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«s. Jahrgang.
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Für die Aufnahme später cingereichter Anzeigen zur
Uo. 110.
Fernsprecher No. 68.
Mittwoch, der, 7 . Mar?
Fernsprecher N« 62
1W0.
Wider die lex Heime!
(Schluß.)
Nach der Rede Nifscns erbraust ein. Beifall, der sich nicht beruhigen will. Als er gerade ein wenig abniinmt, tritt Sn derma nn auf das Podium; und nun wird der Sturm zum Orkan, der Minuten lang ohne Unterbrechung anhält. Endlich verschafft die Glocke des Präsidenten dem Dichter Gehör. Er spricht mit ruhiger, gelassener Stimme, die sich zuweilen zu einem kräftigen Pathos erhebt und an anderen Stellen wieder mit schneidender Satire zu tonen weiß.
„Meine Damen und Herren! Nach den lichtvollen Ausführungen meiner Vorredner habe ich die Pflicht, mich kurz zu fassen. Das wird auch Ihnen nicht unangenehm sein. Wie Sie wissen, schwebt über allen Jüngern der Kunst zur Zeit die moralische Znchtrnthe — der eigentliche Prügelknabe ist aber doch der Dramatiker. Als ein Vertreter dieser übel beleumundeten Menschenklasse stehe ich vor Ihnen. Und ich glaube, ich habe ein wenig das Recht, zu fragen: wie geht cs zu, daß wir dramatischen Dichter mit einem Male zu Volksverführern gestempelt werden, zu Leuten, welche die niedrigsten Instinkte schüren? Wir sind uns doch bewußt, ehrlich und nach besten Kräften gewirkt zu haben; die dramatische Dichtung wurde bisher als die Blüthe, als die höchste Entwickelung der Poesie betrachtet; und nun soll sich das Alles geändert haben? Meine Damen und Herren! Fcfft hundert Jahre lang bewegte sich die Kunst, eingcspannt in die Tretmühle fünffüßiger Jamben-Drame«. Man raffelte mit Rüstungen und Empfindungen und nannte das gern Idealismus. Dann kam eine neue Zeit und goß neue Kunst in neue Formen. Wir vergießen keine Thränen mehr, wenn Ludwig der Bayer und Friedrich von Schwaben sich versöhnt in die Arme sinken, und wenn man die arme Agnes Kenianerin ins Wasser wirft, dann gähnen wir. Auch die Zeit des Dumas und des Sardou, die lauge die Bänke der Theater füllte, ist überwunden. Wir haben fetzt ein Drama, das nicht in Webers „Weltgeschichte" nach Stoffen sucht, nicht bei den Franzosen bettelt, nicht die Beilcheufrcsfer oder die jüngsten Leutnants zu Helden wählt. Aber uni dieses Drama handelt es sich im Grunde garnicht. Jedes neue künstlerische und geistige Unterfangen war j« von jeher den gionSwächtern ein Greuel gewesen. Nie sind ihre Lamcntalioiien, chre Klage» verstuinmt, wenn sich ans finstereni Alten das helle Reue hindurchringen wollte. Diese Männer führen keinen Kampf gegen das neue Drama, sondern gegen die neue Zeit! (Beifall.) Und weil sie die moderne Welt nicht vernichten können, versuchen sie es, den Spiegel zu zerschlagen, der das Bild dieser Welt Wiedersehen will. Der Paragraph, aus dm es für uns Dramatiker ankommt — er ist Ihnen von Herrn Abg. Schräder vorgeleseu — spricht von zwei Gefühlen, die verletzt werden könneii: Vom Schamgefühl und vom Sittlichkeitsgefühl. Rrin denke ich mir das Schamgefühl einer sechzehittährigen Pensionärin anders geartet, als das eines erwachsenen Mannes, und ich freue mich,' nach den Vorgängen der letzten,Zeit konstatiren zu können, daß Beamte unserer Polizei, daß ehemalige Sergeanten noch kchamhaftcr sind, als sechzehnjährige Mädchen! (Gelachter.) Aber die eigentliche Gefahr birgt der Paragraph doch in deni Ausdruck „Sittlichkeitsgefühl". Früher kannte man nur gute und böse Menschen auf der Bühne. Da war es sehr leicht, eine Unterscheidung zu treffen — auch für Sergeanten. Heute sind wir zu der Ansicht gekommen, daß cs nicht fchlechthin gute oder böse Menschen tu Reinkultur giebt, daß sich in der Menschcnseele mancherlei Edles und Unedles mischt. Das wollen aber unsere Freunde von der lex Heinz« nicht gelten lassen. Sie wollen die Kunst, sie wollen das Leven moralifiren. Zwischen einer solchen schematistrenden Weltanschauung und Dichtern ist ein Streit unmöglich. Was hilft es, diesen Leuten zu sagen, daß nach den Worten des alten Philosophen Alles flieht. Alles, auch das Gefühl für das Schickliche und Unschickliche dem Wechsel unterworfen ist? Was wissen sie von einer Problemdichtung? Für sie ist die Sitte normirt
so s.
