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felnuViifr TsMt.

4«. Jahrgang.

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US. 49. Fernsprecher No 52. Dirttstttg, de« 30. IaitlMr.

Fernsprecher No. 52.

19 ««.

Abend-Ausgabe.

Deutsches Deich.

Aus dem Abgeordnetenhaus.

L. Kerlin, 29. Januar.

Im Abgeordnetenhaus mit seinen bekannten Partei- Verhältnissen genügt es, eine vernünftige Anregung zu geben, um sogleich ihre Ablehnung zu erleben. Nur das Un­vernünftige hat hier Erfolg. Heute unterhalt man sich lang und breit'über den Antrag Barth-Crüger, wonach die Re­gierung die Geschäftsberichte der aus Staatsmitteln unter­stützten landwirthschastlichen Konsumgenossenschaften vorlegen möge. Selbstverständlich wurde der Antrag abgelehnt, aber so bedauerlich das ist, so erweckt cs doch eine gewisse Genug- thuung, daß auch in diesem Fall eine stärkere Gemeinsamkeit der drei liberalen Fraktionen hervortrat. Zwar war sie nicht so stark, wie jüngst bei der Berathung des Antrags auf Neueinthcilung der Wahlkreise; denn während damals die drei Gruppen geschlossen für den Antrag stimmten, hatten jetzt die Nationalliberalen Bedenken gegen die Form der freisinnigen Forderung. Aber gerade der Abg. Friedberg war es, der in seiner Rede werthvolle Beiträge zur Schilderung der etivas dunkeln Vorgänge in einigen Korn- Haus-Gcnossenschaften liefern konnte. Der Wunsch, in dieses Dunkel hineinzuleuchten, wird von den Nationalliberalen ebenso wie überall sonst gehegt, wo die Meinung besteht, daß solche Betriebe derartig geleitet werden müssen, um jede, auch die schärfste Kritik der Oeffentlichkeit zu vertragen. Es bleibt nun einmal eine böse Sache, daß eines dieser Korn­häuser mit russischem Getreide manipulirt hat.daß andere Korn­häuser Nebengeschäfte treiben, deren Möglichkeit beim Zustande­kommen des betreffenden Gesetzes nicht überall vorausgesetzt werden konnte, und wenn der Staat hohe Unterstützungen ge­währt, so hat nicht bloß die Regierung, sondern auch der Landtag das Recht, genau zu erfahren, was mit hen Staatsgeldern ge­macht worden ist. Aber gegen die Konservativen und das Centrum war nun einmal nicht aufzukommen, zumal der Landwirthschaftsminister und seine Räthe sich mit besonderer Lebhaftigkeit gegen den Antrag einsetzten. Eine bemcrkens- werthe Episode gab es in der Berathung noch. Der Centrumsabgeordnete Schmitz wünschte eine Statistik der ländlichen Verschuldung, worauf ihm ein Regierungskommissar erwiderte, die Ausarbeitung einer spezialisirten Ueber- schuldungsstatistik habe sich als unzweckmäßig erwiesen, auch sei eine absteigende Tendenz in der Verschuldung zu konstatiren. Warum unzweckmäßig? Die Absicht einer solchen Statistik kann doch nicht bloß sein, die Zu­nahme der Verschuldung festzustellen, sondern es müßte ebensosehr die Absicht sein, die fortwährenden Klagen über «in Wachsthum der Verschuldung zu widerlegen, wofern dies eben geschehen kann. Und daß eine genaue Statistik solches Ergebniß liefern würde, sagte der Regierungsvertreter so

deutlich, wie sich das nur sagen läßt, wenn man den Land- bündlern nicht gar zu hart an den Wagen fahreil will. Im Uebriqen zeigt schon die Abnahme der Zwangs­versteigerungen, die eine der erfreulichsten Erscheinungen der letzten Jahre ist, daß sich die Lage namentlich des bäuerlichen Besitzes unmöglich so verschlechtert haben kann, wie es die Agrarier stets behaupten.

