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Erstes Blatt.
Seite 3.
Ein englischer Bericht über die Kämpfe bei Souaiiu
Amsterdam, 7. April. (Ktr. Bln.) Der Pariser Korre- twjräxent des „Daily Chrvnicle" schreibt: 20 000 Franzosen «ahmen an einem der blutigsten Kämpfe des Krieges auf der Front S o u a i n über Perthes, Beau-Sejour und Le Mesnil teil. Es waren Zuaven, koloniale Jnfanterxe, algerische Scharfschützen und Linien-Regimenter. Am furchtbarsten war der Kampf nördlich Le Mesnil und Les H url. In der ganzen Gegend ist nicht ein Meter Boden, der nicht von Granaten aufgewühlt wäre. Die Kämpfe spielten sich auch unter der Erde ab. Die Bäume sind weit und breit durch Angeln zersplittert. Wenn die Artillerie schweigt, so sagt ein Augenzeuge, dann stürzten die Infanteristen wie wahnsinnig gegen die deutschen Laufgräben vor. Aber der Höllenlärm dauert nicht lange. Plötzlich tritt Ruhe ein, und wenn das Glück hold ist, dann käme der Rest dessen, was einst cm französisches Infanterie-Regiment war, bis an die Laufgräben des Feindes. Und dann folgte ein unbeschreibliches Handgemenge, da zum Schietzen kein Raum ist. Mit Gewehrkolben, Eisenstangen, Spaten und Hacken gehen die Feinde aufeinander loS. Der Augenzeuge will gesehen haben, wie Deutsche ihre Fäuste und Franzosen ihre Zähne gebrauchten.
Vom französischen Sanitätswesen.
W- T.-B. Paris, 7. April. (Nichtamtlich.) Der „TempS" meldet: In der Leitung deS Sanitätswesens der Armee stehen bedeutende Veränderungen bevor. Die Person des Generaldirektors des Sanitätswesens wird von den Veränderungen nicht betroffen.
Die Unterschlagungen bei den Heereslieferungen in Chatillon-snr-Seinc.
W. T.-B. Paris, 8. April. (Nichtamtlich.) Das „Petit Journal" meldet: In Chatillon-sur-Seine ist man kürzlich Unterschlagungen bei Lieferungen von Lebensmitteln für die Armee auf die Spur gekommen. Die An- gelagenheit nimmt nunmehr größeren Umfang an. Bisher wurden 13 Verhaftungen vorgenommen. Die Haussuchung bei den Verdächtigen blieb erfolglos, da die Schuldigen Zeit hatten, das Belastungsmaterial zu entfernen. In der Seine wurden große Mengen von Lebensmitteln gefunden. Mehrere Angeklagten sind geständig. Man erwartet, daß noch eine Anzahl von Personen verhaftet wird.
Der belgische Thronfolger als Soldat.
Br. Genf, 8. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Lyoner Blätter melden aus Dünkirchen: Der 14jährige belgische Kronprinz wurde in das 12. Linienregiment eingestellt, das vor König Albert, der Königin und dem Kriegsminister vorbci- marschierte. Der Prinz befand sich zwischen seinen Waffenge- sahrten mit Gewehr über und dem Tornister auf dem Rücken.
Rückkehr belgischer Flüchtlinge. — Die Leistungen des amerikanischen Hilfskomitees.
Berlin, 8. April. (Ktr. Bln.) Das amerikanische Hilfs- komitee für Belgien hat laut „Tägl. Rundschau" im März 90 000 Tonnen Lebensmittel für die belgischen Provinzen eingesührt. Es sei dies die größte Menge seit Beginn der Hilfeleistung. Aus Holland, so heißt es dann weiter, seien im letzten Monat 16 000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgekehrt.
von ven östlichen Kriegsschauplätzen.
Vas Ende aller Invasionsgefahr in Schlesien.
Das Landratsamt in Kattowitz verbreitet die Nachricht, daß Generalfeldmarschall v. Hindenbnrg an den Regierungs- Präsidenten in Oppeln die Mitteilung gelangen ließ, alle an der deutsch-russischen Grenze Oberschlesiens angelegten Schützengräben und sonstigen Befestigungen seien einzuebnen und zum Ackeranbau zu verwenden. Diese Mitteilung wurde an alle Landräte und Bürgermeister weitergegeben, und die Landwirte sind von diesen in entsprechender Weise benachrichtigt worden. Man darf ans dieser Anord- numg wähl mit Freude den Schluß ziehen, daß nach der Aus- ftrffung der militärischen Oberleitung für Schlesien die Gefahr einer russischen Invasion vorüber ist.
