dinge zum Wiesbadener Tngblatt.
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Wonlas. 22. Ikm««r.
weich, es macht bescheiden.
Und cm Bescheid ner erst verdienet Ruhm.
___ Leop. Schefer.
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2tuf dieser langen Reise hatte sich Westfcld den Plan für sein zukünftiges Leben genau überdacht.
48. Jahrgang. 1900.
(32. Fortsetzung.) Machdruck verboten).
«Die Gura Herrn".
Roman aus der indischen Neuzeit von tzarl Aanera.
„Ich habe Ursache, zu glauben, daß man es schon übel vern-rkt, daß wir im gleichen Hotel wohnen Dies trägt dazu kt, mich zur Abreise mit dem heutigen
|* et \ ® nn .‘ / be * Schein gewahrt. Und vor Allem bist
^worden sind ? 0 WeUU wit Mann und Frau
Sie schlug die Augen nieder und ein glühendes Rotl, verbreitete sich rasch über das ganze schöne Gesicht.
die tÄ’S f m r fe K M si-h' drückte ihr verstohlen die Hand und flüsterte ihr leise ins Ohr: „In acht Tagen
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h, 1 rr2 tU1I !)n.Jn )tittet V *** u" Verschiedenen Gartenbesuchern »orkt. Ms sie wieder allem waren, erzählte ihr der Graf
daß er ans Ceylon den Missionar Ehrwald kennen gelernt und einige angenehme Wochen mit ihm verlebt habe. Dieser !? Ä£rft UÖer den Engländern der geeignetste Priester für Eheschließung, weil er derselben protestantischen Richtung angehöre, wie sie Beide. a
. '^r müssen heute ^ Nachmittag nur noch den Brief an
den Rechtsanwalt Schüler schreiben und um die möglichst beschleunigte Rücksendung seines Schreibens und Beifügung der amtlichen Unterschriftsbestätigung bitten. Dann nehme ich alle De ne und meine Legitimationspapiere mit mir und
lit a9 ‘ i Ie JLr Worß , cn ^rüh bin ich dort; Nachts reise ich wieder nach Risia ab, und am nächsten Sonntag Abend treffe ich hier ein."
»Mvd Dich das nicht zu sehr anstrengen, mein Enrico?" ,,""cht im Geringsten. Dreißig Stunden in der Eisenbau und im Sattel sitzen, macht mir überhaupt nichts. Unter solchen Umständen, wie ich diesinal reise, wo es gilt mein höchstes Glück zu erringen, da würde aber auch eine Fahrt von hundert Stunden mich nicht ermüden."
„Du Guter, Du Lieber!"
Nun kehrten Beide nach der Stadt zurück. Der Brief an Schüler war bald besorgt. Auf den Wunsch von Alice bestellte der Graf auch telegraphisch Geld bei dem Anwalt. Dann nahmen Beide in der Veranda neben dem Zimmer noch gemüthlich das Dinner ein, und hierauf verabschiedete sich der Graf auf die zärtlichste Weise von seiner Braut und fuhr nach der Bahn. Er hatte nicht erlaubt, daß sie ihn zum Bahnhof begleitete, um Alles zu vermelden, was neue Ursache zu hämischen Bemerkungen geben konnte. Jranamadu blieb bei Alice zurück, damit sie sur den Fall der Noth nicht ohne männlichen Schutz sei.
' viav doch eine lange Fahrt, die er bei empfindlicher Hitze ausfuhren mußte. Ueber Pama, Gorakhpur und A°uda führte die Bahn bis zur Grenze von Nepal. Nach 2b-stündiger Eisenbahnfahrt kam man in der Bahnstation Risia an, mußte sich aber noch vier Stunden in einem Dandy*) tragen lassen oder auf einem Bergpony reiten um das Haus und die Kirche des Missionars zu erreichen'
Zunächst wollte er mit seiner jungen Frau über Aara Jndore und Heyderabad reisen, um ihr diese Glanzpunkte zu zeigen und sie schon bei dieser Gelegenheit
i oglichst m die feine Welt Indiens einzuführen. Dann sollte ein Ausenthalt von etwa zwei Monaten auf Ceylon die sie zu Anfang ihres dortigen Lebens mnegehabt hatte, wieder erobern. Er war so sehr von der Einwirkung des persönlichen Zaubers, der von Alice aus- gmg, überzeugt, daß er keinen ernsten Zweifel über das seines Planes in sich aufkommen ließ. Etwas übertrieben steckte in ihm ja auch noch der Glaube an das Prestige seines hohen Namens und die Ueberzeugung, daß ihm dem früheren Garde-Kavallerie-Offizier, 'in gesell- schriftlicher Beziehung doch schließlich ein jeder Erfol/ den er nur ernstlich erstrebte, in den Schooß fallcil müsse
„Wenn meine Alice mit ihrem unüberwindlichen Charme und Liebreiz noch den Namen einer Gräfin Westfeld verbindet, und wenn ich wieder, wie vor vier Jahren, auf den Berliner Hofbällen etwas den Schwerenöther spiele, da müßte doch der Teufel dahinter stecken, wenn wir Beide nicht bald diese steife, nüchterne Gesellschaft von Colombo elektrisiren und umwandcln würden. Jedenfalls soll Alles bald an unseren Siegcswagcn gekettet sein."
So hatte die glückliche Stimmung, in der sich der angehende Ehemann an und für sich befand, auch sein Zutrauen gestärkt und ihn in sichere Hoffnung eingcwicgt. —
„Guten Tag, lieber Graf. Wie reizend, daß Sie so schnell ^rhrer Depesche nachgefolgt sind. Willkommen in meinem bescheidenen Heim."
