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Wikslisltkner ®aablatt.

Berlag Lamggaffe 21

Tagdlan.H«us".

KCbalNr-Halle jtöftntt son 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends.

wöchentlich

vejug»-«re^ für beide Ausgaben: 7» P!g monatlich. M vierteljährlich durch den Berlag Langgalje 21, ohne Bringerlohn M Svierteljährlich durch alle deutjchen Poslanstalten. aniichließlich Bektellgeld Bezugs-Bcitcllnngen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marcknng lS, iowie die ÄuSgabeftellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Au«> gadestellen und in den benachbarte» Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblrn-Träger

12 Ausgaben.

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TagLlatt'HanS" Nr. 6650-53.

Von 3 Uhr morgens bis 5 Uhr abends, anher Sonntags.

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K^i-k.««!.ViiAächmV BerlinerSchriftleitungdr-WirsbadruerTagblatts: Bnliu-WilmrrsborfGüutzelftr.66.Fernspr. : ArntUhland 450 u. 451. ZagenündV»^°w,"d'k^'e«e^?ruÄ^-mm^

Zreitag» 2. Kpril 1915.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 155. 63. Jahrgang.

p® Wegen des Karfreitags erscheint die nächste Tagblatt"-Ausgabe am Samstagnachmittag._

Der Krieg.

Der österreichisch - ungarische Tagesbericht. Fortdauer der Narpathenschiacht. Russische Angriffe an der pilica abgeschlagen. Belgrad als Vergeltung beschossen.

W. T.-B. Wien, 1. Avril. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 1. April: In den O st b e s k r d e n versuchte der Gegner am Laporza-Tale wahrend der Nacht mehrere Angriffe, die abgewresen wurden.

Zwischen dem Lupkower Sattel und dem Uzsoker Paß dauern die Kämpfe um die zahlreiche« Höhensiellungen fort.

An der Front in Südostgalizien keine be­sonderen Ereignisse.

Bei I n o w l o d z an der Pilica in Rusiisch-Polen griffen stärkere russische Kräfte in den Morgenstunden die Stellungen unserer Truppen an. Bis au die Hrn- deruiszoucn herangekommen, wurden sie unter emp­findlichen Verlusten zurückgeworfen.

Am südlichen Kriegsschauplatz keine Verände- rungen.

Die am 31. März erfolgte Beschießung der offenen Stadt O r s o w a wurde durch ein Bombardement Belgrads beantwortet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die immer wieder vergeblichen russischen Angriffe auf die Narpathenpaffe.

W. T-B. Wien, 1. April. (Nichtamtlich.) Nach über­einstimmenden Meldungen der Kriegsberichterstatter der Blätter dauern die Kämpfe zwischen Lupko und Uzsor mit unveränderter Heftigkeit fort. Obwohl die Rüsten immer wieder große Verstärkungen heranziehen, ver­mochten sie bisher keinen Erfolg zu erzielen. Nach den Aussagen von Gefangenen machen sich V er pfleg ungs- schwierigkeiten geltend, so daß die Truppen manchmal drei Tage nichts zu essen bekamen.

Aus Przcmysl im Freiballon entkommen.

W. T.-B- Wien, 1. April. (Nichtamtlich.) Der Kriegs­berichterstatter derNeuen Freien Presse" meldet: Kurz vor der Übergabe Przemysls stiegen vier Ballone mit acht Insassen auf. Uber den Verbleib wurde lange nichts be­kannt Sie müssen durch widrige Winde zu den Russen abgetrieben und dort zur Landung gezwungen worden sein. Nun warfen russische Flieger über unsere Linie die Mel­dung ab, daß Hauptmann Blaschke, einer der Ballon- insaffen, wohlbehalten in Gefangenschaft geraden sei. Über die anderen Ballonführer liegt noch keine Nachricht vor.

Der gute Gesundheitszustand ttaiser Franz Josephs.

Vf. T.-B- Budapest, 1. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Den Blättern zufolge berichtet Ministerpräsident^ Tisza, der aus Wien hierher zurückgekehrt ist, daß der Kaiser sich des besten Wohlbefindens erfreue. Er hat den ganzen Winter ohne die geringsten Unpäßlichkeiten verbracht. Der Gesundheitszustand gebe zu keinerlei Besorgnissen Anlaß. Der Monarch verfolge nicht nur alle kriegerischen Ereigmsse mit höchstgespcmntem Interesse, sondern nehme auch alle Be­richte mit einer solchen Stärke entgegen, die ihn stets ausge­zeichnet habe, und versehe auch nach wie vor alle anderen Handlungen des Herrscheramtes mit einer Gewissen­haftigkeit, die ihn stets zu einem Vorbild der Pflicht­erfüllung machte. Während der gestrigen Audienz ließ sich der Monarch nicht nur über lange Reihen der Regierungs- maßnabmen Bericht erstatten, sondern auch über kleinere Einzelheiten der zahlreichen Vorlagen, die dem Parlament demnächst zugehen werden.

