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ür die Anknadme von Anzeige» an twrgeichriebenen . wird kein« Gewahr übernommen.
vie Kriegslage für uns.
Die Lage, die des Krieges wie die politische, wird ourch U-mstände bestimmt, von denen kein einziger für unsere Feinde günstig ist. Das kann inan als Endsuinme jeder ruhigen sachlichen Rechnung feststellen, und jede Probe mutz die Richtigkeit der Rechnung bestätigen. Wir glauben nicht, datz die. feindlichen Heeresleitungen im Westen wirklich iioch hoffen können, den bisher unerschütterten WalI un serer Stellung zu durchbrechen. Wenn ihnen das bis dahin nicht gelungen ist, so .müssen sie wissen, datz es weiterhin erst recht nicht gelingen kann. Denn unsere Feinde werden ja nicht stärker, w i r aber werden es, weil wir immer noch neue Truppen aufzu> stellen vermögen. Es kommt für diese unsere Betrach tung nicht blotz auf solche Tatbestände, sondern nament lich darauf an, ob die Generalstäbe Frankreichs und Englands das w i r k l i ch e V e r h ä l t n i s kennen oder sich darüber hinwegtäuschen. Wir sind überzeugt, daß sie es kennen, und wenn nach außen hrn große Worte gemacht werden (so erst jüngst von Gene, ral Joffre, der den Belgiern versprach, in drei Wochen werde der Stoß ins Herz Deutschlands ge führt werden), so braucht uns das nicht, in der Sicher heit zu beirren, daß die Gegner Bescheid wissen. Sie selber verbergen es ja gar nicht, daß ihre Kräfte e r lahmen. Die Einberufung der S i e b z e h n jährigen in Frankreich, die Unmöglichkeit für England, das Werbegeschäft mit dem ersehn ten Erfolge durchzuführen,, der durch nichts zu er setzende Mangel an Offizieren, das sind ebenso viele Momente der zunehmenden Schwäche. Wir müssen gerecht sein und sagen, daß Frankreich weder durch seine wirtschaftliche Zerrüttung noch Eng- : fand durch seine wachsenden Schwierigkeiten und durch die anschwellende Teuerung dazu gebracht werden wird, den Kampf aufzugeben. Frankreich wird mit der Hpsterie der Verzweiflung weiterkämpfen, auch wenn es finanziell und wirtschaftlich zusammen z u b r e ch e n droht, und England kann es noch lange aushalten. Was nachher kommt, das ist ja eine Frage für sich, aber aus Geldnot oder wegen der Be drängnis, in der sich Industrie und Handel befinden, werden die Feinde nicht sobald Frieden nachsuchen. Ent scheidend bleibt es gleichwohl, daß sie die Hoffnungs losigkeit ihres Ringens erkennen müssen. Wir mochten wiederholt darauf aufmerksam machen, daß die , ge sprochenen und geschriebenen Kundgebungen, unserer .Gegner keinen Maßstab für die fachliche Einsicht in den grauenhaften Zustand bilden, der in Paris und in London doch längst erkannt worden sein muß, wenn anders dort noch Vernunft herrscht. Wir zweifeln nicht daran, daß beide Regierungen über unsere Verhältnisse genau unterrichtet sind und somit wissen, wie meisterhaft unsere Volkswirt- schaft sich den Kriegsbedingungen angepaßt hat, wie echt das Ergebnis der Zeichnungen auf unsere An leihen ist. wie unmöglich es ist, uns aus zu Hunger n. Wenn aber dies alles so liegt, und wenn jeder Versuch, uns aus Frankreich und Belgien hinaus zudrängen, mit ungeheuren Verlusten zusam menbricht, was können die Feinde dann noch erwarten? In Wirklichkeit haben sie bis dahin eine Wendung auch gar nicht auf dem westlichen Kriegs fchauplatz, sondern auf denen des Ostens, von Memel bis hinunter nach den Dardanellen, erwartet. Die Zeit scheint gekommen, wo sie wahrnehmen müssen, daß die Rechnung ebenfalls falsch war. Die russischen Heere werden ganz ge Witz nichts ausrichten, und sie werden sich an den Kar pathen verbluten. Wiederum kann man sagen: wenn es möglich wäre, nach Ungarn durchzustoßen, dann wäre das Unternehmen auch schon gelungen. Tenn mit größerer als der bisherigen Wucht und mit größeren