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«»• Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezugs Preis: durch den Verlag J« Psg. monatlich, durch die Post » Mk. «<» Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusauimen.

Verlag: Langgasse 27.

ST'.OOO Alrormrnten.

Slnzeigen-PreiS r Die einspaltige Petitzcile für locale Anzeigen 15 Psg., für auswärtige Anzeige» 25 Pfg. — Rcclamen die Petitzcile für Wiesbaden 50 für Auswärts 75 Pfg.

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Fernsprecher No. 52.

Witlmoch, de» 17 Januar.

Fernsprecher No. 52.

1900.

HllorgeBi»flMsf8abe.

Aus Stadl

und Land.

Wiesbaden, 17. Januar.

c, EldkchtsKalrnr'er. 17. Januar. 1890: f Franz Lachuer su R-unchen, Komponist und Orchcstcrdirigent (* * 2 Avril W3 zu Rain). 1885: f Edmoiid Abont zu Paris, franz. Schrift­steller (* 14. gebrunr 1828). 1878: Zersprengung der Armee Lulennan Paschas bei Phil,ppopel durch die Russen. 1871: Beginn ves Rückzuges der franz. Armee unter Bourbaki. General Keller besetzt Chänebicr. 1833: f Friedrich König in Stuttgart. Erfinder der Schnellpresse (* 17. April 1774 zu Eislcbcn). 1812: * Ludwig Kuldenhof Hann., der Führer der Centrumspartc, (ch 14. Marz 1891 zu Berlin). 1749: * Bitkorio Graf Alfieri ital Dramatiker (+8. Oktober 1803). 1706: * Benjamin Franklin »i Boston, der Erfinder des Blitzableiters. 1656: Vertrag von Königsberg Der Große Kurfürst erhält Preußen als schweb. Lehe». 1642: Niederlage des kaiserlichen Generals Lamboy bei Kempen. 1463: * Friedrich III., der Weise. Kurfürst zu Sachsen, in Torgau (f 5. Mal 152o). 1318: f Erwin v. Steinbach, Bau­meister am Münster zu Straßburg. 395: f Kaiser Theodosius I., der Große, zu Mailand.

