«8. Jahrgang.
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No. 163. Fernsprecher »Jo. 52.
Aberad=Aissgafoe.
Zum Krüsseler Attentat.
Die anarchistischen Attentate weichen eigentlich nur nach dem verschiedenen Grade ihres Erfolges von einander ab, sonst aber haben sie untereinander eine Aehuiichkeit, die nahe an Eintönigkeit grenzt. Es ist immer dasselbe, ob Caserio sich auf Carnot stürzt oder Luccheni ans die Kaiserin Elisabeth oder jetzt der KIcmpnerlehrling Sipido ans den Prinzen von Wales. Immer sind es junge Menschen. die nickt einmal die Roth zu ihrer Unthat treibt, immer ist die Ausführung dieselbe, nur daß einmal mit dem Dolche und ein anderes Mal mit dem Revolver gearbeitet wird, und für die psychologische Seite des Vorgangs kommt es ja auch wenig darauf an, ob der Mordanschlag gelingt oder, wie diesmal, mißlingt. Das unerwartet Plötzliche aller dieser Thalen, die Abwesenheit jeder Spur von Komplotten, die Entstehung des wahnsinnigen Gedankens in überhitzten Köpfen unreifer Individuen, dies Alles rückt die anarchistischen Attentate dermaßen ans dem Umkreis des Menschlichen (und zwar des Menschlichen auch in seiner Entartung) vollkommen heraus. Es ist, wie wenn die Bahnen logischen Geschehens, aus denen sich alle öffentlichen Ereignisse so bewegen, wie es die Sterne müssen, unvermuthcter Weise gekreuzt werden durch Kometen, die sich in dies System der Nothwendigkeit nicht einreihen lassen. Man hat es denn auch längst schon auf- gegeben, aus den anarchistischen Anschlägen ^ politische Folgerungen in der Richtung zu ziehen, daß es die Aufgabe der Regierungen sein könnte, solchen Attentaten vorznbeugen. Die Forderung steht auf gleicher Stufe mit der, daß die Staatsgewalt dafür sorgen soll, daß keine Morde oder Einbrüche mehr stattfinden. Die Staaten erfüllen diese Pflicht, soweit sie können, durch Androhung von Strafen und durch Unterhaltung von Polizeikräften. Wenn diese Mittel nicht genügen, um Verbrechen zu verhindern, so ist es bisher nicht möglich ge- gewescn, zweckmäßigere Mittel anzugeben. In den anarchistischen Attentaten hat man schließlich auch nichts Anderes vor sich als Verbrechen dieser Alt, und wenn früher jede anarchistische Frevelthat den Anlaß gab, daß nach internationalen Vereinbarungen zur Unterdrückung der anarchistischen Bewegung gerufen wurde, so war jedesmal die Frage nothwendig, ob denn nicht jetzt schon die Polizeibehörden aller Kulturländer das Ihrige dazu thun, um dem Verbrecherthum auf die Finger zu sehen und sich bei der Verhinderung oder, falls das nicht mehr möglich ist, bei der Ahndung eines Verbrechens in die Hände zu arbeiten. Jni Uebrigen muß man sagen, daß die Regierungen hinsichtlich der Frage einer gemeinsamen Bekämpfung des Anarchismus mehr Ruhe und Nüchternheit des Urtheils zeigen als so manche Parteien, die zu Ausnahmemaßregeln nur drängen, um für ihre Sonderzwecke Raum zu gewinnen. Die Negierungen haben ja wiederholt über die zweckmäßigste Form einer gemeinsamen Niederwerfung anarchistischer Regungen verhandelt, sie haben hierbei das gethan, was einzig zu thun möglich war, sie haben nämlich ihre Polizeiorgane entsprechend ausgerüstet und verbessert oder auch nicht verbessert (denn daß das
Freitag, den 6. April.
