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Verlag Langgasse 21

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mittag»: für die Morgeii-AuSg. bis 3Udr nachmittags

Samstag, 3. April 1915.

Abend-Ausgabe.

Nr. 156. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Die deutschen Tagesberichte.

Im Priesterwalde wurden die Franzosen unter schweren Ver­lusten zurückgeworfen. — Im Osten die Lage unverändert. W- T-B. Großes Hauptquartier, 2. April. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artil­leriekämpfe statt. Die Jnfanteriekämpse in und am Priesterwalde wurden fortgesetzt und dauerten auch die Nacht hindurch an. Westlich des Priesterwaldes brach der französische Angriff in unserem Feuer zusammen. Im Gegenangriff brachten wir dem Feinde schwere V e r l u st e bei und warfen ihn in seine alte Stellung zurück. Nur im Walde sitzen die Franzosen noch in zwei Blockhäusern unserer vordersten Stellungen

östlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage auf der Ostfront ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Abweisung der feindlichen Angriffe im westen.

Im Esten nichts wesentliches.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 3. April. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Ei« Versuch der Belgier, das ihnen am 31. März genommene Kloster Hock zurückzunehmen, scheiterte.

Im Priesterwaldc mißlang ein französischer Vorstoß. , .

Ein französischer Angriff auf die Höhen ber und süd­lich von Nied er-Aspach und westlich von Muhl­hausen wurde abgeschlagen.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Auf der Ostfront ereignete sich nichts Wesent­liches. Oberste Heeresleitung.

Der Unterseebootskrieg.

Neue Beute unserer V-voote.

W- T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich. Reuter.) Drei britische Fischdampfcr sind heute früh durch ein deut­sches Unterseeboot auf der Höhe von Shields zum Sinken gebracht worden. Die Mannschaften wurden gerettet.

W. T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich. Reuter.) Der englische Dampfer „S e v e n S e a s" wurde aus der Höhe von B e a ch y H e a d ohne vorherige Warnung durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht. Das Schiss sank innerhalb drei Minuten. Von der 18 Mann starken Be­satzung sind 11 ertrunken.

W- T.-B. Amsterdam, 2. April. lNichtamtlich.) Wie die Blätter melden, kam der norwegische Dampfer „Unita" gestern früh mit elf Mann einer gestern in der Nordsee torpedierten norwegischen Bark in Hoek van Hol­land cm.

W. T.-B- Fredcrirstad, 3. April. (Nichtamtlich.) Die Reederei der norwegischen Bark „N o r" erhielt aus Rotterdam ein Telegramm ihres Kapitäns, in welchem mit­geteilt wird, daß ein deutsches II-Boot am 31. März das Schiss torpediert, nachdem die Mannschaft von dem Boot geschickt worden war. Das Schiss ist mit einer Holz- iadung von Frederikstad nach Hüll unterwegs gewesen. Die Mannschaft wurde von • dem norwegischen Dampfer »Unita" gerettet und gestern nach Rotterdam gebracht.

Ein französischer Dampfer torpediert.

W. T.-B. London, 1. April. (Nichtamtlich.) _ Ter Dampfer „Emma" aus Le Havre ist gestern auf der Höhe von Beachy Hcad ohne vorherige Warnung von einem Unterseeboot torpediert worden. Das Schiff sank sofort. Von der Besatzung sollen 17 Mann

rrtritnkcn sein. _

W. T.-B- Haag, 2. April. (Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Courant" meldet aus London: Ein unbekannter franzö­

sischer Dampfer wurde im Kanal torpediert. Zwei Mitfahrende und zwei Leichen wurden nach Dover gebracht. (Notiz: Es handelt sich anscheinend um den Dampfer

„E m m a“, von dem bereits berichtet wurde.)