* » *

* Abgeordneter Kleber ist mi einem alten Maacnleiden neu erkrankt. Seine Göttin ist in Berlin eingetroffen. Nach der „Germania" war der Zustand des Erkrankten vorgestern besorgmß- erregend, seitdem ist aber eine entschiedene Besserung eingetreten.

* Dur Ktottrnvortage. Die erste Berathung der Flotten­vorlage wird nach den nunmehrigen Dispositionen für Donnerstag, den 8. Februar, auf die Tagesordnung des Reichstags gesetztwerden. — Der „Natioual-Zeituug" zufolge wird die Rede, welche Präsident Graf Ballestrem am Geburtstag des Kaisers bei der Reichdtags- feier gehalten hat, als ein Anzeichen dafür betrachtet, daß mm- desteüs ein erheblicher Theil des Centrums der Flottenverstärkung geneigt sei. — Nach einer Meldung aus Hildesheim erklärte Abg. Freiherr v. Hodenberg in einer Versammlung, daß die Welfen strikte gegen die Vorlage seien.

* Eine benierkensirrerthe Festrede hat bei der akademischen Kaiser-Geburtstagsfeier in Bonn derVolkswirthschaftslehrerProfessor Dietzel gehalten. Der Bonner „Gen.-Anz." bringt aus derselben folgendeil Auszug: Professor Dietzel sprach über die drei großen Kulturaufgabe,i. die das 18. Jahrhundert dem 19. Saeulum gestellt hatte: die Freiheit des Handelsverkehrs, die Theilung der politischen Gewalten und den socialen Frieden. Die beiden ersten Aufgaben habe das verflossene Jahrhundert nahezu gelöst, nicht dagegen die dritte. Durch die Errungenschaften des letzten Jahrhunderts: Souderelgen- thum und freienWettbewerb, ist, wie der Redner ausführte, der vierte Stand nicht auf die Staffel der socialen Gleichstellung mit den übrigen Ständen emporgehoben, sondern vielfach zu einem ver­bitternden Löhnerthum herabgedrückt worden. Gleichwohl ist auch im Rahmen der heutigen Ordnung — nicht im Zukunftsstaate — die Lösung der socialen Frage möglich, und zwar im Wege der genossenschaftlichen Selbsthiilfe, durch die Gewerkvereine, die dem jetzt noch grollend abseits stehenden vierten Stande das Mittel in die Hand gäben, mit dem Arbeitsherrn zu unterhandeln: von Macht zu Macht, und so dem ganzen Stande, wenn auch nicht dem einzelnen Arbeiter, thatsächlich die Gleichberechtigung mit dem Stand der Arbeitgeber verbürgen. Professor Dietzel ist der sicheren Ueberzeugung, daß der jetzt noch hiergegen sich auflehnende Wider­spruch der Großunternehmer gebrochen werden wird. Nur dann werde die sociale Harmonie herbeigeführt. Je freier die Straße für die Gewerkvereine, desto rascher kommen wir auf friedliche Wege I Je mehr man sie erschwert durch Polizeivorschristen und Umsturz­gesetze, desto langsamer der Schritt zum socialen Konstitutioualisimis. Leider habe man die Regierung mißtrauisch gemacht, als ob die Gewerkvereine dem Umsturz in die Hände arbeiteten. Professor Dietzel schloß seine Ausführungen mit dem Wunsch, der Kaiser möge hart werden gegen alle Scharfmacher und die sociale Politik im Sinne der 1890er Erlasse weiter ausbauen, um als Vollstrecker von Freiheit und socialem Frieden durch monarchische Vernunft zu vollenden, was zu Anfailg des 19. Jahrhunderts das Chaos der Revolution begonnen hatte. Wie man der „K. V." weiter mit­theilt, hat Professor Dietzel am Schluß noch gesagt, man könne dem Kaiser nichts Besseres wünschen, als daß er ein echter roi des gueux (Geusenkönig, König der armen Leute) werde. Herr Dietzel ist ein Lehrer des Prinzen Friedrich Wilhelm, welcher während der Rede anwesend war.

