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Werlag des „Wiesöadener Tagblatt".
Das Ende des TrausVaal-Krieses?
linier Londoner n-Korrefpondent schreibt uns:
Das Publikum, nach Flanbert der große Dummkopf mit dem Namen „man«, scheint jetzt in England zu der Ansicht zu neigen, daß der Krieg in Südafrika nunmehr so ant wie beendet sei. Dem Kriegsamt gemäß, das es mdeß mt Wahlen iricht allzu genau nimmt, beliefen sich
die englischen Verluste an Tobten, Verwundeten und Gefangenen bisher auf 15,874, und für diesen
blntiaen Preis schreit man nun stürniisch nach greifbaren Resultaten Lord Roberts hat allerdings in seinen Depeschen bereits von dem „Ex-Präsidenlen^ Stejn und dem „ehemaligen« Oranje-Freistaate gesprochen, aber das Publikum verlangt ungestüm noch mehr, ohne auch nur einen einzigen Augenblick daran zu denken, daß das „Mehr' vorläufig noch jenseits eines blutigen Stromes liegt, der sich wahrscheinlich als weit tiefer und grauenhafter erweisen wird als der, welcher bisher geflossen. Siege auf die die Eng ander foTtab nur noch rechnen, fttib häufig ebenso kostspielig als Niederlagen, wie die bisherigen Berichte des englischen Kriegsamtes bciviesen. Bullers Marsch nach Ladysmtlh, auf dem er es nur noch mit der Nachhut des Joubert'schen £««8 zu thun hatte, kostete diesen 2060 Mann oder 400 Mann mehr als die Niederlage pon Spioutop. Lord Roberts aber verlor bei Paardcberg 1439 Mann, also nur 200 weniger, als Mcthuen und Gatacre in den großen Niederlagen bei Magersfontein und Stormberg einbüßten. Die Woche der englischen Triumphe, d. h. diejenige, in der Eronie gefangen genommen wurde und die Buren Lady- imith ausgaben, kostete die Engländer 1500 Mann mehr als jene Unheilswoche, wo sie bei Colensoe, Magersfontein und Stormberg so schwer geschlagen wurden. Wenn es auch nicht im Bereiche der Menschenmöglichkeit liegen mag. daß der Krieg mit dem Triumphe der Buren enden könnte, so müssen die Engländer doch darauf vorbereitet sein, fortab noch mindestens dieselben Verluste zu erleiden, die sie bereits zu beklagen hatten. Derartige Erwägungen sollten eigentlich einen ernüchternden Einfluß auf die Briten im Slegeslaumel ausüben, aber sie stellen sie offenbar überhaupt nicht an, und schließlich handelt es sich ja immer nur um die Leben von Söldnern und abenteuernden Freischärlern, und Diejenigen.
die in Sicherheit daheim sitzen und die Kriegsknech e be- . zahlen, dürfen doch schließlich auch etwas für ihr Geld erwarten. - Der Charakter des Feldzugs hat eine vollständige Wandlung erfahren. Vor der Entgegnung Salisburys aus die Fricdensvorschläge Stejns und Krügers vermochten die Bürger den Krieg noch von mehreren Gesichtspunkten aus zu betrachten, jetzt aber wissen sie genau, daß es einen Kampf um ihre politische Unabhängigkeit gilt. Sic wären bei ihrem Widerwillen gegen Blutvergießen vielleicht bereit, wie schon mehrmals zuvor mit Sack und Pack in die Wildniszzu ziehen, um eine neue Heimath, fern von den Schacherern und Gold- jägern, zu suchen, aber wohin sie sich auch wenden könnten, überall befindet sich sogenanntes englisches Gebiet. Der sonst so phlegmarische Bure besitzt eine Unabhängigkeitsliebe, die geradezu an Leidenschaft grenzt, und für sie wird er nun nicht minder verzweifelt kämpfen, als das andere Nationen in der Vergangenheit bereits gethan habe». Das blutige Ringen wird also zu einem Vernichtungskriege werden, dessen Ende keineswegs so nahe sein dürfte, als die Meisten erwarten.
Aus Stadt und Land.
Wiesbaden. 22. März.
