Jahrgang.
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in* südafrikanische Krieg.
w ®l e " 9ro ^ e Aussprache" im englischen Parlament ist so der laufen, wie es auf Grund der Beurtheilung des eng- uschen Volkscharakters füglich erwartet werden mutzte. Die Erkennt,, itz, daß die Politik, welche nian in England zur V 1116 ^ 0 ™ 1 ^ 6 und verwerfliche ist, tritt weit ber-n^a7.?E Verlangen, die, verletzte Waffenehrc wieder yerzilstulen, und vor dem blmdwüthenden Chauvinismus.
! Eroberung von Südafrika noch
Immer al» lockendem Ziel erscheinen läßt. An-ch bei dcn- ft?,™ ^"6 "ndern, welche -insehen, datz die südafrikanische Po itik Englands eine frevelhafte Politik ist, üb-rwiegt das Gefühl, daß England nicht zurückkann, daß es den Krico gegen die Buren durchführen mutz, und datz es seine Stellung unter den Großmächten für iminer schwer schädigen wurde, wenn es seine Niederlage eingcstehen und sich vor den beiden kleinen Buren-Nepubliken beugen müßte.
England ist entschlossen, den Krieg fortznführen, und zwar nothigenfalls bis zum Weißbluten. Aber ob die Zuversicht, welche man auch jetzt noch immer zur Schau'trägt, eme aufrichtige ist, muß füglich als höchst zweifelhaft er- schcmen Die Engländer haben sich über ihre Wehrfähig- keit und Kriegstuchtigkeit in starker Selbsttäuschung befunden süu b / r ®i' u . nb , , bie K r Selbsttäuschung ist leicht gefunden. ^ dem Krimkneg hat England einen ernsthaften Krieg nicht Zu fuhren gehabt, abgesehen von jenem Krieg, den es m 19 Jahren ebenfalls gegen die Buren führte und ver- « “ nberett Kriege, welche England zu führe» hatte, richteten sich gegen wilde oder wenigstens halbwilde Stämme m.a'” ^iileln der modernen Kriegstechnik
ausgerüsteten Engländer weit überlegen waren. Seit 19 Jahren sehen die Engländer sich jetzt wieder zum ersten Mal einem Volk gegenüber, das über die gleichen Hülfs- mittel der Kriegstechnik verfügt, nnd wie vor 19 Jahren $ au ^ i e|Jt wieder dle englische Militärmacht trotz der Massenaufgebote ,n allen fünfWelttheilen unfähig, dem an Zahl weit schwächeren Gegner die Spitze zu bieten Bei den Ereignissen, die sich jetzt in Südafrika abspielen, wirkt eben ein Faktor mit, der noch in allen Kriegen eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat. Die Engländer, deren pm größten Theil bezahlte Söldner, zum kleinsten Dheil schlecht ausgcbildete Milizen und Freiwillige sind, sehen sich einem Volke gegenüber, das mit aller Lebenskraft um leine Existenz und Unabhängigkeit ringt. Wir sind über- 8eU >. 0t «, > dieser Faktor, verbunden mit'der zähen Ausdauer und Kriegstüchtigkeit der Buren, zu der Hoffnung berechtigt, daß auch lm Fortgang des Krieges das Kricgsglück der gerechten Sache der Buren treu bleiben wird, wie gewaltige rtnstrcngungcn auch die Engländer niachen, die Burenheere durch die Wucht der Masse zu erdrücken.