Der russische Größenwahn.
Die slawische Adria.
Königsberg. 5. April. (R. W. Z.) Die Moskauer Presse tritt in letzter Zeit bekanntlich immer offenherziger dafür ein, daß das „geeinte Slawentum" unbedingt zur Adria gelangen müsse. Serbien müsse unbedingt einen einwand, freien Zutritt zum Meere erhalten. Sollte Italien wirklich Einspruch gegen die politischen Veränderungen an der Adria erheben, so könnten diesem Staate ja anderweitige Kompensationen gemacht werden. „Utro Rossij" betont, daß zwar die Besprechung dieser delikaten Fragen mög- licherweise als etwas verfrüht hingestellt werden können, eS könne den Slawen aber nicht früh genug beigebracht werden, daß jetzt der große Augenblick gekommen sei.
ein slawisches Reich von ungeheurer Macht und Größe zu errichten Werde jetzt der Augenblick verpaßt, dann sei die Hoffnung für Jahrhunderte vernichtet, daß die Träume der denkenden Slawen jemals in Erfüllung gehen könnten. Um dieses Ziel erreichen zu können wird man sich wenig um p a p i e r n e P r o t e st e küm. mern dürfen. Man solle auch die militärische Stärke der Neutralen nicht all zu hoch einschätzen. Im übrigen kann man diesen wetterwendischen Neutralen nur durchs große Kraftentfaltung imponieren und nicht durch ein Sichbeugen vor ihren Einsprüchen.
Der Flügeladjutant des Zaren gefallen.
Berlin, 8. April. (Ktr. Bln.) Der Flügeladjutant des Zaren, Generalstabsriümerster Sergius v. S t r u w e, ist in Russisch-Polen gefallen.
Japanische Flieger im russischen Heer.
Stockholm, 7. Aprit. "(R.-W. Z.) Da bei der russischen Armee Mangel an Fliegern herrscht, haben sich japanische Militärflieger freiwillig zum Dienst in der russischen Armee gemeldet.
Ein wichtiges russisches Eingeständnis.
Der vollständige Mißerfolg bei den Balkanstaaten.
Berlin, 8. April. (Ktr. Bln.) „Nowoje Wremja" gibt, wie verschiedenen Morgenblättern gemeldet wird, in einem Artikel zu, daß die politische Mission des Fürsten Trubetzkoi bei den Balkanstaaten mißlungen sei. Das Blatt bezeichnet als Grund für den Mißerfolg vor allem die Haltung Griechenlands.
Die Rarpathenschlacht.
Erbitterte Kämpfe aus dem linken Flügel.
Br. Budapest, 8. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Berichterstatter des „Az Est" meldet vom nördlichen Kriegsschauplatz: Der große Kampf, der vor etwa 12 Tagen einsetzte, ist nun in sein H a u p t st a d i u m getreten und wird westlich und östlich des D u k l a p a s s e s, im A n d o w a t a l e, sowie beiderseits des L a b o r a f l u s s e S und aus den umliegenden Höhen mit Erbitterung geführt. Es hat den Anschein, als ob die Russen nach den schlechten Erfahrungen an anderen Punkten sich nun mit aller Macht auf unseren linken Flügel werfen wollen. Westlich der Duklasenke überschritten sie vorgestern die ungarische Grenze und besetzten einige kleine Ortschaften, die wir ihnen überließen. Unsere Truppen zogen sich auf die dahinterliegenden Berghöhen zurück, die eine günstigere Verteidigung ermöglichen. Aus Tschernowitz wird gemeldet: Die russischen Befestigungen südlich des Dnjestr wurden durch unsere Artillerie z u s a m m e » g e s ch o s s e n. Unsere Truppen vertrieben den Feind und besetzten diese Positionen.
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Die letzte Beschießung Belgrads.
Br. Wien, 8. April. (Eig. DrahÄbericht. Ktr. Bln.) Über die letzte Beschießung Belgrads schreiben die italienischen Blätter: Die Wirkung des österreichischen
Feuers war furchtbar. Belgrad wurde auch durch die Donaumoniteure beschossen. Zahlreiche Fabriken und Häuser wurden zerstört.