Massen kann der Angriff nicht mehr er folgen. Was aber die Dardanellen betrifft, so darf schon heute festgestellt werden, daß das Unter nehmen völlig mißglückt ist. Engländer und Franzosen haben sich eine schwere Niederlage geholt, nicht bloß eine militärische, sondern eine diplomatische. Sie haben alle neutralen Staaten am Mittelmeer kopfscheu gemacht, ihre hastigen Werbungen blieben nicht bloß ohne unmittel bare Wirkung, sondern offenbar verstärkten sie den Entschluß der mißtrauisch gewordenen Regierun gen zur Neutralität. In den Staatskanzleien wird man noch besser als sonstwo wissen, daß namentlich Italien und Rumänien heute weiter als zu vor von der Neigung ab gerückt sind, eine Drei Verbandspolitik mitzumachen, deren nervöse Unklug heit allerdings gerade diese beiden Staaten stutzig machen mußte. Die Italiener verbergen hinter der Leidenschaftlichkeit ihres Wesens kälteste Besonnenheit. Sie wissen gut zu rechnen und sie überlegen sich, was
ein Heraustreten aus der Neutralität für ihr ^wirtschaftlich nicht gerade gut ausgerüstetes Land bedeuten müßte. Darüber ließe sich viel sagen, «über es ist mch nötig. Einzelheiten anzuführen; die Sachlage bietet sich mit überzeugender Deutlichkeit bar. Wir sind uns bei sorgfältigster S e l b st P r u f u n g bewußt, das entworfene Bild mit jeder nur nwguchw Objektivität und ohne den durchkreuzenden Wunsch, die Dinge zu unserem Besten zu wenden, gezeichnet zu haben. Wir können mit aller Ruhe und Ge- lassenheit abwarten. wie es weiter werden soll und werden wird. Wir müssen den Beurteilern recht geben, die immer schon gesagt haben, daß gerade eml a n ge r Krieg für uns vorteilhaft sein wird. Wir können den Zeitpunkt nicht bestimmen, zu welchem unsere Feinde genug haben werden, aber die unerschütterliche Sicherheit haben wir, daß dieser Zeitpunkt k o m- m e n wird. Ist das alles für uns Deutsche nicht neu so ist es doch neu und wichtig, daß gleiche Urteile jetzt auch im neutralen Auslande gefällt werden. Die Feinde sagen es noch nicht, daß sie ebenso denken, aber der Tag wird erscheinen, an dem sie es mit Zähneknirschen werden sagen müssen.
vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.
Ein französischer General über die Lage zwischen Maas und Mosel.
Paris, 9. April. lK. V.-.Z.) In einer Besprechung der Kriegslage von Pont-ä-Moussou bis St. Mihiel schreibt General Berthaut in dem Matte „Telöarame" von Boulogne: „Wir müssen die besten verfügbaren Kräfte einsetzen, um uns von dem Dorn zu besteien, der sich hier in unsere Stellung rinbohrt. Es ist zweifellos ein gefährlicher Abschnitt, denn die deutsche Front droht hier mit einer Umfassung unserer Streitkräfte. Mit der Besetzung des 150 Einwohner zählenden Fleckens Regneville ist noch nichts geschehen. Wir müssen bei Combres, Woinville Und Essay durchstoßen, um die Offensive in Richtung Metz einzuleiten. Ob diese gewaltige Unternehmung glücken wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Den Anfang mutz man eben machen, sonst kommt uns der Feind mit einer Attacke zuvor, die unsere Flügel in eine prekäre Lage bringen könnte."
Die englischen Verluste bei Neuve ThapeUe.
Haag, 9. April. Der „Times" zufolge nahmen an den Kämpfen um St. Eloi und Neuve Chapelle, abgesehen von den Reserven, 23 Regt m e n t e r teil, nämlich das Northhampton- Regiment, die Scott-Guarde, das Worcester-Regiment, Royal Warwick, Dork'hire, Westyorkshire, Middlesex, Vorder, Bedford, Scotts Füsiliers, Skerwood, Suffolk, Leicester, Irish, Rifles, Highland, Stafford, Stafford Kings, Kings Royal, Manchester, Liverpool. Blackwatch, Grenadier Guarüe. Die „Times" veröffentlichten eine neue Verlustliste über 1800 Mann dieser Regimenter in den obigen Kämpfen zwischen dem 10. und 15. März. Damit steigen die amtlich zugegebenen Verluste auf über 11000.