Denn auf ihre eigene Kraft werden die Buren auch in «ukunft angewiesen sein, wenn es ihnen auch allenfalls noch gelingen mag, aus den unter englischer Herrschaft ebenden Holländern_ einige Verstärkungen heranzuzichen. «)ie Hoffnung, daß die eine oder andere Macht zu Gunsten
^ Vuren interveniren würde, wenn das wandelbare Geschick des Krieges sich zu ihren Ungunsten neigen sollte, muß als eine eitle erscheinen, und wir haben diese Hoffnuiig niemals gecheckt. Freilich har Rußland die prekäre Lage Englands dazu benutzt, seinen Einfluß in Persien zu stärken, und cs wird ihn dazu benutzen, den englischen Einfluß dort völlig lahm zu legen. Vielleicht wird man in Bälde auch die Spaziergänge des „rollenden Rubels" iu Afghanistan wahr- nehmen können wo es nicht erst, wie in Persien, einer „Gold- anleihe bedarf, da der Herrscher von Afghanistan Geschenke Subventwucn den Anleihen vorzieht. Aber England hat sich heute derart auf Südafrika verbissen, daß es lieber alle seine Chancen in Persien und Afghanistan aufgicbt horlvorRutzland zurückweicht, als datz es sich'entschlösse, in Südafrika einen halbwegs erträglichen Frieden Herbeizufuhren. Ernsterer Natur sind vielleicht die Ereignisse in Indien und Egypten, wo sich überall eine wachsende Unruhe unter der Bevölkerung geltend macht, während beide Lander von europäischen Truppen nahezu völlig entblößt
S?'rrf? Cr nt “". mu 6 sich hüten, diese Vorkommnisse zu überschätzen und hieraus irgendwelche Hoffnungen in Bezug Aufgang des südafrikanischen Kriegs zu gründen Viellclcgt wäre es aber auch garnicht als erfreulich für die Buren zu begrüben, wenn die Engländer durch irgend welche anderweitigen Schwierigkeiten oder durch eine Ver- miüfung oon Seiten anderer Mächte dazu gezwungen oder veranlaßt wurden, das Ende des Krieges so oder so herbei- zufuhren. Die Verhältnisse in Südafrika haben sich seit langen Zähren so zngespitzt, daß der Entscheidungskampf zw,sehen dem englischen nnd holländischen Element unvermeidlich wurde Dieser Kampf nrntz durchgefochten b l e . Vuren dürfen nicht ruhen, bis sie solche Friedensbedingungen erzielen können, welche den Frieden m Südafrika endgültig sichern. Ein Friede, der den Buren nicht eine wesentliche Gebietserweiterung und dadurch einen mächtigen Volkszuwachs an Holländern bringen wurde, wurde alle Opfer dcL Krieges vergeblich niachen, denn die Engländer würden ihre Rüstungen so lange weiter steigern, daß ihnen über kurz oder lang doch die Einschnürung der Bnrcn-Repnbliken gelingen würde. Der. Kampf m Sndafrtka ist ein Kampf um die Vor- herrschaft zwischen den Engländern und Afrikandern, und dieser Kampf kann nur durch die völlige Niederlage des einen Thcilv endgültig ausgefochtcn werden. Was aber die Vorherrschaft der Engländer in Südafrika zu bedeuten hätte, dao werden sich die anderen Machte klar machen müssen, wenn England es versuchen sollte, den des Oefteren an- gekiindigtcn Handltreich auf die Delagoabai ausznführenI
' großen SlitsstandLbewegung. Es läßt sich^veFtchen/Vvenn mehrere Redner, so die Abgg. Schulz-Bochum und Lohmann davor warnten, gerade letzt, wo in Oesterreich ein gewaltiger Streik au^gebrochen nt, mit dem Feuer zu spielen. Aber wenn der Abg. Dasbach vielleicht Töne anschlng die sich mehr wie ein Wunsch nach Krieg als wie ein Friedens- wunich anhörten, so Reibt hiervon die Sache sicher un- f eui ^t' “ nb F w'll immerhin vermerkt werden, daß auch der Minisier Brefeld zngab, es seien in der Ausführung der Arbeiterschlitzbestimmungen Unregelmäßigkeiten vorgekommen, und cs sei hiernach Mancherlei zu bessern wav denn auch geschehen solle. Freilich hätte es dem OE'Ultzt, diese Unregelmäßigkeiten, die b'"u Theil sehr arger Natur waren (Gerichlserkennt- niffe haben das bestätigt), bestreiten zu wollen. Nicht ohne ein Gefühl des Befremdens jedoch kann man die mangelhaften Znftande auf so manchen Zechen (der Abg Lohmann sprach milde, aber deutlich von „Rückständigkeit" den berühmten Februar-Erlaßen von 1890 gegenüberstellen die gcraie heute sich flibren, und in denen verheißen wurde' daß die staatlichen Bergwerk- Musteranstalten werden sollen Sie sind -v nicht geworden, nnd sie werhen es auch in der Zukunft nicht sein. Denn nichts hat gehindert, sie so aus- zngestalten, daß fetzt ,elbst eine scharf- Kritik nichts mehr an ihnen zu taoeln gefunden hätte. Ist die Gelegenheit bisher nicht benutzt worden, so muß das Vertrauen sinken, bn | J* e s wei eit, i u Äser wahrgenomiiien werden möchte Allerdings mag der Wille des Ministers Brefeld besser sein als sein Können. Die Absicht zum Mindesten Arbeiter- Vertreter n stärkerem Maße zur Inspektion 'Lnfuzi-L hat er gehabt, aber man weiß, wie die befragten Zechenverwaltungen über den Vorschlag abgenrtheilt habem So einmiithig und entschieden haben sie ihn verworfen daß immerhin eine ganz besondere, bei der gegenwärtigen Regierung schwer vorauSzusetzende Energie dazu gehört hätte, -ine nützliche Reform trotz dieses Widerstandes durchzuführen
Deutsches Reich.
