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m. r«

Donnerstag, 8. April 1S1T.

i)54, Holland 160. Deutschland wäre nach diesen Zahlen »oglcmd gegenüber um ein Geringes zurückgeblieben. Das -st aber nur scheinbar der Fall. In der Mehrzahl der höheren «ehranstalten ist durch die Errichtung von Vorschulender Elementarunterricht einbezogen. Das mitberück- Uchtigt würde Deutschland auch in den Zahlen die erste Stelle ernnehmen lassen. Auch die Beschaffenheit und der Um­fang des Unterrichts spielt eine bedeutsame Rolle. Neben den niederen Schulen sind aber auch die in Rußland auf einer tiefen Stufe stehenden mittleren und höheren Lehranstalten Mtzuberü-cknchtigen. In Rußland kommt eine Mittelschule nnf je 120 000 Einwohner, in Serbien auf je 130 000, in Bul­garien auf je ISO 000 Einwohner. Die gewaltige Überlegenheit deutscher Kultur äußert sich auch in der Zahl der Anal­phabeten unter den Rekruten. In Rußland können von je 1000 zum Heeresdienst herangezogenen 620 weder lesen noch chreiben, eine Zahl, die nur von Rumänien mit 690 und Ser­bien mit 796 übertroffen wird. Unter je 1000 Rekruten be­trägt die Zahl der Analphabeten in Italien 307, Grishen- land 300, Österreich-Ungarn mit seinem früher, nicht mehr m der Gegenwart unzulänglichem Schulwesen 220, Belgien 83, Frankreich 40, Holland 21, England 10, in der sich guter Schulen erffeuenden Schweiz 4,6, Dänemark 2, in Schweden 0,8, in D e u t s ch l a n d nur 0,4. In Rußland ist also 'dre Zahl der Analphabeten ISSOmal so groß als in Deutschland.

Drei große Entlausungsanstalten werden, wie dieHolzwett" erfährt, in Alex and ro wo errichtet werden; mit dem Bau wrrd bererts tn den nächsten %aatn begonnen. Alexandrowo liegt zwar schon rn Russtsch- Polen, ist aber nur etwa 40 Kilometer von Thorn entfernt. Der Ban, dessen Kosten auf etwa eine Million Mark veran- schlagt sind, wird von drei Thorner Baufirmen ausgefnhrt. Ms Material wird hauptsächlich Holz verwendet.

Deutscher Reich.

* Der Deutsche Verein für Armenpflege und Wohltätigkett versendet soeben die Einladung nebst Tagesordnung zu der am 16. und 17. April im Plenarsitzungssaal der Reichstags zu Berlin stattfindenden Tagung über die soziale Für­sorge für Kriegerwitwen und Kriegerwarsen.

Der Einladung ist eine Einleitung in die Hauptprobleme von Professor Ch. I. K l u m k e r (Frankfurt a. M.) Leigefügt.

* Der Deutsche Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke. Berlin IV. 15. Uhlandstraße 140.« hat ferne Organr- sationen (257 B^rrksvereine und Frauengruppen) rn den Dimfit der Sammlung von Liebesgaben für pn^re Truvven gestellt. Bisher wurden Liebesgaben tra Gesamtwert von mehr als 50 OM M. gesammelt und audle Front abge- fübrt. Liebesgaben können an dw SammelWle frachtfrei befördert werden, wenn die weißen. Frachtbrrefe sowie die Frachtstücke mtt der Bezeichnungfreiwillige Gaben an der Smu-melstelle bei den Güterabfertigungen «urfgegeben werde». Zurzeit sammelt der Verein Liebesgaben für dre Sudarmee

