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Witsbsdkilkr Tagblsti

«8. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — BezugS-Preis: durch den Verlag 5® Pfg. monatlich, durch die Post » Mk. «ö Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Verlag: Langgasse 27.

17,000 Abonnenten.

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Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Aineige« 25 Psg. — Reclamen die Petitzeile sür Wiesbaden 50 Pfg.« sur Auswärts 75 Psg.

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Ä ».»»-»I,,»»- lür die Abend -Ausgade bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen - 2lusgnbe b>s 3 Uhr 1 !ach >uilag«. _

ilächstcrscheii'.cildcn Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, ,edoch nach Möglichkeit Sorge geiragen. , , ....

Uo. 48. 58 . Koimtag. de« 28. Januar. 52 100«.

Morgen-Ausgabe.

politische U-d-rgcht.

Der Reichstag zeigt diesmal einen ganz besonders starken Arbeitseifer, was allerdings auch in Anbetracht des umfangreichen Arbeitspensums, dessen Bewältigung der Volksvertretung obliegt, dringend erforderlich ist. Ein gutes Stück seines Pensums hat der Reichstag dadurch bewältigt, daß er die umfangreiche Vorlage, be­treffend die Reform der Unfallversicherung. ,n erster Lesung erledigte. Die Hauptarbeit an dieser Vorlage wird freilich von der Kommission geleistet werden müssen, der sie überwiesen wurde, da es sich hierbei nicht nur um die Lösung einzelner Kardinal­fragen, wie die Erweiterung der Leistungen der Berussgenosseu- schasten, sondern auch um die Erledigung einer stattlichen Menge Einzclfragcn von sekundärer Bedeutung handelt. Daneben ist in dieser Woche das Geplänkel zwischen den Konservativen und der Reaieruq mehrfach und in recht lebhafter Tonart fortgesetzt worden'und sowohl der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wie der Srnatssekretär Graf Posadowsky haben sich gegen etliche scharfe Angriffe der Rechten zur Wehr setzen müssen. ,

Wird die innere Politik der Regierung aus den einen Gründen von der Rechten, aus den anderen Gründen von der linken Seite des Hauses mit mehr oder minder scharfen Angriffen bedacht, so kann die Regierung sich andererseits rühmen, in den Fragen der aus­wärtigen Politik die überwältigende Mebrheit des Reichstags hinter sich zu haben. Die Billigung, welche der Politik der Regierung in dem deutsch-englischen Konflikt von dem gelammten Reichstag mit wenigen verschwindenden Ausnahmen, welche nur die Rege! bestätigen, gezollt worden ist, ist ein schöner Beweis dafür, daß das deutsche Volk trotz aller heftigen Parteikämpfe im Innern, wie sie keinem Volke erspart bleiben, einmüthig zusammenhalt so­bald es sich darum handelt, die Interessen, die Würde und die Ehre des Vaterlandes nach außen hin mannhaft zu vertreten.

Wohl oder übel hat man sich in England genotlugt gesehen, das llurecht, das man Deutschland gegenüber begangen batte, einzugestehcn rurd die Genugthuung zu geben, die Deutschland billiger Weise zu verlangen hatte. Aber in wie merkwurdmcn An­schauungen die englische Regierung und, da« englische Volk be­fangen ist, ging daraus hervor, daß mau m England allen Ernstes wähnte, durch dies ganz selbstverständliche Entgegenkommen alle Mißstimmung h-ben zu können, welche sieb ans vielerlei Ursachen zwischen den beiden Völkern angesammclt hat. Das war eine arge Selbsttäuschung. Nach den mancherlei Unfreundlichkeiten, welche die deutsche Politik im Lauf der letzten Jahre von der englischen Politik erfahren hat, ist die Aussicht nur gering, daß das deutsch- englische „Freimdschafts-Vcrhältniß", welches eme Zeit lang von den beiden Regierungen angestrebt zu werden schien, lemals oder wenigstens in absehbarer Zeit zur Thal werde. ......