* Rundschau im Reiche. Aus Hagen, 29. Januar, wird gemeldet: Infolge der in gestrigen Bergarbeiter-Versammlungen ge­faßten Beschlüsse, am Donnerstag in den allgemeinen Ausstand zu

treten, ist hier eine Abtheilnug Gendariiierie eingetroffen, welch«

auf einzelne Ortschaften vertheilt wurde. Die Ruhe wurde bisher nirgen ds gestört.

Deutscher Reichstag.

2 Kerlin. 29. Januar.

Präsident Graf Balle st rem verliest ein Telegramm der Kaiserin für die ihr aus Anlaß des Ablebens der Herzogin Friedrich von Schleswig-Holstein ausgesprochene Antheilnahme des Reichstags und fügt hinzu, der Kaiser habe die Theilnahme des Hauses mit besonderer Befriedigung entgegengenonimen. Auf der Tagesordnung steht der Etat für Einführung des Check-Verkehrs. Abg. Ro fick« - Kaiserslautern (B. d. L.) giebt zu erwägen, daß der Check- Verkehr eine noch größere Kouzentrirung der Mittel aus dem kleinen Verkehr bei der Reichsbank zur Folge haben werde. Durch den hohen Diskont, wie er jetzt bei der Reichsbank bestehe, könne mau deutlich sehe», wie ein theurer Spatz dies für den Mittelstand werden müsse. Die Gelder, welch« im Postcheck-Verkehr flüssig werden, müßten deshalb nicht auf Me Reichsbank abgeführt werden, sondern an Lokalkasseu, Kommunal-- sparkassen re. Redner hält Ueberweisung an eine besonder« Kommission für uöthig. — Staatssekretär Podbielski meint, der Vorredner sehe zu schwarz. Er, Redner, sei der Vater dieses Kindes. Wenn man bedenke, daß der Check-Verkehr bei der Post im Jahr 7 bis 8 Milliarden betrage, und daß sich täglich in de« Brieftaschen der Briefträger 40 bis 50 Millionen Herumtreiben, so fehe man doch, welche Unsummen Nationalvermögen zinslmf liegen. Gerade dem solle der Check-Verkehr abhelfen. Es hancck« sich also um eine Veredelung des Geldverkehrs, und zwar um einen Versuch.-Abg. Ga mp (Reichsp.) hält dieses Vorgehen d« Postverwaltung für taktisch und praktisch richtig. Der Checkverkehr komme hauptsächlich den Kaufleuten und Gewerbetreibenden zw Gute, der Landwirthfchaft aber indirekt, insofern, als sie Gelder bequemer zahlen und empfangen könne. Dem Kleinverkehr werde das Checkwesen gar nicht zu Gute kommen. Redner mernt. di« Gebühren für den Checkverkehr könnten am besten ganz wegfallen. — Staatssekretär Podbielski hält es für cmpfehlenöwerth, erst Erfahrungen zu sammeln, um später eventuell die Gebühren herabzusetzen. — Aba. Srüg er (Soe.) findet die Gebühren ent­schieden zu hoch. Wenn man kleine Leute Herangehen wolle, müsse man billigere Bedingungen stellen. — Staatssekretär Podbielski bemerkt, die österreichische Postverwaltung zahl« allerdings 2 pCt., aber die Vertreter der Handelskammern hätten gesagt, die Regierung solle nicht so hoch gehen. Es handle sich eben um eine Sache, in der man noch keine Erfahrungen habe und aus diesem Grunde mache man auch nur einen Versuch.— Abg. Bü sing (nat.-lib.) begrüßt den Versuch mit großer Freude. In Mecklenburg beständen bereits 15,000 Check-Konten, je eins auf 40 Einwohner, also viel mehr Konten in Oesterreich. In Mecklenburg sei der Checkverkehr auf die allereinfachste Weise eingerichtet worden. In jedem Dorfe sei eine Stelle, welche Geld annehme und Checks auS- gebe imd es herrsche völlige Gebiihrenfreiheit. Ferner werde ein« kleine Verzinsung gewährt, die mit dem Tage der Einzahlung be- giiine und mit dem Tage der Auszahlung ende. Die vorliegend« Check-Ordnung habe er dreimal durchgelesen und dabei ge­funden, daß die Postverwaltung mit der einen Hand dem Publikum eine Erleichterung schaffen wolle,, mit der andern Hand aber die Benutzung unmöglich mache. Habe sie denn Angst vor Porto- Verlusten s Die Absicht ist gut, schließt Redner. Ich wünsche auch, daß der Plan gelingen möge, aber so wie nach der Vorlage glaub« ich nicht. (Beifall.) — Staatssekretär Podbielski bemerkt,noch­mals, daß es sich um eine Fiscalität nicht handle. Es sei sein einen Kind, das er wünsche lebensfähig zu machen und nicht ihm den Hals abzuschneide». — Abg. Bloll (freis. Volksp.) ist gleich­falls für Herabsetzung der Gebühren, denn nur so könne der Bei­tritt erleichtert werden. — Abq. Dasbach (Centrum) will den

