Einzelbild herunterladen
 

#8. Jahrgang.

_ Si.i»a8-«rel8i

Anzeigcn-Preisr DK riuspaltige Petitzeile für locale Auzrigen 15, 3ßfa., für auswärtige Anzeige!, 25 Pfg- Reclamcu die Petitzcile für Wiesbaden 50 Ptg-, für Auswärts 75 Pfg.

Aus Oesierreich-Uttgarn.

Ans Budapest. 26. Februar, schreibt uns unser Korrespondent: Herr v. Korber wellte gestern m der ungarischen Hauptstadt, um in Begleitung des Fu>anzmuu,ters Böhm-Bawerk der Eidesleistung der neuen Gouverneure der österreichisch-ungarischen Bank beizuwohnen. Diese Gelegen­heit benützte der österreichische Ministerpräsident, um dem Müiiarchcn über die Situation Bericht zu erstatten. Eine offizielle Information über diesen Vortrag vr. Körbers wurde zwar nicht ausgegcben, doch erfährt man von politisch gut unterrichteter Seite, das; der österreichische Premier seinen Bericht zwar sehr vorsichtig gehalten hübe, jedoch in Bezug der Vcrständigungs - Konferenz nicht jeder Hoffuiiug bar erschienen ist. vr. v. Korber hofft

auch daß trotz der turbulaiiten Scenen der ersten

Sitzüngeu des österweichischen Abgeordnetenhauses die Ver­handlungen auch dort ihren Fortgang nehmen werden, da die Stimmung der Parteien gegen die Negierung nn Groben und Ganzen nicht mehr jene tiefe Erbitterung zeigt, wie zur Feit ihrer Vorgänger. Auch weiß das Parlament ganz gut, daß der Ministerpräsident zwei Eisen im Feuer habe: geht es nicht mit Mitwirkung des Parlaments, so wird es eben ohne das Parlament gehen müssen. Der starke Wille vr Körbers, der sich in allen Staatsnothwendigkeucn mit der Entschließung des Monarchen deckt .auf allen Seiten des Hauses bekannt, vr. Korber ist stch der vielen Schmierigkeiten, die sich der Verständigung ent- geqenstellen, zwar wohl bewußt, jedoch er vertraut einer­seits seinem guten Stern — und diese Hoffnungsfrendigkeit ist es die den Kaiser-König am meisten für vr Korbers Absichten gewonnen hat, — und anderseits hat der öster­reichische Ministerpräsident, der nicht gegen die Deutschen und mit den Tschechen zu regieren gewillt ist, für die Sprachen-Frage einen in der That außerordentlich klugen Kompromiß-Ausweg gefunden, der mit etwas gutem Willen ebenso von den Deutschen, wie von den Tschechen acccpti t werden kann, da er so ziemlich beiden gerecht wird. Bekannt- lich wollen die Tschechen von einer Verständigung so lange nicht einmal hören, als ihnen die innere Amtssprache nickt zugestanden ist. Nun, vr. Korber ist bereit, ^ bie tschechische Amtssprache in Form cmer Novelle vor da^ hohe Haus zu bringen, jedoch nur unter der Bedingung, caß zwischen diesem Gesetze und dem darauf folgenden Spracheu- Gesetze, welckes dem Pfingstprogramm der Deutschen Rechnung tragen soll, ein „Junctim" zu bestehen habe. Nun haben die Tschechen den Wunsch geäußert, das sprachen- Gesetz früher kennen lernen zu wollen, ehe sie auch nur diesem Projekte v. Körbers ihre Zustimmung erthesten, in­dem sie dem österreichischen Premier zu wissen thaleil daß sie auf keinen Fall gewillt waren, die Katze im Sacke zu kaufen. Und die Deutschen hlmvieder wünschen, das Eine wie das Andere in seinen Details zu kennen. Allerdings muß mau hier unter den Deutschen nicht die Deutsch-Nationalen verstehen, die sich, aus der ganzen Verständigungs-Aktion auSgeschaltet haben! ober es ist immerhin ein gewaltiger Fortschritt, daß h'o Verhand­lungen überhaupt soweit gedeihen konnten und der Faden der Verständigung, wenn er sich auch da und dor. verwirrte,