- Gckchichtolililendev. 22. März. 1889: J Peter Graf Schuwalow, russischer Staatsmann (* 15. Juli 1820. 1871' Cr* Hebung Bismarcks in den erblichen Fnrstenstand. 1832.t Johann Wolfgang v. Goethe. 1799: * Fr. Argelander zu Memel, Begründer der Bonner Sternwarte (ff 17. Februar 1875 zu> Bonn). 1797: * Kaiser Wilhelm I. (ff 9. Marz 1888 ). 1793: @te« bcr Oesterreicher über die Franzosen bei Löwen. 1"1: * O- 3]$°«* zu Magdeburg, berühmter deutscher Schriftsteller (ff27.KlMl848). 1663: '* Slug. Francke zu Lübeck, der Stifter des Kalle schen Waisenhauses (ff 8. Juni 1727 zu Halle). 1 j99:
van Dyck, berühmter vlämischer Maler (ff 9 Dezember 1641). 1459: * Maximilian I., deutscher Kaiser (ff 12. Januar 1519 zu Wels) 118: ff König Balduin I. von Jerusalem. 880. s Karl- mann . Sohn Ludwigs des Deutsche».
- Parstvat-Konrert. Wegen plötzlicher Erkrankung des
Herrn Schwegler wird Herr Livermann die Rolle deL Gurmanez im heutigen Symphonie-Konzert des Komgl. Theaters übernehmen. .
ä Brr Frühling, der gestern seinen kalendermaßigen Anfang genomnien hat, hat sich sehr aut eingefnhrt. viel besser, als Herr Professor Falb prophezeite. Dre lauwarme 3nse und der heitere Sonnenschein lockte gleich 10 pCt. Erwachsener und a0 pCt. Kruder mehr auf die Straßen, und wenn auch noch keine «chwalbePa ist, die den Frühling macht, so machten ihn die grünen und ojteretevaelb gestrichenen Sportwagen, die auf allen freien Platzen zu Dutzenden anfqefahrcn worden waren. Hoffentlich behalt nun der Kalender Recht, der sagt: Der Frühling ist da. und nicht Professor Falb, ' " bleibt noch lang nicht so '
der sagt: Es ..„ , . „ .. _
— Kurhaus-Neubau. Wir erhalten folgende Zuschrift: „In der vorliegenden Slusgabe des „Tagblatt''ist unter Stimmen aus dem Publikum ein sehr interessanter Artikel des Herrn »of- Gartcn-Jngenienrs Ph. Siesmayer enthalten, m welchem derselbe einen höchst beachtenswerthcn Beitrag zur Kurl,auS-Neubali- fraae liefert. Da diese Frage unter den öffentlichen Angelegenheiten unserer Kurstadt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung gewonnen hat, so dürfte es zur allgemeinen Ausklärung der Begriffe wesentlich beitragen, die Ansichten eines erprobten Fachmanns, welcher bic Dinge, die er beurtheilt, auch versiebt, naher kennen zu lernen. Hoffentlich wird durch die Veröffentlichung der beabsichtigte Zweck, der guten Sache zu dienen, erreicht und die mit jebem .icifl brennender werdende Frage einen energischen Schritt vorwärts 1 gebracht. Unser altes Kurhaus trägt nun ennnal den unverkenn
baren Stempel einer gewissen Rückständigkeit an sich, der uMso unangenehmer auffällt, als sich die mcistcn Fremden von dem Wiesbadener Kurhaus eine ganz andere, d. h. modernere Vorstellung machen. Wie eifrig aber auch an der Forderung der schönen Aufgabe von berufener Seite gearbeitet wird, so mangelt cs doch an der einmüthiaen Unterstützung weiterer Kreise, welche erforderttch ist um das überall als dringend nothwendig anerkannt«: Projekt des Neubaues aus dem beharrlichen Zustande oder Unfruchtbarkeit zu blühenderem Leben zu erwecken. Roch immer stehen sich zwei Anschauungen gegenüber, auf der einen Seite die schablonenhafte, an der Tradition und am Sllten hängende; auf der anderen Lette diejenige, welche den modernen Lebensaiischauungen und zeitgemäßen Anforderungen Rechnung tragen und darauf ein Projekt
äufbancn will, das großartig in die Erscheinung leeten. alle berechtigten Wünschen entsprechen und der Bedeutung Wiesbadens als der ftihrenden Bäderstadt des Kontinents Ehre machen soll i e s b a d cn. den 20. März 1900. v. Eb in e yer, Kurdirektor.