durch Bibel und Katechismus, und so soll sie bleiben in alle
Ewigkeit! In dieser Zeit, in der man die Dichtung, die ihre eigenen Wege sucht, mit Gefängniß bedroht, könnte kein hervorragendes Werk des letzten Jahrzehnts mehr zur Geltmiq kommen. Von mir schweige ich — ich bin ja auch schon im Reichstag öffentlich gebrandmarkt! (Gelachter, Beifall.) Aber ich danke der Offenherzigkeit des Herrn Roeren, die ganz klar gezeigt hat, wohin der Schlag treffe» soll. Es handelt sich nicht um Volksstücke, in denen Patriotismus und Tricots in bciigaliicherBelcuchtniig in Erscheinung treten, es handelt sich nicht um französische Schwänke, cs handelt sich um das nioderne Drama. Stücke wie „Weber", „Jugend" „Haubenlerche" - ja auch den „Talisman" rechne ich trotz des Marcbcnstoffcs dazu! — die sollen verschwinden. Wenn man nicht den Fluch der Lächerlichkeit vor der ganzen Welt fürchtete, wurde man wohl gern auch die Klassiker verschwinden lassen? Wie aber wird sich das Alles in der Praxis mache»? Die Censur schützt den Direktor nicht. Hat ein von ihr freigegcbeiies Stück Anstoß cr= regt, dann kann der Direktor verklagt werden, das Stück muß bis zum Anstrage des Prozesses von der Bühne verschwinde», und hat dieses stuck Erfolg gehabt, so ist der Direktor durch die Unterbrechung rmnilt. Aber reden wir nicht vom Direktor. Folgen wir dem Stuck vor seinem Richter. Er mag wacker und wohlwollend sein, aber kniistlcrischen Dingen steht er meist weltcufern. Ich erzähle Mneii einen krassen Stoff. Ein Gastfrcnnd, der die Frau seines Wirths verführt, und bei dem die erotische Gluth noch starker auflodert, als er erführt, daß die Geliebte seine Schwester ist, durste der Richter einem solchen Stoff seine Zustimmung geben? Gr durfte cs nicht, ich selbst würde es nicht, wenn er mir nur als „Stoff vorgetragen wird, und mit dem Vota wäre, wie Sie schon erkannt haben der erste Akt von Wagners „Walküre" vo n der Buhne verbannt! Das mag Ihnen beweisen, wie wenig ein Stoff bedeutet, wie unendlich viel die künstlerische Form zu bedeuten hat. Aber nehmen wir das Gesetz einmal als ge- sä,affen an Wie würden die Zustände sich dann ansbilden? Panzerrasseln, epigonenhafte Phrasen, große dramatische Ahnen- gallerieen wurden auf der Bühne erscheinen! (Stürmischer Beist',u) Wie viele Fürstenhäuser gicbl es in Deutschland! Alle ihre Almen wurden wir bewundern uniffen! Und das sociale Drama! Da wurden die Vertreter der freieren Gesinnung an die Wand ae- » .|?. £ m,: ke der Streik durch das sanfte Zureden des wackeren Ortsgeistlichen beschwichtigt werden; und wie oft würde das tugend- haste Mliiä>en sich bcloynt sehen durch die Vereinigung mit dem geliebten Referendar, dem idealen Referendar, der es'noch mal bis Um Landrath bringen kann! (Gelächter.) Und warum das Alles? Weil man behauptet. Deutschland sei im sittlichen Niedergange; die Sittlichkettsverbrechen hätteii sich verdoppelt. Schon im Reichstag ,st von einem hohen Jnstizbeamlen diese Annahme als falsch