«H. Jahrgang.
«...cheint in zwei Ausgaben. — B°z»gs-PrriS: durch den Vertag »« Psy. «'"üblich, durch dre
Verlag: Langgasse 27.
durcy oen Aercng - vm- : is.1
Post L Bkk. ««» Pfg. »nerteliahrllch für beide Ausgaben zusnmmen.
Absnuenten.
für Auswärts 7b Pfg.
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St«. 148.
Fernsprecher St». 52.
DonnerstaK, den 29. März.
Fernsprecher No 58
1900.
§2*
Der Krieg in Südafrika.
Zwei Burcn-Slmazoncn.
Die beifolgende, nach einer Original-Photographie gemachte Zeichnung zeigt zwei Bnrenmädchen, welche den SasiSen bisher rgcn Krieg in Natal initgemacht haben und entschlossen ftnd.. die Waffen nicht früher ans der Hand zu legen, bis Friede geschlossrn wir..
Wir führen die tapferen Mädchen — --
unseren Lesern in beistehendcm Bild vor, da sie durch ihr Beispiel viele ihrer Geschlechtsgenossiunen zur Nachahmung veranlaßt haben und gerade fetzt, wo ein 2000 Köpfe rählendes Amazonencorps in
Freistaatcr welche gekommen waren, um ihre Ehemänner während 5er langen Zit. die wir vor Kimberley „ lagen. zu besuchen. Ein großer ^h-il dieser hiilstosen Geschöpfe mußte dem ab- marscinrenden Heere zu Fuß Nachfolgen, da cs uns an Tagen aä>> sich gebrach Die Losung war, nach Koodosrand am Modd-i- flub ungefähr 30 englische Meile,'! jenseits der englischen dc>>euze, zu ziehen, wo Kommandant Fereira «teUung J™*“ !' •
Wir bezogen dort eine Position an der anderen «eite des FlnßeS. Schon letzt kam es zu Zwistigkeiten zwischen Cron e und den, deutschenArtillerie-Kommandanten Albrecht, welch letzterer die Höhen um Koodoosrand zn besetzen empfahl, wahrend Cron,e die
zählendes Ämazonencorps Transvaal in der Bildung begriffe» ist, ein besonderes Interesse beanspruchen dürften. lieber ihre Persönlichkeiten und ihre krrege- nsche Thätigkeit bemerken wir kurz
^Dn"zwei Mädchen. Wilhelmine
und Christiane van der Klerk. sind -ft ' .° """
Schwestern und Töchter eines vor avei Jahren verstorbene» Farmers gessen Besitzung in der Nähe vor
Lrhh-id lwgt nnd^Zeit^von
oessen noch s-dr rüstigen Wlttwe bewtrthschaftet wird. Beide sind vorzügliche Schützinnen und be
sitzen ausgezeichnete Augen. Dieser Ed ' -
Eigcnschasten wegen wurden sie hauptsächlich zum Vorpost-ndlenst verwendet und sollen hierbei hervorragende Dienste geleistet haben. Sie haben aber auch bei jeder sich darbietende» Gelegenheit an der Seite der Männer mitgekanipst.
fo einmal bei den Gefechten um bl
den Besitz des Spionkop und spater bei Krans Kloof. Jetzt sollen ste sich in den Biggarsbergcn bei Louis Botha befinden, der ein Freund ihres Vaters gewesen ist „und den Töchtern nun seinen väterlichen Schutz angedeihen läßt. Praktisch bekleidet und bewaffnet. theilen ste alle Strapazen und Entbehrungen der Männer und geben allen Burghers ein Beispiel opser-
freudigcn Muthes. Unser Bild stellt sic auf Vorposten dar. das vor-
src auf rvorponcu vu». uu y- liegende Terrain genau besichtigend, uni beim geringsten verdächtigen Zeichen die rückwärtige Bnren- abtheilung zu benachrichtigen.