Die furchtbaren Zustände in Serbien.
„Berlingske Tidcnde" vom 4. April veröffentlicht einen Bericht von Thomas L i p t o n und Robert Hudson aus Serbien: Die englischen und amerikanischen Hilfsexpe-
ditionen machten grauenhafte Erfahrungen. Der Typhus dezimiert die Bevölkerung. Auch Ärzte und Krankenpfleger der fremden Missionen sind davon ergriffen. Die Typhuslazarette sind mit 2000, bezw. 1400 Kranken und Sterbenden gefüllt, ohne jede Medikamente und ohne Betten. Auch in Risch .und in Belgrad herrscht eine entsetzliche Typhus- epidemie. 600 Patienten unter einer amerikanischen Vor- steherin besitzen keinen Arzt und kein cruSgebildetcS Pflegepersonal. Österreichische Kriegsgefangene sind die einzige Hilfe. Medikamente sind überhaupt nicht vorhanden. Außer der amerikanischen Hilfsexpedition bestehen vier englische. Die Existenz der Nation ist direkt bedroht. In keinem Lande hat der Krieg so furchtbare Opfer gefordert wie hier.
Reine serbische Note wegen Mazedoniens an Rußland.
W. T.-B. Petersburg, 8. April. (Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphen'-Agentur schreibt: Die gestern hier in den Morgenblättern erschienene Nachricht, wonach der serbische Gesandte in Petersburg den, Minister deS Äußern eine Note über den Einfall bulgarischer Banden in Mazedonien überreichte, entbehrt jeder Grundlage. Der Text der Note ist vollkommen apokryph.
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Bulgarische Bauden an der griechischen Grenze?
Paris, 7. April., (tzavas.) Dem „Echo de Paris" wird aus Athen gemeldet: Die griechische Negierung hat in
freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit Bulgamens auf
die Einfälle einer bulgarischen Bande in grrechrsches Gebiet hingelenkt und-die Hoffnung ausgedrückt, die bulgarische Regierung werde Maßnahmen treffen, um die Wiederholung solcher Fälle zu vermeiden, die die griechische Regierung nicht gleichgültig laßen konnten.
Neue Beschießung Vurazzos durch Aufständische^
W. T.-B. Athen, 7. April. (Nichtamtlich) Aus Durazzo wird gemeldet, daß die Aufständischen die Stadt h e f t i g mit Artillerie beschießen. Eine Granate fiel auf daS Hau» Essad-Paschas. Die Aufständischen verfügen über 6000 Mann-
Oer Krieg im Grient.
Was an der russischen Flotte im Schwarzen Meer ist.
Rotterdam. 7. April. (Ktr. Bln.) Archibald Hurd meint im „Daily Telegraph": Im Schwarzen Meer verfügt Ruß- land nur über vier Schisse, die einigermaßen Gesechtmvert haben. Dies sind die Schlachtschiffe „Evsase", dm ,,^wan Slatus" aus dem Jahre 1906, der „Panteleimon" aus de« Jahre i960 und der „Masilay" von 1896. Bedenkt w® das langsame Tenipo, womit auf russischen Werften Krie^>- schiffe gebaut werden, so seien diese vier Schisse m WiNl^> keit viel älter, als wie ihr offizieller Geburtstag eS er« scheinen läßt.
Die „Emdenleute" auf der Heimreise.
Konstantinopcl, 7. April. (Frkft. Ztg.) Die tapfer« Mannschaft der „Emden", die nach ihrer glücklichen Lanvung in H o d e i d a einige Wochen Aufenthalt auf dem gesunden Hochplateau von Sana, der Hauptstadt Demens, nehmen mußte, fit nach einem Telegramm des Kommandierenden der Armee gegen Ägypten, Djemal-Pascha, am 27. Marz auf dem Seewege ,m arabischen Hafen L i d elngetroffen. Die Mannschaft der „Emden" wurde überall von den türkischen Behördexi und der Bevölkerung brüderlichst ausgenommen, Ihre Weiterbeförderung geschieht jetzt auf dem Landwege.
Oie Lage der Franzosen in Marokko.
Auch Tanger jetzt belagert.
Br. Rom, 8. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach» richten aus Marokko besagen, daß Tanger von den Rebellmr belagert wird. Die Lage der Franzosen in Marokko sei erchz.