Die Stellungnahme, welche das deutsche Volk unbeschadet der Neutralität der Regierung in dem südafrikanischen Kriege kundgcqeben hat und kundgiebt, konnte m England keinen Zweitel darüber lassen, daß es verlorene LiebeSnuih' wäre, dies Urtheil des deutschen Volkes über den Krieg, welches übcrcinstlnimt mit dem Urtheil nahezu der gesammten civilisirten Welt, beeinflussen und modifiziren zu wollen. Mit Spannung wird man darauf warten müssen, welches Urtheil das englische Parla­ment, das in den nächsten Tagen seine Tagung eröffnet, Mer diesen Krieg und über die Regierung, die ihn m verwerflichster Weise provozirt hat, fällen wird. Wir geben uns in Bezug hierauf keinen Illusionen hin. In England betet mau den Erfolg an. Sollte es der englischen Armeeleitnng zum Schlug doch gelingen, in Südafrika den arg verfahrenen Karren ,aus dem Sumpf herauszuziehen, dann wird man in England vielleicht bereit sein, beide Angen über alle die Schandthaten zuzudrucken, die von Chamberlain und Genossen vor und in dem südafrikanischen Kriege begangen worden sind. Sollte aber der Erfolg auf die Dauer den Waffen der Buren treu bleiben, dann allerdings wird das Straf­gericht über das Kabinet Salisbury-Cbamberlam nicht ausblcibcu. Immerhin ist zu erwarten, daß die Opposition schon jetzt, wenn

auch keine ernsthafte Schlacht, so doch einige Scharmützel und Ge­fechte gegen das Kabinett unternehmen wird, und so wird man sich auf eine recht lebhafte Parlamentstagung gefaßt machen muffen, die vielleicht auch die eine oder andere Ilebcrraschuiig bringt.

Einer Aera schwerer Kampfe sicht sich auch das öster­reichische Kabinett Kör der gegenüber, welches dem kurz­lebigen und nur die Rolle einer politischen Eintageflieae, spielenden Kabinett Wittck gefolgt ist. Während das Kabinett Wittek ebenlo wie seine Vorgänger nur die Aufgabe hatte, zu verwalten, soll das Kabinett Körber den ernsthaften und rn Oesterreich wahrlich nicht l-tchten Versuch machen, zu regieren. Soll dieser Versuch gelingen, so ist die Vorbedingang eine Verständigung zwilchen Deutschen und Tschechen. Denn nur auf diese Weise sind die Grundlagen für ein Reichssprachengesetz zu schaffen, welches allem,m stände wäre den das Land verwirrenden Kämpfen em Ende zu machen.

Die jetzt angebahnte Verständigungs-Konferenz bedeutet e,neu solchen

Versuch, aber wir sehen ihrem Ergebmß mit großem Mßtraucn entgegen. Eine Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen hätte' zur Voraussetzung, daß die Tschechen ihre uitgehener- liche Anmaßung, die zu „ihren politischen und kulturellen Leistungen in keinem Verhaltmß steht, ein für alle Mal bei Seite legen. Eine solche Hoffnung halten wir aber für sehr optimistisch, und wir glauben,, daß selbst, eine aus OpportuuitätSgründen erfolgende Verständigung in Elnzel- fragen kein gedeihliches und dauerndes Zusammenarbeiten zwischen den beiden im Denken und Fühlen wie in ihrem Politffchcn Ent­wicklungsgang grundverschiedenen Stämmen garantlren wird. So groß aber auch die politischen Sorgen in Oesterreich sind, ziir Zeit sind sie zurückgetreten vor dem gewaltigen Streik der Kohlen­arbeiter, welcher das wirthschaftllchc Leben der Monarchie m schwerster Weise bedroht. Auch vier ist es charakteristisch, daß die Verleitung der Massen zum Streik durch die tschechische» Agitatoren erfolgt ist, denen die Socialdemokratie nur folgte, weil sie sonst an Popularität bei der urtheilslosen Menge einzubiHeu fürchtete. Hoffentlich gelingt es der Regierung, das Ende des Streiks herbei- zufüvrcn, bevor er dem wirthschaftlichen Leben Oesterreichs un­heilbare Wunden geschlagen bat.

Ans Stadt «nd ßand.

Wiesbad e n, 28. Januar.

Kaisers Gsb«rtStagSf«»er in» Kurhaus.