Aus dem Abgeordnetenhanse.
Im Abgeordnetenhause entspann sich heute so schreibt uns unser Berliner ^-Korrespondent' vom 5 d. M. beim Etat^dcr Bergwerksverwaltung eine lebhafte Debatte über die Frage der Bergmerksinspektion und über die Nathsamkeit bä* Arbeiter-Vertretern zur Beaufsichtigung
des Betriebs. Hinter der Debatte stand unsichtbar nnd doch l deutlich genug wahrzunehmen das Gespenst einer möglichen
Von Dr. v. Grolma«
II.
Betrachtungen anläßlich der Lugo-Ausstellnng.
Wir sahen, wie an jedem Kunstwerk zwei Dinge zu unterscheiden sind: Zunächst die rein objektive Uebercinstinimuiig oder Achnlichkcit mit dem dargestellten Sujet, seine äußerliche Richtigkeit. 8 hr steht die subjektive Seite gegenüber. Während aber der Werth der wissenschaftlichen Darstclliing darin beruht, daß sie unter möglichster Ausscheidung subjektiver Elemente die reine Wirklichkeit, nur verarbeitet nach logischen Gesichtspunkten, zu überliefern sucht, ist sierade umgekehrt die Schilderung von einem einseitig persönlich bedingten Standpunkt ans das dem Kunstwerk Spezifische. Die wissenschaftliche Darstellung wendet sich an dcnVcrstand, die künstlerische an das Gefühl.
Es ist freilich nicht nöthig, ja, es ist wohl nicht einmal erwünscht, daß der Künstler mit Bewußtsein einseitig der Natur Kcgeiliibcrtritt. Nicht absichtlich nach bestimmter Tendenz soll er Natur zu meistern unternehnicn, seine Aufgabe ist, sich ihr in völliger Unbefangenheit hinzugebcn, und was sie ihm anvertrant, tin Bilde fcstzuhalten. Im unendlichen Wesen der Natur ist Alles umschlossen, aber nicht sichtbar für Alle; ein Jeder fcrinag nur das ihr zu entnehmen, wozu er den genügenden Resonanzboden in sich selbst trägt, genau wie eine frei gespannte vnite nur dann in Schwingung geräth, wenn der ihr eigene ron angeschlagen wird. Nicht wie im queckstlberbelegten Glas 'plegelt sich die Außenwelt im menschlichen Gehirn, nur das Mt in uns ein, zu dessen Aufnahnic die nöthigen Organe vorhanden sind. Darin liegt da« Gchciinniß künstlerischen Schaffens, °ar,n die Möglichkeit, daß niemals die echten Werke der Kunst sich v ! 1 ihrem Gehalt wiederholen, weil niemals zwei Mcnschenseelcn /»landcr völlig gleichen. So verschieden wie die Saiten des seelischen
Instrumentes abgestimmt sind, so verschieden wird die Melodie sein d-c wir vernehmen, wenn, cs aufklingt im Anblick der Natur Es hat also jeder Mensch - und umso mehr, je weniger'cr zur
utr "genes, nur ihm gehöriges Vcrhältniß zur Natur, das niemals vor ihm war und niemals nach ihm wieder sein wird, und wem cs gegeben ist, sich darüber anszusprechen, sei cs in Worten, fei cs in Bildern, der ist ein Künstler. Alles das aber, was im Kunstwerk jenem einzigen persönlichen Verhältniß zum Allsdruck dient, bestimmt allein seinen Werth nnd heißt sein Stil. In ihm offenbart uns der Künstler das. was nur er in der Natur zu sehen vermag, was er, wie wir sagen, in sie hincinlegt. mit einem Wort - seine Ideale. Der echte Künstler ist also immer ein Idealist; worauf seine Ideale gerichtet sind — ob auf das Kräftige oder Milde, ob auf Ton- oder Formwerthe, mit denen ja stets gewisse Gemüthswerthc verknüpft sind, das Alles ist völlig gleichgültig, wenn sic nur seine eigenen, mit Nothwcndigkcit aus seiner Natur fließenden sind. Und was wir die Wahrheit im Kunstwerk nennen, das ist eben jene zwingende Nothwcndiakcit die uns aus ihm cntgegcnspricht. daß so und nicht anders sein Schöpfer vor der Natur empfand, mag unsere eigene Anschauung auch noch so sehr von der scinigcn abweichcn - kurz, daß er nicht in frenidcn Zungen, sondern in eigener Sprache über'das von ihm Geschaute berichtet.