ä. Kezirllsans schliff. (Sitzung vom 16. Januar unter dem Vorsitz des Herrn Reglerungsraths Kantel.) Gegen den Beschluß des Kreisausschusscs, dem Schreinermcister Punip von Höchst a. M die Erlaubniß zum Gast- und Schankwirthschaftsbetricb in dem Hause Ecke der Rossert- und verlängerten Hauptstraße zu geben, hat die Polizciverwaltung van Höchst Berufung eingelegt. Die Polizei begründete ihren Einspruch damit, daß in dem fraglichen Stadtthcil durchaus kein Bedürfiiiß zur Errichtung einer weiteren Schank,telle vorliege. Höchst mit feinen 13,000 Einwohnern besitze bereits 48 Wirtbschaften, das fei reichlich genug. Der Verkehr in den beiden Straßen — Rossert- und verlängerte Hauptstraße — beschränke sich nur auf Leute, die Morgens zur und Abends von der Arbeit gingen. Im klebrigen sei aber auch die Person des Gesuchstellcrs, der sich zur Socialdemokratie bckeniie, mit aus­schlaggebend für die Ablehnung des Gesuchs gewesen. Der .Kläger, vertreten durch Herrn Rcchtsamvalt Schreiber von Höchst, uiacht hiergegen zunächst geltend, daß der in Frage kommende Stadttheil etwa ein Drittel von Höchst betrage und daß dort wohl noch von keinem Ueberfluß an Wirthschaften geredet werden könne. Sodann sei er seit seiner vor etwa 7 Jahren erfolgten Verheirathung nicht mehr socialdemokratisch thätig. Der BeM'Sansschnß gab der Be­rufung der Polizeiverwaltung statt und hob den Kreisansschuß- beschluß auf, wobei er lediglich die Bedürfnißfrage in Erwägung zog. ein Bedürfiiiß nach weiteren Wirthschaften sei vorläufig in Höchst nicht vorhanden. Die Zugehörigkeit zu dieser oder jener politischen Parte! des Gcsuchstcllers hätte nicht Ursache sein können, die Genehmigung zu versagen. — Auch gegen die vom Kreisausschuß dein Spei,ewirth Anton Hoffmann m Höchst am Main ertbeilte Erlaubniß zum Flaschenbier- und Kaffec-Aus- schank legte die dortige Polizeivcrwaltung Bcrusung ein. Hoffmann sei unzuverlässig, sagt die Polizei, auch habe er srüher einmal in einer Zeitung ein Inserat erlassen, in welchem er die Polizei- Verwaltung verhöhnt habe. In der Annonce babe er nämlich an­gezeigt, daß er künftig auch „Gänsewein" ausschänken werde. Der Bezirksausschuß verwirft die Berufung, weil dieselbe verspätet ein­gelegt worden ist. — Ebenfalls wegen Versäumnitz der gesetzmäßigen Frist verworfen wird die Berufung derselben Polizeiverwaltuug gegen die dem Gastwirth Jakob Wild von Höchst am Main cr- theilte Erlaubniß zur Erweiterung seiner Wirtbschaftslokalitäten. — Die hiesige Polizcidirektion hat dem Wirth Karl S äiä ser von hier, Albrechtstraße 11, die Gast- und Schankwirthschafts-Konzession ent­zogen, weil Schäfer erwiesener Maßen die Unsittlichkcit gefördert und einmal bereits wegen Kuppelei mit Gefängniß bestraft worden sei. Der Gastwirth hat gegen diese Polizeiverfugung Einspruch er­hoben und stellt den Antrag, ihn so lange im Besitz' der Konzession zu belassen, bis seinem Sohne Konzession zum Weiterbctrieb der Wirthschaft crthcilt worden sei. Der Bezirksausschuß weist diesen Antrag ab und erkennt, wie die Polizcidirektion, auf Koiizessions- entziehnng. — Der Gemeindcralh von Nicderrad hatte im Januar 1899 den Maurermeister Johann Michael Schroth von dort zu den Straßenherstcllungskosten einer erst kurz zuvor fertig- gestellten Straße herangczogcn, und zwar mit 2008 Mk. 70 Pf. An der Straße, um die es sich hier handelt, hat der Maurermeister schon ein paar Jahre zuvor, als das Ganze noch unbebautes Gelände war, einige Häuser erbaut, die inzwischen in andere Hände übergegaugen sind. Schroth erhob gegen die Heranziehung zu den Herstellungskosten der Straße Widerspruch beim Kreisausschuß. Er machte geltend, daß er zur Zeit der Straßenherstellung garnicht mehr Eigenthümcr der von ihm errichteten Häuser gewesen sei. Der Gemeiuderath berief sich dagegen auf das Ortsbaustatut, nach dem nicht nur die Hauseigenthümer, sondern auch die Banuntcriiehmer haftbar für die fraglichen Kosten seien. Der Kreisausschuß erkannte zu Gunsten des Maurermeisters. Nun­mehr legte der Gemeinderath Berufung beim Bezirksausschuß ein. Derselbe erkannte auf Verwerfung der Berufung, da die Steuer- fordcrung erst im Jahre 1899 ergangen und deshalb an die derzeitigen Eigcnthümer, nicht aber an den Erbauer der Häuser zu richten sei. — Der Kanfmann Georg Wunderlich von Frankfurt a.M. war von dem Magistrat in Rödelheim mit 250 Mk. zur Umsatzsteuer heran- aezogen worden, und zwar, weil er die mit 100,000 Mk. bewertheten Grundstücke der Firma Wunderlich und Zehner bei dem Aus­scheiden des letzteren übernommen hatte. Wunderlich wandte sich beschwerdeführcnd an den Bezirksausschuß. Der Kläger hatte das bis dahin mit Zeßner gemeinsam betriebene offene Handelsgeschäft mit Aktiva und Passiva übernommen und dem ausicheidcnden Compagnon einen gewissen Betrag herausgezahlt. Auch die dem gemeinsamen Geschäft gehörigen Grundstücke blieben dem Kläger überlassen, der nun dem Magistrat das Recht bestreitet, ihn dieser Grundstücke wegen zur Umsatzsteuer heranzuziehen. Das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft, sagt Kläger, ist nicht getrennt von dem Vermögen eines einzelnen TheilhaberS. Beim Ausscheiden eines TheilhaberS werde einfach der Ausscheideude abgefunden, ihm aber nicht etwa sein Eigcnthum von den eingebrachten Sachen zurückgegeben. Von einer Veräußerung der Grund­stücke, wie dies nothwendig sei, um die Erfordernisse zur Umsatzsteuer-Heranziehung zu erfüllen, könne also keine Rede sein. Der Bezirksausschuß beschloß, Beweis zu erheben.