Die Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaiser« in, großen Kurhaussaal uahni pünktlich um 2 Uhr mit einem Fest­mahl, an welchem sich besonders die Herren des höheren Bcauuen- standes sehr zahlreich betheiligte», ihreuAnfang. Herr Landgenästs- präsident vr. Stump ff hielt eine von echter patriotischer Be­geisterung getragene Festrede, welche wir im Nachstehenden wort­getreu wiedergehe»: „Wiederum vereinigt zur Feier des Allerhöchsten Gebiirtsfcstes Sr. Majestät, unseres erhabenen Landesherrn, folgen wir nicht nur einer althergebrachten Sitte, sondern cs ist uns ein Herzeusbedürfniß, den Gefiihlcn der Ehrfurcht und Liebe einen gemeinsamen Ausdruck zu verleihen. In uujere Festesfreude mffcht sich heute freilich ein Gefühl der Wehmntb und der Trauer um den herben Verlust, den unser Kaiserhaus' in dem unerwarteten Hinscheiden der Mutter unserer geliebten Kaiserin erlitten hat. Wir nehmen den innigsten Antheil an dem Schmerz der Kaiserlichen Familie und wünschen von ganzem Herzen, daß AUerhochstdleselbe vor ähnlichen trüben Schickungen bis zu den spätesten Tagen möge bewahrt bleiben. A» der Wende des Jahrhunderts lind indem wir die Erbschaft des IS. Jahrhunderts übernehmen, liegt cs nahe, einen kurzen Rückblick auf diesen Zeitraum zu werfen. Welche bedeutsamen und wunderbaren Wandlungen haben sich gerade für unser theures Vaterland im abgelaufenen Jahrhundert vollzogen. Im Beginn desselben, von ernsten äußeren und inneren Nöthen bedroht, war Deutschland ein politisch ohnmachnges Staatengebilde. Aus seiner Erniedrigung unter zeitweiliger Fremdherrschaft, aus seiner Zersplitterung in zahllose Emzel- staaten, ist das Aschenbrödel unter den Völkern am Schlüsse durch den Segen eines festen monarchischen Regiments nach stürmischen Ereignissen und hartem Ringen unter unserem Heldenkai,er glor­

