«8. Jahrgang.
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As. 111. Fernsprecher No. 52.
flbemt-äusgahe.
Deutsches Reich.
Aus dem Abgeordnctenhause.
Krrlin, 6. März,
Das Abgeordnetenhaus bot heute das Bild seltener Ein- Nlüthigkeit. Freilich wäre etwas Anderes als diese Ueber- einstimmung nicht gut denkbar gewesen; denn es handelte sich um eine Frage des sittlichen Empfindens, um eine Frage, bei der jeder Unterschied zwischen den Parteien vorweg ausgeschlossen bleiben muß. Nur ein Zufall gleichsam war es, daß gerade ein konservativer Abgeordneter, Herr v. Pappenheim, die leidigen Uebelständc berührte, die sich in der Breslauer Universitätsklinik infolge unbegreiflicher moralischer Verfehlungen des Professors Neißer ergeben haben. Ebensogut hätte ein Liberaler oder ein Centrums-Abgeordneter diese Sache anschneiden können und auch wirklich angeschnitten. Denn behandelt mußte sie unter aflen Umständen werden. Den That- bestand ergiebt der Sitzungsbericht. So hart und verdientermaßen streng die Verurthcilung Reißers durch sämmtliche Redner aus dem Hause war, so sehr hiernach das empörte Gefühl jedes normal denkenden Menschen befriedigt sein könnte, so konnte die Debatte leider nicht völlige Beruhigung darüber schaffen, daß ähnliche krasse Ausschreitungen sich nicht wiederholen werden. Zwar Herr Neißer wird sich hüten, noch einmal mit dem Staatsanwalt in Konflikt zu gerathen, aber wer bürgt dafür, daß nicht in anderen Kliniken im Uebcrcifcr der Verwechslung von Forscherberuf und menschlichen Pflichten ebenso schlimme Dinge geschehen? Mit das härteste Verdammungsurtheil sprach der Abg. Virchow aus, der schon einmal, als im vorigen Jahre dieselbe böse Sache vorgebracht worden war, in tiefgründiger Weise auf die letzten Ursachen solcher beklagenswerthen Verirrungen eingegangen war, indem er nämlich die heute vorherrschende einseitige Fachbildung und die Vernachlässigung der philosophischen Disziplinen hauptsächlich verantwortlich machte für den Mangel an Ueberlegung und Gewissenhaftigkeit, den so manche, auch hochbcrühmte Gelehrte aufweisen. Bekenntnisse und Anklagen dieser Art mußten umso stärkeren Eindruck machen, als sie von einem Mann kamen, dessen Gebiet gerade die Naturwissenschaften sind. Auch heute klang etwas von jenen weit ausgreifenden Gedanken in so manchen Sätzen des greisen Gelehrten wieder. Mit Bedauern mnß man im klebrigen sagen, daß die Debatte denn doch keinen ganz reinen Eindruck hinterlassen hat, und dies mar die Schuld des Regierungskommissars Althoff, der sich so merkwürdig im Ton vergriff, daß auf allen Seiten des Hauses wachsende Unruhe laut wurde. An und für sich mag man es ja billigen, daß der Decernent für das medizinische Unterrichtswesen die Professoren möglichst in Schutz nimmt, aber dies hätte recht gut geschehen können, ohne daß verletzende Bemerkungen gegen die Redner fielen, die nur dem allgemein gehegten Empfinden Ausdruck gaben, als sie mit schöner Ueberein- stimmung die gebührende Vcrurtheilung anstößiger Mißgriffe aussprachcu. In der weiteren Debatte entledigte sich Frhr. v. Heeremann der Aufgabe, die bekannten Beschwerden seiner Partei über schlechte Behandlung der katholischen Kirche und der katholischen Bevölkerung vorzubringcn. Es war aber
Mittwoch, den Mär;.
nur Theaterdonner. Das Centrum ist in diesem Augenblick über die Gemeindewahlreformvorlage gewiß viel ärgerlicher, als über das Jesuilengcsetz, und wenn es nur sonst merken sollte, daß die Negierung ihm als „regierende Partei" Zugeständnisse machen will, würde es über die Fortdauer des Jesuitengcsetzes weiterhin ebenso gut hinwegkommen wie bisher.
