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48 . Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezngs-Preis: durch den Verlag Lä» Pfg. monatlich, durch die Post 4 Mk. «» Pfg. vierteljährlich für beide

Verlag: Lauggasse 27.

Slnzeigen-Preiör Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. —

Werfet ca Ri:

Abend-Ausgabe.

IM* deutsch-tschechische „Uersöhnung".

Das Kabinett Körber schickt sich an, eine Aufgabe zu lösen, an der sich die österreichischen Kabinette seit langen Jahren, jedes auf seine Weise, aber alle vergeblich, abgemüht haben. Das Kabinett will die „Verständigung" zwischen Deutschen und Tschechen, welche sämmtliche österreichischen Kabinette auf ihr Programm geschrieben hatten .und zumeist oadurch zu verwirklichen suchten, daß sie die Deutschen zu Künste» der Tschechen benachtheiligten, ans paritätischem Weg herbeiführen, d. h. auf dem Weg der Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung. Die Grundlagen dieser Ver­ständigung sollen auf der Verständigungs-Konferenz, welche nächster Tage in Wien Zusammentritt, zunächst für Böhmen geschaffen werden. Sollte dies gelingen und auch für die anderen streitigen Sprachgebiete eine solche Verständigung zu ermöglichen sein, so würde dieser Ausgleich durch ein Reichssprachengesctz fixirt werden, von dem sich optimistisch veranlagte Politiker einen dauernden Frieden zwischen Deutschen und Tschechen erhoffen.

Wir gehören nicht zu diesen Optimisten. Zwar ist von Seiten der deutschen Parteien seit Beginn der Verständigungs- Verhandlungen eine ehrliche Loyalität gezeigt und das größt­möglichste Entgegenkommen geübt worden, aber die Er­fahrungen, welche bei den deutsch-tschechischen Ausgleichs- Verhandlungen vom Jahre 1890 gemacht worden sind, mahnen zu einer skeptischen Auffassung der jetzigen Versöhnungs- Versuche. Freilich, sollten die Verhandlungen nicht das erhoffte Ergebniß bringen, so können die Deutschen sich von jeglicher Schuld freisprechen. Sie sind den Tschechen so weit entgegen gekommen, daß sie, wie Grethchen zu Faust, zu oen Tschechen sagen können: „Ich habe schon so viel für Dich gethan, daß mir zu tfjtm fast nichts mehr übrig bleibt!" An Stelle der Forderung einer deutschen Staats­sprache für Oesterreich, einer Forderung, deren Berechtigung durch die Geschichte und die Entwicklung des Staates er­wiesen wird, ist das bescheidene Verlangen getreten, daß die deutsche Sprache für Oesterreich als Vermittlungssprache anerkannt werden soll.

Die Forderungen der Deutschen sind so maßvoll und bescheiden wie nur möglich, und wenn es von ihnen ab- hänge, könnte die deutsch-tschechische Verständigung als ge­sichert gelten. Aber noch vermissen wir jedes Anzeichen da­für, daß die Tschechen sich zu jener Bescheidenheit bekehren wollen, zu der ihre politischen, wirthschaftlichen und kulturellen Leistungen sie füglich verpflichten sollten. Die Erinnerung an die vor 10 Jahren geführten Ausgleichsverhandlungen zwischen Deutschen und Tschechen können in dieser Hinsicht wenig hoffnungsfreudig stimmen. Als damals die „Wiener Punktationen" vereinbart wurden, glaubte man auf Seiten der Deutschen an einen endgültigen Frieden. Das war eine Täuschung. Die Altlschcchen mochten damals von dem besten Willen beseelt sein, die Friedensabmachungen zu halten und die tschechische Begehrlichkeit zurückzudrängen. Aber das tschechische Volk wollte keine» Frieden, und die alt­tschechische Partei wurde durch das ungestüme und radikale Jungtschechenthum gesprengt. Heute sind die Jungtschechen die führende Partei unter den Tschechen, und an ihre Ver­söhnlichkeit zu glauben, kann uns nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts nicht leicht fallen.

