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«8. Jaliranng.

Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezngs-PrriS: durch den Verlas, S« Pfg. monatlich, durch die Post » Mk. «.«» Pfg. vierteljährlich für beide

Verlag: Langgasse 27.

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MorgeBi^aiggabe»

Iürr öas 2. Hucrrtat 1900

auf das

„Wiesbadener. Tagblatt"

,u abonniren, findet fich Gelegenheit im Verlag kauggaffe 27. bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditione» in dei» Nachbar­orten und fämmtlichen deutschen Reichspostanstalten.

(Nachdruck verboten.)

Ans der Schule der Uahrun-smitte^ Verfälscher.

Von Theodor Hundhausen.

Die Schüler der Schule der Nahrungsinitielversälscher sind von iltersber weit verbreitet. Wir finden ste heute unter den als bieder «lteilden Deutschen, den schachernden Engländern, den smarten Amerikanern, den geschäftigen Söhnen ChmaS, und wo wir sonst änschancn. Nichts ist für, sie zu unbedeutend, um nicht auf seinen We^> als Surrogat für irgend Etwas geprüft zu werden. Wie sti'd eifrige Chemiker niid Kudiren die Farbe, den Geschmack und «knith der verschiedensten Stoffe, um zu erfahren, ob man damit nicht irgend Etwas mischen könne. Ihr Gewissen ist ^bisweilen ?echt weit, und fie find dann zufrieden, wenn die Mischung dem Auge oder dem Geschmack genügt; ob sie ihren Mitmen chcn mträglich ist oder nicht, oder gar schädlich wirkt, das macht ihnen wenig Sorge. Mau hat gegen sie allerlei ernste und früher auch drastische Strafen angewandt, ja, die Sage labt sie nach dem Tode rur Strafe ihre gemischten Nahrungsmittel selbst verzehren, aber ^ie lassen nicht vom Mischen, Strecken, Verlängern, Versüßen und Beschweren, oder wie sie sonst ihreThätigkeit wohlklingend nennen. Dabei entwickeln sie eine Gewandtheit, die oft ans Wunderbare arenzt In ihrer Hand wird Holzstaub zu Zmimt., Kohle zu Messer oder Cichorie. und der Schwerspath wartet neugierig, ob er fich in Paprika oder in Safran verivaudeln wird oder gar als

.«”'9'» i».™ »»* *««« and Arbeitsanweisungen blättern, wie sie durch die Untersuchungen der Laboratorien der GesundheitSainter bekannt geworden find Er­schöpfend kann diese Durchsicht nicht werden, dem,l die Amve sunaen der Nahrungsmittelvcrfälscher find fast unerschöpflich, und ihr Er- siildungsqcist ersinnt immer neue Nilschnngen und HulfSmittel.

Der Wein wird gern mit Wasser oder Sprit „verlängert , und wenn er dabei zii blaß oder matt werden sollte. Mit Glycerm, Saccharin und fremden Farbstoffen wieder gekraftigt. Eine Essenz verleiht ihm das gewünschte Aroma, und er ist reis, des Menschen Serz zu erfreuen. Branntwein wird nicht „verlängert , sondern mit Wasser stark „gestreckt", wenn man es nicht verzieht, einem werthlosen Kunstprodnkt das Exterieur eines guten Kornbrannt­weins zu geben. Mau hat dabei den Vorthcil, je nach Wunsch - 5 “ .Denaturirten Spiritus ver-

Karamel'inden'feinsten'Weim'sstg'ümgefärbt. Die Milch muß es sich acfallcn lassen, abgerahmt und verwassertM werden; wird fie daber gar z» dürftig, so hilft man ihr mit Saccharin oder etwas

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Butter vielfach gefälscht wird, ist nur zu bekannt, hat man doch schon vorgeschlagen, um die Fälschung zu erkennen, Margarine himmelblau und rosenroth zu färben und damit die sehr nnnlicye Margarine dauernd als Fälicherin z>t brandmarken. Bemer'kens-

wertl, ist cs, daß in Oesterreich vor Allem die im Hausirhandel vertriebene „Bauernbutter" nicht selten so viel Margarine enthalt, dast sie mit der wirklichen Butter nur den Namen gemeinsam hat. Schweinefett vermehrt man mit Rindertalg oder Eottonol, Schweineschmalz auch noch mit anderen billigen Pflanzenölen.

