«8. Jahrgang.
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Dienstag, de» 20. Februar.
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Die Gemeittdemrüilrechlsreform-Vorlage.
Ueber die dem Abgeordnetenhaus zngegangene Vorlage, betr. die Reform des Gcmeindewahlrechts, macht die „Berl. Korr." u. 21. folgende Mittheilnngen: .. . ^
„Der neueEntwnrf geht, wie der vorjährige, von dcrRorrektnr des Dreiklassenwahlsnstems durch das sog. Dnrchschnittsprinzip ans, vermöge dessen jeder Wähler, welcher mehr als den auf einen stimmberechtigten in der Gemeinde entfaltenden durchschliittlichen Stencr- betrag zahlt, ans der dritten in eine der oberen Wnhlernbtheilungen versetzt, die zweite von der ersten Abtheilnng aber durch.halbirnng der auf diese beiden Abtheilungen fallenden Gesamnitstenerbeträge abgeschichtel werden soll. Von dieser Rege! werden aber, dem in der Kommission des Abgeordnetenhauses erkennbar hervorgetretcnen Wunsche gemäß, Abweichungen durch Ortsstatnt zngelassen. Der Entwurf hat zn-
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der ortsstatutarischen Einführung Vorbehalten, weil für viele Ge meindcn dieses und nicht das Dnrchschnittsprinzip den Zustand von 189!, d. h. des Jahres vor Einführung der Steuerreform, nahezu wiederhcrznstellen geeignet sei. Der Entwurf mußte aber noch einen Schritt weiter thun und der Autoiwmie der Gemeinden einen weiteren Spielraum einräumen, wenn er dieses Ziel thnnlichster Zurückführung der Ver- Mtniste aüf den Zustand von 1891 konsequent durchführen wollte; denn einmal ergeben die statistischen Erniitlelnngen eine größere Anzahl von Fällen, in denen weder das Durchschnitts- noch das ZwNteljlngsplinzip das mehrbezeichnete Ziel zu erreichen vermag, und weiterhin ist im Wesen des Durchschnittsprrnzips eine Tendenz zu stetig fortschreitender Entlastung der dritten und Verstärkung der oberen Wählerklassen begründet, welche m Kürze zu einer Demokratiftrung des Gcmeindewahlrechts führen könnte, die weit über den Nahmen einer Ausgleichung der im Verfolg der Steuerreform cingetretenen Verschiebungen hinansgehcn würde; denn wie die Vorgänge namentlich in industriellen Kommunen zeigen, treten den Wählermassen Dank drr allmählichen Verbesserung der Lohn- und Erwerbsverhaltniste immer neue Wahlberechtigte aus dem Kreis der kleinsten Steuer
zahler hi»zu, welche, sofcrn nicht eine b-dentende Vergrößerung der Sieuerleistunge» ans Seiten der Wohlhabenderen konkurr'.rt, natur-
Uuv Iiviuituyv.i »».*1 vu.v.i vv. ' V--- ,, ' .. ' , , ,
gemäß den Durchschnitt immer tiefer hcrabdrncken und damit die Abgabe einer immer größeren Anzahl „überdurchschnittlicher ‘ Wähler in die oberen Klassen herbeiführen müsse». Der Entwurf trifft die Bestimmung. daß das Ortsstatut hei Einführung des Dnrch- schntttkprinzips an Stelle des einfachen Durchschnitts ein vielfaches desselben bis zum Höchstsatz des anderthalbfachen Durchschnitts als Norm für das Anfsteigen ans der unteren in die oberen Wählerabtheilnngen zu Grunde legen darf. Der Entwurf beschränkt die ganze Reform, d. h. sowohl di- Einführung des Dnrchschnittsprinzips als auch die Zulassung ortsstatutarifcher Wahkrechtsregelungen auf die Gemeinden mit mehr als 10 M0 Einwohnern, da die Steuerreform nach dem Ergebnisse der statistischen Ermitt-lungcn die Wahlrechtsverhältnisse in den Gemeinden unterhalb dieser Eniwohnergrenze in nicht ncnnens- werther Weise verschoben hat. Ein- Maßregel zur Verhütung fortgesetzter Vcrfassungskämpfe, wie sie durch die Zulassung der 'Ortsstatuie entstehen könnten, enthält die Bestimmung des Entwurfs, daß die Ortsstatnte, für deren Zustandekommen übrigens dem Wunsch der Kommissionsmehrhcit entsprechend nicht eiste gualifizirte, sondern die regelmäßige einfache Stimmenmehrheit der Stadtvertretung erfordert wird, nur innerhalb erncs wahres
nach Jnkrafttrclen des Gesetzes und später nur je innerhalb eine? Jahres nach zehn-, zwanzig-, u. s. f. jährigen Geltungsperiodcir beschlossen, bezw. abgeändcrt oder aufgehoben werden können. Diese Vorschrifteil werden dazu beitragen, die V-dcnkcn, welche sich an die Zulassung der Ortsstatutc über Fundamente des kommunalen VersassnngLrcchts knüpfen können, wesentlich zu mildern."