Sollte es aber doch gelingen, auf der Konferenz in Wien eine Verständigung zu Weg zu bringen, so wird ab­zuwarten bleiben, ob es sich hier wirklich um einen Frieden ilnd nicht nur um einen Waffenstillstand handelt. Wenn tue jungtschechische Partei sich auch zu einem billigen Aus­strich bereit erklären sollte, so muß es doch als höchst frag­lich erscheinen, ob sie die Durchführung dieses Ausgleichs auf die Dauer garantiren kann. Wie sich damals das Jungtschechenthum gegen die Alttschechen erhob, so drängt sich jetzt bereits eine radikal-tschechische Partei in den Vorder­grund, welche nur auf die Nachgiebigkeit der Jungtschechen zu warten scheint, um diesen dasselbe Schicksal zu bereiten, wie es die Alttschechcn seiner Zeit erfahren haben. Es liegt in der Natur und der Entwicklung des tschechischen Volkes, daß die radikalen Parteien durch die radikaleren verschlungen werden. Und diese Parteientwicklung im Tschechenthum' ist der Grund, weshalb wir der Wiener Verständigungskonfcrenz ohne jeden Optimismus entgegensehen.

Eine dauernde Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen wäre nur dann möglich, wenn es für beide Stämme einen höheren gemeinsamen Gesichtspunkt gäbe, von dem aus sie sich einigen könnten. Ein solcher Gesichtspunkt könnte der österreichische Staatsgedanke, die Liebe zu dem gemeinsamen Vaterlande sein. Dieser Gesichtspunkt aber ist bei den Tschechen, welche für das Reich der Wenzels- trone, für die Dreitheilung der österreich-ungarischen Monarchie in die Königreiche Böhmen, Oesterreich und Ungarn schwärmen,nichtvorhanden.Sie streben mehroder minderoffendie Hosreibung von Oesterreich an. Wer aber wollte sich darüber

wundern, daß angesichts der Kümpfe der letzten Jahre auch für die Deutschen die Erhaltung ihres Deutschthums an die erste Stelle gerückt ist? Diesen Standpunkt werden die Deutschen auch bei den jetzigen Verhandlungen oder - Kämpfen festhaltcn müssen. Wie es auch kommen wird, der deutsche Stamm in Oesterreich ist es nicht, dem die schwereren Gefahren drohen. Znkunftssicher kann er allen Stürinen entgegensetzen, wofern er nur einig und entschlossen bleibt, sein nationales und politisches Erstgeburtsrecht in Oesterreich mit rücksichtsloser Thatkraft zu vcrlheidigen.

Deutsches Reich.

Zum Stand des Unterrichts im Deutschen Reiche.

Es fanden sich im Ersatzjahre 1897/98 unter sämmtliche» 2ol,515 ausgehobcnen Ersatzmannschaften des Heeres und der Kriegsflotte nur noch 200 ohne Schulbildung, das sind nur 0,08 v. H. der Gesammtzahl; 10 Jahre früher waren es noch 0,71 v. H. und 20 Jahre früher 1,73 v. H. Selbst m den östlichen preußischen Provinzen, die mit polnischen Elementen dichter durchsetzt sind und deshalb der Schule mancherlei Schwierigkeiten bereiten, sind Analphabeten heute nur noch ganz wenig vorhanden; so z. B. befanden sich 1897/98 unter den Ersatzmannschaften aus Ostpreußen 0,30, Westpreußen 0,44, Brandenburg mit Berlin 0,03, Pommern 0,08, Posen 0,43, Schlesien 0,09, Rhein- land 0,05 ohne Schulbildung; für die Ersatzmannschaften aus den übrigen Staaten des Reiches gelten die folgenden Prozentsätze: Bayern 0,02, Sachsen 0,01, Württemberg 0,02, Baden 0,03, Hessen 0,02, Mecklenburg-Schwerin 0,11, Mecklenburg-Strelitz 0,14, Elsaß-Lothringen 0,09. Man darf die vorstehenden Ziffern, welche für die Erfolge der Schule im Reich sprechen, nicht mit dem Einwand bemängeln, daß es sich bei dem Heeresersatz um ausgcwählte Mann­schaften handele; dieser Umstand ist zwar nicht ohne Einfluß auf die Niedrigkeit derZiffer für die fehlende Schulbildung; aber auch unter den Jnsasseit der Straf- und Gefangen- Anstalten, die doch den am wenigsten würdigen Bestandtheil der Bevölkerung ausmachen, ist der Bruchtheil der Personen ohne Schulbildung nicht eben hoch; in den letzten Jahren waren in Preußen 7'/s> bis 8'/- v. H. des Zugangs an ZuchthanSgefangenen ohne Schulbildung.

