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WieslisitkNkr Tsgblsü.
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« 8 . Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezugs-Preis: durch den Verlag S» Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «« Pfg. vrerteliahrlich für beide Ausgaben zusamnicii.
Verlag: Langgasse 27.
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Ws. 35.
Fernsprecher N». 52.
Moulage den 22. Iammr.
Fernsprecher No. 52.
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Vor und hinter den Conlisscn.
L. Krrli», 21. Januar.
Die Fortsetzung der Debatte über das Gehalt des Reichskanzlers gestaltete sich zu einer jener Unterhaltungen, bei denen nian zunächst den Eindruck hat, eS geschehe wunder was Wichtiges, während sich hinterher zeigt, daß wieder einmal mit Wiederholungen gearbeitet worden war. Fürst Hohenlohe hat es erneut bestätigt erhalten, daß ihm das Ostelbicrthum kein Vertrauen schenkt. Dies bekam er von den Herren Hahn, v. Kröchcr und Arendt zu hören, von Jedem in seiner besondcrcil Tonweise ärgerlichster Verstimmung. Ein paar kleinere Landbündler thäten mit, gute Leute, die man nicht weiter beachtet, weil sic sich nicht hinreichend auf das Posiren verstehen,
währelld ihre geistigen Qualitäten denen der „Führer" nichts nachgeben dürften. Sodann mußte sich der Reichskanzler sagen lassen (und auch dies dünkt uns nicht ganz neu zu sein), daß die konservative Sehnsucht nach dem „starken Manne" so heiß wie je brennt, und daß er, Fürst Hohenlohe, als dieser starke Mann nicht gelten könne, eine Wahrheit, in deren Anerkennung wir mit allen Rednern der Rechten, von Diederich Hahn bis zum Fürsten Herbert BiLmarck, begeistert übereinstimmen. Fürst Bismarck sprach so, daß manche Zuhörer auf den Verdacht geriethen, er niöchte sich als „starker Mann" für die Zn- knnft empfehlen. Indessen wäre das eine Geschmacklosigkeit, die wir dein Redner nicht zutranen. Gewiß ist noch nicht aller Tage Abend, und wenn es heute die Scharfmacher weniger gut haben als noch zu der Zeit, wo das Gespenst der Zuchthaus - Vorlage umging, so
kennen sie die klimatischen Verhältnisse unserer
Wissen, daß die barometrischen Maxima und Minima
einander ablöscn. Heute Zick, morgen Zack, woraus sich logischer Weise der Zickzackknrs zusammensetzt. Es ist ja selbstverständlich, daß in einer Zeit, wo die Flotten- verstärkung betrieben wird, die Regierung Alles bei Seite schieben muß, was geeignet scheint, die auf jenes eine Ziel hingedrängten Strömungen des öffentlichen und des Parteilebens wieder in verschiedene Rinnsale sich zerstreuen zu lassen. Wenn man eine Flottenvorlage macht, kann man die Parteien, die die socialpolitischen Aufgaben des Reichs anders als die Scharfmacher auffassen, nicht mit einer Politik nach Stummschen Rezepten stutzig machen. Die Konservativen, die gerade den jetzigen Zeitpunkt für geeignet halten, um ihre starken Männer-Reden anzn- bringcn, setzen sich damit dem Verdacht aus, daß sie es vorzugsweise auf die Störung gerade der Flottenpläne der Negierung abgesehen haben. Es will nach dem Gesagten nicht viel bedeuten, daß Herr Lieber den Herren von der Rechten eine entschiedene Absage zu Theil werden ließ und von einem „starken Mann" umso weniger wissen wollte, je empfindlicher gerade das Cenrrum, nach der Behauptung seines Führers, unter einer Politik dieser Art zu leiden gehabt hatte. Das Merkwürdigste an der Taktik der Konservativen während der letzten Reichstagsdebatten bleibt aber doch, daß ihr Unwille über die heutigen Zustände einen stark gekünstelten Eindruck macht. Vielmehr ist das nicht so merkwürdig, wie das aussieht. Wenn Herr Hahn zwar dem Reichskanzler sein Mißtrauen auödrückte, zum Grasen Posadowsky aber Vertrauen zu haben erklärte, so stimmt das nicht ganz zu der höchst verständigen Zurückweisung der konservativen Wünsche, wie sie gerade