*9. Jahrgang.
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Verlag: Langgasse 27.
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Verlag des „Wiesbadener Tagölatt".
Ans Kindt und Kand.
Wiesbaden, 24. März.
Wiesbadener Festspiele.
Für die auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Mnigs vom 16-23. Mai d. Js. in dem König!. Theater in Wiesbaden stattfindendcn Festspiele hat die Königl. Intendantur, um bei dem erfahrungSmätzig sehr starken Andrange dem Publikum möglichst entgegenzukonemen, efaie Reihe von Bestimmungen erlassen, die für weitere Kreise von Interesse sein dürften. Der Vorverkauf der Billets ist mit Rücksicht auf die Bequemlichkeit des auswärtigen und internationalen Publikums einheitlich dem Universal-Reisebürcau Schottenfels u. Co., Wiesbaden, übertragen; dorthin find alle Vorbestellungen zu richten. Letztere nmffen in deutlicher Schrift den Namen de« Werkes und da« Datum der betreffenden Vorstellung enthalten. In erster Linie werden nach Möglichkeit Bestellungen auf alle 8 oder auf mindestens 4 Vorstellungen berücksichtigt, in zweiter Linie die übrigen. Die Bestellung erfolgt mittels frankirter Postkarten, welche auf der Bordersettc die Adresse des Bestellers, auf der Rückseite die Angabe der Wünsche enthalten sollen. Die Postkarten find in frankirtem Couvert unter gleichzeitiger Abscndung des erforderlichen Betrags an das Reife-Büreau Schottenfels u. Co. in Wiesbaden, 86/37 Theater-Kolonnade, zu senden. Die bewilligten Billets resp Postkarten mit Vermerk, wenn die Bestellung nicht hat berücksichtigt werden können, gelangen in kurzer Zeit an die Besteller zurück. Das Programm der Festspiele ist folgendes: Eröffnungs- Vorstellung Mittwoch, den 16. Mai. Zum ersten Male: „Oberon", ©reise romantische Feen-Oper in 8 Akten nach Wielands gleichnamiger Dichtung von Karl Maria v. Weber (Wiesbadener Bearbeitung. Grsammtentwurf: Georg v. Hülsen. Melodramatische Ergänzung: Josef Schlar. Poesie: JosefLauff), am Mittwoch, den 16., Sonntag, den 20., Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 23. Mai. Zum ersten Mal: „Demetrius", Trauerspiel in 5 Akten nach dein Schiller'schen Fragment von Augusta Götze (Wiesbadener Bearbeitung), am Donnerstag, den 17. Mai. „Zar und Zimmermann". Komische Oper in 3 Aufzügen von Albert Lortzing (Wiesbadener Neueinrichtung), am Freitag, den 18. Mai. „Fra Diavolo". Komische Oper in 3 Aufzügen von D. F. E. Auber. Dichtung von E.Scribe (Wiesbadener Neueinrichtung), am Samstag, den 19. und Montag, den 21. Mai. Die Preise der Plätze incl. 50 Pf. Vormerkgebühr pro Billet betragen: Mittelloge 20.50 Mk., Seitenlogen, 1. Ranggallerie, Orchestersessel 15.50 Mk., Parquct 12.50 Mk., 2. Ranggallerie 7.50 Mk., Parterre 6.50 Mk.. 3. Ranggallerie 4.50 Mk.. Amphitheater 3.50 Mk. (Geldsendungen per Postanweisung find 5 Pf. Bestellgeld zuzufügen.) Bei Bestellungen von außerhalb ist mit denselben der betreffende Betrag im Voraus einzusenden.