Aus Stadt nnd Land.
Wiesbaden, 20. Februar.
— Geschichtslialcndri'. 20. Februar. 1892: 's Herm. Kopp zu Heidelberg, hervorragender Cbeiniker. 1878: Leo XIII. zum Papst erwählt. 1871: f I. v. Behr zu Dresden, sächsischer Staatsmann. 1810: Andreas Hofer zu Mantua erschossen. 1790: t Kaiser Joseph II.
— RiimnttcheUnrulänsUchlirridrsRathIistussel-ärrdss.
In welcher Weise die Geschäfte der Stadtvekwaltung, und zwar ganz speziell unseres Stadtbauamtes, sich stetig mehren, dürfte aus dem Umstand hcrvorgchen, daß alle Räume unterm Dach mit wenig Ausnahmen längst schon Büreauzweckcn dienen und man ernstlich in Erwägung gezogen hat, die eine oder die andere Abtheilung des Stadtbauamts anderswo untcrzubringen, und zivar hält man hierfür die dermalen an kleine Leute zum Wohnen vermietheten Räume des alten Landgerichts an der Markt- und Friedrichstrabe, welches bekanntlich am 1. April d. Js. schon in das Eigen- thnm der Stadt übergehen wird, am gceigneisten. Zn dieser Transfcrirung soll in erster Linie die Stadtbaumeisterei (Hochbau- abtheilung) vorgesehen sein, einmal wegen der großen Zahl an Beamten (32 technische nnd administrative) und ferner, weil der Hochbau am wenigsten mit dem allgemeinen Publikum zu schaffen hat und auch am wenigsten die Rathhaus-Akten und Sonstiges benöthigt, was ein Verbleiben im Rathiiansgebände zur dringenden Nothweildigkcit machte. Nach erfolgter Einführung des Grundbuches werden zwar die Geschäfte der freiwilligen Gerichtsbarkeit des Magistrats bedeutend vermindert werden, darüber vergehen aber noch Jahre, und wer vermöchte jetzt schon zu sagen, welche Geschästsvermehrungen bei den anderen Dicnstzwcigen bis dahin noch eintrcten werden.