Graf Posadowsky mehrere Mal in guten und klaren Reden ausgesprochen hatte. Trotzdem aber stimmt es. Die Konservativen wissen, daß ihre Getreidezollwünsche nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen sind, und sie haben in den seltsamen Vorgängen iul Abgeordnetenhaus, wo mau dabei zu sein scheint, die neue Kanalvorlage sanft zu begraben, eine gewisse Bürgschaft dafür, daß die Regierung cs doch nicht schlecht mit ihnen meint. Es geschieht Mancherlei hinter den Coulissen, was der Oeffentlichkeit einstweilen nur durch karge Andeutungen bekannt wird. Wenn Graf Posadowsky davon sprach, daß er „bei einem politischen Coulissenwechscl nicht mitschieben wolle", so muß es solchen Conlissenwcchsel doch geben, und die Konservativen wissen, wie gesagt, daß es ihn giebt. Man kann der Regierung das. Zeugntß ausstellen, daß sie wirklich geschickt vorgeht. Sie verbreitet im Reichstag den Schimmer einer vom extremen Landbündlcr- thnm verständig abrückenden Politik um sich, sie wirbt damit um das Vertrauen jener Parteien, die in der einseitigen Begünstigung des Ostelbierthnms mit Recht die größte Gefahr für unsere Entwickelung erblicken, sie läßt es sich gefallen, von den Konservativen deshalb angegriffen zu werden, sie freut sich dieser Angriffe, und sie sorgt zugleich dafür, daß die Rechte es beim Manövergeplänkel bewenden läßt; denn die scheinbaren Gegner werden unter der Hand darüber cheruhigt, daß ihnen in den Kernfragen der Wirthschafts-
politik, in der Kanalfrage wie in Bezug auf die Handels vertrüge, kein Schaden zugefügt werden soll. So sehen sich unsere Verhältnisse in Wahrheit an; das Drum und Dran schöner Reden ist nur die dekorative Znthat.
* ... *
* Hof- und Prt-fonal.ztachrichirn. Das gestern. 1 Ubr
Mittags, aiisgegebene Bulletin über das Befinden der Herzogin Friedrich lautet: Die soeben vorgenommcne Punktion ist obne ,cden Zw„cheiifall glücklich verlaufen. Das Befinden der hohen Patientin ist infolge der durch die Punktion verminderten Athem- noth ein wesentlich besseres.
* Kerls», 22. Januar. Anläßlich der Feier des gestrigen Ordensfestes hatten sich die hier anwesendcn Personen, denen der Kaiser Orden und Ehrenzeichen verlieh, im Königlichen Schloß versammelt. Dieselben empfingen von der.General-Ordenskommission dre für sre bestimmten Dekorationen, worauf die neu ernannten Ritter und Inhaber Königlicher Orden in de» Rittersaal, die Inhaber des Allgemeinen Ehrenzeichens nach der Schloßkapelle geführt wurden. Das Kaiscrpaar begab sich mit den Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses nach dem Rittersaal, wo die bei dem diesjährigen Fest ernannten Ritter und Inhaber von Orden vorgestellt wurden. Hierauf fand in der Schloßkapelle Gottesdienst statt, welchem außer dem Kaiser und der Kaiserin, sowie den Prinzen und Prinzessinnen die neu dekorirten Persönlichkeiten beiwohnten. Ecneral-Slipcriiitcndcnt vr. Faber hielt die der Feier des Tages gewidmete Predigt. Nach Beendigung des Goltcsdienstes fand Gatatafcl statt, bei welcher der Kaiser einen Toast auf da« Wohl der neuen und älteren Ritter ausbrachte. Nach Beendigung der Tafel ■ begaben sich die Hohen und Allerhöchsten Herrschafteix in den Rittersaal, wo der Kaiser viele der geladenen Persönlichkeiten durch Ansprachen anszcichnete.
DerÄnndcsrath-Ansschuß für dieFlottcnvorlage wird heute eine Sitzung adhallen und in derselben dic Beralhung voraussichtlich zu Ende führen. In einer außerordentlichen Sitzung, die am Dienstag stattfiiidcn dürfte, wird dann der Bundesrath die Vorlage verabschieden, die demnach Mitte nächster Woche an den Reichstag gelangen kann. Wie der „Lokal-Anzeiger" weiter mittbeilen kann, enthält die bekanntlich nur ans drei kurzen Paragraphen bestehende Flotien-Vorlage nichts Über die Kostendeckung/ Doch ergebe sich aus der beigefügten Begrüiidung, daß die Kosten auf 1600 Millionen zu veranschlagen sind.