Attentat in Brüssel stallfinden konnte, beweist zum Mindesten, daß selbst die aufmerksamste Polizei und selbst die zweckmäßigste internationale Organisation gründlich versagen können). Jedenfalls haben sich die Negierungen nicht darauf eingelassen, Ausnahmegesetze zu vereinbaren. Nun ist man natürlich nicht sicher davor, daß jetzt nicht wieder der Ruf nach gemeinsamer Bekämpfung des Anarchismus durch schärfste Abwehr- und Angriffsmittel von Gesetzgebung und Poiizeigewalt erhoben werden wird, aber man braucht nicht zu befürchten, daß dem Rufe Folge gegeben wird und die Scharfmacher werden am allerwenigsten dies durchsetzen, daß jetzt bei uns eine Stimmung um sich greift, die nach solchen schönen Dingen, wie! Umsturzgesetz, Zuchthausvorlage und dergleichen, verlangen möchte.
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Krüssel, 5. April. In der heutigen Kammersitzung drückte der Vicepräsidcnt Baron Smoy im Namen der Kammer sein Bedauern über das gestrige Attentat and. Der Minister des Auswärtigen schloß sich im Namen der Regierung an. Landcrvelde sagt, die Socialisten bedauern ebensowohl wie die Vorredner das Verbrechen und sie tadelten mit derselben Energie dieses individuelle Verbrechen wie das Kollektivvcrbreche», welches in diesem Augenblick in Südafrika gegen ein kleines, freies und arbeitsames Volk verübt werde. Der Socialismus vcrurtheilc alle gewalt- thätigcn Handlungen, und die Attentate hätten stets nur zu Reaktionsmaßrcgeln geführt. ES sei freilich zu bemerken, daß die Regierungen stets ein betrübendes Stillschweigen beobachteten, wenn es sich um ein Kollektiv-Attentat gegen die Freiheit eines Volkes handle und laut protestire, wenn ein Attentat gegen einen Fürsten verübt werde. Die Gewaltthätigkeit rufe die Gewaltthätigkeit hervor und das vergossene Blut saue mit Natur- nothwendiakeit auf Diejenigen zurück, welche es haben vergießen lassen. (Beifall links.) Woeste im Namen der Rechten stimmt der Regierung und dem Präsidenten zu; den Worten VanderveldS könne er sich nicht anschließen. Lorant konstatirt gegenüber Woeste und dem Minister des Auswärtigen, daß kein Mitglied des Hauses Feindschaft gegen England hege, aber das belgische Volk verurthcile den Krieg, den eine englische Räuberbande in Afrika entfacht, nicht niinder energisch als das Attentat. Er stimme völlig Vaudervelde zu, England habe seine glorreiche Vergangenheit verleugnet. Vaudervelde proteslirt gegen die „Daily Mail" und Woeste, die ihn und die Socialisten für die Thnt eines nureisen Burschen verantwortlich machen. Minister de Favercau spielte in der ganzen Debatte wie immer eine sehr schwächliche Rolle.
Krüssel, 5. April. Die Reform-" hält es für abgeschmackt, die Königin von England oder den Prinzen von Wales für den Krieg verantwortlich zu mache». Die Königin sei eine konstitutionelle Monarchin, welche herrsche, ohne zu regieren. Der Prinz von Wales sei noch weniger für den Krieg verantwortlich als die Königin. Das Attentat sei lediglich eine im Hirn eines Kindes aufgekeimte Verirrung.
bä. Kerlin, 6. April. Rach eineni Telegrannn des „Berliner Lokal-Anzeiger" aus Brüssel wurde der Attentäter Sipido gestern Abend mit seinen Eltern und seinen Brüdern konfrontirt. Er hat infolge der Einwirkung seiner Eltern sein System gewechselt. Ans feinen letzten Erklärungen geht hervor, daß er, wie man vermnthet, mit mehreren Kameraden ein Komplott eingegangen ist. Bis jetzt hat er indessen seine Mitschuldigen noch nicht namhaft gemacht.