Die Taten von „TI 28".

yf. T-B. London, 1. April. (Nichtamtlich. Reuter) Die „Crown of Castile" führte eine Ladung Viehfutter an Bord. Das Unterseeboot, welches das Schiss zum Sinken brachte, war „ll 28". Die Nummer war übermalt, aber in der Nähe wahrnehmbar. Der Dampfer lief höchstens 12 Knoten. Der Offizier des Unterseebootes ries den Engländern zu, er habe binnen 4 Tagen 7 Schiffe in den Grund gebohrt und fügte sarkastisch hinzu: Britannia, rules tho

waves!, worauf der Steuermann erwiderte: Wait and see'- (Abwarten!) Die „Flaminian" hatte dieselbe Geschwindig- keit wie die „Crown of Castile". Der Steuermann schätzt die Schnelligkeit des Unterseebootes auf 17 Knokcn. Als die Be­satzung das Schiss verließ, legte der dänische Danrpfcr „Fin- ilandia" nahe bei und nahm die Schiffbrüchigen auf.

Ei» spanischer Dampfer von „17 28" angehalte».

W. T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich) Nach einer Meldmrg aus Santander vom 31. März berichtet die Besatzung

des spanischen Dampfers „Augustina", der aus England dort eingetrossen ist, daß der Dampfer im Kanal von „17 28" an - gehalten wurde, aber nach Prüfung seiner Papiere Weitersahren durfte.

Zur Versenkung des „Trown of Castile."

w. T.-B. London, 1. April. (Nichtamtlich. Reuter) Der Dampfer „Crown of Castile" fuhr von Neufundland nach Havre. Als ein Unterseeboot in Sicht kam, rief der Kapitän Freiwillige als Heizer auf, denn die chinesischen Heizer waren so erschrocken, daß sie keine Arbeit leisten konnten. Der Dampfer hoffte, dem Unterseeboot zu entkommen, aber nach einer Jagd von % Stunden wurden die Kajüte und die Brücke getroffen. Die Bemannung erhielt eine halbe Stunde Zeit, um das Schiff zu verlassen. Sie wurde nach sechs­stündigem Rudern gerettet. Die Deutschen brauchten zwei Stunden, um den Dampfer durch Schüfle zum Sinken zu bringen.

Eifrige Tätigkeit im Kanal.

Große Einschränkungen in der englisch-französischen Schisfahrt

Berlin, 2. April. (Ktr. Bln.) Aus Rotterdam berichtet die „Deutsche Tagcsztg.", daß Zeppeline, Flugzeuge und Tauchboote eifrig in und über dem Nordseekanal kreuzen. Nach dem „Figaro" seien derselben Quelle zufolge zwei neue deutsche Unterseeboote dabei, die englischen Gewässer unsicher zu machen, die viel größer wären als die bisher ge­sehenen. Infolge des vermehrten Auftretens deutscher Unter­seeboote sollen von 45 französischen Schiffahrts­linien, die einen direkten Handel mit Großbritannien unterhalten, 17 Linien ihren Betrieb seit Anfang März bis zu 4V Prozent eingeschränkt haben.

Die schamlosen englischen Lügen zur Versenkung der „Falaba".

IV. T.-B. Berlin, 1. April. (Nichtamtlich.) Die verhetzende Behauptung der englischen und neutralen Presse, daß anläß­lich der Versenkung der „F a l a b a" die Besatzung des deut­schen Unterseebootes den Todeskampf der Passagiere be­lachte und trotz der gegebenen Möglichkeit keine Hilfe leistete, beruht auf s ch a m l o s e r L ü g e. Englands Vorgehen, durch Handelsschiffe - Unterseeboote an greifen zu lassen und Prämien für erfolgreichen Angriff auszusetzen, zwingt die Unterseeboote zu schnellem Handel::. Die Vernichtung von Menschenleben ist jetzt schwere Pflicht' der Unterseebootsbe- satzungen, die, wie England selbst bisher anerkannte, bisher mit größter Menschlichkeit und Milde vorginyen. Die ver- änderte Stellungnahme Englands entspringt den Lehren dar­über, daß der Untergang der „Falaba" und das Aufbören der Sicherheit des Paffagierverkehrs beweist, daß der Untersee­bootskrieg dadurch einschneidender in das Wirt­schaftsleben Englands eingreift.

Eine Reuter-Lüge über einen holländischen Dampfer.