Lange, fast hundert Jahre, hat die deutsche Kunst in dem Glauben gelebt, daß man auch fremde Ideale haben könne; statt sei bst schöpferisch sich zu bemühen, das. was ihrem Wesen entsprach, in der Natur zu finden, in ihrer Weise, mit ihrem deutschen Herzen des neun zehnten Jahrhunderts sich in den Erscheinungen der Außenwelt zu spiegeln und so „die Schönheit" in der HerailSarbeitung ihrer persönlichen Beziehungen zur Natur immer anf'S Nene zu gebären, glaubten die Künstler, „die Schönheit" stecke in den Maaßcn und Verhältnissen der Antike nnd des Rafael, anstatt sie auch dort tu der Klarheit zu finde», mit welcher
Französi sche Quertreibereien ^ Ein Bericht des Pariser „Eclair" über Aeußerunaen dev Regenten von Mecklenburg. Herzogs Johann Albrecht betreffend die Beziehungen zwischen Deutschland, Frankreich und England, erregt wie uns unser Berliner I--Korrespoudent unwilliges Erstaunen in Berliner politischen Kreisen D'e-- Erstaunen gilt indessen lediglich der Unbesonnenheit und Llritiklosigkeit, womit das Blatt den Herzog-Regenten
\^° ire P ° t r e r” fen r biefcr ■Scitung Dinge hat sagen lassen, die iinmoglich gesagt worden sein können und deren bcsliniinte Zuriickwelsiing durch den Herzog mit Sicherheit -nvar.et werden muß. Herzog Johann Albrecht M u A. die Einsetzung einer internationalen Verwaltung des von den Engländern zu räumenden Egyptens erhofft und s ll weiter erklärt haben, die südafrikanischen Fragen seien international zu lösen, die Initiative titinfe ? on . Frankreich und Rußland ansgehen, denen Deutsch- land sich anschließen werde. Rußlands Vorrücken gegen ^nd.en sei der Anfang der Bewegung, deren Zweck ein kontnientales Kolonialabkommen gegen England sein iuil,se. Diese angeblichen Aeußcrungcn zeigen lediglich, daß der Ltorrespoudent den Vorsitzenden der Deutschen Kolouial-
nl ! » 'm Gnechenv°lk lebendige» Ideen verkörperten.
Unb st«" die Welt mit eigenen Augen anzuschauen, trauten sie diesen nicht und wollten mit Augen sehen, die vor Jahrhundert in fremdem ^>olk, in fremden Ländern gelebt hatten So konnten i re Werke, je zielbewußter sie vor« ' nur umso zwiespältiger ansfallen; aber nicht der Idealismus der diese Männer gleichzeitig beseelte die L?r- zcugung, daß sie die „Idee" im Werke zu gestalten wE' Ä/'Ä Ä Ä künstlerisches Schaffen lahm legte, nein das Miß' “'ä* dl.,. Id-,, dl. m, l„
facm ©toff gezei-gt werden kanu, fertig der Außenwelt -utnommen b İ' tam CS ' bn5 fie ' im Glauben die Fahne
hochzuhalten, nicht minbcr geistlosen Abklatsch eines V°)b-ldcs lieferten, w.e der, welcher, der Lehre des extremen Naturalisnius folgend, nur als „registrirendcr Photograph" zur Palette greift; nur daß dieser doch wenigstens die Natur koplrt sie aber langst tobte Symbole durch inimer erneute Wiederholung beleben zu können gedachten. Es ist eine artige Ironie des Schicksals daß die zahlreichen Aesthetiker der idealistischen Schule hypnotisirt von dem seit Wiuckelniaiin unausrottbaren V°rur i v „ Mustergültigkeit der Griechen, und seit L-ssing n,M über Kn s urtheilend ohne Sachkenntnisse für nöthlgz,? hL pst A - Wendung ihrer eignen Lehre auf Praktisches Gebiet zu'wenig beherrsch en, um den Widerspruch zu bemerken, in dem sich die Kunst
lM e den Städte n tt ^ Straßen und Plätze unserer neu auf- I ! bcm ül--chen Hexensabbath abgelebter und
