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SerliucrSchriftleituug des Wiesbadener TagblattS: Berlin-WilmersderfGüntzelstr.66.F-rnsPr. : AmtUhland4L0u.451. Tage» und *<**- wird -e.»- «*»
Kreitag» 9. aprU 1915.
Kbend-Ausgabe.
Nr. 164. ♦ 63. Jahrgang.
Der Krieg.
Der Tagesbericht vom 9. April.
vie Belgier aus Orie-Grachten wieder vertrieben.
Ein Teilerfolg bei Beau-Sejour. — weitere schwerste Verluste der Franzosen bei der neuen arotzen Dffensive bei Verdun. — Vum-Vum-Ge- schosse wurden festg-stellt.— Bet llalwarija neue Gefechte im Gange.
W-T.-B. Großes Hauptquartier, 9. April. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Aus dem völlig zusammrngeschossenen Orte Drie - Grachten an der Vs er, wurden die Belgier wieder vertrieben; zwei belgische Offiziere, 100 Mann und 2 Maschinengewehre fielen dabei in unsere Hände.
Als Erwiderung auf die Beschießung der hinter unseren Stellungen gelegenen Ortschaften wurde Reims, in dem große Ansammlungen von Truppen und Batterien erkannt wurden, mit Brandgranaten belegt.
Nördlich von dem Gehölz von Beau-Sejour, nordöstlich von Lcmesnil, entrißcn wir gestern abend den Franzosen mehrere Gräben. Zwei Maschinengewehre wurden erbeutet. Zwei Wiedereroberungsversuchc während der Nacht waren erfolglos.
In den Ar gönnen mißglückte ein französischer Jnfanterieangriff, bei dem die Franzosen erneut Bomben mit einer betäubenden Gaswirknng verwendeten.
Der Kampf zwischen Maas und Mosel danert mit gesteigerter Heftigkeit an. Die Franzosen hatten bei den gänzlich erfolglosen Angriffen die s ch w e r st e n Verluste. In der Woevre-Ebene griffen sie vormittags und abends erfolglos an. Zur Besitznahme der Maashöbe von Combres setzten sie dauernd neue Kräfte ein. Ein Angrift ans demS elo usew ald, nördlich von St. Mihiel, brach an unseren Hindernissen zusammen. Im Aillh- wald sind wir iu langsamem Vorschrciten. Westlich Aprcmont mißglückte ein französischer Vorstoß. Französische Angriffe erstorben westlich F l i r e tz in unserem Arttlleriefcuer, führten aber nördlich nnd nordöstlich des Ortes zu erbitterten Handgemengen, in dem unsere Truppen die Oberhand gewannen, und den Feind zurück- warfen. Nächtliche Vorstöße der Franzosen waren hier erfolglos. Auch im Priesterwald gewannen die
Franzosen keinen Boden. „ , , ,, _ .
Ein feindlicher Versuch, das von uns besetzte Dorf Böcange la Grande, südwestlich von CMcau Salms, zu nehmen, scheiterte. ^
Am Sudelkopf wurde ein Mann des französischen 334. Regiments gefangen genommen, der Dum-Dum- geschosse bei sich hatte. Am Hartmannswcrler Kopf fand nur Brtillcriekamps statt.
Gestlicher Kriegsschauplatz.
Östlich von K a l w a r i j a haben sich Gefechte entwickelt, btc »och nicht abgeschlossen sind.
-,nst hat sich auf der Ostfront nichts ereignet.
Oberste Heeresleitung.
Am Nordflügel wurde die Comb res hohe heute vom frühen Morgen an mit schwerem Artilleriesmer belegt. Vor- mittags entspannen sich auch hier wieder Jnfanterlekmnpse. zunächst mit wechselndem Ausgang, bis nachmittags «. En o - erfolg alle Gräben in u n s e r e r Hand blieben woraus die Franzosen von neuem ihr Artilleriefeuer dorthin lenkten,
Lause des Nachmittags dehnte sich das Artiller,efMer gegen unsere sich nördlich an die Combrcshehe anschließenden Stellungen in der Woevreebene aus. Ein dort auch heute wiederum mit starken Kräften unternommener ausgedehnter französischer Angrift brach in unserem seuer z u »
^ am $!er Tag endete mit einem deutschen Erfolg auf allen Teilen der Front.