* *

Staatssekretär P ob 6 ielsk i meint, die Postverwaltung könne doch die Betrage keinesfalls auSzadlen, wenn nicht auch der Bundesrath zugestimntt hat. Man soll doch die gerichtliche Entscheidung abwarten. Auf eme Bemerkung des Abg. Vielhaben entgegnet der Staatssekretär entschieden verwahren.muffe er sich dagegen, als ob die Verwaltung an Beamten spare für rrgendwe che andere Interessen. Seine Ver­waltung venvendc niemals Etatsmittel in einer nicht etatmäßigen Weise. — Abg. Schmidt-Warburg (Centr.) plaidirt für die Rück­verweisung desgleichen Abg. Singer, welcher noch betont, es fei doch sehr bedauerlich, daß die verbündeten Regierungen sich in einer Frage, über welche der Reichstag längst entschieden habe, noch immer auf luristlsche Tüfteleien zuruckzlehen. Wenn der Reichstaa er. klaren wurde, wir bewilligen die Flotte nicht eher, bis nicht diese Frage m unserem Sinne erledigt ist, dann würde die Frage sicher sofort gelost werden. - Abg. Maller-Sagan (freist Volksp) bedauert die unterschiedliche llrlanbsertheilung. ' demselben Direktlonsbezirke erhielt der Eine drei, der Andere zwei Wochen Der

Staatssekretär habe gestern von den Zeitungsräubern abfällig ge-

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^'^"al-Uachrichten. Nach Informationen rom, cher Platter soll dre Ankunft Kaiser Wilhelms in Rom im Aprü erfolge». (?) - Wie .die „Germania" meldet, hat die Bessermig u" Befinden des vr. Lieber auch gestern zwar angehalten, aber nicht so erhebliche Fortschritte gemacht, wie an den voranqegangenen Tagen. Immerhin ,st wenigstens kein Rückschritt zu verzeichnen, der neue Besorgnisse emflößen könnte.

* Berlin, 1. Februar. In der W a h l p r ü f u n g s - K o m - w'^ion des Reichstags wurde die Wahl der Abgeordneten v. Kardorff (Reichsp.) und Stöcker für gültig erklärt.

spracht Nun, diese seien doch wohl klüg^, als der Herr StaatSsekeM

glaube - Staatssekretär P o d b i e l ski entgegnet, die Bestimmung über Urlaub lautet: sur etatsmaßlgeBeamten 14 Tage, für nichtetals- mäßige 10 Tage. Wenn die Presse Mißstände bespreche, so sei ihm das nur angenehm. Wenn aber der Postverwaltung vorgeworfen werde, sie habe cs sich zum Zysten, gen,acht, jetzt schlechter zu be- stellkii, so könne er das nicht als richtig anerkennen. Der Titel wird bewilligt Die Zurnckverwcisnng ist demnach abgelehnt. lieber die Resolurion der Konimisston soll erst in dritter Lesuna abgestimmt werden. — Bei einem weiteren Titel empfiehlt Abg.

D a S b a ch (Centr.) den Bau von Dienstwohnungen /ür Unter- bcamte angesichts der WohnungSnoth in Berlin. - Staatssekretär

Podbielski spricht sich dagegen aus. — Abg. Singer (Soc) wünscht Erhöhung des Wohiiungsgeld-Zuschusses, für Unterbeamte.

Morgen 12 Uhr, Tagesordnung:, Extra-Ordinarium und Etat der Reichsdruckerel. — Schluß 5 a /. 1tt -

Uhr.

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Berlin, 31. Januar.