Der Krieg über §ee.
Ein englischer Protest wegen des Hifsftreuzers „Prinz Eitel Friedrich".
W. T.-B. London, 7. April. (Nichtamtlich.) „Mornirrg Post" berichtet aus Washington: Die englische Re- gierung prot^tierte gegen die »dem „Eitel FnWrrch erwiesene Behandlung, die ihm eine Be r g r o tz e r u ng seiner Leistungsfähigkeit ermöglicht habe.
Ein Hetzartikel Archibald Hurds.
W. T.-B. London, 7. April. (Nichtamtlich.) Archr» bald Hur d bespöttelt im „Daily Telegraph" die Gast- freundschaft, welche die Bereinigten Staaten dem Dampfer „Prinz Eitel Friedrich" gewähren, statt das Schiff wegen der Versenkung des Dampfers ^ „Jrye^ unter Arrest zu stellen. Der Kapitän Thienchsen sei als Held gefeiert worden. „Prinz Eitel Frerdrich er* gänzte in aller Ruhe seine Vorräte an Lebensmitteln und Kohlen. Man vergaß auch nickst, mehrere tausend Flaschen Bier einzulagern. Durch die Ausbesserung der Maschinen und die Reinigung des Schiffskörpers habe der Danipfer an Geschwindigkeit gewonnen. Inzwischen müssen die britischen Kreuzer dre auf „Prinz Eitel Friedrich" lauern, in Sturm und Wetter auf offener See kreuzen. Hurd erinnert an den Fall des Kriegsschiffes „Alabama". Die „Alabama sei m- folge der Nachlässigkeit der britischen Regierung ent- kommen, die später der Regierung der Vereinigten Staaten über 3 Millionen Pfund Enffchadrgung zahlen mußte. Hurd fragt, was die amerikanische Regierung dazu sagen würde, wenn die Vereinigten Staaten unt Deutschland Krieg führten, und die britische.StefJtenmg ähnlich vorginge und dem „Prinz Eitel Friedrich in einem kanadischen oder westindischen Hasen Unterschlupf gewährte und dinbei über bte genauen Be)nMinung-ey des Völkerrechts hinausginge.
Berlin, 8. April. (Ktr. Blml Von anderer Seite wird nach gemeldet: „Die Angelegenheit des Hilfskreuzers
Prinz Eitel Friedrich" erregt das allergrößt« Interesse in allen Bevölkerungsschichten Amerikas. Riesige Wetten werden darauf abgeschlossen, ob eS dem deutschen Dampfer gelingen wird, den ihm auflauern, den Kreuzern zu entgehen. Augenblicklich wird 8:1 gezahlt, daß der Dampfer in die Hände der Engländer fallen wird.
Schusses die wenigen Kilometer weit getragen, die in diesem Nachtlampfe die Parteien trennen. Gewaltige blaue Feuergarben mit gelben Kronen blitzen auf in der Nähe der Schein- Werfer, oft so nahe bei ihnen, daß die aufgewühlte Erde sie mit Schmutz überschüttet und der Himmel wird in ein schau- rigeö Feuermeer verwandelt. Am Ende einer Stunde merkt das geübte Ohr des Mannes an der Beobachtungsstation, daß die Zahl der Sekunden, die zwischen Blitz und Knall vergehen, sich mehrt. Bald hat sie 30 überstiegen, — der Feind hat wieder die üblichen 15 biS 16 Kilometer zwischen sich und die Batterien gelegt, und rasch flaut der Kampf ab. Um Mitternacht verhallt der letzte Schuß in der Ferne, und eigentümlich wirkt nach dem Höllenlärm die plötzliche dunkle Stille. Ist es das Ende für heute? Wieder spielen die kleinen Signallichter, in der Telephonzentrale und auf der „F. T."- Station wird fieberhaft gearbeitet. Die Beobachtungen über die Wirkungen der Schüsse werden ausgetauscht und dem Oberkoutmando übermittelt. Dazwischen kommt die Meldung, daß der Feind am Eingang zur Meerenge bleibt. Mit dem Schlafen ist es also für heute nichts, alles bleibt auf dem Posten, und mit unendlicher Langsamkeit schleichen die ersten Stunden de? jungen TageS dahin mit der ermüdenden, aber so sehr wichtigen Beobachtung der Wasserfläche.