be- zelchnct. Aber wir brauchen gar keine Rechtsgelehrte, um sie als falsch U erkenne,i. Ein Volk, das so arveitek, wie das deutsche, kann sittlich nicht unter gehen! (BravoI) Ein deutscher Dichter hat gesagt: „Der Dichter solle das Volk bei der Arbeit anfsiichen." Heute wird man das deutsche Volk nirgends anders finden können, als bei der ArbeitI Und wie verblendet ist es, daß man, mn das Laster zu bestrafen, aus der Haut der deutschen Dramatiker die Riemen schneiden wrll! Einst hat Schiller dem Dichter den Platz nn Olymp zuerkannt, heute weist man ihm einen anderen Platz an, unter de» Zuhältern und unter den Dirnen! (Bewegung.) Meine Herren! Wir sind bisher Ml Schaffende gewe,en. Wir haben allzu verträumt den Gang der Ereignisse an uns vorüber schreiten lassen. Jetzt reißt man uns aus unserer Werkstatt, von unserem Schreibtisch. Man zwingt uns, Agitatoren zu werden. Gut, wir wollen es werden. Uiid wir wollen nicht eher vom Kampfplatz verschwinden, bis das verlorene Gebiet wieder erobert bis jede Schmach von deutscher Kunst genommen ist. Wir Alle müssen uns versprechen, in diesem heiligen und ehrlichen Kampfe aiisznharrcil. Ich, meine Damen und Herren ich verfpreche es!" (Minuteiilaiiger Beifall.)
Mit dieser Rede waren die Referate beendet. Abgeordneter Schräder dankte den Rednern und brachte die folgende Resolution m Vorschlag:
„Die vom Reichstag beschlossenen, äußerst dehnbaren und der ver chiedensten Auslegungen fähigen, für ein großes Kulturvolk demuthigenden Bestiinmungen in den Zj 184 bis
184b der sogenannten „lex Hemze" bedeuten eine schwere Gefahr für die Entwickelung der deutschen Kunst und Litteratur. Die Versammlung erhebt dagegen entschieden Protest und erwartet, Säst die deutsche Volksvertretung bei der Schlußberathimg diese und ähnliche Bestlmninngen ablehnt."
Die Resolution wird nach kurzer Debatte einstimmig - oder vielmehr gegen eine Stimme eines jungen .iierrn.' der offenbar aus Versehen anderer Meinung war! — angenommen. Vorher waren einige Herren, darunter der 'Abgeordnete Müller (Meiningen), für eme schärfere Resolution ein- sietreten, hatten aber nach kurzer Rede des Abgeordneten vr.Barth schädige», auf(,ei,eben ' mn bie l>roße, einige Stimmung nicht zu
/u Die Versammlung ist geschlossen. Schon wendet man sich zum Gehen, da erscheint auf der Nednectribüne die Gestalt Friedrich Dern b u rgs. Er hebt ein Telegramm in die Höhe. Eine tiefe Stille entfteht. „Eine Nachricht von unfcrm Gerhard Hanpt- mann. Er sendet uns ans dem Süden folgende Depesche:
"Die Kunst ist eine unzerstörbare Macht, deren Erhabenheit und Große Diejenigen nicht ahnen, die sie bekämpfen und beschimpfen Aber der Mensch kann in den rückfälligen und barbarischen Ausbruche» eines dumpfen und rohen Fanatismus für lange Zeitspannen ihr befreiendes Wachsthmn hcmmeli. Auf daß die Epoche, in der wir leben, durch die Ausbrüche derartigen Un- slnnS Nicht bemakelt werde, verbinde ich mich mit Ihnen zu aller- scharfstem Protest."