Kg Cenkurrnnvth. Die Zeit vor Ostern ist wegen der leidigen Censnren eine wahre Schreckenszett sur so manche» Schüler, zumal bei vielen nach Ostern der Anfang mit einer Lebensstellung gemacht werden soll. Sache der Eltern ist cs, bei emem voraussichtlich ungünstigen Ausfall der Censur zu unterscheiden, wie weit der Grund in dem Knaben selbst liegt. Vor Allem dürfen Eltern nicht meinen, ihre Kinder inüßten unbedmg die erste Stelle m der Schule einnehmen, weil cs bei ihnen vielleicht der Fall war, denn die Ansprüche an das Kmdesgchirn haben sich heutzutage bedeutend gesteigert. Man redet nicht mit Unrecht von einer Ueber- bürdnng auch in den Volksschulen. Ein Grund zur Unznsneden- heit mit den Leistungen ist dic ost zu Tage tretende all zu hohe Meinung von der akademischen Bildung. Mancher Knabe ist deswegen schon unnütz geplagt worden; allein nicht jeder Geist ist zum Erlernen schematischer Wissenschaften geeignet, oft aber darum um so tauglicher für praktische Bethatigung. Ferner ist zu berücksichtigen. daß das Urtheil der Mitschüler oft ein ganz anderes ist, als wie das Ccnsurbuch besagt. Auch der Lehrer ist bei seiner schematischen Art der Ceusirung oftmals dem ^rrthnm unterworscn bezüglich der wirllichcn Leistungen und des Verhaltens de« betreffenden Schülers. Ist nun die Censur mit vollem R-ch recht unbefriedigend ausgefallen, so mögen die Eltern die Ckaiak er- eiqenthninlichkeiten berncksichtigen. Grämt sich der, Sclmlerselbst schon über den unglücklichen Ausfall, dann ist eine Bestrafung Seitens der Eltern falsch; denn nichts wirkt verderbender ans den Charakter, als Strafe bei vorhanden gewesenem guten Willen.
Warnungen »uv Berufswahl tauchen letzt wieder, wie m jedem Jahre vor Ostern, in den Zeitungen auf. die, den Zweck haben, die Eltern der Knaben, die zu Ostern die schule verlassen, vor Ergreifung gerade jenes Berufes zu warnen, au» welchen eben jene Warnungen komme». Einen großen Werth kann man diesen Warnungen nicht beimessen. Denn es Siebt heute nur wenig Berufe, von denen sich sagen ließe, daß sie noch vie Raum für Neueintretende böten; mehr oder weniger sindalle ubeifull.. Wollte der ins Leben Tretende also aus alle diese Warnungen hören, so würde er schließlich, von ledem Berufe ausgesästoyen sein. Aber ein Gnies mögen diese Ansmfe haben. Biele Elcern nämlich wählen den Berns für ihre Kinder »ach dem Maßstab der Chancen ans. welche der betreffende Beruf nach seiner geschäftlichen Lage bietet. Das aber ist grundfalsch, denn der Beruf seiner bietet Niemandem die genügende Gewähr für die Zukunft, wenn er selbst nichts leistet. Die Eltern sollten daher vor allen Dingen bei der Wahl des Berufes die Knaben auf ihre Fähigkeiten und Neigungen prüfen. Wer Liebe utib Begabung sur einen Berns hat, der wird in ihm auch fortkonnnen; die Eltern aber, dre »ach nge-ieir Neigungen, aus Eitelkeit oder sonst welchen Gründen die Zukunft ihrer Kinder bestimmen, handeln nicht nur pflichtwidrig, sondern legen auch unter Umständen den Grund ziim Rum ihres «prog- lings, auf den sie so große „Hoffnungen gesetzt. ,
_öinrndiwöriev für Rablrr. Was ein Nadler werden
will krümmt sich bei Zeiten. — Gut Gewissen ist ein santteS Sattclktssen. — Wer da radelt auf der Straßen, muß die Leute reden lassen. — Der Nadler fallt nicht weit vom Rad. "Laute recht und scheue Niemand l — Wo ein Wirth ist, sammeln sich die Nadler. (Jugend.)
(Nachdruck verboten.)