Gegen 21/2 Uhr klingelt das Telephon wieder, auf den Bergen wird es lebendig: die feindliche Flotte fährt wieder ein, und mit fast minutiöser Genauigkeit wiederholt sich da» schaurig-schöne Schauspiel des nächtlichen Artilleriegefechts. Wieder richten sich die feindlichen Geschütze in der Hauptsache auf die Scheinwerfer, wieder ist der Horizont ein blendendes Feuermeer und die Erde erzittert unter dem Dröhnen
der Schüsse und dem gewaltigen Knall der explodierenden Granaten. Minutenlang, viertelstundenlang herrscht ein Lärm, als sei eine ganze Hölle losgelassen. Aber mit einer unerschütterlichen Ruhe arbeiten die Scheinwerfer, fortwährend die Richtung ihrer Strahlen und den Charakter ihres Lichtes verändernd, für Minuten sich auch in tiefes Dunkel hüllend. Und der Feind merkt zu seinem Schaden, daß es zwar leicht ist, auf Scheinwerfer zu schießen, aber gar schwer sie zu treffen. Immer sind immer wieder wird der Kampf ausgenommen, drei Minensucher sind schon als Opfer ihres Berufs mit entsetzlichem Knall in die Tiefe gefahren. Da trifft eine Granate das Deck des englischen Kreuzers. Man kann trotz des Lichtes, das sämtliche Scheinwerfer sofort ihm in verschwenderischer Fülle zukommen lassen, nicht genau die Wirkung erkennen, die der Treffer auf dem Schiss ausübte, aver sie tritt bald klar hervor: Langsam zieht sich die Flottill, zurück, diesmal weit hinaus aus dem Gesichtsfelde der letzten Signalstation. Stille wird es in den Forts. Die Mannschaften treten ab und nur die Wachen an den vielen, vielen Beobachtungsstellen bleiben auf ihren Posten.
Mit diesem großen Nachtgesecht scheint der erste Abschniti der Kämpfe um die Dardanellen sein Ende erreicht zu haben In der folgenden Nacht erschienen wohl einige Schiffe am äußersten Ende der Dardanellen, zogen sich aber nach wenigen Schüssen der Batterien zurück, ohne daß e§ zu einem Kampfe gekommen wäre. Seitdem herrscht Ruhe. Der Feind hat am Tage den Angriff versucht mit direktem Feuer aus Riesenentfernungcn und mit indirektem Feuer der moderne,' Dreadnoughtgeschütze über die Hügel des europäischen Ufer- Hinweg, ohne daß die beschossenen Batterien Schaden erlittet,
hätten. Er hat mit nächtlichen Angriffen die Vernichtung der Scheinwerfer und die Durchbrechung der Minenfelder versucht, und auch dies ist mißlungen. Damit kann der erste Angriff auf die Hauptpositionen an der Meerenge als abgeschlagen gelten, dank der Wachsamkeit ihrer Verteidiger, der Umsicht und Tatkraft des Oberkommandos, der Pflichttreue und Unerschrockenheit der Offiziere und Mannschaften, dre sich ganz besonders auch beim Abschlagen der feindlichen San- dungsversuche bewährte.
Was weiter geschieht, kann niemand Voraussagen. DaS Ende der Kämpfe um die Dardanellen ist jedenfalls noch weit, die Engländer werden nun auf neue Wege sinnen, um ihr Ziel zäh und energisch weiter zu verfolgen. Aber inzwischen ist die Verteidigung nicht müßig, und sie kann dem weiteren Fortgang der Feindseligkeiten mit ruhiger Zuversicht ent» gegensehen. V- 8>
Anmerkung der Redaktion. Der Bericht ist, wie unsere Leser bemerken werden, vor der für die Alliierten so ungemein verlustreichen Seeschlacht vom 18. März geschrieben und verspätet hier eingetroffen. Wir hielten ihn aber um seiner anschaulichen Schilderungen willen der Veröfienllichung doch noch für wert. ___________
Nus Kunst und Leben.
Theater und Literatur. Alexander M 0 i s s i, der bekanntlich bald nach Beginn deS Krieges als Kriegsfreiwilliger 'ix die deutsche Armee cintrat und nun in einem Schützeu- ,raben bei Royon liegt, ist zum Unteroffizier befördert worden.