W. T.-B. Amsterdam, 1. April. (Nichtamtlich) „Telegraas" berichtet: Die Direktion des König!. Westindischen Mail- dienstcs, welcher der Dampfer „Leodowijck von Nassau" gehört, erklärt die Reutermelduug über die Beschlagnahme des Schiffes von A bis Z für unwahr. Der Dampfer führte kein Öl, sondern Leinsaat an Bord. Der Kapitän war im Besitze von Schiffspapieren, die Bemannung war beinahe ganz holländisch. r Das Schiff war nach Reuter nach Newhaven auf­gebracht worden, weil es angeblich Leinsaatöl für 17-B o o t e an Bord hatte. Das Schiff ist inzwischen fteigelassen worden.

Der seit August dem englischen Handel zugefügte direkte Schaden.

W. T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich) In einem Briese aus Liverpool von Bruce JSmay, der in mehreren Blättern veröffentlicht wird, wird der Schaden, der der briti­schen Handelsflotte von den Deutschen seit August 1914 zuge­fügt worden ist, bis Anfang März auf 2 914 571 Pfund Ster­ling, für Schiffe und 4 474 816 Pfund Sterling für Ladungen beziffert.

Starkes Steigen der Versicherungsprämien.

IV. T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich) Der Marine- Bersicherungsmitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt: An­gesichts der Tatsache, daß seit Montag der Verlust von sechs Dampfern gemeldet wird, ist es nicht verwunderlich, daß die Versicherer das Geschäft eingestellt haben oder höhere Prämien verlangen. Diejenigen, die noch versichern, verlangen Prämien, die 30 bis 40 Prozent höher sind als die in der letzten Woche verlangten.

Die Kohlennot in England.

\y T.-B- London, 2. April. (Nichtamtlich.) Die Kom­mission. welche die Ursachen für die Preissteigerung der Steinkohle zum Gebrauch im Haushalt fesfftellen soll, empfahl, die Ausfuhr von Kohle nach den neutralen Ländern e i n z u s ch r ä n k e n.

Militärische Grganisation der vockarbeiter in Liverpool!

W. T-B- London, 2. April. (Nichtamtlich.) _ Lord Kit- chener billigte den Plan, der nächste Woche ausgeführt werden soll, daß die Dockarbeiter in Liverpool militärisch organisiert werden sollen. Ein Dockarberter-Bataillon wird bei dem Lioerpocler Regiment ausgestellt, das Regie- rungsarbeitcn im Hafen verrichtet. Lord Derby wrrd Bataillqnskommandeur. Die Mannschaft steht in jeder Be­ziehung unter dem M i l i t ä r g c s e tz, wird aber nur in der Heimat verwendet, erhält Arbeitslohn, und Rrm ecsokd und

verdient mindestens 42 Schilling wöchentlich. Nur Mitglieder der Dockarbeitergewerkschaft können in das Bataillon ^ einge­stellt werden, das streng noch Gewerksschastsregeln, also auch nrcht zum Streikbruch verwendet iperden wird. Lord Derby erklärte, daß diese Organisation nichts mit dem Wochenendstreik in Birkenhead zu tun habe.

Die Bewegung gegen den Alkohol in England.

Sr. Kopenhagen, 3. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „National Tidende" meldet aus London: Sämtliche Minister teilen imit, sie beabsichtigten, dem Beispiel des Königs zu fol­gen, und während «der Kriegsdauer den Alkohol in ihren Haus­haltungen abzuschaffen. Viele andere höhere Beamte, meistens Richter, gaben ähnliche Erllärungen ab.

Ein Urlaub Greps.

Sr. Amsterdam, 3. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bluff Reuter meldet: Sir Edward Grey hat London mit drei­

wöchigem Urlaub verlassen. Ministerpräsident Asquith Hai seine Vertretung übernommen.

Lord Haldanes Eingeständnisse über Englands Kriegsgrund.