Olivenöl macht man durch Beimengung des billigeren Sesamoles, und Sesamöl durch Zusatz des noch billigeren BaumwollsamenoleS ergiebiger. Fenchclol liebt mau mit Leim zu beschweren, der übrigens auch ein beliebtes Bcimischniittel zu Honig ist. Zur Dar- tellunq eines CentnerS guten TyraneS wird die Mengung von 45 Ke billigein Mineralöl und 5 Kg Thron sehr empfohlen.

Den Farbensinn der Mitmenschen berücksichtigen die Falscher, wenn sie die Farbe der konservirten grünen Erbse» und Bohnen mit Kupfersalze» schöii grün oder nianche Wurstwaarcn künstlich schön fleischroth färben. Die knpfergrn» gefärbten Konserven find zwar der (Sesnndheit schädlich, aber doch wohl kaum schädlicher als die Zuckersacheii, die man mit Arsen-, Zinn-, Zink- und Kupfer- salzen hübsch bunt_ gefärbt hat Rauchfleisch und angeblict ge- räucherte Schweinerippchen erwiesen srch als mit Safran gefärbt. Andere Würste waren mit Borsäure haltbar geniacht oder bargen als Füllung große Mengen Stärkeniehl.

Von überraschender Fülle sind die Stoffe zum Vermengeil »nt gepulverten Gewürzen, und zwar geschieht diese Fälschung meist chon im Großen. So wird Zimmetpulver vermischt mtt Holzslaub oder Holzpulver, mit Sand bis zum „Knirschen -/">t StarkemM, gemahlenen Nußschalen, Cacaoschalen. Hak uußichalcu Olw n- kerneil. Oelpalmkerucn. Reistleie, gerosteter Weizeukleie, Hwsekteie. Mandclkernpulver, zerstoßenem Ocker und Bolus Bei Biindel- zinimet steckt man in das Innere der Bündel wohl Holzstuckchen oder füllt Erde hinein, damit das Gewicht des Bündels wachst. Paprika mischt man mit Schwerspath und färbt die Mischung mit Ponceaulack schön feurig. Schwerspath eignet sich aber auch ge- mahlen und angefeuchtet als Beigabe zum safran. Lxntxi „brauch- baren" Safran erhält man aiißerLem, wenn man Sand, gemahlenes rothes Santelholz, Saflorblüthen und cineu rothlich-gelben^heer- farbstoff in de» richtigen Mengen inmg mengt «afran selbst ist dabei Nebensache. Der Pfeffer, wird durch Zu­satz von gemahlencn Olivcnkernen, Pkesferfruchtsa,ale>i, Nuß­schalen. Kohlen. Erde, Sand, Palmkermnchl. Maismehl S«ae- spahnen, Weizenkleie. Hirscspclze. Maisjchrot, Rapskuchen, Paprika. Wicken oder Knöterich verfälscht. Ein Rezept zur Vereiwng von gemahlenem Pfeffer lautet: 9 kg Palmkerne, 6 kg Eichelschalen und Mohnkuchen, 5 Kg reinen Ptcffer, 900 g ©fiele, 8 g Cayenne- hfeffct und 350 g schwarze Farbe mahlen und milchen. Ern anderes empfiehlt 700 g reinen Pfeffer mit 1000 g Surrogat. 100 g Stielen und 7 g Cayennepfeffer zusammen zu mahlen. Piment fälscht man mit Cakaoschalen oder mengt ern Drittel ertrahnte Wachholderbeeren zu und bringt cs dennoch als reines Piment in den Handel. Sehr gutes MaciS erhalt man nach der Regel der Nahrungsmittelverfätschung durch Milchen von e0 g MaciS mit 300 1 Panirmchl, 100 g Nußmehl, 70g Bombah-Macis

U,lb Nicht Msser geht es den Genußmitteln Thce, Kaffee und Cacao. Den Thee vermengen schon die Chinesen an der quelle mst etwas ungelöschtem Kalk und parsümiren ihn durch Beigabe verschiedener duftender Kräuter und Gräser. Geringeren Thce,orten packt man wohl die schon zum Aufguß benutzten und wieder getrockneten Theeblätter bei. In ähnlicher Weise verfahrt man bisweilen auch mit dem gemahlenen Kaffee, den man mit Kaffeesatz fälscht doch kann man statt des Kaffeesatzes mit, gutem Erfolg auch Cichorie nehmen, die sich dann ihrerseits wieder mit seiner Braunkohle nü che» läßt. Die Kaffeebohnen sind ein beliebtes Farbeobiekt für die Verfälschertechnik. Glücklicher Weise haben sich die künstlichen Kaffeebohnen, die ein gänzlich wcrthloses Machwerk sind, bei uns nicht einbiirgern dürfe». Cacao läßt sich mit Pottasche uild pulveri- sirteu Cacaoschalen, Chokolade dagegen mit Mehlsorten, Ocker und fremden Fetten, wie Margarine oder CocoSfctt, im ©mn der Ver­fälscher, zu einer schönen Vcrkausswaare niachcn. Cichorien, Weiii- traubenreste, Holzstückchcn und Sand findet man als Surrogate dem Feiqcnkasfee beigemcngt, wahrend die Milben, die auch lchon darin angetroffen wurden, anscheinend durch Nacglassigkcit hinein st sind