Der Kläger soll den Auseinandersetzungsvertrag, Buchauszüge re. riuretchen. — Der Gemeindevorstand von Erbach im Rheingau Lagt gegen den Magistrat von Berlin und den Baumeister Johannes

Kleine zu Erbach wegen Berthe ilung des gemeindefleuerpflichtigen Einkommens des letzteren zwischen Erbach und Berlin. Der Erbacher Gemeindevorstand verlangt 3 lt des gemeindestcnerpflichtigen, 31,879 Mk. betragenden, zur Staatssteuer veranlagten Ein- kommens. Der Bezirksausschuß entscheidet dahin, daß Erbach '/« und Berlin den übrigen Theil des gemcindcsteuerpflichtigcn Ein­kommens des Kleine erhalten soll, da derselbe sein sänimtliches Ein­kommen aus dem Geschäft Kleine und Schnapp in Berlin, aus Erbach selbst aber garnichts beziehe.

— Tticnter-Dari'tö Kin-gers„al. Mit dem Heutigen hat insofern ein vollständiger Wechsel im Programm stattgefunden, als nur der vorzügliche Humorist Herr Karl Klar prolonqirt lvorden ist. Derselbe erfreut allabendlich in hohem Grade das Publikum mit seinen urwüchsigen Couplets. Die Direktion thut ihr Möglichstes das Theater auf der Höhe einer erstklassigen Varisto-Bllhue zu er­halten, das beweisen die Engagements erster Artisten und der leb­hafte Besuch desselben. Das derzeitige Programm, vom 16. bis 31. Januar, weist außer Karl Klar u. A. wiederum auf: Die elegante nnd ausgezeichnete Liedersängerin Fräulein Lucic Palmer, Elsa und Francois, National-Tänzer,Mr. Harris,! Originaldressur- Clown mit seinem Pony, Hunden und Äffen. Ferner Fräulein Lucie Fernando, die ausgezeichnete Konzerlsängerin, das elegante Damen-Trompeter-Corps mit seinen 7 schmucken Damen. Geschwister Ethardos, Gesangs-, Tanz- und Spiel-Duettisten, sowie ab 26. d. Mts. Frau Emma Geis-Stengel, Zauberkünstlerin, Tochter des verstorbenen königl. preußischen und königl. württcmbcrgi scheu Hof-Zauberkünstlers Professor Stengel. Aus Allem zu schließen, dürfte auch das jetzige Programm den voraiigegaiiaenen einen gleich großen durchschlagenden Erfolg haben und dem Theater wiederum stets volle Häuser bringen.

— Keritation. Fräulein Paula Mainau, die bekannte beliebte Recitatorin, gicbt Donnerstag, den 18. d. M., um 8 Uhr einen Vortragsabend im „Hotel Taunus", Rheinstraße. Es kommen Dichtungen von Wildenbruch, Ban,»buch, Richard Leander, Saphir, Ganghofcr, Conrad Ferd. Meyer re. zu Gehör. Fraulein Mainau hat bereits in vielen Großstädten mit lebhaftem Erfolg Vorträge gehalten.

~ Brutsch»»' Abend. Die diesjährige Veranstaltniig am 18. Januar gewinnt dadurch ein besonderes Interesse, das; ein Herr, der an Ort und Stelle die Rettungsarbeitcn an der deutschen Sprachgrenze in Tirol gesehen und sich von ihren Fortschrirten Überzeugt hat, der jetzige Gymuasialdirektor Klau in Linibiira, über die dort gewonnenen Eindrücke und Wahrnehmungen sprccheu wird. Sem kurzer Bericht hat vielleicht deshalb den großen Werth, daß er auch den Gleichgültigen von der Nolhwendigkeit und dem Erfolg solcher nationaler Kleinarbeit überzeugt.

— Knaus-Lei»»'. Man schreibt aus Berlin: In einem Bierabend beim Munster D». Studt fand am Sauistag die Ludwig Knaus-Feier ihren Abschluß. I» der Fcstgesellschafl sah mau auch Staatsmilustcr Dr. Bosse, der seinen dauernden Wohnsitz in Berlin genommen hat uns mit den Kreisen seines früheren Ressorts in freundschaftlichen Beziehungen bleibt. Der Abend selbst nahm einen anregenden, zioanglosen »nd gemüthlichcn Verlauf. Die Knaus- Feier chat übrigens auch ein paar Kalauer gezeitigt: Die Amerikaner habe», wie man weiß, mit besonderer Vorliebe die Werke des Meisters gekauft und manche Perlen uiuer seinen Bildern sind über dcn Ocean gewandert. Daher der Name — Wanderbild, alias Banderbilt. Und der Wablfpruch war hierbei: „Je Dollar, je besser!"