Novellettc nach dem Französischen. Von Wilhelm Thal.
I.
Jaques Beanda verfolgte seit einigen Minuten den Landweg, indem er einen mit Maurer- und Zimmermannswcrkzeligen beladenen Karren vorwärts schob. Er betrat eine von einem Seitenweg begrenzte Wiese, die in der Mitte ein kleiner Fluß durchschnitt. An dem Wasserlauf angekommen, hielt er seinen Karren an.
Er war ein kräftiger Bursche von 28 Zähren, mit hartem, naivem und düsterem Kopfe; seine Bluse, seine Sanunethose. scme kiaare und Wimpern waren mit einem fernen weißen Staub bedeckt.
° Einen Augenblick betrachtete er aufmerksam das Bett des schmalen Flusses und die Ausdehnung des Feldes, dann begann er auf dem Terrain auf- und abzuschreilen, maß mit den SUtgen die Entfernungen ab und murmelte Berechnungen zwischen den Zahnen; bald zog er ein Metermaß aus der Tasche, pflanzte kleine Pflocke ans und spannte Stricke ans, die den Plan eines Baues über den Bach absteckten. .. t . ..
Dieser Bach schlängelte sich im tiefsten Grund des Thales durch Wiesen und Wälder wie ein großes weißes Band, das eine Hand hin- und herbcwcgte; und das klare Wasser floß langsam zwischen den beiden von Rasen begrenzten Ufern dahin, auf denen hier und da hohes Haidekraut wuchs. _
Man befand sich im April, die blühende» Apfelbaume pflanzten ihre großen Schncebouqucts in den grünen Teppich der Hügel. Von dem Hügel aus, auf dem er sich befand, konnte Beanda durch das neu erstehende Laubwerk des Hochwalds zwei kleine Dörfer auf der Anhöhe erblicken; zu seiner Linken Sonteuil, sein Heimathsdorf, und Us zu seiner Rechten. Die Sonne, die er noch nicht sah, beleuchtete den gegenüberliegenden Hügel und warf emen großen Lichtstrcifen auf die Wipfel der Bäume.
Es schlug langsam sechs Uhr auf den beiden Kirchthurmen. Beanda arbeitete schon seit einer Stunde. Jetzt grub er die Erde aus, die sein Spaten mit regelmäßiger Bewegung aus den Rand wars, während seine Beine in der Erde verschwanden. Um 8 Uhr hielt er inne, setzte sich auf seinen Karren, aß ein Stück trockene» Brod und nahm die Arbeit sofort wieder auf. Um 11 Uhr frühstückte er eine kalte Wurst und ein Stück Käse und trank dazu eme Flasche Ciderwein; dann machte er sich gleich wieder an du
Slrbeit. Gegen 4 Uhr vesperte er in aller Eile und ging erst Abends, als die Dunkelheit völlig hereingebrochen war nach Hause Mit schwerem Schritt wanderte er, von seinem ersten Tagewerk befriedigt, nach Sonteuil, wobei er nur bedauerte, daß er die zur Ruhe nothige Zeit verloren hatte. . ^ r ,. „ ,
Er bewohnte allein eine Dachkammer >m Dorfe, sein Leben war bis jetzt recht eintönig gewesen. Seine Mutter kannte er nicht, denn sie war gestorben, als sie ihm das Leben gab; mit 11 Jahren verlor er seinen Vater, der bei einem Bergrutsch ums Leben kam. Man brachte ihn bei einem Müller, fern von selner Heimath. „nler Mit 18 Jahren wurde er Soldat, um de» Militärdienst so bald wie möglich abznmachen, und trat bei seiner Rückkehr bei seinem alten Meister sofort wieder ein. ...
Von diesem Augenblick an träumte er davon, sem eigener Herr zu werden und eine eigene Mühle zu besitzen ^-ag und Nacht auälte ihn dieser Gedanke und versetzte ihn in fieberhafte Aufregung.
Nun machte er bei Slllem Ersparnisse; er ging nicht mehr ins Cafö, unterdrückte den Tabak, aß weniger, trank Wasser und arbeitete Sonntags. Wenn er Dt übel brau«l,te, machte er sie sich selber Er bezogZiü, seine Matratze, wusch seine Wasche, flickte seine Kleider
UI ' b Nach^fnnf Jahren hatte er etwas Geld in einer Schublade liegen, er wartete aus eine Gelegenheit- doch die verkäuflichen Mühlen waren für seine Börse noch zu theiler.