„Wenn wir Tobten erwachen."

Henrik Ibsens dramatischer Epilog.

(Schluß.)

Ganz Künstler, wie Rubek ist, hat er auch nie das Leben betrachtet, wie es ist, sondern nur darauf, wie eS sich zum Kunstwerk verarbeiten ließ. Irene war ihm in all ihrer hinreißenden hüllenlosen Schönheit stets nur das Modell, nur als Künstler trat er ihr gegenüber, nie als Mann, und wenn sich auch in ihm die heftigen Begierden regten, von denen sie, ohne daß er es ahnte, erbarmungslos zerfleischt wurde, so hat er sie mit eiserner Selbstbeherrschung unterdrückt: „Du wurdest mir zu einem hochheiligen Werk der Schöpfung, an das sich nur in anbetenden Gedanken rühren ließ. Ich war ja doch damals noch jung, Irene. Und mich erfüllte der Aberglaube: wenn ich Dich berührte, wenn ich Deiner in Sinnlichkeit begehrte, so würden meine Gedanken unheilig werden, und ich würde nicht zu Ende schaffen, was ich so sehnsüchtig schaffen wollte." Und was er schaffen wollte, das war die „Auferstehung". „Ich war damals noch jung und ohne alle Lebenserfahrung. Die Auferstehung, dacht' ich mir, müßte am schönsten und wnnderlieblichsten darzustellen sein als ein junges, unbe­rührtes Weib — das, von keines Erdenwallens Erlebnissen entweiht — und aller Flecken und Schlacken ledig — zu Licht und Herrlichkeit erwacht." So wie Rubek in seiner Jugend dem Auferstehungsmotiv und dessen irdischer Ver­körperung, so hat der jugendliche Ibsen und der Mann zuerst dem Gedanken der sittlichen Menschheits-Adelung und dem Leben gegenübergestanden, spröde und einzig als Künstler. Dann aber ist er älter, erfahrener, weltklug geworden, und sein Verhältniß zum Ideal hat sich geändert. Rubek bekennt diese Wandlung Irene, die er in dem kleinen Badeorte, wo er mit Maja weilt, wiedergefunden hat. Jahre lang hatte er sie aus den Augen verloren. Als er damals seine Statue des „Auferstehurrgstages" vollendet hatte, da ist Irene nicht länger mehr im Stande, ihre Leidenschaft zu bemeistern, verschwunden. Ihr Geist ist gebrochen: ohne

Seele ist sie gegangen, denn die ihre hat sie Rubek geschenkt und keine andere als Gegengeschenk erhalten. Sie hat ein wildes Leben geführt, schließlich hat der Wahnsinn seine Fänge nach ihr ausgestreckt, und null, als sie endlich nach Jahren wieder zurückkommt, um noch einmal mit Rubek zusammenzutreffen, ist sie eine arme Kranke, die von dem Wahn verfolgt ist, tobt zu sein. Freilich gilt von diesem Wahnsinn das Wort des Polonius: „Ist dies gleich Wahn­sinn, hat cs doch Methode." In der großen Auseinander­setzung nun legt ihr Rubek das Geständniß seiner Wandlung ab. Da macht sie die bittere Erfahrung, daß „ihr Kind", d. h. das Meisterwerk Rubels, ihr einziger Trost in ihrer verlassenen Liebe, nicht so geblieben ist, wie sie es verlassen. Als sie von ihm gegangen, hat Rubek allerlei an dem Werke verändert, und diese Enlhüllung, die das Grundmotiv des Ganzen eigentlich spaltet, ist doch zugleich als ein persön­liches Bekenntniß Ibsens von höchster Wichtigkeit. Die Stelle lautet:

Rubek: Ich wurde weltklug in den Jahren, die folgten, Irene. Der „Auferstehungstag" wurde in meiner Vor­stellung etwas Umfassenderes — etwas Vielfältigeres. Der kleine runde Sockel, auf dem Dein Bild schlank und einsam stand, — der bot nicht mehr Raum für Alles, was ich nun noch hinzudichten wollte.

Irene: . .. Was hast Du noch hinzugedichtet? Sag'!

Rubel: Was ich rings um mich in der Welt mit meinen Augen sah. Ich mußte das mit im Bilde haben. Ich konnte nicht anders, Irene. Ich erweiterte den Sockel, — sodaß er groß und geräumig ward. Und legte darauf ein Stück der gewölbten, berstenden Erde. Und aus den Furchen da wimmelt's nun herauf von Menschen mit heimlichen Thiergesichtern — Männern und Weibern — wie ich sie ans dem Leben kannte.

Irene (in athemloser Spannung): Aber mitten im Schwarm steht das.junge Weib in lichter Himmelsfreude? Nicht, Arnold?

Rubek (ausweichend): Nicht ganz in der Mitte. Ich mußte leider die Statue nach hinten rücken — der Ge­

sammtwirkung halber, weißt Du. Sie hätte sonst zu sehr dominirt.

Irene: Aber der Schimmer verklärter Freude strahlt mir doch noch immer vom Antlitz?

Rubek: Freilich, Irene. In gewissem Sinne wenigstens. Vielleicht ein wenig gedämpft. Wie's meine neue Idee er­forderlich machte.

Irene (steht lautlos da): Dies Bild drückt das Leben aus, so wie Du es jetzt siehst, Arnold.

Rubek: Ja, das mag wohl sein.

Irene: Und in diesem Bilde hast Du mich — ein wenig verblaßt — als eine Hintergrundfigur — in eine Gruppe gestellt.

Rubek: Nicht in den Hintergrund — sagen wir in den Mittelgrund — oder so etwa.

„Aber nun höre auch, wie ich mich selbst in der Gruppe dargestellt habe. Vorn an einer Quelle, wie hier, sitzt ein schuldbeladener Mann, der von der Erdrinde nicht ganz loszukommen vermag. Ich nenne ihn die Reue über ein verlorenes Leben. Er taucht seine Finger in das rieselnd« Wasser — um sie rein zu spülen — und leidet und krümmt sich bei dem Gedanken, daß cs ihm nie gelingen wird. Ir: all« Etvigkeit wird er nicht frei werden, leben und auferstehen."

Tragische Schuld hat Rubek doppelt auf sich geladen: Schuld gegen Irene, das heißt Schuld gegen die Natur, und Schuld gegen seinen Beruf: zu wenig Mensch gegenüber Irene, zu viel Mensch gegenüber seinem Kunstwerk. Und als Irene von ihm gegangen war, da erwachte plötzlich das Bewußtsein dessen, was ihm gefehlt hatte, in ihm: er sah ein, daß es „unvergleichlich werthvoller" fei, „ein Leben irr Sonnenschein und Schönheit zu führen, als sich bis ans Ende seiner Tage in einer naßkalten Höhle mit Thon­klumpen und Steinblöcken zu Tode zu plagen". Aber an. Majas Seite, das erkannte er bald, fand er dieses Glück nicht. Sie, die oberflächliche Genußnatur, hatte nur die animalischen Triebe, nicht die geniale Leidenschaft Irenes. Und so ward er verbittert, seine Kunst machte ihm kein» Freude mehr, die Porträtbüsten, die er auf Bestellung schuf.