>< ,,Ein frischer Trmrlt", so sagt das Sprichwort, „macht Alte jung", aber die „Frische", in welcher der Trunk jetzt leider gar oft gereicht wird, kann Alte und Junge krank machen. Im Sommer. sorgt an öffentlichen Schankstcllen auf der Straße eine hohe Polizei dafür, daß die Getränke in einer dem menschlichen Korpe, zuträglichen Temperatur abgegeben werden. Diese öffent­liche Fürsorge fällt unseres Wissens im Winter weg, und darum muß schon Jeder selbst darauf bedacht sein, daß er sich keinen Schaden auf diese Weise ziifügt. Zwar besteht eben nur geringe Gefahr, daß man in einen erhitzten Magen trinkt und daourch eine Stockung des Blutes, einen Schlag-

S odcr gar den Tod verursacht; immerhin aber übt der eiskalte nk seine verderbliche Wirkung auf die Zähne und die Ber- dauungsorganc aus. Eine Erkältung des Magens ist besonders im Winter beschwerlich und langwierig; sie vermag uns wochen­lang die Lebenskraft zu schwächen und die Lebensfreude zu ver­derben. Man wird darum bei der gegenwärtigen Witterung immer seine Getränke etwas „vorwärnien" lassen, was bei dem Bier leicht dadurch geschehen kann, daß man den leeren Krug — Glas zer­springt leicht — vorder in heißes Wasser legt.

— D,n Warnung. In dieser Winterszeit beschäftigen sich unsere Töchter gar oft und gern mit Stickereien. Dabei benutzen sie vielfach Radeln, welche aus feinem Stahl gefertigt sind und sich ganz vorzüglich für den genannten Zweck eignen. Dabei bergen dieselben aber doch eine große Gefahr in sich, denn beim Arbeiten verwunden sich Pie Stickerinnen leicht niit diesen Radeln, und in­folge dieser Verwuiiduiig entstellen dann nicht selten eiternde Ge­schwüre, die, wenn sie nicht rechtzeitig und vorsichtig mit Ha»s- oder Arzneimitteln behandelt werden, in Blutvergiftung übergehen können. Eine uns bekannte Dame bekam infolge von Verwundungen durch Stiche mit Stahlnadeln einen so kranken Finger, daß die Aerzte eine Zeit lang der Ansicht wnren, derselbe müßte amputirt werden.

— Wertl,vo1le Informationen nnd Belehrungen auf

dem weliverzweigten Gebiete des Reklamewesens bietet der soeben erschienene große Zeitungskatalog und Jnsertions- kalender für 1900 der Aiinoiicen-Expcdition Rudolf Mosse.

Er enthält ein vollständiges Verzeichniß sämmtlicher Zeitnngen und Fachblätter Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz, sowie aller wichtigen Blatter des übrigen Auslandes nebst einem Ortsrcgister, welches das Anffinden der einzelnen Zeitungen wesentlich erleichtert. Der Katalog informirt den Inserenten über die Verbreitung, Erscheinungsweise, politische Tendenz der einzelnen Organe, über Jnsertionspreis,Spaltenbreite, Spaltenzahl und über die derAnzelgen- bclechnnng als Basis dienende Grundschrift der Blätter nach dem beigefügten Normalzeilcnmesier. Besonders willkommen wird den In,ereilten derjenige Theil des Kataloges sein, welcher die Aus­stattung der Annoncen behandelt, da dieser Gegenstand bei dem heutigen entwickelten Zettungswesen und der' forlgeschritteiien Reklametechnik von hervorragendem Interesse ist. Der Erfolg der Annoncen hängt bekanntlich nicht allein Don der richtigen Wahl der Jnsertionsorgane, von der zutreffenden Abfassung des Anzeigen­textes, von der zweckmäßigen Vertheilung der Inserate auf die einzelnen, Zeitungen ab, sondern es ist vorzugsweise auch die Ausstattung der Annonce, die deren Wirksamkeit wesentlich beeinflußt. Der Katalog zeigt daher an einem reichen Material von Anzeigenentwürfen,