K Dentfchm ^ Wehrmannsbunr, für Sckließen mtt Militär- wufsen. Unter diesem Namen ist unter Leitung des General- leutuants v. Kries eine Bereinigung rns Lehen getreten, dre ihre Wirksamkeit über das «w Deutsche Rmch erstreckt ^m EinWrng mit den Wünschen rmserm M-.lrtawebor de ve rfolgt der Wehrmannsbrrnd das Ziel. dre WehrkE des Vaterlandes dadurch zu erhöhen. daß rnögti« alle KwegstcMlrchen rm Schießen mit MRtärwaffen ausgebiüai werden^ Dre nötigen Schietzstände find vielfach vorhanden; wo sre fehlen, wird dre private Opferfreudigkeit einsetzen müssen und gewiß auch gern eirfietzen Weiter ist die Beschaffung vou Wehrmannsgewehre«, die mit ürrferm Armeegewehr im werentlrchen ubercirrstimmen, und von Patronen dringend nötig. Aufgabe d^ Wehrmanns- bundes ist es im ganzen Reiche die Vereinigungen und Einzelpersonen zusammenzufaffen, die arr diesem bochvedeut samen patriotischen Werke Mitarbeiten und d<church den Miß: tärbehördeu die schwere Arbeit der schnellen Ausbildung der^ ieriigen erleichtern sollen, die noch gar nicht oder vor langer Zeit gedient haben. Aris allen Teilen Deutschlands liegen schon zahlreiche Beitrittserklärungen vor. Solche werden auch weiterhin an den Vorstand des Deutschen Wehrmanns- Hundes fiir Schießen mtt MÄttarwaffen (Gesch-fitsstelle: Berlin-Schloß Schönholz) erbeten. Dringend notig ist werter die Einsendung reichlicher Geldspenden an^ Nelle

Der jährliche Bundesbettrag einschließlich -oaftpflichtverstche' run« ist auf mindestens 1.50 M. festgesetzt.

post und Eisenbahn.

Die Post im Kriege. Bon dem Personal der Reichspost und Telegraphenverwaltung sind aus Anlaß des Krieges eingezogen worden 70 780 Personen, und zwar: a. zum Heere: 14 200 Beamte und 55 200 Unterbeamte, b. zur Feld­post: 1310 Beamte und 1070 Unterbeamte. Hiervon waren bis Anfang März gefallen: 81 höhere Beamte, 784 mitt­lere Beamte und 1060 Unterbeamte. Nicht eingerechnet in obige Zahlen find diejenigen Klassen, die zur Postverwaltung noch im Arbeiterverhältnis standen, wie Telegraphenarbeiter, Postillione usw.

Kur Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Landlagsersatzwahl im 8. nassauischen Wahlkreis.

Wie wir bereits mitgeteilt haben, findet die Neuwahl der Wahlmänner an Stelle der seit der letzten regelmäßigen Land­tagswahl durch Tod oder Verziehen aus dem Urwahlbezirk oder aus sonstige Weise ausgeschiedenen Wahlmänner im 8. nassaui­schen Wahlkreis am 6. Mai d. I. statt. Die Ersatzwahl für den verstorbenen nationalliberalen Wgeordneten Bürger­meister a. D. Wolfs (Biebrich) wurde vom Herrn Regierungs­präsidenten Dr. v. Meister auf den 20. Mai d. I. festgesetzt. Zum Wahlkommissar ernannte der Regierungspräsident Herrn Königl. Landrat Dr. Klaufer in Höchst a. M. und zu dessen Stellvertreter Herrn Königl. Landrat Kammerherrn v. Heim­burg in Wiesbaden.

Ueberschrettung der Höchstpreise ist strafbar:

Herr Polizeipräsident v. Schenck gibt bekannt: Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß Überschreitungen der für den Handel mit Lebensmitteln usw. behördlicherseits fest­gesetzten Höchstpreise mit schweren Strafen geahndet wer­den. Gleichzeitig wird das kaufende Publikum darauf auf­merksam gemacht, daß es sich, wenn auch nicht rechtlich straf­bar, jedoch gewissermaßen mitschuldig macht, wenn es durch Zahlung höherer Preise den Verkäufer dazu verführt, die für ihn festgesetzten Höchstpreise zu überschreiten und sich dadurch strafbar zu machen.

volles Gewicht.

Mit Bezug auf die von dem Magistrat für den Handel mit Brot festgesetzten Höchstpreise wird vom Herrn Polizei- p. Schenck auf die Bestiimirungen der Polizetver-

Wiesdadene» Tagblalt.

ordnunz, betreffend den Brotverkauf, vom 10. Dezember 1914 hingewiesen, wonach die Bäcker und die Verkäufer von Brot u. a. verpflichtet sind, in ihren Verkaufslokalen (Verkaufs­stellen) eine Wage nebst den erforderlichen geeichten Ge­wichten aufzustellen und die Benutzung der Wage zum Nachwiegen des verkauften Brotes zu g e st a t t e n, bezw. das Brot den Käufern auf deren Verlangen vorzuwiegen. Der Herr Polizeipräsident macht nicht rmr die Bäcker und Händler, sondern auch das kaufende Publikum hierauf ausdrücklich auf­merksam.