Geschick,tslralendcr. 24. März. 1882: Henry Long-
fellow, berühmter amerikanischer Dichter (* 27. Februar 1807). 1879: t Karmarsch zu Hannover, hervorragender Technolog,
(* 17. Oktober 1803 zu Wien). 1871: Uebergabc der Festung Bitsch. 1860: Abtretung von Savoyen und Nizza an Frankreich. 1849: Abdankung König Albcrts zu Gunsten seines Sohnes Viktor ®mm,uel. 1844: ch Bertel Thorwaldscn zu Nysoe, bedeutender Bildhauer. 1821: Einzug dcrOcsterreicher m Neapel. 1812: Vertrag zu Abo zwischen Rußland und Schweden gegen Napoleon. 1808: * Maria Malibran, berühmte Sängerin (f 23. September 1836). 1794: Erhebung Polens. Kosciuszko wird Diktator. 1490:
* Georg Agricola zu Glauchau, der erste deutsche systematische Mineralog (f 21. November 1555 zu Chemnitz). 1441: * Kurfürst Ernst von Sachsen, Stifter der ernest. Linie. 1381: t Katharina von Schweden, die Heilige. 1104: Eroberung Akkas durch das Kreuzheer unter Balduin I.
— Großherzog von K«re„,bnrg. Die „Luxemb. Ztg."
R : Die aus Abbazia einlnufcnden Nachrichten lassen erkennen, rch in diesem Jahre, trotz der im Allgemeinen ungünstigen Witterung, das südliche Klima seinen wohlthatigen Einfluß auf den Großherzog nicht verfehlt. Die Kräfte des hohen Herrn haben sich in den vier Wochen wesentlich gehoben, und es steht zu hoffen, daß bei endlichem Eintritt besseren Wetters dies noch m höherem Grad der Fall sein wird. Zur Zeit befinden sich die erbgroßhcrzog- lich badischen Herrschaften auf Besuch in Abbazia.
- Mall, nlla-Throter. Das gegenwärtige vorzügliche Programm verfehlt seine Anziehungskraft nicht, denn allabendlich ist der elegante Saal des belieblcn Variötös von cmem gewählten Pnblikunl gefüllt. Um Jrrthümern vorzubeugen, sei bemerkt, daß heute Samstag die Vorstellung nicht ausfällt, da der „Manner- gesang-Verein" seine Festlichkeit auf nächsten Samstag, den 31. Marz, verschöben hat.
— Der „Zither-Klub Wiesbaden" hielt seine diesjährige Generalversammlnng ani 19. März im Vereinslokal „Hotel Tann- hänser" ab. Aus de» Berichten des 1, Vorsitzenden, sowie des Kasstrers war zu entnehmen, daß der Klub auch in diesem sichre wieder erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Die Neuwahl des Vor- standes war sozusagen eine Wiederwahl, nur mit dem Unterschied, daß einige Vorstandsmitglieder mit ihren Aemtern tauschten, und zwar wie folgt: 1. Vorsitzender Herr Pflug, 2. Vorsitzender Herr Wagner, 1. Schriftführer Herr Schuster, 2. Schriftführer Herr Keller, Kassirer Herr Deparade, Oekonom Herr A. Becker Beisitzer bezw Vertreter der Daincn Herr C. Htinmler. Daß ,ich der Kind der Gunst des Wiesbadener Publikums erfreut, haben die tin abgelaufenen Bereinsjabr abgehaltenen Veranstaltungen bcwicfcn, welche stets auf das Beste besucht waren. Zn wünschen Ware, daß die vielen Zitherspieler, welche hier in Wiesbaden sind, sich mehr dem Gesammtspicl widmen möchten, da doch gerade durch ein solches das Zitherspiel zu seiner vollen Wirkung gelangt und der einzelne Spieler durch das Gesammtspicl erst rrchlige Fortschritte macht. Daß das L-piel im Ktub gründlich gehegt und gepflegt wird, dürfte zur Genüge bekannt sein. Die regelmäßigen Proben finden statt Freitags Abends im Vereinslokal. Da sich der Klub auch einer Gesangsabtheilung (gemischter Chor) erfreut, so ist Freunden des Gesanges, Damen wie Herren, Gelegenheit geboten, sich dem Klub anziischließen. Die Probeabende der Gesangs- abtheilung finden jeden Montag, ebenfalls im Vereinslokal, statt.