Die Ernährungsfrage in vor Donaumonarchie.

Vf. T-B. Budapest, 1. April. (Nichtamtlich.) Im Klub der nationalen Arbeitspartei sprach Ministerpräsident Tisza die Zuversicht aus, daß bei gewissen Anspannungen die österreichisch-ungarische Monarchie bis zur neuen Ernte mit den vorhandenen Eetreidevorräten auskommen werde. Ungarn werde das Ernährungsbedürfnis nicht nur der un­garischen Länder, sondern auch jener Österreichs besrie- digen.

Wirtschaftliche Maßnahmen in Österreich.

W. T-B. Wien, 1. April. (Nichtamtlich.) Durch eine morgen erscheinende Verordnung des Handelsministeriums wird die Verwendung von Kartosselftärke, Kartoffelstärkemehl und Mehl jeder Art bei der Erzeugirng von Seife verboten. Das Verbot bezweckt die Verwendung von Kartofselstärkemehl, welches als Surrogat bei der Broterzeugung benötigt wird, sowie auch die etwaige Verwendung von Mehl jeder Art in der Srrsenindustrie auszuschlietzen.

Die Jungtschechen für den wirtschaftlichen Zusammen­schluß mit Deutschland.

W. T-B. Prag, 1. April. (Nichtamtlich.) Der Aktions­ausschuß der jungtschechischen Partei beschloß, eine Kommission einzusetzen, die die Agitation für eine wirt­schaftliche Annäherung zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn zu verfolgen hat. Der frühere Minister Fort wurde mit der Berichterstattung betraut.

Line Feier zu Ehren deutscher Soldaten in Wien.

Wien, 31. März. Im Anschluß an eine Rundfahrt deut­scher Krieger durch die Stadt gab der Landesverband für den Fremdenverkehr, der diese Rundfahrten veranstaltet, den deutschen Soldaten ern Essen, zu der auch der deutsche Bot­schafter,. die Gesandten von Bayern und Sachsen, Vertreter mehrerer deutscher Vereine sowie der Bürger­meister Weiskirchner erschienen waren. Nachdem Hof» schauspieler Pitschau den Prolog gesprochen hatte, der Bis­marck zu seinem hundertsten Geburtstag feierte, dankte der Obmann des deutschen Kriegshilfskomitees Dr. Kahlen­berg dem Bürgermeister Weiskirchner und allen anderen Beteiligten herzlich für das den deutschen Soldaten entgegen­gebrachte Interesse. Er schloß seine Rede mit einem Hoch auf Kaiser Franz Joseph, das jubelnd ausgenommen wurde. Sodann begrüßte Bürgermeister Weiskirchner die deut­schen Soldaten mit einer Ansprache, in der er des f e st e n treuen BundeSverhältnisses nicht nur beider Monarchen, sondern auch beider Völker und. der helden­mütigen Schulter cm Schulter kämpfenden deutschen Volks- genossen an allen Kampfesfronten gedachte. Er schloß: Möge Gottes Segen auf dem deutschen Volke ruhen, möge die Sonne des Sieges ihm leuchten. Heil dem Frozen deutschen Kaiser!" Jubelnd stimmten die Anwesenden in oie Hochrufe ein.

Die Spionageaffäre in Petersburg.

Br. Kopenhagen» 1. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Politiken" melden zu der Verhaftung russischer Gendarmerie­offiziere wegen Spionage, daß auch die verwitwete Gräfin K l e i n m i ch-eli n in die Angelegenheit verwickelt sein soll. Sie sei in politischen Kreisen schon lange verdächtig gewesen. Unter den Verhafteten befindet sich der Gendarmerie­ober st Miasojedow, der ehemals Gendarmeriechef in Wirb allen und später Leiter des Sicherheitsdienstes im Taurischen Palais (Duma) gewesen ist.

Gorcmykin als Nachfolger Wittes.

W. T.-B. Petersburg, 1. April. (Nichtamtlich) Der Präsi­dent des StaatsraiS G o r e m y k i n ist für den Grafen Witte zum Präsidenten des Finanzrats ernannt worden.