Rauttonsschwindler.

Der Kaufnrann Artur Schmidt aus Görlitz hatte zu Beginn des Krieges in verschiedenen Zeitungen eine Anzeige folgenden Inhalts:H e i m ar b e i t eri n n e n auf einfache Kreuzstichstickerei bei guter Bezahlung sofort gesucht, ver­öffentlicht. Es meldeten sich etwa 70 Personen, lauter arme Leute, «chmidt versprach, ihnen die Arbeit zu liefern, sofern sie 4 M. als Sicherheit für das erforderliche Material, Muster und Rahmen einsendeten. Etwa 20 Personen sandten den Be- ttag ein, erhielten aber weder Muster und Rahmen, noch auch irgend welchen Bescheid. Wiederholte Anfragen blieben unbe­antwortet. Auf die Anzeigen der Betrogenen wurde Sch ver­haftet. Die Hauptverhandlung erbrachte, daß Sch. vollständig vermögenslos und nicht imstande war, irgend welche Heim­arbeit zu beschaffen. Er wurde zu 4 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Seine Handlungsweise wurde als besonders verwerflich erachtet, weil durchweg arme Leute, die in den jetzigen an sich schweren Zeiten auf einen Nebenverdienst an­gewiesen sind und oft ihre letzten Groschen geopfert hatten, von ihm betrogen worden waren.

Wie Schnttdt, so sucht zurzeit noch eine große Menge Volksausbeuter auf unehrliche Weise ihren Vorteil zu wahren. Es muß immer wieder größte Vorsicht bei allen Herm- arbeits- und Nebenerwerbsangeboten, mögen sie noch so ver­lockend lauten, angeraten werden. Gerade die verlockendsten Angebote sind vielfach die unsolidesten. Bevor man sich mit unbekannten Personen oder Firmen, die Nebenerwerb und Heimarbeit anbieten, einlätzt, erkundige man sich über ihren Ruf. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck, Parade 1, gibt einem jeden gern kostenlose Auskunst und Hilst nach Kräften den bereits Geschädigten.

Sur Warnung.

Die Elberfelder Kriminalpolizei hat festgesteüt, daß die Firma Jos. Hast erb ach. G. m. b. H., die dort eut Fuhrge- schäft betreibt, im Februar d. I. bei der B e st a n d s a u f ° nähme über ihre Hafermeugen unrichtige Angaben gemacht und der Anmeldung über 2M Zentner entzogen hat. Üm diesen Vorrat zu verheimlichen, hatte der Geschäftsführer der Firma in seiner im Gefchäftshause liegenden Wohnung das letzte Zimmer durch das Vorstcllen eines großen Schran­kes zur Vorratskammer gemacht und durch ein Loch in der Decke den Hafer vom Speicher in das darunter Itegei&e Zim- nter laufen lassen. Der Schrank war so angeordnet und das Zimmer derart eingerichtet worden, daß dahinter ein weiteres Zimmer nicht vermutet werden konnte. Der der Anzeige ent­zogene Hafer wurde zugunsten der Stadt beschlagnahmt. Zu­dem hat' der Geschäftsführer der Firma seine gerichtliche Be­strafung zu gewärtigen. Nach den Bestimmungen steht -ms unrichtige oder unvollständige Angaben über Hafervarräte eine Gefängnisstrafe dis zu 6 Monaten oder eine GMtrafe bis zu 1500 Mark.

Wiesbadener Lazarette.

Aus der Verwundetenliste der Auskunftsstelle in der Loge Plato" für im Felde stehende naffaufiche ^Soldate n: Fo^riillerie-Refliment Rr 27: Im Daultnenstch: Schweckardi (Meder-Jngelhenn). Rcherve - Feldmtillerie - Rament Nr. 56: Im Hotel Spiegel: Wagner (WresbÄimr). RÄewe- Feldartillerie-Regiment Nr. 21: In den Bahnhofs-Baracken. Reservist G. Becker (Frankfurt a. M). Infanterie-Regi­ment Nr. 141: In den Bahnhofs-Baracken: Kriegsfreiwilliger Ad Briel (Wiesbaden). R-ferve-Jnfanterle-Regmient Nr. 87: Im Hotel Spiegel: Wehrmann S. Frank (Aumenmr).