Ein bekannter französischer Major gefallen.
IV. T.-B. Paris, 9. April. (Nichtamtlich) Das „Petit Journal" meldet: Major Mareonnct, der bei der Besichtigung eines Schützengrabens am 27. November verwundet worden war, ist seinen Verletzungen erlegen. Mareonnct hatte sich als Adjutant des Leiters des F l u g z e u g w e s e n s, des Generals Roques, um die Organisierung des französischen Flugwesens verdient gemacht.
was das „neutrale" Kmerika liefert.
Der „Rotterdamsche Courant" schreibt: Die Armeen der Verbündeten, mit amerikanischem Fleische genährt und hinter amerikanischem Stachel draht verschanzt, beschießen die Deutschen mit amerikanischen Granaten, sagte kürzlich ein Amerikaner, und jedermann weiß, daß er damit noch lange nicht alles gesagt hat. . Jetzt kommt Amerika mit einer G r a o e m a s ch i n e, die in der Stunde etwa 75 Meter Laufgräben anlegt. Man nimmt an. daß die Maschine für die Schanzarbeiten etwa die gleiche Bedeutung hat wie das Maschinengewehr für dre Schützenlinie.
Die Liller über das Verhalten der Deutschen.
1099 Frauen und Kinder abgeschoben.
Berlin, 10. April. (Ktr. Bln.) Aus Boulogne meldet der „Voss. Ztg." zufolge „Daily Telegraph", daß am Montag plötzlich 1009 Französinnen und Kinder in La Bassee erschienen und den Engländern mitteilten, sie hätten Erlaubnis erhalten, ohne ihre Männer Lille zu verlassen. Als Grund für diese Maßnahme sei der Wunsch der Deutschen an- aeaeben worden, in Lille die Zahl der Lsute zu verringern, die ernährt werden müssen. Die Frauen und Kinder strotzten vor Gesundheit. Sie hatten keinerlei Klagen vorznbringen. Sie sagten, daß die Lebensmittel in Lille reichlich vorhanden seien. Die Behandlung sei gut gewesen. Die Erzählungen vcm Grausamkeiten der Deutschen gegen Frauen und Kinder seien völlig haltlos.
Die „Gazette des Krdennes".
Die französische Presse in den von unseren Truppen be setzten Teilen des nördlichen Frankreich wird durch die
„Gazette des Ardennes" verkörpert. In der französischen Be. völkerung, welche völlig a b g e s ch l ° s 1 e u war von den Ereignissen in der Welt, trat bald nach der Besetzung Nord- frankreichs der lebhafte Wunsch nach dem Bezüge von Zew Lungen hervor. Es war ausgeschlossen, dre gehässige lügenhafte französische Presse znzulassen. Seit dem 1. November 1914 wurde deshalb eine besondere französisch geschme- bene Zeitung für das besetzte Frankreich geichaffen.
„Gazette des Ardennes" erschien zunächst einmal m oer Woche in einer Auflage von 4000. Die Aufgabe, dre sie sch stellte, war. der französischen Bevölkerung ein umfassendes Bild der kriegerischen und politischen Vorgänge zu geben, sich frei von jeder Gehässigkeit rem sachlich zu halten., und indem auch die a m t l i ch e n C o m m u n q u e s er französischen Regierung in die Zeitung ausgenommen wurden, die Bevölkerung in den Stand zu setzen, selbst z
urteilen, ob diese oder die deutschen Darstellungen über die Vorgänge auf dem westlichen Kriegsschauplatz zutreffend sind. Auch die verleumderischen Veröffentlichungen der französischen Presse über angebliche Grausamkeiten der deutschen Eroberer und alles, was bfe feindliche Presse an besonders Lügenhaftem sich ^leistete, bildete Gegenstand der Veröffentlichung, ^n wie hohem Matze die Zeitung dem Bedürfnis der Bevölkerung entsprach, geht daraus hervor, daß die dritte Nummer bereits tn einer Auflage von 17 000, die zehnte Nummer in einer Auslage von 25 000 Stück erscheinen mußte. Seit Anfang 191c> er,meint die Zeitung wöchentlich zweimal, sie hat jetzt eine Gesamtauflage von 39 000 erreicht. Außerdem veranstaltete dre Zeitung Sonderausgaben zum Weihnachts- und Osterfeste und über die Winterschlacht m der Champagne, und in zwet illustrierten Ausgaben berichtete sie aus deutschen Gefangenenlagern. Der Verkaufspreis von 5 Centimes deckt die Kosten für die Herstellung der Zeitung und wirft einen kleinen Verdienst für die Verkäufer ab. Am 1. April hat die „Gazette des Ardennes" mit der Veröffentlichung der Namen der in deutschen Gefangenenlagern uutergebrachten 250 000 Kriegsgefangenen und der von deutschen- Truppen bestatteten gefallenen Franzosen begonnen. Der Umfang und die Auflage der Zeitung ist dadurch wesent- lich erweitert worden. Auch hiermit wird die „Gazette des Ardennes" wieder ihrer Absicht dienen, die von der französischen Regierung dem Volke vor enthaltene Wahr- heit zu verbreiten und zugleich der Bevölkerung des besetz- ten Gebietes gegenüber menschlich zu handeln.