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* Kerlin, 6. März. Der Direktor der köuigl. akademische» Hochschule der bildenden Künste, Anton v. Werner, veröffentlicht im Namen des Hauptvorstandes der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft über den Gesetzentwurf, betreffend Abänderung des d 186 des Strafgesetzbuchs, lex Hcinze, einen Protest, worin es zum Schluffe heißt, die Künstlerschaft werde jeden, gesetzgeberischen Vorachen gegen Ausschreitungen im Sinne der Regierungsvorlage der §§ 184 und 184a beipflichten, soweit solche klar bestimmbar sind, und seiner Auffassung dahin Ausdruck geben, müsse aber Verwahrung einlegen, wenn die Majorität des Reichstags beabsichtigte, ihrer Auffassung dahin Ausdruck zu geben, daß die bildende Kunst an sich oder die Werke, wie sie in unseren Museen und öffentlichen Orten sichtbar sind, geeignet seien, die Siitenlosigkeit und Unzucht zu fördern.
* Rundschau im Reiche. Der Landtag in Weimar bewilligte die Kosten für ein agnkulturchemisches und landwirthschaft- liches Laboratorium an der Universität Jena und außerdem 25,000 Mk. für ein Musterlager thüringischer Erzeugnisse.
Deutscher Reichstag.
G Kerlin, 6. März.
Tagesordnung: Gesetzentwurf über die Konsulargerichtsbarkeit. Auf Antrag des Abg. Schräder (freis.Ver.) erfolgt die Annahme desselben in zweiter Lesung, und zwar auf Grund der von der Kommission vorgeschlagcncn Fassung. Es folgen Petitionen, lieber eine Petition des Bundes deulscher Franen-Vereine in Leipzig, betreffend die einheitliche Gestaltung des deutschen Vereins- und Versammlungsrechts, beantragt die Kommission Uebergang zur Tagesordnung. — Abg. Pachnicke (freis. Ver.) beantragt Ilcber- weisung an den Reichskanzler zurBerücksichtigung. Es entspreche nicht mehr dem heutigen Rechtsbewußtscin, daß Frauenspersonen an politischen Vereinen oder gar politischenVersamnilungen nichtTheil nehmen dürften. Dieser Rechtszustand sei umso unhaltbarer, als auch fachgewerbliche und sociale Vereinigungen ec. unter den Begriff der politischen fallen, sobald sie eine Einwirkung auf die Gesetzgebung anstrebten. — Abg. Beck-Heidelberg (nat.-lib.)schließt sich Namens seiner Partei dem Antrag an und wünscht eine reichsgesetzliche Regelung des Vereins- und Versammlungsrcchts. — Abg. Stolle (Soc.) schildert die Verhältnisse unter dem Vereinsrecht in Sachsen, ebenso Abg. Herzfeld (Soc.) für Mecklenburg, speziell in Wismar. Er erzählt, wie dort das Vereins- und Versammlungsrecht gehandhabt werde. Auflösungen würden ohne stichhaltigen Grund vorgenommen, Lokal-Inhaber chikanirt, mit Konzessions-Entziehung bedroht, mit Polizeistrafen bedacht ec. — Abg. Beckh (freis. Volksp.) plaidirt ebenfalls für Berücksichtigung der Petition. — Abg. Bändert (Soc.) schildert die Ausübung des Vereins- und Versammlnngsgesetzes in Sachsen-Meiningen. — Abg. Büsing (nat.-lib.) verwahrt die Nationallibcraien in Mecklenburg gegen den vom Abgeordneten Herzfeld gemachten Vorwurf, mit dem Junkerthum zusammenzügel,en. Zwischen der dortigen konservativen Partei und den Nätionalliberalen bestehe in der mecklenburgischen Vcrfassungsfrage ein tiefer Riß. Dieser werde auch so lange bestehen, bis die mecklenburgische Ver- faffungsfrage endgültig gelöst sei. — Abg. Treuenfels (kons.) stellt es in Abrede, daß es in Mecklenburg Niemanden gebe, der den Arbeitern das Koalitionsrccht gönne. (Lautes Lachen links.) Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. Büstng wird die Ueberweisung der Petition an den Reichskanzler zur Berücksichtigung beschlossen. Eine Petition zur Einführung des Befähigungs-Nachweises im Baugewerbe soll nach dem Vorschlag der Kommiision zur Berücksichtigung, rcsp. als Material überwiesen werden. — Abg.