Reserve-Feldbäckerei des Reserve-Armeekorps 14: In den Bahnhofs-Baracken: Wehrmann Jakob Fuchs (Schönberg). Ersatz-Bataillon 1 des Jnfaitterie-Regiments Nr 80: In den Bahnhofs-Baracken: Rekrut Wilhelm Hels , Munchholzhausen).

Infanterie-Regiment 9lt. 87: In den Bahnhofs-Baracken: Musketier Georg Klapper (Maüiz), Infanterie-Regiment Nr. 118: Im Hotel Spiegel: Reservist Karl Linker (Wendels- hüim). Infanterie-Regiment Nr. 116: In den Bahnhofs Baracken: Reservist K.'Mäher (Worms). Wehrmann Friedrich Wilhelm (Wsselb). Im städtischen Krankenhaus: Reservist H Mühiv (Gießen). Im Hotel 'Rational: Unteroffizier Ang. Seuling lGießen). Landwehr-Jnfanteric-Regiment Nr. 80: Fm städtischen Krankenhaus: Reservist W. Magaleth (Frank­furt a. M.). Im HospitalArm heiligen Geist": Wehrmmin Seyerle (Plockingen). Füsilier - Regiment Nr. 80: Im städtischen Krankenhaus: Füsilier H. Rösch (Oberndorf). Landsturm-Bataillon Frankfurt: In den Bahnhofs-Baracken: Landst uruw iann Heinrich Tolle (Rohden)

Die BiSmarck-Fcier der konservativen Bereinigung» die

am Dienstag un Kurhaus stattfand, nahm bei reger Beteili gung einen des großen Gegenstandes der Feier würdigen Ver­lauf. Herr Kammerherr v. Heimburg begrüßte in einer vom Ernst der Zeit erfüllten kurzen, aber inhaltreichen An­sprache die Gäste und Mitglieder und schloß mit einem drei­fachen Hurra auf den Kaiser. Herr Heinz G o r r e n z hielt sodann die eigentliche Festrede überWas ist uns Bismarck?" Er erklärte, nach Möglichkeit nicht im landläufi­gen Sinne von Bismarck sprechen zu wollen, da die Würdigung der politischen und staatsmännischen Tat des großen Kanzlers nur ganz Berufenen Vorbehalten sein sollte und wir ja auch noch mitten in der Arbeit an dem Lebenswerk Bismarcks stün­den. Er wolle deshalb von Bismarck rein als Mensch sprechen und auf die als Überschrift gestellte Frage antworten:Eine Erinnerung, ein Stolz und eine Hoffnung!" Die mit Be­geisterung und nicht ohne poetischen Schwung vorgetragenen Ausführungen des Redners gipfelten in dem Wunsch, daß Bismarcks Geist wie heute, so fernerhin alle Herzen der Deut­schen erfüllen möge, damit aus diesem blutigen Kriege eine Zeit emporfteige, in der die Deutschen endlich verlernen, die Kleinheit des Alltagsstreites, den Lärm der Parteikämpfe als etwas Notwendiges zu achten. Eine Zeit, in der weiter und weiter der unbesiegbare Geist Bismarcks, das ist der Geist der deutschen Wahrheit und Sitte, seine Schwingen spannen, und in der nicht wieder, wie nach 1870, der Menschenhaß zerstöre, lvas die Schwerter errungen, sondern in der die Einigkeit un­ser Volk auch zur inneren Kraft und Freiheit führe. Bismarck sei uns die ewig lebendige Verkörperung des Deufichtums, das keine Erdenmacht vernichten könne. Der Redner fand leb­haften Beifall. Herr Max Bahrhammer trug dann rwch ernste und heitere, der Stunde angepatzte Dichtungen vor, und einige Herren erfreuten durch die Wiedergabe persönlicher Er­innerungen an Bismarck.

Morgen-A»8ga8e. Erstes Blatt.

Sette

Brotkarten. Wir werden gebeten, darauf Hinzuwersen, daß es unzulässig und sttafbar ist, nicht benutzte Brotkarten an die Bäcker oder an aridere Haushaltungen abzugeben. Derartige Karten sind an die Ausgleichs­telle (Rathaus) zurückzugeben.