Die Verstärkung der Leistungsfähigkeit der Häfen Das deutsche Beispiel!
W T.-B. Paris, 9. April. (Nichtamtlich) Der „Temps" meidet' aus Marseille: Minister S e m b a t und eine ?lbvrd- nung des Kammerausschusses für öffentliche Arbeiten sind nr M a r s e i l l e eingetroffen und haben mit der Prüfung von Maßnahmen begonnen, die geeignet sind, die reit des H a f e n s von Marseille auf das höchste Maß zu steigern. Scmbat erklärte in einer Ansprache, daß d,e polltischen Kämpfe, welche nach denr Kriege sicher wieder auflwen werden, die Volksvertreter nicht hindern würden, an dem wirtschaftlichen Aufschwung Frankreichs tätigen Anteil zu^h- men Eine der wichtigsten Aufgaben sei, den Wert der Hafen auszunutzen. In dieser Beziehung k ö n n e m a n v i e l v o m Feinde lernen, welcher durch planmäßige Arbeit und Energie seinen Küsten die h ö ch st e N u tz u n gabzu- aewinnen gewußt haoe. Die nationale Tätigkeit rfrankreiö^ müsse sich die Methode wirksamer und praktischer Organisation zu eigen machen. __
Der Unlerseeboolskrieg.
(Ein «ohlenschiff versenkt.
w T-B. London, 10. April. (Nichtamtlich.) Ein deutsches Unterseeboot versenkte den portugiesischen Sesler „Douro", der von C-rdisf «nt Kohlen nach Op-rt» bestimmt war. Die Mannschaft wurde gerettet und traf m Swansea ein.
Die Bewaffnung der englischen Handelsschiffe.
Br. Stockholm, 10. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Alm- Aus Montreal wird dem „Daily Chronicle" gemeldet: Alle englischen Schisse, die in den letzten Tagen von Montreal nach Europa abgingcu, sind mitMaschinrnge- wehren auf Deck ausgerüstet.
Einem Tauchboote entronnen.
W- T.-B- London, 10. April. (Reuter.) Der Kapitän des Dampfers ..Tiszeus", der in Liverpool anlref, berichtet, daß er am 29. März von einem Tauchboot angegriffen wurde. Als der „Tiszeus" ungefähr 40 Meilen südwestlich des Leuchtturms von Bishopkock war, kam auf drei Meilen Entfernung ein Tauchboot in Sicht. Der KfWltan gab Volldampf, aber das Tauchboot holte das Schiff allmahn lich ein und gab Zeichen, daß der Dampfer halten sollte^ Dev „Tiszeus" beachtete den Befehl nicht, worauf das Signal kam, beizudrehen, widrigenfalls das Feuer eröffnet wurde. Da der „Tiszeus" nicht beidrehte, feuerte das Unterseeboot aus Schnellfeuerkanonen und Maschinenge. wehren und versuchte, querab vom Dampfer zu kommen, offenbar, um ein Torpedo abzuschießen. Der Dampfer änderte fortwährend den Kurs und steuerte nach der Küste. Das Tauchboot" gab nach einiger Zeit die Verfolgung auf. Der Dampfer erreichte den Hafen mit beträchtlichen Beschädigungen. (Englische Kapitäne schildern bekanntlich gerne in märchenhafter Weise ihre Erlebnisse, und
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