f rohme (Soc.) führt aus, die Zustände im Baugewerbe seien im llgemeinen nicht die Folge von Unkenntniß, sondern vielmehr der Gewinnsucht. Angesichts der Verantwortlichkeit, um welche es sich
— Für die Ausnahme später eingereichter Anzeigen zur
Fernsprecher No. 58. 1900.
bei diesen Dingen handelt, könnte man doch einer Prüfung durch eine staatliche Kommission zustimmen, aber nicht durch Jnnungs- organe, wie es hier verlangt werde. Deshalb bitte er, die Petition abzulehncn. Die antisemitischen Abgg. Werner, Paul und Bindewald sprechen für den Befähigungs-Nachweis für das ganze Handwerk, namentlich aber für das Baugewerbe. — Abg. Pach nicke (freis. Ver.) ist der Ansicht, daß, wenn der Befähigungs-Nachweis Gesetz werde, dies gerade für das flache Land große Schwierigkeiten mit stch bringe. Nach weiterer kurzer Debatte beschließt das'Haus dem Kommisfioiisautrag gemäß. Morgen 1 Uhr: Dritte Lesung der Konsulargerichtsbarkeit, Reichs-Schulden-Ordnunq und Petitionen. Schluß 6 Uhr.
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* Kerliir, 6. März. Die 15. Kommission des Reichstags hat heute Vormittag den Bericht über das Schlachtvieh- und Fleischbeschau-Gesetz festgestellt. Die Regierungsvertreter erklärten nach demselben, daß die Forderung einer formell gleichen Untersuchung des ausländischen und inländischen Fleisches mit dem Verlangen sämmtlichen Ausschlusses fremden Fleisches gleichbedeutend sei. In zweiter Lesung führte ein Kommissar des Bundesraths ans, daß bei den übrigen Paragraphen eine Einigung zwischen den verbündeten Regierungen wohl möglich erscheine. Gegen den Z 14 in der neu vorzuschlagenden Fassung (Gesammt-Einfuhr- Verbot) lägen aber die allcrschwersten Bedenken vor, und es sei fraglich, ob auf dieser Grundlage ein Gesetz zu Stande kommen würde. Man möge den Bogen nicht zu straff spannen, sonst laufe man Gefahr, das Gesetz zu Fall zu bringen und überhaupt nichts zu erreichen. Nicht aus Rücksicht auf das Ausland, sondern auf unsere eigenen Wirthschasts-Jntcressen seien mildere Bestimmungen angezeigt. Den größten Bedenken unterliege es, daß nach Ablauf des Jahres 1903 jede Fleisch-Einfuhr unbedingt verboten sein solle. Die Gefahr einer Flcisch-Thenerung werde durch ein so weit gehendes Einfuhrverbot erheblich verschärft. Es müsse dringend gewarnt werden, dem vom 1. Januar 1904 ab in Aussicht genomaienen Einfuhrverbot zuzustimmcn. Trotzdem wurden die bekämpften Anträge mit 12 Stimmen angenommen.