Gegenüber dem Gerücht, daß sich die Höhe des Schaden crsatz- a n s p r u ch s für den von England beschlagnahmten Dampfer „B n n d c s r a t h" auf 4M,000 Mk bemessen würde, erfährt die „Post", baß vorläufig von einer bestimmten Taxirung noch gar reine Rede sein kann, da zunächst Seitens der Rhedcrci eine genaue Aufstellung des ganzen, ihr durch den Zwischenfall erwachsenen Schadens gemacht werden muß, was jedenfalls längere Zeit erfordern dürfte.
* Rundschau im Reich,. 5000 Bergleute des sächsisch- thüringischen Brannkohlen-Reviers find in eine Lohnbewegung getreten. Sie verlangen 10 pCt. Lohnerhöhung, Pcrkürzung der Arbeitszeit aus neun Stunden täglich und Einschränkung der Frauenarbeit.
Deutscher Reichstag.
G Kretin, 20. Januar.
Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberathung, Etat des Reichsamtes. Abg. Dr. Hahn (Bund der Landw.) erklärt gegenüber den gestrigen Aeußernngen des Neichskanzicrs, seine Freunde hätten nichts gegen die Aufhebung des Verbindungs-Verbotes, aber der Zeitpunkt dafür sei angesichts der allgemeinen Situation nicht der richtige gewesen. Was die auswärtige Politik anlange, so habe die gestrige Rede des Abg. Liebermann lebhaften Anklaiig gefunden. Der Reichstag habe Unrecht gethan, die Besprechung der /Buiides- rath"-Ji,terpellation gestern abzulchnen. Redner bemängelt weiter unsere auswärtige Politik im Allgemeinen und auf den wirthschaft- lichcn Gebieten im Besonderen, vornehinlich gegenüber Nordamerika. Er berührt alsdann die Frage der Transitläger und des Qucbracho- zolleS. Die Regierung brauche sich nicht zu wundern, wenn die Klage» der Landwirthschaft und des Mittelstandes fortgesetzt un- gchöri bei ihr verhallen, daß dann in, Lande das Vertrauen zu ihr schwinde. So lange der Bund der Landwirthe die Bewegung in der Hand hätte, werde aber diese jedenfalls stets patriotisch und monarchisch bis in die Knochen sein. — Reichskanzler Fürst H oh cn- lohe stellt aus Anlaß einer Bemerkiing des Vorredners fest, er habe gestern von einer hannöverschen Verfassung nur gesprochen, um eine Resolution zur Kenntiiiß zu bringen, in der ihm imch- gcsagt werde, er wolle Deutschland zu einem Industrie-Staate niacven. — Abg. Bebel (Soc.) koiistatirt, seine Fraktion habe die Unterschrift unter die Beschlagnahme-Interpellation keineswegs abgelehnt und nicht ablehncn können, weil sie darüber garnicht gefragt worden. Redner wendet sich dann geqen die gestrigen Aeußcriiiigen des Abg. v. Kardorsf, betreffend Wiederaufnahme der Bismarckschen Politik gegen die Socialdemokraten. Der Herr Reichskanzler habe gestern die Aeußerung des Kaisers zu der seinen gemacht, die Socialdcmokratie sei eine vorübergehende Erscheinung, man müsse sie austoben lassen. Wer die Socialdemokratie eine, vorübergehende Erscheinung neiiiie, der kenne die elementaren Ursachen des Entstehens der Socialdcmokratie nicht. — Präsident Graf Bnllestrcm unterbricht den Redner und fordert ihn auf, wenn er den Kaiser als den Urheber der Worte anführen wolle, die Kritik zu »iiterlassc», weil diese Worte vorher nicht im „Rcichs-Auzciger" gestanden hätten. (Große Heiterkeit.) — Abg. Bebel, fortfahrcnd: dann werde ich also künftig auf den „Reichs-Anzeiger" abonniren müssen. (Stürmische Heiterkeit.) Die sociale Gleichberechtigung der Arbeiter, das sei das Ziel, nach welchem die Socialoemokratie strebe. Nachdem Redner noch die agrarischen Bcstrcbungcn einer höchst abfälligen Kritik unterzogen und dem Abgcordnetcn v. Kardorff seine Theilnahme an Gründungeil vorgeworfen, den,erkt Abgeordneter v. Kröcher (konservativ), wenn der Reichskanzler glaube, das Berbindniigs-Verbot aufheben z» müssen, dann hätte er dies gleich thun müssen und nicht 3 Jahre warte», um es dann, der Roth gehorchend, zu thun. — Abg. ürst Bisniarck (fraktionslos) verthcidigt kurz die ocial-Politik seines verstorbenen Vaters gegen den Abgeordneten Bebel. Mit der Schutzzoll-Politik habe der erste Reichskanzler nicht bloß Geld für das Heer schaffen wollen, sondern er habe sich leiten lassen von der patriotischen Rücksicht auf den Wohlstand des Landes. Fürst Hohenlohe habe gestern den Konservativen »achgesagt, sich mit Gesetzentwürfen zu'tragen, welche die Zustimmung des Reichstags niemals finden würden. Ihm selbst sei von solchen Entwürfe» nichts bekannt, wohl aber wisse er, daß