Die Schlacht am yserkanal.
Von der holländischen Grenze, 7. April. (K. 3) ® et .Tijd" wird aus Slurs unterm 6. gemeldet: Während der letzten Tage fanden am Iserabschnitt Artilleriekämpfe statt..
vie französischen Tagesberichte.
W. T.-B- Paris, 8. April. (Nichtamtlich.) Gestern nachmittag wurde amtlich bekanntgegeben: Die am gestrigen
Abend gemeldeten guten Ergebnisse zwischen M ioj unö Mosel haben sich bestätigt. Die letzten Regenfalle weichten den lehmigen Vogesenboden auf und machten Bewegungen der Artillerie schwierig. Auch hinderten ste die Geschosse am Krepieren. Unsere Truppen befestigten die am 6. April gemachten Fortschritte. Wir behaupteten alle Gewinne ' trotz der außerordentlichen heftigen Gegenangriffe. Bei Eparaes führte der letzte mit anderthalb Regimentern ausgeführte Gegenangriff zu ungeheuren Verlusten. (?) Leichname bedecken das Gelände. 300 Mann, welche in dem Augenblick vor den deutschen Linien vorrückten, wurden vor» Maschinengewehren niedergemäbt. Keiner entkam. (??) In Bois B r ü l e eroberten wir einen feindlichen Schützen- graben.
Die Nämpse zwischen Maas und Mosel.
Der 7. April.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben unter dem 8. April: Bereits der Bericht dom 6 April hat ge- zeigt, Latz es sich bei den Kämpfen zwischen Maas und Mo,el nicht um eine zusammenhängende Schlacht in dem ganzen, beinahe 100 Kilometer ausgedehnten Abschnitt handelt. Einzelne räumlich getrennte Teile der gesamten Stellung bilden abwechselnd Angriffspunkte der Franzosen, und nur der Gedanke einer beiderseitigen Umfassung der deutschen Linie mbt den einzelnen Kämpfen einen inneren Zusammenhang. Ergebnis am 6. April war, daß alle französischen Angriffe nordöstlich und östlich Verdun ebenso wie die Vorstöße auf dem Südflügel zusammengebrochen waren. Den kurzen Erfolg der Franzosen auf der Combreshöhe glichen dir Gegenangriffe unserer Infanterie aus. so daß die Hohe am Abend in deutschem Besitz blieb. .
Die Nacht zum 7. April verlief hier nach diesen schweren, für den Gegner sehr verlustreichen Kämpfen ruhig, dagegen wurden die deutschen Stellungen auf dem Südflugei zwischen Fliretz und Mosel während der ganzen Nacht unter schwerem französischem Artilleriefeuer gehalten. das von unserer Artillerie durch einige erfolgreiche Feuerüberfalle erwidert wurde. Dieses Artilleriefeuer dauerte. den ganzen 7 . April. Am frühen Vormittag wurde hier eine starke Besetzung der Schützengräben und eine Versammlung von Reserven dahinter erkannt, und gegen 1440 Uhr vormittags begannen die Angriffe dieser Kräfte g«gen Bois Mort- Mare. Viermal stürmten sie gegen unsere Stellungen vor um jedesmal mit schweren Verlusten zurück geworfen zu werden. Haufen von Gefallenen türmten sich vor unseren Gräben auf. Östlich Bois Mort. Mare scheiterten über das offene Gelände unternommen-, französische Angriffe bereits in ihrer Entstehung in unserem Artilleriefeuer. während sie links davon im Priester. Walde bis an unsere Stellungen gelangten, um hier im Feuer zu enden. Im Bois d'Aillh gelang es einem von Bayern unternommenen Angriff, bis in die fran- zösischen Stellungen einzudringen und Gräben zu nehmen. Diese wurden nach der Zerstörung aufgegeben, da ihr Besitz einen taktischen Wert im Rohmen unserer Stellung nicht hat.
Angebliche Erfolge zwischen
Maas und Mosel.