- Die deutsche Gesellschaft in Dem-Dork flieht soeben ihren Jahresbericht für das Jahr 1899 heraus. Der,elbe liefert eril sehr übersichtliches, interessantes Bild von der vielseitigen Thätigkeit und dem segensreichen Wirken der Gesellschaft, namentlich auf dem Gebiete der Armen- und Krankenpflege. Arbeitsnachweis, Unterstützung hülfsbcdürftiger Einwanderer rc. Besonders bc- achteiiswerth sind die in einem Anhang nicdergeiegten Rathschlage für Einwanderer und die Warnung vor unüberlegter Auswanderung nach Amerika. „Wirkliche Landarbeiter ausgenommen, welche tui > Frühjahr und Sommer in den westlichen Staaten stets auf Arbeit rechnen dürfen, können wir — heißt es in dem Berichte — fernem Arbeitsuchenden Hoffnungen machen, und wir wiederholen daher unsere alljährlichen Warnungen an Handlungsdiener, Lehrer, Schreiber, Gelehrte, Prediger, Telegraphisten, Beamte und namentlich an Studenten und Offiziere, sich nicht, selbst unter den ungünstigsten Verhältnissen, unter denen sie drüben zu lewen haben mögen, zur Auswanderung zu entschließen. Für diese Klaffe von Leuten ist positiv keine Aussicht, weder im nächsten Jahre, noch später. Die wenigen Ausnahmcsälle kommen gar nicht in Betracht. Das so häufig ausgeführte Vorgehen, ungerathene Söhne nach der
Ans Knust und Leben.
* Rrstbenr - Theater. (Spielplan.) Sonntag, den 26. März, Nachmittags 3 Uhr, Volksvorstellung: „Der Probe- kandidat". Abends 7 Uhr: „Die Dame von Maxim". Montag, den 26., 1. Gastspiel von Herrn Otto Osmnrr, Herzoglicher Hofschauspieler in Meiningen: „Wenn wir Tobten erwachen". Novität von Henrik Ibsen. Professor Rubek: Herr O. Osmarr als Gast. Dienstag, den 27.: „Die Dame von Maxim". Mittwoch, den 28., 2. Gastspiel von Herrn O. Osmarr: „Wenil wir Tobten erwachen". Donnerstag, den 29., 3. Gastspiel von Herrn O. Osmarr: „Der Probepfeil". Baron Egge: Herr O. Osmarr als Gast. Freitag, den 30.: „Die Dame von Maxim".
* Ernst K necket und seine Gegner. Man schreibt der „Franks. Ztg.": Ernst Haeckels letztes Werk: „Die Welträthsel", das in ein paar Monaten in 9000 Exemplaren verkauft worden ist, erregt noch inimer die weitesten Kreise und hat dem Jenaer Gelehrten scharfe Anfeindungen zugezogen. So heftig wird Haeckel allerdings nicht angegriffen wie in den sechziger Jahreil, als seine Schriften und Lehren böse Stürme gegen ihn entfachten. Aus jener Zeit erzählt Wilhelm BLlsche in seinem soeben veröffentlichten Lebensbild Haeckels eine hübsche Geschichte: Ein grimmer Theologe wurde persönlich vorstellig beini Grobherzog von Weimar, es müsse „dieser Skandal mit Haeckels, des Erzketzers, Professorfchaft" endlich aufhören. Der Großherzog, ausgewachsen in den großen Traditionen Weimars, fragte gelassen: „Meinen Sie denn, daß der Mann das, was er vorträgt, wirklich glaubt?" Der Andere: „Schlimm genug, — aber das wird er wohl. Daraus der Großherzog: „Ja, aber dann thnt der Mann ja bloß dasselbe, was Sie auch thun l"
* Interessante Lunde. In Stuttgart fand man, wie oer „Voss. Ztg." von dort geschrieben wird, bei den Ausschachtungen, die znm Zweck eines Neubaus in der inneren Stadt gemacht wurden, zahlreiche Knochen, Stoßzähne und sonstige Ueberreste, die dem Wildpferd, sowie dem Nashorn und dem Mammuth angehörten; besonders interessant ist der vollständig erhaltene Unterkiefer eines jungen