IV. T.-B. London, 2. April. (Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" gibt ein Interview des Vertreters der „Chicago Daily News" mit Lord Haldan> e wieder. Der Journalist fragte, ob England neutral gebliebeir n äre, wenn Deutsch­land Belgiens Neutralität respektiert hätte. Haldane er­widerte daraus: Ich bin durchaus nicht sicher, daß wir das tun konnten. Belgien. berührte unsere Ehre, Frankreich unser Gefühl und Interesse. Wenn man die Theorie. der Welteroberung betrachtet, die hinter der erfolgreichen deutschen Bewegung zugunsten eines Angriffskrieges stand, so scheint cs mir, daß es Wahnsinn von uns gewesen wäre, mit ge­falteten Händen stillzusitzen, während Deutschland die Hindernisse aus dem Kontinent für den Angriff auf das Britenreich beseitigte. Jetzt, unter günstigen Umständen, sind wir der deutschen Stoßkraft sehr nahe. Ich glaube nicht, baß wir hätten zulasten dürfen, daß die deutsche Stoßkraft noch näber Herankummen und die uns nächsten Staaten ab­sorbieren durfte, ohne daß wir einen verzweifelten Versuch machten, das zu verhindern. Aber der Angriff aus Belgien ließ uns keine Zeit zur Überlegung und zur Wahl. Wir hatten den: Vertraosbruch und dem dem schwächeren Staate zugefügten Unrecht Widerstand zu lcstten oder wir wären entehrt gewesen.

Vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Die Schwierigkeiten am Hserkanal

Die Schleußen von den Deuffchen zerschossen.

Berlin, 2. April. (Ktr. Bln.) Meldungen des „B. L.-A." aus belgischer Ouelle besagen, daß das deutsche Bombarde­ment gegen Nieuport die Ds er schleußen so schwer be­schädigt hat, daß sich das Überschwemmungsgebiet werter auS- dehne und die Operationen dort für die Alliierte« mit größeren Schwierigkeiten verknüpft wären.

Ein deutsches Flugzeug über Baillenl.

W T-B- Paris, 1. April. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet: Ein deutsches Flugzeug hat in der Nacht zum

31. März Bailleu l überflogen und zwei Bomben abge­worfen, die aber keinen Schaden verursachten. Das Lnft- schiff flog in der Richtung nach Armenticres und Hazebrouck. In den beiden Orten wurde Alarm geschlagen und die Lichter

elöscht.

Ein feindlicher Flieger am Oberrhem.

M T-B. Reuenburg a. Rh., 1. April. (Nichtamtlich.) ün 7 Uhr abends erschien ein feindlicher Flieger über der stadt, der 3 Bomben warf, wodurch nur unwesentlicher Schaden angerichtet wurde.

IV. T-B. Müllheim (Baden), 1. April. (Nichtamtlich.) ibends V 2 6 Uhr erschien ein feindlicher Flieger über der Stadt, der eine Bombe warf, die nur geringeren Gebäude-

Die französischen Berichte.

IV. T-B. Paris, 2. April. (Nichtamtlich.) Amllicher Be­richt von gestern abend: An verschiedenen Frontstellen fände« Artilleriekämpfe statt. In der Woevre-Ebe« west­lich des Priesterwaldes besetzten wir das Dorf Feyen- Haye und behaupteten uns dort trotz mehrerer heftiger Gegen­angriffe. Aus L o t h r i n g e n und den V o g e s e n ist nichts zu melden. Südlich von Dixmuiden holte Fliegerleut- uant Garros ein Flugzeug durch Maschinengewehrschüffe her­unter. Im Gebiet der A i s n e wurde ein anderer deuffcher Flieger vom Flieger Ravarre durch Gewehrschüsse herunter-

^V-B- Paris, 2. April. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt von 3 Uhr nachmittags: Dem gestrigen Abendbericht ist nichts Wichtiges hinzuzusstgen. Südlich Pöronne bei Dompierre sprengten wir mehrere feindliche Schützen­gräben durch Minen. In den Argonnen, in B a g a t e l l c, wurde ein deutscher Angriffsversuch sofort cmsgehalteu. Französische und belgische Flieger warfen etwa 39 Geschosse auf das Flugfeld Handzarme ab.

Vertagung der französischen Kammer.

IV. T-B- Paris, 2. April. (Nichtamtlich.) Die Kammer hat sich auf den 29. April vertagt.