reichen Angedenkens und im Beistände des größten Staatsmaune» aller Zeiten zur iiatioualcn Einheit und jur Weltmacht gelangt Getreu den Traditionen seiner erlauchten Vorfahre», lenkt auch unser Kaiser und König die Geschicke Preußens und Deutschlands als erster Diener des Staates, wie es die Hohelizollerufursten von jeher gewesen sind. Gewaltige, bahnbrechende Fortschritte zeigen sich seit Gründung des Reiches auf allen Gebieten nationacer Wohl­fahrt, in der Förderung der socialen Lage der Arbeiter, im Schul« wesen, in den inneren Reformen in Staat und Gemcnide.iM,-.lus­bau des Reichs. Handel und, Gewerbe blühen, Kunst und Wiffen- schaft gedeihen und die Technik bat einen ungeahnten Aufschwung genommen. In dem köstlichen Gut des Friedens, der uns bewahrt blieb, hat unser Kaiser das reiche Erbe seiueS Großvaters und Vaters getreulich und ruhmvoll behütet und ist Frneden selbst ein Mehrer des Reichs geworden. Seiner hoben Umsicht, semem weitausschauendeu Blick und seinem unbeugsamen Pflichtgejuht haben wir es zu verdanken, weil» die Stellung des Reichs unter de» Völkern eine niacht- und ehrenvolle ist. daß seine Burger Achtung und Sicherheit genieße», haß deutscher Unternehmungsgeist weit und kühn ausgreifen und mit den mächtigsten Nationent fr» folqreich wetteifern kann und deutscher Thatkraft und deutsthem Fleiße sich stets nene Bahnen eröffnen. Daß der Deutsche auch lM Ausland sich des sicheren Schutzes erfreut Deutschlands FlaM m den entferntesten Meeren sich stolz entfalte es ist vor Allem da» Werk unseres Kaisers, der es als seine höchste Aufgabe erkennt, da« deutsche Volk niächtig und fähig zu machen, die ihm verliehenen Gaben zu segenbrinqender Arbeit voll auszilnutzen. Und wie em politisch geeintes, großes und mächtig, vorwärts schreitendes Volk auch der Einheit im Rechte bedarf, fo ist uuter unscrS Kaiser» Regierung das schwierige Einiguiigswerk mi Recht nunmehr glücklich zur Vollendung gebracht. Was auserlesene Geister ersehnt, und er» strebt es ist zur Wirklichkeit geworden. Im Inland wie ,m Aus­land steht der Deutsche von jetzt ab unter feinem eigenen Recht, einem trefflich ausgearbciteten, auf heutigen Anschauungen auf- gebauten, den beutigen Bedürfnissen angepaßten einheitlichen Gesetz­buch. Ein Volk, ein Reich, ein Recht. Die Rechtst,nheit bildet du: Krönung der Reichseinhcit. Wahrlich, eine gewaltige, herzerhcbende und herzerfreuende Erscheinung. Untrennbar verbunden mit der Unigcstattung des Rechts bleibt auf immer der Name unsere» Kaisers, und wir dürfen mit dem Dichter sage». Es wird die Spur von Seinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehenl Gerechten Stolzes blicken wir auf unseren Kaiser.^Mit uns erkennt das ganze Land, daß unter seinem mächtigen L-cepter die Wohl­fahrt Deutschlands in gleichem Maße gepflegt und geschirmt wird, wie unter seinen ruhmgekrönten Vorfahre». Dank der weisen Vor­sicht unseres Herrschers, der unsere Rüstung blank erbalt und ui dessen starker Hand das deutsche Schwert sicher ruht sind w,r ge­wiß, daß unser Volk, wenn nöthig, federzelt Gut und Blut emletzcn wird, um frevelhafte Angriffe gegen die erkämpfte Einheit und fremden Uebermuth kraftvoll zurückzuweifen. So ernst auch die Zeiten noch sein mögen und so hohe Aufgaben uns noch bevor- stehen. wir dürfen mit froher Zuversicht auf eine gedeihliche und glückliche Fortentwickelung Deutschlaiids hoffen, und umso auf­richtiger ist unser Wunsch: Gott schütze. Gott segne, Gott, erhalte unseren Kaiser! Lassen Sie uns, meine Herren, heute wiederum unser Gelübde unwandelbarer Treue und des Gehorsams erneuern und in warmer Begeisterung unsere GlüA und Segenswünsche äufammenfaffen in den Jubelruf: ^eme Mazestat, unier Atter- gnädigster Kaiser und König, lebe hoch, hoch,, hoch! Beyelstert uimmtc die Versammlung in diesen ^nbelrus em, den em echt deutsches Gläserklingen begleitete. — Das Festmahl m dem groben Saal des Kurhauses, der sich in seinem neuen reichen Fcst- acwand, den großen Lelarieu mit den Moppen des Reichs und aller Bundesstaaten, sowie dem Walde von Fahnen tn den Farben der letzteren recht vortheilhaft praseuttrte, war so zahlreich besucht - von etwa 400 Personen - wie lange nicht. Auf dem Podium an der Gartenseite, wo inmitten von Lorbeer uud Tannenbäumeu die Kaiserbüste stand und darüber der kaiserliche Rameuszug und die Kaiserkrone in buntem Glühlicht erstrahlte, hatten die Spitzen der weltlichen und geistlichen Behörden, sowie dte Ehreuqäste, darunter Excelleuz Bertram-Pascha und Excellenz v. Bergen, Wirklicher Geheimer Staatsrath, zu

Aus Kunst und Kcben.

» KönigUchr Schauspiele. (Svielplan.) Sonntag, den 28. Januar, Abonnement 6. 28. Vorstellung: „Lohengrm . Die Kgl. Preuß. und Kaiser!, und Kgl. Ocsterr. Kamniersangcrin

t rau Lilly Lehniann a. G. Anfang 6'/- Uhr. Montag den 29..

bonncment D, 28. Vorstellung: „Der Verschwender". Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 30., Abonnemcnt ö, 29. Vorstellung: „Norma". Die Kgl. Preuß. und Kaiser!, und Kgl. Oesterr. Kammersängerin Frau Lilly Lehmauu a. G. Anfang 7 Uhr. Mittwoch, den 31., Adonnemeut A, 29. Vorstellung: „Das Rheingold". Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 1. Februar, Abonnement C, 29. Vorstellung, neu cinstudirt: „Geschwister". „Tartuffe". Ballet. Anfang 7 Uhr. Freiing, den 2.. Abonnement 0, 29. Vorstellung: „Die Walküre'. Die Kgl. Preuß. und Kaiser!, und Kgl. Oesterr. Kammersangerin Frau Lilly Lehmann a. G. Anfang 6'/, Uhr. Samstag, den 3., Abonne­ment A, 30. Vorstellung: „Gqges und sein Ring". Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 4., Abonnement 6, 80. Vorstellung: „Siegfried . Die Kgl. Preuß. und Kaiser!, und Kgl. Ocsterr. Kammersängerin