JJnvis, 6. April. Der Brüsseler Korrespondent des „Figaro" erzählt, wie er als Erster der Familie des Attentäters Sipido die Nachricht von dem Attentat iiberbrachte. Die Mutter war gerade beschäftigt, das Abendbrod anzurichten. Der Vater kehrte gerade heim. Er ist ein großer, starker Mann von 45 Jahren. Der Korrespondent erzählte, was vorgcgangen sei. Die Eltern wußten noch von nichts. Sie waren außer sich. Die Frau warf sich schluchzend aus den Boden. Der Vater war sprachlos und wollte die Erzählung nicht glauben. Er sagte fortwährend: ,,Nein, cs ist unmöglich! Es ist ein Anderer, der den Namen meines Sohnes angenommen hat. Mein Sohn ist ein so sanfter ruhiger und ordentlicher Junge, der nie in die Kneipe geht, wie hätte er so etwas
Fernsprecher No. 52.
thun können? Weder er. noch wir haben je etwas von dem Prinzen von Wales gehört. Dieser Mann hat uns nichts gethan." Die Frau warf weinend ein: „Wenn er es war, hat uian ihn verführt. Zean Baptiste ist unser bester Sohn, er half seinem Vater." Dann sagte wieder der Mann: „Ich wollte lieber, daß alle meine nenn Kinder tobt seien, als diese Schande zu erleiden und unseren Namen i» den Zeitungen zu sehen. Und unser armes GeschäftI Aber er hat nie einen Revolver in der Hand gehabt. Er verstand ihn nicht zu gebrauchen, und woher sollte er das Geld haben, um ibit zu kaufen? Wenn er gut arbeitete, hatte er zwei Francs die Woche." Die Mutter des jungen.Attentäters warf sich schluchzend vor einem Kruzifix nieder, das inmitten billiger Porzellannippes auf einer niedrigen Kommode stand.
wb. Krüssel, 6. April. Sipido, welcher sich bisher in seinen Aussagen vor dem Untersuchungsrichter widersprochen, scheint sich nunmehr zu einem Geständuiß herbeilassen zu wollen. Es scheint daraus hervorzugehcn, daß er sich mit mehreren Kameraden zu einem Komplott verbunden hat. Die Staatsanwaltschaft kennt nunmehr die Theilnchmer; einer derselben, Namens M„ der den Revolver zu dem Attentat geliefert hat, wird wahrscheinlich jetzt verhaftet. Nach dem Verhör bei dem Untersuchungsrichter hat Sipido sich lauge Zeit mit dem Verthcidiger unterhalten, dem er Einzelheiten nugnb über die Leute, mit denen er während der letzten Tage verkehrte.
bä. Krüssel, 6. April. Angesichts der Vorwürfe, welche wegen der ungenügenden Vorsichtsmaßregeln zur Verhüluug des Attentats auf den Prinzen von Wales erhoben worden sind, erklärt das Polizeiamt, daß eine genügende Anzahl Gendarmen in Civil an Ort sind Stelle vorhanden waren, um etwaige England feindliche Kundgebungen zu verhüten, daß man jedoch ein Attentat auf das Leben des Prinzen nicht vorgesehen hatte.
Deuischrs Kelch.
* Hof- und ^lerfonal-Nachrichten. Gestern Mittag stattete der K a i se r auf der englischen Botschaft einen halbstündigen Besuch ab, um anläßlich der glücklichen Errettung des Prinzen von Wales seine Glückwünsche anszusprechcn. — Bet der gestrigen Wahl eines zweiten Bürgermeisters für Berlin durch die Stadt- verordneten-Versammlung wurde der zweite Bürgermeister von Königsberg, Brinkmann, mit 69 Stimmen gewählt. Der Berliner Stadtsyndikus Meubrink erhielt 66 Stimmen.