bei deren dekorativer und illnstrativcr Ausstattung die Vorzüge der modernen Kmistrichtung und Zeichentechnik vielfach vcrwerthet sind, die Mittel und Wege, durch welche eine erhöhte Wirksamkeit der Anzeigen zu erzielen ist. Die äußere Ausstattung des Zeitnncis- kataloges zeigt die bisherige, stets beifällige nnfgenomlilene Form einer Pultmappe nnt Schrcibkalender für alle Tage des Jahres. "Er.Verwendung eines neuen und eigenartigen Einbandes. Alles m Allem gicbt der Katalog ein Bild von der Leistungsfähig- keit der Amionccn-Expedition Rudolf Moffe, während seine typo­graphische Ausführung der Druckerei des Hauses das beste Zcnqnkß ausstcllt. Seinen Zweck, ein sorgfältig bearbeitetes Handbuch 'auf dem Gebiet des Zeitiings- und Reklamewesens zu sein, erfüllt der Katalog ui vollstem Maße.

. . ^.Mngerollete Kchrnul>rm»uttr»n brechen, wenn man nicht richtig verfahrt, viel leichter, als daß sie sich lösen. Um ein leichtes Losen derselben zu bewirken, tröpfle man ans die Ver- bnidimgsstellen Terpentinöl oder, was noch wirksamer ist, Ccrosinöl. das m kürzester Frist die kleinsten Ritzen durchdringt, Wird darauf an die Schraubenmuttern mit einem Hammer geklopft, so lockern sie sich in de» meiste» Fällen alsbald nnd lassen sich dem­nächst nun auch leicht aufschrnllben. In hartnäckigen Fällen müssen die so behandelten Stellen noch der Einwirkniig der Hitze anS- gesetzt werden, die dann den erwünschten Erfolg bewirkt.

ue. Gegen Hühnerauge« hat man ein erprobtes und völlig unschädliches Mittel in der Saltchlsäure. Man streut eine Messer­spitze des Pulvers auf die verho-nte Stelle nnd legt darüber znm Festhalten einen Streifen Heftpflaster. Rach 2 bis 3 Tagen ist die ganze stelle weiß geworden und läßt sich nach eine», warmen Bad mit dem Fingernagel herausheben.

o. HoHpreife. Vorgestern wurde in den städtischen Wald- drstrikten ,,Psaffenborn" und „Schläferskopf" die erste diesjährige Holzversteigerung bei sehr zahlreicher Betbeiligiing abgehalten. Tue Preise bewegten sich für Bnchen-Scheitholz zwischen 20 und 25 Mk. pro Klafter, -Prügelholz 13 und 18 Mk. pro Klafter und das Hundert Oberholzivellen 5 und 8 Mk.

— Kleine Notizen. Die Spicgelgasse von der Weber­gasse bis zum Kranzplatz wird zwecks Reparatur einer Wasserleitung ans die Dauer der Arbeit für den Fuhrverkehr polizeilich gesperrt — Der auf der Ostseite der Biebricherstraße m der Verlängerung der Möhriilgstraße belegcne Feldw eg wird wegen der daselbst im Ban begriffenen Kanalarbcitcn vom 17. d. M. ab während der Dauer der Arbeiten für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt. — Gebrauchsmusterschutz wurde vom Kaiserlichen Patentamt unter Nr. 1'28108 den Herren Wilhelm Barth, Drechslerincister, Wies­baden, Neugasse 17, und Georg Göhringer, Cigarrenfabrikant in Bieorich, ans einen „Stuhl mit drei Beinen, dreieckigem Sitz . und Rückenlehne" crthcilt. Erwirkung durch Biireau Fr. Rock. Wcllritzstraße 43.

-jj- Schierster«, 15. Jannar. Am nächsten Sonntag, de» 21. d. M., von Nachmittags 4 Uhr ab, hält der „Rheingauer Verein für Obst-, Wein- und Gartenbau" im Gasthaufe „Zinn deutschen Kaiser" hier seine diesjährige Generalversammlung ab. Für dieselbe sind folgende Vorträge vorgesehen: 1. Der Heu. und Sanerwurm. 2. Das Oidium und seine Äckämpfnng. 3. Sollen wir den Obstbau vergrößern? Diese sehr zeitgemäßen Vorträge werden wohl hoffentlich bei den Winzern nnd Obstzüchtcrn des Rheingaues ihre Anziehnngskraft nicht verfehlen.