- Franrubildung - Franc,istndinn». Auf Veranlassung des Vereins Frauenbildnng-Franenstndium sprach Fräulein Äjlice Salomon am 17. c. im Rathhaussaal über „Sociale Hnlfs- arbcit". „Disraeli sagte einmal", begann die Rednerin, „daß zwischen der ärmeren und der besitzenden Klasse eine Kluft bestehe >vie zwischen zwei ganz fremden Nationen, die vollständig getrennt sind durch Sitten, Lebenöinteressen nnd Anschanmigen, eine Kluft, die nqch erweitert wird durch den Haß ans der einen, die Vor- urtheile der andern Seite. I» England, das ja voransteht in Sachen der öffentlichen Wohlfahrt, haben sich Frauen schon früh betheiligt an der socialen Hülfsarbeit durch ihre unermüdlich aufopfernde Hingabe Organisationen geschaffen, die segensreich wirkten. Namen wie Elisabeth Frey, Florence Nightingnle und viele andere werden unvergessen bleiben. In deil 80er Jclyren kam dann die heute in England und Amerika weitverbreitete Settlementsbewegnng auf, von den Universitäten ansgebend. Das waren Niederlassungen in den elendesten nnd verrufensten Stadttheilen Londons, die
am Tag die Armnth, Nachts Laster und Verbrechen be
herbergen , in weichen akademisch gebildete Herren, Aerztc, Lehrer, Juristen re., sich ein Jahr lang zu wohnen verpflichteten, um die Noth der unteren Klassen durch eigene Anschauung kennen zu lernen und durch Rath und Thal ju mitbern. Aber erst nachdem die Frauen sich an dieser Art Armenpflege be- theiligtcn, hatte sie Erfolg aufzuweisen, vielleicht, weil man den Frauen, die mehr Fcinfübligkeit nnd schärferen Blick in der Bc- urtheilnng hänsiicher Verhältnisse besitzen, mit mehr Vertrauen entgegenkam. — Ueber die Betheiligung der deutschen Frau an der socialen Hülfsarbeit besitzen wir statistischen, Nachweis nur aber kirchliche Institutionen, der evangelischen Diakonie und der katholischen Schwesterschaften. Sie lehren »ns vor Allem, daß guter Wille und Opferwilligkeit allein nicht genügen, an den Liebeswerken mitzuarbeiten, sondern daß eine tüchtige theoretische und praktische Schulung nöthig ist, um in der Pflege von Armen, Kranken und Irren, dem Schutz der Kinder nnd Arbeiterinnen, in der Fabrik- inspektion rc. erfolgreich mitzuwirken. Die Vorurthcile, die die socialdemokratische Frauenbewegung der bürgerlichen entgegenbringt, erschwert die Liebesarbeit. Die Berliner Frauen-
Gin Engländer über die physischen Eigen schäften der Suren
I
Gerechtigkeit und Vernunft, die einem großen Thcile des englischen Volkes sicher auch während beS, gegenwärtigen Krieges nicht
abhanden gekommen waren, beginnt sich jetzt auch o" die Öeffent- lichkeit zu wagen. Ein Beweis dafür t|t ettt auberoidentlul) freu muthiger Aufsatz im Londoner „Lancet', der dre physisA,Ueber- legenheit der Buren über die Engländer rückhaltlos Wgesteht und sich bemüht, aus dem Mißgeschick des eigenen Volkes d - Nutzanwendung zu ziehen, durch deren Beachtung die soclnten und dadurch auch die militärischen Verhältnisse Englands gebessert werden könnten. Der Aufsatz ist von so bedeutendem Interesse, daß feine wörtliche Wiedergabe wenigstens zum Theil lohnend ist. .Cs heißt
dort (in der Ucbersctzung) ungefähr folgendermaßen: Es kann kem Zweifel darüber bestehen, daß die Buren als Krieger cme weit größere Tapferkeit und Fähigkeit bewiesen haben, als von vorn-
k,erün anzunehmen war. Die phystschen und psychischen Ursachen dieser kriegerische» Tüchtigkeit sind mehr wissenschaftliche als poltti che Fragen, denn die Erfolge der Buren bestätigen und bekräftigen A les, was mit Rücksicht auf die Erbaltung der Volksgesiindhert gesagt worden ist »no gelehrt werden kann. Es giebt keinen Reformator der gesundheitlichen Verhältnisse, der nicht viele. Lehren aus der Seschichte des heutigen Feldzuges zu ziehen> vermochte. Wonn besteht denn die Grundlage der Volksgesundheit s — — Zur Geimw, erhattung sind folgende Dinge nöthig: eine genügende Menge rc,ner