*

Der Typhus in Serbien.

Br. Saloniki, 1. April. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Von 2000 aus Altserbien nach Monastir gebrachten Rekru­ten sind, amtlicher Quelle zufolge, nur 200 dem Typhus entronnen.

Der Handelskrieg gegen England.

von der Wirkung unserer v-voote.

Die englische Presse stellt sich noch immer so, als ob Groß­britannien durch den Unterseebootkrieg gar nicht weiter ge­schädigt sei. Es werden Zahlen wiedergegeben über die ver­lorengegangenen Schiffe und demgegenüber eine gewaltige Ziffer derjenigen Fahrzeuge genannt, die unbehelligt nach und von England gekommen seien. Dabei wird vergessen, daß die Wirkung einer solchen Maßnahme, wie sie Deutsck- land durchgesührt hat, nicht lediglich in der übrigens recht umfangreichen! Vernichtung von Schifssmaterial und Waren des Gegners besteht, sondern mehr noch in den indirekten Folgen, die mit unserem Vorgehen verbunden sind. Und diese Folgen sind von unserem Standpunkt aus recht erfreulicher Natur. Die Weizenpreise sind in England Anfang März um ungefähr 2 Schilling ge stiegen, obwohl sie in dem Hauptexportlande von Getreide, Nord­amerika, um ungefähr 6 Schilling g e s u n k e n find. Von dieseni Rückgang der Preise hat England keinen Vorteil ge­habt. Warum wohl? Weil die Zufuhr aus den Ver­einigten Staaten mit dein Einsetzen des Unterseebootkrieges außerordentlich zurückging. Nach den Angaben der Times", der man hier wohl Glauben schenken darf, betrug die Einfuhr von Weizen in der Woche bis zum 20. März nur 278 000 Quarters, in derselben Zeit des Vorjahres aber 445 000 Quarters; und nicht minder interessant ist die Tat­sache, daß in den 29 Wochen vor dem 20. März 1915 die Durchschnittszufuhr immerhin 428 000 Quarters pro Woche betragen bat, also nicht wesentlich geringer war als im Vor­jahr. In dieser Gegenüberstellung der Ziffern sieht man die unmittelbare Wirkung der Unterseeboote. EL ist ja auch ohne weiteres klar, daß die Möglichkeit einer Gefährdung der Transporte auf den Transport selbst hemmend wirkt, selbst wenn die Hemmurig nur' einem Teil der Transporte tat­sächlich zuteil wird. Diese Hemmung aber wirkt p r e i S - steigernd. Da England nun aber in weit höherem Maße als Deutschland auf die Zufuhr von Brotgetreide an­gewiesen ist, so kann man sich die Wirkung einer anhalten­den und starken Steigerung der Getreidepreise auf die eng- Irschc Bevölkerung ausmalen. Wir sehen also, daß koir uns mit unserer Unterseebootpolitik, namentlich im Hinblick auf

die Aushungevungspläne Englands uns gegenüber, durch, aus ausdem rechten Wege befinden.

Tie Einschränkung der Kanalschiffahrt.

W. T.-B. London. 1. April. (Nichtamtlich.) DieLon. doner Gazette" gibt bekannt, daß die Schiffahrt im Kanal bei Folkestone und Portland eingeschränkt sei.

Englische wuk.

Ein gutes holländisches Urteil.

Haag, 31. März. (L. N. N.) Die Vernichtung des Paket- PostdampfersFalaba" und des DampfersAquila" ist natürlich ein großer Schmerz für die englische Presse. Ihre Leitauffätze gleichen ohnmächtigen Wutaus­brüchen und zeigen das Bestreben, sittlichen Ab­scheu hcrvorzurufen.

DieMorning Post" schreibt:DaS deutsche Piraten»

tum zur See wird immer lästiger und frecher und mit der zunehmenden Vervollkommnung der deutschen Unter­seeboote im gleichen Maße ruchloser. Wann wird der eng­lische Erfindungsgeist die Mittel Hervorbringen, um das Meer endlich von dieser Pest zu erlösen? DieTimes" behaupten, daß das deutsche Unterseeboot, das dieFalaba" zum Sinken brachte, im großen Kreise um das sinkende Schiff herumfuhr, ohne auch nur den geringsten Versuch zur Rettung der Ertrinkenden zu machen.Dieser Vorgang lehrt uns, daß wir mit einem Volk Krrsg führen, dem jedes Mittel recht ist, um sein Ziel zu erreichen. Das ist keine völlig neue Lehre, aber bislang war sie noch nicht völlig durchgedrungen."