Kapstadt, 8*März. Ein Be- [ nchterstatter schreibt aus dem
erkannten wir mit Schrecken, daß unser Schicßbedarf fast ganz ans die Neige zu gehen drohte. Große Truppcntheile losten
sich von uns ab und schlugen sich t»i Duutcl der lliacht
's,.lareich durch die englischen Neihen. Wir, drc wir
mit Cronjc und Albrecht blieben, gingen dem schwersten Schicksal entgegen. Die Engländer richteten fortgesetzt ein furchtbares Artilleriefeuer auf uns und schoben ihre Lausgraben jcd Nackt näher heran. Wir konnten es kaum hindern. Was von
unserer Artillerie noch übrig geblieben war, etwa 4 Kruppgeschuye und 2 Maxims war aus Mangel a» Munition zum Schweigen verurthliU; wir selbst, etwa 3 °M waffenfähige Dtänner, hatten uns aleickialls fast ganz verschossen, und was ebenso schlinuu war. der KE°r wllthete in unserein Lager, denn, alle Lebensmittel waren aukaezehrt. Zwölf Tage lang batten wir ansg«,alten unter den unerhörtesten Leide», da ließ sich Cronjc^ endlich erweichen, dem zwecklosen Hinsterbe» ein Ende zu machen. (Franks. Ztg.)
>vb London. 28. März. „Standard" meldet a»S Durban vom 26. d. M.: Der Knstendampser „Matabele von der Nenn »- Linie wurde durch den Kreuzer „Magicienne voir der Delagoabai einaebracht Das Schiff wird beschuldigt, mit Transvaal Kohlcn- »ttckäftc aemacht zn haben. - „Morning Post" meldet über Vaberones vom'l8.^März ans Mafekinll- Die B-sch.-ßu.ig der cnaitfdien Stellung durch den Feind halt^ auch heute noai am Die Buren thun das Aeußerste, um dt- Euigeboreneii zu snlckwicktiaen JnNlasekiug ist Alles wohl. — ..Darin Telegraph miihS'niil f ßabtiimi16 vom 26. ds.: 20,000 Buren bewachen die 9 Bässe der Drakensberge. Es sind Freistaatburc». Es verlauteß die Bure, zog n die schweren Geschütze, vom Biggarsberge zurück " . .. .... IL,. «ihiirin hn finft »I Ste una zu aehen. -
und'haben 7>fcht dir Äbfich^" dÄM'in Stellung zu gehen. - Daily Chronicle" meldet aus Kimberley vom 26. d... Ein
Daun tLurouicte' mewer nuy jiiinucuui * zZ ”
Kommando von 460 Freistaatbureu besetzte die Straße zwischen Kimberleh-Paardeberg. — Dasselbe Blatt meldet aus La d ysmrth vom 26. ds: Die Burensteitmacht befindet sich, Berichten F^lge, bei Nesselsneck, der äußersten Station nördlich von Elaudslaagte - Daily News" melden aus Kapstadt vom 26 ds: Lord No'berts ist im Begriff, hierher zu kommen, um Ge
mahlin zusammenzutrcffen. Gs ist unwahrscheinlich, daß dle V - wärtsbewcgiing vor Ablauf eines Monats beginn . General Clements rückt in vier Kolonne» gegen Bloemsonttm vor.
Doiln Mail" meldet aus Fouresniith vom 27. dk.. Jagerssoutein und Fouresmith wurden von General Clements ohne
Widerstand besetzt. .
Nie Kuren, der deutsche Bruderstanmi in Südafrika, von H (Aß Oberlehrer an der Realschule zu Bielefeld. ^ Fünfte Auf- ^ae Mit 10 Abbildungen. Preis 00 M. (Bielefeld Ernst Swdboff.) Ein Werk echt volkstbumlicher Darstellung, das in knapper fließender Form uns alles Wissenswcrthe über die Buren Südafrikas Geschichte Land, Leute, Sitten und Gebrauche beruhtet. Die nach so kurzer Zeit seit Erscheinen der ersten setzt notywendig ^wordene fiinfte^Auflage (13. bis 1b. Tausend) spncht zurGe-ina- iür die Beliebtheit dieser bei allen ihren Borzngc» billigen «chn.t, dmuni Wischassuiig wir empfehlen-können. .Zur Vertheilung in Schulen und Vereinen re. ist das Merkchen wie geschaffen.
Aus Stadl und Kand.
Wiesbaden. 29. März.
- Geschichtstralr.ider. W März. 1M0: Abreise de? dürsten Bismarck von B-rl'.'nach Fr -dr.chsruh- 1881.