* Höchst a. M., 16. Januar. Fortgesetzte Betrügereien sind, bent „Kreisblatt" zufolge, im Konsum der Farbwerke durch Zufall entdeckt worden. Ein einziger Arbeiter har nach seinem eigenen Geständniß das Kailshau» um ca. 200 Mk. geschädigt, »nd zwar durch einen Kniff, der wuiiderbarcr Weise erst durch eine« Zufall an den Tag kam. Der Mann hatte nämlich ans dein ibm von dem Verkäufer ansgehändigten Bon stets die Marksumme auS- radirt und an der Kaffe dann nur die überschicßenden Pfennige bezahlt. Bei dem Vergleichen der Bons am Abend ist der Betrug nicht bemerkt worden und so koniitc der Schlankopf sein Wesen ziemlich lange treiben. Wenn er selbst ca. 20t» Mk. zngiebt, kann man wohl dreist auf eine höhere Summe schließen.

* Ans de»' Umgebung. In Ems fand in Gegenwart de» Herrn Banratds Rötlicr als Vertreters der Wasserbau-Inspektion Diez und der Mitglieder der Kurkommission uns des Magistrats im Rathhanssaale eine Besprechung statt, wobei cs sich vorzugs­weise um die Reinigung des Lahnbettes von dem Sand, den ihm Braunebach und Wästersbach innerhalb des Stadtberings zu- führcn, handelte. Dem Vernehmen nach werden die erforderlichen Baggerungen in Zilkiiiift umfaiigreichcr vorgcnommen, ohne daß der Stadt Unkosten daraus erwachsen. — Zu den werthvollste», aber auch theuersten Jagden in uiisercr Provinz nnd vielleicht auch noch weit Überdieselbe hinans gehörtdie Engenhahner Dnisjagd, die nur eine halbe Stunde von der Platte entfernt liegt. Sie um­faßt nur einen Wiescnkomplex von etwa 18 Hektar und wird, ob­wohl auch darin Bicrstadter Pfarrwicsen und Auringer Schulwiesen liegen, zur Engenhahner Gemarkung gerechnet. Diese Jagd, in der man vor zwei Jahren noch Rudel Hirsche von 30 Stück sehen konnte, ist neuerdings von der Jdsteiner Höhenjagd abgetrennt nnd für sich allein verpachtet worden. Die neuen Pächter, Herr Stadtrath Bartling aus Wiesbaden lind Herr Apotheker Neuß aus Uerdingen, bezahlen für dieselbe 330 Mk., also für das Hektar etwa 18 Mk.

— Herr Förster Fröhlich in Engenhahn, ein in Jägerkreisen wohlbekannter Herr, feiert am 1. April d. I. sein 50-jähriges Dienstjubiläum. — Der Gesangverein „Frohsinn" in Engen­hahn feiert im Laufe dieses Sommers sein 25-jähriges Stiftungs­fest. — In den letzten Tagen wurde bei einer Holzversteigernng in N jeder seelbach sowohl für Brenn-, wie Bau- und Werkholz sehr hohe Preise erzielt. Für das Klafter Buchen-Scheitholz wurden 25 Mk. bezahlt. — Ein Knabe aus Frankfurt, der in de» verflossenen Weihnachtsferien Verwandte in Bermbach besuchte, vergnügte sich dort mit Schlittschuhlaufen. Dabei fiel er so unglücklich auf den Hinterkops, daß er bald starb. — Die Pfarrei Salz ist zufolge Präsentation des Landesherr» dem seitherigen Verwalter derselbe», Herrn Lorenz Müller, übertragen worden. — Dem Kommunalförstcr Wern in Usingen, welcher nach einer 40-jährigen Dienstzeit am 1. Ottober 1899 in den er­betenen Ruhestand getreten ist, ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. — Die Kaltwasserheilanstalt in Betzdorf soll im Frühjahr wieder eröffnet werden und zwar durch den praktische» Arzt vn. Liebe aus Braunfels. — Der Kürschner Ritter in Fritzlar erhielt von seinem Sohne, welcher vor Monaten von dem 28. Infanterie-Regiment, welches in Ehr endreit st ein steht, dcsertirte, die Benachrichliaung, daß derselbe in der Buren- Armee kämpfe. — In Lützel-Koblenz wurde der Schiffer Nalbach von der elektrischen Straßenbahn überfahren und sofort