Der Wiesbadener Jnnungsausschuss hat gelegentlich einer ersten diesjährigen Sitzung seinen Vorstand teils neu-, teils wiedergewählt. Borfitzender ist Herr Stadttat Hoffchorn- ,steinfegermeister Karl Meier, Stellvertreter ist Herr Stadt­verordneter Tapezierermeister Friedrich Kaltwasser, Schriftführer ist Herr Schloffermeister Otto Friton, zwer- ter Schriftführer ist Herr Bildhauer Oswald Krebs, Kajste- rer ist Herr Schuhmachermeister Karl P r e s b e r, Beisitzer ind die Herren Obermeister der Herrenschneiderinnnng Karl Berg, Spenglermeifter Leonh. H a b e r st o ck, Tünchermeister Philipp H a x e l und Friseur Wilhelm Klein.

Eine Vermittlungsstelle für Heereslieferunge« fit rn Wiesbaden begründet worden. Den Vorsitz hat^Herr Ober- bürgermefiter Geheimer Oberfinanzrat Gläising übernommen. In den beteiligten Kreisen lebt man der Hoffnung, daß es der Vermittlungsstelle gelingen werde, recht viele Aufträge für unsere Handwerker zu erlangen, die mehr als irgend welche sonst unter den Folgen des Krieges zu lechen haben.

Im Wiesbadener Krematorium wurden rm Jahre 1914/15 insgesamt 168 Leichen eingeäschert. Das sind 40 mehr als im Jahre vorher. Von den Feuerbestatteten waren 93 Männer u,ch 75 Frauen, 136 waren evangelisch, 14 katholfich,

1 altkatholisch und 13 israelitisch, 4 waren Dissidenten. ^ In Mainz wurden in der Berichtszeit aus Wiesbaden 74 Lerchen feuerbestattet; das sind 8 weniger als im Jahre vorher.

Kleine Notizen. Eine treue Mieterin ist Witwe Engelmann, die am 10. Aprrl beretts 25 Jahre in dem Hause Webergasse 51 wohnt.

Wiesbadener Vergnügungs-Bühnen und Lichtspiele.

* Buntes Theater. Walhalla. Das ausgezeichnete Pro­gramm des Bunten Theaters in der Walhalla leitet nach den Wichen drei Musikstücken die Operettmsangerrn Mama Hohenau ein, die über gute Strmmrttel verfugt und mit rhren Liedervorttägen starken Beifall erntet. .Sehr gefallt auch der akrobatische Att der Richard S. Wrlltz. dre mrt erner spleLnöen LeichttcBeit Bor- und Rückwärtsfaldo von eurer betrachttrchen Höhe drehen. Tadellos ist .der Tanzakt.von Roma und CarLa. Besonders gefiel ein PhantasietanzPierrette und Prwwot. In Frl. Stella Richter, vom Residenz-Theater her beklnrnt, lernten wir eine gute Bortragskünstlerm Kenne n. Mit rhren zettgemäßen Dichtungen erntet sie großen Bmfall. Erna schon« Abwechslung bietet Margarete Cabarets DressurnmnmerDas lebende Hundefvielzeug". die meist aus Fuxterriers bestehenden, trefflich einaeübten vierbeinigen Künstler lersttn Bedeutende«. Neu für Wiesbaden sind Bildhauer Canovas plastische Trer- gruppen: es ist bewundernswert, mtt welcher Ruhe die Hunde wie aus Marmor gemeißelt dastchen. Brel Ankicmg findet auch Tilli v. Grote mit ihren hübsch vorgetragenen. Lredern zur Laute. Die aus 4 Herren und 1 Dame bestchmde Mvrtons- Truvve (Schleuderbrett-Akrobaten) fit vorzugffch Gleoch ba seinem Auftreten mtt großem Befiall empfangen wurde der bekannte und beliebte Humorist Alfred seinen. Er rst sehr aktuell und wirkt durch die feine ruhige Art ferner Vorträge. Iurruer wieder verlangte man eine Zugabe; als er mtt erner wohlgelungenen Schilderung auf denLandsturm ohne Waffen" endett, wollte der Beifall kem Ende nehmen Zu erwähnen ist noch die Tänzerin Olga MeWnr, dre wirklich zri tanzen versteht-

vorberichte über Kuitft, Vorträge und verwandtes.