doch uicht zum Mißen kam. Jndeß wird in lUigarn der Frosch-Mänse-Krieg zwischen den Anhängern Sz-lls und Banffys lustig fortgesetzt. Br. Banffy hat in den letzten Woche» auch die Konfession gegen Szcll mobilisirt, indem er ans der Rede des Negierungskommstsars Egan, welcher mit Bezug auf die Nuthenen-Frage gegen d,e Ein­wanderung der galizischen Juden gesprochen hatte, « m Organen ein Agitationsmiltel zur Verhetzung der jüdischen Bevölkerung machte und die Gewährung des Titels „Bische f von Siebenbürgen" durch die Negierung an den katholischen Bischof Grafen v. Majlath als eine Beleidigung der protestantischen Bischöfe Siebenbürgens auslegen lwß. E mächtiger Helfer in seinem Kamps gegen Szell ist Baron Banffy in Desider Szilagyi, dem gewesenen -zustizminister und Ex-Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses er­standen Herr v. Szell ließ sich nämlich die unvorsichtige Aenßerung entlocken, daß der Monarch der Ernennung Szilagyis zum Minister des Innern mit den Worten:

Szilagyi niemals!" widerstrebt habe. Sei her hat sich Desider. der „Gewaltige", auch zu dem Heerlager B-mfsys geschlagen.

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden. 3. März.

— Geschick,lokal endrv. 8. März. 1897: -f-SenatspEideiit vr. Friedrich v. Hahn zu Leipzig. 1896: , Furchtbares Gruben-

1861' Nuihebliilg der Leibeigenschaft in Rußland. 1848. Slratzen. Erceffe n Hamburg. 1848: Kossutbs Rede im nngar,scheii Re chs- wa' di- Taufrede" der ungarischen und Wiener R-voli t.on. 1821: * 'E. Correns zu Mn, hervorragender Kolorist. 1779.

ffii teSSiffSM b°" Sachsen, der letzte ErnesUner, der die Knrwürde getragen. .... , ,

- MalhirUa-Thratcr. Die Direkttoi, dieser unserer b-l,ebten

Spezialimtcnbühne hat ihr Versprechen nngelost und d.rs -heater

£*sr S

8>"n"mst»8 S S» ff

Nnbliknm von Rümmer zu Nummer enthusiasmirter wurde, und sfnvien fft ein schauspielerisches Talent nicht abzilsprechen. ihre

N S'LS"b-»-" "L

spiu^n ^wirklich Gute« welch letzteres man nicht immer von

sri?* ®»ä; #

“'ufa thut^sö'kam man sich dies wohl gefallen'lasten; die junge Dame" KL-lS eine^Zierde für jedes ^ Jme tolle

übe?'weföfff ba« 'SßubHfunPJor Lachen schier "usschiitten wollte Der Humorist Webling hatte einen durch -h -igenNn Cif lg

Repertoire ist sorgfältig zusammengestellt, auch verfugt er uvcr e>„e

hübsche Stimme und deutliche Aussprache. Die Sl sterS Hengl , noch don ihrem früheren Engagen,-nt auf das VAsthasteste^

Mädchengestaltm^mlt^den'unschuldsvollen^Kindergesichtchen ww

sehen° Das Hauptinteresse konzentrirte sich..uaturgemaß ans de KNiii'lreiter Karl Reinsch, der seinen plachtlgen Arabelhengst „ColumbuS" und dänische Dogge „Max" in allen Gangartcii^d^

boben Schule vorführte, diese Nummer muß man selbst sehen, be­schreiben läßt sie sich sehr schtvcr, mau weiß nicht, was man mehr bewundern soll, die Eleganz und sichere Ruhe des Dresseurs oder dk edlen Thiere, die jedem Wink ihres Meisters, mit Pracision folaen jedenfalls dürfte diese Nummer allein cliien B^