* Krrli», 6. April. Die „Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben ans Petersburg: Die dem deutschen Botschafter Fürsten Nadolin von seinem Souverän zu Thcil gewordene hohe Airszeichnung hat in hiesigen Hof- und nmtlidjeu Kreisen ein sehr sympathisches Echo erweckt. Graf Murawjew gratnlirle dem Botschafter persönlich in sehr warmen Worten nicht mir für sich, sondern auch Namens des Czaren. Diese freudige Anlheilnahme ist ein weiterer Beweis der zwischen beiden Ländern bestehenden freundschaftlichen Beziehungen. (Das Geburtstagsgeschenk des Kaisers an den Fürsten Radottn besteht, wie nachträglich bekannt wird, in einer werthbollcii, küiistlcrisch heraestellten Nachbildung des historischen goldenen Stockes von König Friedrich dem Großen, versehen mit etiler entsprechciiden Widmung und dem kaiserlichen Nameiiszng. Das Geschenk wurde mittels Spezialkabinettsconriers überbracht.)
* Gin t'edrntsamkr Grdnilttag. Heute sind es fünfzig
Jahre, daß die Einverleibung der Hohenzollcrischeu Lande mit dem Königreiche Preußen stattfand. Der Vertrag zwischen dem. Könige voic Preußen uiid dem Fürsten von Hohciizollern war schon am 7. Dezember 1849 geschlossen worden. Am 12. Mürz 1850 wurde das Gesetz über die Bereinigung der beiden Fürstentlnimer mit dem preußischen Staatsgebiet veröffentlicht. Nachdem der zur Bcsttz- ergreisuiig beauftragte königliche Kommissar, Regierungs-Präsident v. Spiegel-Börlinghausen, Anfang April in Sigmaringen eingctrosfen war, fand am 6. April daselbst die feierliche Nebergabe statt. Hier entband zunächst Fürst Karl Anton seine Laudesangehörigeii und Staatsdicner ihres Eides und übertrug alle seine hierauf bezüglichen Rechte und Ansprüche an S. M. den König von Preußen, „Unsern gnädigsten Herrn." Soda»» eutwickclle er in einer ergreifenden Ansprache die Beweggründe, die ihn veranlaßt hatten, der Negierung seines FürsteuthumS z>i eiltsageu. Fürst Karl
(Nachdruck verboten.)
Pariser Zrief.
(Von unserem Korrespondenten.)
Maris, 3. April.
Wie schwierig wird es Manchem, in weiteren Kreisen seiner Mitbürger bekannt z» werden! Fabrikanten von Seife und Chokolade, Erfinder von Schuhwichsen und Suppenwürzen lassen es sich Millionen kosten, um ihre Nameu dem Ohr der Menge vertraut zu machen. Sie setzen ihn an den Kopf der gelesensten Zeitungen, an die Felswände der Alpen, an die Front der Pyramiden. Andere aber, die mehr Glück als Verdienst und als Verstand haben, gelangen umsonst und mühelos zur Berühmtheit. So der junge Gras von Lubersac. Wer hatte noch vor drei Tagen etwas von ihm gehvrt ? In denSportkreisen Hütte inan bei einigem Rachforschcn ermitteln können, daß er das jüngste Mitglied deS Jockey-Klubs sei, des Klubs, der sich im vorigen Jahre auf dem Rennen von Auteuli durch den Sturm auf die Tribüne des Präsidenten der Republik mit Lorbeeren bedeckt hat und dessen Mitglied Graf de Christiani aus jenem Anlaß zu vier Jahren Gc- fängniß verurlheilt wurde, von welchen er jedoch durch Loubets Gnade nur neun Monate abzusitzen brauchte. Was thuil, dachte der junge Graf Lubersac, um ebenso berühmt zu werden, wie der junge Graf Christiani? Auch ich habe nichts gelernt, mußte mit Knaben, die drei Jahre jünger als ich waren, gemeinsam die Schulbank drücken und wurde mit dem Zengniß phänomenaler Dummheit entlassen. Wie fange ich es an, um in gleicher Glorie zu erstrahlen? Da es bedenklich, mit Lonbet wieder anzubandcln, so suchte Der thatendurstige Jüngling ein anderes Ziel. Da siel ihm sein Schulkamerad de Rothschild ein, der kleine Robert, der