mittel für die Nahrungsmittelverfälschcr. So machen _ i. /ST.,Iinh ptMhK VStm!

Stärkesirup, Saccharin, rotber Theerfarbe und etwas Hunbeerzusatz Ansicht eine vortreffliche Himbccriunimeladc. Wenn sie

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nach ihrer re»,nur um; .. ..:■ nr

ferner 10 kg Apfelgclec mit 40 kg Stärkesirup mengen und die Mischung mit einem rothen Thccrfarbstoffc fruchtsaftahnlich färben, o erhalten sie einen Centner Apfelgelee, das sie als Prliua-Waare

vc'.tlwfem ^ „„vollständige Auslese enthält noch nicht

einmal die Fälle, wo »imderwcrthigc oder verdorbene Nahrungs­mittel als gut verkauft werden, und doch zeigt sie. wie nothwendig eine rege Nahruugsmittelpolizei ist. Diese hat ihre Thatigteit auch über die Grenze der eigeutlichen Nahrungsmlttet aus»udehnen. So wurden, um nur Eins auzuführen, in den letzte» Wechnachtstagen in Berlin von einer Firma Wachsstöcke und Wachsiulitc verkauft, die außen mit Zinnober, also mit Quecksilbersulsit, roth gefärbt waren, und zwar bestand 0,8 pCt. der ganzen Kerzentubstanz ern- schließlich des Dochtes aus Quecksilber. Der Weihuachtsbau», an dem diese Lichter braiuitc», mußte not!,wendiger Weise gistlge Quccksilberdämpfe im Zimmer verbreiten.

gclaiigt

Do

^aß'män dem Weizen- und Roggenmehl bisweilen Gcrsten- und Maismehl beigesellt findet, durfte so bekannt sein, wie die Thatsache. daß manches Griesköriichen von der Erbse stammt. Wcniaer bekannt ist cs, daß man Eicrtelgwaaren ohne Eier dar­stellt? Der Kunstgriff beruht darin, daß man den Terg mit einem

Ueberhaupt'sichd ^die Thcerfarbstoffe eine Art von lluiversal-

Aus hliidi nnv Kttnd.

Wiesbaden. 28. März.

- Gestliichtvlrnirnder. 28. März. 1892: f Konst,

v. AlvcnAcben. hervorragender preußischer General (* 26. August 1809 zu Eichenbarleben). 1891: P Friedr. stolze zu Frank­furt a M., bekannter Dialektdichter (* 21. November 1816). 18/1: Eröffnung der Friedenskonferenz zu Brüssel. 1849: Wahl Frredr. Wilhelms IV. zum erblichen Kaiser von Deutschland. 1837.

* Heinr. Ainmiiler zu München, hervorragender Glasmaler

(f 7. Oktober 1892 zu Salzburg). 1795: Einverleibung Kurlands in Rußland. 1759: Stistuua der kgl. bahr. Akademie der Wissen­schaft zii München. 1741: * Job. Andre, der Gründer des be­kannten Mnsikvcrlages zu Offenbach (ff 18. Juni 17 u 9 ) t522:

* Albrecht Alcibiades, Markgraf von Brand, nburg zu Ansbach (ff 8. Januar 1557 zu Pforzheiin). 1483: * Raffael Santr, be­rühmter italienischer Maler (ch 6. April 1520).

- Königliche Schauspirlc. Am Donnerstag^ den W d. M..

wird sich die hochgeachtete Kainmerianacrin Frau Lill, Lehmann für diese Saison von dem hiesigen Thcaterpublikum verabschieden, und zwar hat die Königl. Intendantur zum letzten Auftreten der gefeierten Künstlerin die „Huaenolte»" „» Spu-lplan vorgesehen in welchen Frau Lilli Lehniann die „Valentine zum ersten Mal ier spielen wird. Die Vorstellung findet mt Abonnement D statt und beginnt um 6'/- Uhr. „ ,

— Urne AnvgabesteUen des „Wiesbadener Tagblatt be­finden sich von heute an Feldstraße 19 bei Herrn Kaufmann Jacob Forst und Seerobenstraßc 16 bei Herrn Kaufmann W. Klingelhöfer. Bestellungen für das jetzt beginnende 2 Vierteljahr können sofort daselbst gemacht werden.