Da kam er auf eine Idee. Warum sollte er sich nicht selbst eine bauen? Das würde weniger kostspielig sei». Er wurde die Maurer- und die Erdarbeiten genau >o wie jede andere besorgen, mit der Zeit würde es ihm schon gelingen.
Der Entschluß war sofort gefaßt. Er kaufte zunächst eme Wiese in seiner Heimath, wo man das zu mahlende Korn vier Meilen weit fortschaffen mußte; dann besorgte erstich nach und nach, je nach seinen Mitteln, die zu dem geplanten Bau erforderlichen Materialien; und nun sah man aus wettentiegeneir Orten in die em kleinen Fleckchen Erde Stein-, und Z.iegelhaufen Balken Mühlsteine und eine Menge Materialien abladen, die schließlich Moos ansetzten und auf denen die Jungen spielten, wenn sie aus der
d^^Eines Tages verließ Beanda seinen Meister, ließ sich in Sonteuil nieder und wandte sich schon am nächsten Tage vor Sonnenaufgang seinem Arbeitsplätze mit seinem Karren und seinen Werkzeugen zu.
Das war lange Wochen hindurch seme beständige hartnacttge Beschäftigung, bei der er sich glücklich suhlte. Mit erstaunlicher
Gewandtheit bildete er sich nach und nach zum Maurer, Zimmer- mann, Tischler. Schlosser, Maler und Glaser aus. Jedermann interessirte sich für seine Slrbeit, als wenn es sich um eine Wette gehandelt hätte, aus den Dörfern kamen Nachbarn, um ihm zuzu- fehen. Sonntags war er das Ziel für die Spaziergänger und d e Neugierigen drängten sich in Fülle auf der Ai bettsstatte.. Die Leute aus der Gegend waren stolz darauf, und Abends m der Familie sprach Jeder von der berühmten Mühle d,e bald vollswndig vollendet,, in weißer Pracht mit ihrem rothcn Ziegeldach durch das
^^"Als^Beanda' im Beisein aller Bauern, die zur Einweihung herbeigeeilt waren, die Schleuse öffnete und dre Muhle zum ersten Mal gehen ließ, zitterte sein Herz vor Freude und ein Lächeln der Gcnugthuung huschte über seinen Diund; freudige Zurufe begrüßten ihn und zahlreiche Flaschen wurden ans s-'N-r Wiest ihm zu Ehren geleert. Schon am nächsten Tage brachte ihm Jeder das Korn, den Roggm und den Hafer, deiner geerntet.
Pier Jahre verflossen. Die Mühle machte Geschäfte. Beanda war sehr glücklich,^jedenfalls zu glücklich, den» sem Gluck wurde
SfiSÄfiS B.M «, ...
einer alte» Tante, die sich nach Belgien zurückgezogen und die man seit langer Zeit vergessen und aus dem Gesicht verloren hatte, ein hübsches Sümmchen; die Erbschaft betrug etwa 100,000, Francs.
Er wagte erst dann an ein solches Vermögen z» glauben, als der Notar ihm seine Rententrlel übergeben u^d ihm c>"SiUhr ich und zu wiederholten Malen auseruandergesetzt hatte, welche Summe sie darstellten. Lange konnte er vor Verwunderung sich nicht fassen, doch er gerieth nicht in Verwunderung und empsand auch keine Freude; er fragte sich sogar verlegen, was er nun an-
^"^Jeder'wollte ihm ante Rathschläge geben die emen forderten ihn auf, eine prächtige Mühle zu bauen, die der Stolz des Ln de» sein sollte und die Kundschaft ans zehn Meilen in der Rnnd- herbeilocken sollte. Doch die zu großen, bedeutenden Unter- nehmnngen erschreckten ihn. Sein Leben war so einfach I Er durfte nichts Verwickeltes sehen, zwei Ideen verwirrten ihn, un schon bei deni Gedanken, er solle Befehle geben, suhlte er sich aus
^Andere b redeten ihm zu, seine Mühle zu verkaufen und vo» seinen Renten zu leben: zu diese»» letzten Plane gab er seine Zu.
