftkurorten und Sommerfrischen, die neben uiiseren altbewährten Badeorten immer mehr empor- blüheii. und an den cinzeinen Gasthäusern, die an allen besuchten Pnnkten entstanden sind. So wurden im Lauf der letzten Jahre neben dem alten Feldberghaus noch zwei weitere Gasthäuser erbaut, ein Altkönighaus soll bald errichtet werden, auf dem Staufen entstand vor wenigen Jahren das Hotel „Kaiserkempel" rc. Auch in der Nähe Wiesbadens mehrt sich die Zahl der Sommerfrischen und Waldwirthschaflen beständig; wir erinnern nur an den „Taunns- blick" und das „Waldhäuschcn". die beide noch nicht alt sind. In Gcorgenborn ist soeben bei der früher Marx'scben Wirthschaft ein neues, großes Gasthaus im Bau, das etwa im Juni eröffnet werden soll. Auch das alte Haus auf der Platte war dm steigenden Bedürfnissen nicht mehr gewachsen. Es mußte fallen und einem anderen Platz mache». Noch vor Ostern soll der Grundstein zu dem neuen Gebäude gelegt werden. In nächster Nähe der Stadt, auf dem als Ziel der Sonntag-Nachmittags- Ansflüqe beliebten Bahnholz, ist ebenfalls eine neue Sommerfrische int Entstehen begriffen. Die Eröffnung des neuen Hauses ist für den Mai in Aussicht genommen. Hoffentlich ist es bis dahin arün draußen I
* Aua der Umgebung. Die Ankunft der Kaiserin Friedrich in Schloß Friedrichshof, welche auf den 11. d. M. festgesetzt war, ist »ach nenesten Mittheilnnqen aus Cronberg wiederum verschoben worden. — In Limburg feierte Herr Geh. Justizrath Hilf und seine Gemahlin das seltene Fest der goldenen Hochzeit.
— In Oberwalluf ist die Bautbätigkeir in diesem Jahre sehr groß. Eben stehen mehrere Häuser im Bau. Die Arbeiten und Liefernngen für den Neubau der hiesige» Kirche werden jetzt ausgeschrieben. Am 23. April sollen die eingelaufenen Offerten geöffnet werden. Auch der Neubau der Schule wird in diesem Sommer begonnen werden. — In Idstein wurde Herr Schuhmachermeister Karl Schütz Ir zur letzten Ruhe gebettet. 36 Tage durfte der 92-jährige Greis das seltene Fest der eisernen Hochzeit überleben.
— Ueber den Nachlaß der Eheleute Philipp Martin Klärner von Nauroth ist das Konknrsverfahren eröffnet worden. — Der Gesang-und Krieger-Verein „Germania" in Burgschwalbach, welcher ans ein 38-jähriges Bestehen znrückblickt. beschloß, am 13. Mai d. I. auf der Burg (Hotel-Restaurant von W. Schnabel) sein 25-jähriges Fahiienjnbilänm zu feiern. — In Mainz ist der in weilen Kreisen bekannte Buch- und Kunst- bändlcr Victor v. Zaber» an einem Lunaenschlag gestorben. — In einer am Samstag in Frankfurt a. M. stattgehabten Versammlung der Mitglieder der Zwangsinuung der Schornsieinfegermcister für das Großherzogthnm Hessen wurde auf einstimmigen Beschluß die Innung für aufgelöst erklärt. — In Mainz starb der älteste dortige Jsraelite, Herr Jonas Metzler, >m Alter von 93 Jahren. Derselbe betrieb im ersten Dritrel des vorigen Jahrhunderts eine Metzgerei und galt als der stärkste Mann von Mainz. Vor einigen Jahren unternahm er noch zu seinem Vergnügen eine Reise nach Amerika zu seinen Kindern. — Der Lebrerin Fräulem König in Eisend ach ist von der Kgl. Negierung ein dreimonatlicher Urlaub zur Theilnahme am Turnlehrerinnenknrsus zu Berlin bewilligt worden, mit der kommissarischen Versehung ihrer Stelle ist die
des
Das Gesicht ist der geistigste der Sinne.
Die Lebre von der Vernunft und die Lehre vom Wille» Menschen sind wie Zwillingsschwestern.
Der Tod ist das kleinste aller Uebel.
Der Handel ist die Pfortader des Wohlstandes in, Staate.
Könige und Staate» haben Ebbe und Fluth mit dem Handel.
In der Rechtspflege verdienen Beispiele, die in Rede und Widerrede erörtert worden sind, mehr Autorität als solche, die i» Pulten und Archiven vergraben liegen. _ t , .
Der Mensch, der Diener und Erklärer der Natur, thnt und begreift soviel, als er vom Laufe der Natur in der Thai oder in Gedanke» beobachtet hat, und weiter weiß und kann er nichts.
Die Naturgeschichte ist das Buch der Werke Gottes und gleich- fam eine zweite Heilige Schrift. . , _
Die besten Doktoren von den Leidenschaften sind Dichter und Geschichtschreiber.
Der Mensch ist nur, was er weiß.
Ist nicht die Wissenschaft ein wahres und das einzige natürliche Vergnügen, wovon es kein Sattwerden giebt? , , ..
Wo ein Mann seine eigene Rolle nicht spielen kan», habe ich die Regel gegeben: wenn er keinen Freund hat, soll er die Scene ücrlflffcit
Die' beste Gemüthsmischnng ist, den Ruf der Wahrhaftigkeit zu erwerben, Aerschwiegenheit zu gebrauchen, Dissimulntion zeitweilig anznwendcn, und eine Macht, sich zu verstellen, wo kem anderes Mittel übrig ist. . ^ „„ . . .
»llles kommt darauf an, daß man die Augen des Geistes beständig auf die Dinge selbst gerichtet hält und so ihre Bilder durchaus, wie sie find, aufnimmt.
Geld ist wie Dünger, nur gut, wenn es ausgestreut wird.
Es war eine kärgliche Rede der Alten, zu sagen, daß „ein Freund ein anderes Selbst" ist, denn ein Freund ist weit mehr als das Selbst.
Die Neigung zur Gute ist tief in die Menschennatur einaepraqt.
Im Geschäft ist es meist wie bei Wege»; der nächste Weg ist meistens der häßlichste.
Der verschwiegene Atann hört viele Geständnisse, denn wer wird sich einem Schwätzer oder Plauderer anvertrauen?
Frcundesrath ist trockener und reiner als der aus unserem eigenen Verstand und Urtheil konnnt, die immer beeinflußt find nnd gewässert von den Neigungen und Gewohnheiten. .
Es aiebt Manche, deren Leben ist. als ob sie beständig ans