In der Budget-Kommission des Reichstags stand heute die Post-Checkvorlage zur Diskussion. Der Sonderausschuß der Kommission hat den Entwurf vorberathen und verlangt die Bewilligung der im Etat verlangten Summen. Doch soll der Post- Checkverkchr ohne Gewährung von Zinsen für Einlagen und ohne Gebühren für Ein- und Auszahlung eingerichtet werden. Die vorgeschriebene Zahlkarte, sowie die Einführung verschiedener Checksorten soll fortsallen. Die Anlegung und Verwaltung der Gelder soll bei der Reichsbank erfolgen mit der Maßgabe, daß die Bank an das Reich 8 pCt. unter dem Bankdiskont, mindestens aber 1'/, und höchstens 3 pEt. Zinsen zu zahlen hat. Staatssekretär Podbielski erklärte, die Vorlage sei ein Versuch, den Geldverkehr zu verbessern und den riesigen, über 7 Milliarden jährlich betragenden Baarverkehr zu verernfachen. Die Erfahrungen mit dem Post- Checkverkchr in Oesterreich seien günstige gewesen. Der Vorschlag der Subkommission gelangt schließlich tu etwas veränderter Form zur Annahme. Der Etat für die Einführung des Post-Check- verkehrs im Reichspostgebicte wurde darauf unverändert genehmigt, mit der Maßgabe, daß die Einführung erst am 1. September 1900 erfolgen soll, nicht, wie geplant war, bereits am 1. April. Morgen steht in der Kommission der Etat des Pensions-und JnvalidenfondS zu r Bcrathung.
Preußischer Kmrdtag.
Abgeordnetenhaus.
Kerlin, 6. März
Der Kultusminister D>\ Stufet war heute zur Berathung der Kultusetats mit einem stattlichen Gefolge von 30 Räthen im Abgeordnetenhause erschienen. Der Minister trug den verletzten Arm noch unter dem Ueberrock fest in einer Binde und ließ sich auf einem besonders für ihn gestellten bequemen Plüschsessel nieder. Die Debatte setzte mit einem kräftigen Präludium ein, aus dem auch „gellende" Töne herausschallten. Der konservative Abgeordnete v. Pappen heim hatte es sich besonders angelegen sein lassen, die bedenklichen Vorkommnisse an der Breslauer Universitätsklinik zur Sprache zu bringen, wo Professor Neißer Erwachsene und Kinder ohne deren Einwilligung mit Syphilis» serum geimpft hatte. Der Debatte über diesen Punkt, wurde im ganzen Hause die größte Aufnierksamkeit geschenkt'
(Nachdruck verboten.)
Monats -Rückblicke.
(Eigenes Feuilleton für das „Wiesbadener Tagblatt".)
Von Julius Roscntyal.
xn.
Ein buntes Gemisch von Regnen und Schnei'»,
Von Wärme und eisigen Winden,
Von Frost, von Nebel und Sonnenschein,
Von Tugenden und von Sünden.
Bald brausten Orkane zu nächtlicher Frist,
Bald mußte der Sturm wieder still sein,
Wenn so voller Laune der Februar ist.
Wie soll dann der tolle April sein?
Ein Hin war's und Her zwischen heiter und trüb. Bei dem man bald Winter, bald Lenz sah,
Beständig im launischen Februar blieb Allein nur die Influenza.
Getreu hielt die aus, sah sich überall um.
Besuchte Paläste und Hütten,
Und hatte nicht Acht, ob beim Publikum Sie wohl oder übel gelitten.
Sie suchte im Ballsaal die Opfer sich aus,
Trieb's in den Kasernen nicht besser,
Hielt Rast in des Taglöhners dürftigem Haus Und zog durch die stolzesten Schlösser.
Sie nahm (Rang und Namen und Stand galt ihr gleich) Jeden frech demokratisch beim Wickel,
Von Westen nach Osten durchzog sie das Reich Und schonte noch nicht 'mal Herrn Miquel.
Sie zwang den Fiuanzniann, den mächt'gen, ins Bett, Denn die Luft macht dies Uebel nur schlinimer,
Herr Miquel gehorchte, ein Steuerbouquet Durchduftete wohlig sein Zimmer.