Amtlicher Bericht vom Donnerstagabend: Trotz
schlechten Wetters neue Erfolge zwischen.Maas und Mosel während der Nacht vom 7. auf den 8. und ant 8. Avril. In Eparnes gestattete uns ein Nachtangriff, einen neuen Sprung vorwärts zu machen. Wir behaupteten unsere Fortschritte trotz sehr heftiger Gegenangriffe. Wir zählten auf dem Gelände schon über 1000 deutsche Leichname. (?) Weiter südlich, im Gehölz von M o r v i l l e, vernichteten (?) wir in lebhafter Jnfcmterieaktton eine deutsche Kompagnie, von der nur zehn Mann am Leben! blieben, die wir gefangen nahmen. Im Walde von A i l l h eroberten wir neue Schützengräben und warfen zwei Gegenangriffe zurück. Im Walde von Montmartre (nördlich Flirey) faßten wir in der Defenstv- organisation des Feindes Fuß und behaupteten uns dort ungeachtet der Bemühungen, die der Feind machte, um diese zurückzuerobern. Nordwestlich dieses Waldes, in Pannes, wurde das Kabel eines deutschen Fesselballons durch eine unserer Granaten durchschnitten. Der Fesselballon trieb in unsere Linien in südöstlicher Richtung ab.
In der Zusammen- fassung verschafften uns die Angriffe, die wir seit dem 4. April zwischen Maas und Mosel unternahmen, schon folgende Ergebnisse:
1. auf der Front int Nordosten von Verdun gewannen wir aus einer Front von 30 Kilometer Länge 1 bis 3 Kilometer Tiefe. Wir besetzten die Höhe, die den Lauf des Orneflusses begrenzt
die viele Opfer forderten. Auf der gesamten Front zwischen Dixmuiden und Ipern fanden heftige Kämpfe statt. Bei Dixmuiden sind die feindlichen Schützengräben durch die Iser und die nahe große Landstraße voneinander getrennt. Kanal und Straße haben eine Breite von zusammen nur 40 bis k>0 Meter. In diesem Abstand befinden sich die Gräben voneinander. Am heftigsten wird noch bei Lombartzhd«. gekämpft, wo die Verbündeten zum Angriff übergegangen sind. Dieser Angriff wird durch die englische Flotte durch Beschießung in der Richtung der Küste unterstützt. Der Berichterstatter tritt im weiteren gewissen Meldungen e nt - gegen, wonach die Deutschen ihre Stellungen an der Iser aus strategischen Gründen aufgeben wollten; davon könne keine Rede sein, im Gegenteil würden diese Stellungen noch stärker befestigt. Der Strich.an der User sei bis auf mehrere Kilometer von der Kampflinic unbewohnt.
Nönig Georg und ttitchener reisen nach Flandern.
Brüssel, 7. April. (R.-W. Z.): König Georg V. von England und sein Kriegsminister Lord Kitchener werden in. den nächsten Tagen in Flandern zur Inspektion der britischen Streitkräfte erwartet.
und eroberten die Dörfer Dussainville und Fronezetz;
2. auf der Maashöhe in Evarges eroberten wir nahe- ,u die Gesamtheit des vom Feinde /ms dmn Platemr gewonnenen Geländes, trotz zahlreicher äußer>t heftiger Gegenangriffe;
3. weiter südlich, nahe St. Mihi el, versicherten wrr uns des ganzen südwestlichen Teiles des Waldes von Ailly, wo die Deutschen stark verschanzt waren. Der Feind konnte den Wald trotz wiederholter Gegenangriffe nicht wieder em- nchmen;
4. im südlichen Woevre, zwischen dem Wald von Montmartre und dem Priest er Wald, eroberten wir auf 7 bis 8 Kilometer Front 3 Kilometer in der Tiefe. Wir entrissen dem Feinde die Dörfer Fey-en-Haye und Regnieville.
Au- allen diesen Stellen erlitten die Deuffchen furchtbare Verluste, deren Bedeutung zu ermessen die Zahl der in Eparges gefundenen Leichname gestattet.
(Anmerkung des W. T.-B-: ES braucht kaum inmrer gesagt zu werden, daß die französischen Berichte, die^chrtz
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