* Konzert. Samstag, abends 8% Kfai finde t^ im ok^rcn Saale der LutherkirchcMelodramatfiche Frrer/ statt. ^Denr Gedächtnis der Kriegsaefallenen 1914/15 gewidmet vera n- stallet von Frarr Professor Cacllre Doepler d. Allere, u nd Anna Biesener. Der Reinertrag ist für unsere erbttndetcn

^kannte Berlimr Uran^heater gibt hier am Montag im Festsaal der Turngesellschfit ern Gast­spiel. Der hochaktuelle Krregswrtrag heißt diesmalDre Bogeserr und ihre Kampfstätten" und ist mit erwa lOOSt«- bildern, die an Ort und Stelle ausgenommen sind, ausgestattet.

* Mainzer Stadttheater. Donnerstag, den 8. Aprtt: La Tvaviata". Freitag, den 9.: Geschlossen. Samstag, den 10.:Pension Schöll er" und Ballett. Sonntag, den 11.. nach­mittags:Wie einst im Mai". Abends:Mignon.

5tu§ dem Landkreis Wiesbaden.

Dotzheim, 7. April. Di« letzte Gemeindevertretungs- sitzung beschäftigte sich.als einzigen PmÄ der Ta^sordnuna mit bet Einquartierung. Es rst unter aüexi l to»

ständen unmöglich, bei den fetzigen ^hen LebenS-mittÄsreisen einen Mann für 1.20 M pro Tag «uch nur ändernd nügender Wefie zu verpflegen, .ganz abgcseberi davon datz es überhaupt in den meisten Famrlren eben an den notwendigen Nahrunasmitteln fehlt. Die Gemenidevettretung war auch dieser AnsiM und sprach Änsttmrmg dre.Meinung aus, hier könne nur Einaunrtierung. Ke .Verpfl^ungrn kommen, so daß also dre Mfittarbehorde sEdre Be-

fegj&jfg !

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk wiesbaben.

h. L-nsens»w°lb°ch...6. April. Herr. Jckob Ma rtin feiert rnorgen sein 50jähriges Jubrlaurn <ÄS Küster an der hiesigen kalhö fischen Kirche.

Spott und Luftfahrt.

» Das erste Erholungsheim fiir die im Kriege verwundeten oder erkrankten deutschen Sportsleute. wÄch-S auf Anregung des bekannten deutschen Meistergehers Rrttols Herduck ins Leben gerufen worden ist. hat rn allen ^ndustriekrers en eur reges Interesse gefunden. Das Protektorat hat der Vorschende des Zentralkomitees der Deutschen Vercrne vom Roten^tteriz, General der Kavallerie z. D. v. Pfuel übernommen, .während rüe ärztliche Leitung sich in Händen des Herrn Saurtatsrats Dr. med. W v Noorden befindet. Namhafte Jndusttreftrmwr haben ihren Beitritt zum Ehrenausschutz erklärt undsind bis­her über 10 000 M. für dre Zweckendes Erholungsheims ge­stiftet worden, wodurch zu ersehen rst. daß dre Bestrebungen dieser verdienstvollen und zeitgemäßen Gründung vielfach Anerkennung gefunden hat. Das Erhfiungsheun wrrb rn Homburg v d. H. errichtet und sind die Vorarbeiten dafür beretts einge leitet. _

Neues aus aller Welt.

Eine Zigeunerschlacht in einem Berliner Kaffee. Berlin. 7 Avril In der Nacht »um Montag kam es rn demKaffee Nowack"! Friedrichstraße 122.. zwischen etwa. 30 Ksemwrn zu eimfi wüsten Schlägerei, wöbe, man mrt Weinflaschen. Stühlen und anderen Gegenständen aufernaWr ernhwb und auch v«n Messer Gebrauch machte. Der Aufforderung. ernes Schutz­mannes das Lokal zu verlassen, kamen die herßüluttgen nicht nach und so mußte er mrt Gewalt das Lokal rÄrmen wobei ihn mehrere Soldaten unterstützten Zehn der Mitnehmer wurden festgenommen. Eine größere Anzahl Leichtverletzter entfernte sich schleunigst und entging so der

Gn" Bootsungliick B e r l i n. 7. Avril.. Am ersten Osttr-

font-ort* Vinter ben SBoS^tBKX&a tn Friedrichs Hagen