Das Abgeordnetenhaus beriech heute den Forstetat ohne be-

langrciche Debatte. Beim Titel 2 der Einnahmen „Zu Neben-

. — ‘‘ ‘ J ‘ A,

Nutzungen 4,349,000 Mark wurde auch zugleich der Änlrag des Abg v Mendcl-L-teinfels (kons.) erörtert, der die Einstellung aus­reichender Mittel zur Forderung der bäuerlichen Forstwirthschaft verlangt, die nach Bedarf den Laudivirthschastskammern über­wiesen werden sollen. — Abg. Pappritz (kons.) begründete den Antrag mit dcui »inweis aus den immer zunehmenden Bedarf an Gruben- und sonstigen Nutzhölzern und die da- diirch bedingte stärkere Abforstung. Im Interesse der ländlichen Gemeinden mußte fnr eine rationelle Aufforstung gesorgt werden.- Landwlrthschaftsmlnister Freiherr v. Hammerstein erwiderte in

den .Staatsforsten und denjenigen 'der Großgrundbesitze? werd. richtig stewirchschaftet; der Uebelstand liege n, dcr^vielfach mangel-

Dentscher Reichstag.

G Berlin, 31. Januar.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathiliig des Post-Etats, Titel Untcrstaatssckretar. Abg. Stöcker (bei keiner Fraktion) stellt fest, daß ein subalterner Scherz, der bei einem Fest anläßlich der Einweihung des neuen Postgebäudes in Straß- burg über Bayern gefallen fei, weil Bayern einer Einheits-Post- marfe sichwldersctze, nicht von einem Postbeamten gemacht, sondern aus dem Mund eines für diese Feier ciigagirten Komikers gekommen fei. Den Staatssekretär bitte er, auf eine bessere Orthographie hinznwirken. sowie auf Verringerung des Fahrens von Postwagen an Sonntagen. — Staatssekretär v. Podbielski entgegnet, die Postverwaltung sei bezüglich der Sonntagshciligung schon sehr weit vorgeschritten, aber Alles habe sie doch rm Interesse des Verkehrs nicht erreichen können. Was die bessere Orthographie anlange, so seien die Ressort« bereits vom Reichskanzler angewiesen worden, ihre Sprache wenigstens dem bürgerlichen Gesetzbuch anzupassen. - Bei einem weiteren Titel erklärt auf cinc Anfrage des Aba. Müller-Sagau Direktor Sydow, er werde demnächst eine Bekanntmachung dahin ergehen kosten, daß fortan Mehranschlüsse an ein und dieselbe Person zu billigeren Preisen gestattet sein sollen, sowie daß die .Verstellung von Mehranschlüssen auch der Privat-Industrie übertragen werden tonne. Ans cinc Anfrage des Abg. Stöcker erklärt der Staatssekretär Posadowsky. es sei ein Jrrthuni, daß früher die mittlere Laufbahn höher hinaufgerückt hätte als jetzt. Der Vorredner irre auch darin, wenn er meine, daß die Aus­führung der Anordnungen des General-Postamtes in den Nach­geordneten Stellen auf bürcaukratischcn Widerstand stoße, sodaß er zur Kontrolle eine Revision durch General-Jiispektoren benöthige. Beim Gehaltstitel Oberpostassistente», Assistenten rc. beantragt die Kommission eine Resolution, den Reichskanzler zu ersuchen, durch ciuen Nachtragsetat die Gehaltsstufen für Büreauassistciitcri, Ober­post- und Postassisteiite» anderweit, und zwar von der zweiten bis zur vorletzten Stufe, mit je 100 Mk. höher zu normiren. — Abg. Viel ha bei, (Amis.) beantragt, den Titel nebst Resolution an die Kommission zurückzuvcrweisen. — Staatssekretär Podbielski bemerkt, der Vorredner täusche sich, wenn er sage, etatsmäßigc Stellen würden offen gelassen, um die Gelder für die Diätare zu verwenden, und zwar unter Lohn- drückcreien, um so mehr Diätare zu halten. Das ivürde der Rechnungshof gar nicht ziilaffcn, denn die Diätare ständen in einem anderen Titel und an dem, wa« der Reichslag mitbeschlossen habe, dürste die Verwaltung nichts ändern, — Abg. Dasbach (CenlrO empfiehlt Annahme des Antrags Vielhabe». Aber die Kommission müsse

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ihre Bcrattningen wieder anfnehmen/wcnn ihrdie Regierung eine ganz ausführlicheDenksck)rift vorgelcgt habe. Erhalte dann die Kommission die