.großen Besserungsanstalt Amerika" abznschütteln, um sie „dir Schule des Lebens dnrchmachen" zu lassen und sic durch Noth und Entbehrung zu zwingen, sich an ungewohnte Arbeit zu gewöhnen, ist ein verwerfliches, und wir verwahren uns gegen die hänstg an uns gestellte Zmnnthnng, auch in solchen Fällen unsere hülfreiche Hand zu bieten. Wenn es den Ellern und Verwandten nicht möglich ist, den leichtsinnigen Sohn auf den richtigen Weg zu bringen, so geht er in de» meisten Fällen hier zu Lande, wo er sich ganz selbst überlassen ist und bald cuien Kreis leichtsinniger Kameraden findet, sicher zu Grunde. Die wenigen Ansnalnoefalle komme» auch hierbei nicht in Betracht. Häufige Anfragen von Damen, alten und jungen, aus besseren Ständen, welche hoffen, m Amerika als Gesellschafterinnen, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Vorleserinnen und in anderen bevorzugten Stellungen ein Unterkommen zu finden, haben wir stets abrathend beantwortet. Für Dienstmädchen für allgemeine Hausarbeitcil ist dagegen ein ergiebiges Feld; diese können mit Sicherheit darauf rechnen, sofort Stellen und guten Loh n zu finden.
* Mainz, 22. März. Zu dem Selbstmord des Pionier- Kloos von der 4. Compagnie des Pionier-Bataillons Nr. 11 erfährt der „Mainzer Anzeiger" noch: Kloos war von seinem Vater, einem begüterte» Schiffsbesitzer in Mannbelm, aufgefordert worden, ihn zu besuchen. Das dem Compagniechef eingcreichte Urlaubsgesuch motivirte Kloos damit, daß er fälschlich angab, sein Vater sei schwer krank. Der Hanptmaml bewilligte den Urlaub, knüpfte jedoch die Bedingung daran, daß Kloo? ein ärztliches Attest über die Krankheit seines Vaters mitzubringen - habe Ohne seinem Vater hiervon etwas zu sagen, verlebte der junge Mann einige Tage in Mannheim und reiste schließlich, mit Geld- und Lebensmittelvorräthen reichlich versehen, wieder ab. Unterwegs erst fiel ihm das dem Compagniechef schuldige ärztliche Attest ein, das er nicht vorzeigcn konnte. Ans Furch: vor der hierdurch in Aussicht stellenden Strafe verließ K. in Nackcnheim den Zug mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Als kurz darauf ein'Giiterzng daher kam, warf er sich auf die Schienen und netz sich überfahren. Die Räder des Zuges rissen den Körper des unglücklichen, jungen Mannes förmlich in Stücke. Der Kopf und der eine Arm waren glatt abgeschnitten.
* Aus der Umgebung. In Bierstadt wurde bei der Gemeindestichwahl Karl Klaas mit 62 Stimmen gewählt.— Der Senior des Nassanischen Lehrerstandes, Herr Lehrer a. D. Roth, feierte am Dienstag in Idstein den 90. Geburtstag. — In Nendorf fand die Ersatzwahl zur Gemcinde-Vertretnng unter sehr geringer Betheiliqnng statt. Bon 104 Wahlberechtigten,u der 3. Abtheilung machten nur 4 von ihrem Wahlrechte Gebrauch.. Gewählt bezw. wiedcrgewählt wurden in der 1. Abtheilung Herr Alb. Wetzell, in der 2. Abtheilung die Herren Will,. Krechel und Kasp. Meth und in der 3. Abtheklnng Herr Verwalter Jo,. Kopp.