Lureulagcr: „Sowie die Nachricht bekannt wurde, daß unsere Stell ina bei Magcrsfontei» von de» Eualandern umgangen a, kab General 8° den Befehl zum Abbruch des Lagers. Es ^olate zunächst eine Scene milder Verwirrung, was an Wmsen und Vorrätl en nicht ,nitgcnomn,-n werden konnte, wi.rde schleunigst vernichtet Das Wehklagen der Weiber und Kinder machte dre
Sache noch unleidlicher? Leider hatten wir b°" di-s-n -m- z.em- Anzahl im Lagers Niid zwar waren es nicht allein die g flüchteten Familien aus den revoltirenden cnglisäien Gebieten von Griqualand West, sondern auch Familien der Transvaaler ur>d
Gehänge des breiten Flußthales halten wollte. Am Donnerstag, den 15. Februar, waren wir bereits ganz von beifolgenden Eng- ländern cinaeschlossen, aber wir hatten Hoffnung auf Entsatz. C> on>e stand fast beständig mit Konimandant de Wet rn hellographliche> Vei- biiidiiiig; auch von unserer Südarmee schien eine Abthelllliig hcra i- znztthen Aber unsere Hoffnung erwies sich als trügerisch d e Engländer halte» offenbar unsere Eutsatzheere in dre Flucht geschlagen. Die Noth im Lager stieg von Tag zu Tag. Hatten wir
in Ans-ina vermocht, uns des herandnngendeu Fei»des noch «folg- reich zn wehren, ja ih," ganz bedeutende Verl.iste beizubr.ugen. so
Wybrecht Michelst.cht? Nordpottahrcr . Entdecker des Franz
Joseph-Landes (* 8. September 1838 zu Koma). 1850: "Richard
p Kaufmann N Köln. Natiönalokonom, Professor an der technischen Hochschule zu Charlottenburg. 1848: Zerstörung von zwe, erzgeb.
StesrrerÄSÄö
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Friedrich Barbarossa mit dem Kreuzheer betreten .lsien.
» Änrlians-Nrubau. Die zur Vorbereitung der Absteckung
des von der früheren gemischten Kurdaus-Ncubau-Kommnstoii und dem Magistrat vorgeschlagenen Bauplatzes gebildete Konimttsion^
(Nachdruck verboten.)
Vom Theater in Japan.
Man ist im Allgemeinen in Enropa sehr geneigt, auf die Bewohner des 'fernen Ostens mit ziemlich Verachtung herabznblicken. Dem Japaner wird ja jetzt eme höhere Kultur zuerkannt, man meint aber, daß er sie sich Mt u den letzten Jahrzehnten erworben habe, seit er mit den Europäern in Kontakt getreten. In Wahrheit wohnte thm aber schon vor Jahrhunderten eine gewisse Cwillsation lnne, die allerdings häufig theilweise wieder so sehr m den
Schatten trat, daß sie vollständig verloren schien, «o ha sich z. B. das Theater dort in umgekehrter Weise eittwickelt wie bei uns, und nachdem eS zuerst in verfeinerten Bahnen wandelte, nach und nach sich aufs Schreckllchste vergröbert.
Als es nämlich im 17. Jahrhundert nne destnttwe Form gewann, waren es vor Allem die oberen Klaffen, te sich für dasselbe interessirten. Die Autoren sahen sich daher gcnöthigt, ihren Stücken eine »ewisse Eleganz zu verleihen und ste dem gebildeteren Geschmack ihres Publikums anzupassen, wodurch sie nach und nach ein hohes Niveau erreichten. Eine Anordnung, von der man keuierlei Einfluß ans dieselben hätte erwarten sollen, brachte dann eine vollständige Aenderung hervor. Dieser zufolge war es aamlich den Zuschauern untersagt, das Theater ferner mit km Säbel an der Seite zu betreten, wahrscheinlich well sfter blutige Zwistigkeiten entstanden waren. Diesen Beseht betrachtete die Aristokratie als unausführbar für sie; sich der Waffen zu entledigen, galt ihnen als ehrenrührig, und so verzichteten sie lieber auf ihr liebstes Vergnügen.