Fürst Hohenlohe selber drei Vorlagen gemacht habe, die vom Reichstag abgelehnt worden seien. Graf Posadowsky habe gestern gesagt, die Erfolge des ersten Reichskanzlers seien doch mitbedingt gewesen durch cm Ziisaiiimenlrcffcn großer geschichtlicher Ereignisse. Das sei doch nicht ganz richtig. Redner wendet sich noch zu den gestrigen Äusfiihrliiigcn des Grafen BUlow und schließt, ich wünschte nur, daß auch der hohe Chef des Grafen Bülow dasselbe wie dieser von sich sagen könnte, daß nämlich auch er an den alten Traditionen des ersten Reichskanzlers festhalte. — Abg. Lieber (Centr.) kann eine Rückkehr zu der inneren Politik des alten Fürsten Bisniarck nicht für wünschcnswerth halten. Er, Redner, sei gegen jedes Ausnahiiiegesetz und er könne ausdrücklich erklären, daß ihm alle sonstigen noch so heftigen Angriffe ans die Regierung nicht entfernt so gefährlich erschienen, als gerade die gegenwärtigen konservativen Angriffe auf die Regiernng. Dem Fürsten Hohenlohe könne man nur Dank wissen, daß er mit der parlamentarische,! Mehrheit rechne und die Frage aufwerfe, ob nach einer etwaigen Auflösung nicht etwa dieselbe Mehrheit wiedcrkomme. Das seien die Folgen des allgemeinen Wahlrechts, und wer habe dieses allgemeine Wahlrecht eingeführt? derselbe starke Mann, nach dem immer geschrieen werde. Im Namen der Ceutrumspartci erkläre er ausdrücklich, daß dieselbe diejenige Politik, die von rechts empfohlen werde, nicht mitmache. Das Ceiitrum danke der Negierung dafür, daß sie bei der gegenwärtigen schwierigen Weltlage sich nicht noch in einen inneren Konflikt hiiicinstürzc, so lange es möglich sei, einen solchen Konflikt zu vermeiden. Grade als staatserhaltcnde Partei werde das Centrum die Regierung stützen zum Wohle der
auswärtigen wie der inneren Politik. (Beifall.) — Abg. Stein- Hauer (freis. Bern tritt den Ailsführniigen des Adgcori
.. .. . Ailsführniigen des Abgeordneten
Lieber entgegen. Es gehe den Bauern wirklich gar nicht so schlecht. — Abg. Arendt (Rcichsp.) sucht die Vorwürfe, welche der Abgeordnete v. Kardorff gegen die Regierung erhoben, namentlich hinsichtlich der uiigcniigcndcn Wahrung der Interessen derLandwirtdschaft, als begründet zn beweisen, ebenso hinsichtlich der Aufhebiiiig des Verbindungs-Verbotes und des Fallenlassens der Zuchthausvorlage. Was die Socialdemokratie aiilauge, so sei dieselbe nicht eine vorübergehende Erscheinung, sondern eine dauernde Erscheinung, und gerade darin liege die Gefahr. Wenn man auch die Regierung gegen die Agrarier und Konservativen scharf mache, so wiirde seine, des Redners. Partei die Regierung doch wieder »nterstützeii, wo cs sich um die Erfüllung wichtiger patriotischer Pflichten, wie bei der Flotten- vorlage, handle. (Bravo rechts.) — Abg. Stöcker (fraklionslos) bespricht die Beschlagnahme deutscher Schiffe durch die Engländer und bezeichnet dieselbe als eine unhöfliche Antwort auf die Besuch: des Kaisers und des Grasen Bülow in England. Alsdann geht Redner auf die Ansführiiiigen des Abgcordnetcn Bebel näher ei». — Abg. Graf Bernstorsf (Welfe) bemerkt, daß die Roth der Landwirthschaft durch eine einzige Maßregel beseitigt werden köiuie, glaube er nicht, selbst wenn diese Maßregel die Auf- hcbuiig der Handelsverträge wäre. Auch von der Politik des starken Mannes könne man nicht zu viel erwarten. An der Debatte bctheiligen sich noch die Abgeordneten Klose (Ceutr.), v. Kardorff (Rcichsp.) und v. Wangcnheim (kons.). Alsdann wird die Debatte' geschlossen. Der Titel Reichskanzler und eine Reihe weiterer Titel werden genehuiigt. Montag 1 Uhr: Dritte Lesung der Unfall- Vcrsichernngs-Novellc und Etatsberathung. '
Ausland.