t rau Lilly Lehmann a. G. Anfang 6'/- Uhr. Montag, den 5., bonnement L, 80. Vorstellung: „Valentine". Anfang 7 Uhr. Dienstag, den 6., Abonneinent v, 30. Vorstellung: „Götter- dämmerililg". Die Kgl. Preuß. und Kaiser!, und Kgl. Oesterr. Kammersängerin Frau Lilly Lehniann a. G. Anfang 6‘/a Uhr.

* Kunstsalon Zanger (Taunusstraße 6) Neu ausgestellt: Kollektion Emil Lugo-Münchcn, Oelgemäldc: „Weltfern , „Fotm- klar", „Herbstliche Haide", „Aus dem alten romantischen Reich". .Flühsoinmer", „Römische Campagna", „Abendstimmung aus dem Breisgau", „Schluchsee im badischen Schwarzwald^, „Einsamer Kirchhof". „Johanuisfeuer", „Auf der Haide" (Schwarzwa d), „Abend nach dem Gewitter", „Herbstabeud nn Schwarzwald „Sommer"; Lithographicen: „Schwarzwaldmärchen (farbig),

„Sommertag" (farbig), „Schwarzwaldmärchen", „Am Gartenthor, „Scmct Salvator", „Campagna", „Schwarzwaldlandschaft .

* Wiesbadener Knnstsale $. Zanger (Luisenftraße 9). Neu ausgestellt: Anders: „In Gedanken". Arnz: vier Landschaften aus der römischen Eampagna. M. Arndt: „Niederrhemifche Landschaft". Coenraets: „Moulin h Knocke“, „Ferme a Ander-

leben", zwei Studienköpfe. „Interieur" „El. Grosch: Aus dem Odenwald". O. Hoch: „Stillleben . Horlm: ,,Still­

leben" F. C. Klein: Portrait. H. Laasuer: „Bootfahrt. R Leipold: „Sturmnacht im Eismeer". L. Lenke: „Still­leben" M. Loback: „Herbstabend", „Unter Weiden am Wasser^. K. Lützow; „Hochzeit zu Cana" „Auferweckung des Lazarus Stillleben". H. v. Madeweitz: „Kardinal Benttvoglio . H. Moest. "Der Ring". P. v. Ravenstein: „Felsenichlucht", „Abendstlmmliiig . C Schuber«: „Zwei Stillleben". Curt Stocving: „Portrait des Philosophen Friedrich Nietzsche". M. Susemlhi:^ , Sommerabcnd . Karl de Teuburc: „Motiv bei Seefeld". Haus Bolcker: „Birken am Wasser". „Waldesrand". C. Weinert: „Herbst an der Weser , „Im Jlsetbal".

* Meder die Toiletten der Madame Uejane schreibt man dem „Confcctiouär" aus Paris: ,,Mme Nöjane ist von emer erfolgreichen Tournee durch Europa zuruckgekehrt. Als Riquette in „Ma Cousine“ von Meilhac hat sie hier ihre Thatigkert am Vaude­ville-Theater wieder ausgenommen. An dem großen Beifall, den sie fand, haben auch ihre geschmackvollen Toiletten einen kleinen Antheil Toilette des ersten Aktes: Ein entzückendes vesbadillö aus weißem Seidcu-Mousseline über rosa Unterkleid die dccolletirte Corsaqe von breitem, drapirtem Gürtel, mit seitlich laug b'iiab- reichenden Enden zusammengehalten. Rosa Crepe de Chine m