Ein neues Jauchze», Jubel» und Beifallsklatschen erhebt sich. Im «aale, spater auf der Straße, bilden sich Gruppen, die noch lange plaudernd beisammenstehen. Jeder fühlt, das; in dieser Versammlung so verschiedenartiger Menschen eine Kraft zum Ausdruck kam, vor der selbft stärkere Gewalten zersplittert sind als die, über welche hie Reichstagsredner für die „lex Heinze" verfügen: Die Kraft eines edlen und einheitlichen VolkswiFens.
Ans Stadt »nd Kand.
W iesba den. 7. März.
Gchchichtskaiender. 7. März. 1891: Niederlage der Chilenen bei Pozo Mmontc. 1871: Kaiscrparadc auf dem Sclilacht- felde von Villiers. 1871: Begründnna des Centrnms im Reichstage. 1848- Vereidigung des hessischen Militärs auf die neue Ver- fassiiilg. 1833: * Theodor Christlieb, evangelischer Theologe, Gründer des Bonner „Johannen»,". 1799: *'Franz Celakovsky >u Strakoni«, czechlscher Dichter. 1793: * John Herschel zu Slough. ^rvorrageiider Astronom. 1724: f Papst Jnnocenz XIII. 1716:
Ewald Ehr. v. Kleist zu Zcblrn bei Köslin, iianihailer Dichter und preußischer Kriegsheld.'
Priprtun und Felicitas erlitten im Jahre 203 unter Kaiser «epttmms Severus in Karthago den Märtyrerlod. Perpetua gehörte den höheren Ständen in Karthago an. Sie wurde mit Felicitas, welche als Sklavin zum Christenthnm überaetreten war. verhaftet und tn das Gefängniß geschleppt. Die Bitten ihres Vaters, vom Chrtstenthum abzufallen und zum Heidenthum zurückzukehren, blieben erfolglos; selbst die Liebe zu ihrem Kinde konnte ste nicht abwendig machen. Mit drei Jüngliiigeil wurden beide Frauen verurtheilt, den wilden Thieren vorgeworfcn zu werfen Im Gefängniß gebar Felicitas eine Tochter, welche aber ihre Schwester zu sich nahm, um sie als eigenes Kind aufzuziehen. Am 7. Marz 203 wurden sie in die Arena geführt. Ein Leopard und ein Bar tödteten die Männer. Die sich ihrer Gewänder entledigten Frauen wurden einer wüthenden Kuh entqegengestellt, die sic beide m die Lust schleuderte. Da sic aber keinen Schäden nahnlen, führte man sie nach dem Thore des Amphitheaters, wo sie mit dem Schwerte lnngerichtet wurden. Die „Acta Perpetuae et Felicitatis“ Md eine der berühmtesten altchristlicheil Schriften und unzweifel- haft echt.