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Luft zum'einfache, aber genügende Nahrung, hinreichend warme Kleidung,
McksW auf di- .Zunahme °°"Nerv-nkran he. m d.e are
und mit Freiheit von
nagender Sorge" um das tägliche Brod. daneben auch Mäßigkeit in ancn Dingen und besonders in dem Genuß von Alkohol. Ncan ver- Kelche nun unter Festhaltung dieses Ideals die Buren mitd Briten I — — Mit wenigen Ausnahmen lebe» die Buren nn offcncti Felde. Man sagt sogar, daß der Bur seine» Ehrgeiz darin bmiedigt, mit sei» Haus herum so viel Land zu haben, daß er das Daä, seines nächsten Nachbarn nicht sehen kann, «seine Arbeiten ftpde» alle im Freien statt. Er muß ungeheure Entfernungen blS
zur Kirche durchreiten oder bis zum Arzt oder bis zur Erledigung eines Besuches. Seine Nahrung erivirbt er wenigstens zum Theil durch Jagd, wodurch ihm nicht nur wiederum eine gesunde Leibes- übnna, sondern auch eine ausgezeichnete Ausbildung im Gebrauch der Schußwaffe gesichert wird. Ueber all diesen Thatsachcn aber steht der allcrwichtlgste Umstand, daß er von all diesen Versuchungen frei ist, die in anderen Ländern die Gesundheit sowohl des Wohlhabenden als des Armen untergraben. Der Bur wird nicht von dem Anblick eines verschwenderischen Lebens geblendet, er wird auch nicht gedrückt durch Mangel an den nothwcndigflen Existenzmitteln, er führt vielmehr ein Leben voll wahrer Mäßigkeit. Auch die furchtbare Ueberanstrengung des Nervensystems, die durch die Hast unseres Kulturlebens mit sich gebracht wird, ist den Buren unbekannt, ebenso wie die harte Sorge des Kampfes nms Dasein, der unsere mit Menschen überfüllten Länder beherrscht. Das Gcmifth des Buren wird nicht von der ehrgeizigen Sucht nach Rcichthnm oder der beständigen Angst vor dem Bankrott, vor Armnth und Schulden bedrängt, sein Leben geht leicht dahin, und er fühlt sich ganz sicher mit Bezug auf das Morgen. Sein Dand ist nicht übervölkert, sondern untervölkert, es ist reichlicher Raum für ihn und seine Fainilie, sie sei noch so zahlreich, vorhanden. Er braucht nicht vor dem Gedanken zu zittern, daß er aus seinem Haus vertrieben wird, oder daß die Bildung irgend eines großen „Rings" oder Syndikats sein Geschäft ruinirt. Er weiß wenig von dem Luxus und den ausschweifenden Moden unserer westlichen Civilisation, aber er kennt auch nicht unsere schmutzige Armnth, die Menschcnübcrfüllung und die ungesunden elenden Viertel unserer Großstädte. Daher sind die Buren frei von all den nervösen Störunge», die auf die Gesundheit der Bevölkerung in den großen Handclsccntren so zerstörend wirken. Nach ihrer Abstammung von den Holländern sollte man meinen, daß die Buren ein körperlich kleiner Volksstamm wären, denn auch das ihnen beigcmischte französische Blut könnte nicht zur Vergrößerung de« Individuums beigetragen haben, da die Franzose» zwar etwa« größer als die Holländer, aber noch nicht so groß wie die Engländer sind. Dennoch sind die Buren von heute gröbere, stärkere und physisch kräftigere Leute als die Engländer. Ein Bur von 6 Fuß 6 Zoll nach englischem Maße (198 Centimeter) ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung, angeblich ist die Mittelgröße der