als Erster die Prüfung zur Bergakademie bestanden hat, Robert, der ihm einmal einen Pump von lumpigen zehn Louis schnöde verweigerte. Flugs ließ sich de Lubersac von seinem Sekretär an Robert de Rothschild einen Brief auf- setzen, durch den er mit einem Scblag die gewünschte Notorielät erlangt hat. Der Brief drückte natürlich alle Verachtung aus, welche die v. Lubersac für die v. Rothschild empsinden, und forderte Robert auf, falls er nicht den Muth habe, sich mit ihm zu schlagen, an die Kasse der „lsixno do la Patrie franfaise“ — bürgerlich gesprochen: an die Firma Döronlödc, Mercier, Lemattre u. Co. — das Sümmchen von 100,000 Francs zu zahlen. Keinen Centime weniger I Die Liga scheint für die Agitatioil zu den bevorstehenden Gemeinderathswahlen arg auf dem Trockenen zu sein. Der junge Bergakademiker knöpfte sich aber die Taschen zu, streifte die Hemdärmcl zurück und antwortete höflich: „Will der Herr Graf ein Tänzchen wagen rc." — Nun entdeckten die Zeugen de Lubersacs und er selbst plötzlich, daß der Geforderte noch minorenn, also nicht sattsfaktionsfähig sei! Jemanden alt genug finden, um ihn zu beschimpfen und herauszufordern, aber nicht alt genug, um sich mit ihm zu schlagen, erwiderte Robert de Rothschild, ist die Handlungsweise eines Schlingels (ärülo).
Mit dieser Berühmtheit hätte es eigentlich der junge Graf de Lubersac genug sein lassen können. Allein sein Ehrgeiz war damit noch nicht befriedigt. Er will sein Duell haben. Und so richtete er denn an de» Vetter Roberts, dcn Baron Eduard de Rothschild, einen zweiten, wiederum die ganze Familie beleidigenden tzerausforderungsbrief, in welchem erden Empfänger, als den Sohn des Chefs des Hauses, für die derbe Abfertigung verantwortlich machte, die ihm Robert hatte angedcihen lassen. „Es rast de Lubersac und
will sein Opfer haben!" Eduard de Rothschild hat das Stelldichein angenommen und seine Zeugen benannt; das „Gottesgericht" wird also wohl binnen wenigen Tagen stattfinden. Wie wenig es aber dem jungen de Lubersac mit seinen wilden Posen ernst ist, zeigt ein Zwischenfall. In seinem ersten Brief an Robert hatte er zu der Aufforderung, eventuell 100,000 Francs für die Patriotenliga herzugeben, hinzugefügt: „Ihr Glaubensgenosse
Michel Ephrnssi wird das gewiß nicht mißbilligen." Vielleicht hat sich einmal Ephrnssi durch ein ähnliches Manöver Geld auspressen lassen? Das märe schwach von ihm gewesen, aber unvorsichtig von de Lubersac mar cs, an einen solchen „Coup" zu erinnern. Ephrnssi verlangte Genugthuung für die beleidigende Unterstellung, aber vergeblich, und zieht in einem Brief an seine Zeugen die Schlußfolgerung: „Es handle sich um einen jungen Man» von 20 Jahren oder um einen Mann von 55, Herr de Lubersac beschimpft und drückt sich." — Endlich sei, der Vollständigkeit halber, noch eine vierte Affaire erwähnt, die sich aus der ersten entspannen hat. Die Zeugen de Lubersacs, die Grafen Dion und Castellane, warfen in ihrem (öffentlichen) Brief an ihren Klienten einem der Zeugen Robert de Rothschilds, Herrn de Saint-Alary, vor, er habe bereits früher einmal die Regeln des Zweikampfs mißachtet. Diese Bemerkung hat Anlaß zu einem Zeugenwcchscl zwischen de Dion und de Saint-Alary gegeben. Der Zeugen wären nachgerade genug gewechselt, jetzt dürfte wohl das Bois de Boulogne etwas nnstcher werden.
Das ganze kindische Spiel wäre cigenllich nicht er- mähnenöwerth, wenn es nicht einen „tiefen Sinn", namentlich einen geschichiiichen Hintergrund hätte. Lubersac liegt einige Kilometer von Pompadour, in jener trüffelreichen