S onn eines geöffneten Mantels mit halblaugen werten und faltigen ermetn und in der gauzeu Länge eingefaßt von Rüschen aus Seiden- Mousselinc umhüllt' die Figur. Die Toilette des zweiten Aktes gefiel besonders gut. Es war eine Robe aus schwarzem, ge­mustertem Sammet, am Rocke und dem Eorsage durchguert von breiter Jucrustation aus schwarzem Tüll mit Stickerei femer, schwarzer Perlen, die ein matt rosa Unterkleid durch,chimmern läßt. Der Ausschnitt der Eorsage ist durch schniale Sanimet- streifen mit einem Saimnet-Eol verbunden. Die Aermel sind halblang und eng anschließend, gleichfalls mit ^ncrustation von gesticktem Tüll. Dazu ein Hut in schwarzem Sammet, vorn mit stehenden schwarzen Straußfedern garnirt und ein langes Boa aus Silbersilchs. Im dritten Akte erscheint Mme. Refane tn einem wundervollen langen Abendmantel aus goldfarbiger Panne mrt hohem Spitzenvolänt, bordirt von einem Zobelpelzstreifen. Ein zweiter Spitzenvolant fällt vom Kragen lose über die Aermel herab, im Rücken von schöner Agraffe beigehalten. Darüber fallt ein Eapuchon ans Panne, innen mit Spitzen, die einem rosa Seiden- futter aufliegen und besetzt mit ntehreren schmalen Pelzstreifen. Der

hochstehende Kragen ist gefüttert . ~ ' ~ En

mit Pelz. Dann trägt sie eine decolletirte Robe^ Form Empire, aus hellgelbem,Tuch mit reicher Stickerei am Rocke, einer Eorsage aus Gurpure mit breitem Faiten- aürtel der sich bis zur Mitte des Rückens hinaufzicht und hier mit einer Schleife abschließt." Rach dieser Beschreibung scheint es ,ehr, als hätten die Toiletten der Röjane nicht einen kleinen, sonder« einen recht große» Antheil an ihrem Erfolg.

* Uerschiedene MMüeilunge«. Im Verlag von Otto Harrassowitz in Leipzig erscheint soeben das erste Heft emer neuen Zeitschrift „Blätter für Volksbibliotheken und Lc,e- datlen" welche, wie schon der Titel besagt, sich ganz mdenDi-ust der in den letzten Jahren in weiten Kreisen lebhaft gewordenen Bewegung für das Volksbibliothekswesen stellt. Die Zeitschrlst beabsichtigt, sich durchaus auf praktischen Boden zu stellen und, alle gelehrte Abhandlungen bei Seite lassend, den Bibliothekaren auch kleinerer Bibliotheken nach allen Richtungen hm an die Hand zu gehen und damit auch die sociale Bedeutuua der Volksbibliothcken und Lesehallen zu fördern. Der Preis für den Jahrgang von 12 Nunimeru ist nur 4 Mk. „ ,

Der Streit um die Erstgeburt des neuen Jb,en-Schausp>elS entbrennt immer heftiger. In Breslau und in Frankfurt a. M. wird das Drama „Wenn wir Todten erwachen schon in diesen Tagen aufgcführt; nun kommen aber noch em paar andere Städte hinzu, welche die Todten gleichzeitig oder noch früher er­wachen laffeu wollen. Den Rekord scheint das Stuttgarter Hof- theater zu schlagen, welches schon für den Freitag die E' stauffuhrung des Werkes ankirndigt. Am 27. Januar folgt dann das Karl Heme- Enscmble (früher Jbseu-Thcater) mit emer Aufführung m Stettin.

Ibsens Dichtung „Wenn die Todten erwachen wurde vorgestern im Hostheater zu Stuttgart mit Erfolg aufgefuhrt.

Der Vater Guy de Maupassants, Gustave de Mau­passant, ist in Nizza in hohem Alter gestorben. Guy Maupassant ist seit 1893 todt. ' . ...

Wie aus London berichtet wird, wurde von der Familie Ru skins das Anerbieten eines Ehrengrabes m der West- minster-Abtei mit Rücksicht auf die bei Lebzeiten geäußerten Wunsche Ruskins abgelehnt. „ , . , . .

Der Nachlaß Friedrich Overbecks, des bekann en „nazarenischen" Malers, der in Rom gestorben ist, soll jetzt, 30 Jahre nach dem Tode des Künstlers, in Dresden aufgefnnden,em. Nach den Dr N." umfaßt der Fund in einem dortigen Mtwaarenhandtt 16 Taaebücher. viele Briefe und über 100 Zeichnungen.