Das treffliche Waarenhaussteuergesetz Hat d a durch 'neu Aufschub erlitten.
Doch ist es nicht wichtig, ob damals, ob jetzt Die Landboten d'rum sich gestritten.
Ein Jeder sagt freundlich sein Sprüchlein daher.
Um den Mittelstand warm sich zu halten.
Dem Mittelstand schmeichelt die Theilnahme sehr.
Und der Schlußeffekt? 's bleibt hübsch beim Alten.
Die Steuer, sie macht keinen Großbazar klein.
Und sie macht keinen Kleinen zum Riesen,
Doch der Fiskus biegt gern in den Steuerpfad ein.
Zu dem man den Weg ihm gewiesen.
Der Mittelstand ist jetzt das snkant eböri,
Man muntert ihn auf unablässig,
Selbst die Edelsten huld'gen ihm voll Sympathie,
Ja, es geht ihm recht mittelstandmäßig.
Und, wenn auch die kommenden Steuern noch nicht Des Kleinhändlers Klagen beenden.
So erfüllen sie doch eine vornehme Pflicht,
Sie ärgern den Groß-Konkurrenten.
Wenn die Herr'», die der Mittelstands-Wohlfahrt sich weih'»' Als Kunden sich stets ihm erwiesen,
So würfe' das ein ständiges Mittel wohl sein.
Des Mittelstands Leid zu beschließen.
Wir hörten der „Wohlthäter" Reden genau.
Und ihr Kern klang durchaus nicht erfreulich.
Ist an und für sich Theorie schon meist grau,
Wie ist erst die Praxis so greulich.
Auch die hübsche lox Hcinze reift nunmehr zur Thal,
Und das Weh aller Frommen wird enden,
Die Venus von Milo weiß kaum stch mehr Rath,
Eie hängt sich ein Cape um die Lenden.
Frau Leda versetzt ihren unsel'gen Schwan, Und für den Erlös kauft sie Kleider,
Apollo zieht schnell einen Havelock an.
Und auch Amor begiebt sich zum Schneider.
Die Horen durchrieselt ein Kältegefühl,
Warm zieh'» sie sich an ganz geschwinde,
Auch die Grazien werfen sich schnell in Civil,
Scharf pfeifen vom Norden die Winde.
Ein neuer Geschäftszweig, noch unbekannt heut'.
Wird sehr bald in Älütbe wohl stehen.
Es heißt dieses würdige Kind seiner Zeit: Spezial-Konfektion für Museen.
Das Ungezogene in Dichtung und Kunst Wird dem Angezogenen weichen,
Und das Lämmchen, das weiß ist wie Schnee, wird die Gitilst Aller Guten aufs Nene erreichen.
Herrn Sudermann schiebt man gebührend bei Seit', Auch wird man sich Hauptmanns entschlagen,
Denn sie haben gleich Shakespeare sich niemals gescheut. Uns die ganz nackte Wahrheit zu sagen.
Die gottlosen Bücher, die — ach — so beliebt (Wie stets alle Dinge, die schlecht sind),
Die werden in Zukunft erst amtlich gesiebt.
Bis sie reinlich und reizlos und recht sind.
Das wird eine Zeit, wo der sittliche Schliff Selbst die weltlichsten Werke wird weihen,
Und wo Tag um Tag wohl ein neuer Tartüff'
Sich flink an den andern wird reihen.
Der moralische Kehrbesen fegt jeden Tag (Dies Werkzeug thut, was ihm geheißen).
Wer weiß, was All noch werden mag Im streng puritanischen Preußen.
Ganz sicher hat Heinze nie daran gedacht,
Daß s o er dem Staate würd' nützen.
Und ein Mann, der sich derart verdient gemacht.
Der muß nun im Zuchthause sitzen.
Noch schränkt man die fünf Bücher Mosis nicht ein. Denn sie tragen der Heiligkeit Stempel,
Doch die Predigten Aron« und ihn hinterdrein Warf man jüngst in Berlin aus dem Tempel.