Westfeld sprang aus dem Sattel und begrüßte den freundlichen Pfarrer auf das Herzlichste. Ein Diener nahm den Pony in Empfang und kr Graf trat mit dem Missionar in dessen einfachen Bungalow.
„Zuerst ruhen Sie etwas aus," meinte der Hausherr. „Dann können Sie mir erzählen, was Sie in uieine Waldeinsamkeit führt.
Westfeld fügte sich der vorsorglichen Anordnung des Pfarrers, genoß noch einige Chappatties, kleine Salzkuchen, nahm dann ein Bad, legte sich hierauf in einen der bequemen Rohrschlafstühle und versuchte zu schlafen. Ein wundervoller Anblick verscheuchte aber die Müdigkeit aus seinen Augen. Dicht vor ihm dehnten sich mächtige Waldungen aus. Ueber diesen lagen in bläulichem Nebeldunst die himmelstrcbenden Gebirgsketten des nepalischen Himalaja iwd rechts vorwärts erhob sich über einer breiten weißen Wolkenmasse der gewaltige Dhawalagiri. einer der höchsten Gipfel der Erde. Das großartige erhabene Landschaftsbild erhielt eine zauberhafte Staffage durch eine kleine europäische Kapelle, welche ungemein malerisch von den Zweigen eines riesigen Pizals*) beschattet wurde.
„Das ist der idyllischste Platz für unsere Verehelichung, den ich mir denken kann. Hier in dieser großartigen Natur, ? ln Symbol der Ewigkeit, soll unser Bund auf ewig ge- fchlossen werden."
Die geschäftlichen Verhandlungen mit dem Missionar erledigten sich leicht. Als Trauzengen genügten die Baronin und der Chokidar**) eines nahen Gutes, den der Pfarrer kannte, und somit ivar bald Alles geregelt. Bei Mondschein ritt Westfcld, geführt von einem Kuli, nach der Station Risia zurück; Abends 10 Uhr saß er in der Bahn,
und am andern Tag, kurz vor Mitternacht, fam er wieder in Kalkutta an.
Mice und die Baronin empfingen ihn auf deui Perrons etwas zurück stand Jrananiadu, um das Gepäck in Empfane zu nehmen. r ' b
'^• a 0 e fpflter befanden sich die beiden Damen und der Graf wieder auf dem gleichen Bahnhof. Alice sah in em l ad > cn aber eleganten Reiseanzug entzückend aus. Der Baronin merkte man wohl die durchgcmachte Krankheit an. Jfffeitt die freudige Erregung begann doch ihre Wangen wieder zu rötheu und ihren Augen den früheren Glanz zn verleihen. Der Graf verschaffte mit größter Sorgsamkeit den Damen ein gutes Coupo, und Jrananiadu bewachte dasselbe bis die Herrschaften kamen. Tarli wußte gar nicht, was sie vor Freude Alles thun sollte. Sie bemühte sich unaufhörlich, Alice und der Baronin gefällig zu sein, und strahlte im ganzen Gesicht, als sie nun mit Jranamadu in einen Wagen zweiter Klasse einsteigen durfte. So begann die Reise n der besten Stimmung aller Betheiligten, und dies half ihnen sehr, die Strapazen der langen Fahrt zn überwinden. Trotzdem kamen sie ziemlich ermüdet gegen Mittag in Risia an.
Alice und Frau von Heimbach machten ungemein überraschte Augen, als sie in der kleinen Station ausstiegen. Eine ganz neue Welt tauchte vor ihnen auf. Kopf an Kopf stand die neugierige Menge, die schon von der Ankunft vornehmer Sahibs benachrichtigt war. Kulis*), Gwalas**) k., zankten sich um die besten Plätze, Hindukaufleute mit ihren Frauen, Nepalesen, Bhutias und andere plattnasige Angehörige der mongolisch-tartarischen Rassen vertraten alle Bewohner des südlichen Mittel-Himalajas, kurz, es entwickelte sich vor den Angen der Ankommenden em ganz eigenartiges buntfarbiges Wogen und Treiben. Kaum waren die Reisenden aus dem Zuge gestiegen, so begrüßte sie der freundliche Pfarrer Ehrwnld in deutscher Sprache. Das war eine neue unerwartete, aber ungemein sympathische Ueberraschung für die Damen. Nun trat ein Eingeborener, der Nhansamann***) des Missionars, vor und hielt an die Miß Sahib Conningham und die Lady Sahib Heimbach eine Anrede in der dort gebräuchlichen Paharisprache, welche der Pfarrer ins Deutsche übersetzte. Es war eine Begrüßung und ein Dank, daß so hohe Damen eine so versteckte Gegend durch ihren Besuch beehrten. Hierauf traten acht DschampanniesP) vor, brachten zwei mit rothen Tüchern bedeckte Dandys und forderten die Miß Sahib unb die Lady Sahib ans, Platz zu nehmen. Die Dschampannies waren weiß gekleidet und trugen blaue Schärpen und blauweiße Turbans. Für Westfeld, den Missionar, Jranamadu und Tarli wurden Ponies vorgeführt. Bald hatte sich die kleine Karawane, begleitet von zahlreichen Eingeborenen, auf den Weg gemacht. Es war ein ungemein malerisches Bild, die so farbig gekleideten Menschen durch den hohen Laubwald auf engen gewundenen Bergpfaden dahin schreiten zu sehen. Wie mächtige Domhallen wölbten sich die Baumriesen über den Reisenden zu- sammen; oft engten hohe, über und über mit Blüthen bedeckte wilde Rhododendren den Weg ein; der Boden erschien stellenweise wie ein kostbarer Smyrnateppich, bedeckt mit lila Anemonen und mit unzähligen anderen Blumen, besonders weißen, rothen, gelblichen Orchideen, die einen balsamischen Duft verbreiteten.
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