— In Maibach hat sich ein dem Trünke ergebener Mann er- hänat — Der Termin für die Abhaltung der diesjährigen General. Versammlung des Gewerbevereins für Nassau in Grenz hau, en ist auf den 11. und 12. Juni festgesetzt worden. Dem Antrag des Lokalvorstands in Grenzhausen entsprechend, ist eme Pramttmng der bei Gelegenheit der Ge»eralversnmmln»g jtattftndenden Ausstellung von gewerblichen Erzeugnissen in Aussicht genommen. — In Ge münden (Westerwald, hat sich ein Gewerbeoerein gebildet. — In Wehen wurde» bei der Neu- bezw. Wiederwahl der Gememde- verordneten die Herren Gustav Schrank, Christian Kraft, August Ernst wieder, Adolf Kraft neu gewählt. - Am 1. April wird >N Nauort eine Postagentnr eingerichtet, welche dein Herr» Bürgermeister Allmann daselbst übertragen werden wird. — In Nieder, lahnstein hat sich ein Kirchenbanverein gebildet. Der Verem bringt jährlich über 1000 Mark Beiträge ein. Ein Bauplatz ist bereits gekauft und bezahlt, sodaß man in einigen Jahren an den Ban eines Gotteshauses herantreten kann. — Ein Wiesbadener Händler bezahlte in Dörnberg für altes Eilen 2 Mk. 25 Pf. pro Centner. In früheren Jahren gab es gewohnilch pro Centner 1 Mk. - I» Nastätten verschied der langjährige Direktor des dortigen Vorschuß- »nd Kreditvererns, Herr Mathias Cathrein, im Alter von 71 Jahren. - Ein Privatunternehmer beabsichtigt, an der in geringer Entfernung von Hadamar gelegenen Blechmnhle die Kraft herzustcllen, die zur Erzeugung von elektrischem Licht erforderlich ist, und letzteres Hadamar zuzufuhrcn
— Herr Bahnmeister Preuß in Limburg ist vom 1. April c als Materialvcrwalter nach Saarbrücken. Herr Güterexvedttwnsvorstehcr OHIenschläger ebenda nach Fulda versetzt. - In Löhnberg fand die Wahl von Gcmcindeocrtretcrn statt. Es wurden gewählt tu
Mammuths. in dem noch die Miichzähne vorhanden find. Am Lage nach diesem Funde grub man in dem benachbarten Cannstatt an, dem Grundstuck einer Ziegelei ein ganz wundervolles Exemplareines Mammnth-Stoßzahns ans; dieser ist beinahe zwei Meter lang, sehr schön und graziös gewunden. Unfern von biefent Fundort wurde nun in einem Steinbruch wiederum ein sehr schöner, ebenfalls fast zwei Meter langer Manimnthzahn anfgedeckt. Er lag etwa drei Meter unterhalb der Erdoberfläche im Dilnviallehm gebettet. Es ist eine den hiesigen Paläontologen bekannte Thatsache, daß der Cannstatter ©rund und Boden noch zahllose Schätze an Mammnth- zähnen und Ueberreste» prähistorischer Art birgt.