So wurde denn das Theater eine Zerstreuung für die anteren Klassen, und die dort vorgeführten Stucke mutzten ffch dem Geschmack derselben anvassen. Es wurden ledtgltch
Dramen oder vielmehr, was wir jetzt Melodramen nennen würden, dargestellt, in denen Gift und Dolch Räuber und Mörder eine Nolle spicllen. Und da dies Anklang fand, io suchte ein Autor den anderen immer noch zu übertrumpfen, sodaß schließlich nur die schrecklichsten Scenen zur Vorführung kamen. Und dabei bemühte man sich, möglichst realistisch zu sein. Zuerst wurde das aus den Wunden fließende Blut z B durch Papier oder farbige Wolle versinnbildlicht, spater bediente man sich einer Flüssigkeit die in Paplersackchen eingeschlossen mar. Man zerritz diese und wirkliches Blut
Zugloch bemühten sich die Schauspieler ihren Gesichtern durch Vemaleii ein recht entsetzliches Aussehen zn geben und dazu die gräßlichste» Grimassen zu schneide». Sie nahmen Unterricht in der Kunst der Gliedcrverrenkung und des Boxens, lernten gefährliche Luftspiiinge machen, nur je schaudererregender sie sick geberdeten, desto mehr waren sie
des Beifalls der Menge sicher. ,
Natürlich spielen auch Thiere auf der japanischen Bi.hne eine Rolle. Löwen, Tiger, Bären. Pferde, Fuchse rc sind da zu sehen, aber selbstverständlich tu eurer meist nicht sehr gelungenen Imitation. Der Körper des Th.eres rst m Holz ausgeführt und mit einem Stoff oder Fell vcdeck Jüngere Mitglieder der Truppe kriechen darunter und setzei- ihn in Bewegung. Ebenso erfreut man sich «n der Darstellung phantastischer Wesen, vor Allem an Geistern, ja selbst die zum Himmel fliegende Seele wird veranschaulicht, nämlich in Form — einer Kugel, die sich langsam emporhebt.
§at sich aber das Theater, nachdem es bereits -in ziemlich hohes Niveau erreichte, nach und nach bedeu.end verschlechtert. wenigstens soweit di^ Stücke ,n ^age kommen o ist betreffs der Stellung der Schauspieler das Umgekehrte der Fall. Gleich wie dies auch einst in Europa gewesen,
wilideil dieselben mit großer Verachtung behandeit und rekrutirten sich daher fast ausschließlich ans der, Hefe des Volkes Nach und nach trat aber genau wie bei itu, ent völliger Umschwung in diesen Ansichten ei» und jetzt nehmen die hervorragenderen Darsteller nicht nur eine hocligeackitete Stelliliiq ei», sondern verdienen große Sumnien und erhalten die kostbarsten Geschenke, tont comme cliez norm. Ja, man geht in Japan in der Bervunderung derselbeir o weit, daß der Tod bedeutender Schauspieler als ern nationales
^'^Noch jetzi^ilden'^lbrige'is die Darsteller eine Kaste für sich die sich aus einer Anzahl Familien znsamnienktzt, rn denen die Geheimnisse des Metiers von Vater ans Sohn übergehen. Schauspielerinnen fließt tS Bapan nicht ober doch nur in Ausnahmefüllen, und dann treten sie nur auf speziellen Bühnen ans. Bei den gewöhnlichen Truppen
werden die Frauenrollen von Männern gegeben, und die sch
diesem Fache Widmenden nehmen die erste Slellung unter ihren Kollegen ein. Von Jugend aus werden sie übrigens auf dasselbe vorbereitet, indem man sie rvie Frauen und , er solchen erzieht und sie stets weibliche Kleidung tragen läßt die sie auch später, selbst im Privatlebeii, nicht ablegcn.
d» «->«-">' d-, SchM'M-»
aroßer und die berühmteren erhallen für eine Reihe von Darstellungen, die sich über 2 bis 3 Wochen erstreckt, bis zn 5000 Yen (12,000 Mk. ungefähr). Aber auch die zweiten und dritten Ranges werden, wenn natürlich auch nicht sa
So" darf0 sich^Jap!rii selbst in dieser Beziehung rühmen, den civilisirtesten Nationen nicht nachzustehen. Gleich diesen bringt es den Bühnenkünstlern eine Verehrung, man konnte fast sagen Anbetnng entgegen, die, vielleicht dort wie hier gar Manchen als übertrieben erscheinen durste-