. * Grstrurrich-Ungarn. Der Streik nimmt ernste Dimen
sionen an. Bon heute an treten sämmtliche Kohlenarbcitcr Böhmens in den G en era lstr ci k. Infolge dessen stellen sämmtliche Hauptwerke von größeren Jndnstrie-Unlernchimiilgen wegen KohlenmangelS die Arbeit ei».
* Frankreich. „Eclair" schreibt, in den Kolonialgebictcn, wo die französischen Interessen mit denen Englands im Widerspruch, mit denjenigen Deutschlauds aber im Einklang stehe», könne kein vernünftiger Grund Frankreich daran hindern, niit Deutschland unter gewissen Vorbehalten Abkommen zu treffen, um gemeinsame Interessen zn vcrtheidigen.
* Australien. Die Regierung beschäftigt sich mit der Frage, ob Victoria für den Fall eines Krieges genügend befestigt sei. Zur Ausführung weiterer Befestigungsarbeiten verlangt die Regierung einen Kredit von 240,000 Pfund Sterling.
Der Kmeg in Südafrika.
Vom östlichen Kriegsschauplatz.
Lourruco Marques, 22. Januar. General Butler wurde am letzten Samstag nach schwerem, den ganzen Tag dauernden Kamps anf der ganzen Linie znrnckgcworfen. General Warre» wurde von der Verthcidignngslinie adgeschnitten. Ten Oberbefehl über die bereinigten Bnrenkolonnen hat General Jonbert übernommen.
üä. London, 21. Januar. Meldungen aus Spearmans-Lager vom 19. Januar berichten: General Warren setzte seinen Vormarsch nach Akton Homes fort. Die Buren haben fast ihre gesammtcn Streitkräfte, etwa 48,000 Mann, zwischen General Bnllers Truppen und Ladysmith geworfen. Es verlautet, daß fast die ganze Artillerie der Generale Warren und Kitchcner, sowie die Munitionskoloiine und die mcistcn schweren Geschütze noch am Südufer des Tugcla- lusscs seien.
reh. London, 21. Januar. Das Kriegsamt erhielt folgende Depesche General Vullers aus Spcarmans Camp von heute: Um General Warren zn unterstützen nnd die Burentruppen in ihren Ver- chanziiiigcn vor Potgictcrs Drift fcstzuhalten, machte gestern General Lyttlcton eine gewaltsame Rckoguoszirung und zwang die Buren, den ganzen Tag in ihren Verschanzungen zu bleiben. Die Verluste der Engländer betragen 2 Todte und 12 Verwundete. Zwei Mann werden vermißt.
vb. London, 21. Januar. Eine Depesche des Generals Buller aus Spearmans Farm von beute Morgen 10Uhr besagt: In dem Kampf, der gestern am Ventersspruit, einem am Acto» Homes üblich in den Tugela fließenden Wasserlauf stattfand, wurden 11 Offiziere verwundet, von denen cincr starb, 279 Soldaten wurden verwundet.
wb. London, 21. Januar. Das „Rcutersche Biirean" meldet aus Spcarmans-Lager vom 20. d., 7 Uhr Abends: Die Schanzwerke desFeindes wurden den ganzenTag mitGranatcn beschossen