gruppe für sociale Hülfsarbeit hat nun eine Anstalt errichtet in der Unterricht ertheilt wird in Nationalökonomie, Hygieink, Armen- und Krankenpflege, Volkswirthschaft re., zugleich ist auch für praktische Ausbildung gesorgt, indem den jimgen Mädchen erst die Fürsorge für die Kinder anheimgegeben wird, durch die sie allmählich zur Hülfeleistiing in den Familien nnd später für das Wirken m der Oeffentlichkeit herangezogen werden. Nur ivcnn die theoretisch und praktisch geschulte Frau mehr zu leisten vermag, wie der Mann, der die Stellung des Waisenrakhs, des ArmeN- Vflegers rc. meist nur als Ehrenamt neben seinem Beruf betreibt, kann sie erwarten, ihn zu ersetzen. Neben dieser Anstalt hat der Bereut für ethische Kultur in Berlin eine Ailsknnftsstelle errichtet, die die Bedürftigen auf die mehr als hundert wohlthätige Anstaltefl, Stiftunae» rc. hinweist, wo sie Rath und Unterstützung finden'. Den mnßi'gen und unbeftiedigten Fraiicn der besitzenden Klafte legte die Rednerin diese Fürsorge für die Frau ans dem Volle wärm ans Herz. Sie wies nach, daß der Spruch: „Die Frau gelM ins Haus" auf die unteren Stände keine Anwendung findet, wo *e Noth des Lebens die Frau zwingt, ihr Heim, ihre Kinder venoahrlosen zu lassen, um in der Fabrik oder im Taglohn zu verdienen. Sie mahnt diese unbeschäftigten Frauen, ihr Haus zu verlassen, um das Hans der armen Frau gründen und schützen zu helfen. Reicher Beifall der sehr zahlreichen Versammlung lohnte den klaren, warmherzigen Vortrag der geistvollen Rednerin. Zum Schluß theiltc die Vorsitzende des Vereins, Fräulein Dr. v. Dönnnina, d« Anwesenden mit, daß auch der hiesige Verein für ethische Kultur eine solche Ausknnftsstation errichtet hat, die mit Rmy und Hnt- weis Bedürftige zu unterstützen bereit ist.
— (Divter l’rttt) in schmrrerInfi»cnznzeit! Der bekannte Cobnrger Arzt 1>. Max Breilung macht in seinem soeben erschienenen Schriftchen „Zur Frage des persönlichen Schutzes vor Erkrankung an der Influenza" (Berlin, Verlag Eng. ©rflger) unter Anderem folgende beherzigenswerthe Bemerkungen: „Me früher von mir ausgestellte These über die Bedeutung der Cigorette als Hcrzgift bei Jnsliienza möchte ich nicht nur aufrecht erhalten, sondern'noch verschärft hervorgehoben sehen. Wir wiffen, baft bei der Influenza das Herz ganz besonders in Mitleidenschaft gezogm wird. Es ist natürlich, daß ein in seiner Fnilktioiiswetse hoy- qradig beschränktes Herz leicht erlahmt, und es erklären mk> so die bei Influenza so häufigen und gefürchteten plötzlichen TodesfMe ungezwungen. Leider haben mich die letzten Jahre noch allzu deutlich darauf hingewiesen, daß man bei den plötzlichen Todesfällen in den obersten Schichte» der Gesellschaft oft berechtigt ist, cs ansziisprechen: Ciieechez la oigm-ette! — Heute weiß ich, daß die Zahl Derjenigen, deren Cigarettenetat pro Tag'die Zahl 50 erreicht, eine weit größere ist, als man glaubt. Venus, Bacchus und die Cigarette sind drei Aemeiytz, welche, innig gesellt, eine große Gefahr bedeuten. Das mag ftw Manchen übertrieben klingen, ist es aber nicht, Tabak und Alkohol find die Hebel, welche die Krankheüsanlagen schaffen und das Herz in einen solchen Zustand funktioneller Schwäche versetzen,, daß eS nicht mehr im Stande ist, eine wenn auch noch so geringe Zn- mutkmng einer Mehrleistung bei einer interkiirrenten Erkranknna, wie z.B. der Influenza, zu genügen. Die Herzkrast erweist sich als insnfficient, und der Rest — ist Schweigen. Neben den Exeessen steht als wichtiges Moment der Krankheitsanlage die psychische Depresstoy. Ich glaube überhaupt, daß in einer späteren Lehre der Krankheits- anlagen die psychische Depression eineii bedeutenden Platz einnehme» wird, wie die Heiterkeit des Gemüths unter den Heilmitteln der ärztlichen Kunst. Lerne lachen — ist ein guter Rath, den man seinen Patienten geben kann. Gute Lustspieldichtcr und Komiker soll«: mau manchmal durch die Brille des Arztes und Socialhygieinikerß betrachten, dann würde man bei der Kritik nicht selten veranlaßt werden, gerade hier den Satz gelten zu lassen, daß der Zweck die Mittel heiligt." Daß das Lachen unter Umständen etwas gam Heilsames sein oder werden kann trotz des volksthnmlichen Ausdrucks „es ist znin Sichtodtlachen", das hat schon der alte RabelaH ganz gut gewußt, der bekanntlich seines Zeichens Arzt und Pro- iv. Montpellier war.