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Uebcrzciigung, daß die Beamten ei» Recht auf die rinaeklagten Be­träge babem so brauche man auch nicht erst auf die endgültige richterliche Entscheidung woniöglich noch Jahre laug zu warten. —

hasten Forstwirthschaft der bäuerlichen Besitzer. Die Regierung sü bereit, den Landwirthschaftskammern die zur Aufforstung noth- wendlgen Mittel zu überweisen, sobald der Nachweis einer richtigen Verwendung erbracht werde. — Abg. v. Mendel- S t e i n f e l s (kons.) bat um hohe Besteuerung des Quebracho- holzes, ^ da dessen Einfuhr den Werth unserer Schälwalduiigm herabimndere, besonders im Interesse der kleinen Waldbcsstzer Um eine rationelle Forstwirthschast zu erzielen, müßten di« kleineil Waldbesitzer sachgemäßen Unterricht erhalten. — Nach den wohlwollenden Erklärungen des Ministers zog Abg Freiherr v. Wangenheim den konservativen Antrag zurück, um die durch eine Kommlsstonsberathuna cntftehendcn Verzögerungen ^vermeiden - Abg Ga mp (freikons.) führt die znnchmende

„'Holzung lediglich auf die Nothlage der Landwirchschaft zurück Eme Majorität fnr die angedeutetcn Beschränkungen der privaten Forstwirthschaft werde der Minister in diesem Hans schwerlich erlangen. Wie soll ein Landwirth. der aus' Noch seinen Waldbesttz veräußern will, veranlaßt werden, weitere Mittel für eine rationelle Forstwirthschaft aufzuwenden? Dagegen empfehle cs sich, die Fideikommißbildung für Forsten zu er­leichtern. z. B. durch den Erlaß oder durch die Ermäßiguna des Stempels. Auch soll die Beleihung der Forsten durch die Land­schaften angestrebt werden, wie es in Schlesien bereits geschehen Ferner empfiehlt sich die größere Verwendung von Buchenschwcllen für die Eisenbalmverwaltung. — Minister v. Hainmerstein stellt den Gesetzentwurf über die Fideikommisse für die nächste Session in Aussicht und erklärt sich bereit, die Bcstrebunaen auf größere Verwcrthung des Buchenwaldes zu unterstützen. - Abg. Hahn wünscht daß das Qucbracho genau so behandelt werde ^ wie die Margarine. Das Publikum muffe in ber Lage fein, durch äußerliche Zeichen, etwa durch einen Stempel, die Fabrikate, welche aus mit Qnebrachoholz gegerbtem Leder hergestellt sind, von solchen zu unterscheiden, welche aus mit Eichenlohc gegerbtem Leder hcrgestellt werden — Abg. Gothcin hat Bedenken gegen Versuche, Dinge, die zur Kompetenz der Reichsgesetzgebung gehören, im Landtage zn ver- handelN' ^iind^waritt vor^ einer Ueberschätzuiitz der Agitation gegen

anständische Gerbstoffe. Diese seien nnentbehrlich, nicht nur für' großen, sondern auch für die kleinen Gerbereien. Es werde auch ganz vergessen, daß der größte Theil der zum Gerben benutzten Eichenlohc ans dem Auslande stamme. Die Stempelung sei ganz midiirchführbar, da die Gerbereien sich der Mischung der ver­schiedensten Gerbstoffe bedienen und auch die verschiedensten Leder­sorten bei derselben Maare Verwendung finden. Der Forstetat wird bewilligt bis auf den znm Ankauf von Grundstückei, zu den Forsten ausgeworfencn Titel, der an die Budget-Kommission zurück-

verwiesen wird. Morgen 11 Uhr: Gestutsetat und Etat der Bera- vcrwaltung. Schluß 4'/- Uhr. "

Ansland.

Imperialismus in England.

In sehr verständiger Weise hat sich, wie der „Franks. Ztg." aus London geschrieben wird, der Abgeordnete Lloyd-George in einer Versammlung des Palinerston-Klub am Samstag über den Imperialismus ausgesprochen. Das Land, sagt er, leidet augenblicklich an einer zu großen Dose Imperialismus. Die liberale Partei sollte dem Volke di« gesunden Prinzipiell eines Fox, Cobden, Brighl und vor

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