- Uaribtö Theater Kürgrrsaal. Die Direkticn des Theaters wird von heute ab jeden Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr. Kiiider-Aorstelluligcn mit angemessenem Programm veranstalten. Das Eintrittsgeld für Kinder ist auf 10 Pf. 'und für Erwachsene aus 20 Pf. festgesetzt. In der heute stattfindeiidcn Vorstellung werden unter Anderen, auftreten: Miß Pilotti mit ihren Hunden
Auf dem Genossenschafts - Ballfest der Berliner Bühnenkünstlerinnen machten die Damen den Herren der Schöpfung in lie^nSwürdigstcr Weise die Honneurs. In gelungener Weise wurde die Idee der verkehrten Welt ausgestaltet und durchgcführt: Es gab eine Hcrrenspciide, ein zierliches silbernes Pantöffelchen, und die Damen waren es, die zum Tanze engagirten, sodaß den Herren
nichts übrig blieb, als gednldig zu harren, bis man sie zum Tanz führte. Geradezu berückend war die Pracht der Toiletten, und selten wohl war der viel gebrauchte Ausspruch: Erlaubt ist, was gefällt, so am Platze, wie hier. Obwohl kaum eine der Toiletten der anderen glich, erschien ihnen allen gemeinsam der, tiefe Ausschnitt und der lange Aermel, der bis über die ring- beladeneu, handschuhioscn Finger reichte. Vorherrschend waren wieder die duftigen Roben über gleichfarbiger öder abstechender Seide, mit gleißenden Flitter» bestickt oder ganz aus der wirkungsvollen irischen Spitze bestehend; auf dem langschleppenden Rocksaum fielen Chiffon-Plissees, drei-, vierfach übereinander, beim Tanze unendlich reizvoll auf- und nicder- wogend. Und ordentlich wohl- thuend war es, die schmiegsamen Gestalten zu beobachten, denn die
t - - - alle nichr „geschnürt", sondern
trugen das niedrige Mieder, das die Bewegungsfreiheit des Overkörpers nicht beeinträchtigt. Ein Wort müssen wir auch noch den Frisuren widmen, unter denen die hochstehenden m der Mehrheit waren; unsere Skizze zeigt die dreifachen Haar- lchlup.se" von einer Haarsträhne umwunden und gehalten, die vorn eine kvitliche Brillant-Agraffe schmückt. Seitlich hinter dem linken ,
echten Mode-Damen waren
Ohr schmiegt sich in die locker zurückge- kämmten Haare eine Riesenblume, eine ebenso originelle wie kleidsame Tracht, der man häufig begegnete. (Diese Ausführungen, wie auch die folgenden Notizen über Mode-Neuheiten entnehmen wir einem interessanten Bericht, den das demnächst erscheinende Heft 6 der „ZllustrirtenFrauen- Zeitung" s Berlin, FranzLipperheidejin ihrer Rubrik „Gesellschaft und Theater" enthalten wird.)
Als diesjährige Frühjahrs - Novität erscheinen dreiviertellange Sackjacken aus Seide, mit sehr eigenartiger Ausstattung aus Tuchstickerei. — An der Vorlage zu unserer Skizze sind die gekurbelten itnd ausgeschnittenen Stickerei - Figuren einem weitmaschigen Spitzen - Netzgrnnd aufgcarbcitct; ste überziehen glatt die engen Aermel und ergeben, lose fallend und durch Seiden- fransen begrenzt, das
I und im Rücken tief herabreichendc Jäckchen, sowie den verjüngt aufsteigenden Besatz, welcher der etwas gerundeten Form der Vorderthcile folgt. ^ Den hochstehenden Kragen umranden Püffchen ans schwarzem seidelimull; gleicher Stoff, kreuz und quer in
Wcllenfältchen gebrannt, bildet das den Hakcnschluß deckende Jabot. Den Uebergangshut aus Roßhaargeflecht garnirt eine Elsaßscbleise aus Sammet mit Straßschnalle; linksseitig nicken über die durch Rosen gehobene Krempe drei schwarze Straußfedern.
Große, zum Theil übertriebene Eleganz kommt in den Besuchs-Toiletten zum Ausdruck. So trug Frau v. R., als sie, von der Riviera zurückkehrend, wieder in den Berliner Salons erschien, einen langen Mantel au« prächtiger schwarzseidener Spitze über weißem Atlas, dazu eine schwarzseidene Robe, deren Taille schwarze Spitzen- Medaillons über weißem Atlas eingefügt zeigte. Ihre Anmuth vcrhalf somit abermals der schwarzwcißen Mode zu einem Triumphe. Nnscr Bildchen zeigt den Mantel mit enganliegender, deni hohen Anfstellkragcn angeschnittener Schnlterpässe, an die der eigentliche Cape-Theil leicht gereiht tritt. Der oben sabotartig ausfallende Volant- Ansatz wird von einem Perl- „ , , börtchen begrenzt und durch
einen Volant aus gebrannter weißer Gaze gestützt. Bcmerkens-
werth ist die nach der Mode des Tages capnchonartig geordnete
Schulter-Garnitur, die für sich mit Atlas unterlegt wurde und über der Brust m zwei dichten Puffen endigt. Hähnenfedern halten
