Einzelbild herunterladen
 

«e. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ansgab.... " Bezugs-PreiS r durch den Verlag Ltd Psg. monatlich, durch die Lost'» Mk. 6» Psg. viertcliahrltch für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

17,000 Abonnenten.

Anzeige,,-PreiS t

Die einspaltige Pctitzeile für locale Anzeigen 15 Psg., für auswärtige Anzeige» 25 Pfg. — Sieclanien die Petitzeile für Wiesbaden SO Psg., für Auswärts 75 Psg.

~-1 Z . für die Abend-Ansgabe bis 11 Uhr BorimttagS, für die Morgen.Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

uächstcrscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

US. 116. Fernsprecher No. 52. Somstttg, de« 10. MlikZ. Fernsprecher No. 52. 1000.

''//KAi/SLfhi tsch ijlhi&Lkctscha* RcJianfMtssghx.

älvtscliott Bucht ....

(nfyJirtitsc&uxnj

*tschyteuL

faangtw

Horgeii-ÜMsgabe»

(Nachdruck verboten.)

Das deutsche Gouvernements -Grdlet in Kiautschon.

Dieser Tage ist im Reichstag der Nachtragsetat für die Kolonie Kiautschou bernthen worden, und da derselbe erhebliche Geld- kordrrungen enthält, an die Kommission zur Berathung überwiesen. 3>n Hinblick hierauf, sowie auf die wiederholt in letzter Zeit cin- gelaufenen Meldungen von Unruhen im deutschen Schutzgebiet von Kiautschou bezw. in der dasselbe umgebenden neutralen

8 one wird unseren Lesern die beistchende, sehr ausführliche arte des eigentlichen Gouvernementsgebiets gewiß willkommen sein. Die Grenze des Gouvernementsgebiets ist in unserer Karte durch eine breite schwarze Linie dargestellt. Sie läuft östlich vom Lauschangebirge in östlicher Richtung, wendet sich dann westlich, die Ufer des Paischaho - Flusses entlang, um sich bis zur Kiautschou-Bucht zu wenden, an deren Nord- und Westrand sie entlang dann schließlich nach Süden geht, hier immer die Hochwasserlinie als Grenze markirend, um sich, im Süden der Bucht von Kiautschou, die dort in das Meer vorspriugenden Halb­inseln abschließend und dem deutschen Gouvernementrgebiet zuw°'send, zur Küste zu wenden. Die topographische Beschaffenheit des Gouvernementsgebiets acht aus unserer Karte, welche alle wesentlichen Angaben enthält, deutlich chcrvor. An der Süd- tzritze der größeren, östlichen Gebietshälfte liegt der Gouvernements- sttz Tsingtau, woselbst die gegenwärtig in Benutzung befindlichen, noch sehr primitive» Hafenaulagen vorhanden find. Tsingtau wird bekanntlich nach einem einheitlichen Stadtplan in moderner, den strengsten hyaieinischen Anforderungen entsprechender Weise ausgebaut. Es rst einleuchtend, daß die an und für sich dort schon ungünstigen Gesundheitsverhäunisse während der Periode des Bauen«, bei welcher bedeutende Erdumwälzungen statt- stnden, sich nicht bessern; es muß von der Zukunft erwartet werden, wenn alle sanitären Vorkehrungen getroffen sind, die

S elbstverständlich in mustergültiger Weise geschaffen werden, daß ich dann der Gesundheitszustand hebt.

Aehnliches ist beispielsweise bei der Anlage des Kriegs­hafens von Wilhelmshaven, welcher in einem sehr ungünstigen, niedrig gelegenen und stark von Fiebern heinigesuchten Terrain, am Jadcbusen, errichtet worden ist, zu beobachten gewesen. Wilhelmshaven zählt gegenwärtig zu den gesündesten Städten im Reich.