- L-ivmarch-Uartrag. Der Vortrag des Herrn Archivar v>-. Sch aus in, „Verein für nasfauifche Alterthumskunde und Geschichtsforschung" über Bismarcks Beziehungen zu Na sau findet am nächsten Samstag, den 31. Marz, Abends 6 Uhr, tut Muscunis- faalc (Wilkclmstraße 20) statt. Gaste sind willkommen.

- Dauer und Käste der Unkerstüstungi der^Mit­glieder der Krausteuverstchrrung. lieber die Hohe der von den Krankenkasseu erhobenen Beiträge, sowie über die Hohe und den Umfang ihrer Leistungen hatte in früheren Jahren erne statistische Feststellung nur insofern stcittgefunden, als die Zahl der Kassen in jeder der verschiedenen Stufen des Beitiags und der Mindest- und Mehrleistung ermittelt wurde. Im 1. Vlertelfahrs- beft der Statistik des Deutschen Reichs für 1900 ist min zum ersten Mal, und zwar für das Jahr 1897, festgeftellt wo>chen, wie stark der Mitgliederbestand an den verfchledeuen Sätzen der Belträae und der statutarlschen Kassengegenlelsturlsieu betheillat war. Hinsichtlich der Unterstiitzungsdauer ergiebt, sich, daß von 8M000 Versicherten nahezu 5 Milllvuen einen statuten- mW? Anspruch auf 13 Wochen, über 2 Millionen einen solchen auf 13 bis 26 Wochen und rund 1.3 Millionen einen darüber noch hinausgebenden batten. Die genaue Berechnung des

(Nachdruck verboten.)

Neue Sonnen.

In der zweiten Hälfte des Leiizmonats befindet sich Abends 10 Uhr am nordnordöstticheli Himmel ein Stern, der an Licht­stärke nur dem Sirius uachsteht. Jene Sonue ist Wega, ein Stern erster Größe im Bilde der Leier. Gegen Ende des Monats hur, wo die Abende des Mondscheins entbehren, tritt der im bläulich- weißen oder saphirfarbigen Lichte fniikelnde Weltkörper scharf hervor. Seine Beobachtung empfiehlt sich ganz besonders mn Mitternacht, wo er uns scheinbar näher gerückt ist. Für den Breitegrad von Wiesbaden ist die Wega noch Cirkumpolarstern; sie geht also nie unter. Die Ent­fernung von der Erde ist eine bedeutende. Hat doch der von ihr ausgehende Lichtstrahl 16 Jahre Zeit nöthig, um zu uns zu ge- langen. Verhältnißmäßig aber ist der Abstand von der Erde kein allzu großer. Denn in der Milchstraße giebt es Sonnen, deren Licht zur Zurücklegung des Weges bis zur Erde 5000 Jahre Zeit nöthig hat. Das haben die Astronomen ausgerechnet. Sollte das Ergebniß ihrer mühevollen Berechnungen ein zu hohes sein, sodaß der Lichtstrahl jener Sterne der Milchstraße ein paar Hundert Millionen von Jahren weniger Zeit brauchte, um den Weg bis zur Erde zurückzulegen, so macht da? nicht viel aus; der Abstand zwischen den Milchstraßen-Sonnen und der Erde bleibt nichtsdesto­weniger ein ungeheurer.

Wer ein auch nur mäßiges Fernrohr besitzt oder über ein solches hei Gelegenheit verfügen kann, der richte es einmal auf eine Stelle des Himmels, die ein wenig links von der Wega gelegen ist. Da erscheint nämlich ein ganz eigenartiges Gebilde, ein Nebel oder ein Nebelfleck oder eine Ncbelwolke. Wir kennen bereits zwei Nebel, die wir schon mit unbewaffneten Augen sehen. Der eine befindet stch im Bilde des Orion, der andere in dem der Andromeda. Der W Jahre 1773 entdeckte Nebel in der Leier, von dem wir hier reden.