!nc8 des^ Theaters lohnen und bald das Stadtgespräch 'bilden, denn Vieser einzig dastehende Sportakt Yt die grobt- Neuheit aus der Variötöbuhne. Den Schluß bjldctcn die Vorführungen des Biomatographen mit einer Serie lebender Dhotographiec», unter Anderem Anfnahinen aus dem <-ransvaal- krieg Eine von dem Dirigenten des Orchesters Ms Anlaß des Wiedereröffnens des Walhalla-ThcaterS kompoiurte Fcst-Ouverture - ein durchaus ernst z» nehmendes Kunstwerk - wurde s hr bel- fällig ausgenommen. Jedenfalls dürfte das Walhalla-Theater eine Reihe voller Häuser sehen.

tvTl Mit dem März sind wir in der Tageslange chon de», ersten Drittel des Oktober gleich; die Temperatur freilich ,st ini Durchschnitt gegen diese herbstliche Zelt an Warme lind Be- ninviiikk'it noch sehr bemerkbar zurück, sie ist durchschnittlich der von?R ov emb er gleichE'nur hat dieser mehr Nebel i.nd trub-S Wetter nnd jener mehr Helle Tage. Der März ist nach den meteorologischen Beobachtungen ein verhaltnißmaßig trockciler Monat unt einer durchschnittlichen Regenhohe für Deutschland neu >9 27". In Pommern und Brandenburg ist er sogar der trockenste. Monat vom ganzen Jahre. Die mittlere Temperatur beträgt für Deutschland in der ersten Hälfte 2.3° Räanmur, in der zweiten aber schon 4°. .. ,

b x,cr linure des Monats Marz ist entstanden aus dem römischen Martins", d. h. der marsische Monat. Der deutiche Name ist Lenzenmond. I» ih»i beginnt am 21. der Lenz, d. i. der Jrlibllna Len; für Frühling geht auf das althochdeutsche „lengitz ,

^ i ^aer werden, zurück Man findet deshalb schon früh ^Lcnaibinmanoth", für den Zeitabschnitt des Jahres, in dem die Tcrae^wieder länger werden als die Näckte, was bekanntlich vom 2i' ab geschieht. Schon früh zog sich „Leng,tzmmanoth ui ,Oenzm- mänoth" zusammen. Für uns ist heute jedoch rm Worte Lenz der Begriff des Längerwcrdens der Tage geschwunden, wir denken fas nur noch an das hiermit velbnndcne Envachen der Schöpfung.

Munbortlich findet sich: Längß, Längßing, Lanzing, Langst, Lanzig,

die alle noch den Zusammenhang mir dem Eigenschastsworte „lang

hcrvoriiAen ürstcln^t. ^ wir;au3 bec im Annoncenth-il unser«

beutraen Blattes erscheinenden Einladima ersehen, halt der Verein der Kwderl orte für Mädchen am 10. Mcirz, 6 Uhr, rm Wahlsaal des Rathhauses seine erste Jahresversammlung ab. ,W>r lenken an dieser Stelle die Aufmerksamkeit aller Freunde socialer HNs.arbeit o»s dieselbe hin da die segensreiche, weittragende Entwickelung

dieses Vereins eine ersichtliche ist; finden doch h-ute schon an­nähernd 250 kleine Mädchen liebevolle und FlusoM

LLm?L SÄ« SÄ Äm

bc§ Verems bisher theilnahmslos gegenuberstand. stch für diese

für die bedürftigen Gemeinden des Komistorialbczirkü Wiesbaden bestimmte Kirchenkollekte kommt arst Verfügung des Kgll Konsistoriums wieder am Osteriest und

ssK-s-L LS ä'L""..LL.'L.'N-L

aus dem Kollektenfonds sind bis zum l.. August «nzumchrn. -

d"r"von'^ den "MUgliedern der Landeskirchen aufzubringenden S°Ä"«"LstaIS"K LLrbcnen LstliL"'^

gälSSHSS«

n?° r/Kn TO Mk vom 30. bis 35. 1000 Mk.. vom 35. bis 40. 1100 Mk ustdÄi mehr als 40 Dienstjahren 1200 Mk gezahlt werden DK Bestimmung, wonach der Gesammtbetrag des den Waisen der (Aeistlicben oder Emeriten zu zahlenden Warsengeldes der

1000 Mk bei Vollwaisen 1500 Mk. Nicht ubersteigeu darf, Lmmt vmn 1 April 1900 ab außer Anwendung. - Tue am Weihnachtsfest in den evangelischen Gemeinden des Konststorial-

Ans Kunst und Kebrn.