Nordwestlich von Tsingtau, zwischen dem Hufeisen-Riff und dem Lande, wird der Hanpthafen der Kolonie angelegt werden. Wie aus der tiefen Linie in unserer Zeichnung, welche die 16 Meter Tiefcnlinie bezeichnet, hervorgeht, zieht sich ein sehr tiefe« Fahrwasser von Süden nach Nord-Rord-Osten an diesem W« tnser de« Gouverncnientsgebiets enltana. und zwar in einer ganz außerordentlich acg-n uugüustige Witterungsverhältnisse aescyütztcu Lage. An der Westseite der Stadt Tsingtau wird der Bahnhof errichtet, von wo aus eine Bahnverbindung, zuerst in nordöstlicher Richtung, der Ufcrlinie folgend, über Tsangkou nach Norden zu, und sich dann westlich nach Kiautschou wendend, gebaut wird. Diese Bahnlinie findet ihre Fortsetzung

in nordwestlicher Richtung über Kaumi nach Well bedeutenden Kohlengebieten, in der

n und den chtnng von

Aus Ktadt und Kund.

Wiesbaden, 10. März.

— Geschichtssialenden. 10. März. 1872: f Giuseppe

a ini, bekannter italienischer Agitator. 1864: st König milian H. von Bayern. 1863: Vermählung Albert Eduards, Prinzen von Wales mit Prinzeß Alexandra von Dänemark. 1845: * Kaiser Alexander III. von Rußland. 1833: * Pedro de Alarcon, hervorragender spanischer Dichter. 1823: * Theodor Wachtel zu

§ am bürg, berühmter Tenorist. 1819: st Friedrich Hrch. Jacob! in lünchen, deutscher Philosoph. 1813: Stiftung des Eisernen Kreuzes durch Friedrich Wilhelm III. zu Breslau. 1810: Die erste

kammer für die Provinz Brandenburg erhalten. Herr Grobben

wird diese neue Stelle bereits mit dem 1. April antretcn. Bei den Bewohnern des Landkreises wird gewiß der Weggang des Herrn Grobben aufs Lebhafteste bedauert werden, da derselbe für den ganzen Kreis in recht segensreicher Weise wirkte.

üjj) Vierzig Kitter (10. März). Kaiser Licinus verbot 320 die christliche Lehre und deren Ausbreitung in seinem Reiche; wer diesem Gebote zuwidcrhandle, solle hingerichtct werden. Nichtsdestoweniger bekannten sich 40 Offiziere aus angeseheuen Familien in ihrer Garnisonstndt Sebaste in Armenien als Christen. Der Richter suchte sie zu überreden, doch ja von diesem Bekennh- nisse abzustehcn, die Ruhe ihrer Familie und ihr Leben zu schonen. Da sie aber unerschütterlich am christlichen Glauben festhielten.

Westlichen

Tstnanfu, de», Gouverncnientssitze des chinefischen Gouverneurs der Provinz Schantung. Bei dem Bau dieser Bahn haben sich bekanntlich wiederholt Unruhen ereignet, zu deren Dampfungen kteincre militärische Expeditionen entsendet werden mußten.

Durch die Erwerbung von Kiautschou ist Deutschland in die Reihe der Großmächte getreten, welche die Ausschließung Chinas rmd den Erwerb von Interessengebieten innerhalb dieses dichtbevölkerten Ricsenreich« mit allen Kräften anstreben.

Unsere von jeher bedeutsamen wirthschaftlichen Interessen in Ostaficn haben mit der Gewinnung der neuen Kolonie einen wirk­samen Rückhalt und ein vielversprechendes Feld der Bcthätignng gefunden.

Mr können schon jetzt mit Sicherheit darauf rechnen, daß Kiautschou in nicht zu ferner Zeit fich zu einem blühenden Handels- emporium entwickeln wird.

lten.CoM n« Zio.Com

Gomermmmt

KMutsshoit.

l ffe uTernr.m.en6s ff rem se.

Siseni&h/i (Aejekt).

Kömg'sche

* Königin v. Schlegel Aesthctiker.

* ~

Schnellpresse patentirt. 1788: * Joseph Freiherr auf Schloß Lubowitz, deutscher Dichter. 1776: Luise von Preußen zu Hannover. 1772: * Friedr. zu Hannover, hervorragender Litterarhistoriker und 1710: Medcrlagc der Dänen bei Helsingborg. 1503: Ferdinand I., römischer deutscher Kaiser.