ist ein Ringnebel. Er zeigt sich als eine weniger helle Scheibe, die von einem lichten Ring limgeben ist. Dieser erweiteit sich nach rechts hin zu einem abgestumpften Kegel; ganz besonders hell erscheint er unten und oben. Im Ringe selbst befinden sich vier Sternchen; fast in der Mitte zeigt fick in neuerer Zeit ein im blasse» Lichte schimmerndes Sternchen. Die Helligkeit des ganzen Ringes ist nicht gleich stark vertheilt; oben und unten ist sie eine lichtere. Die hellen Ränder des unteren Thciles schließen einen dunkleren Streifen ein. Die Form des ganzen Nebels ähnelt weniger einem Kreise, als vielmehr einer Ellipse, die sich rechts erweitert und flach znspitzt. Die Himmelsphotographie, die den Nebel auf der Platte wiedergiebt, zeigt im Ringe viele Lichtknoten, von denen der eine größer und Heller ist als der andere. Die meisten der letzteren haben eine elliptische Gestatt, die übrigen eine kreisrunde. Dabei find sie nicht in gleichen Abständen voneinander

entfernt. . ^ „

Ueberaus viele Nebel können am Himmel bemerkt werden. An einzelnen Stellen treten fie scheinbar dicht aneinander, so am süd­lichen Himmel, wo in der sog. Magclhaenswolke allein 323 Nebel zu sehen sind. Die physische Beschaffenheit der Nebelgebilde hat der forschende Geist des Menschen ergründet. Das Spektrum zeigt nämlich drei oder vier einzelne farbige Linien, die durch dunkle breitere Streifen scharf voneinander geschieden sind und auf das Vorhandensein eines Gasgemenges schließen lassen. In diesem sind u A Wasserstoff und Stickstoff reich vertreten.

Die wunderbaren Gebilde der Nebel stellen nichts anders dar, als Weltenbildniigen in ihrem Anfang und in ihrer Weiter- cntwickelung. Wirre, gestaltlose (chaotische) Dunst- und Massen- theilchen beginnen eine gewisse Ordnung anziinehmcn; sie ver­einigen und verdichten und ballen sich, wie es vor vielen Millionen von Jahren bei unserem eigenen Planetensystem der Fall ^ war, das sich durch allmähliche Verdichtung eines um seine Achse sich drehenden Dunst- und GasballeS zu einzelnen Weltkorpcrn auS-

gebildet hat. Mancher der am Himmel befindlichen Nebel ieht noch in den ersten Anfängen seiner Entwickelung. So der Oriomiebel. Dennoch tritt auch bei ihm schon ein Ver­dichten nach einer bestimmten Stelle hin zu Tage. Es ist das Bestreben wahrnehmbar, eine gestaltlose Masse in eine gewisse Form zu bringen. Bei anderen Nebeln, wie beim sogenannten Krcbsnebel, bemerkt man, wie die einzelnen Ausläufer nach einem einzigen Punkt hinstcuern und sich in diesem zn vereinigen suchen. Je mehr sich nun die Ausläufer umbiegen und sich um den Ken, des Nebels schwingen, desto mehr nimmt letzterer die Gestalt eines Spiralnebels an. in dem der Werde- vorgang der Weltkörper der Vollendung immer näher kommt. Einen solchen Nebel findet man im Bilde der Jagdhunde. In unserem Nebel der Leier gewahren wir schon eine ganze Reihe von Windungen mit gemeiiisamem Mittelpunkt. Die Windungen erscheinen uns als Ring. Diese Gestaltung beweist, daß wir einen in drehender Bewegung begriffenen Nebel vor un» haben. Für ihn ist die Zeit nahe herbeigekommen, wo eme Abküblung, ein Erkalten erfolgt. Ans den in dem Ringe befindlichen vielen Lichtknotcn gehen schließlich neue Somien hervor, die eine besondere Fixsternwelt für sich bilden, wie unser Milchstraßengebäude und wahrscheinlich auch die Plejaden oder das Siebengestirn Weltensysteme für sich sind. Der Nebel in der Andromeda ist in seiner Entwicklung schon weiter vor­geschritten als der unserige und löst fich bereits in einen Stern­haufen auf. ^ „

Die schöpferische Thätigkeit des allmächtigen Baumeisters aller

Welten offenbart sich uns fort und fort wie ans Erden so am Himmel. In grenzenlosen Fernen werden neue Sonnen ins Dasein gerufen und neue Sterne schmücken das Firmament. Des Menschen Geist aber durchdringt die Geheimnisse der Natur und ergründet . sie. Er erforscht Alles, sowohl die Tiefen der Gottheit, als aucb die i Tiefen des Weltall». Dr - ^