sessor
— Keschriinknngrn in der Gene!»uignng der K-uz- eriaudnitz finden schon seit einiger Zeit Seitens der König!. Polizerverwaltung insofern Anwendung, als die Genehmigung ziiin vorzeitigen Ausfahren der Fundamentgruben,^ d. i. vor erfolgter Genehmigung des ganzen Bangesnches für ein Banvorhnbrii, in allen denjenigen Fällen versagt wird, wo entgegen der seit dem 22. Januar '1885 bestehenden diesbezüglich-.: Polizciverordnung,
Bure» 6 Fuß 2 Zoll (188 Centimeter). Diese Angabe ist wohl eine starke Uebertreibniig, aber daß eine solche Uebertreibnng über
haupt möglich ist und Glauben findet, zeugt für kn starken Eindruck, den die mächtige Statur des Buren hervorrnft. Alle Reisende, besonders die, welche unter den echten Bure» gelebt haben, wie sie in den ländlichen Bezirken fern von den Eisenbahiilinien wohnen, sind einig in der Anerkennung der großartigen körperlichen Eigenschaften dieses Volkes. Wenn ein Bur nach der Stadt kommt und dem städtischen Leben und den städtischen Lastern ausgesetzt wird, so mag er ebenso schnell hernnlerkommen, aber das geschieht eben selten, und der Präsident Klüger ist selbst ein ansgezcichnetes Beispiel dafür, daß sogar in den Städten die Buren oft ihre primitiven und einfachen Lebensgemohnhciten beibehalten. Der Präsident geht noch heute nach ländlicher Sitte jeden Tag um 8 Uhr Abends zu Bett und ist Morgens um 5 Uhr wieder an der Arbeit. Außer der vorzüglichen Entwicklung von Fleisch und Knochen, festen Sehnen und harten Muskeln, die sich bei der beständigen Arbeit im Freien heransbildcii, haben die Buren noch den Vorzug, von den durch Alkoholgenuß und Laster erzeugten Krankheiten frei zu sein. S« gehören nicht zu den Abstinenzlern, aberTrniikeiihelt ist höchst selten bei ihnen. Von höchster Bedeutung in gesundheitlicher Beziehung ist die Thatsache, daß der Bure wesentttch ein moralischer Mensch ist (man beachte, daß dies noch immer die Acußerilligen unseres englischen Schriftstellers sindl). Aber wenn es auch anders wäre, so würde sein abgeschlossenes Leben in den entlegenen Landgüter» ihm keine Gelegenheit zur Erwerbung der durch das Laster bedingten Krankheiten geben. Wie oft werden dagegen britische Soldaten wegen Trunkenheit bestraft oder wegen Geschlechtskrankheit invalide. Nicht nur, daß fast jeder einzelne Bure körperlich fähig ist, für sein Vaterland im Krieg einzustehe», sondern er ist sogar stärker, gesünder nnd größer als die, die zum Hccresdicnst in der britischen Armee von den Aerzteir besonders ausgeivähll werden. Wenn die gesammte männUchcBevölkcriing unseres (des britischen) Landes ohne Auswahl im Alter von 14 bis 60 Jahren ausgernftn werden würde, was für ein trauriges Schauspiel würde sie darstellen im Vergleich mit einem ähnlichen Aufgebot von Bure». Wenn man z. V. in einer belebten Straße im Mittelpunkt der Industriestadt Glasgow steht, so achte man daraus, wie viele
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