— Personal - Nachrichten. Der Kreisobstbaulchrer des Landkreises Wiesbaden, Herr Fr. Grobben, hat einen Ruf als Geschäftsführer für Obst- und Gartenbau in der Landwirthschafts-

drohte er ihnen mit Schlägen und verschiedenen TodeSarten. Es half auch dieses nichts. lieber ihre Standhaftigkeit aufgebracht, ersann er eine recht empfindliche Marter. Es war Winter und ein großer Teich an der Stadtmauer zngefrorcn. Auf diesen wurden, dem Befehl des Richters gemäß, die Jünglinge nackend gelegt. Es war ihnen versprochen worden, wenn sie widerrufen wollten, warte ihrer ein warmes Bad und andere Erquickung. Nur einer sagte sich vom Christenthum loS. Als aber das war.nr Wasser seine erfrorenen Glieder aufthaute, fand er den Tod. Der

A«s Kunst und Kebrrr.

* Kn» den Kunst - Ku»stell,mgr«. In den „Wies­badener Kunstsä len" sind eine größer Anzahl recht interessanter Arbeiten eines Malers — Max o. Seydewitz — neu ausgestellt. In Landschaften, Portraits, Bildern aus der biblischen Geschichte und klassischen Landschaften führt uns der Künstler sein Können vor — oder vielmehr will cs uns in allen diesen verschiedenen Genres

B . Es fällt aber sehr ungleich aus: Die komponirte klasftsche chaft geht noch a», nicht aber die Landschaft selber. Bor- " sich find dagegen z. Th. die Portraits und hierin liegt wohl der werpunkt seines Talentes. Es scheint aus allen diesen ver­schiedenen Arbeiten hervorzngehen, daß der Maler noch selber nicht recht weiß, was ihm am besten liegt, als wenn er noch einen Fühler ausstreckte. So ist auch der Eindruck, den die gesammten Arbeiten machen, zuerst kein anmutbendcr, aber nach längerer Betrachtung fangen sie an zu interessiren, man fängt an zu erfaffen, was in ihnen steckt, und sehr bald heben sich einzelne Werke so bedeutend ab, daß man von ichien gefesselt wird. Es ist dies hauptsächlich mit den Portraits der Fall, denn wenig ansprechend wirkt z. B. „Hiob", und Landschaften gar wie „Das Wehr an der Amper" grenzen an das kraß Dilettantenhafte. Die „Arkadische Landschaft" wirkt besser, trotzdem man fich ein Stück Natur jenes sonnigen Landes ganz anders vor­stellt. Üeberhaupt ist Sonne nicht die Kraft des Malers, er hat schwere Töne, etwas unrein, — ins Kalte, Bläuliche gehend, gut z. B. in einem landschaftlichen Hintergrund zu einem Portrait, aber nicht allein bestehen könnend. Doch genug von dein, was Seydewitz nicht kann, und nun zu dem, was er kann: zu den Portrait«. — Ungemein charakteristisch — man empfindet die Aehnitchkeit, ohne die Personen za kennen — malt er seine Modelle. Sem Selbstportcait (wir kennen den Maler peefiniich) ist ausgezeichnet, nicht allein ähnlich, sondern auch lebendig ansaesaßt. Dasselbe empfinden wir beim Beschauen der „Da«« mit «nitarre" — das Portrait beginnt, je länger man

cs beschaut, Leben za bekommen und scheint sprechen zu wollen.

Ebenso Mt ist das Bikdniß der Frau und Mutter des Künstlers, , „ . ....

«kd das Bildlich der alten Herrn (Later de» Malers) wirkt voller , Ausdruck gelangen soll« kein Beobachter mit dem Anschaurn dieses

Leben und Wahrheit. Weniger einverstanden sind wir mit den * ganzen Figuren. Wenn auch auf diesen das Gesicht — die Haupt­sache — gleich den oben beschriebenen Portraits ausgefallen ist — der übrige Körper ist in Zeichnung und Malerei dürft ger, nicht so lebensvoll und plastisch wie die Gesichter. Jedenfalls haben wir es hier mit einem seine Individualität treu znm Ausdruck bringenden Künstler zu thun, der mehr als ein bloßer Kopist der Natur ist, sondern ein Künstler, der es versteht, die Eigenart, das Charakteristische der Persönlichkeit zu erfassen und auf die Lein­wand zu fesseln. Ein klares, gut gemaltes Seestück stellte Ernst Körner aus, und Otto Lingners „Irrlicht" ist ein recht ver­käufliches Bild. Zum Schluß wollen wir noch die Stillleben und Bogelbildcheu von Marie Nestler-Laux und das Stillleben von L. Lenke als gut hier erwähnen. L. G-.