* London. 17. März. Unser Korrespondent schreibt uns: Ich erhalte wiederum von intercssirter Seite eine Notiz, worin die deutschen Theatervorstellmlgen hier als ein außerordentlicher Erfolg geschildert werden und mitgetheilt wird, daß infolge dcs,clben cm Comltö unter den Herren Konsul Grein und Herz sich entschlossen hat, für die nächste Saison vom 1. November d. I. ab die Vorstellungen wieder nnfzuiiehmen, und zwar unter ihrer persoultchen Garantie. Das ist rn sich ja schon ei» Widerspruch, denn wenn die Geschäfte wirklich so glänzend wären, so bedarf es eines verson- lichen Eintretens nicht. Doch, wie mir von anderer «eite beuchtet wurde, ist der erzielte Erfolg lediglich ein künstlerischer, ^ch.bm auch der Meinung, daß, ohne der Achtbarkeit der genannten beiden Herren zu nahe treten zu wollen, diese Garantie nur dann einen Werth hat, wenn die betreffende Summe bei einem Bankhause deponirt wird. Ich halte mich verpflichtet, diesen Warnnngsruf immer und immer wieder ertönen zu lassen, weil bisher fast jede Serie deutscher Vorstellungen hier damit geendet hat, daß man eme Kollekte machen mußte, "m die betreffenden deutschen Schau,p>eler nur wieder in die Heimath zu befördern.
* Kuustformru der Uatur. Von den so schnell in Künstler- und Laienkreisen eingebürgerten „.Kunstformen der Natur von Professor vr. Ernst Haeckel (Verlag des BrblrographilchenInstituts in Leipzig und Wien) ist nun soeben auch das vierte Heft erschienen. Daß die Natur eine große Künstlerin ist, hat man ja schon seit den Zeiten des alten Griechenthums gcivußt, daß der
Rcichthinn ihrer Kiinstformen aber noch lange nicht erschöpft ist, wie man fürchten mußte, das hat den Kennern erst da? Haeckel,che Werk offenbart Gerade in den kleinsten aller Lebewesen hat die schaffende Natur ihre größte Gestaltungskraft bewährt, eine Fülle von neuen, ungeahnten Formen hcrvorgebracht, die berufen scheinen, besonder? dem Kunstha..Lwerk ganz neue Bahnen zu eröffnen. Mit vollendeter Technik sind auch die prachtvolle»Tafeln des vierten Heftes hergestcllt: neben regelmäßig gebauten Moosthieren sehen wir vicigestaitige Rotatorien und wahre Schmuckstücke zierlichster Melethallien; in zartester Gravur sind die femgebautm Glasschwämme wiedergegeben, nnd bewundernZwerth ist das Spiel der zahllosen Fäden der Faltenquallen, Was die Farbenpracht anlangt, so sind die Stnatsqnallen und die eigenartigen Taschen- qnallen die Glanzpunkte des Heftes, das, wie jedes semer Vorgänger. mit 3 Mk. außerordentlich billig verkauft wird. Daß diese Darstellungen aber nicht bloß für den Künstler, sondern auch für jeden Naturfreund vom höchsten Interesse sind, bedarf wohl keiner besondere» Hervorhebung.
* Verschiedene Mitth-ilungen. Nach einer Notiz der „K. Votksztq." befindet sich das Stuck'sche Bild „Die ^agd nach dem Glück"' welches für die Vorhalle zu den Prastdialzimmern bestimmt war und wofür der Reichstag 40,000 Mk. zahlen muß, oben auf dem Speicher des Reichstags in einer dunklen Kammer.
Im Finanzausschuß der bayrischen Kammer der Abgeordneten erklärte der Knltusininister, nian müsst wohl in zwei Jahren an die Einrichtung einer zweiten bayrischen technischen Hochschule mit dem Sitze in Nürnberg herantretcn.
In Bo scoreale ist nach dem „B. T." eine gut erhaltene antike Villa entdeckt worden, die vor Allem in den bisher freigelegten vier Zimmern eine Reihe sehr schöner Fresken in bestem Erhaltungszustunde enthält. ., .. .
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika smd die 6 bevölkertsten Staaten folgende: Distrikt Columbia (1268 Einwohner auf 1 Quadratkilometer), Rhode Island (106), Massachusetts (104), Connecticut (57), New-Uork (47), Pennsylvamcn (45 E. auf 1 akral.