Daily News" sagen:Falls festgestellt werden kann.,

welches Unterseeboot die Tat vollbracht hat, werden wir nach dem Kriege die Möglichkeit haben, gegen seine Be, satzung ein Verfahren wegen Mordes einzuleiten."

Daily Chronicle" äußert:Derartige Dinge sind nicht

allein grausam, sondern sie waren auch bis zum Auftreten der Deutschen allen Überlieferungen der Seegeschichte fremd." Das Blatt spricht die Vermutung aus, das Unterseeboot, das dieFalaba" torpedierte, schiene seine Nummer unsichtbar gemacht zu haben. »Daily Mail" überschreibt ihren Leit­aufsatz mitMörder auf hoher See", spricht von gemeiner, kaltblütig ausgeführtcn Verbrechen und tut den Ausspruch: »Anstatt von Versöhnung zu sprechen, müssen wir uns zu noch größeren Anstrengungen aufraffen und die Deutschen auf die allein von ihnen verstandene Weise lehren, wie sie mit ihren Nachbarnin Frieden" zu leben haben."

Es zeigt sich, sagt derN i e u w c Rotterdam sch e Courant" dazu, daß die Engländer es noch immer hervor­ragend gut verstehen, sich mit dem Mäntelchen der moralischen" Entrüstung zu umgeben und dadurch die Aufmerksamkeit von ihrem eigenen befleckten Kleid abzulenken. Hätte England den Vorschlag ange­nommen, Nahrungsmittel für Deutschlands Zivilbevölkerung durchzulassen, so würde die Härte des Seekrieges und der Wiedervergeltung vermieden worden sein. Man kann die­sen Worten des holländischen Blattes nur zustimmen.

Weitere EinZelheiten zur Vernichtung derFalaba".

Von der holländischen Grenze, 31. März. Bei der in Mil­ford Haven angestelltcn gerichtlichen Untersuchung über den Untergang derFalaba" erklärte ein Zeuge, das Untersee­boot hätte zuerst die britische Flagge geführt und die deutsche erst gehißt, als es näher herankam. (Es ist dies nach Kriegs­brauch und Völkerrecht durchaus zulässig. Schrift!.)

Haag, 31. März. Die bemerkenswerteste Einzelheit über die Torpedierung des PaketpostdampfersFalaba" ist die Mitteilung des Steuermanns Blair, der von derSwansea Daily Post" ausgeffagt wurde, daß dieFalaba" am Sonn- tagmorgen um 5 Uhr von einem deutschen Unterseeboot zum Halten aufgefordert wurde, sofort mit Volldampf zu ent­kommen suchte, aber um 12i/i> Uhr eingeholt ward. Somit dauerte die Verfolgung sieben Stunden. Dadurch wird die außerordentliche Schnelligkeit des Taucb- bootes bewieseu, da der Postdampfer trotz einer langen Dauer­fahrt nicht zu entkommen vermochte. Dieselbe Taffache wird auch noch durch die Deckoffiziere derFalaba" erhärtet, die bekunden, daß sie niemals ein Unterseeboot mit einer der­artigen B-eweglickkeit gesehen hätten, da wiederholte Ramm­versuche seitens derFalaba" mißlangen.

Eine neue amerikanische Note an die Westmächte.

Br. Mailand, 1. April. (Eig. Trahtbericht. Ktr. Bln.) La Sera" meldet aus New Jork den Abgang einer neuen amerikanischen Note an England und Frankreich, in der die letzte Erklärung der beiden Mächte nicht für aus­reichend bezeichnet wird zur Erklärung einer definiti­ven Blockade Deutschlands und Österreich-Ungarns.

Die Munitronsschwierigkeiten in England.

Trunksucht die Hauptursache.

W. T.-B. London, 1. April. (Nichtamtlich.) Di« Times" befaßt sich in einem Leitartikel mit der tm- befriedigenden Erzeugung von Munition und schreibt: Die militärische Ataschine. die mit soviel Mühe aufge­baut ist, ist bereit, ihre Arbeit zu verrichten, verfügt je­doch nicht über das n ö t i g e M a t e r i a l. Hinder- nisse aller Art stellten sich ein, so daß die Produktion ab nimmt statt zuzunehmcn. Zwei Tinge daran tragen die Hauptschuld: Lo b nst r e itigk e i ten

in der Industrie und das übermäßige Trinken. Das zweite Übel ist viel schlimmer als das erste, Mil g§> ßch