* <ß» presstrt nicht. Der kürzlich verstorbene Geheimrath Ludwig Wiese, der langjährige Leucr des preußischen höheren Schulwesens, pflegte — wie ein Leser der „Tagt. Rundsch." m.t- theilt — in Freundeskreisen eine kleine Geschichte von seiner eben­falls hochbetagt gestorbenen Mutter zu erzählen. Als die alte, ehr­würdige Frau chr 80. Lebensjahr überschritten halte, sagte , sie einmal: „Ich kann jetzt, wenn ich Abends im Bett liege, nicht mehr mein altgewohntes, langes Gebet sprechen, denn ich drusele immer darüber ein. Ich muß mich jetzt kurz fassen und mich mit den Worten begnügen: Lieber Herrgott, ich bin immer bereit, wenn Du michabberufeuwillst — aber von meiner Seite pressirt es nicht."

* Hubert Kerkonrer, der berühmte deutsch-englische Maler, weilt in Berlin und arbeitet dort an einem Emailbildniß des Kaisers, das ein hervorragendes Prunkstück zu werden verspricht; der Kaiser wird in ganzer Figur, auf dem Throne stehend, dar­gestellt in der Uniform der Garde du Corps mit KrönimgSmantel und allen Kron-Jnsigmen. In einer Unterredung über die lex H etnze hat Herkomer sich in folgender Weise geäußert. Die Eng­länder werden es gewiß nicht verstehen, daß deutsche Kunst und deutsche Littrratur gefesselt werden sollen. Da« Nackte kann so rein und heilig wirken, wie die ewige Natur, kein Künstler wird mit der Gestaltung des Nackten, in dem nur das rein Künstlerische zum

Nackten einen unlauteren Gedanken verbinden; cS scheint, daß viele ihrer Volksvertreter das Nackte mit dem Entkleideten verwechseln. Hören Sie: zu unserem großen Dr. Johnson kam, als er sein berühmtes Dictionnaire vollendet hatte, eine Dame und sagte ihm voll Bewunderung: O, wie herrlich ist Ihr Dictionnaire, es ent­hält nicht ein unanständiges Wort, und das hat mich so erfreut! So, meinte Johnson, also haben Sie nach unanständigen Wörtern gesucht? Das, was Dr. Johnson der ihn bewundernden Dame geantwortet hat, könnte man den parlamentarischen und amtlichen Kunstrichtern sagen, wenn sie etwas Anstößiges an einem Kunst­werk entdecken.

* Gin salomonischer Kprnch von Gl>m Pani. Einmal

wurde dem ^Ohm Krüger", kurz nachdem er von Staatswcgen für den Bau einer holländischen Reformkirche ein Stück Land, ein Erf", hergcgeben hatte, von einer jüdischen Geuuinde eine ähn­liche Bitte unterbreitet. Der Präsident versprach seine Einwilligung. Ein jüdischer Freund beklagte sich bei ihm, daß das Stück Land, das sie bekommen, nur halb so groß wie das der holläirdischea Reformkirche sei. „Run", versetzte Krüger, „was finoen Sie Un­rechtes dabei? Jene glauben an die ganze Bibel, deshalb be­kommen sie ein Erf; Ihr glaubt nur an die halbe Bibel, folglich bekommt Ihr ein halbes Erf."

* Verschiedene Wittheilungrn. Im Mai 1898 entdeckte Loret, der damalige Direktor des cgyplischen Ultertinimcr-MnseumS, in dem Grabe Amenophis II. zehn Königsmumien, von denen er eine für die des Aekh en Acten (Amenophis IV.) erklärte. Maspero, der jetzige MuseumSdirektor, hat diese zehn Mumien vor einiger Zeit nach Kairo schaffen lassen, und bei einer Prüfung durch die Egyptologen Brugsch Betz, Dareffay und Ejvrff ist festgestefft worden, daß die genannte Mumie in Wirklichkeit die Mercnptabs ist, der für den Pharao dos „Anzugs der Kind« Israel" gut.

Bei dem Bau des neuen Deutschen Schauspielhauses in Hamburg find imr 280 Kubikmeter Holz verwendet. In das Wiener Ringthcatcr waren noch 30.000 KnbVmeter Holz eingebaut.

Siegfried Wagners „Bärenhäuter" wird im Berliner Opernhause am 16. März zum ersten Mal in Srene gehen. Der Komponist nimmt an den Proben Theil.