* Nelrdrnr - Tliontei.'. (Spielplan.) Sonntag, den

>en 10.: „Barbara Holzer". (Novität.)

* TonIriinftiei>Indilii»im. Am 26. d. Mts. begeht der Nönigsi Musikdirektor Julius Oertling stus^ahngesKunser- iubilaum. Wie wir bereits mittheilten, beabsichtigt der^Juviiar, dieses seltene Ercigniß durch ein großes Konzert mit Orchester, Chor und Solisten zu feiern, auf dessen Programm wir spater noch üurückkommen. Die in Berlin erscheinende „Deutsche Mustkcr- FAtunch' bringt nachstehende biographische Äotizen über den Künstlem Der'in Wiesbaden lebende Königl. Musikdirektor Julius Oertlina welcher sich in der Mustkwelt einen hochgeachteten Namen als Violinist Dirigent und Komponist erworben hat, feiert,m März dieses Jahres sein 50-jähriges Künstler-Jubiläum, da er vor 50 Jahren nach abgelegtem Probesprel in die damalige Acccssisten-Klasse der Kömgl. Kapelle »l Berlin Ausgenommen wurde. - Ucber die künstlerische Entwickelung des ^ bilars sind wir in der Lage, folgende Angaben zu machen: Oertling wurde am 14. Januar 1833 zu Berlin geboren und erhielt seinen Violm- untcrricht von dem Konigl. Kapellmeister Karl Moeser. Dieser ausgezeichnete Geiger welcher noch unter Spontmi als Konzert- meimr iunoirte und später die Teilung oer

K affe erÄelt starb am 27. Januar 1851. Di- schlechten Aussichten aus eine feste Anstellung, veranlaßten ab«-dm^jungen begabten Geiger Oertling, nack^ einigen ersslgreichen GastsP elen (u A. am 19. März 1852 am Hoftheater in Schwerin) M aus­wärts ein Engagement zu suchen, zu .welchem rhm der Hoskavc.E mcister Heinrich Don, besonders behülstich war., indem er dem jungen Äinstler eine Stellung am Theater in Wiesbaden ver­

schaffte Dort fand er vielfach Gelegenheit, in Konzerten, im

äS" 1; SW”t«W5Ä.

Mlffikdirektor nach Frankfurt a. O. Am 9 Marz 18

«»'«ZhZZZDÄK:

feiern konnte. Der von ihm in Frankfurt ins r.„ooen acca,c^ NliiNmrmonische Verein" veranstaltete am 23 . Marz 1875 aus Veranlassung seines 25-jährigen Künstler-Jubiläums s'u üroßcs Festkonzert unter großer Antheilnahme der E,„wohmrscha t. m-revtes Jeuaniß für seine große Beliebtheit, ^m z->rroocr ion

mMSWU

bis zur Belagerung von Macalls bestngen.

I Vogl, der bekannte Wagnersänger, der seit 1865 Opernsänger

Ä nur noch ÄS und Spiritusbrenner sein und se.n Mustergut Diixlfurth ber Starnberg bewnthschaftc.i.

Eines der arößten Londoner Theater, das Grand Theater, ift Molae einer Gasexplosion vollständig nieder-

lE?t f 1 yir 3i£

&SÄ ÄÄ der Gesammtleitnng des Konser­vatoriums durch denselben steht unmittelbar bevor.

* *

* atw liH.rrtrifrh® iliib seine Duuev. Ju der

dieswöchcutlichen „Münchener Jugend" definirl^ Einer recht bochaft die Dauer des litterarischen Erfolgs mit nachstehenden Versen. Ein muer Witz, ein Gaffenhauec —

Die haben wohl ein Liistrum Dauer.

Ein kunstgclehrtes Fmilleton Vergißt am zweiten Tag man schon.

Ein Bändchen lyrischer Gedichte Wird, ach, noch halber fast zu Nichte I lind den Roman im Tageblatt Kriegt man nach drei, vier Wochen satt.

Doch ist ein Werk unsterblich gar So lebt es wohl — ern halbes Jahrl